Lastkraftwagen

In den letzten Jahren gerieten L. als Verursacher von Luftverschmutzung, Lärm (Straßenverkehrslärm) sowie aus Gründen der Verkehrssicherheit (Verkehrsunfälle) zunehmend in die öffentliche Diskussion.

Obwohl nur etwa 5% aller Kraftfahrzeuge L. sind (1991: rd. 1,8 Mio) und auch die L.-Fahrleistungen nur 10% der Pkw-Fahrleistungen ausmachen, sind L. an den verkehrsbedingten Schadstoffemissionen in hohem Maße beteiligt: 31% der Stickoxide und sogar 62% der krebserregenden Dieselrußpartikel wurden 1989 von L. emittiert (Schadstoffe aus Kfz). Der L. wird bis 1998 zur größten Stickoxidquelle Deutschlands überhaupt werden, da der Ausstoß aus Kraftwerken, Industrie und Haushalten weiter zurückgeht und die Katalysatortechnik beim Pkw zu einer Verringerung um ca 50% führen wird. Bei 64% aller tödlichen Unfälle auf den Autobahnen der alten Bundesländer waren im Jahr 1990 L. beteiligt. Im Stadtverkehr erzeugt ein L. soviel Lärm wie 9 Pkw.

Trotz massiver Vorteile des Schienenverkehrs in bezug auf Umweltbelastung und Sicherheit, wird der L.-Verkehr infolge der Verwirklichung des europäischen Binnenmarktes 1993 drastisch anwachsen (Lkw-Verkehr, Güterverkehr,Schienenverkehr, Alpentransitverkehr). Zur Verringerung der L.-bedingten Emissionen wurden EG-weit Grenzwerte für L. festgelegt (Emissionsgrenzwerte für Kfz).

Zusätzlich forderte das europäische Parlament Anfang 1991, L. mit einer Vorrichtung zu versehen, die ein Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h verhindert (Durchschnittsgeschwindigkeit von L. auf bundesdeutschen Autobahnen 1990: 87 km/h). Aufgrund der hohen Schadstoffbelastungen durch L. in Großstädten planen z.B. Berlin und München ab 1995 nur noch L. in die Innenstadt fahren zu lassen, wenn diese dieselben Abgasnormen wie Pkw erfüllen. Zunächst soll dies nur für L. unter 3,5 t gelten, ab 1996 auch für schwere L..

Technische Maßnahmen zur Emissionsminderung: Da beim herkömmlichen Dieselmotor nicht gleichzeitig Stickoxid-, Rußemissionen und Kraftstoffverbrauchoptimiert werden können, sind zusätzliche Maßnahmen wie Dieselkatalysator (Dieselkat) und Rußfilter (Ruß, Partikelfilter) notwendig. Eine neue, noch nicht serienreife Technologie stellen keramikfaserverstärkte Motorkolben dar, die dank verbesserter Kolbengeometrie und höher belastbarer Materialien eine vollständigere Verbrennung erzielen, die die Rußbildung bereits im Zylinder minimiert. Eine weitere Möglichkeit ist die deutliche Verbesserung der Dieselkraftstoffqualität, so z.B. die Senkung des Schwefelgehalts zur Reduzierung der Schwefeldioxid-Emissionen (Schwefelgehaltsverordnung, Diesel).

Sinnvoller als technische Maßnahmen ist die Verlagerung der Transporte auf die Schiene (Schienenverkehr). Ein Schritt in diese Richtung stellt der kombinierte Verkehr dar.

Autor: KATALYSE Institut

Posted in Alphabetisch, L, Mobilität & Verkehr.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.