Maximale Raumluftkonzentration

Seit der Diskussion um Holzschutzmittelwirkstoffe wurden vom Bundesgesundheitsamt (BGA) M. in Innenräumen festgelegt (MRK).

In letzter Zeit bezieht sich das BGA allerdings nicht mehr auf die M.-Werte und legt auch keine neuen mehr fest. M.-Werte sind Schwellenwerte, unterhalb derer aber ein gesundheitliches Risiko nicht ausgeschlossen werden kann.

M.-Werte haben keinen offiziellen Charakter und sollten nicht als Maßstab für die Qualität von Innenräumen verwendet werden. Mangels Grenzwerten für die Innenraumluft wird man z.Z. aber an M.- und MIK-Werten nicht vorbeikommen, um Forderungen nach Abstellen von Innenraumschadstoffquellen rechtlich Nachdruck zu verleihen.

Zur Einschätzung der Dringlichkeit von Sanierungsmaßnahmen können die Mindestanforderungen der Hamburger Umweltbehörde an die Innenraumluftqualität (MIQ) herangezogen werden, die durchweg niedriger liegen als die bisher zur Orientierung und Abschätzung des Risikos verwendeten MIK-Werte, sowie die Luftqualitätsleitlinien (LQL) der Weltgesundheitsorganisation für Schadstoffe der Außenluft, die ausdrücklich für Innenräume anwendbar sind.

Für einige Schadstoffe werden Sanierungssschellen- und Zielwerte diskutiert. Der Sanierungsschwellenwert ist der Wert, bei dessen Überschreitung eine Sanierung empfohlen wird, da die Schadstoffkonzentration im Innenbereich die Schwelle einer evtl. Gesundheitsgefährdung für Menschen überschritten hat. Sie liegen z.T. erheblich unter der M., weit höher jedoch als eine anzustrebende Innenraumluftkonzentration, die auch Sanierungszielwert genannt wird.

So liegt in Baden-Württemberg der Sanierungszielwert für Dichlofluanid bei bei 0,000.05 mg/m3, die M. jedoch bei 0,12 mg/m3. Die Hamburger Umweltbehörde setzt Sanierungszielwerte für die krebserregenden Stoffe Furmecyclox von 0,000.011 mg/m3 (M.-Wert 8 mg/m3) und
Lindan von 0,003 mg/m3 (M.-Wert 0,004 mg/m3) sowie für Pentachlorphenol von 0,05 mg/m3 (M.-Wert 0,06 mg/m3) fest.#

Siehe auch: Innenraumluftbelastung, Immissionsgrenzwerte, MAK-Werte, Bundesgesundheitsamt

Autor: KATALYSE Institut

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