Bodenbelastungskataster

Das B. soll Auskunft über die Verbreitung bestehender geogen und anthropogen bedingter, flächenhafter Bodenbelastungen geben.

Die Vielfalt der Bodenarten und -typen, die Unterschiedlichkeit der Belastungen und die weitgehende Privatisierung des Bodens erfordern für Maßnahmen zum Schutz des Bodens ein leistungsfähiges Informationssystem. Bisher verwandte Informationsmittel reichen hierfür in der Regel nicht aus.

Im B. werden flächenbezogene Daten beliebiger Menge gespeichert, um jeweils für die anfallenden Fragestellungen verknüpft zu werden (z.B. Schwermetall-Anreicherung und Versauerung des Bodens oder Düngemittel-Eintrag, Nitrat-Auswaschung und Grundwasser-Stände). Beim jetzigen Tempo dauert der Aufbau von B. noch bis weit ins nächste Jahrhundert an.

Autor: KATALYSE Institut

Bodenaustauscher

Die Tonminerale und die organische Substanz des Bodens tragen negative Ladungen, an die sich Kationen anlagern (Sorption).

Die sorbierten Kationen, die zum großen Teil pflanzliche Nährstoffe bilden (z.B. Mg2+, Ca2+, K+), können gegen andere ausgetauscht werden (z.B.: gegen Wasserstoff-Ionen aus Pflanzenwurzeln oder gegen Kalium-Ionen aus Dünger), so daß sie in pflanzenverfügbarer Form in der Bodenlösung vorliegen. Diesen Vorgang nennt man Kationenaustausch. Das Ausmaß des Austausches (Austauschkapazität) wird von der Anzahl der Ladungen der Bodenbestandteile und ihrer räumlichen Anordnung bestimmt.
Umweltbelastungen wie z.B. die Ansäuerung des Bodens (saurer Regen) können die Austauschverhältnisse erheblich beeinträchtigen, da eine deutliche Senkung des pH-Werts der Bodenlösung die Zerstörung der Tonminerale, die Ausschwemmung von Nährstoffen und die Freisetzung pflanzengiftigen Aluminiums zur Folge hat.

Autor: KATALYSE Institut

Bodenatmung

Als B. bezeichnet man die Kohlendioxidabgabe und Sauerstoffaufnahme durch die Atmung der Bodenorganismen und Pflanzenwurzeln in die bzw. aus der Bodenluft.

Vor allem die Bodentemperatur, aber auch wechselnde Wasser-, Luft- und Nährstoffangebote, verändern die Aktivität der Bodenorganismen und verursachen damit Schwankungen in der B.. Das Ausmaß der B. ist bei feinkörnigen Böden höher als bei grobkörnigen, bei feuchten höher als bei trockenen und in Jahreszeiten mit lebhafter biologischer Aktivität höher als in Jahreszeiten mit trägem Bodenleben.
Die Kohlendioxidabgabe als Indikator der B. ist ein Maß für die biologische Aktivität eines Bodens. Von Wald- und Kulturland werden im Durchschnitt etwa 4.000 m3 (8.000 kg) Kohlendioxid je Hektar und Jahr an die Atmosphäre abgegeben, von denen etwa 2/3 aus der Atmung der Bodenorganismen und 1/3 aus der Wurzelatmung stammen.

Autor: KATALYSE Institut

Bodenabsenkung

Siehe: Erosion, Bergbau, Steinkohle.

Autor: KATALYSE Institut

Boden

Boden ist ein Teil der belebten obersten Erdkruste.

Er ist nach unten durch festes oder lockeres Gestein und nach oben durch eine Vegetationsdecke bzw. die Atmosphäre begrenzt. Böden bestehen aus Mineralien unterschiedlicher Art und Größe, sowie mehr oder minder zersetzten organischen Stoffen, dem so genannten Humus. Minerale und Humus bilden ein Bodengefüge.

Ein Boden ist ein Naturkörper, bei dem ein Ausgangsgestein unter bestimmten klimatischen Voraussetzungen und einer bestimmtem Vegetation durch bodenbildende Prozesse (Verwitterung, Mineralbildung, Zersetzung, Humifizierung, Gefügebildung und Verlagerung) umgewandelt wurde bzw. immer noch wird.

Autor: KATALYSE Institut

Biosphäre II

B. ist der Versuch, eine lebensfähige, künstliche Biosphäre zu schaffen.

B. besteht aus einem gigantischen Glashaus, das 13.000 m2 in der Wüste von Arizona bedeckt. 3.800 verschiedene Tier- und Pflanzenarten leben in fünf künstlichen, von der Außenwelt luftdicht abgeschlossenen, Klimazonen: Tropischer Regenwald, Ozean mit Korallenriff, Savanne, Wüste und landwirtschaftliche Anbauflächen. Mit Hilfe modernster Technik werden der Natur nachempfundene Kreisläufe zwischen Luft, Wasser und Boden zu einem selbstregulierenden System.
1991 ließen sich acht Wissenschaftler für zwei Jahre in die B. einschließen. Sie wollen untersuchen, wie eine derartige künstliche Welt bzgl. Stabilität, Luftqualität und Artenentwicklung funktioniert und ob mit Hilfe optimaler Rohstoffnutzung und vollständigem Recycling eine Selbstversorgung und damit Überleben möglich ist.
B. dient damit als Modell für spätere Weltraumsiedlungen.
Es herrscht Uneinigkeit darüber, ob B. ein wissenschaftliches Experiment oder ein Öko-Disneyland darstellt. Kosten: 100 Mio US-Dollar.
Umweltprobenbank

Lit.: Bild der Wissenschaft, 12/90

Autor: KATALYSE Institut

Erneuerbare Energien Gesetz (EEG)

Dieses Gesetz trat an die Stelle des früheren Stromeinspeisegesetzes und gilt unter Experten als das weltweit mit Abstand fortschrittlichste staatliche Programm zur Markteinführung erneuerbarer Energien.

Seit April 2000 fördert die Bundesregierung den Ausbau und die Entwicklung der erneuerbaren Energien durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EGG). Durch das
EEG sollte eine CO2-neutrale Energieerzeugung gewährleistet und die Abhängigkeit von Rohstoff-Importen verringert werden.

Die Ziele des EEGs sind u.a. einen marktwirtschaftlichen Ausgleich zu schaffen und durch eine Planungs- und Investitionssicherheit Anreize für den Ausbau der erneuerbaren Energien zu liefern, da die erneuerbaren Energien ohne Förderung gegenüber konventioneller Energieerzeugung noch nicht wirtschaftlich sind.

Dies liegt an mehreren Gründen:

  • Fossile Energien werden bis heute subventioniert. Die geschätzten Energiesubventionen laut IEA von fossilen Energieträgern beliefen sich weltweit 2010 auf 409 Mrd. Us-D für fossile und 66 Mrd-UsD für erneuerbare Energien. (vgl. Belschner &  Westphal 2012; IEA 2011)
  • Die Kosten durch Umweltverschmutzung, hervorgerufen durch konventionelle Energien, werden nicht berücksichtigt.
  • Entwicklungsbedarf bei Wirkungsgrad und Speicherung der erneuerbaren Energien

Die wichtigsten Bausteine des EEGs:

  • Feste Vergütung (über einen Zeitraum von 20 Jahren) für eingespeisten Strom aus erneuerbaren Energien an private und gewerbliche Stromerzeuger. Dieser Vergütungssatz ist abhängig von Technologie, Standort und Jahr. Jährlich sinkt die Vergütung um einen bestimmten Prozentsatz, so dass sich eine frühe Inbetriebnahme von erneuerbaren Energien auszahlt (Vergütungsregelung).
    Die einzelnen Vergütungssätze (
    EEG-Novelle 2012) kann man hier nachlesen.
  • Die Erneuerbaren-Energien-Anlagen werden sofort ans Stromnetz angeschlossen und die Abnahme des Stroms ist garantiert (Abnahmeregelung).

Dies wird vor allem durch die
EEG-Umlage finanziert. Die Berechnung der
EEG-Umlage ist (seit 2010) wie folgt geregelt: „Die erwartete Differenz zwischen den Verkaufserlösen an der Strombörse und den Kosten für die Vergütungszahlungen an die
EEG-Anlagenbetreiber sowie der Vermarktung des EEG-Stroms werden über die EEG-Umlage anteilig auf den gesamten EEG-pflichtigen Stromnetzverbrauch umgelegt. Mögliche Über- beziehungsweise Unterdeckungen des EEG-Kontos aufgrund einer von der Prognose abweichenden Marktentwicklung sind dann im jeweiligen Folgejahr auszugleichen.“ (BMU 2012, S. 42).

Gesetzesnovellen in den letzten Jahren sollten die Förderung den wirtschaftlichen Gegebenheiten anpassen. So hat der Gesetzgeber zum 1.1.2004 ein Photovoltaik - Vorschaltgesetz zum
EEG verabschiedet. Es regelt die Vergütung für Solarstrom aus Erneuerbaren-Energien-Anlagen. Seit 2009 wird die Vergütung an den Solaranlagenausbaus abhängig gemacht. Dabei gilt, dass die Vergütung sinkt, je mehr Anlagen ans Stromnetz gehen.
Durch die Energiewende angeregt ist seit Anfang 2012 die „Novelle des erneuerbaren-Energien-Gesetzes“ in Kraft getreten, die u.a. eine „Flexibilitätsprämie und eine optionale Marktprämie beinhaltet, die einen bedarfs- und marktorientierten Betrieb der Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien anreizen soll“ (BMU 2012, S. 9). Doch die Novelle wird als „Ergebnis heftiger Lobby-Kämpfe“ (Werner Eckert 2012) kritisiert. Zum Beispiel wird die höhere Vergütung der Offshore-Anlagen (Windenergie im Meer) negativ bewertet, da diese größtenteils nur von großen Energiekonzernen finanziert und gebaut werden können und die hohe Vergütung die
EEG-Umlage vermutlich weiter steigen lassen wird. Dagegen sind z.B. die Vergütungen der Onshore-Anlagen (Windenergie an Land) geringer.
Auch in Zukunft wird das
EEG Erneuerungen und Veränderungen erfahren.

Kritik:

Häufig werden das EEG und der Ausbau der Erneuerbaren Energien für die Strompreissteigerungen verantwortlich gemacht. Doch gerade die erneuerbaren Energien sind in den letzten Jahren für eher sinkende Großhandelspreise an der Leipziger Strom-Börse verantwortlich (aber auch das Überangebot an kohlebasierter Grundlast und der niedrige CO2-Preis sind dafür mitverantwortlich). Diese sinkenden Preise führen aber dazu, dass die EEG-Umlage steigt (Differenz zwischen dem an der Börse erzieltem Erlös und der garantierten Einspeisevergütung wird größer). Von den niedrigen Börsenstrompreisen profitieren in erster Linie die Stromeinkäufer und Großabnehmer, die den Strom direkt an der Börse kaufen. Da aber gerade energieintensive Unternehmen von den Netzentgelten und der EEG-Umlage befreit sind, muss der private Stromverbraucher überproportional die Last der wegen der geringeren Börsenpreise steigenden EEG-Umlage tragen (die EEG-Umlage beträgt für das Jahr 2013 5,277 ct/kWh. 2004 betrug die Umlage nur 0,35 ct/kWh, 2010 2,047 ct/kWh und 2012 3,592 ct/kWh).

Energieintensive Unternehmen profitieren somit doppelt, da sie preiswerten Strom einkaufen können und gleichzeitig von der
EEG-Umlage und Netzentgelten befreit werden, während die BürgerInnen einerseits eine höhere
EEG-Umlage bezahlen und die eigentlich niedrigeren Stromeinkaufspreise nicht ausreichend an sie weitergereicht werden, oder anders formuliert: der Kleinverbraucher subventioniert die Strom-Großverbraucher.

Die Strompreissteigerung der letzten Jahre muss aber auch den gestiegenen Brennstoffpreisen der fossilen Energieträger (z.B. bei Öl und Gas) und politischen Beschlüssen angelastet werden. So hat die schwarz-gelbe Bundesregierung die Umlage indirekt durch folgende Beschlüsse erhöht: Zu einem werden nun Unternehmen schon ab einem Verbrauch von 1 Gigawattstunde/Jahr (anstatt 10 Gigawattstunden) als energieintensive Unternehmen von der Umlage befreit und zum anderen hätten schon in den letzten Jahren die Umlagen erhöht werden müssen. Die
EEG-Umlage war für die Jahre 2010 - 2012 zu niedrig kalkuliert. Doch die Kanzlerin hatte im Wahlkampf 2009 eine stabile Umlage versprochen. Diese Unterdeckung muss nun durch eine besonders starke Erhöhung der Umlage ausgeglichen werden. Da die Preisgarantien jährlich sinken (siehe Vergütungsregelung) sagen Prognosen allerdings voraus, dass die Umlage nur bis etwa 2020 weiter ansteigt.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass (unflexible) Grundlastwerke (z.B. Atomkraftwerke) das schwankende Stromangebot der Erneuerbaren Energien nicht ausgleichen können, so dass die Erneuerbaren-Energien-Anlagen (z.B. Windkraft) gerade dann teilweise vom Netz genommen werden müssen, wenn besonders viel erneuerbare Energie erzeugt werden könnte (ein Überangebot an eingespeister Energie würde zu einem instabilen Stromnetz führen). Im
EEG ist allerdings eine Entschädigungszahlungen an die Betreiber dieser Anlagen für die so entstehenden Verluste geregelt und diese Kosten fließen auch in die
EEG-Umlage mit ein. Dies bedeutet, dass der Verbraucher teilweise durch die
EEG-Umlage Atomstrom finanziert. Auch über die Steuern bezahlen die BürgerInnen die Atomsubventionen der Bundesregierung (in Höhe von 127 Mrd. Euro oder 2,6 ct/kWh) (vgl. Wurzbacher 2013).

Ein weiterer Kritikpunkt am
EEG ist, dass trotz der Förderung der Solarenergie deutsche Solaranlagen-Hersteller nicht profitieren konnten. Das
EEG unterstützt nur die Betreiber der erneuerbaren-Energien-Anlagen, die wiederum die Hardware vor allem von billigeren chinesischen Solar-Herstellern beziehen.

Bei der
EEG Förderung steht unter anderem die Förderung von Bioenergie und Biogasanlagen in der Kritik. Durch diese Förderung ist es für Landwirte profitabler geworden z.B.
Mais für die energetische Biomassennutzung auf ihren Anbauflächen anzubauen, anstatt Nahrungsmittel oder Tierfutter zu produzieren.  Daher muss
Mais für Tierfutter inzwischen importiert werden, z.B. aus den Tropen, wo der Regenwald für diesen Anbau abgeholzt wird, oder aus Ländern mit geringeren Umweltstandards als in Deutschland. So sorgte Anfang 2013 der Import von mit Schimmelpilzen belasteten
Mais aus Serbien, der hier zu Tierfutter weiterverarbeitet wurde, für Aufsehen, während die Bauern vor Ort
Mais zur Energiegewinnung anbauten. Die hohen Pachtpreise, die durch den wachsenden Wettbewerb um Ackerflächen entstehen, sorgen für einen teuren, sich für die Bauern nicht mehr lohnenden Getreide-Anbau. Des Weiteren gefährden die vielen
Mais-Monokulturen die Biodiversität und sind auch für steigende Lebensmittelpreise mitverantwortlich. Umweltschutzorganisationen fordern daher eine Änderung in der Biogasförderung, so soll z.B. die Biogaserzeugung vor allem aus Reststoffen (Gülle, Schnittgut) gewonnen werden und ein Biomassen-Anbau für die energetische Nutzung soll auf Mischkulturen beruhen. In der
EEG Novelle 2012 wurde teilweise schon auf diese Forderungen eingegangen. Es gibt nun zwei Rohstoffvergütungsklassen (nachwachsenden Rohstoffe sowie ökologisch vorteilhafte Einsatzstoffe (z.B. Gülle oder Landschaftspflegematerial)). Weiterhin wurden bei der Grundvergütung eine Wärmenutzungverpflichtung eingeschlossen und die Begrenzung des Einsatzes von
Mais und Getreidekorn geregelt. Inwieweit diese Regelungen die Probleme der Bioenergie lösen, bleibt abzuwarten.

Das
EEG ist in vielen Punkten inkonsequent und ineffektiv. So müssen z.B. Sonderregelungen für die Wirtschaft, durch die nicht der Wirtschaftsstandort Deutschland erhalten wird, sondern die Unternehmen auf Kosten der privaten Stromkunden profitieren, abgeschafft werden. Trotzdem ist das
EEG ist für die benötigte Energiewende unerlässlich. Deshalb muss das
EEG verbessert und gestärkt werden.

Trotz der Kritikpunkt weist das
EEG auch einige wichtige Erfolge auf:

  • Steigender Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch (setzt sich aus den Energieprodukten, die in Industrie, Verkehr, Haushalten, im Dienstleistungssektor, in der Landwirtschaft sowie in der Energiewirtschaft benötigt werden, zusammen). Im Jahr 2011 betrug der Anteil 11,3%.
  • Durch
    EEG geförderte Erneuerbare-Energien-Anlagen eingesparte CO2 Emissionen betrugen im Jahr 2008 53 Millionen Tonnen (Vgl. BMU 2009)
  • Technologieentwicklung in Deutschland (z.B. höherer Wirkungsgrad der Erneuerbaren-Energein-Anlagen und deutsche Windenergiehersteller mit weltweit leistungsstärksten Windenergieanlagen)
  • Förderung eines wichtigen Wirtschaftsfaktors in Deutschland (über 382.000 Arbeitsplätze in der Branche der erneuerbaren Energien) (vgl. BMU 2012)
  • Vermeidung von Umweltschäden
  • Vermeidung von Energieimporten

siehe auch: Bioenergie, Regenerative Energiequellen, dezentrale Energieversorgung, Photovoltaik, Windenergie, Strom, Kraft-Wärme-Kopplung, Geothermische Energie

Lit.

  • Aachener Stiftung Kathy Beys (2012): Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). [Stand: 23.10.2012].
  • Belschner, Tobias und Westphal, Kirsten (2012): Weltweite Energiesubventionen auf dem Prüfstand. - In: ENERGIEWIRTSCHAFTLICHE TAGESFRAGEN, 62. Jg. , Heft 3, S. 51-58. [Stand: 23.10.2012]
  • BMU (2009): BMU-Stellungnahme zur erneuten RWI-Kritik am EEG: Altbekannt und längst widerlegt. [Stand: 31.01.2012]
  • BMU (2012): Erneuerbare Energien in Zahlen – Nationale und Internationale Entwicklung. S.42-43. [Stand: 31.01.2013]
  • Bundesverband WindEnergie e.V. (2012): Vergütung der Windenergie an Land. [Stand: 31.01.2013]
  • IEA (2011): IEA analysis of fossil-fuel subsidies. [Stand: 23.10.2012]
  • IWR (2013): Strompreise für Verbraucher steigen - Börsen-Strompreise sinken auf Rekordtiefs. [Stand: 18.03.2013].
  • Eckert, Werner (2012): Argumente werden oft ausgeblendet. [Stand: 23.10.2012]
  • Übertragungsnetzbetreiber (2012): EEG-Umlage 2013. [Stand:30.10.2012]
  • Wurzbacher, Karin (2012): EEG-Umlage: Preistreiber oder Zukunftsinvestition?. [Stand: 18.03.2013]

Autor: KATALYSE Institut

Erdfarben

Mineralische Pigmente, die durch Brennen und Mahlen von eisenoxidhaltigen Erden gewonnen werden.

E. sind ungiftig und werden von Naturfarbenherstellern insb. in Dispersionsfarben eingesetzt.

Autor: KATALYSE Institut

Biosphäre

Die B. ist der von Lebewesen bewohnte Raum, die Gesamtheit der belebten Umwelt.

Sie umfaßt als Schicht von ca. 20 km nur einen dünnen Gürtel der Erde. Als globales Ökosystem unterliegt sie ständigem Wandel. Alle Bereiche und Glieder der B. sind durch ein komplexes, auf Wechselwirkungen gründendes System von abiotischen und biotischen Stoffkreisläufen untereinander verkettet: Wasserkreislauf, Gaskreisläufe (z.B. Kohlenstoff, Sauerstoff), Feststoffkreisläufe (z.B. Phosphor) (= abiotisch - unbelebt), Beziehungen zwischen Organismen verschiedener Art und Ordnung, (= biotisch - belebt, Biozönose, Nahrungskette). Der Mensch greift durch eine Vielzahl von Tätigkeiten in die B. ein:
- Nutzung von Landschaft für Im B. fördert man aus der Erde Metallerze, Salze, Gesteine und fossile Brennstoffe. Bergbau, Landwirtschaft, Forstwirtschaft,
- Erschließung von Landschaft durch Besiedlung, Industrieansiedlung und Verkehr (Flächennutzung),
- Verschmutzung und Zerstörung von Boden, Wasser und Luft (Deponie).
Jeder Eingriff des Menschen in die B. bringt eine Fülle von gewollten und ungewollten Auswirkungen von lokalem bis hin zu weltweitem Ausmaß mit sich: z.B. Klimaveränderungen, Waldsterben, Eutrophierung von Gewässern. Das Schema zeigt die Einteilung der B. in die Bereiche (untere) Atmosphäre, Hydrosphäre (Gewässer), Pedosphäre (Boden) und (oberste) Lithosphäre (Gesteinsschicht).
Verlandung, Biotische Umweltfaktoren

Lit.: F. Klötzli: Ökosysteme, Stuttgart 1988

Autor: KATALYSE Institut

Bakterien

Große Gruppe einzelliger, haploider (einfacher Chromosomensatz, Chromosomen) Organismen, oftmals mit Plasmiden, aber ohne echten Zellkern.

Nach ihrer äußeren Gestalt werden Bakterien in Kokken (Kugeln), Stäbchen und gekrümmte Stäbchen eingeteilt. Die Größe von Bakterien liegt in einem Bereich von 0,2-5 Mikrometer. Sie vermehren sich durch Zellteilung und haben unter optimalen Bedingungen eine Generationszeit von etwa 20 min (E.coli). Bakterien existieren fast überall, sowohl in arktischen Gebieten wie auch heißen Schwefelquellen und in hohen Luftschichten. Unter ungünstigen Lebensbedingungen können einige Arten Dauerformen ausbilden, die sogenannten Sporen.

Bakterien sind für die Stoffkreisläufe in der Natur und den Stoffwechsel vieler Organismen unentbehrlich wie z.B. Luftstickstoff-bindende Knöllchenbakterien der Hülsenfrüchte oder die Darmbakterien des Menschen (E.coli). Einige Bakterien-Arten verursachen schwere Infektionen wie z.B. Tuberkulose, Typhus, Syphilis oder Lebensmittelvergiftungen.

Die Mehrzahl lebt heterotroph (nicht selbständig) und ernähren sich:
Saprophyten spalten die organischen Stoffe von toten Tieren und abgestorbenen Pflanzen. Im Fäulnisprozess zersetzen sich die Eiweißstoffen unter Luftabschluss oder im Verwesungsprozess unter Sauerstoffverbrauch oder im Gärungsprozess unter Energiegewinnung durch Spaltung energiereicher Stoffe.
Parasiten sind Krankheitserreger und zerstören Gewebe und vergiften den Organismus des Wirtes mit ihren Stoffwechselprodukten.
Symbionten leben z.B. im Darm von Pflanzenfressern und zerlegen dort die Zellulose.

Die selbstständigen (autotroph) Bakterien ernähren sich:
Mit Hilfe der Photosynthese können sie Chlorophyll assimilieren. Diese Photosynthese funktioniert nur unter anaeroben Bedingungen.
Bei der Chemosynthese oxidieren bestimmte Bakterien anorganische Verbindungen und gewinnen so Energie.

Die Bekämpfung schwerer bakterieller Infektionskrankheiten wurde mit der Entdeckung der
Antibiotika möglich; eine zunehmende Resistenz von Bakterien gegenüber Antibiotika ist zu beobachten.

Der hohe Stoffumsatz und die große Vielfalt der Stoffwechselreaktionen machen die Bakterien in vielen Bereichen nutzbar, so z.B.

  • zur Lebensmittelherstellung und -verarbeitung (Käse, Sauerkraut, Joghurt etc.),
  • zur Klärung von Abwässern in der biologische Stufe von Kläranlagen (Abwasserreinigung) oder
  • zur biotechnischen Produktion von Arzneimitteln und Lebensmittelzusatzstoffen (z.B. der Geschmacksverstärker Glutamat oder Vitamine).

Die vergleichsweise einfachen genetischen Strukturen, die Möglichkeit zur Übertragung genetischen Materials mit Hilfe von Plasmiden und die kurze Generationszeit haben Bakterien zu bevorzugten Objekten der Gentechnologie werden lassen.

Allgemein bekämpft man Bakterien, indem man sie abtötet oder in ihrer Entwicklung hemmt. Abtöten, keimfrei machen oder sterilisieren kann durch Ausglühen, Auskochen, mit Desinfektions- und Konservierungsmittel erfolgen. Pasteurisiert wird durch mehrmaliges Erhitzen auf 60°C und Abkühlen auf 10°C. Ungünstige Lebensbedingungen für Bakterien schafft man durch niedere Temperaturen (Kühlschrank), Räuchern, Einsalzen und Einlegen in Essig oder einer Zuckerlösung.

(Stand 08.2022)

 

Autor: KATALYSE Institut

Energiepass

Der E. gibt in Form standardisierter Kennzahlen an, wie hoch der Energieverbrauch eines Hauses bzw. einer Wohnung ist.

Sinn des E. ist es, bei Hauskauf bzw. Vermietung die zukünftigen Energiekosten (Nebenkosten/Warmmiete) transparent zu machen: Häuser bzw. Wohnungen mit schlechtem Heizungs-System und spärlicher Wärmedämmung lassen sich für weniger Geld verkaufen bzw. vermieten als energiesparende Häuser. Dadurch soll der E. energiesparende Investitionen fördern.

Der E. wurde vor etlichen Jahren erstmals in der Schweiz eingeführt. In Deutschland gibt es den E. in Berlin und Hamburg; in NRW wird er im Rahmen der Förderung ökologischer Aspekte im sozialen Wohnungsbau eingeführt.

Seine eigentliche Wirkung kann der E. aber erst dann erzielen, wenn es obligatorisch wird, bei Kauf oder Vermietung eines Hauses bzw. einer Wohnung einen E. vorzulegen.

Autor: KATALYSE Institut

Elektrosensible

Als Elektrosensible werden Menschen bezeichnet, die körperliche Beschwerden auf das Vorhandensein von elektrischen, magnetischen oder elektromagnetischen Feldern (EMF) zurückführen.

Hierbei kann es sich um vielfältige ineinander übergehende Beschwerdebilder handeln, welche unter dem Begriff der Elektrosensibilität zusammengefasst sind.
Als konkrete Beschwerden werden regelmäßige Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen etc. benannt, aber auch diffuse Beschreibungen, die nicht näher spezifiziert werden können, aber die eine subjektive innere Logik erkennen lassen.
Für diese Definition spielt es keine Rolle, ob die Betroffenen genaue und denkbare Wirkmecha-nismen beschreiben oder naturwissenschaftlich „falsche“ Zusammenhänge konstruieren.

Autor: KATALYSE Institut

Atolle

A. ist dieser ringförmige Rifftyp vor allem aus der Südsee und von den Malediven im Indischen Ozean. Die größten A. haben einen Durchmesser von über hundert Kilometern.

Sie bestehen aus einem ringförmigen Riffkranz, der eine Lagune umschließt. Der Riff-Außenhang fällt manchmal mehrere tausend Meter steil ab, während die Lagune je nach Größe des A. eine Tiefe von wenigen Metern bis zu knapp 100 Metern erreicht. Oft bilden sich im Laufe der Zeit Inseln aus Sand und Korallenschutt auf dem Riffkranz.

Die einzige plausible Erklärung für die Entstehung der Ringriffe liegt in der Plattentektonik: den unendlich langsamen Veränderungen und Bewegungen der Erdkruste. Sie türmten im Lauf der Erdgeschichte nicht nur Gebirge wie Himalaja oder Alpen Tausende Meter hoch, sondern ließen an anderer Stelle auch vulkanische Inseln aus dem Tiefsee-Meeresboden sprießen und manchmal später wieder versinken.

Weil diese Prozesse sehr langsam abliefen, konnten die Korallenriffe, die anfangs als Ufersaumriffe die Inseln umgaben, ebenso langsam in die Höhe wachsen. Die Lebensbedingungen im Innern der sich bildenden Lagune sind für Korallen ungünstiger als auf den Außenseiten. Durch den geringeren Wasseraustausch wird weniger Plankton angetrieben und das Wasser erwärmt sich teilweise über das für Korallen verträgliche Maß. Damit wuchsen die Korallen zwar am Riffrand in die Höhe, ließen aber im Innern weitgehend korallenfreie Lagunen entstehen. Typisch für Lagunenböden sind Sandflächen, Algenteppiche und Seegraswiesen mit nur vereinzelten Korallenkolonien.

Quelle und Text von Gerd Haegele, freier Mitarbeiter der Zoologischen Staatssammlung München und Autor der CD-ROM:

Korallenriffe - ein Lebensraum und seine Bewohner
Habitat Verlag Gerd Haegele
+49 (0)89-52 38 90 37
www.habitat-verlag.de
info@gerd-haegele.de
ISBN: 3-9809516-0-X
Anzahl Abbildungen: 1800 Unterwasser-Fotografien plus Grafiken und Animationen
Preis: 24,80 €;

Hier gelangen Sie zu unserer Rezension der CD-ROM:

Hier können Sie die CD-ROM Korallenriffe - ein Lebensraum und seine Bewohner
direkt bestellen: http://www.habitat-verlag.de

Autor: KATALYSE Institut

Aquarienhandel

Der Handel mit Zierfischen und wirbellosen Tieren für die Aquarienausstattung erreicht mittlerweile einen jährlichen Umsatz von mehreren hundert Millionen Euro. Die Stückzahl jährlich gehandelter Tiere hat die 20-Millionengrenze vermutlich bereits überschritten.

Momentan stammen nur etwa zwei Prozent der gehandelten Meerwasserfische aus Zuchten, 98 Prozent sind Wildfänge aus dem Meer. Daran wird sich so schnell nicht viel ändern, weil die Nachzucht der meisten Arten wesentlich schwieriger ist, als bei Süßwasserfischen. Wer den Fang von Wildfischen nicht unterstützen, aber trotzdem ein Aquarium einrichten will, sollte sich für ein Süßwasserbecken mit Zuchtfischen entscheiden. Diese Alternative ist außerdem wesentlich billiger, erfordert weniger technischen Aufwand und ist für Anfänger deutlich besser geeignet.

Die oft unkontrollierte Entnahme der begehrten Zierfische aus dem Meer ist nur ein Aspekt beim Wildfang. Zum Teil werden immer noch Fangmethoden eingesetzt, die noch weitergehende Schäden verursachen. Dazu gehört vor allem der Einsatz von Natrium-Cyanid und anderen Giften, mit denen die Fische betäubt werden sollen, um sie leichter fangen zu können. Viele Fische sterben durch Überdosierung sofort oder verenden später während des Transports. Für den Aquarienbedarf uninteressante Fische, Korallen und andere wirbellose Tiere werden ebenfalls Opfer des Gifteinsatzes.

Beispiel "Nemo" (Westliche Clownfische) mit der Prachtanemone Heteractis magnifica
Ein Meerwasseraquarium mit Clownfischen ist schon wegen der schwierigen Haltung kein geeignetes Geschenk für Kinder. Wenn Sie daheim ein Aquarium haben und Ihre Kinder den Film "Findet Nemo" gesehen haben, sollten Sie ihnen erklären, dass die Fische über den Ausguss nicht in die Freiheit gelangen, sondern den sicheren Tod finden. Das ist leider kein Scherz, sondern schon tausendfach passiert!

Angesichts der Armut und Bevölkerungszunahme gerade in den unterprivilegierten Ländern der Welt wird immer deutlicher, dass ein Naturschutz, der sich nur auf Nutzungsverbote stützt, scheitern wird. Für den Schutz von Korallenriffen und anderer einmaliger Lebensräume ist die Unterstützung der Bevölkerung vor Ort zwingend notwendig.

MAC-Zertifikat für umweltverträglich gefangene Aquarienfische
Den Handel mit Zierfischen aus dem Meer unterbinden zu wollen, ist nicht nur unrealistisch. Es wäre auch reichlich unfair und zynisch der Bevölkerung der Tropenstaaten gegenüber, ihnen diese Einnahmequelle verbieten zu wollen. Schließlich sind es die reichen Industrieländer, die mit ihrem globalen Klimaexperiment auch für Korallenriffe die größte Gefahr darstellen. Dringend notwendig ist aber, diese Nutzung naturverträglich und nachhaltig zu gestalten. Dazu gehört auch ein Netz von Schutzgebieten, in denen jegliche Nutzung untersagt ist. Sie sind notwendig, weil von dort aus Larven verschiedenster Meerestiere verbreitet werden die andere, auch genutzte Gebiete wiederbesiedeln können. Eine auf den Zierfischhandel zielende Lösung in dieser Richtung könnte das Zertifizierungs-Modell des Marine Aquarium Council (MAC) darstellen. Sein Erfolg wird in erster Linie durch die Kaufentscheidungen der Aquarienbesitzer entschieden werden, die zu 90 Prozent in den USA und der Europäischen Union leben.

Das Marine Aquarium Council hat dazu Standards entwickelt, die alle am Handel beteiligten Parteien einbezieht, vom Fänger in den Herkunftsländern bis zum Einzelhandel. Das beginnt bei der Zertifizierung der Fanggebiete, nachdem unter Beteiligung anderer Industrien, Behörden und Umweltschützern Entwicklungsleitpläne erstellt wurden. Dadurch soll eine Übernutzung verhindert und für die Bevölkerung eine dauerhafte Einnahmequelle gesichert werden. Von Seiten der Fänger ist zum Erhalt der Zertifizierung beispielsweise der Verzicht auf Zyanid und sonstiger Gifte beim Fang, die Einhaltung von Fanggebietsgrenzen und Schonzeiten Voraussetzung.

Mehr Informationen zum MAC-Zertifikat erhalten sie auf den Internetseiten des Marine Aquarium Council: www.aquariumcouncil.org (in Englisch).
Auf den Internetseiten des Umweltprogramms der Vereinten Nationen können Sie den 65 Seiten starken Report: From Ocean to Aquarium: The Marine Aquarium Trade Worldwide" downloaden.

Korallenriffe - ein Lebensraum und seine Bewohner
Habitat Verlag Gerd Haegele
+49 (0)89-52 38 90 37
www.habitat-verlag.de
info@gerd-haegele.de
ISBN: 3-9809516-0-X
Anzahl Abbildungen: 1800 Unterwasser-Fotografien plus Grafiken und Animationen
Preis: 24,80 €;

Hier gelangen Sie zu unserer Rezension der CD-ROM:

Hier können Sie die CD-ROM Korallenriffe - ein Lebensraum und seine Bewohner
direkt bestellen: http://www.habitat-verlag.de

Autor: KATALYSE Institut

Abfallkatalog

Der von der EU aufgestellte Abfallkatalog enthält alle Abfälle nach Herkunft in Abfallarten differenziert und mit einem sechsstelligen Abfallschlüssel gekennzeichnet.

Der Abfallschlüssel dient für den Vollzug abfallrechtlicher Regelungen der Verordnung zur Bestimmung von besonders überwachungsbedürftigen Abfällen (BestbüAbfV).

Autor: KATALYSE Institut

Ökostromlabels

Ökostromlabels helfen bei der Wahl des Ökostromanbieters

Weil die Nachfrage nach Ökostrom in den letzten Jahren stark gestiegen ist, haben sehr viele Stromanbieter Ökostromtarife in ihr Angebotssortiment aufgenommen. Dabei fällt die Wahl eines guten Ökostromtarifs relativ schwer, weil es eine Vielzahl von Zertifikaten und Labels gibt, die statt Orientierung für Verwirrung sorgen.

Schon bei der Auswahl von einem geeigneten Stromanbieter können Probleme auftreten, da sich die Tarife unter den verschiedenen Stromanbietern unterscheiden. Dass die Wahl eines geeigneten Ökostromtarifs noch schwerer fällt, ist klar.

Die Zertifizierung von Ökostromtarifen

Oft unterscheiden sich die Bezeichnungen für Ökostrom von Stromanbieter zu Stromanbieter. Manchmal heißt er Grünstrom oder Naturstrom, manchmal Ökostrom oder sauberer Strom. Der Grund dafür liegt darin, dass der Begriff Ökostrom in Deutschland gesetzlich nicht definiert ist, was den Stromanbietern die Möglichkeit offen lässt, ihren Ökostrom mit dem Namen zu bewerben, den sie für richtig halten. Ökostromlabels sollen dieses Wirrwarr auflösen aber auch nicht jedes Label hat den selben Aussagewert und deshalb sollte man wissen, welches Label für echten Ökostrom mit zusätzlichem Umweltnutzen steht. Zusätzlicher Umweltnutzen bedeutet in dem Fall, dass der Stromanbieter den Ausbau erneuerbarer Energien finanziell fördern muss und das kann nicht mit jedem Label garantiert werden.

Auf die Qualität des Labels achten

Qualitative Labels heben sich von ihrer Konkurrenz ab, weil sie einen zusätzlichen Umweltnutzen bringen: mit dem Verkauf des hergestellten Ökostroms werden neue Ökostromprojekte finanziert.

Durch die Investition in neue Ökostromprojekte kann der Anteil konventioneller Energien auf dem Strommarkt reduziert werden. Damit verdrängt der Ökostrom konventionelle Stromanbieter automatisch. Stattdessen entsetehen neue Wind- und Wasserkraftwerke oder Solarkraftanlagen.

Besonders strenge Kriterien und damit eine hohe Aussagekraft haben insbesondere das OK-Power Label, das Grüner Strom Label und die Zertifizierungen vom TÜV.

Das sind die wichtigsten Labels auf dem Markt

Das OK-Power Label wird an Stromanbieter vom EnergieVision e. V. vergeben. Der Verein wird von der Verbraucherzentrale NRS, dem WWF Deutschland, dem Ökoinstitut und zahlreichen anderen gemeinnützigen Organisationen getragen. Jeder zertifizierte Ökostromtarif muss aus erneuerbaren Quellen stammen und die Stromanbieter verpflichten sich dazu einen Teil des Gewinns in neue Ökostromprojekte zu investieren. Die Anlagen zur Ökostromgewinnung müssen außerdem auch ökologische Standards erfüllen, damit es das Label gibt.

Das Grüner Strom Label wird von Grüner Strom Label e. V. vergeben und vom BUND und NABU sowie anderen gemeinnützigen Organisationen getragen.

Um die Zertifizierung zu erhalten, muss der Stromanbieter beweisen, dass der Ökostrom auch wirklich aus erneuerbaren Quellen gewonnen wird. Außerdem muss die Anlage zur Stromgewinnung wie beim OK-Power Label ökologische Mindestvoraussetzungen erfüllen.

Das Label gibt es, wenn der Strom nachweislich aus erneuerbaren Quellen oder Anlagen gewonnen wird, die die umweltfreundliche Kraft-Wärme-Kopplung nutzen. Der Förderbeitrag, der aus dem Stromverkauf gewonnen wird, muss in neue Ökostromprojekte fließen. Dass das Geld investiert wird, muss der Stromanbieter ebenfalls beweisen.

Zertifikate vom TÜV Nord / TÜV Süd / TÜV Rheinland

Vergabestellen für Ökostromzertifikate sind auch der TÜV Nord, der TÜV Süd und der TÜV Rheinland. Jedes Label bringt unterschiedliche Kriterien mit sich. Die Gemeinsamkeit: bei jedem Zertifikat muss der Ökostrom nachweislich aus regenerativen Quellen stammen und ein bestimmter Beitrag muss in den Ausbau erneuerbarer Energien Projekte fließen.

Das Besondere an den TÜV Labels: mit ihnen verpflichtet sich der zertifizierte Stromanbieter, dass der gewonnene Strom nicht aus Anlagen stammen darf, die älter als 6 und 12 Jahre alt sind. Dies soll die Modernisierung der Kraftwerke fördern, um die Effizienz bei der Ökostromherstellung zu gewährleisten.

Diese TÜV Zertifikate stehen für echten Ökostrom mit Zusatznutzen für die Umwelt:

  • TÜV Süd: „EE01“ und „EE02“
  • TÜV Nord: „geprüfter Ökostrom durch TÜV Nord CERT“
  • TÜV Rheinland: „100 % erneuerbare Energie“

 

Es werden nur Ökostromprodukte zertifiziert, keine Stromanbieter

Mit den oben aufgeführten Ökostromlabels und –zertifikaten werden keine Stromanbieter zertifiziert, sondern ausschließlich deren Ökostromprodukte, die separat hergestellt werden. Das bedeutet, dass auch ein Stromanbieter, der in erster Linie den Strom aus fossilen Brennstoffen gewinnt, ebenfalls ein gesondertes Produkt zertifizieren lassen kann. Zwar wird in dem Fall in den Ausbau erneuerbarer Energien Projekte investiert, jedoch werden weiterhin fossile Brennstoffe für die Hauptproduktion verwendet, weshalb der Umweltnutzen im Endeffekt doch nicht so groß ist. RWE und Vattenfall beispielsweise haben Ökostromzertifikate, auch wenn über 90 % des Stroms aus Kohle gewonnen wird.

Der größte Umweltnutzen entsteht, wenn der Strom von einem richtigen Ökostromanbieter bezogen wird. Es gibt in Deutschland neben den unzähligen kleinen, meist regional begrenzten Ökostromanbietern, vier Große:

  • Lichtblick
  • Naturstrom
  • Greenpeace Energy
  • EWS Schönau

Um sich von der Atom- und Kohleindustrie abzugrenzen, verzichten die Ökostromanbieter auf jegliche Zertifizierungen, die sie mit den entsprechenden Industrien in Verbindung bringen könnten.

Die Forderung eines einheitlichen Labels

Das OK-Power Label und das Grüner Strom Label genießen sowohl beim Verbraucherschutz als auch bei den Endkunden ein großes Vertrauen. Neben den beiden seriösen Labels, gibt es aber nach wie vor sehr viele andere Labels, die keine Aussagekraft besitzen und die Kunden hinter das Licht führen. Verbraucherzentralen setzen sich daher für eine einheitliche gesetzliche Definition von Ökostrom ein und wollen außerdem ein einheitliches Label schaffen, das endlich Licht ins Dunkle bringt. Labels ohne Aussagekraft würden demnach verboten werden.

Bis es soweit ist, bleibt nichts anderes übrig außer die Augen offen zu halten und sich vor einem Wechsel zu Ökostrom ordentlich zu informieren.

Weitere Informationen zu den Labels und zum Thema Ökostrom gibt es unter: http://energieinitiative.org/stromanbieter-wechseln/

Autor: Manfred Strecker (energieinitiative.org)

Dispersionsfarben

Dispersionslacke können mit dem Umweltzeichen ausgezeichnet werden.

Dispersionswandfarben sind wegen ihrer Lösemittelarmut umweltschonend. Neue Entwicklungen, auch aus den Naturharzdispersionsfarben-Sektor (Naturfarben) haben zu nahezu emissionsfreien Dispersionswandfarben geführt.

Autor: KATALYSE Institut

Dichtungsstoffe

D. dienen der flächigen Abdichtung von Bauteilen gegen Feuchtigkeit und Wasserdampf und dem luft- und wasserdichten Schließen von Ritzen und Fugen.

Gegen Feuchtigkeit schützen Anstriche, Spachtelmassen und Folien. Wasserdampf wird durch Dampfsperren abgehalten. Ritzen und Fugen werden durch Fugenprofile und -bänder, Montageschäume und elastische und plastische Dichtungsmassen abgedichtet. Die dabei verwendeten Stoffe sind Polyurethane (PU), PVC, Neoprene, (Butadien), Polyethylen, Polysulfid, Acrylharze, Thiokol, Epoxidharze, Silikon, Kautschuk, Bitumen.

Ihre gesundheitliche Gefährdung für den Menschen reicht von Reizungen der Schleimhäute und Übelkeit bis hin zur Krebserregung. D. vermindern den Austausch der Raumluft mit der Außenluft. Enthält die Wohnung Baustoffe oder Einrichtungsgegenstände, aus denen giftige Gase entweichen, so kann eine zu starke Abdichtung der Außenwand zusätzliche Gefahr für die Bewohner darstellen. Besser ist es, Feuchtigkeitsschutz und Verhinderung von Zugluft durch konstruktive (z.B. Vermeiden durchgehender Fugen) statt chemischer Maßnahmen zu erreichen.

D. in Bauteilen: Mit dem zunehmenden Rückgang von Massivbauteilen und den immer höheren Qualitätsanforderungen hat das Abdichten von Wärme und Feuchtigkeit einen immer größeren Stellenwert eingenommen. Bestimmte Bauausführungen wie Flachdächer, Dachterrassen, große Sanitäranlagen bergen ihrerseits erhöhte Feuchtigkeitsgefahren. Zur Bewältigung derartiger moderner Bauwerksproblematik bietet die Industrie mittlerweile eine Vielzahl von Produkten an.
Von allen D. sind Silikon und Silikon-Kautschukprodukte baubiologisch noch am günstigsten zu bewerten.

In älteren D. können sich giftige PCB verbergen. In Zweifelsfragen sollte man einen Sachverständigen zu Rate ziehen und keinesfalls eigene "Sanierungen" vornehmen.

Autor: KATALYSE Institut

Denkmalschutz

D. bezieht sich sowohl auf den Schutz historischer Bau- und Kulturdenkmäler als auch von Kulturlandschaften und Landschaftsteilen, die als kulturgeschichtlich bedeutsam zu erhalten sind.

Nach 1, Abs.3 BauGB ist die "...Berücksichtigung des Denkmalschutzes..." festgesetzt. Bezogen auf Baudenkmäler wird der D. von den einzelnen Bundesländern durch das zentrale Landesamt für D. mit dem Landeskonservator wahrgenommen. Denkmalschutzwürdige Bauten werden in amtliche Verzeichnisse, die Denkmalschutzbücher oder -listen eingetragen. Besitzer eines unter D. stehenden Gebäudes sind verpflichtet, jede bauliche Veränderung mit der örtlichen D.-Behörde abzustimmen.

Im Bundesnaturschutzgesetz ist festgeschrieben worden, daß historische Kulturlandschaften und Landschaftsteile, von besonderer Eigenart, zu erhalten sind. Hierzu gehören neben Knick-, Hecken-, Terrassen-, Weinberg- und Siedlungslandschaften auch Alleen, Hecken, Feldgehölze, Baum- und Gehölzgruppen, Ufergehölze, Schilf- und Rohrbestände, Moor und Streuwiesen, Feuchtgebiete und Wasserflächen.

Autor: KATALYSE Institut

Dämmung

Unter Dämmung kann Wärmedämmung sowie Schalldämmung verstanden werden.

Wärmedämmung verrringert Wärmeverluste von Gebäuden an die Umgebung (Wärmetransport). Hierzu gehören u.a.: die Verwendung von schlecht wärmeleitenden Baustoffen (U-Wert) für Außenwände und Dächer, der Einbau von wärmedämmenden Fenstern (Wärmeschutzverglasung) sowie das Vermeiden von Wärmebrücken und unkontrolliertem Luftaustausch.

Ein 100 m2 großes ungedämmtes Einfamilienhaus Baujahr 1960 verbraucht pro Jahr ca. 3.700 Liter Heizöl, ein nach der Wärmeschutzverordnung 1982/84 gebautes Haus ca. 1.500 Liter, ein nach der Wärmeschutzverordnung 1995 etwa 1.000 Liter und ein nach dem aktuell errichtetes Niedrigenergiehaus nur noch etwa 500-700 Liter.

Unter Schalldämmung wird die Verhinderung bzw. Behinderung der Fortpflanzung von Schallwellen durch eine Trennfläche verstanden. Der Schall wird an der Trennfläche vorwiegend reflektiert, d.h. zum Ausgangsort zurückgeworfen. Sie ist nicht mit der Schalldämpfung zu verwechseln. Für eine funktionierende S. ist es wichtig, dass die Trennfläche möglichst dicht ist. Aufgrund der unterschiedlichen Übertragungswege wird zwischen der Dämmung von Luftschall und der von Körperschall unterschieden.

Autor: KATALYSE Institut

Dämmstoffe

Wärmedämmstoffe, Schalldämmung

Autor: KATALYSE Institut

Dachbegrünung

Die Begrünung flacher und geneigter Dächer stellt besonders in dicht besiedelten Gebieten einen wichtigen Beitrag zum Klima des Gebäudes und der Umgebung dar.

Als Ersatz für verbaute Freiflächen bietet die D. Lebensraum für Pflanzen, Insekten und Tiere. Mit ihrer klimaregulierenden Wirkung schützt die D. vor sommerlicher Sonneneinstrahlung und bietet je nach Aufbau Wärmedämmeffekte. Gleichzeitig wird eine Verbesserung der Luft durch Binden von Verunreinigungen wie Staub und Schadkeimen sowie die Produktion von Sauerstoff bewirkt.

    Man unterscheidet zwischen:

  • Extensiver Begrünung, d.h. niedrige Stauden, Gehölze, Wildkräuter, Gräser bei dünnschichtigem vereinfachtem Bodenaufbau
  • Intensiver Begrünung, d.h. Rasen Stauden, Gehölze, punktuell Sträucher und Bäume, anspruchsvolle Pflanzen bei dickschichtigem differenziertem Bodenaufbau.

Zu beachten sind zusätzlich entstehende Lasten, vor allem bei nachträglicher D., sowie die sorgfältige Ausführung der Abdichtungen.

 

Autor: KATALYSE Institut