Lackierereien

L. geben vor allem lösemittelhaltige Dämpfe und Geruchsstoffe an die Umwelt ab.

Die Emissionen an Lösemitteln aus dem Bereich Lacke betrugen 1990 330.000 t bei einem Verbrauch von zur Zeit etwa 540.000 t. Hieran ist der Handwerker- und Heimwerkerbereich mit 100.000 t beteiligt, so daß auf den industriellen Bereich Emissionen von ca. 230.000 t entfallen.

Nach der TA Luft von 1986 wird gefordert: Die Möglichkeiten des Einsatzes lösemittelarmer Lacke und Abluftreinigungsanlagen sollen ausgeschöpft werden. Für L. in der Automobilindustrie gelten andere Vorschriften.

Siehe auch: Umwelt

Autor: KATALYSE Institut

Kokerei

In K. wird zumeist Steinkohle unter Luftabschluß erhitzt.

Dabei entstehen Koks, Koksgas und Teer. Der kohlenstoffreichere Koks wird in der BRD heute hauptsächlich zur Eisenerzeugung benutzt. Koksgas besteht aus Wasserstoff, Methan und Kohlenmonoxid und ist ein wichtiger Industriebrennstoff; Teer ist eine Mischung aus schwerflüchtigen Kohlenwasserstoffen.

In der BRD werden jährlich ca. 20 Mio t Koks hergestellt,der größte Teil davon im Ruhrgebiet. Dort sind K. neben dem Autoverkehr die wichtigsten Emissionsquellen für Kohlenwasserstoffe, die z.T. (polycyclische Aromaten, Benzol) krebserregend (Krebs) sind.

In neueren K. können die Emissionen u.a. durch bessere Abdichtung der Koksöfen und durch Entstaubungseinrichtungen (Rauchgasentstaubungsanlagen) vermindert werden.
Beim Kühlen des Kokses fallen große Mengen bisher nicht genutzter Abwärme an, insgesamt ca. 9 Mio MWh/Jahr.

Ihre Nutzung mit Hilfe der sog. Kokstrockenkühlung z.B., zur Stromerzeugung oder als Fernwärme, ist für den Betreiber nur sinnvoll bei kostendeckender Einspeisung ins öffentliche Netz, wogegen sich die Stromerzeuger wehren.

Siehe auch: Steinkohle, Steinkohlenteer, Teeröl, Raffinerie

Autor: KATALYSE Institut

Kohlendioxid-Problem

Das Kohlendioxid-Problem besteht darin, dass das unschädliche und sogar für das irdische Leben notwendige Kohlendioxid (CO2) Hauptverursacher des zusätzlichen Treibhauseffekts ist, der das Weltklima zu verändern droht (Klima, Treibhauseffekt).

Seit Beginn der Industrialisierung steigt der CO2-Pegel in der Troposphäre (Atmosphäre) stetig an. Der Mensch hat innerhalb von nur ca. 200 Jahren den CO2-Gehalt der Atmosphäre stärker verändert, als die Natur innerhalb von 1 Mio. Jahren. Bei Fortsetzung des derzeitigen Trends werden extreme Klimaveränderungen erwartet.

Ursache ist vor allem die Verbrennung fossiler Brennstoffe (Kohle, Erdöl, Erdgas) sowie die Vernichtung des der tropischen Regenwälder. CO2 ist das massgebliche Endprodukt jeder Verbrennung, das nicht aus Abgasen herausgefiltert werden kann. Solange der Weltprimärenergiebedarf zu über 90% aus fossilen Energieträgern gespeist wird, sind Energieverbrauch und Kohlendioxid-Problem eng gekoppelt (Energie). Die weltweiten CO2-Emissionen aus dem Energiebereich betragen ca. 22 Mrd. t/Jahr, wovon 56% aus den westlichen Industrienationen bzw. 5,3% aus Deutschland stammen. Pro Kopf liegen die CO2-Emissionen in den USA bei 20 t/Jahr, in Deutschland bei 14 t/Jahr und in den meisten Entwicklungsländern bei 0,5-3 t/Jahr.

Auf verschiedenen internationalen Konferenzen wurden Resolutionen zur Reduzierung des Kohlendioxid-Problems verabschiedet. So in Toronto 1988, wonach der weltweite CO2-Ausstoss bis 2005 um 25% und bis 2050 um 50% reduziert werden soll. Die Bundesregierung beschloss am 13.6.1990 eine Reduzierung der CO2-Emissionen von 25% bis 2005. Es ist allerdings schon jetzt abzusehen, dass die weltweite CO2-Emission eher weiter ansteigen wird und selbst Deutschland mit der bisherigen Politik höchstens eine Minderung von 5-10% erreicht werden kann. Obwohl die bisherigen Massnahmen nach Ansicht von Wissenschaftlern in keiner Weise ausreichen, um das Klima zu stabilisieren, scheitern globale CO2-Reduktions-Szenarien bislang vor allem an nationalen Egoismen.

Massnahmen zur Lösung des Kohlendioxid-Problems sind: Rationelle Energienutzung und Energiesparmassnahmen, vor allem verbesserte Wärmedämmung (Niedrigenergiehaus), Einsatz regenerativer Energiequellen und neue Verkehrskonzepte (Schienenverkehr, Öffentlicher Personennahverkehr, Kombinierter Verkehr). Den Einsatz von CO2-freier Kernenergie anstelle von fossilen Energieträgern ist sehr umstritten, da hier der Treibhauseefakt gegen das nukleare Risiko eingetauscht wird (Kernkraftwerk, GAU, Brennstoffkreislauf, Atommüll).

Um CO2-Reduzierungen politisch-wirtschaftlich zu unterstützen, werden seit Jahren Massnahmen wie Energiesteuer, CO2-Steuer (Ökosteuern) und CO2-Abgaben (Umweltabgaben) diskutiert. Bisher konnte sich jedoch kein Land zu einer wirklichen Umsetzung entschliessen, um die nationale Konkurrenzfähigkeit nicht zu gefährden. Erste Umsetzungen in Teilbereichen finden sich in Finnland, den Niederlanden, Schweden und der Schweiz.

Wie kurzsichtig der Konkurrenz-Aspekt ist, zeigen zum Beispiel erste Berechnungen über die Folgekosten eines fortschreitenden Treibhauseffekts) (Deichbau).
Als weitere Massnahmen zur Entschärfung des Kohlendioxid-Problems werden Aufforstungsprogramme diskutiert, die die pflanzlich gebundene Kohlenstoffmenge (Biomasse) erhöhen sollen.

Siehe auch: Kohlendioxid, Klima, Treibhauseffekt

Autor: KATALYSE Institut

Ketone

K. sind eine vom Aceton abgeleitete Gruppe chemischer (Lösemittel-)Verbindungen sehr unterschiedlicher Art.

Die Endung bei der chemischen Namensgebung für K. lautet "-on" (z.B. Aceton, Cyclohexanon). K. sind i.a. weniger giftig als chlorierte Kohlenwasserstoffe. Wie alle Lösemittel führen aber auch K. bei Langzeiteinwirkung zu Nervenschäden. K. werden als Lösemittel in Lacken, Naturharzen, Anstrichfarben und Druckfarben eingesetzt. Desweiteren finden K. Anwendung als Ausgangsstoff für Synthesen von Farb- und Riechstoffen, Pflanzenschutzmitteln und Kunststoffen. Cyclohexanon ist ein wichtiger Ausgangsstoff für die Herstellung von Polyamid.

Ketone und Ihre MAK-Werte:

  • Aceton (2-Propanon)
    Der MAK-Wert für Aceton beträgt: 1200 mg/ m3 = 500 ppm.
  • 2-Butanon (Methylethylketon, MEK)
    MAK-Wert: 590 mg/ m3 = 200 ppm
  • Methypropylketon (2-Pentanon)
    MAK-Wert: 700 mg/ m3 = 200 ppm
  • Diethylketon (3-Pentanon)
    MAK-Wert: 700 mg/ m3
  • Methylisopropylketon (MIPK, 3-Methyl-2-butanon, Isopentanon)
    MAK-Wert: 705 mg/ m3
  • Methyl-Isobutylketon (MIBK, 4-Methyl-2-pentanon, Hexon, Isopropylaceton)
    MAK-Wert: 400 mg/ m3 = 100 ppm
  • Cyclohexanon
    MAK-Wert: 80 mg/ m3 = 20 ppm
  • Methyl-Cyclohexanone (2-, 3- und 4- Methyl-yclohexanon)
    MAK-Wert: 230 mg/ m3 = 50 ppm

Autor: KATALYSE Institut

IUCLID

IUCLID ist eine Datenbank des Europäischen Chemikalienbüros (ECB) mit Angaben u. a. zu Produktionshöhe, chemisch-physikalischen Eigenschaften, Toxikologie und Ökotoxikologie solcher Altstoffe, die in der EU in Mengen >1000 t pro Jahr produziert werden. Die Abkürzung steht für International Uniform Chemical Information Database.

Diese Datenbankanwendung wird den Unternehmen der chemischen Industrie und den Regierungsbehörden kostenlos zur Verfügung gestellt, so dass die von der REACh-Verordnung betroffenen Unternehmen ihrer Meldeverpflichtung nachkommen und die Daten der Agentur übermitteln können.

Quellen:
REACH-Verordnung: Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Dezember 2006 http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/site/de/oj/2006/l_396/l_39620061230de00010851.pdf
RIPs: http://ecb.jrc.it/reach/rip/
http://www.xfaweb.baden-wuerttemberg.de
http://www.gisbau.de
BRANDHOFER, P; HEITMANN, K.: REACH – Die neue Herausforderung für Ihr Unternehmen! 2007
AU, M.; RÜHL, R.: REACH-Verordnung. 2007

Autor: KATALYSE Institut

Ionenaustauscher

I. sind feste Substanzen, an die bestimmte Ionen gebunden sind.

In einer Lösung enthaltene Ionen können dann gegen eine entsprechende Menge der am I. gebundenen Ionen ausgetauscht werden. Grundgerüst des I. ist ein hochpolymerer Stoff. Starke Verbreitung finden I. in der Elektroindustrie, in der Lebensmittelindustrie und im Haushalt zur Wasserenthärtung (Wasserhärte, Waschmaschine).

Jede Spülmaschine enthält einen I., der zur Enthärtung die Calcium- und Magnesiumionen des kalkhaltigen Wassers gegen die im I. gebundenen Natriumionen austauscht. Bei Verwendung zu Trinkwasserzwecken ist starkes Keimwachstum auf den I. sowie die Abgabe geringer Mengen gesundheitsbedenklicher Stoffe problematisch. Zudem werden die Gewässer durch die Regeneration mit Kochsalz stark belastet.

Anlagen in der Industrie müssen mit großen Mengen Salzsäure und Natronlauge regeneriert werden. Trinkwasser darf nicht unter 1,5 mmol/l (8,4 Grad d; Wasserhärte) enthärtet werden und für Natrium muß ein Grenzwert von 150 mg/l eingehalten werden.

Siehe auch: Ionen, Kochsalz, Natronlauge

Autor: KATALYSE Institut

Hydrolyse

Allgemeine Bezeichnung für die Umsetzung einer chemischen Verbindung mit Wasser.

Verfahren zum Kunststoffrecycling. Mit Hilfe der H. lassen sich Kunststoffe wie z.B. Polyurethane aufspalten; nach Zerkleinerung und Erhitzen auf 300 Grad C werden die Kunststoffe unter Zugabe von Wasserdampf zerlegt. Das Verfahren ist allerdings für die meisten Kunststoffsorten (Polyolefine, PVC) ungeeignet. Gewonnene Substanzen sind derzeit nur für minderwertige Produkte einsetzbar.

Siehe auch: Wasser, Recycling

Autor: KATALYSE Institut

Human Genome Projekt

Mit dem H. wurde die gesamte DNA-Sequenz der Menschen entschlüsselt, ähnlich wie zuvor die DNA-Sequenz von Fadenwürmern und Hefen entschlüsselt wurde. Die DNA-Moleküle sind die verdrehten, doppelsträngigen Sequenzen von vier Basen, aus denen jeder der 46 Chromosomen zusammengesetzt ist, die im Kern jeder menschlichen Körperzelle enthalten sind.

Das menschliche Genom besteht aus etwa drei Milliarden Paaren von Basen. Das H. wäre nicht durchführbar gewesen ohne die Fortschritte der Computertechnologie, die es ermöglichte, die Milliarden Basen aufzuzeichnen, zu katalogisieren, zu suchen und zu analysieren. Die Zusammenarbeit zwischen Biologie und Informationstechnologie hat zur Entstehung eines neuen Wissenschaftsgebietes geführt, das sich Bioinformatik nennt. Damit ließen sich die Gensequenzen weitgehend automatisch ermitteln.

Das H. wurde von der US-amerikanischen und anderen Regierungen finanziert und vorzeitig im Juni 2000 abgeschlossen. Dies war vor allem auf die Konkurrenz zwischen den von den Regierungen geförderten H. und ähnlichen Bemühungen des amerikanischen biotechnologischen Privatunternehmens Celera Genomics zurückzuführen. Am Ende wurde das humane Genom zweimal sequenziert.

Die größte Überraschung war, dass die bisherige Annahme der Wissenschaftler, dass Menschen mehr als 100.000 Gene in ihren Zellen brauchen, um alle biologischen Aufgaben erfüllen zu können, widerlegt wurde. Nach der Offenlegung des Genoms wird gerade mal von etwas mehr als 30.000 menschlichen Genen ausgegangen.

Zu 99 Prozent haben Genom-Forscher aus sechs Ländern das Erbgut des Menschen entziffert. Die Endversion der Abfolge aller drei Mrd. DNA-Bausteine im menschlichen Erbgut ist das Resultat von 15 Jahren Arbeit und das Ergebnis wurde am 15. April 2003 in Washington präsentiert

Die Befürworter des H. erhoffen sich bahnbrechende Informationen über eine Vielzahl von Krankheiten wie Krebs oder Diabetes. Kritiker befürchten den genetisch "gläsernen" Menschen, der entsprechend seiner genetischen Anlagen für bestimmte Krankheiten oder psychische Defekte "sortiert", nur in bestimmten Berufen eingesetzt oder genetisch behandelt wird.

Autor: KATALYSE Institut

Glashütten

In G. werden als Luftschadstoffe Schwefeldioxid (aus dem Schwefelgehalt des Brennstoffs sowie dem Gehalt des Rohstoffs an Natriumsulfat), Stickoxide (aufgrund der hohen Temperaturen der Luft in den Schmelzwannen), Fluoride (je nach Glassorte und Rohstoff, Fluor), Chloride (je nach Chloridgehalt des Rohstoffs, Chlor) sowie Stäube ausgestoßen. Der ausgestoßene Staub enthält bei Sondergläsern erhebliche Anteile an Schwermetallen (Blei).

In mehreren Projekten im Rahmen des Altanlagensanierungsprogramms der Bundesregierung wurden die Emissionen von G. durch folgende Maßnahmen deutlich gesenkt:

  • Schwefeldioxid: Umstellung von fossil auf elektrisch beheizte Glaswannen;
  • Stickoxide: Umstellung der Feuerungsanlage von Luft- auf Sauerstoffbetrieb;
  • Staub: Durch wirksame Entstaubung konnten Reingasstaubgehalte von unter 20 mg/m3 Abgas erreicht werden;
  • Fluoride: Die Fluoridgehalte der Abgase konnten gleichzeitig durch Verwendung fluoridarmer Rohstoffe unter 5 mg/m3 gehalten werden. Dieser Stand der Technik von 5 mg/m3 wurde in die TA Luft 1986 übernommen.

Siehe auch: Glas, Schwefeldioxid, Stickoxide, Fluoride, Staub, Stickoxide

Autor: KATALYSE Institut

Giesserei

G. stoßen Geruchsstoffe (Olfaktometrie) und Stäube aus. Für die Geruchsemissionen aus der Kernmacherei haben sich Biofilter zur Reinigung bewährt.

Die TA Luft 1986 begrenzt die Emissionen organischer Stoffe aus der Kernmacherei (in der die Gußformen hergestellt werden), insbesondere die geruchsintensiven Amine auf 10 mg/m3, sowie Emissionen an organischen Stoffe aus der G. auf 50 mg/m3 Abluft (als Gesamtkohlenstoff).

Die Staubemissionen werden für Anlagen zum Erschmelzen von Stahl oder Gußeisen auf 20 bzw 50 mg/m3 (je nach Art der Öfen), für Nichteisenmetall-G. auf 20 mg/m3 begrenzt (10 in Bleihütten).

Siehe auch: Olfaktometrie, Stäube, Biofilter

Autor: KATALYSE Institut

Gerberei

Siehe Textilindustrie.

Autor: KATALYSE Institut

Galvanisieren

Im engeren Sinn wird unter G. die elektrochemische Oberflächenbehandlung von Metallen verstanden.

Die Galvanik (Metallindustrie), d.h. das elektrolytische Abscheiden von metallischen dünnen Schichten, wird zum Zweck der Veredlung von Oberflächen sowie zum Schutz vor Korrosion (Korrosionsschutz) angewandt. Kritisch sind die in den beim G. verwendeten Bädern anfallenden Metall-, Salz-, und Säurerückstände. Aus den Rückständen können in vielen Fällen Wertstoffe zurückgewonnen werden.

Siehe auch: Metallindustrie, Korrosion, Abwasser, Abwasserabgabengesetz

Autor: KATALYSE Institut

MRK

siehe Stichwort: Maximale Raumluftkonzentration

Autor: KATALYSE Institut

Mottenschutzmittel

Bekannte M. sind "Eulan" (Bayer) auf Basis chlorierter Sulfonamidderivate von Diphenylether, das Mottenlarven durch Lähmung des Verdauungstraktes tötet,

"Eulan SP" auf Basis synthetischer Pyrethroide und "Mitin" (Ciba Geigy) auf Basis von Harnstoffderivaten.

Autor: KATALYSE Institut

Mörtel

M. setzt sich ähnlich wie Beton aus Bindemitteln (früher Kalk, heute meist Zement), Zuschlägen (bes. Sand, bei Leicht-M. auch Perlite, Bims und Blähton), Wasser und eventl. Zusätzen zusammen.

M. dient dem Vermauern und Verlegen von Steinen und Fliesen. Er stellt eine mineralische Bindung oder Brücke zwischen den Bauteilen her. Einteilung in M.-Gruppen (MG) I bis III, die auf die Endfestigkeit des M. verweisen. Die Aushärtezeit des M. ist u.a. abhängig von seiner Zusammensetzung und der Baudicke. Es sind drei M.-Arten zu unterscheiden:
1. Maurer-M., bei dem auf das richtige Mischungsverhältnis geachtet werden muss;
2.Fertig-M., der jedoch bis zu 10% des Trockengewichts chemische Zusätze enthalten kann;
3. Sonder-M., insb. Klebe-M., der mehr als 10% chemische Zusätze enthält.
Je nach Wärmeleitfähigkeit unterscheidet man auch Normal-M., Leicht-M. und Dünnbett-M.. Besonders wegen des Bindemittels Zement mit dem Gehalt an Chromaten, kann es beim Kontakt mit M. zu Allergien und Ausschlägen kommen. Heute werden zur Verbindung von Mauersteinen (z.B. Porenbetonstein) auch Klebe-M. (s. Klebstoffe) eingesetzt.

Autor: KATALYSE Institut

Montageschaum

M. wird auf der Baustelle als Montagehilfe eingesetzt.

Er besteht aus reinem Polyurethan, Zusätzen und Härtern, als Treibmittel wird FCKW 22 und 142b eingesetzt. Der M. wird für Dämm- und Dichtungszwecke über eine Misch-Spritzpistole in Hohlräume oder Ritzen gespritzt sowie zur Montage von Fertigbauteilen eingesetzt. Er schäumt sofort auf und härtet innerhalb von Sekunden aus.
M. ist zwar feuchtigkeitsbeständig, unverrottbar und temperaturbeständig, bei der Verarbeitung muß jedoch mit akuten gesundheitlichen Risiken durch den Inhaltsstoff Polyurethan gerechnet werden. Im Brandfall bilden sich giftige Diisocyante und Blausäure. Hinzu kommt der Einsatz von FCKW 12 und 142b und der hohe Energieaufwand bei der Herstellung.
Der Einsatz sollte auf das Nötigste beschränkt bleiben. Konstruktive Lösungen der Montagetechnik sind wegen ihrer Unbedenklichkeit und Dauerhaftigkeit vorzuziehen, auch wenn der Trend heute zu zeitsparenden Montagesystemen geht.

siehe auch: Baustoffklasse (Brandschutz), Wärmeleitfähigkeit und Wärmespeicherzahl: k-Wert

Autor: KATALYSE Institut

Möbel

Seit der Industrialisierung (auch der Handwerksbetriebe - dort Verwendung von Industrieprodukten) wird die M.-Herstellung fast ausschließlich mit Kunststoffprodukten betrieben.

Soweit überhaupt noch Holzarten zum Einsatz kommen, sind diese durch gesundheitsgefährdende Zusätze (Spanplatten) oder Oberflächen (Lacke sind aus Filmbildnern, Farbstoffen bzw. Pigmente, Lösemitteln sowie Hilfsstoffen zusammengesetzt.Lacke und Anstrichfarben) bedenklich. Vielfach werden heute auch M. aus Metall (Messing/Eisen) angeboten.
Nach der Gefahrstoffverordnung von 1986 dürfen Holzwerkstoffe wie Spanplatten, Tischlerplatten, Furnierplatten und Faserplatten, die ab 1989 hergestellt wurden, nur noch in E1-Qualität verkauft werden. Emissionsklassen bei Spanplatten: E1 - maximal 0,1 ppm, E2 - maximal 1 ppm Formaldehyd-Innenraumluftkonzentration.

Jedoch können auch aus der Summe geringemittierender M.-Teile nicht akzeptable Belastungen der Innenraumluft entstehen.
Für fertige M. kann der blaue Engel (Umweltzeichen) vergeben werden, wenn mit speziellen Platten oder mit beschichteten E1-Platten eine Prüfraumkonzentration von 0,05 ppm Formaldehyd erreicht wird. Wegen der entstehenden giftigen Gase gehen im Brandfall von vielen M. sogar tödliche Gefahren aus (PVC). Beim M.-Kauf oder bei der Selbstherstellung sollte auf folgendes geachtet werden:

  • Massives Vollholz oder emissionsklassenfreies (max. aber E1) Schicht- oder Verbundholz verwenden;
  • Oberflächenversiegelung durch diffusionsdichte Lacke vermeiden;
  • Polster, Untermaterial und Dekoration nicht in Kunststoff ausführen, z.B. statt Schaumstoff besser Federkern verwenden.

siehe auch: Polyacryl, Spanplatte

Autor: KATALYSE Institut

Mitteldichte Faserplatte

Die M. (MDF-Platten) können im Prinzip wie Spanplatten eingesetzt werden, bestehen aber im Gegensatz zu Holzspanplatten aus sorgfältig entrindetem Holz, das zu gleichmäßigen, sehr feinen Fasern gemahlen wird.

Als Holzart wird nur Tannen-/Fichtenholz verwendet. Die speziellen Fasern werden mit synthetischen Bindemitteln gemischt und im Trockenverfahren unter Druck und Hitze zu homogenen Platten verpreßt.
Die M. enthalten unter den Faserplatten den höchsten Bindemittelanteil und können daher gegebenfalls auch am meisten Formaldehyd abgeben. Sie entsprechen im Normalfall der E1-Klassifikation und sind daher wie entsprechende Spanplatten zu bewerten (Spanplatten).
Die M. werden wegen ihrer homogeneren Struktur, einfacheren Verarbeitbarkeit und Möglichkeit zur besseren, direkten farblichen Oberflächengestaltung in zunehmendem Maße im Möbelbau eingesetzt. Die steigende Nachfrage kann nicht durch die inländische Produktion gedeckt werden, so daß häufig auch Importprodukte eingesetzt werden, die möglicherweise höhere Formaldehydmengen freisetzten.

siehe auch: Holzfaserplatten, Holzindustrie

Autor: KATALYSE Institut

Mineralwolle

Beim Einsatz von Mineralwolle, künstlichen Mineralfaser wie Steinwolle und
Glaswolle, werden gesundheitsgefährdende Wirkungen vermutet. Ein Beweis konnte bislang zwar nur mit Tierversuchen erbracht werden, aus Vorsorgegründen muß man jedoch auch mit einem Risiko für den Menschen rechnen. Aufgrund der Tierexperimente an Ratten scheinen Steinfasern ungünstigere Wirkungen als Glaswollefasern zu verursachen.

Eine Gesundheitsgefährdung wird bei Mineralfasern vermutet, die kürzer als 5 µm und dünner als 2 µm sind sowie ein Verhältnis von Länge zu Durchmesser größer als 5:1 aufweisen. In der MAK-Wert-Liste wird Mineralwolle nach Abschnitt III Gruppe A2 (Im Tierversuch nachgewiesenermaßen krebserzeugend) eingestuft.
Der mengenmäßige Anteil kritischer Fasern liegt bei Steinwolle bei durchschnittlich 8 Prozent. Meist sind künstliche Mineralfasern zwar relativ dick und spalten sich nicht wie Asbestfasern der Länge nach weiter auf, durch mechanische Einflüsse muss man jedoch mit der Freisetzung eines gewissen Anteils an feinen, lungengängigen Fasern rechnen. Die als Bindemittel (bis zu 20 Prozent) verwendeten Kunstharze enthalten fast alle Formaldehyd. Nur lose, nicht gebundene Mineralwolle enthält keine Bindemittel.
Mineralwolle wird im Hochbaubereich zur Wärme- und Trittschalldämmung eingesetzt (weltweiter Umsatz im Bereich Mineralfaserdämmstoffe ca. 200 Mrd DM). Mineralwolle besitzt sehr gute Wärmedämmeigenschaften (k-Wert), die aber durch Feuchtigkeit stark herabgesetzt werden. Bei der Verarbeitung muß darauf geachtet werden, daß möglichst staubfrei gearbeitet wird: Material nicht sägen, möglichst nicht schneiden, durch Wegräumen das Zertreten verhindern, für gute Lüftung sorgen, möglichst Staubmasken tragen. Die Dämmbereiche müssen besonders staub- und faserdicht zum Innenraum abgeschlossen sein, was gerade beim Dachbau Probleme bereitet (Folienabschluß o.ä.) (Raumklima).
In der Entwicklung sind Mineralfasern mit einem günstigeren Durchmesser/Längenverhältnis und einer geringeren Biobeständigkeit (schnellere Auflösung der Fasern im Körper). Mineralwolle ist aufgrund des Feinstfaseranteils und der Formaldehyd-haltigen Bindemittel problematisch zu entsorgen (Sonderabfälle). Ein Recyclingverfahren, das Mineralwolle zu Feingranulat einschmilzt, existiert, besitzt aber noch keine praktische Bedeutung. Alternativen zur Mineralwolle: Wärmedämmstoffe, Schlackenwolle, Schalldämmung, Wärmedämmung

Autor: KATALYSE Institut

Mineralfasern

siehe auch: Mineralwolle

Autor: KATALYSE Institut

Mineralfarben

Als M. bezeichnet man entweder Mal-, Anstrich- oder Druckfarben, die feinstgemahlene mineralische Stoffe als Pigmente enthalten, wobei natürliche Erden zum Einsatz kommen oder solche, die als Bindemittel Wasserglas enthalten.

Solche Silikatfarben eignen sich besonders für die Beschichtung von mineralischen Untergründen z.B. Putz.

siehe: Erdfarben, Farben, Lack und Anstrichfarben

Autor: KATALYSE Institut

Mauerwerk

Mauern ist eine der ältesten Methoden der Menschheit, Bauwerke zu errichten. Zur Erstellung eines Mauerwerks werden künstliche oder natürliche Steine lagenweise aufeinander geschichtet, dabei wird zur besseren Verbindung der Steine normalerweise Mörtel eingesetzt.
Unvermörtelte Mauern s. Trockenmauerwerk.

Die Steine der ersten und der nächsten Lage werden gegeneinander versetzt (Mauerverband) zur Erhöhung der Standsicherheit. Mauerwerk kann sowohl vertikale als auch horizontale Lasten aufnehmen und ableiten. Früher wurden deshalb auch Bögen (Brücken), Kuppeln (in Kirchen) und Türme in Mauerwerk aufgeführt. Heute ist das Mauerwerk im industriellen Bauen meist von den rationeller einzusetzenden Gusstechniken ( Beton) verdrängt worden, im Wohnungsbau hat es aber seinen Platz behalten und erlebt zur Zeit sogar, durch Einsatz neuer Steinsorten und verbesserter Mauerwerktechniken, einen neuen Aufschwung.
Für hohe Belastungen kann Mauerwerk auch als bewehrtes Mauerwerk ausgebildet werden - hierzu werden Eisenstücke in die Mörtelfugen gelegt.
Nach DIN 1053 unterscheidet man verschiedene Mauerwerkskonstruktionen, vom einschaligen massiven Mauerwerk bis hin zu mehrschaligen Aufbauten mit und ohne Luftschicht. Die mehrschaligen Aufbauten dienen nicht der Erhöhung der Tragfähigkeit, sondern der Verbesserung der Schlagregensicherheit. , der Wärme- und Schalldämmung. Schlagregensicherheit, kann auch durch mehrlagige mineralische Putze erreicht werden. Im Innern der mehrschaligen Mauerwerke werden heute fast immer Wärmedämmstoffe (Mineralwolle, Polystrol, Polyurethan) eingesetzt.
Prinzipiell kann man sagen: vom einschaligen zum mehrschaligen Mauerwerk steigt sie Wärmedämmfähigkeit, die Konstruktion wird komplizierter und anfälliger für Ausführungsfehler, diese können so gravierend sein, dass der gewünschte Effektder verbesserten Wärmedämmung zunichte gemacht wird. Gleichzeitig sinkt, durch die innige Verbindung von mineralischen Baustoffen und organischen Baustoffen (organisches Dämmmaterial, Klebstoffe) und metallischen Baustoffen (Anker, Verschraubung) die Recyclingfähigkeit des Mauerwerks.
Der Einsatz von Dämmstoffen innerhalb oder auf dem Mauerwerk vermindert bzw. verhindert die Nutzung der passiven Solarenergie (Wärmeeinstrahlung ins Mauerwerk, Solararchitektur, Transparente Wärmedämmung).

siehe auch: k-Wert, Bauphysik, Bauschutt, Baustoffe

Autor: KATALYSE Institut

Lüften

Der Mensch verbraucht beim Atmen Sauerstoff und erzeugt Kohlendioxid. Zusätzlich wird die Raumluft mit anderen, dem Menschen nicht zuträglichen Stoffen beladen (Krankheitskeime, radioaktives Radon und giftige Ausgasungen aus Baustoffen, Möbeln und Dekorationen).

Deshalb muss beim Aufenthalt in geschlossenen Räumen immer wieder Frischluft zugeführt werden, denn bereits bei einem Kohlendioxidgehalt der Luft von 0,07% und einem Sauerstoffgehalt unter 15% reagiert der Mensch mit Ermüdung, Leistungsminderung und Kopfschmerzen - bei einem Kohlendioxidgehalt von 5,4% in der Luft erstickt er. Der Frischluftbedarf des Menschen beträgt pro Person und Stunde im Mittel etwa 32 m³. Frischluft besteht aus ca. 21% Sauerstoff, ca. 79% Stickstoff und ca. 0,03% Kohlendioxid. Die erforderliche Luftwechselzahl für einen Raum wird aus der Größe des Raumes, der Personenzahl im Raum, der Art ihrer Tätigkeit und der Raumnutzung errechnet. Der notwendige Luftwechsel für Wohnräume um 20 m² liegt bei dem 0,4-0,8-fachen Rauminhalt pro Stunde und Person.

Bei Fensterlüftung wird mit folgendem stündlichen Luftwechsel gerechnet:
- Fenster und Türen geschlossen: 0-0,5/h (unkontrollierte Fugenlüftung);
- Fenster gekippt, ohne Rolladen: 0,8-4/h;
- Fenster halb geöffnet: 5-10/h;
- Fenster ganz geöffnet: 9-15/h;
- Durchzug zwischen Fenster und Tür ca. 40/h.
Energetisch ist das Stoßlüften am günstigsten. Neben der Fensterlüftung werden zum Luftaustausch auch Zwangsbe- und Entlüftungen eingesetzt.
Klimaanlagen, Raumklima, Fenster

Lit.: H.König: Wege zum gesunden Bauen, Staufen 1990

Autor: KATALYSE Institut

Linoleum

L. ist ein Material aus überwiegend nachwachsenden Rohstoffen, aus dem Fußbodenbeläge hergestellt werden.

L. besteht aus den beiden Komponenten: Grundgewebe und Deckmasse. Das Grundgewebe besteht meistens aus ca. 35 % Kork- und Holzmehl, ca. 30 % mineralischen Füllstoffen und ca. 35 % L.-Zement.
Der L.-Zement ist eine Mischung aus 80 % Leinöl, das durch Aufnahme von Luftsauerstoff in einen festen, kautschukartigen, elastischen Körper, dem Linoxyn übergeht, und ca. 20 % Naturharzen, meistens Kollophoium.
Die Oberfläche von L.-Bodenbelägen wird auch mit Kunststoffen beschichtet, wie etwa Polyacrylat. Die Rückseite erhält einen Feuchtigkeitsschutz mit Hilfe einer Kunststoffdispersion. Die Gerüche des L. entstehen durch den mehrere Wochen dauernden Oxidationsprozess des Linoxyns.

Autor: KATALYSE Institut