Ökologische Kriegsführung

Unter dem Begriff Ö. werden alle Methoden der Kriegsführung zusammengefaßt, bei denen bewusst Eingriffe in Ökosysteme erfolgen.

Hierunter sind z.B. der Einsatz von Entlaubungsmitteln und biologischen Waffen einzuordnen. Der Golfkrieg 1990/91 zeigte, dass auch Erdöl als ökologische Waffe eingesetzt werden kann. Die Ö. wird bei kriegerischen Auseinandersetzungen in Zukunft an Bedeutung gewinnen.

Autor: KATALYSE Institut

Ökologische Chemie

Die Ö. untersucht die stofflichen Vorgänge in der Ökosphäre (Biosphäre) und stellt eine Art Verbindungsglied dar in einem breiten interdisziplinären Rahmen, der von den Geowissenschaften über Biologie, Landwirtschaft, Chemie usw.
bis zu speziellen biochemischen und pharmakologischen Fragestellungen reicht. Die Ö. untersucht die Konsequenzen, die sich aus der Anwendung und dem Verhalten von Chemikalien für die stoffliche Umweltqualität ergeben, einschl. Persistenz, Transport und Verteilung (=Dispersion), Akkumulation und Reaktionen anthropogener (menschengemachter bzw. -verursachter) Chemikalien in allen belebten und unbelebten Umweltbereichen. Ein enger Zusammenhang besteht zwischen der Ö. und der Ökotoxikologie, die sich mit den biologischen Konsequenzen anthropogener Chemikalien für die belebte Umwelt beschäftigt.

Autor: KATALYSE Institut

Ökologie und Volkswirtschaftslehre

Theoriegeschichtliches: Am Beginn der neuzeitlichen Theoriebildung in der Ökonomie stand die physiokratische These der Produktivität der Natur.

Sie drückt aber lediglich eine Vorahnung der industriellen Ausbeutung der Natur im Gewande der landwirtschaftlichen Produktion aus. Mit der Vervielfältigung der industriellen Betätigungsweisen tritt daher in der ökonomischen Klassik die menschliche Schöpferkraft, die Arbeit, in den Mittelpunkt der Erklärung für das Entstehen ökonomischen Reichtums. Die natürlichen Bedingungen des Produzierens stellen in dieser Perspektive nur eine marginale Beschränkung dar, denn alles erscheint prinzipiell machbar. Diese natürlichen Beschränkungen werden in der neoklassischen Theorierichtung in der Folgezeit zu einem ganz anderen Weltbild verallgemeinert: hier sind alle verfügbaren Güter - egal ob natürlich gegeben oder menschlich produziert - unzureichend gegenüber den unbegrenzten Wünschen des Konsumenten; sie sind "knapp". Diese Knappheiten anzuzeigen und ihnen entsprechend die Güter optimal (um)zuverteilen, ist die Aufgabe der Preise bzw. des Marktes. In diesem bis heute vorherrschenden Theorierahmen wird auch die mit der neuzeitlichen Industrialisierungsdynamik verbundene Zerstörung der ökologischen Lebensgrundlagen behandelt.
Umweltökonomie: Grundlage der Umweltökonomie ist das Heranziehen von unterschiedlichen Instrumentarien der ökonomischen Analyse für die Bewältigung des Problems der "knapp" gewordenen Naturgüter. Denn durch die Nutzung dieser Güter wird das von dieser Theorierichtung bevorzugte Marktoptimum gestört. Hier wird zum einen auf das von A. Marshall aufgebrachte Konzept der "externen Effekte" zurückgegriffen: der Beobachtung, dass es jenseits des Marktgeschehens eine direkte Beeinflussung zwischen den Wirtschaftsakteuren gibt (sei es als direkte Schädigung, sei es als direkte Begünstigung). Um die dadurch entstehenden Verzerrungen zu beseitigen, müssen die externen Effekte wieder "internalisiert" werden: Die mit der Umweltnutzung verbundenen Schädigungen Dritter (Beispiel Gesundheitsschäden durch Emission spezieller Stoffe) müssen durch preisähnliche Regelungen direkt beim Verursacher dieser Schädigungen veranschlagt werden. Zum anderen müssen natürliche Güter, die privat verfügbar sind (Beispiel Erzvorrat im Boden), im Zeitverlauf einer Preissteigerung unterworfen werden, die für ihre Eigentümer Erträge erbringt, die mindestens der Kapitalverzinsung entspricht (Hotelling-Regel). Wenn diese Bedingung gegeben ist, liegt in der Sicht dieser Theorie eine optimale Nutzung der entsprechenden Ressourcen vor. Beide Problemkreise der Umweltökonomie hängen miteinander zusammen, wenn etwa die externen Schädigungen über einen längeren Zeitraum wirken oder wenn mit dem Abbau der privaten Ressource Schädigungen Dritter verbunden sind. Die Behandlung dieser komplexeren umweltökonomischen Probleme steckt aber noch in den Anfängen.
Ausblick: Während in der Umweltökonomie die Natur als ein (lineares) Gut aufgefaßt wird, weist die moderne Ökologie gerade darauf hin, daß die natürlichen Grundlagen des Wirtschaftens selbst ein Produktions- und Verteilungssystem darstellen, das nach eigenen (nichtlinearen) Gesetzmäßigkeiten funktioniert. Dem entspricht eine grundsätzliche Unsicherheit über die (ökonomischen)Folgen der menschlichen Nutzung dieser Grundlagen. Die Informationsbeschaffung und -verteilung wird also zu einer weiteren bisher kaum thematisierten Problemkomponente der Umweltnutzung. Diese "realen" Schwierigkeiten haben in zweifacher Hinsicht eine Öffnung des umweltökonomischen Horizonts zur Folge.

Autor: KATALYSE Institut

Ökologie

Die Ö. ("Haushaltslehre") wurde von dem Biologen Ernst Haeckel 1866 als Teilgebiet der Biologie eingeführt.

Ö. im weitesten Sinne befasst sich mit Kausal- und Funktionszusammenhängen auf den drei Ebenen der Organismen, der Populationen und der Biozönosen. Ö. ist die Wissenschaft von den Wechselbeziehungen zwischen Organismen und der unbelebten (Klima, Boden und Wasser) und der belebten (z.B. Artgenossen, Feinde) Umwelt (biotische und abiotische Umweltfaktoren). Ö. beschreibt Stoffhaushalte und Energieflüsse, die Leben auf der Erde erst ermöglichen. Die Ö. sollte nicht als Fachdisziplin, sondern als das Gegenteil jeder Spezialisierung angesehen werden, nämlich als Versuch, die Umwelt unter Einbeziehung aller möglichen Kenntnisse aus zahlreichen Wissenschaften zu verstehen. Die Ö. verbindet die gewonnenen Einzeldaten aus den verwandten Wissenschaften zu einem Gesamtverständnis, wodurch problematische Entwicklungen der Zukunft aufgezeigt und Lösungsvorschläge gemacht werden können. Die Autökologie untersucht Umwelteinflüsse auf die Individuen einer Art. Dem-Ö. (Populations-Ö.) betrachtet Beziehungen einer Population zur Umwelt. Die Synökologie beschäftigt sich mit den Wechselbeziehungen zwischen Organismen einer Lebensgemeinschaft (Biozönose) sowie zwischen diesen und der Umwelt.

Lit.: G.Czihak, H.Langer, H.Ziegler: Biologie; Berlin,Heidelberg, New York 1990; Osche: Ökologie, Freiburg, Basel, Wien 1979; D.Heinrich, M.Hergt: dtv-Atlas zur Ökologie, München 1990

Autor: KATALYSE Institut

Öffentlichkeitsarbeit

Öffentlichkeitsarbeit ist das Organisation und das Management von Maßnahmen derInformation und Kommunikation zwischen Organisationen und Öffentlichkeit.

Funktionen sind Information, Kommunikation, Persuasion, Imagegestaltung, kontinuierlicher Vertrauenserwerb, Konfliktmanagement und das Herstellen von gesellschaftlichem Konsens.

Autor: KATALYSE Institut

Öffentlicher Personennahverkehr

Ab 1950 entwickelte sich das Automobil zunehmend zum Massenverkehrsmittel und die Fahrgastzahlen im ÖPNV sanken. Darauf reagierten die Verkehrsunternehmen mit der Bildung von Verkehrsverbünden, die den Grundsatz "eine Fahrkarte, viele Verkehrsmittel" umsetzten und neben dem Tarifverbund auch zunehmend eine abgestimmte Planung vornahmen.
Als erster Verkehrsverbund wurde im Jahre 1965 der HVV (Hamburger Verkehrsverbund) in Hamburg gegründet, der das Stadtgebiet sowie einige Randgemeinden umfasste. Deutschlands größter Verkehrsverbund ist der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr VRR.

Der Ö. hat eine hohe Bedeutung für die Gewährleitung der Mobilität in Ballungsräumen. Während Ö. zunächst überhaupt Verkehr ermöglichte, steht heute die Entlastung der Ballungsräume und der Großstädte von Individualverkehr und von Luft-Schadstoffen im Mittelpunkt.

Ein Blick auf die Struktur des städtischen Verkehrs zeigt, dass diese Sichtweise nicht der Realität entspricht. In den meisten Städten Deutschlands, die noch über ein gut ausgebautes Ö.-Netz verfügen, beträgt der Anteil der Wege die mit dem

KFZ zurückgelegt werden unter 50 Prozent.

Die Durchschnittliche Belegung von KFZs beträgt rund 1,3 Personen (26 Prozent). Würde man den Fahrer abziehen so wäre ein großer Teil der Fahrzeuge überhaupt als unbesetzt zu sehen. Rund 23 von 24 Stunden sind die

KFZ in der Regel überhaupt außer Betrieb (geparkt).

Busse und Straßenbahnen sind meistens um die 20 Stunden im Einsatz, U-Bahnen teilweise noch länger. Dazu kommt noch das Nachtautobusnetz. Die Auslastung liegt während der gesamten Betriebszeit bei rund 30 Prozent.

So verursacht ein gut besetzter Bus pro Fahrgast nur etwa 10 bis 25 Prozent der Treibhausgas-Emissionen eines gut besetzten Autos und nimmt erheblich weniger Straßenraum ein. Gerade der Flächenverbrauch für den ruhenden Verkehr (Parken)ist sehr hoch und wird in der Regel bei vergleichenden Betrachtungen nicht berücksichtigt.

Autor: KATALYSE Institut

OECD

Tensidverordnung

Autor: KATALYSE Institut

Nutzwertanalyse

Die N. ist ein Verfahren zur Alternativbewertung verschiedener Entscheidungen. Sie findet v.a. dann Anwendung, wenn die von einer Entscheidung abhängigen Konsequenzen sich nicht oder nur schwer ökonomisch ausdrücken lassen.

Mit dem Nutzwert wird stattdessen eine dimensionslose Kennzahl ermittelt. Alle Bewertungskriterien werden mittels einer Funktion in einen ungewichteten Teilnutzwert transformiert, mit Gewichtungsfaktoren multipliziert und anschließend aufsummiert. Alle monetär bewertbaren Größen lassen sich ebenfalls in Teilnutzwerte überführen.

Ein Bespiel hierfür ist die Entscheidung für ein bestimmtes Abgasreinigungsverfahren. Jede Alternative reduziert die Emission unterschiedlicher Schadstoffe in verschiedener Menge. Um die günstigste Alternative zu ermitteln, werden alle Schadstoffe entsprechend ihrer Schädlichkeit (z.B. MAK-Wert oder MIK-Wert) bewertet und mit der eingesparten Schadstoffmenge multipliziert. Mit einem Gewichtungsfaktor für die prinzipielle Bewertung der Emission wird der Teilnutzwert gebildet.

Gleiches wird nun auch für andere Beurteilungskriterien wie z.B. Lärm, Wirtschaftlichkeit, Imagegewinn usw. durchgeführt. Die Summe der so gebildeten Teilnutzwerte ist der Nutzwert. Je höher der Nutzwert, desto günstiger, im Sinne der vorgegebenen Gewichtungsfaktoren, arbeitet das Abgasreinigungsverfahren.

Die Schwierigkeit der N. liegt in der Wahl der Transformationsfunktion sowie in der Gewichtung der einzelnen Teilnutzwerte untereinander. Eine Gefahr besteht darin, dass das Ergebnis einfache dimensionslose Werte sind, die dann meist nicht mehr hinterfragt werden, ähnlich einem Warentest.

Vergleiche auch die Stichworte: Produktlinienenanalyse und Ökobilanz.

Autor: KATALYSE Institut

NR-Grenzkurven

Die N. sind häufig verwendete Grenzkurven zur Bestimmung der Lautstärke eines breitbandigen Geräuschs mit stark herausragenden Einzelfrequenzen, wie z.B. Motoren, Ventilatoren etc. als Einwertangabe.

Autor: KATALYSE Institut

Noxe

Noxe sind "Stoffe", die auf den menschlichen Organismus in irgendeiner Form schädigend wirken können.

Bei diesen "Stoffen" handelt es sich um Mikroorganismen oder Teile davon (z.B. Zellwandbruchstücke), ihre Dauer- oder Fortpflanzungsformen (Sporen) oder Stoffwechsel- (z.B. Toxine) und Ausscheidungsprodukte (z.B. Milbenkot).

siehe auch Schädigender Stoff, Giftstoff

Autor: KATALYSE Institut

NLS

siehe Natriumlaurylsulfat

Autor: KATALYSE Institut

Nitrit

Nitrat kann von einigen Bakterien in N.(NO2-) umgewandelt werden. So kann N. im Boden, in Lebensmitteln und im Körper des Menschen entstehen. N.ist an der Bildung der krebserregenden Nitrosamine beteiligt.

N. kann durch chemische Reduktion von Nitrat unter anderem auch in verzinkten Eisenrohren der Hausinstallation entstehen. Nach Trinkwasserverodnung 2003 gelten für Nitrit zwei Grenzwerte:
0,1 mg/l am Wasserwerksausgang
0,5 mg/l am Zapfhahn des Verbrauchers

Chemisch ist die Umwandlung von Nitrat zu Nitrit eine Reduktion, die von der Nitratreduktase, ein in vielen Bakterien und Pilzen vorkommendes Enzym, durchgeführt wird.

siehe auch Nitrat, Nitrosamine

Autor: KATALYSE Institut

Nitrilotriacetat

N. (NTA) ist ein stickstofforganischer Komplexbildner, der vielfältige Anwendung findet, z.B. in der Galvanik und der Fotoindustrie.

Besondere Bedeutung hat N. aber als Phosphatersatzstoff in Wasch- und Reinigungsmitteln. So ist in der Schweiz, wo seit 1986 ein Phosphatverbot in Waschmitteln gilt, ein N.-Zusatz von bis zu 5% erlaubt. In Deutschland war es auf Grund offener Fragen zur Umweltverträglichkeit von N. zu einer freiwilligen Vereinbarung mit der Industrie über die Beschränkung des N.-Einsatzes in Waschmitteln gekommen, die aber praktisch nie ausgeschöpft worden ist. 1989 lag der Gesamtverbrauch bei 2.000 t. Da N. ein potenter Komplexbildner für Schwermetalle ist, wurde Mitte der 80er Jahre ein umfangreiches Forschungsprogramm aufgelegt, das dringende Fragen zur Abbaubarkeit (Abbau), zum Remobilisierungspotential und der Beeinträchtigung der Trinkwasserversorgung abklären sollte (Trinkwasseraufbereitung, Remobilisierung).
Der Abschlussbericht wurde 1991 veröffentlicht, danach wird N.:
1. in mechanisch-biologischen Kläranlagen (Abwasserreinigung) temperaturunabhängig zu ca. 95% abgebaut. In Kleinkläranlagen, die heute noch immerhin knapp 8% der häuslichen Abwässer behandeln, sinkt dagegen die N.-Elimination im Winter stark ab. Unter anaeroben Bedingungen kommt der Abbau offensichtlich auch zum Erliegen.
2. Auswirkungen auf die Mobilität von Schwermetallen werden nur und in relativ geringem Umfang bei der verringerten Abscheidung von Nickel in Kläranlagen und als Remobilisierung von Zink aus Gewässersedimenten festgestellt. Insgesamt wird bei den jetzigen N.-Gehalten in Fließgewässern keine Gefahr höherer Schwermetallgehalte für die Trinkwassergewinnung gesehen.
3. Durch N. wird das Wachstum von Algen und anderen Wasserpflanzen, allerdings nur sehr schwach, begünstigt (Eutrophierung).
4. Eine vollständige Entfernung von N. aus dem Trinkwasser ist nur unter bestimmten Bedingungen durch Ozonierung möglich, die Adsorption an Aktivkohle ist kaum wirksam.
5. Im Mündungsbereich der Flüsse wird N. mit zunehmendem Salzgehalt und sinkender Temperatur immer schlechter abgebaut.
Zusammenfassend wird geschlossen, dass N. unter Süßwasserbedingungen eine biologisch gut abbaubare Substanz ist, deren begrenzter Einsatz tolerierbar und zum Ersatz stärker umweltbelastender Stoffe geeignet ist.
Das Bundesgesundheitsamt hat aus trinkwasser- und gewässerhygienischen Gründen im Falle des N. einen Leitwert von 20 mycrog/l für Fließgewässer vorgeschlagen. Es wird erwartet, dass unter den gegebenen Umständen N. im Trinkwasser 3 mycrog/l i.d.R. nicht überschreitet.
Die aktuellen N.-Konzentrationen in deutschen Flüssen liegen um 10 mycrog/l und darunter, es treten aber auch Spitzen deutlich über dem BGA-Leitwert auf.
Die aquatische Toxizität von N. ist mäßig und liegt bei Fischen und Daphnien im Bereich 80-1.000mg/l (LC50- bzw. EC50-Werte) und ist abhängig von der Wasserhärte.
Eine noch wesentlich größere Umweltrelevanz als N. besitzt EDTA.

Autor: KATALYSE Institut

NIK-Werte

NIK-Werte sind die niedrigsten (toxikologisch) interessierenden Konzentrationen (im Englischen: LCI = Lowest Concentration of Interest) für Innenräume im privaten und öffentlichen Bereich; sie beziehen sich nicht auf Arbeitsplatzbelastungen.

Bei der Herleitung von NIK-Werten orientiert sich der Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten (AgBB) - erweitert um Fachleute der Herstellerseite - nach Vorschlag einer internationalen Expertengruppe an MAK-Werten. Dabei werden die Unterschiede zwischen Innenräumen (Wohnungen, Kindergärten, Schulen) und Arbeitsplätzen berücksichtigt, wie etwa:

• Dauerexposition gegenüber einer wechselnden und regelmäßig unterbrochenen Arbeitsplatzbelastung.

• Existenz von Risikogruppen, die am Arbeitsplatz entweder gar nicht vorkommen (Kinder, alte Menschen) oder arbeitsmedizinisch besonders geschützt werden (Schwangere, Allergiker),

• fehlende messtechnische und medizinische Überwachung, prinzipiell undefinierte Gesamtexposition in Innenräumen.

NIK-Werte können nur als Rechenwerte zur Bewertung und Zulassung von Bauprodukten dienen. Sie sind nicht als Grenzwerte für Innenräume geeignet. Da Bauprodukte in Innenräumen viele Stoffe an die Innenluft abgeben, sind NIK-Werte zur Abwehr von Gesundheitsgefahren durch VOC/SVOC-Gemische ein geeignetes Instrument.

Für alle einzelnen Stoffe wird der aktuelle Stand toxikologischen Begründungen herangezogen, um möglichst viele Stoffe beurteilbar zu machen. Stoffe, die nicht bewertet werden können, sind einer strengen Summenbegrenzung unterworfen.

Um die unterschiedlichen Expositionsbedingungen und Empfindlichkeiten in der Bevölkerung im Vergleich zur Arbeitsplatzbelastung zu berücksichtigen, wird der jeweilige MAK-Wert durch 100 geteilt (Ausnahme z.B. Reizgase). Bei möglicherweise kanzerogenen Stoffen der EU-Kategorie 3 (nach EU-Richtlinie 67/548/EWG) wird in der Regel durch 1000 dividiert.

Beispiele: So liegt beispielsweise der
TRGS für Toluol bei 190.000, woraus sich ein NIK-Wert von 1.900 ergibt. Naphhalin hingegen als krebserregender Stoff der Kategoriue 3 besitzt einen
TRGS 50.000, worasu sich ein NIK-Wert von 50 ergibt. Für 2-Butanonoxin existiert kein
TRGS, folglich greift hier die Einzelstoffbewertung mit einem NIK-Wert von 20.

Reproduktionstoxische und mutagene Stoffe werden einer Einzelstoffbetrachtung unterzogen. Substanzen mit erwiesenen kanzerogenen Eigenschaften der EU- Kategorie 1 und 2 (nach EU-Richtlinie 67/548/EWG) werden gesondert geprüft.

Die NIK-Werte werden in einer Liste (NIK-Werte-Liste) veröffentlicht. Um die Ableitung von NIK-Werten transparent zu gestalten, weist die NIK-Werte-Liste mindestens folgende Angaben auf:

  • Substanzname(n)
  • CAS-Nummer
  • NIK-Wert
  • Der zugrunde gelegte Wert mit Quelle und stoffbezogenen Einstufungen
  • Bemerkungen, diezusätzliche Hinweise zum Stoff oder zur Ableitung geben

Hier finden Sie die NIK-Wert-Liste vom Stand September 2005 als PDF-Dokument.

Literatur:

TRGS 900: Technische Regeln für Gefahrstoffe: Grenzwerte in der Luft am Arbeitsplatz, „Luftgrenzwerte“, Bundesarbeitsblatt Ausgabe Oktober 2000, zuletzt geändert BArbBl. Heft 5/2004.

Autor: KATALYSE Institut

Neutron

Elektrisch neutrales Elementarteilchen, dessen Masse mit der eines Protons nahezu übereinstimmt.

N. bilden zusammen mit den Protonen den Atomkern, der zusammen mit den Elektronen das Atom darstellt. N. haben eine entscheidende Bedeutung bei der Umwandlung und Spaltung von Atomkernen (Kernreaktor, Kernspaltung, Neutronenstrahlung).

Autor: KATALYSE Institut

Neutralseife

Name eines Handelsproduktes und kein chemischer Begriff.
Tatsächlich ist die Bezeichnung N. in sich widersprüchlich. Echte Seifen sind nämlich mehr oder weniger stark alkalisch und nicht neutral (pH-Wert = 7). Tatsächlich enthält der bereits seit Jahrzehnten als N. vermarktete Allzweckreiniger hauptsächlich petrochemische anionische Tenside (Alkansulfonate). Da in der BRD der Begriff Seife rechtlich nicht geschützt ist, versuchen viele Hersteller mit Bezeichnungen wie N., grüne Seife o.ä. vom guten Ruf, den die echte Seife bei vielen Konsumenten besitzt, zu profitieren, ohne daß in diesen pastösen bis flüssigen Allzweckreinigern auch nur eine Spur von Seife enthalten zu sein braucht.

Autor: KATALYSE Institut

Netzwerk

Der Begriff Netzwerk bezeichnet soziale Beziehungsgeflechte zwischen Menschen, oder Organisationen/Institutionen. Der Begriff Netzwerk wird auch für einen Verbund von Computern benutzt.

Der Begriff Netzwerk bezeichnet soziale Beziehungsgeflechte zwischen Menschen, oder Organisationen/Institutionen. Menschen sind beispielsweise durch Beziehungen in der Familie und Verwandtschaft, aber auch mit der Nachbarschaft und in der Arbeitswelt vernetzt. Im Zusammenhang sozialem Netzwerk gibt es weitere Begriffe wie zum Beispiel Netzwerkansatz, Netzwerkarbeit, Netzwerkförderung oder Netzwerkanalyse.

Der Begriff Netzwerk wird auch für einen Verbund von Computern benutzt, die über verschiedene Leitungen verbunden sind und sich gemeinsame Ressourcen wie Daten und Peripheriegeräten teilen. Im Netzwerk ist meist ein spezieller Rechner (Server) für die Datenverwaltung zuständig, auf den alle Arbeitsstationen (Clients) zugreifen, und die über Netzwerkprotokolle miteinander Daten austauschen können. Hierfür ist ein geeignetes Betriebssystem nötig.

Weiterhin unterscheidet man LANs, die meist innerhalb eines Hauses oder Organisation eingesetzt werden, sowie WANs, die beispielsweise Niederlassungen in verschiedenen Städten und Ländern verbinden. Das weltweit verbreitete Internet ist heutzutage das wichtigste Netzwerk.

Autor: KATALYSE Institut

Nervenkampfstoffe

Bei systematischen Untersuchungen in den 30er Jahren hatten Forscher entdeckt, dass organische Ester der Phosphorsäure eine schädlingsbekämpfende (insektizide) Wirkung besitzen.

Hierbei fand man, dass einige dieser Substanzen auch für Säugetiere eine hohe Giftigkeit aufwiesen. Daher lässt sich die hohe strukturelle Ähnlichkeit zwischen den Pflanzenschutzmitteln Parathion (E605) und Malathion einerseits und den N. Tabun, Sarin, Soman und VX andererseits erklären. In normalen Produktionsanlagen für Pflanzenschutzmittel lassen sich durch kleine Veränderungen und Verwendung anderer Ausgangssubstanzen relativ leicht N. herstellen.

Die Aufnahme von N. erfolgt über Haut, Atmungsorgane und Augen. Ein Schutz ist nur durch Ganzkörperschutzanzüge möglich, und daher unter Kampfbedingungen oder für die Zivilbevölkerung nahezu nicht möglich. Ihre Wirkung beruht auf einem Eingriff in die normale Reizübertragung in den Nervenbahnen. Normalerweise wird ein Reiz zwischen zwei Nervenzellen durch den Neurotransmitter Acetylcholin übertragen, der schnell über den Zellzwischenraum auf die Rezeptoren gelangt und dort wieder einen Reiz auslöst. Anschließend wird die Substanz von einem Enzym wieder entfernt und steht für eine neue Reizübertragung zur Verfügung. Die N. ähneln nun dem Acetylcholin von der Struktur her so stark, daß sie die aktiven, eigentlich für den Neurotransmitter vorgesehenen Stellen am Enzym belegen. Als Folge ergibt sich eine Dauerreizung des Nervensystems, die zu Schweißausbrüchen, Erbrechen, Krämpfen und schließlich zu Atemlähmung und Kreislaufkollaps führt, da der angelagerte N. nicht oder nur sehr langsam von den Rezeptoren abgelöst werden kann.
Die Behandlung einer Vergiftung mit N. ist sehr schwierig, da sie abhängig von Zeitpunkt und Stärke der Vergiftung erfolgen muß. Das wichtigste Gegenmittel ist der Antagonist Atropin, ein Stoff, der sich auf noch freie Rezeptoren setzt, selbst keinen Reiz auslöst und so eine stärkere Reizung des Nervensystems verhindert; die Wirkung von Atropin hängt jedoch sehr stark vom eingesetzten N. ab, beim äußerst giftigen VX zeigt es kaum noch Erfolg. Auch muß nach der Gabe von Atropin schleunigst dafür Sorge getragen werden, daß das vom N. blockierte Enzym wieder reaktiviert wird, doch setzt die Dosierung des dazu nötigen Medikaments, des sog. Antidots (z.B. H-Oxim, Toxogonin) Bedingungen voraus, die unter den Bedingungen eines Krieges nicht gewährleistet werden können.
Die intensiv betriebene Suche nach noch effektiveren Antagonisten und Antidoten wird wahrscheinlich nicht zu einer Entschärfung der N. sondern, eher zu einem neuen Rüstungswettlauf mit der Entwicklung einer neuen Generation chemischer Kampfstoffe führen, gegen die die heutigen Gegenmittel wirkungslos sind.

  • Hautkampfstoffe

Lit.: I.Stark: Insektizide und Nervengase, in: Chemie in unserer Zeit, 1984, S.96; D.Wöhrle, D.Meissner: Die zunehmende Verbreitung eines Massenvernichtungsmittels, in: Nachrichten aus Chemie, Technik und Laboratorium, 1989

 

Autor: KATALYSE Institut

NAX

siehe hier Natur-Aktien-Index

Autor: KATALYSE Institut

Naturkosmetik

Nicht klar definierte Bezeichnung für einen Kosmetikansatz (Kosmetika), in dem v.a. möglichst aus ökologischem Landbau stammende, weitestgehend naturbelassene Inhaltsstoffe sowie keine Konservierungsstoffe oder Rohstoffe von getöteten Tieren eingesetzt werden.

In der Praxis werden diese Kriterien in unterschiedlichem Ausmaß verwirklicht. Während die Rechtsprechung aus Gründen des Verbraucherschutzes bei N. eine 100%ige Zusammensetzung aus Naturstoffen fordert, bieten fast alle N.-Hersteller kosmetische Seifen, Shampoos etc. an, deren wesentliche Wirkstoffe, die Tenside, zwar natürlicher Herkunft sind, aber letztlich durch chemische Synthese gewonnen werden. Konsequente N.-Anbieter fühlen sich allerdings den Prinzipien der sanften Chemie verbunden und halten die Verarbeitungsintensität ihrer Rohstoffe so niedrig wie möglich.

Autor: KATALYSE Institut