Category Archives: T – Z
Wurst
Siehe Fleisch und Fleischerzeugnisse.
Autor: KATALYSE Institut
Wasser
Wasser ist eine Verbindung von zwei Wasserstoff- und einem Sauerstoffatom. Die Bezeichnung Wasser wird v.a. für den flüssigen Aggregatzustand verwendet, im festen, also gefrorenen Zustand wird es Eis genannt, im gasförmigen Zustand Wasserdampf Wasser bedeckt rund 2/3 der Erdoberfläche und befindet sich in einem ständigen Kreislauf.
Die wirtschaftliche Entwicklung und der Wohlstand eines Landes hängt eng mit seinen Wasserressourcen zusammen, da diese zur Energiegewinnung und der industriellen Produktion als Kühl-, Transport-, Lösungs- und Reinigungsmittel eingesetzt werden.
Deutschland gehört mit etwa 300 Mrd. m3 Niederschlag zu den wasserreichsten Regionen der Welt. Von dieser Niederschlagsmenge verdunstet rund 60 Prozent. 40 Prozent fließt als Oberflächenwassser ab oder bereichert die Grundwasservorräte. Aufgrund des reichhaltigen Vorkommens von Wasser in Deutschland wurde es bis weit in die sechziger Jahre hinein als beliebig verfügbar angesehen.
Die vielen Nutzungen führen zu Wasserbelastungen durch Schadstoffe (z.B. Nitrat, Pestizide, Herbizide, Schwermetalle usw.) und zur Erwärmung bei der Nutzung als Kühlwasser. Neben dem Oberflächenwasser ist auch das Grundwasser v.a. durch den Einsatz von Düngern und Pestiziden in der Landwirtschaft und intensiver Tierhaltung (Gülle, Tierarzneimittel, Hormone) erheblich gefährdet.
Eine nachhaltige Wasserwirtschaft hat nicht nur die Erhaltung einer hohen Wasserqualität zum Ziel, sondern v.a. dem Wassserhaushalt möglichst wenig Wasser zu entziehen und damit die Wasserressourcen zu schonen.
Autor: KATALYSE Institut
Vollwertkost
Die Vollwertkost nach Dr. Max Otto Bruker ist eine überwiegend ovo-lacto-vegetarische Ernährungsweise, die auf der Lehre Werner Kollaths basiert.
Dieser vertrat die Ansicht, Lebensmittel so natürlich wie möglich zu verzehren. Brukers Empfehlungen basieren auch auf seinen persönlichen Erfahrungen, die er als Arzt in der Therapie verschiedener Erkrankungen gemacht hat. Bruker ließ es nicht nur bei einem Appell, wie Kollath, sondern griff vielmehr die Nahrungsmittelindustrie an, indem er diese für 80 Prozent aller Zivilisationskrankheiten verantwortlich machte. Bruker kritisierte u.a. auch Claus Leitzmann, der die weniger strikte Form der Vollwertkost, die Vollwert-Ernährung vertritt.
Leitzmann entwickelte nach seinem zwölfjährigen USA Aufenthalt und fünf Jahren in Asien zusammen mit Thomas Männle und Karl von Koerber die Vollwert-Ernährung (Gießener Konzeption). Grundlage, dafür waren Leitzmanns Auslandserfahrungen und die Erfahrungen von Männle und von Koerber. Diese hatten während eines Praktikums bei Bruker Einblick in die Vollwertkost bekommen. Sie beobachteten, dass bislang kränkelnde Patienten sich mit Brukers Vollwertkost gesund und vital fühlten. Leitzmann lehnt jedoch den Begriff Vollwertkost strikt ab, da kein einzelnes Lebensmittel an sich vollwertig sein kann. Es kommt auf die Ernährungsweise als Ganzes an, d.h. dass neben gesundheitlichen Aspekten auch soziale und ökologische Aspekte beachtet werden sollen. Die Vollwert-Ernährung hat zudem weder Regeln noch strikte Verbote, sie basiert ausschließlich auf Empfehlungen.
Für Bruker sind Lebensmittel zur Erhaltung der Gesundheit unerlässlich. Nahrungsmittel sind lediglich Träger von Nährstoffen und reichen für die Gesunderhaltung nicht aus. Der Gehalt an Vitalstoffen (Mineralstoffe, Vitamine, Enzyme u.a.) ist das Kriterium für die Qualität eines Lebensmittels. Nach Bruker sind diese nicht mehr im Nahrungsmittel enthalten.
Brukers Empfehlungen für eine vollwertige Kost:
- Verzicht auf Nahrungsmittel, weitgehender Verzicht auf Fleisch und Wurst,
- Eingeschränkter Verzehr von Käse, Eier und Milchprodukten,
- Keine Säfte, da sie bei Magen-Darm empfindlichen Personen zu Unverträglichkeiten anderer Nahrungsmittel führen- dafür viel Kräutertee und Wasser,
- Viel Frischkost (frisches Obst und Gemüse),
- Naturbelassene Fette,
- Vollkornprodukte,
- Ein tägliches „Muss“ ist, der Frischkornbrei zum Frühstück. Dazu werden unterschiedliche Sorten Getreide über Nacht in Wasser eingeweicht, anschließend mit Obst und Sahne gemischt. Dadurch sollen besonders viele Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe aufgenommen werden,
- Keine Kalorienbeschränkung, allerdings nur drei Mahlzeiten am Tag,
- Grundsätzlich Lebensmittel aus ökologischem Anbau.
Ernährungsphysiologische Bewertung:
- Die Ursachen für ernährungsbedingte Erkrankungen sah Bruker im Verzehr von Auszugsmehlen, Zucker, raffinierten Ölen und Fetten. Dem Zucker schrieb er zudem die Unheilbarkeit verschiedener Krankheiten zu. Mit der Vollwertkost sollen nicht nur Krankheiten verhütet, sondern auch geheilt werden. Bruker wird in diesem Zusammenhang vorgeworfen, wissenschaftlich unhaltbare und zudem für den Verbraucher verwirrende Aussagen, Erklärungen und Versprechungen zu verbreiten. Beispiele: „Die Zuckergier des Kindes ist ein klassisches Zeichen eines Vitalstoffmangels“, „Fett macht nicht fett“, „Krebs lässt sich bis zu einem gewissen Grad durch Vollwertkost verhüten und je nach Stadium heilen“ oder dass erhitzte Milch gesundheitsgefährlich ist.
- Bei Menschen, die ihre Ernährungsweise zu schnell auf Vollkornprodukte umstellen, kann es zu unangenehmen Begleiterscheinungen wie schmerzhafte Blähungen und Durchfall kommen. Für diese Beschwerden sind bakterielle Zersetzungsvorgänge verantwortlich, bei denen aus nicht oder schlecht verdauter ballaststoffreicher Kost toxische Gärungsalkohole und biogene Amine entstehen. Diese können die Darmschleimhaut und den sich im Darm befindliche Teil des Immunsystems schädigen.
- Nach Bruker soll so früh wie möglich, bereits im Säuglingsalter, mit der Vollwertkost in Form von Frischkornmilch oder Frischkornbrei angefangen werden. Säuglinge und Kleinkinder sind jedoch noch nicht in der Lage rohes Getreide zu verdauen, da der Magen-Darm-Trakt noch nicht ausreichend entwickelt ist. Glutenhaltige Getreideprodukte können das Auftreten einer Zöliakie begünstigen. Getreide soll erst nach dem vierten Lebensmonat und in erhitzter Form gegeben werden, um Unverträglichkeitsreaktionen und die Gefahr von Allergien zu vermeiden.
- Für Erwachsene ist die Vollwertkost als Dauerkost zu empfehlen. Bei einer vielseitigen Lebensmittelauswahl ist mit der Vollwertkost eine bedarfsgerechte Ernährung möglich.
Quellen:
DER BROCKHAUS: Ernährung. Mannheim 2001.
HAHN, A.; STRÖHLE, A.; WOLTERS, M.: Ernährung- Physiologische Grundlagen, Prävention, Therapie. Stuttgart 2005.
LÖBBERT, R. et al.: Lebensmittel. Haan-Gruiten 2004.
http://www.oekolandbau.de
http://www.oekotest.de
LÖBBERT, R. et al.: Lebensmittel. Haan-Gruiten 2004.
Weiterführende Literarur:
BRUKER, M.: Lebensbedingte Krankheiten. 2001.
BRUKER, M.: Unsere Nahrung- unser Schicksal. 2001.
GUTJAHR, I.: Das große Dr. M. O. Bruker- Ernährungsbuch. 2000.
Autor: KATALYSE Institut
Vollwert-Ernährung
Vollwert-Ernährung ist eine ganzheitliche und überwiegend lakto-vegetabile Ernährungsweise, bei der gering verarbeitete Lebensmittel bevorzugt werden.
Hauptsächlich verwendete Lebensmittel sind Vollkornprodukte, Gemüse, Obst, Kartoffeln, Hülsenfrüchte sowie Milch und Milchprodukte, in geringen Mengen auch Fleisch, Fisch und Eier. Die Hälfte der Nahrungsmittel besteht aus unerhitzter Frischkost.
Die Grundsätze der Vollwert-Ernährung beinhalten neben dem gesundheitlichen Aspekt auch ökologische, soziale und ökonomische Aspekte:
- Verwendung von Produkten der Saison und möglichst aus regionalem und /oder ökologischem Anbau,
- Vermeidung von Nahrungsmitteln mit Zusatzstoffen,
- Bevorzugung unverpackter oder umweltschonend verpackter Lebensmittel,
- Vermeidung bzw. Verminderung der allgemeinen Schadstoffemission durch Verwendung umweltverträglicher Produkte und Technologien,
- Verminderung von Veredlungsverlusten durch geringeren Verzehr tierischer Lebensmittel,
- Bevorzugung landwirtschaftlicher Erzeugnisse, die unter sozialverträglichen Bedingungen erzeugt, verarbeitet und vermarktet werden (Fairer Handel mit Entwicklungsländern).
Diese Grundsätze stellen weder Gebote noch Verbote dar. Sie sollen als Empfehlungen verstanden werden, die individuell an Vorlieben und Bedürfnisse angepasst und umgesetzt werden können. Das Ziel ist, eine hohe Lebensqualität, die Schonung der Umwelt und die weltweite Förderung der sozialen Gerechtigkeit.
Die Vollwerternährung ist ein ganzheitliches Ernährungskonzept, das in den Grundzügen auf Erkenntnisse von Professor Werner Kollath basiert. Kollath forderte, die Nahrung so natürlich wie möglich zu lassen.
Karl von Koerber, Claus Leitzmann und Thomas Männle haben diese Idee weiterentwickelt und durch neuere ernährungswissenschaftliche Erkenntnisse ergänzt (Gießener Konzept).
Nach Erkenntnissen der Gießener Vollwert-Ernährungs-Studie ist die Bedarfsdeckung der essentiellen Nährstoffe möglich. Vollwertköstler kamen den Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr der DGE näher als Mischköstler. Bei den vegetarischen Studienteilnehmer/innen erwies sich die Nährstoffrelation als optimal.
(Weiter Forschungsergebnisse der Giessener Vollwert-Ernährungs-Studie gibt es unter http://www.uni-giessen.de/fbr09/nutr-ecol/forsc_main.php).
Bei Menschen, die ihre Ernährungsweise zu schnell auf Vollkornprodukte umstellen, kann es zu unangenehmen Begleiterscheinungen wie schmerzhafte Blähungen und Durchfall kommen. Für diese Beschwerden sind bakterielle Zersetzungsvorgänge verantwortlich, bei denen aus nicht oder schlecht verdauter ballaststoffreicher Kost toxische Gärungsalkohole und biogene Amine entstehen. Diese können die Darmschleimhaut und auch der sich im Darm befindliche Teil des Immunsystems schädigen.
Der Begriff Vollwert-Ernährung wird oft mit dem der vollwertigen Ernährung (definiert nach der Deutschen Gesellschaft für Ernährung) in Verbindung gebracht bzw. verwechselt. Die DGE versteht unter einer vollwertigen Ernährung eine bedarfsgerechte Zusammensetzung einer ganzen Kostform, im Sinne der DGE- Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr. Demnach ist ein einzelnes Lebensmittel erst dann vollwertig, wenn alle Nährstoffe im gewünschten Verhältnis vorhanden sind. Dabei geht es vor allem um den gesundheitlichen Aspekt. Soziale und ökologische Aspekte haben keine Bedeutung.
Quellen:
KOERBER, K.; MÄNNLE, T.; LEITZMANN, C.: Vollwert-Ernährung. Heidelberg 1994.
POLLMER, U; WARMUTH, S.: Lexikon der populären Ernährungsirrtümer. München 2004.
http://www.naturkost.de/basics/formen/leitz.htm
http://www.ugb.de
Autor: KATALYSE Institut
Vitamine
V. sind organische Verbindungen, die für den menschlichen Stoffwechsel lebensnotwendig sind, von diesem aber nicht gebildet werden können und daher mit der Nahrung aufgenommen werden müssen.
Bei Unterversorgung mit V. kommt es zu typischen V.-Mangelkrankheiten (z.B. V. C: Skorbut, V. D: Rachitis mit Knochenerweichungen und Zahnverfall, V. K: Blutgerinnungsstörungen), die unbehandelt zum Tode führen. V. greifen auf vielfältige Weise in biochemische Prozesse ein.
Die wasserlöslichen V. (B1, B2, B6, B12, C, H) bilden als funktionelle Bestandteile der Enzyme einen Komplex, der Stoffwechselvorgänge katalysiert (Katalyse). Die fettlöslichen V. (A, D, E, K, Q) wirken z.T. als Vorstufen (z.B.V. A: Vorstufe des Sehfarbstoffs; V. D: Vorstufe des unter UV-Strahlung im Körper entstehenden V. D.), oder bei anderen Stoffwechselreaktionen mit.
Bei einer ausgewogenen Ernährung und dem heutigen Nahrungsmittelangebot kommt es nur noch sehr selten zu V.-Mangelkrankheiten. Daher ist die Vitaminisierung von Nahrungsmitteln (Bonbons, Säfte, Säuglingsnahrung) und die Einnahme zusätzlicher V.-Präparate problematisch.
Kommt es zur Überdosierung von bestimmten V., so kann dies auch zu Gesundheitsstörungen führen; z.B. kann zuviel V. A, das während der Schwangerschaft eingenommen wird, zu Mißbildungen beim Kind führen, und zuviel V. D kann Kalkablagerungen in den Blutgefäßen hervorrufen.
V. sind natürliche Konservierungsstoffe, denn je höher der V.-Gehalt eines landwirtschaftlichen Produkts ist, desto größer ist seine Lagerfähigkeit. Die Nahrungsmittelindustrie nutzt deshalb die V. E und C zur Konservierung.
Autor: KATALYSE Institut
Vegetarier-Bund Deutschland
ZUSAMMENFASSUNG
TEXT
Autor: KATALYSE Institut
Vegetarier
Vegetarier sind Anhänger einer alten alternativen Ernährungsform- dem Vegetarismus. Bei dieser Form werden nur pflanzliche Produkte und teilweise auch Produkte vom lebenden Tier konsumiert.
Umgangssprachlich werden Personen als Vegetarier bezeichnet, die auf den Verzehr von tierischen Lebensmitteln verzichten oder zumindest extrem einschränken.
Ernährungsgeschichte
Über Jahrmillionen hinweg bevorzugte der Mensch pflanzliche Kost, was sich bis heute an anatomischen und physiologischen Merkmalen nachweisen lässt. Die rein vegetarische Kost ist jedoch eine Erscheinung der Kultur und nicht in der Natur des Menschen begründet.
Historische Entwicklung
Die Sekte der Orphiker in Griechenland und der griechische Philosoph Pythagoras gaben im 6. Jahrhundert v.Chr. dem Vegetarismus die ersten Impulse. Bis ins 19. Jahrhundert wurde der Vegetarismus noch "Pythagoräismus" genannt. Mit der Lebensreform-Bewegung Ende des 19. Jahrhunderts, erreichte der Vegetarismus in Deutschland eine breite Öffentlichkeit. Der Ansatz dieser Reform war neben einer vollwertigen Ernährung die Zunahme des Fleischkonsums in den 1850er Jahren und die damit verbundene Zunahme der Zivilisationskrankheiten. Mit der Umweltbewegung in den 1970er Jahren kam ein weiterer Aufschwung. Heute werden nicht nur gesundheitliche, sondern auch tierethische Aspekte ins Blickfeld genommen.
Formen
Vegetarismus ist keine einheitliche Ernährungsform, sondern umfasst verschiedene Kostformen, die sich in der Lebensmittelauswahl, Zielen und Beweggründen unterscheiden. Die Hauptmotive finden sich in ethisch-religiösen, gesundheitlichen, sozialen, ökologischen und ökonomischen Aspekten. Nach der Lebensmittelauswahl unterscheiden sich ovolacto, ovo-, lacto-, vegetarische und vegane Kost. Kostformen nach Bircher-Benner, Waerland, Schnitzer und die Evers-Diät werden zwar nicht ausdrücklich als vegetarisch bezeichnet, sind es ihrem Erscheinungsbild nach. Die Ernährung nach der chinesischen und Mazdaznan Ernährungslehre, Mayr-Kur sowie verschiedenen Rheuma-Diäten zählen ebenso zur vegetarischen Ernährungsweise.
Die Anzahl der Vegetarier in Deutschland hat sich in den letzten zwanzig Jahren mehr als verzehnfacht. Der Vegetarierbund Deutschland zählt knapp sieben Millionen Vegetarier, wobei die meisten Ovolaktovegetarier sind. Diese Gruppe verzehrt weder Fleisch noch Fisch und daraus hergestellte Produkte. Allerdings sind die Ansichten zum Einsatz von Chymosin bei der Käseherstellung unterschiedlich. Neben pflanzlicher Nahrung sind Milch, Milchprodukte und Eier sowie andere Produkte vom lebenden Tier erlaubt.
In diesem Zusammenhang wird seit einiger Zeit auch von Pudding– und Semivegetariern gesprochen. Puddingvegetarier bevorzugen, entgegen der Grundregel alternativer Ernährungsformen, stark verarbeitete Lebensmittel mit einer geringen Nährstoffdichte (Weißmehlerzeugnisse, Zuckerwaren). Semivegetarier schränken den Verzehr von Fleisch und Fisch sehr, aber nicht ganz, ein.
Die Gruppe der Ovovegetarier meidet Milch und Milchprodukte, verzehrt aber Eier. Zur ovo- vegetarischen Ernährung zählen die Evers-Diät, Schnitzer-Normalkost. Diese Form wird eher selten praktiziert.
Dagegen meiden Lactovegetarier Eier und mit Kälberlab hergestellten Käse. Die Waerland-Kost sowie verschiedene Rheumadiäten werden zu dieser Form gezählt.
Als strengste Form des Vegetarismus wird die vegane Ernährung bezeichnet. Veganer meiden alle vom Tier stammenden Produkte (Nahrungsmittel mit Gelatine, Milch, Honig etc.) und Gebrauchsgegenstände (Lederschuhe und –taschen, Pinsel, Federn, Bürsten aus Tierhaar etc.). Bei mangelnden Kenntnissen der Lebensmittelzusammensetzung ist eine vegane Rohkost auf Dauer abzulehnen.
Ernährungswissenschaftliche Erkenntnisse
Nach einer Langzeitstudie des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg erkranken Vegetarier seltener als "Normalesser". Die Todesrate durch Schlaganfälle und Herzinfarkt lag um 50 Prozent niedriger als im Durchschnitt der deutschen Bevölkerung. Das Vorkommen Krebserkrankungen war bei Männern um 50 Prozent, bei Frauen um 25 Prozent niedriger. Auch chronische Krankheiten wie Durchblutungsstörungen und Bluthochdruck traten seltener auf. Die beste Gesundheit wiesen gemäßigte Vegetarier auf, die, im Gegensatz zu strengen Vegetariern, nicht auf tierische Produkte wie Eier und Milch und Milchprodukte verzichten.
Kennzeichnung
Viele Produkte enthalten versteckte, tierische Bestandteile, z.B. Gelatine in Süßigkeiten, Speckfett in Tomatensuppe, Schweineschmalz in Gemüsepizza und andere. Klarheit schafft das V-Zeichen der europäischen Vegetarier-Union. Es dürfen nur Produkte mit diesem Label gekennzeichnet werden, die keine Zutaten oder Substanzen von getöteten Tieren enthalten. Zusätzlich kann das Wort "vegan" beigefügt werden, wenn keinerlei tierische Stoffe oder Substanzen enthalten sind. Das Prüfzeichen wird vom Vegis Lizenzvertrieb vergeben.
Quellen:
LEITZMANN, C.; HAHN, A.: Vegetarische Ernährung. Stuttgart 1996.
LÖBBERT et al.: Lebensmittel. Haan-Gruiten 2004.
KOERBER, K.; MÄNNLE, T.; LEITZMANN C.: Vollwert-Ernährung. Heidelberg 1999.
DER BROCKHAUS: Ernährung. Mannheim 2001.
SPEKTRUM: Lexikon der Ernährung. Berlin 2002.
Autor: KATALYSE Institut
Ultrahocherhitzung
Siehe Milch.
Autor: KATALYSE Institut
Trinkwasserverbrauch
Der tägliche T. in Deutschland beträgt 127 Liter pro Einwohner und Tag. Er ist damit zusammen mit Belgien der niedrigste Wasserverbrauch in der Europäischen Union.
Hauptverbraucher sind Haushalte, Kleingewerbe und Industrie. In Westdeutschland stieg der T. für Haushalte und Kleingewerbe von 1970 bis 1991 von 1.889 auf 2.876 Mio m3/a und in Ostdeutschland von 499 auf 640 Mio m3/a. Im gleichen Zeitraum sank der T. der Industrie von 1.056 auf 647 Mio m3/a (Ostdeutschland: von 284 auf 218).
Der Wasserbedarf des einzelnen wird durch die häuslichen Lebensgewohnheiten (sanitäre Ausstattungen der Wohnungen, Zahl und Art der wasserverbrauchenden Geräte, Ansprüche an die Körperpflege) bestimmt. Durch den verhältnismäßig niedrigen Wasserpreis und die Gewißheit, jederzeit in beliebiger Menge über Wasser verfügen zu können, werden Bemühungen, Wasser zu sparen scheinbar unnötig.
Aufgrund der bereits jetzt qualitativ knappen Trinkwasservorräte in Deutschland sind Einsparungen beim T. jedoch dringend erforderlich. Durch Mehrfachnutzung des Wassers, wassersparende WC-Spülkästen und Armaturen ( Duschen ) sowie wassersparende Waschmaschinen und Geschirr-Spülmaschinen kann der T. im Haushalt um bis zu 50% gesenkt werden (Wassersparen, Regenwassernutzung ).
Der gesamte Wasserverbrauch (nicht nur Trinkwasser , sondern auch Wasser, das nicht den Anforderungen der Trinkwasserverordnung entspricht) in Westdeutschland beträgt 110 Mio m3/Tag. Hiervon gehen 63% auf das Konto der Elektrizitätswerke und 28,3% auf das von Industrie und Gewerbe. Haushalte verbrauchen 8% und Kleingewerbe sowie öffentliche Einrichtungen 3%.
Die Wasserversorgungsunternehmen bilden die Preise nach dem Kostendeckungsprinzip. Damit gehen alle anfallenden Kosten in den Trinkwasserpreis ein. Durch unterschiedliche Gegebenheiten vor Ort bei Gewinnung, Transport und Verteilung kann der Wasserpreis variieren. Er liegt zwischen einer und sechs Mark pro Kubikmeter (1000 Liter). Durchschnittlich kosten heute drei Liter Trinkwasser knapp einen Pfennig. Trinkwasser ist damit das preiswerteste Getränk.
Autor: KATALYSE Institut
Trinkwasseraufbereitung
Die T. dient der Herstellung einwandfreien Trinkwassers. Die Richtlinien dazu finden sich in der Trinkwasserverordnung (TVO).
Bei der T. in den großen Wasserwerken kommt eine Vielzahl von Verfahren und Verfahrenskombinationen zum Einsatz, die im wesentlichen drei Aufgaben erfüllen sollen:
- die Entfernung von Verunreinigungen,
- die Stabilisierung, die sicherstellen soll, dass sich die Beschaffenheit des Wassers während seiner Verteilung und dem Gebrauch nicht verändert und keine Korrosionsschäden an den Wasserrohren auftreten, und
- die Hygienisierung, die unerwünschte Keime aus dem Wasser entfernen soll.
Je nach den Eigenschaften des Wasser und der Art der Verschmutzung werden hauptsächlich folgende Verfahren zur T. angewendet:
- Siebung: Mit Hilfe von Rechen und Mikrosieben werden grobe und feine Teilchen, z.B. Sand oder Plankton aus Oberflächengewässern, zurückgehalten.
- Sedimentation: Das Wasser durchläuft sehr langsam sogenannte Absetzbecken, in denen sich nicht gelöste Partikel absetzen. Da sehr viele kleine Teilchen (Feinstoffe) für die Sedimentation zu leicht sind bzw. durch Filter nicht zurückgehalten werden, setzt man Flockungsverfahren ein (Flockung).
- Filtration: Schwebstoffe, Ausfällprodukte und andere Rückstände der Enteisenung, Entmanganung, Entsäuerung und Enthärtung werden eliminiert. Je nach der Durchlaufgeschwindigkeit des Wassers unterscheidet man zwischen Langsam- und Schnellfiltern. In den Schnellfiltern werden die Verunreinigungen hauptsächlich mechanisch zurückgehalten. In den Langsamfiltern spielen neben physikalischen Vorgängen (Sedimentation, Adsorption, Filtration) auch biologische und chemische Prozesse (Abbau, Oxidation chemischer Verbindungen) eine Rolle.
- Oxidation: Gehört seit Beginn der Trinkwasserversorgung zu den wichtigsten T.-Schritten, Hierzu werden Chlor, Chlordioxid, Ozon, Wasserstoffperoxid und Kaliumpermanganat verwendet. Diese Stoffe gehen Oxidationsreaktionen mit organischen und anorganischen Wasserinhaltsstoffen ein, die dadurch dem Wasser entzogen werden können. Schwer abbaubare organische Substanzen können durch Oxidation in leichter abbaubare Bruchstücke zerlegt werden, die dann in weiteren Reinigungsschritten entfernt werden.
- Entsäuerung: Wässer mit einem hohen Säuregehalt (in natürlichen Wassern hauptsächlich Kohlensäure) haben materialangreifende Eigenschaften. Dadurch vermögen sie Metalle (Eisen, Blei, Zink, Cadmium, Kupfer) sowie Asbestzementfasern aus den Wasserleitungsrohren zu lösen (Korrosion). Um dies zu verhindern, schreibt die TVO vor, dass das Trinkwasser im sogenannten »Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht« sein soll. In Abhängigkeit vom Härte und Säuregehalt werden verschiedene Entsäuerungsverfahren angewendet. Durch Filtration über halbgebrannten Dolomit oder Marmor und durch Zugabe alkalischer Substanzen, z.B. Calciumhydroxid, wird die überschüssige Kohlensäure chemisch neutralisiert.
- Enthärtung/Entcarbonisierung: Wasserhärte, Wasserenthärtung.
- Des weiteren sind eine Reihe von Chemikalien durch die TVO zugelassen, die zur Hemmung der Korrosion, zum Einstellen des pH-Wertes, zum Entzug bestimmter Inhaltsstoffe durch Fällung oder zum Einstellen z.B. eines bestimmten Salzgehaltes dem Trinkwasser zudosiert werden dürfen.
- Desinfektion: Die Desinfektion erfolgt mit Hilfe der Chlorung, Ozonierung und ultravioletter Strahlung statt.
Ein breites Spektrum an Verfahren und Maßnahmen zur Entfernung schädlicher Substanzen aus dem Trinkwasser ist vorhanden. Aber all diese Verfahren haben Grenzen. Es existiert kein Eliminierungsverfahren, das selektiv nur die Schadstoffe entfernt, sondern meist werden auch erwünschte Inhaltsstoffe reduziert. Außerdem entfernt kein Verfahren die Schadstoffe vollständig. Schließlich wäre es ökologisch und langfristig auch ökonomisch sinnvoller, durch vorbeugende Maßnahmen die Schadstoffe erst gar nicht in die Gewässer gelangen zu lassen, anstatt in immer aufwendigere „Aufbereitungsanlagen“ zu investieren.
Autor: KATALYSE Institut
Treibhauskulturen
Siehe Glashauskulturen.
Autor: KATALYSE Institut
Tierarzneimittel
T. müssen nach dem Arzneimittelgesetz zugelassen werden (§ 21 AMG). Homöopathische Arzneimittel werden nur registriert (§ 38 ff. AMG).
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Berlin ist zuständig für die Zulassung bzw. Registrierung von T. Dort werden auch Ergebnisse über unerwünschte Wirkungen von Tierarzneimitteln gesammelt, ausgewertet und falls erforderlich, risikomindernde Maßnahmen ergriffen, was auch zum Widerruf der Zulassung führen kann.
T. werden aus therapeutischen und wirtschaftlichen Gründen, z.B. zur Verkürzung der Mastzeiten, eingesetzt. Rückstände dieser Stoffe können insbesondere bei kontinuierlicher Aufnahme zu gesundheitlichen Problemen beim Menschen führen (Allergien, Resistenz gegen pathogene Keime).
Autor: KATALYSE Institut
Tiefkühlkost
T. umfaßt Speisen oder Speisenkomponenten, Obst und Gemüse, Eiskrem und Backwaren, die zur Verlängerung der Haltbarkeit bei -18 Grad C tiefgefroren, transportiert und gelagert werden (Fast Food, Fertiggerichte).
Tiefkühlen zählt zu den schonendsten Konservierungsverfahren, ist aber unter ökologischen Aspekten wegen seines hohen Energiebedarfs während Verarbeitung und Lagerung bei Hersteller, Handel und Verbraucher (Gefriergeräte) als umweltbelastend zu bezeichnen.
Autor: KATALYSE Institut
Thunfisch
Der Thunfisch ist das größte Mitglied der Makrelenfamilie, ist ein langer, spindelförmiger Raubfisch und ein sehr beliebter Speisefisch.
Der Thunfisch ist ein Schwarmfisch der warmen Meeresgebiete. Er hat einen eleganten Körperbau, charakterisiert durch je eine Reihe kurzer einstrahliger Flössel, mit einem halbmondförmigen Schwanz. Die Oberseite ist dunkel graublau, die Unterseite ist weiß. Es sind mehrere Unterarten bekannt, von denen der Weiße und Rote Thunfisch die bekanntesten sind. Der Weiße Thunfisch wird bis einem Meter lang und lebt hauptsächlich im Atlantik und Mittelmeer, der Rote Thunfisch wird bis vier Meter lang und lebt auch im Pazifik.
Das Fleisch des Thunfisch ist dunkelrot, fett und vitaminreich, beim weißen Thunfisch ist es heller und fettärmer.
Logos und Aufdrucke auf Thunfisch-Konserven wie z.B. "delphinfreundlich gefangen" oder "dolphin friendly" sind nicht geschützt und werden möglicherweise auch von Thunfisch-Importeuren verwendet, die nicht dem Kontrollprogramm angeschlossen sind.
Autor: KATALYSE Institut
Thiabendazol
T. (E233) wird wegen seiner fungiziden Eigenschaften (Pflanzenschutzmittel) gegen Pilzbefall von Citrusfrüchten, Bananen, Kernobst und Zwiebeln eingesetzt.
T. ist unter der Bezeichnung E233 als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen.
Autor: KATALYSE Institut
Ziegel
Z. werden aus Ton und/oder Lehm und Sand geformt und bei 900-1.200 Grad C gebrannt. Nach Auskunft der Z.-Industrie wird kein Rotschlamm (Aluminiumherstellung) mehr als Rohstoff eingesetzt.
Der Primärenergieeinsatz ist hoch (1.100-1.400 kWh/m3 bei Vormauer-Z. und Voll-Z., 490 kWh/m3 bei Leicht-Z.). Gebrannt wird zu 80% mit Erdgas, zu 17% mit leichtem Heizöl und zu ca. 3% mit schwerem Heizöl. Es besteht der Verdacht, daß einzelne "schwarze Schafe" bei der Herstellung auch Altöl und anderen Müll zum Brennen einsetzen. In diesem Fall muß mit entsprechenden Rückständen bei den Z. und mit erhöhter Umweltbelastung oder gar -gefährdung gerechnet werden.
Entsprechend dem Verwendungszweck können verschiedene Z.-Sorten unterschieden werden: Leicht-Hochloch-Z., Voll-Z., Loch-Z.. Porosierten Leicht-Hochloch-Z. werden vor dem Formen Polystyrol und Sägemehl zugesetzt, das beim Brennvorgang verglüht und den Porenanteil im Stein und damit die Wärmedämmfähigkeit erhöht (k-Wert). Der Einsatz von Polystyrol bei der Herstellung ist umweltbelastend, auch wenn die Z.-Industrie per Gutachten nachgewiesen hat, daß vom verbauten Stein keine gasförmigen Emissionen ausgehen.
Z. besitzen gute bauphysikalische Eigenschaften, sie sind sorptionsfähig und wärmespeichernd. Z..-Schutt ist recyclingfähig, z.B. als Auffüllmaterial im Straßenbau oder als Z.-Splitt zur Herstellung von Gehwegplatten.
Autor: KATALYSE Institut
Zementputz
Der Z. besteht aus dem Bindemittel Zement und dem Zuschlag Sand. Z. wird aufgrund seiner wasserabweisenden Eigenschaften als Außenputz und Sockelputz eingesetzt.
Für den Innenputz ist er ungeeignet, da er sehr hart und wenig sorptionsfähig ist, d.h. geringe ausgleichende Wirkung auf die Raumfeuchte hat, und seine Oberfläche als kalt empfunden wird (Raumklima). Bei der Verarbeitung kann Z. bei fehlender Schutzbekleidung evtl. zu Verätzung und zu Mauerkrätze führen.
Autor: KATALYSE Institut
Zementindustrie
Die Z. verursacht hohe Stickstoffemissionen und hohe schwermetallhaltige Staubemissionen. Die Stickstoffemissionen resultieren aus den hohen Prozesstemperaturen der Zementherstellung und können nur mit aufwendigen Rauchgasentstickungsanlagen reduziert werden.
Durch Elektro- und Gewebefilter können auch die Schwermetallemissionen erheblich reduziert werden, jedoch wird das eigentliche Problem zur Abfallentsorgung der Filterstäube und Gipsabfälle verlagert, die als Sondermüll entsorgt werden müssen. Problematisch ist auch die Ablagerung von thalliumhaltigen Filterstäuben, da es an geeigneten Deponieraum mangelt. Der Primärenergiebedarf des Zement ist im Vergleich zu anderen Bindemitteln mit 3,19 GJ/Tonne Wärmeenergie und 112 kWh/Tonne elektrischer Energie sehr hoch.
Um die Kosten zu reduzieren werden auch immer wieder „Ersatzbrennstoffe“ wie Altöl, Altreifen oder andere Abfälle eingesetzt, bei deren Verbrennung u.a. auch Dioxine und Furane entstehen können, weshalb die Z. auch immer wieder in die Kritik gerät.
Autor: KATALYSE Institut
Zementgebundene Steine
Z. sind mit Zement als Bindemittel und verschiedenen Zuschlägen hergestellt.
Z. werden unter folgenden Steinsorten auf dem Markt vertrieben: Leichtbetonsteine, Porenbetonsteine und Hüttensteine (Zuschläge: Hütten- oder Schlackensand; evtl. erhöhte Radioaktivität, Radioaktive Baustoffe).
Autor: KATALYSE Institut
Zement
Zement ist ein fein gemahlenes, hydraulisches Bindemittel zur Herstellung von Mörtel, Beton, Putz, Estrich und künstlichen Steinen. Die wichtigsten Rohstoffe Kalkstein, Ton (Tonminerale) und ihr natürliches Gemisch, der Kalkmergel, werden an vielen Stellen in Deutschland im Tagebau abgebaut, gemahlen und meist in Drehöfen oberhalb der Sintertemperatur von 1.400 bis 1.450 °C gebrannt. Hierbei kommt es temperaturbedingt zu hohen Stickoxidemissionen (Zementindustrie).
Zement erhärtet, mit Wasser angemischt, sowohl an Luft als auch unter Wasser. Zement unterscheidet sich von den anderen hydraulischen Bindemitteln, z. B. hydraulischen Kalken, Mischbindern und Putz- und Mauerbindern durch seine höhere Druckfestigkeit.
Zement ist wasserfest und zum Teil beständig gegen Sulfate und Säuren. Die in Deutschland gültige Euronorm für Zement umfasst:
- CEM I - Portland-Zement,
- CEM II - Portlandkompositzement,
- CEM III - Hochofen-Zement,
- CEM IV - Puzzolan-Zement,
- CEM V - Komposit-Zement.
Alle Zemente enthalten als Grundsubstanzen zu verschiedenen Anteilen Portland-Zement-Klinker, Hüttensand und Traß.
Portland-Zement-Klinker besteht hauptsächlich aus Calciumsilicaten. Hüttensand ist in fein vermahlenem Zustand ein latent hydraulischer Stoff; er wird aus einem Abfallprodukt des Eisenhüttenbetriebes erzeugt, aus der kalk-tonerde-silicatischen, feuerflüssigen Hochofenschlacke. Traß wird aus fein gemahlenem, vulkanischen Tuffgestein gewonnen. Zur Verbesserung der physikalischen Eigenschaften dürfen Zusätze an anorganischen mineralischen Stoffen bis zu 5 Gew.-% beigefügt werden.
Andere Zusätze, wie zum Beispiel Steinkohlenflugasche, dürfen 1 Gew.-% nicht überschreiten und stellen ein schwer abschätzbares Risiko dar. Hüttensand und Traß können ggf. erhöhte Radioaktivität
(Radioaktive Baustoffe) aufweisen.
Natur-Zement wird aus gebranntem Mergel hergestellt, der physiologisch unbedenklich ist und von nicht einheitlicher Qualität (nicht genormt).
Produkte aus Zement sind weniger hygroskopisch, weniger dampfdurchlässig (Diffusionswiderstand) und spröder als solche aus Kalk oder Gips und sollten daher nur dort wo konstruktiv oder bauphysikalisch notwendig zum Einsatz kommen, zum Beispiel Zementmörtel für Fliesen, Aussenputz im Erdbereich.
siehe: Zementindustrie, Zementputz, Zementgebundene Steine
Autor: KATALYSE Institut
Zellulosedämmstoff
siehe Cellulosedämmstoff
Autor: KATALYSE Institut
Wohngifte
siehe Innenraumluftbelastung
Autor: KATALYSE Institut
Wintergarten
W. sind verglaste Baukörper, die vor der normalen Fassade eines Gebäudes angeordnet sind.
W. erweitern den Wohnbereich und sind ein Element architektonischer Gestaltungsmöglichkeit. Durch Einfangen von zusätzlicher Sonnenenergie im Frühjahr und im Herbst kann die Heizperiode des Gebäudes verkürzt werden. Die Energieeinsparung durch einen W. wird allerdings oft überschätzt. Sie beträgt z.B. bei einem Einfamilienhaus mit Satteldach und südlich über die ganze Breite vorgelagertem Wintergarten nur 10-12%.
Dem stehen Kosten für den W. von ca. 40.000 DM gegenüber. Wird der W. wie ein normaler Wohnraum genutzt bzw. durch eine Heizung frostfrei gehalten (z.B. um tropische Pflanzen aufstellen zu können), so ergibt sich sogar ein erheblicher Mehrverbrauch an Energie. Dies liegt daran, daß selbst hochwertige Wärmeschutzverglasung (Fenster) erheblich mehr Wärme durchläßt als eine normale Steinaußenwand (k-Wert). Völlig unverständlich ist daher, daß das Bundesfinanzministerium W. fördert, sofern diese auch im Winter zum dauernden Aufenthalt geeignet sind. Ein im Winter bewohnter W. verschlingt pro Jahr 10.000-20.000 kWh Heizenergie zusätzlich!
Lit.: R.Hemmers: Informationspaket Solararchitektur und energiebewußtes Bauen, Köln 1987
Autor: KATALYSE Institut
Wasserlack
W. sind industriell eingesetzte lösemittelarme Lacke, z.B. Elektrotauchlacke für die Beschichtung von Metallteilen wie
Auto-Karosserien. Zu unterscheiden von den Dispersionslacken für den Bautenbereich.
Autor: KATALYSE Institut
