Becquerel

Maßeinheit für den radioaktiven Zerfall von Atomkernen (Aktivität).

Eine radioaktive Substanz besitzt die Aktivität von 1 Becqerel (Bq), wenn pro Sekunde genau ein Atomkern zerfällt.
Radioaktivität und Strahlung, Maßeinheiten

 

Autor: KATALYSE Institut

Ausbreitung

Die in Luft, Wasser oder Boden verdünnten Emissionen werden als A. bezeichnet.

Eine radioaktive Substanz besitzt die Aktivität von 1 Becqerel (Bq), wenn pro Sekunde genau ein Atomkern zerfällt.
Radioaktivität und Strahlung, Maßeinheiten

Autor: KATALYSE Institut

Atomwaffentests

Zwischen 1945 und 1991 wurden von den fünf Nuklearmächten USA, UdSSR, Frankreich, England und China über 1.900 A. durchgeführt.

USA und UdSSR unterzeichneten 1963 das Teststoppabkommen, nach dem keine A. in der Atmosphäre, im Weltraum und unter Wasser gezündet werden dürfen. Frankreich und China stellten ihre oberirdischen A. erst 1975 bzw. 1981 ein. Unterirdische A. werden weiterhin durchgeführt, 1990 insgesamt 18. Ein generelles Verbot von A. scheitert bislang am Einspruch der USA.
Besondere Schäden gehen von oberirdischen A. aus. Jüngste Studien (Prof. Whyte, Kanada) zeigen einen Zusammenhang zwischen atmosphärischen A. der 50er und 60er Jahre und dem Anstieg der Babysterblichkeit in den USA und England. Nach einer Studie der Internationalen Vereinigung "Ärzte gegen Atomkrieg" werden die 423 oberirdischen A. bis zum Jahr 2000 weltweit 430.000 Krebstote fordern (somatische Strahlenschäden). In den folgenden Jahrhunderten wird der Fallout weiteren 2,4 Mio Menschen das Leben kosten (infolge einer langanhaltenden Erhöhung des C-14-Gehalts).
Darüber hinaus haben die A. riesige Gebiete der Erde auf unabsehbare Zeit verseucht und die Anwohner von Testgebieten hochgradig belastet. Betroffen sind insbesondere Angehörige eingeborener Völker und ethnischer Minderheiten sowie Soldaten, die vor allem in der Anfangsphase der A. der Strahlung schutzlos ausgeliefert waren.
In den USA können seit 1990 Bürger, die infolge oberirdischer A. erkrankt sind, eine Entschädigung von 50.000 Dollar beantragen. Für die Opfer der A. in den 50er Jahren auf den Marshallinseln wurden 45 Mio Dollar bereitgestellt.
Kollektivdosis

Autor: KATALYSE Institut

Atomwaffen

Waffen, die durch Kernspaltung (Uran, Plutonium) oder durch Kernfusion (Wasserstoffbombe, Neutronenbombe Neutronenstrahlung) Energie in Form von Hitze, Druckwellen und ionisierender Strahlung freisetzen (Akute Strahlenschäden).

Kernspaltungs-A. erzeugen durch langlebige Spaltprodukte (Kernspaltung) langanhaltende radioaktive Verseuchungen (Radioaktivität, Halbwertszeit, Anreicherung).
Weitere Folgen: Nuklearer Winter, Fallout, Atomwaffentests, C-14, Tritium.
Die Herstellung von A. ist technisch eng verknüpft mit der friedlichen Nutzung der Kernenergie (Wiederaufarbeitung).
Der A.-Sperrvertrag verpflichtet seine Mitglieder auf die friedliche Nutzung der Kernenergie und die Nichtverbreitung von A.-Technologie. Bis 1991 haben 142 Staaten den A.-Sperrvertrag unterzeichnet. Welche Maßnahmen zur Nichtverbreitung von A. erforderlich sind, ist bis heute strittig. Neben den bekannten Nuklearmächten USA, GUS, Frankreich, Großbritannien, China und Indien werden A. noch bei einer Reihe weiterer Länder vermutet.
Die einzig bislang militärisch eingesetzten A. wurden 1945 von der US-Luftwaffe auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen. Laut Berechnungen der Internationalen Vereinigung "Ärzte gegen Atomkrieg" kamen durch diese beide Abwürfe etwa 300.000 Menschen ums Leben. Die meisten davon nicht unmittelbar durch den Abwurf (akute Strahlenschäden), sondern erst Jahrzehnte später infolge von Spätschäden (somatische Strahlenschäden).
In der UdSSR wurden A. auch im zivilen Bereich wie z.B. beim Tunnelbau eingesetzt.

Autor: KATALYSE Institut

Auto

Im Jahr 2001 bewegten sich 44,3 Millionen PKW in Deutschland. Im Jahr 2020 dürften es 52 Millionen sein. Voraussetzung ist ein Bevölkerungswachstum.

Bei einer schrumpfenden Bevölkerungszahl geht die Studie von ca. 48 Millionen PKW aus. Die Fahrleistung der PKW geht aber zurück von derzeit 12 300 km pro Jahr auf ca. 11 500. Der Spritverbrauch wird von derzeit 7,7 Litern aufgrund neuer Technologien auf 3,7 bis 4,3 Liter fallen.

Neben dem Mobilitätszweck kann das A. für das Erleben eines 'Freiheitsgefühls' stehen, Prestige, das Gefühl von Macht, Stärke und Sicherheit vermitteln, Funktionen, die den Automanagern bekannt sind und in Werbung und Produktion genutzt werden. Doch haben die Nebenwirkungen des beständig steigenden Straßenverkehrs zu unübersehbar schweren Umweltproblemen geführt.

Das A. ist bei Herstellung, Gebrauch und Entsorgung einer der rohstoff-verschwenderischsten Faktoren unserer Industriegesellschaft. Für die Produktion eines A. entstehen beim Hersteller etwa 800 kg
Abfall, bei den Zulieferern weitere 1.300 kg. Werden Rohstoffgewinnung mit Bergbau und Verhüttung eingerechnet, so verursacht jedes A. etwa 25 Tonnen
Abfall, das 20fache seines Eigengewichtes. In jedem Auto sind durchschnittlich 1 t Stahl (Stahlindustrie), Kunststoffe,

Gummi, Glas, Leichtmetalle und Legierungen verarbeitet.

Aufgrund der Materialvielfalt und des hohen Kunststoffanteils können Rohstoffe aus A.-Wracks nur teilweise zurückgewonnen werden (Autorecycling). Hinzu kommen Starterbatterien (Batterie-Entsorgung), Altreifen, Altöl und Schmierstoffe. Ferner werden bei der Produktion Schadstoffe freigesetzt (Automobilindustrie).

Das A. ist, zusammen mit dem Lastkraftwagen (Lkw-Verkehr) für den größten Anteil an der Luftverschmutzung verantwortlich (Schadstoffe aus Kfz, Straßenverkehr, Verkehr). Es trägt zu den Kohlendioxid-Emissionen (Kohlendioxid) aus fossilen Brennstoffen und damit zum Treibhauseffekt bei. Es verbraucht Platz zum Stehen und Fahren (Verkehrsflächenbedarf).

Dies führt zur Zersiedlung und schweren Schädigung des Ökosystems. Es erzeugt Lärm (Straßenverkehrslärm) und ist Mittel zu Verkehrsunfällen.

Umweltkosten werden zunehmend durch Einführung des Verursacherprinzips über Energie- und Ökosteuern, z.B. auf den Benzinpreis, dem Autofahrer angelastet werden.

Eine Reduzierung des A.-Bestandes kann das Auto-Teilen(Carsharing) sein. Wirklich umweltfreundlich sind Fußgänger, Fahrrad, öffentliche Personennahverkehr und Schienenverkehr (Verkehrspolitik).
Verkehrsleistung, Emissionsvergleich mit anderen Verkehrsmitteln: Verkehr

Autor: KATALYSE Institut

Altreifen

Eine Wiederaufbereitung oder Verwertung der in Deutschland anfallenden A. (1987 418.000 t) findet wegen des niedrigen Ölpreises nur in sehr geringem Umfang statt.

Rund ein Drittel der A. werden als Ersatzbrennstoff in Zementwerken eingesetzt. Der Energiegehalt von A. entspricht dem der Braunkohle; aufgrund des Eisengehalts kann aber höchstens 20% der in den Zementwerken benötigten Energie durch A. gedeckt werden. Die Verbrennung stellt durch den sehr hohen Schwefelgehalt des vulkanisierten Gummis erhöhte Anforderungen an die Rauchgasreinigung und ist daher bedenklich.

Ein weiteres Drittel der A. wird noch als
Abfall (direkte Deponierung, Shredder (Autorecycling), Pyrolyse) entsorgt. Auf den Deponien ergeben sich Probleme durch die Bildung von Hohlräumen (Ungeziefer, Ansammlung von Deponiegas).

Zur Runderneuerung (Runderneuerte Reifen) gelangen nur etwa 20% der A. Eine weitere Möglichkeit zum Recycling stellt die mechanische Aufbereitung zu Altreifengranulat dar. Der restliche Teil der A. geht in den Export (Naher Osten, Afrika) oder wird in der Landwirtschaft und Seefahrt verwendet.

Die Verbrennung von A. zur Wärmegewinnung in der Zementindustrie ist eine Quelle von Dioxin- und Furan-Emissionen (Zement).

Autor: KATALYSE Institut

Altautos

Siehe auch: Autorecycling

Autor: KATALYSE Institut

Alkoholkraftstoff

Die Alkohole Methanol und Ethanol sind in reiner Form (M 100 und E 100) oder als Beimischung zu Benzin oder Diesel als Kraftstoff geeignet.

In einem größeren Forschungsprogramm liefen etwa 900 Pkw mit einem M 15 Kraftstoff (15% Methanol, 85% Benzin) und wurden durch 30 Tankstellen im Bundesgebiet und besonders in Berlin versorgt. Motiv ist hauptächlich das wirtschaftliche Interesse an Kohlevergasung und Verwertung von Biomasse als Ersatz für Erdöl.

Die Vorteile sind: höhere Klopffestigkeit (Oktanzahl) mit der Möglichkeit höherer Verdichtung und höherem Wirkungsgrad, etwas geringere Kohlenmonoxid-, Kohlenwasserstoff- und Stickoxid-Emissionen (Schadstoffe aus Kfz).

Die Nachteile sind: höhere Formaldehyd-Emission, größeres Volumen und fast doppeltes Gewicht pro Energieeinheit und Wasserempfindlichkeit.

Siehe auch: Benzin, Diesel, Kraftstoff, Biomasse, Kraftstoff, Autoantrieb

 

Autor: KATALYSE Institut

Abrieb

Abrieb entsteht durch die Abnutzung von Fahrbahnbelag, Fahrzeugreifen, Bremsbelägen und metallischen Bremsteilen.

Genaue Mengenangaben gibt es nicht, allein die Menge des Reifenabriebes wird auf über 200.000 t/Jahr geschätzt. Besonders gefährlich ist die Freisetzung von Bitumen, Asbest, Zink, Blei, Nickel und Chrom. Kleinfaserige Partikel (z.B. Asbest) können den Menschen direkt über die Atemluft gefährden. Der Abrieb belastet in der Umgebung der Straßen Boden, Oberflächengewässer und Pflanzen.

Siehe auch: Regewasser, Streumittel

Autor: KATALYSE Institut

Anreicherung

(radioaktiver Stoffe in Organismen) Erhöhung der Konzentration von Stoffen in biologischen Systemen.

Tiere, Pflanzen und speziell auch Menschen nehmen bestimmte chemische Substanzen, die sie für ihre Lebensvorgänge benötigen, bevorzugt aus der Nahrung auf und speichern sie. Da sich radioaktive Isotope (Radionuklid) chemisch nicht von ihren nichtradioaktiven Isotopen unterscheiden, werden sie genau wie diese angereichert. Untersucht man die Ausbreitung radioaktiver Stoffe in Ökosystemen und Nahrungsketten bis hin zum Menschen, sind Anreicherungs-Vorgänge wichtige Größen. Sie werden beschrieben anhand von Transferkoeffizienten. Für die innere
Strahlenbelastung des Menschen spielt es eine entscheidende Rolle, ob radioaktive Substanzen, die über Luft, Wasser oder Nahrung in den Körper gelangt sind (Inkorporation), wieder ausgeschieden oder in einzelnen Organen angereichert werden, dort lange bleiben und zu hohen Organbelastungen führen (Strahlendosis, Organdosis, Halbwertszeit).

Die besondere Gefährlichkeit zahlreicher künstlich erzeugter radioaktiver Substanzen (z.B. aus Kernkraftwerken) liegt in ihrem Anreicherungs-Verhalten begründet. Viele Organe reichern natürlich vorkommende radioaktive Stoffe gar nicht oder nur in kleinen Mengen an, während sie künstliche radioaktive Stoffe in großen Mengen aufnehmen und speichern. Radioaktives Iod ist ein Beispiel für eine künstlich erzeugte radioaktive Substanz mit hoher Anreicherung: Iod wird zunächst von Pflanzen (Gras) aufgenommen und reichert sich über die weidende Kuh in deren Milch an. Trinkt ein Mensch diese Milch, gelangt das Iod in seinen Körper und wird in hohem Maße in der Schilddrüse angereichert, wo es zu starken Organbelastungen führt.


Strahlenbelastung, Strahlenschäden, Radioaktivität, Bioakkumulation

Lit.: P.Weish/E.Gruber: Radioaktivität und Umwelt, Stuttgart 1986; KATALYSE (Hrsg.): Strahlung im Alltag, Frankfurt 1986

Autor: KATALYSE Institut

Alphastrahlung

Eine Möglichkeit des radioaktiven Zerfalls (Radioaktivität) ist der Alphazerfall, bei dem bestimmte Radionuklide, die Alphastrahler, Heliumkerne mit einer Geschwindigkeit von etwa 15.000 km/sec (entspricht einer Energie von etwa 3 MeV) aussenden.

Diese schnell fliegenden Heliumkerne werden Alphateilchen bzw. A. genannt. Sie bestehen aus 2 Protonen und 2 Neutronen. Der Alphazerfall ist häufig von der Aussendung von Gammastrahlung begleitet. Da Alphateilchen in Luft nur wenige Zentimeter weit fliegen, bis sie ihre Energie vollständig abgegeben haben (Abschirmung), werden Alphastrahler für den Menschen erst gefährlich, wenn sie auf die Haut gelangen oder vom Organismus durch Essen, Trinken oder Atmen aufgenommen werden (Inkorporation). Dort stellen sie eine große Gefahr für den Organismus dar (Ionisierende Strahlung, Radioaktivität und Strahlung, Maßeinheiten,
Strahlenbelastung, Strahlenschäden). Einige Alphastrahler und ihre physikalischen Halbwertszeiten: Uran-238: 4,47 x 109 Jahre/Radon-222: 3,82 Tage/Thorium-232:1,41x1010 Jahre/Plutonium-239: 24.400 Jahre.

Autor: KATALYSE Institut

Aktivität

Die A. eines radioaktiven Stoffes gibt die Zahl der pro Sekunde zerfallenen Atomkerne an.
(Radioaktivität und Strahlung, Maßeinheiten)

Autor: KATALYSE Institut

Aktivierung

Erzeugung von Radionukliden durch die Einwirkung von Teilchenstrahlung, insbesondere Neutronenstrahlung.

So werden z.B. Kühlmittel von Kernkraftwerken und Legierungszusätze des Reaktordruckbehälters (Kernreaktor) aktiviert. Aktivierte Materialien müssen als Atommüll entsorgt werden.

Autor: KATALYSE Institut

Abschirmung

Abschirmung nennt man Schutzeinrichtungen, die insb. Menschen vor ionisierender Strahlung schützen sollen.

Dies kann auf seiten der Strahlungsquelle erfolgen (Radionuklide werden in Bleiziegeln verpackt, der Reaktordruckbehälter im Kernreaktor besitzt eine Betonummantelung) oder auf seiten der zu schützenden Person mit Bleischürzen. Blei eignet sich besonders gut zur Abschirmung von Gammastrahlung, Wasser und Beton zur Abschirmung von Neutronenstrahlung.

Die Abschirmung absorbiert Strahlungsenergie; ist sie dick genug, kann sie die gesamte Strahlung schlucken. Eine 10-15 cm dicke Betonschicht schluckt z.B. die Hälfte einer typischen Neutronenstrahlung. Die kurzreichweitige Alphastrahlung kann bereits durch ein Blatt Papier abgeschirmt werden.
Strahlenschutz, Strahlenschäden

Autor: KATALYSE Institut

Wildnis

Der Begriff W. ist kulturell unterschiedlich besetzt und reicht von der Wildpflanzenecke im Garten bis hin zum gefährlichen tropischen Urwald.

Der große Unterschied zwischen W. und der rasch um sich greifenden Zivilisation, hat in USA viel früher zur Achtung der W. als in Europa geführt. In Europa hat sich die Landschaft mit seinen menschlichen Nutzungsformen entwickelt und damit W. weitgehend verdrängt.

W. bedeutet im ursprünglichen Sinn Ödland, Brache oder Urwald. W ist teilweise negativ belastet, weckt Urängste (gefährliche Tiere wie Wolf, Bär) und fordert zum Bezwingen und Nutzen heraus.

Autor: KATALYSE Institut

Wattenmeer

Amphibisches Ökosystem zwischen Hoch- und Niedrigwasserlinie, das vom natürlichen Ungleichgewicht durch Wechsel der Überflutung lebt.

Die im W. lebende Tier- und Pflanzenwelt ist an den ständigen Wechsel von Flut und Ebbe angepaßt und nutzt das reichliche Nahrungspotential. Mit jeder Flut wird Plankton aus der Nordsee in das W. eingebracht, ebenso führen Flüsse Nährstoffe heran. Zusammen mit günstigen Lichtverhältnissen bei Niedrigwasser bewirkt der hohe Nährstoffeintrag reichliches Algenwachstum.

Algen dienen Muscheln, Schnecken und Würmern als Nahrung, von denen sich wiederum Fische, Krebse und Vögel ernähren. Die hohe Produktivität des W. an tierischer Biomasse wurde von jeher durch die Fischerei genutzt. Die Gefahr für das Ökosystem W. geht heute von zusätzlicher Nutzung durch den Menschen aus: Transportweg, Tourismus, Eindeichung, militärische Übungsgebiete, Abfallbeseitigung etc. Besonders die Einleitung von Abwässern mit düngenden und giftigen Substanzen (Schwermetalle, Halogenkohlenwasserstoffe, Ölprodukte, Dünnsäure, düngende Stoffe wie Phosphat und Nitrat usw.) verändert das ökologische Gefüge.

Ein erhöhter Nährstoffgehalt führt zu einer Massenentwicklung von bestimmten Planktonarten. Beim Absterben steigen diese zunächst nach oben und färben das Wasser. Später absinkendes totes Plankton verursacht in Jahren mit geschichtetem Nordseewasser Sauerstoffmangel in der Tiefe. Mehr Plankton führt auch zu mehr Muscheln, algenfressenden Bodentieren und Schnecken. Außerdem entstehen vermehrt blattförmige Grünalgen. Diese wachsen zu dicken Matten und ersticken das Leben unter sich im Wattboden.

Verschiedene Schadstoffeinträge können sich gegenseitig beeinflussen. Dadurch lassen sich Auswirkungen von Schadstoffen nur schwer erfassen. Z.B. können erhöhte Einträge von Düngemitteln die Giftwirkung bestimmter Stoffe kompensieren, so daß die Produktivität von Biomasse nichts über die Schädigung bestimmter Tier- oder Pflanzenarten aussagt.

Die 1986 erfolgte Gründung des Nationalparks W. sorgt für erste, noch völlig unzureichende Schutzvorkehrungen. Seit dem 18.2.1991 gilt für die Nordsee die Katogorie 5 des Internationalen Übereinkommens zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe (MARPOL). Diese Übereinkunft verbietet jegliches Überbordkippen von Schiffsabfall. Leider finden die Kategorien 1,2 und 4 keine Anwendung für die Nordsee. Demnach dürften keine ölhaltigen Gemische, Ladungsreste von Chemikalien und Schiffsabwässer mehr in die Nordsee eingeleitet werden.

  • Ökosystem

Autor: KATALYSE Institut

Wasserschutzgebiet

Das W. ist ein spezielles gesetzliches Instrument, Grundwassernutzungen für die öffentliche Wasserversorgung zu schützen.

Es ist in mehrere Zonen gegliedert, für die abgestufte Handlungsbeschränkungen und Verbote gelten. Das W. wird von der Kreisverwaltungsbehörde auf Antrag des Betreibers der Wasserversorgung festgesetzt.

Der unmittelbare Einzugsbereich von Trinkwassergewinnungsanlagen muss frei von wassergefährdenden Stoffen sein. Die zuständige Wasserbehörde kann für ein genau bezeichnetes Gebiet ein Wasserschutzgebiet festlegen. In diesem Wasserschutzgebiet können Handlungen (z.B. Transporte von Gefahrgut) verboten werden, die das Gewässer gefährden.
Für die öffentliche Trinkwasserversorgung sind grundsätzlich Wasserschutzgebiete einzurichten.

Autor: KATALYSE Institut

Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen

Das W. wurde 1973 aufgrund einer Empfehlung der Konferenz der Vereinten Nationen über die Umwelt des Menschen (Stockholm 1972) abgeschlossen und ist 1975 völkerrechtlich in Kraft getreten.

In der BRD ist das W. seit 1976 in Kraft, und seit 1984 wird das Übereinkommen in der gesamten EG nach gemeinschaftlichen Regeln durchgeführt. Dabei hat die EG in der Verordnung zur Anwendung des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen in der Gemeinschaft" von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, strengere Vorschriften als die im W. festgelegten zu erlassen.

Dies gilt allerdings nur für die Außengrenzen der EG. Bis heute sind dem Übereinkommen fast 100 Staaten beigetreten. Ziel des Übereinkommens ist es, durch Einschränkung des internationalen Handels eine der Hauptursachen der Gefährdung bestimmter Tier- und Pflanzenarten zu beseitigen. Das W. sieht ein umfassendes Kontrollsystem für den Handel mit Tieren und Pflanzen geschützter Arten, deren ohne weiteres erkennbare Teile sowie ohne weiteres erkennbare hieraus gewonnene Erzeugnisse, vor.

Handel im Sinne des Übereinkommens ist die Ausfuhr, die Wiedereinfuhr, die Einfuhr sowie das Einbringen aus dem Meer. Die vom Übereinkommen erfaßten Tier- und Pflanzenarten sind entsprechend ihrer Schutzbedürftigkeit in drei Listen als Anhänge zum W. aufgeführt, die ständig überprüft und angepaßt werden.

Anhang I enthält die von der Ausrottung bedrohten Arten, deren Handel nur in Ausnahmefällen zugelassen wird, zu kommerziellen Zwecken ist er praktisch ausgeschlossen, z.B. verschiedene Arten von Meeresschildkröten. Die Einfuhr setzt sowohl das Vorliegen einer Einfuhrgenehmigung des Importstaates als auch eine Ausfuhrgenehmigung oder Wiederausfuhrbescheinigung des Exportstaates voraus.

Im Anhang II sind solche Tier- und Pflanzenarten erfaßt, deren Erhaltungssituation zumeist noch eine geordnete wirtschaftliche Nutzung unter wissenschaftlicher Kontrolle zuläßt, z.B. den Luchs. Diese Arten können unter bestimmten Voraussetzungen gehandelt werden, wobei für die Einfuhr lediglich eine Ausfuhrgenehmigung oder Wiederausfuhrbescheinigung des Exportstaates erforderlich ist.

Importstaaten können die Herkunftsländer bei der Ausfuhr von Anhang-II-Exemplaren nur unterstützen, indem sie den legalen Export überprüfen. In einem Anhang III sind solche Arten aufgeführt, die von einer Vertragspartei in ihrem Hoheitsgebiet einer besonderen Regelung unterworfen sind.

Nach Angaben des WWF werden jährlich bis zu 40.000 lebende Papageien, bis zu 1.000 Krokodile, Warane und mehrere tausend Riesenschlangen nach Deutschland, das zu den bedeutendsten Einfuhrländern wildlebender Tiere gehört, importiert.

Stärkere Importkontrollen sowie eine schärfere Rechtssprechung sind zur Durchführung des W. nötig. Ebenso wichtig ist die Änderung des Konsumverhaltens der Verbraucher, so daß die Nachfrage nach lebenden Wildtieren und Fellen geschützter Tiere gesenkt wird.

Lit.: BMU: Umweltbericht 1990

Autor: KATALYSE Institut

Waldfläche

Die W. der Erde beträgt etwa 3,9 Mrd ha. Durch unterschiedliche Eingriffe des Menschen nimmt sie ständig ab

Allein durch Raubbau am tropischen Regenwald, aber auch durch emissionsbedingtes Waldsterben und Ausdehnung von Siedlungsflächen, nimmt die W. jährlich ca. 13,5 Mio ha ab. Die Folgen sind u.a. Klimaveränderungen, Überschwemmungen, Ausbreitung der Wüsten, Verlust von fruchtbarem Humus und im Gebirge häufigerer Abgang von Lawinen und Steinschlägen (Waldfunktionen, Alpen ).
Die W. Deutschlands beträgt 10,4 Mio ha und bedeckt 30% des Landes. In Europa ist etwa eine Fläche von 1,1 Mrd ha mit Wald bedeckt, das sind etwa 39% der Gesamtfläche (s. Tab).

Autor: KATALYSE Institut

Verkehrswegeplanungsbeschleunigungsgesetz

Durch das Verkehrswegeplanungsbeschleunigungsgesetz wurde die Öffentlichkeitsbeteiligung bei der UVP im Raumordnungsverfahren bei Verkehrswegen in den neuen Bundesländern herausgenommen

In den neunziger Jahren wurden eine Reihe von Gesetzen zur Beschleunigung der Planungen für die Verkehrswege in den neuen Ländern sowie im Land Berlin ,"kurz": Verkehrswegeplanungsbeschleunigungsgesetz -VerkPBG vom 16.12.91 ( BGBl I, 2174) betreffend:
Bundeseisenbahnen, Bundesfernstraßen und Bundeswasserstraßen, Verkehrsflughäfen - Straßenbahnen in den neuen Bundesländern erlassen.

Ebenso ein Gesetz zur Vereinfachung der Planungsverfahren für Verkehrswege (PlanungsvereinfachungsG) vom 17.12.1993 (BGBl I, 2123): keine UVP erforderlich und Straffung des Anhörungsverfahrens innerhalb eines Monats nach Vorlage der Unterlagen durch den Vorhabensträger hat die Anhörungsbehörde Stellungnahmen einzuholen
und Planauslegung in den Gemeinden zu veranlassen
vom Vorhaben berührte Behörden haben sich binnen 3 Monaten zu äußern nach Ablauf der Einwendungsfrist hat die Anhörungsbehörde binnen 3 Monate die Erörterung abzuschließen und ihre Stellungnahme binnen eines Monats abzugeben bei Änderungen von Bundesfernstraßen Möglichkeit des Absehens von
der förmlichen Erörterung nach § 73 VI VwVfG (zugl. Einbeziehung der Öffentlichkeit n. § 9 I 2 UVPGG; jedoch ist Einwendern dann Gelegenheit zur Äußerung zu geben.

Autor: KATALYSE Institut

Urwald

U. sind definitionsgemäß bislang vom Menschen unberührte oder nicht veränderte, wildwachsende Waldgebiete.

Sie zeichnen sich durch eine stabile Struktur, einen ausgeglichenen Nährstoffkreislauf und optimal angepaßte Pflanzenmischung aus. Gleichaltrige, verjüngte Reinbestände können sich nach Waldbränden u.a. Naturkatastrophen bilden. Die größten zusammenhängenden U.-Flächen finden sich heute in tropischen und subtropischen Gebieten, werden derzeit aber durch intensiven Raubbau ausgeholzt und in Ödland verwandelt (Regenwald).

Aber auch außerhalb der Tropen wird U. vernichtet. In Ländern wie Kanada und Finnland werden riesige natürliche U. für die kommerzielle Holznutzung gefällt, ohne daß eine nachhaltige Forstwirtschaft betrieben wird.

Mehr als 25% der Primärproduktion an Pflanzenmasse wird allein von (sub)tropischen Regenwäldern und regengrünen Monsunwäldern geliefert, außeredem ein wesentlicher Anteil an Sauerstoff.

In Deutschland gibt es so gut wie keine echten U. mehr. Nach dem Bundeswaldgesetz von 1975 sollen aber landschaftstypische Naturwälder zur Sicherung von Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen erhalten oder wiederhergestellt werden (Bayerischer Wald).

Eine forstwirtschaftliche Nutzung dieser Wälder ist nicht, eine Begehung nur über schmale, vorgeschriebene Wege erlaubt. Bei Gefährdung benachbarter Wirtschaftswälder durch Schädlinge u.ä. sind aber Forstschutzmaßnahmen (Anwendung von Pestiziden, Holzeinschlag u.ä.) erlaubt.

Autor: KATALYSE Institut

Trinkwasserschutzgebiet

Nach der DIN 2000 soll Trinkwasser als Naturprodukt so naturbelassen wie möglich sein.

Das Wasserschutzgebiet wird durch Verordnung festgesetzt. Vom DVGW und Länderarbeitsgemeinschsft sind gemeinsam Schutzgebietsrichtlinien erstellt worden.

siehe auch Stichwort Wasserschutzgebiet

Autor: KATALYSE Institut

Symbiose

Mit S. ist eine Beziehung zwischen zwei Arten gemeint, von der beide Beteiligten profitieren

Im englischen Sprachgebrauch wird hierfür der Begriff Mutualismus verwendet. Das englische "symbiosis" ist dagegen der Überbegriff für das "Zusammenleben" verschiedener Arten - egal ob es sich um Parasitismus, Kommensalismus oder Mutualismus handelt.

Beispiel:
Im Ökosystem Korallenriff sind die in Korallen und anderen Tieren lebenden einzelligen Algen von zentraler Bedeutung. Sie werden auch Zooxanthellen genannt und gehören vorwiegend zu den Dinoflagellaten und Diatomeen. Eine ähnliche Bedeutung haben vermutlich bestimmte Bakterien für die Lebensgemeinschaften an den mittelozeanischen Tiefseerücken. Statt Licht nutzen sie als Energiequelle
anorganische Verbindungen wie Schwefelwasserstoff oder Methan, die zusammen mit der heißen Lava aus den unterseeischen Vulkanschloten strömen. Zu den Wirtstieren der auch frei lebenden Bakterien gehören Muscheln und Röhrenwürmer (Pogonophoren). Die heute bekannten Beispiele für Endosymbiose sind auch für Evolutionsbiologen interessant. Sie liefern einen Hinweis, wie eukaryotische Zellen (mit Zellkern) aus den einfacher gebauten Prokaryoten (Bakterien) entstanden sein könnten.

Quelle: Haegele, Gerd: Korallenriffe, CD-ROM im Habitat-Verlag, München 2004
Bestellung unter: www.habitat-verlag.de

Autor: KATALYSE Institut