Dieselfilter

Siehe auch: Partikelfilter.

Autor: KATALYSE Institut

CO2-Steuer

Siehe Kohlendioxid-Problem

Autor: KATALYSE Institut

CO2-Problem

Siehe auch: Kohlendioxid-Problem.

Autor: KATALYSE Institut

CO2 Düngung

Siehe Kohlensäuredüngung.

Autor: KATALYSE Institut

Bundesimmissionsschutzgesetz

Zweck des B. (BImSchG) ist es, "Menschen sowie Tiere, Pflanzen und andere Sachen vor schädlichen Umwelteinwirkungen und, soweit es sich um genehmigungsbedürftige Anlagen handelt, auch vor Gefahren, erheblichen Nachteilen und erheblichen Belästigungen, die auf andere Weise herbeigeführt werden, zu schützen und dem Entstehen schädlicher Umweltwirkungen vorzubeugen" (1).

In der Zielsetzung vereint das B. den klassischen, gefahrenabwendenden mit dem modernen, vorsorgendenUmweltschutz. Die Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes soll erhalten, umweltbelastende Emissionen sollen minimiert werden. Der Mensch soll vor Gefährdungen (v.a. der Gesundheit), aber auch vor Benachteiligungen und Belästigungen geschützt werden.

Auch "Tiere, Pflanzen und andere Sachen" sind in den Schutzumfang des B. aufgenommen, und zwar über den reinen Zweck des Schutzes dieser Güter zum Schutz der menschlichen Gesundheit (Nahrungskette) hinaus. Tiere, Pflanzen und Sachen sind allerdings allein gegenüber Gefährdungen, nicht gegenüber Benachteiligungen oder Belästigungen geschützt.

Autor: KATALYSE Institut

Brennstoffkreislauf

Zum Brennstoffkreislauf zählen alle Anlagen und Verfahren zur Versorgung und Entsorgung von Kernkraftwerken mit Brennstoff (Uran, Plutonium, Thorium Hochtemperaturreaktor).

Kritiker sprechen lieber von der Brennstoffspirale, da an allen Stellen des Brennstoffkreislaufes nicht weiter verwendbare radioaktive Stoffe anfallen: Spaltprodukte (Kernspaltung) als Atommüll, aber z.B. auch Plutonium, das beim 3. Durchlauf des Brennstoffkreislaufes bereits durch hohe Anteile unbrauchbarer Isotope verunreinigt ist. Der Brennstoffkreislauf beginnt mit der Uranerzgewinnung (Uran) im Bergwerk und der anschließenden Erzaufbereitung.

In einer Konversionsanlage wird Uran in Uranhexafluorid umgewandelt, damit es in der Anreicherungsanlage auf einen Uran-235-Gehalt von 3% angereichert werden kann (für Leichtwasserreaktoren, Kernkraftwerk). Aus dem angereicherten Uranwerden Brennelemente hergestellt, die dann im Kernkraftwerk Einsatz finden.

Nach etwa drei Jahren sind die Brennelemente abgebrannt und werden nach einer Verweilzeit von etwa einem Jahr im Abklingbecken des Kernkraftwerks, wo ihre Aktivität (Halbwertszeit) und Nachzerfallswärme abklingen, in ein Zwischenlagergebracht, von wo aus sie direkt der Endlagerung (Atommüll) oder derWiederaufarbeitung zugeführt werden.

Aufgrund fehlender Zwischenlager verweilen die abgebrannten Brennelemente oft in Kompaktlagern, im oder neben dem Kernkraftwerk. Das in der Wiederaufarbeitungsanlage gewonnene Uran und Plutonium gelangt wieder zur Anreicherungsanlage, der Restmüll zur Endlagerung (Atommüll).
Umweltbelastung: In allen Stufen des Brennstoffkreislaufes kommt es auch im störungsfreien Betrieb zur Abgabe radioaktiver Stoffe, die sich in der Umweltanreichern können (Anreicherung).

Die größten radioaktiven Belastungen beim störungsfreien Betrieb gehen aus von: Uranerzgewinnung und -aufarbeitung (Uran) und Wiederaufarbeitung. Vergleichsweise geringer sind die Belastungen bei: Kernkraftwerk, Zwischenlager(s.u.) und Atomtransporten (s.u.). Konversion, Anreicherung, Brennelementherstellung und Atommüll spielen beim störungsfreien Betrieb die geringste Rolle.

Die Strahlenbelastung für Arbeiter liegt bei allen Stufen des Brennstoffkreislaufes, außer der Endlagerung, deutlich über der Belastung, der die normale Bevölkerung ausgesetzt ist. Das eigentliche Risiko des Brennstoffkreislaufes stellen Störfälle dar, besonders bei Kernkraftwerken (GAU, Schneller Brüter, Harrisburg, Tschernobyl),Wiederaufarbeitung, Atommüll, Transport und Anreicherung, Zwischenlager (Brände).

Zwischenlager und Transport: Bei der trockenen Zwischenlagerung werden die Brennelemente in Transportbehältern freihängend in großen, offenen Hallen bei Luftkühlung aufbewahrt.

Durch feine Risse in den Brennstäben, die sich durch Störfälle mit Überhitzung (z.B. Brand) vergrößern können, gelangen vor allem radioaktive Gase und leicht flüchtige Substanzen in die Umwelt. Im Jahr 2000 rechnet man mit jährlich 17.000 Transporten radioaktiver Substanzen im Brennstoffkreislauf vor allem mit Bahn undLkw. Besondere Gefahren gehen vom Transport abgebrannter Brennelemente, Uranhexafluorid und Plutonium aus.

Die zulässige
Strahlenbelastung durch Gammastrahlung ist in der Gefahrgutverordnung festgelegt: 2 mSv (Sievert) pro Stunde an der Oberfläche intakter Transportbehälter und 0,1 mSv/Stunde in 2 m Abstand. Die Grenzwertekönnen zu erheblichen Strahlenbelastungen des Bahnpersonals führen. Untersuchungen ergaben Strahlendosen von bis zu 1,4 mSv/Jahr (
Strahlenbelastung). Die Gruppe Ökologie Hannover rechnet etwa alle 300 Jahre mit einem schweren Transportunfall mit Freisetzung großer Mengen Radioaktivität und einigen tausend Toten.

Derzeit ist weltweit kein Rückversicherungsschutz für radioaktive Verseuchungen durch Transportunfälle zu erhalten.
Die Todesfälle durch radioaktive Abgaben im gesamten Brennstoffkreislauf können grob abgeschätzt werden: Der 20jährige Betrieb eines 1.200-MW-Kernkraftwerks (einschl. Versorgung und Entsorgung) verursacht je nach Studie zwischen 70 und 920 Todesfälle innerhalb von 500 Jahren.

Durch radioaktive Stoffe mit großen Halbwertszeiten werden in den darauffolgenden Jahrtausenden weitere 8.000 bis 23.000 Todesfälle erwartet. Radioaktivität verursacht zudem Krankheiten, die nicht zwangsläufig zum Tode führen, genetische Schäden und Schädigung der Pflanzenwelt.
Strahlenschäden, Waldsterben.

Anlagen in Deutschland: Urananreicherungsanlage in Gronau, Brennelementefabrik in Lingen, Siemens Brennelementwerk Hanau (auch: Mischoxid(MOX)-Brennelemente), Zwischenlager Ahaus und Gorleben (je 1.500 t abgebrannter Kernbrennstoff), Mitterteich und Greifswald, und die Pilotkonditionierungsanlage in Gorleben (voraussichtliche Inbetriebnahme 1995) zur direkten Endlagerung.

Obwohl in den alten Bundesländern seit über 30 Jahren Kernkraftwerke betrieben werden, ist der Brennstoffkreislauf nicht geschlossen: Wiederaufarbeitung, Atommüll. Der Weg des deutschen Atommülls ist noch völlig offen; neben der Option auf Wiederaufarbeitung in La Hague steht die direkte Endlagerung. Die Verträge mit La Hague können auch als reine Lagerverträge aufgefaßt werden, da explizit eine Rückholklausel seitens der deutschen Atomindustrie eingeräumt ist. Ähnliches gilt für die Brennelemente aus deutschen Forschungsreaktoren, die im schottischen Dounreay zwischengelagert und 1996 in deutsche Zwischenlager umgelagert werden sollen.

Autor: KATALYSE Institut

Brennstoffentschwefelung

Bei der B. wird der in fossilen Brennstoffen (Kohle, Erdöl, Erdgas) enthaltene Schwefel chemisch oder physikalisch abgetrennt.

In Kohlen ist der Schwefel teilweise als anorganische Verbindung (meistens Pyrit FeS2) und teilweise als organische Verbindung enthalten. Der Pyrit kann mit trocken oder naß arbeitenden Verfahren wegen seiner magnetischen Eigenschaften und seiner höheren Dichte gegenüber den anderen Bestandteilen der Kohle physikalisch gewonnen werden. Etwa 70% des in der Kohle enthaltenen Pyrits lassen sich mit diesem Verfahren abscheiden. Der organisch gebundene Schwefel kann nur durch chemische Behandlung (z.B. mit Wasserstoff) aus der Kohle entfernt werden.

Die chemische Kohleentschwefelung ist bei geringeren Entschwefelungsgraden teurer als die Rauchgasentschwefelung (Rauchgasentschwefelungsanlage). Die physikalische Kohleentschwefelung ist billiger als die Rauchgasentschwefelung, aber erzielt nur Entschwefelungsgrade von rund 50%.
Die Entschwefelung der Öle wird in der Erdölraffinerie durchgeführt. Das leichte Heizöl enthält z.Z. maximal 0,15% Schwefel. Eine Entschwefelung auf weniger als 0,1 Gew.-% Schwefel ist möglich. Die B. von leichtem Heizöl ist eine effektive und billige Maßnahme zur sofortigen Verringerung der Emissionen von Schwefeloxiden aus Ölheizungen (Heizung) und Gewerbefeuerungen.

Siehe auch: Kohle, Erdgas, Schwefel

Autor: KATALYSE Institut

Blattnekrose

Absterbende Blattbereiche.

Es treten Blattrandnekrosen, Intercostalnekrosen (lat.: inter costa = zwischen der Rippe) in den Feldern zwischen den Blattadern sowie punktförmige B. auf. An Waldbäumen stellen B. ein Schadsymptom dar, das u.a auf Luftschadstoffe zurückzuführen ist. Lage und Farbe der B. lassen z.T. Rückschlüsse auf den einwirkenden Schadstoff zu.

 

Autor: KATALYSE Institut

Biologische Abgasreinigung

Die Verfahren der B. beruhen auf der aeroben Oxidation von Luftschadstoffen durch Mikroorganismen.

In Abhängigkeit vom Medium, in dem der Abbau stattfindet, unterscheidet man Biofilter, Biowäscher (Abgaswäsche mit nachfolgender Belebtschlammbehandlung) und Biotropfkörper. Wegen ihres niedrigen spezifischen Energieverbrauchs sind B. vorzuziehen bei der Behandlung von Abgasen mit niedrigen Konzentrationen biologisch abbaubarer Schadstoffe, insbesondere bei geruchsbeladener Abluft.

Lit.: Fischer (Hrsg.): Biologische Abluftreinigung, Esslingen 1990

Siehe auch: Oxidation, Mikroorganismen

Autor: KATALYSE Institut

Biofilter

Als B. bezeichnet man Abgasreinigungsverfahren, bei denen Mikroorganismen (Bakterien und Pilze) in einem Filter Abgas- oder Abluftströme durch den aeroben Abbau der Luftschadstoffe reinigen.

Das Filtermaterial besteht typischerweise aus Müll- oder Rinden-Kompost, Torf, Heidekraut und inerten Zuschlagsstoffen. B. werden seit mehreren Jahrzehnten inEuropa erfolgreich zur Reinigung geruchsbeladener Abluft, vor allem ausKläranlagen ( Abwasserreinigung), Kompostieranlagen, nahrungsmittelverarbeitenden Betrieben und der Geruchsstoffindustrie eingesetzt.

Seit den 80er Jahren werden sie auch verstärkt zur Entfernung von (toxischen) organischen Schadstoffen eingesetzt, um die Grenzwerte der TA Luft einhalten zu können. Anwendungsbeispiele sind Abgase aus Gießereien, Druckereien, chemischer Industrie und der Kunstharzproduktion und -anwendung. Für Abgase mit niedrigen Konzentrationen biologisch abbaubarer Schadstoffe bieten B. ökonomische Vorteile im Vergleich zur thermischen und katalytischenNachverbrennung. Der spezifisch niedrige Energieeinsatz und die fast vollständige Vermeidung von Sekundärschadstoffen sind Umweltvorteile dieser Technologie.

Lit.: VDI Richtlinien 3477: Biologische Abgas/Abluftreinigung, Düsseldorf 1991; VDI Berichte 735: Biologische Abgasreinigung, Düsseldorf 1989

Siehe auch: Abgasreinigungsverfahren, Mikroorganismen, Bakterien, Pilze, Filter, Abbau

Autor: KATALYSE Institut

Betankungsverlust

Als B. bezeichnet man den Teil des (Benzin-)Kraftstoffes, der auf dem Weg von der Raffinerie bis zum Motor als gasförmige Kohlenwasserstoffe in die Umwelt entweicht.

Es entweichen jährlich in Westdeutschland: 100.000t bei Lagerung und Tankstellenbelieferung, 45.000 t bei der Kfz-Betankung (Verschütten und Verdunsten beim Betankungsvorgang) und 265.000t durch Verdunstung und Tankatmung beim Fahrzeug. Die verflüchtigten Bestandteile des Kraftstoffes machen einen erheblichen Teil der Kohlenwasserstoff-Emissionen des Verkehrs aus (Schadstoffe aus Kfz ) und sind zum Teil noch gefährlicher als die unverbrannten Kohlenwasserstoffe, die aus dem Auspuff kommen.

An Tankstellen herrscht eine erhebliche Luftbelastung durch das krebserregende Benzol, das aus verschüttetem Benzin verdunstet. Abhilfe läßt sich schaffen durch Betankungssysteme mit Absaugung der Kraftstoffdämpfe (wie in den USA obligatorisch) z.B. mit Gaspendelsystemen (Gasrückfuhr-Zapfpistole).

Die Umrüstung deutscher Tankstellen sollte ursprünglich 1991 beginnen, wurde dann aber insb. auf Druck der Mineralölwirtschaft (zusätzliche Kosten von ca. 2 Mrd DM) und aufgrund fehlender EG-Beschlüsse verschoben.
Die Verluste beim Fahrzeugtank lassen sich durch sorgfältiges Abdichten des Kraftstoffsystems und Aktivkohlefilter in der Tankatmung reduzieren.

Siehe auch: Kraftstoffes, Raffinerie, Kohlenwasserstoffe, Umwelt

Autor: KATALYSE Institut

Benzol

B. ist der chemische Grundbaustein der Stoffklasse der Aromaten. B. ist eine stark giftige, farblose, brennbare Flüssigkeit, in Wasser wenig löslich, erst unter extremen Bedingungen zersetzbar; B.-Luft-Gemisch explosiv. Gewinnung hauptsächlich aus Erdölraffination, weniger aus Steinkohle und Kokereigas.

B. findet Verwendung als Zusatz in Motorkraftstoffen (nach EU-Richtlinie max. 5 Prozent Zusatz zum Benzin), Ausgangsmaterial für viele chemische Prozesse (Nylon-, Synthesekautschuk-, Kunststoff-, Farbstoff-, Insektizidherstellung und als Lösemittel für Kautschuk, Wachse, Öle.

Benzol ist in den Industriestaaten praktisch überall nachweisbar, d.h. ubiquitär vorkommend. Umweltbelastung durch B.-Emission z.B. aus Autoabgasen und Kokereien. Der Straßenverkehr ist die Hauptursache für hohe B.-Konzentrationen in der Umwelt. Man rechnet etwa 85 bis 90 Prozent der Benzolbelastungen in der Umwelt heute dem Kraftfahrzeugverkehr zu.

Die B.-Belastungen schwanken zwischen 1 µg/m3 und 5 bis 10 µg/m3 in Ballungsgebieten und bis zu 30 µg/m3in der Nähe von Emittenten. Die tägliche Einwirkung kann daher zwischen 2 und 60 µg/m3 liegen. In der Innenraumluft rechnet man mit etwa 8 µg/m3 in Nichtraucher-Haushalten. Bei einem Tabakkonsum von 20 Zigaretten können bis zu 600 µg/d aufgenommen werden. In Automobilen wird die Aufnahmemenge auf 25 bis 100 µg bei einer täglichen Fahrzeit von 30 Minuten geschätzt. Der Grenzwert für Trinkwasser beträgt 0,01 mg/Liter.

B. ist beim Menschen eindeutig krebserregend (MAK-Wert-Liste), blutschädigend und chromosomenschädigend, unbedenkliche Konzentrationen können nicht angegeben werden.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet mit vier zusätzlichen Leukämienauf 100.000 Einwohner bei Benzolbelastungen von 1 µg/m3.

Die schädigende Wirkung erfolgt nicht durch B. selbst, sondern durch im Stoffwechsel entstehende Substanzen. Vergiftungen meist durch Einatmen in Räumen, in denen B. erzeugt oder benutzt wird; Aufnahme über die Haut ebenfalls möglich; Vergiftungssymptome: Reizwirkung auf Haut und Schleimhäute, Schwindel, Kopfschmerzen, Brechreiz, Trunkenheitsgefühl und Euphorie (B.-Sucht). Folgen von Einatmen schwach konzentrierter Dämpfe über längeren Zeitraum sind: Abnahme der roten Blutkörperchen, Blutungen unter der Haut, Blutgefäßveränderungen,Leukämie, Knochenmarks-schädigungen. Folgen von Einatmen höher konzentrierter B.-Dämpfe in kurzer Zeit sind: Schwindel, Krämpfe, Bewusstlosigkeit, Tod.

Der Aufenthalt von Kleinkindern in der Nähe stark befahrener Straßen ist zu vermeiden, da B. schwerer als Luft ist und sich daher in Bodennähe konzentriert. Während in den USA Benzol bereits vor Jahren als Benzinzusatz verboten wurde, konnte dies in Deutschland und Europa bisher nicht erreicht werden.

Autor: KATALYSE Institut

Belüftung

B. ist ein Gasaustausch, die Einbringung von Sauerstoff oder die Belüftung von Gebäuden.

 

  • Gasaustausch zwischen Wasser und Luftzum Einbringen von Sauerstoff und ggf. Ent-fernen gelöster Gase
  • Abwasserbehandlung: Einbringung von Sauerstoff in Belebungsbecken mittels Luft- oder Sauerstoffzufuhr
  • Kombinierte Belüfter sind Systeme, bei denen durch mechanische Vorrichtungen die eingeblasene oder eingesaugte Luft im Abwasser fein verteilt wird.
  • Belüftung von Gebäuden

Siehe auch: Behaglichkeit, Klimaanlage, Lüften, Raumklima

Autor: KATALYSE Institut

Autoabgase

 

Siehe Schadstoffe aus Kfz.

Autor: KATALYSE Institut

Atmosphäre

Die A. umfaßt die ganze Gashülle des Planeten Erde.

Anhand des Temperaturverlaufes in Abhängigkeit von der Höhe kann man A. grob in vier Zonen unterteilen:
Troposphäre (0-10 km), Stratosphäre (10-50 km), Mesosphäre (50-85 km) und die darüber liegende Thermosphäre. Bei allen Höhenangaben ist zu beachten, daß die A. über dem Äquator bedeutend dicker ist als über den Polen, so daß z.B. die Troposphärendicke zwischen 8 und 18 km variiert.

Die Troposphäre enthält etwa 2/3 der A.-Masse; sie ist die wetterwirksame Schicht, die eine intensive vertikale Durchmischung (Windströmungen) und eine erhebliche Auswaschung durch Regen aufweist. Der Regen stellt den wichtigsten Reinungsprozeß der Troposphäre dar, wasserlösliche Gase und Partikel werden zur Erde zurückgebracht. Der vertikale Austausch zwischen Troposphäre und Stratosphäre findet aufgrund der Temperaturschichtung nur sehr langsam statt.

In der Stratosphäre befindet sich die Ozonschicht (maximale Ozonkonzentration zwischen 20 und 30 km), die 90% des atmosphärischen Ozons beinhaltet und für dieAbsorption der UV-Strahlung verantwortlich ist.

Die heutige chemische Zusammensetzung der A. wird durch Stickstoff (78,1%),Sauerstoff (21%) und Argon (0,9%) bestimmt. Die wesentlichen Einflüsse und Veränderungen beruhen auf sog. Spurengasen (Gase die nur in geringen Konzentrationen in der A. enthalten sind).

Die Zunahme sog. klimarelevanter Spurengase in der Troposphäre verändert dieStrahlungsbilanz der A. und führt zu einer Erwärmung der Troposphäre (Treibhauseffekt). Wichtigstes klimarelevantes Spurengas ist Kohlendioxid (0,035%), das vor allem durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe in die A. gelangt (Kohlendioxidproblem).

Der Eintrag von Spurengasen in die Stratosphäre, insbesondere von FCKWs, verursacht einen Abbau der Ozonschicht (Ozonabbau) und eine damit verbundene Zunahme von UV-Strahlung (Hautkrebs, Grauer Star).

Siehe auch: Klima, Biosphäre

Autor: KATALYSE Institut

ASU

Siehe Abgassonderuntersuchung

 

Autor: KATALYSE Institut

Aerosol

Stoffgemisch aus einem gasförmigen Stoff und flüssigen oder festen feinverteilten Bestandteilen, die man als Schwebstoffe bezeichnet.

Sind die Schwebstoffe flüssig, spricht man von Nebeln, sind sie fest, spricht man von Stäuben (Staub) oder Rauchen. Natürliche Aerosole sind z.B. Nebel, Wolken oder Vulkanstaub. Menschengemachte Aerosole sind z.B. Rauch oder Schwefeltrioxidnebel.

In der Landwirtschaft werden Aerosole beim Nebeln oder Stäuben von Pflanzenschutzmitteln eingesetzt. Praktisch allechemischen Kampfstoffe lassen sich in Aerosol-Form verwenden. Aufgrund der Schwebfähigkeit können solche Kampfstoff-Aerosol, aber auch z.B. radioaktive Aerosole wochen- und monatelang in der Luft verbleiben (Fallout).

Siehe auch: Schwebstoffe

Autor: KATALYSE Institut

Abluft

Alle Gase und Stäube unterschiedlichster Arten, die bei industriellen, gewerblichen und häuslichen Produktions- und Verteilungsprozessen entstehen und über Schornsteine, Luken, Fenster oder andere diffuse Öffnungen in die Atmosphäre entweichen, werden Abluft genannt.

Mit Abluft werden folglich nicht nur die bei der Verbrennung entstehenden Gase und Stäube bezeichnet (Rauchgase), sondern z.B. auch in Lacken enthaltene Lösemittel, die beim Auftragen der Lacke verdampfen.

Siehe auch: Atmosphäre

Autor: KATALYSE Institut

Wolfsmilch

Die Wolfsmilch ist ein zweijähriges oder einjährig überwinterndes Kraut mit einer Wuchshöhe von bis 1,5 Metern. Sie besitzt kurze dünne Wurzel und kräftige Stängel und Blätter, die Milchsaft enthalten. Wolfsmilch hat einen trugdoldigen Blütenstand mit weiblichen und männlichen Blüten.

  • Systematik: Familie: Euphorbiaceae, (Wolfsmilchgewächse), Art: Euphorbia lathyris L.
    Herkunft: wahrscheinlich ursprünglich ausdem Mittelmeergebiet
  • Klima: wärmere Klimalagen mit mäßiger WinterhärteAnbausystem: Ende Juli, Anfang August; Reihenschluß erfolgt im Mai des darauffolgenden Jahres
  • Düngung: keine Angaben
  • Pflanzenschutz: Befall von Wurzelfäule, Maßnahme: vorbeugender Anbau auf leichteren Böden; Unkrautkonkurrenz, da später Reihenschluss, frühe Unkrautbekämpfung mittels Herbizideinsatz ein- bis zweimal im Frühjahr
  • Ernte: Druschreif nach etwa 14 Monaten; Ernte mit Mähdrescher 1,6 bis 2,6 Tonnen/Hektar
  • Ertrag: Samen enthalten 40 bis 50 Prozent fettes Öl, Fettsäuremuster weist hohen Ölsäureanteil von 80 bis 90 Prozent auf, zudem 5 bis 10 Prozent gesättigte Fettsäuren und bis zwei Prozent Linolsäure
  • Besonderheiten: im Samen ist Ricin und im Stängel und den Blättern Milchsaft (Latex) mit 8 bis 12 Prozent Terpenen und bis zu 18 Prozent Harz enthalten ; Pflanze besitzt hautreizende Stoffe.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Wildschäden

Verbißschäden an Forstpflanzen sind meist auf die Überhege des Wildes durch private Jäger ohne forstliche Ausbildung zurück zu führen.

Forstflächen, die von Förstern betreut werden, stehen meist in Einklang mit der Vegetation, da die Wildbestände so gesteuert und bejagt werden, das ein unbeschädigtes Aufwachsen neuer Pflanzen (Verjüngung) des Forster möglich ist.
Ein erhöhter Wildbestand kann durch W. das Ökosystem Wald empfindlich stören. W. sind u.a.:
- Verbiß: Abbeißen von Knospen an Jungpflanzen verhindert die Verjüngung. Insbesondere die zarten Tannen- und Laubbaumtriebe sind betroffen, so dass das Entstehen von Mischwäldern erheblich erschwert ist, wenn der Förster nicht geeignete Maßnahmen ergreift (z.B. Zäune, Spritzung gegen Verbiß).
- Schälen: Rotwildhirsche wetzen mit ihrem Geweih wird als Fegen bezeichnet) im Winter häufig die Rinde von Bäumen ab. Auch wird die Rinde durch Abbeißen und Abziehen von Rindenstreifen mit den Zähnen verletzt. Dies führt im "günstigsten" Fall zu Vernarbungen am Stamm (mit Verlust der Holzqualität), im schlimmsten Fall zum Absterben des betroffenen Baumes. Etwa 10 Prozent des alpinen Gebirgswaldes ist geschält (Schutzwald).

Autor: KATALYSE Institut

Weizen

Der Weizen ist einjähriges meist unbegrantes Gras. Die Ährenspindel sind mit Ährchen besetzt, die 3 bis 6 Blüten umfassen. Selbstbestäubung tritt noch vor der Öffnung der Blüte ein. Das Korn ist eine Karyopse.

    • Systematik: Familie: Gramineen, Art: Tritikum aestivum L.
    • Herkunft: Wildformen stammen aus eurasischen Gebieten
    • Klima: gemäßigte Zonen; Winterweizen ist bis -22° C winterhart. Winterweizenformen haben ein Kältebedürfnis um in die generativePhase einzutreten. Ertragreiche Sorten benötigen Niederschläge von 400 bis 900 mm
    • Anbausystem: Weizen reagiert sehr empfindlich auf eine ungeeignete Stellung in
      der Fruchtfolge. Gute Vorfrüchte sind
      Raps, Rüben, Feldfutter, Leguminosen und Mais
  • Aussaat: gewöhnlich wird Weizen mit einem Reihenabstand von 18 cm und einem Kornabstand von 2 cm gedrillt
  • Düngung: Nährstoffentzug bei einer Tonne Kornertrag und Hektar: Stickstoff: 30 kg; Phosphat: 12 kg; Kalium: 22 kg; Kalzium: 6 kg; Magnesium: 4 kg
  • Pflanzenschutz: Rostkrankheiten (Schwarzrost, Braunrost, Gelbrost) verursachen weltweit die größten Ertragseinbußen. Der Anbau verschiedener Sorten in einem Gebiet ist die wichtigste Gegenmaßnahme. Von Bedeutung sind auch Blattflecken- und Fußkrankheiten, die durch Fruchtwechsel, Saatbeize, Saatzeit, Sortenwahl bekämpft werden können.
  • Ernte: Das totreife Getreide wird weltweit mit Mähdreschern (Arbeitsbreite von bis zu 5,6 Meter) geerntet.
  • Ertrag: Winterweizen 5 bis 9 Tonnen/Hektar, Sommerweizen 4,5 bis 8 Tonnen/Hektar.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Weide

Die Weide ist eine Hochstrauch, der sich vegetativ über Stecklinge und Blätter vermehrt. Sie umfasst große Bäume wie die Silberweide bis hin zu kleinen Sträuchern. Größe und Blattform können durch äußere Einflüsse stark variieren. Weiden sind zweihäusige Pflanzen, die nur männliche oder nur weibliche Blüten besitzen.

    • Systematik: Familie: Salicaceae, Art: Salix viminalis (Korbweide)
    • Herkunft: Mitteleuropa
    • Klima: natürliches Vorkommen in Auen und an Flußufern, frostempfindlich; Vegetationszeit > 130 Tage, Temperatur in der Vegetationszeit > l3°C
  • Anbausystem: Umtriebszeit zwei bis vier Jahre, beste Wuchsleistung auf frisch feuchten, nährstoffreichen, sandigen Lehmen; Beikrautregulierung im Pflanzjahr mechanisch oder chemisch erforderlich
  • Pflanzung: Stecklinge werden im Frühjahr manuell oder mit Forst-Pflanzmaschine gepflanzt; 5.000 bis 7.000 Pflanzen pro Hektar,Reihenabstand 2,5 Meter, Abstand in der Reihe 0,6 Meter
  • Düngung: hoher Nährstoffbedarf, Stickstoffdüngung kann nach mehreren Umtrieben notwendig werden
  • Pflanzenschutz: bei hohem Wildbestand muss die Kultur mit Zaun (Kosten: ca. 1.200 Euro/Hektar) gegen Verbiss durch Rehwild geschützt werden.
  • Ernte und Ertrag: Ernte mit Mähhäcksler bei maximal 7 bis 8 cm Stockdurchmesser, 5 bis 10 Tonnen/Hektar Trockenmasse-Ertrag
  • Besonderheiten: hoher Massenzuwachs in kurzer Zeit und Erreichen eines hohen Bestockungsgrades.

Die meisten Weiden blühen sehr früh, bevor die Blätter voll entwickelt sind. Die Früchte der Weiden reifen im Mai bis Juli und bestehen aus zweiklappigen Kapseln mit zahlreichen Samen, die mit einem Haarschopf zur Windverbreitung ausgestattet sind. Weiden sind sommergrüne Gehölze mit wechselständigen, ungeteilten, inealischen, elliptischen, lanzettlichen oder eiförmigen Blättern. Sie sind mehr oder weniger anspruchslos und bodentolerant und gedeihen selbst noch auf nährstoffarmen Standorten, wenn diese nicht zu trocken sind. Keine andere Gehölzgruppe enthält so viele Arten mit völlig unterschiedlichen Wuchsformen. Die Gattungsform umfasst zwischen 300 und 500 Arten, die überwiegend in der nördlichen, kühleren und gemäßigten Zone vorkommen.

Bedeutung und Nutzung von Weiden
Weiden zeichnen sich besonders durch ein schnelles Wachstum, vegetative Vermehrbarkeit, leichtes Holz, Frostresistenz, gute Regenahrationsfähigkeit nach Beschädigung und dünne biegsame Ruten aus. Aus diesen Eigenschaften ergeben sich unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten:

(a) Weiden als Schutzpflanzungen

  • in Feldfluren verringern sie die Winderosion und erhöhen damit gleichzeitig die Erträge der Landwirtschaft,
  • tragen zur Verringerung der Luftverschmutzung und Lärmbelästigung sowie zur Verschönerung der Landschaft bei,
  • alle Gehölzpflanzungen erhöhen das biologische Potential der Landschaft und bieten zahlreichen Tierarten einen Lebensraum.

(b)Weiden als Ertragspflanzen

  • zur Gewinnung von lebendem Baumaterial für ingenieurbiologische Verbauungen,
  • Flecht- und Bindegut für den Wein- und Obstbau und für die Korbflechterei,
  • Rinde für die Gerberei, zur Arzneimittelherstellung, die Bienenzucht.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • BRUNS-PFLANZEN: Sortimentkatalog 2005/2006. k.A.
  • LAUTENSCHLAGER-FLEURY, D.; LAUTENSCHLAGER-FLEURY, E.: Die Weiden von Mittel- und Nordeuropa. Basel 1994
  • SCHIECHTL, H.: Weiden in der Praxis. Hannover 1992
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

 

Autor: KATALYSE Institut

Wau

Wau ist eine bis zweijährige Pflanze, die zur Blütezeit im Juli/August einen etwa 150 cm hohen Stengel mit langen, rutenförmigen, gelblich-weißen Blütentrauben und länglichen, wechselständigen Blätter entwickelt.

  • Systematik: Familie: Resedaceae, Art: Reseda luteola L.
  • Herkunft: Mittelmeerraum und Vorderasien
  • Klimaansprüche: keine besonderen Klimaansprüche; höhere Farbstoffgehalte in trockenen, sonnigen Anbauregionen
  • Anbausystem: Vorfrucht soll unkrautunterdrückend und möglichst geringe Stickstoff-Hinterlassenschaft (Farbstoffgehalt sinkt) aufweisen; zweijährige Kultur
  • Aussaat: März bis April; Saattiefe so flach wie möglich, Reihenabstand 15 bis 30 cm
    Düngung: möglichst keine organische Düngung, Stickstoff max. 60 kg/Hektar, Phosphat: 50 kg/Hektar, Kalium: 250 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: aufgrund langsamer Jugendentwicklung ist mechanische Unkrautbekämpfung notwendig, nach Bestandsschluss gute Unkrautunterdrückung
  • Ernte: ganze Pflanze beispielsweise mit einem tiefschneidenen Mähbalken; Erntezeitpunkt bei Blühende im September; Trocknung der Pflanze bei 40 bis 60°C
  • Ertrag: 5 Tonnen Trockenmasse/Hektar; Farbstoffgehalt zwischen 2 und 4 Prozent bezogen auf die ganze Pflanze.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Wasserhaushalt des Waldes

Die Wasserbilanz eines Waldes hängt von unterschiedlichen Faktoren ab: Der Anteil des Kronendurchlasses (das Wasser, das direkt durch die Lücken im Kronendach auf den Waldboden fällt) ist abhängig vom Baumalter, der Baumart und der Waldstruktur: Laubbäume 57-78%, Nadelbäume 70-80% bei Starkregen, bei Schwachregen 15-20%.

Die Interception ist der Teil des Niederschlages, der von Blättern, Nadeln und Ästen zunächst zurückgehalten wird. Sie beträgt je nach Baumart und Jahreszeit 10-40%. Davon verdunstet ein Teil, bevor er zu Boden gelangt, ein Teil tropft ab, ein Teil fließt am Stamm zu Boden. Der Niederschlag, der zu Boden kommt, fließt zu einem geringen Teil oberirdisch ab oder verdunstet wieder.
Der größte Teil sickert in den Boden, wird dort gefiltert, von den Bäumen aufgenommen oder fließt unterirdisch hangabwärts oder ins Grundwasser . Der W. unterscheidet sich wesentlich vom W. des Freilandes, nicht nur wegen des Einflusses des Kronendachs, sondern auch wegen der tiefen Durchwurzelung des Bodens und seiner großen Wasserspeicherkapazität.
Durch seine hohe Interception und Speicherfähigkeit verhindert der Wald Hochwasser, in Trockenzeiten liefert er eine gleichmäßige Wassermenge. Er hat also eine ausgleichende, regulierende und reinigende Wirkung, die durch die Immissionsschäden und Rodungen im tropischen Regenwald akut gefährdet ist.

siehe auch: Waldfläche, Waldfunktionen, Waldboden, Waldsterben, Deposition, Saurer Regen

Autor: KATALYSE Institut