Ökologische Kriegsführung

Unter dem Begriff Ö. werden alle Methoden der Kriegsführung zusammengefaßt, bei denen bewusst Eingriffe in Ökosysteme erfolgen.

Hierunter sind z.B. der Einsatz von Entlaubungsmitteln und biologischen Waffen einzuordnen. Der Golfkrieg 1990/91 zeigte, dass auch Erdöl als ökologische Waffe eingesetzt werden kann. Die Ö. wird bei kriegerischen Auseinandersetzungen in Zukunft an Bedeutung gewinnen.

Autor: KATALYSE Institut

Ökologische Chemie

Die Ö. untersucht die stofflichen Vorgänge in der Ökosphäre (Biosphäre) und stellt eine Art Verbindungsglied dar in einem breiten interdisziplinären Rahmen, der von den Geowissenschaften über Biologie, Landwirtschaft, Chemie usw.
bis zu speziellen biochemischen und pharmakologischen Fragestellungen reicht. Die Ö. untersucht die Konsequenzen, die sich aus der Anwendung und dem Verhalten von Chemikalien für die stoffliche Umweltqualität ergeben, einschl. Persistenz, Transport und Verteilung (=Dispersion), Akkumulation und Reaktionen anthropogener (menschengemachter bzw. -verursachter) Chemikalien in allen belebten und unbelebten Umweltbereichen. Ein enger Zusammenhang besteht zwischen der Ö. und der Ökotoxikologie, die sich mit den biologischen Konsequenzen anthropogener Chemikalien für die belebte Umwelt beschäftigt.

Autor: KATALYSE Institut

Ökologie und Volkswirtschaftslehre

Theoriegeschichtliches: Am Beginn der neuzeitlichen Theoriebildung in der Ökonomie stand die physiokratische These der Produktivität der Natur.

Sie drückt aber lediglich eine Vorahnung der industriellen Ausbeutung der Natur im Gewande der landwirtschaftlichen Produktion aus. Mit der Vervielfältigung der industriellen Betätigungsweisen tritt daher in der ökonomischen Klassik die menschliche Schöpferkraft, die Arbeit, in den Mittelpunkt der Erklärung für das Entstehen ökonomischen Reichtums. Die natürlichen Bedingungen des Produzierens stellen in dieser Perspektive nur eine marginale Beschränkung dar, denn alles erscheint prinzipiell machbar. Diese natürlichen Beschränkungen werden in der neoklassischen Theorierichtung in der Folgezeit zu einem ganz anderen Weltbild verallgemeinert: hier sind alle verfügbaren Güter - egal ob natürlich gegeben oder menschlich produziert - unzureichend gegenüber den unbegrenzten Wünschen des Konsumenten; sie sind "knapp". Diese Knappheiten anzuzeigen und ihnen entsprechend die Güter optimal (um)zuverteilen, ist die Aufgabe der Preise bzw. des Marktes. In diesem bis heute vorherrschenden Theorierahmen wird auch die mit der neuzeitlichen Industrialisierungsdynamik verbundene Zerstörung der ökologischen Lebensgrundlagen behandelt.
Umweltökonomie: Grundlage der Umweltökonomie ist das Heranziehen von unterschiedlichen Instrumentarien der ökonomischen Analyse für die Bewältigung des Problems der "knapp" gewordenen Naturgüter. Denn durch die Nutzung dieser Güter wird das von dieser Theorierichtung bevorzugte Marktoptimum gestört. Hier wird zum einen auf das von A. Marshall aufgebrachte Konzept der "externen Effekte" zurückgegriffen: der Beobachtung, dass es jenseits des Marktgeschehens eine direkte Beeinflussung zwischen den Wirtschaftsakteuren gibt (sei es als direkte Schädigung, sei es als direkte Begünstigung). Um die dadurch entstehenden Verzerrungen zu beseitigen, müssen die externen Effekte wieder "internalisiert" werden: Die mit der Umweltnutzung verbundenen Schädigungen Dritter (Beispiel Gesundheitsschäden durch Emission spezieller Stoffe) müssen durch preisähnliche Regelungen direkt beim Verursacher dieser Schädigungen veranschlagt werden. Zum anderen müssen natürliche Güter, die privat verfügbar sind (Beispiel Erzvorrat im Boden), im Zeitverlauf einer Preissteigerung unterworfen werden, die für ihre Eigentümer Erträge erbringt, die mindestens der Kapitalverzinsung entspricht (Hotelling-Regel). Wenn diese Bedingung gegeben ist, liegt in der Sicht dieser Theorie eine optimale Nutzung der entsprechenden Ressourcen vor. Beide Problemkreise der Umweltökonomie hängen miteinander zusammen, wenn etwa die externen Schädigungen über einen längeren Zeitraum wirken oder wenn mit dem Abbau der privaten Ressource Schädigungen Dritter verbunden sind. Die Behandlung dieser komplexeren umweltökonomischen Probleme steckt aber noch in den Anfängen.
Ausblick: Während in der Umweltökonomie die Natur als ein (lineares) Gut aufgefaßt wird, weist die moderne Ökologie gerade darauf hin, daß die natürlichen Grundlagen des Wirtschaftens selbst ein Produktions- und Verteilungssystem darstellen, das nach eigenen (nichtlinearen) Gesetzmäßigkeiten funktioniert. Dem entspricht eine grundsätzliche Unsicherheit über die (ökonomischen)Folgen der menschlichen Nutzung dieser Grundlagen. Die Informationsbeschaffung und -verteilung wird also zu einer weiteren bisher kaum thematisierten Problemkomponente der Umweltnutzung. Diese "realen" Schwierigkeiten haben in zweifacher Hinsicht eine Öffnung des umweltökonomischen Horizonts zur Folge.

Autor: KATALYSE Institut

Ökologie

Die Ö. ("Haushaltslehre") wurde von dem Biologen Ernst Haeckel 1866 als Teilgebiet der Biologie eingeführt.

Ö. im weitesten Sinne befasst sich mit Kausal- und Funktionszusammenhängen auf den drei Ebenen der Organismen, der Populationen und der Biozönosen. Ö. ist die Wissenschaft von den Wechselbeziehungen zwischen Organismen und der unbelebten (Klima, Boden und Wasser) und der belebten (z.B. Artgenossen, Feinde) Umwelt (biotische und abiotische Umweltfaktoren). Ö. beschreibt Stoffhaushalte und Energieflüsse, die Leben auf der Erde erst ermöglichen. Die Ö. sollte nicht als Fachdisziplin, sondern als das Gegenteil jeder Spezialisierung angesehen werden, nämlich als Versuch, die Umwelt unter Einbeziehung aller möglichen Kenntnisse aus zahlreichen Wissenschaften zu verstehen. Die Ö. verbindet die gewonnenen Einzeldaten aus den verwandten Wissenschaften zu einem Gesamtverständnis, wodurch problematische Entwicklungen der Zukunft aufgezeigt und Lösungsvorschläge gemacht werden können. Die Autökologie untersucht Umwelteinflüsse auf die Individuen einer Art. Dem-Ö. (Populations-Ö.) betrachtet Beziehungen einer Population zur Umwelt. Die Synökologie beschäftigt sich mit den Wechselbeziehungen zwischen Organismen einer Lebensgemeinschaft (Biozönose) sowie zwischen diesen und der Umwelt.

Lit.: G.Czihak, H.Langer, H.Ziegler: Biologie; Berlin,Heidelberg, New York 1990; Osche: Ökologie, Freiburg, Basel, Wien 1979; D.Heinrich, M.Hergt: dtv-Atlas zur Ökologie, München 1990

Autor: KATALYSE Institut

Öffentlichkeitsarbeit

Öffentlichkeitsarbeit ist das Organisation und das Management von Maßnahmen derInformation und Kommunikation zwischen Organisationen und Öffentlichkeit.

Funktionen sind Information, Kommunikation, Persuasion, Imagegestaltung, kontinuierlicher Vertrauenserwerb, Konfliktmanagement und das Herstellen von gesellschaftlichem Konsens.

Autor: KATALYSE Institut

Öffentlicher Personennahverkehr

Ab 1950 entwickelte sich das Automobil zunehmend zum Massenverkehrsmittel und die Fahrgastzahlen im ÖPNV sanken. Darauf reagierten die Verkehrsunternehmen mit der Bildung von Verkehrsverbünden, die den Grundsatz "eine Fahrkarte, viele Verkehrsmittel" umsetzten und neben dem Tarifverbund auch zunehmend eine abgestimmte Planung vornahmen.
Als erster Verkehrsverbund wurde im Jahre 1965 der HVV (Hamburger Verkehrsverbund) in Hamburg gegründet, der das Stadtgebiet sowie einige Randgemeinden umfasste. Deutschlands größter Verkehrsverbund ist der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr VRR.

Der Ö. hat eine hohe Bedeutung für die Gewährleitung der Mobilität in Ballungsräumen. Während Ö. zunächst überhaupt Verkehr ermöglichte, steht heute die Entlastung der Ballungsräume und der Großstädte von Individualverkehr und von Luft-Schadstoffen im Mittelpunkt.

Ein Blick auf die Struktur des städtischen Verkehrs zeigt, dass diese Sichtweise nicht der Realität entspricht. In den meisten Städten Deutschlands, die noch über ein gut ausgebautes Ö.-Netz verfügen, beträgt der Anteil der Wege die mit dem

KFZ zurückgelegt werden unter 50 Prozent.

Die Durchschnittliche Belegung von KFZs beträgt rund 1,3 Personen (26 Prozent). Würde man den Fahrer abziehen so wäre ein großer Teil der Fahrzeuge überhaupt als unbesetzt zu sehen. Rund 23 von 24 Stunden sind die

KFZ in der Regel überhaupt außer Betrieb (geparkt).

Busse und Straßenbahnen sind meistens um die 20 Stunden im Einsatz, U-Bahnen teilweise noch länger. Dazu kommt noch das Nachtautobusnetz. Die Auslastung liegt während der gesamten Betriebszeit bei rund 30 Prozent.

So verursacht ein gut besetzter Bus pro Fahrgast nur etwa 10 bis 25 Prozent der Treibhausgas-Emissionen eines gut besetzten Autos und nimmt erheblich weniger Straßenraum ein. Gerade der Flächenverbrauch für den ruhenden Verkehr (Parken)ist sehr hoch und wird in der Regel bei vergleichenden Betrachtungen nicht berücksichtigt.

Autor: KATALYSE Institut

OECD

Tensidverordnung

Autor: KATALYSE Institut

Ozonierung

Verfahren der Entkeimung von Schwimmbecken- oder Trinkwasser durch Zugabe von Ozon

Sie wird auch in der Abwasserreinigung eingesetzt. Bei der O. kommt es durch die reaktive Wirkung von Ozon zu einer sehr schnellen Inaktivierung von Bakterien und Viren. Durch die O. kann der problematische Einsatz von Chlor bei der Wasserentkeimung reduziert werden.

Im Gegensatz zur Chlorung ist die desinfizierende Wirkung der O. nicht dauerhaft, da Ozon sehr instabil ist und schnell mit organischen Wasserinhaltsstoffen reagiert. Das kann dazu führen, daß bei langen Wasserleitungen ozonfreies Wasser am Zapfhahn ankommt, was zu sekundären Infektionen führen kann. Somit ist eine biologische Nachbehandlung erforderlich.

Trotz höherer Investitions- und Betriebskosten der Ozonerzeugeranlagen ist die O. als umweltfreundlichere Methode der Chlorierung vorzuziehen, da die Entkeimung des Wassers ohne Zusatz von Fremdstoffen geschieht.

Autor: KATALYSE Institut

Ostsee

Die O., eines der am stärksten verschmutzten Meere der Welt, wird von den Anrainerstaaten Schweden, Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Deutschland und Dänemark fast vollständig umschlossen.

Mit nur einer schmalen Öffnung zur Nordsee hin ist die rd. 415.000 km2 große O. halb Binnensee, halb Meer, die schon von den geographischen Bedingungen her über ein empfindlicheres Ökosystem und geringere
Artenvielfalt verfügt als andere Meere. Auch die Selbstreinigungskraft ist erheblich geringer: Der Wasseraustausch in der O. dauert ca. 50-60 Jahre (Nordsee: 1-2 Jahre).

Nur gelegentlich drücken starke Stürme aus der Nordsee, die selbst ein Randmeer ist, größere Mengen frischen Salzwassers in die O., wo es sich in den tiefen Becken sammelt und von leichterem, von Regen und Flüssen angesüßtem O.-Wasser überschichtet wird. Der Sauerstoffaustausch zwischen Oberfläche und Tiefe wird durch die ausgeprägte Schichtung verhindert.

Der Zersetzungsprozeß von abgestorbenen Algen und Plankton sorgt schon auf natürliche Weise für eine Verknappung des Sauerstoffs in der Tiefe.
Menschliche Eingriffe verschärfen die natürlichen Probleme der O. erheblich: Durch Einleitung der Anrainerstaaten (u.a. Gülle, Jauche und Kunstdünger sowie ungeklärte bzw. unzureichend geklärte Abwässer) über die Flüsse und die Luft wird die O. zugleich vergiftet und überdüngt.

Der jährliche Nährstoffeintrag in die O. wird mit 50.000 bis 70.000 t Phosphor und 900.000 bis 1 Mio t Stickstoff (davon 528.000 t über die Flüsse) angegeben. Die Überdüngung führt zu vermehrtem Algenwachstum, das nicht nur andere Arten verdrängt, sondern nach dem Absterben auf den Meeresboden zu einem weiteren Absinken der Sauerstoffkonzentration führt.

In einem Bereich von ca. 100.000 km2 ist der Sauerstoffgehalt bereits auf Werte gesunken, die für Organismen tödlich sind. Allein Schwefelbakterien können in dieser Umgebung überleben und übernehmen die Zersetzung der organischen Stoffe, wobei sie Schwefelwasserstoff (H2S) produzieren.

Weiterer Belastung ist die O. durch Schadstoffeinträge ausgesetzt, u.a. durch Dioxine aus Müllverbrennungs- und Industrieanlagen, durch PCB und durch Schwermetalle wie Blei, Cadmium und Quecksilber (vorwiegend aus Polen und der ehemaligen Sowjetunion).

Große Schadstoffmengen fallen in der Papier- und Zellstoffindustrie an, die in den holzreichen O.-Anrainerstaaten (u.a. Schweden) besonders verbreitet ist: Rd. 200.000 t schwer abbaubare Chlorkohlenstoffverbindungen fließen jährlich in die O.. Auch hochgiftige Altlasten bedrohen sie.

Ca. 300.000 t giftige chemische Kampfstoffe aus deutschen Wehrmachtsbeständen sollen von den Siegermächten nach dem Zweiten Weltkrieg versenkt worden sein und drohen aus den rostenden Behältnissen auszutreten. Unbekannte Mengen radioaktiver Abfälle (Atommüll) sollen von der ehem. Sowjetunion versenkt worden sein, darunter mindestens 15 Reaktoren von Atom-U-Booten.

In einem nur durch einen Erdwall von der O. getrennten See in Estland sollen der schwedischen Strahlenschutzbehörde zufolge 1.000 t Uran, 500 t Thorium und 300 Mrd Becquerel Radium liegen, die aus dem Uranabbau für die Atomwaffenproduktion von 1948 bis 1989 stammen und bereits begonnen haben, die O. zu verseuchen.

O.-Schutzkonferenz: 1974 in Helsinki durch die "Konvention zum Schutz der maritimen Umwelt des O.-Gebietes" gegründet, verpflichtet die O.-Schutzkonferenz ihre Mitglieder, die Zuführung gefährlicher Stoffe in die O. einzuschränken bzw. zu verbieten. Eine Kommission der O.-Schutzkonferenz überwacht die Durchführung und Weiterentwicklung der Ziele der Konvention sowie die Zusammenarbeit mit regionalen und internationalen Organisationen.

Expertengruppen leisten praktische Arbeit vor Ort (z.B. Bekämpfung von Ölverschmutzung). Ergänzend zur Konvention wurde 1988 eine Helsinki-Deklaration verabschiedet, in der sich die Anrainerstaaten auf eine Empfehlung zur Halbierung des Schadstoffeintrags (Stand von 1987) in die O. bis 1995 einigten, die mit Maßnahmen wie Senkung des Bleigehalts im Benzin, Senkung des Nährstoffeintrags aus der Landwirtschaft sowie des Schadstoffeintrags aus Kläranlagen und der Zellstoffindustrie durchgesetzt werden sollen.

Ein 1990 beschlossener Aktionsplan soll diese Beschlüsse konkretisieren und zur Durchführung bringen, wozu eine koordinierende Arbeitsgruppe eingesetzt wurde, damit mit den wichtigsten Maßnahmen zum Schutz der O. spätestens 1993 begonnen werden kann.

Autor: KATALYSE Institut

Ölpest

Man unterscheidet zwischen akuter Ö. (Tankerunfälle) und schleichender, chronischer Ö., die für Meeresorganismen und Seevögel besonders verheerende Folgen hat.

Der Eintrag von Erdöl und Mineralölprodukten in Nordsee und Nordatlantik beträgt ca. 4 Mio t pro Jahr. Nur 3,8% des jährlichen Öleintrags in die Weltmeere ist auf Unfälle von Tankern oder Bohrinseln zurückzuführen (Tankerunfälle).

Insgesamt entfallen 25% des Öleintrags auf Tanker, Seeschiffe und Bohrinseln (hauptsächlich im Normalbetrieb, wie z.B. durch Reinigung von Laderäumen), 71% auf Eintrag von Land (Raffinerien, Abwasser der Städte, Industrieabwasser), 2,5% auf Eintrag über Verbrennungs-Emissionen und 1,3% auf natürliche untermeerische Quellen.

Folgen sind langfristige Schäden an Tier- und Pflanzenwelt der Flußläufe, Meere und Küsten. Durch ihre Verbreitung und Unauffälligkeit ist die chronische Ö. im Vergleich zur akuten, meist lokal bleibenden Ölverschmutzung die größere Gefahr, v.a. auch für Seevögel.

In Nordsee und Nordatlantik fallen jährlich 150.000 bis 450.000 Seevögel der chronischen Verölung zum Opfer. Insgesamt wird seit 1979 ein Ansteigen der Seevögelverluste festgestellt mit einem bisherigen Höhepunkt in den Wintern 1982/83 und 1983/84.

Für die Fischerei ist die toxische Wirkung im Meerwasser emulgierter Öle auf Fischeier in Verbindung mit weiteren Schadstoffen (summative Toxizität) schon mittelfristig eine Existenzbedrohung.

Autor: KATALYSE Institut

Oligotroph

Nährstoff- und humusarm (Gegensatz: eutroph)

Oligotrophe Seen produzieren wenig organische Substanz, besitzen eine große Sichttiefe (bis 10 m) und haben häufig eine blau-grüne Wasserfarbe. Der Sauerstoff ist im See gleichmäßig verteilt. Oligotrophe Seen zeichnen sich durch einen großen Artenreichtum beim Plankton, unter den Algen und den bodenbewohnenden Tieren aus. Die meisten Arten sind aber durch relativ wenige Individuen vertreten.

Autor: KATALYSE Institut

Oberflächenwasser

Als Trinkwasser müssen O. (insb. stark schadstoffbelastete Flüsse) technisch aufwendig aufbereitet werden (Trinkwasseraufbereitung).

Trotzdem können verschiedene Stoffe nicht oder nicht völlig technisch beseitigt werden. Zur Verbesserung der Trinkwasserqualität aus O. ist deshalb weniger die technische Aufbereitung als vielmehr die Vermeidung des Eintrages durch geeignete Kläranlagen (Abwasserreinigung) bei den Stoffproduzenten oder eine Vermeidung des Einsatzes bestimmter Stoffe in Produktrezepturen geeignet.

Autor: KATALYSE Institut

Ökosteuern

Steuern (und Abgaben) sind Entgelte der Privaten für die Leistungen der öffentlichen Hand.

Gleichzeitig dienen sie der Politik als Instrumente zur Umsetzung wirtschaftlicher, sozialer oder umweltpolitischer Ziele. Von Ö. (und Ökoabgaben) erhoffen sich Umweltpolitiker heute eine spürbare politische Lenkungswirkung zugunsten einer weniger umweltbelastenden Lebens- und Wirtschaftsform. Dieses Instrumentarium soll die Umwelt schneller und direkter schützen als die eher langwierige Umweltbewußtseinsbildung mittels Aufklärung über Gesundheitsgefährdungen und zukünftige existentielle Bedrohungen der Erdbevölkerung.

Ö. sind im Gegensatz zu Abgaben indirekte Steuern (Verbrauchssteuern). Sie werden z.B. auf den Verbrauch von natürlichen Ressourcen (z.B. Erdöl) erhoben, indem sie auf den Verkaufspreis des umweltbelastenden Produkts (z.B. Benzin) aufgeschlagen werden. Höhere Preise sollen so den Verbrauch natürlicher Ressourcen und die negativen Folgen der Ressourcennutzung (Schadstoffe aus Kfz) vermindern ("über die Brieftasche des Verbrauchers").

Dieses Vorgehen wird auch Internalisierung von externen Kosten genannt und ist dringend erforderlich, um schwerwiegende Fehlsteuerungen unseres Wirtschaftssystems langfristig zu vermeiden (Weltmodelle).

Gelder aus Ö.-Aufkommen fließen nicht zweckgebunden in das Gesamtbudget des Finanzministers. Eine u.a. von E.U. von Weizsäcker vorgeschlagene ökologische Steuerreform will - weit darüber hinausgehend - nicht mehr in erster Linie gewünschte Verhaltensweisen (Arbeit, Wertschöpfung) besteuern (Lohnsteuer, Einkommensteuer). Besteuert werden soll hier nicht gewünschtes, umweltschädigendes Verhalten (Energieverbrauch, Wasserverbrauch, Landverbrauch, Müllaufkommen etc.) über höhere Preise für Energie, Wasser, Land, Müllbeseitigung (
Abfall).

Abgaben werden z.B. auf die Emission bestimmter Schadstoffe erhoben (Schadeinheiten im Abwasser z.B. nach dem bundesdeutschen Abwasserabgabengesetz). Die Abgabenlast reduziert sich bei umweltverträglichem Verhalten bis auf Null. In Deutschland müssen Finanzaufkommen aus Abgaben zweckgebunden, d.h. zur Verminderung der betreffenden Emissionen bzw. Immissionen ("gruppennützig") verwendet werden, fallen damit dem Budget des Umweltministers zu (die geplante CO2-Abgabe z.B. zur Förderung wärmedämmender Technologien zur Energieeinsparung).

Ö. und Ökoabgaben (Instrumentenmix) sollen über die in Richtlinien enthaltenen Emissions- bzw. Immissions-Richtwerte wesentliche neue Bausteine des 5. Umweltaktionsprogramms der EG-Kommission werden.

Autor: KATALYSE Institut

Ökobilanz

Ö. ist eine Methode zur Abschätzung der Auswirkungen eines Produktes und seines Herstellungsprozesses auf die Umwelt.

Die Methode der „ökologischen Bilanzierung“ ist 1974 aus der Ökologischen Buchhaltung und der 1978 vorgelegten Bilanzmethodik des EMPA in der Schweiz hervorgegangen und wurde bis heute weiterentwickelt.

Bei der Erstellung einer Ö. werden die Lebensstadien Rohstoffgewinnung, Herstellung, Verarbeitung, Transport, Gebrauch, Nachnutzung und Entsorgung des zu untersuchenden Produktes bzw. Verfahrens auf ihre Umweltrelevanz untersucht. Eine Ö. umfaßt drei maßgebliche Teile: die Sachbilanz, die Wirkungsbilanz und die Bewertung.

Der Bilanzierungsbereich teilt sich in Bereiche wie Rohstoffeinsatz, Energieeinsatz, Emissionen in Luft, Boden u. Wasser, Abfallaufkommen sowie toxikologische und ökologische Bewertungen der verursachten Emissionen. Ziel der Ö. ist eine Abwägung der Vor- und Nachteile von Produkten und Verfahren. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Methoden und verschiedener Datenquellen und -qualitäten sind Ö. verschiedener Produkte oder Verfahren kaum direkt miteinander vergleichbar. Für die Erstellung produktbezogener Ö. wurde daher 1996 die DIN Norm 33926 festgelegt.

Da Ö. den Nutzen eines Produktes nicht untersuchen, sind die Ergebnisse einer Ö. nur ein Teilbild eines Systems, das umfassender in der Produktlinienanalyse untersucht wird.

Siehe auch unter:
Öko-Controlling

Lit.: Ökobilanzen für Produkte; Umweltbundesamt Berlin 1998

Autor: KATALYSE Institut

Öko-Sponsoring

Im Rahmen eines gezielten Öko-Marketings kommt immer häufiger das Ö. zu Anwendung.

Hierbei werden von einem Unternehmen, einer Organisation oder einer Person Maßnahmen des Umweltschutzes durchgeführt und entsprechend vermarktet; i.d.R. geschieht dies in Zusammenarbeit mit einer Umweltorganisation. Dies geht teilweise so weit, daß nur noch das Recht, den Namen einer Organisation oder ihr Emblem vermarkten zu dürfen, erworben wird. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist der Panda-Bär des WWF (World wide fund for nature).

Grundsätzlich ist gegen eine derartige Praxis nichts einzuwenden. Wenn ein solches Ö. allerdings nicht im Einklang mit der tatsächlichen Unternehmenspolitik oder deren Umweltmanagement steht, besteht die Gefahr, daß das Unternehmen an Glaubwürdigkeit verliert. Aber auch der Ruf des Namengebers kann darunter leiden. Aus diesem Grund sind seriöse Umweltorganisationen nicht in jedem Fall daran interessiert, ihren Namen für das Ö. herzugeben.

Autor: KATALYSE Institut

Öko-Psychologie

Thema der Ö. ist die Wechselwirkung des Menschen mit seiner Umwelt.

So beschäftigt sich die Ö. z.B. mit der Frage, wie sich die Gestaltung einer Innenstadt oder eines Gebäudekomplexes auf die Psyche des Menschen auswirkt.

Drei Umwelt-Mensch-Systeme werden unterschieden:
Makro-Umwelt: Weltraum-Erde-Stadt;
Mezzo-Umwelt: Stadtteil-Nachbarschaft-Haus;
Mikro-Umwelt: Wohnung-Zimmer-Einrichtung-Gebrauchsgegenstände.

Bei der Konzeption der Arbeits-, Wohn-, Einkaufs- und Freizeit-Umwelt, von Krankenhäusern und Altenheimen sollte den Architekten ein Öko-Psychologe zur Seite gestellt werden, wie dies in den USA z.T. schon routinemäßig geschieht.

Autor: KATALYSE Institut

Öko-Marketing

Das Ö. ist die Integration des Umweltschutzes in das unternehmerische Zielsystem als Ausdruck gesellschaftlicher Verantwortung.

Das traditionelle Marketing, das Marktpotentiale durch eine systematische Ausrichtung aller Unternehmensaktivitäten an der Bedürfnislage tatsächlicher bzw. potentieller Kunden aufzubauen sucht, war in der Vergangenheit verantwortlich für das Erreichen eines hohen Konsumniveaus, ohne allerdings die damit verbundenen negativen Konsequenzen für die "Umwelt" zu berücksichtigen.

Diesen Mangel versucht das Ö. durch die Integration des Umweltschutzes in das unternehmerische Zielsystem - als Ausdruck gesellschaftlicher Verantwortung - zu beheben. Wird vom Unternehmen allerdings ökologischen Erfordernissen nur insoweit Rechnung getragen, als es sich um notwendige Reaktionen auf das zunehmende Umweltbewusstsein der Verbraucher bzw. die verschärften administrativen und rechtlichen Rahmenbedingungen (Umweltpolitik, Umweltabgaben, Ökosteuern) handelt, kann man nicht von Ö. im engeren Sinn sprechen.

Die Umsetzung von Ö. im engeren Sinn erfolgt durch eine entsprechende Modifikation der traditionellen Marketing-Instrumente. Zentraler Ansatzpunkt ist die Produktpolitik. Hierbei geht es etwa um Substitutionsmöglichkeiten für unweltschädliche Produkte, eine gezielte umweltorientierte Innovations- bzw. Variationspolitik mittels Produktlinienanalysen, umweltverträgliche Produktbeschaffenheit und Verpackungsgestaltung sowie eine aussagefähige Kennzeichnung (z.B. Umweltzeichen).

Die Distributionspolitik betrifft die ökologische Optimierung der Absatzkanäle, die Überprüfung der Distributionslogistik auf mögliche Umweltwirkungen (Wahl der Transportmittel und -wege (Güterverkehr), Formen der Lagerhaltung) oder die Installierung von Redistributionssystemen.

Im Zuge der Öffentlichkeitsarbeit kann der ökologische Zusatznutzen etwa durch angemessene Werbe- oder PR-Massnahmen verdeutlicht werden. Allerdings beschränkt sich praktiziertes Ö, in vielen Fällen lediglich auf den Einsatz der Kommunikationsinstrumente (z.B. Werbung, Öffentlichkeitsarbeit, Öko-Sponsoring), ohne dass diesen Aussagen ein tatsächliches Umweltengagement oder Umweltmanagement gegenübersteht.

Autor: KATALYSE Institut

Öko-Controlling

Methode zur Abschätzung der Auswirkungen eines Betriebs oder von Betriebsteilen auf die Umwelt.

Zentrales Arbeitsfeld ist dabei die Bilanzierung der Stoff- und Materialströme, mit der bei einer Schwachstellenanalyse die wichtigsten, ansonsten umfassend die Emissionsquellen ermittelt werden sollen. Neben Vorschlägen zur Minimierung von Energieverbrauch und Emissionen ist das Ö. als Planungsinstrument geeignet, gesetzliche und technologische Entwicklungen frühzeitig in die Unternehmensperspektive einzubeziehen.

Autor: KATALYSE Institut

Öko-Institut, Freiburg

Das Öko-Institut e.V.- Institut für angewandte Ökologie - wurde 1977 mit dem Ziel eine, von Regierung und Industrie unabhängige Umweltforschung zum Nutzen der Gesellschaft zu betreiben, gegründet. Den Ausschlag zu dieser Entscheidung gab die Auseinandersetzung um den Bau des AKW Wyhl in Baden- Württemberg. Derzeit arbeiten

ca. 95 Mitarbeiter- und innen im Institut, aus welchen für jedes Forschungsprojekt ein passendes interdisziplinäres Projektteam zusammengestellt wird. Das Anliegen des Institutes ist es, Umweltprobleme zu analysieren und zu beurteilen, auf Risiken aufmerksam zu machen und Strategien und Maßnahmen für Problemlösungen zu entwickeln und zu verwirklichen. Dabei folgt die Arbeit dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung und mit dem Grundsatz, dass Lösungsmodelle nur dann eine Chance haben, wenn sie ökologisch angemessen, gesellschaftlich gerechtfertigt und wirtschaftlich durchführbar sind. Darum verbindet die Forschung am Öko-Institut die Bereiche Grundlagenforschung, Konzeptionsentwicklung und Umsetzung in die Praxis.
Die Zahl der Mitglieder beträgt 4000. Das Öko-Institut arbeitet mit der Stiftung Zukunftserbe, der Forschungskooperation ökoforum, dem Verein Energie-Vision und dem Environmental Law Network International zusammen und verfügt außerdem über einen eigenen Verlag.
Die Forschungsschwerpunkte sind:
Risikoforschung: Arbeiten zu Analyse, Verständnis, Erfahrung und Kommunikation von Risiken in den Bereichen Klimaschutz, Gentechnik, Chemie und Kernenergie
Systemanalyse: Entwicklung und Evaluierung von Planungs- und Analyse-Instrumenten (z.B. Emissions- und Stoffstromanalysen), Szenarienentwicklung, Ermittlung volkswirtschaftlicher Effekte
Implementierung: Entwicklung, Verbesserung und Umsetzung von Instrumenten der Umweltpolitik und des Umweltmanagements (Gesetze, Abgaben, Finanzierungsmodelle, Managementleitfäden, Beteiligung an Planungsprozessen usw.)
Konzeptentwicklung: Entwicklung von sektoralen Konzepten zur Reduzierung von Umweltauswirkungen, insbesondere beim Klimaschutz, Verkehr und Müll; ökonomische und ökologische Auswirkungen
Umweltkommunikation: Wissenschaftliche Unterstützung von Mediationsverfahren, Leitung von "Runden Tischen" und Agendaprozessen, Ausrichtung von Kongressen und Workshops, Vortragstätigkeit, institutseigene Verlagstätigkeit
Ausschuss-, Gutachter- und Beratertätigkeit: UN-Arbeitsgruppen, Bundeskommissionen, Normungsausschüsse, Antragsbegutachtung, politische Beratung.

Der Verein finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen und Auftragsforschung, v.a. für Ministerien, EU, Industrie und öffentliche Einrichtungen.

Kontakt:
Geschäftsstelle Freiburg
Postfach 6226
D-79038 Freiburg
Tel.: 0761-4 52 95-0
Fax: 0761-47 54 37
info@oeko.de
www.oeko.de

Autor: KATALYSE Institut

Organisation des Naturschutzes in Deutschland

Ebenen

Behörden für Naturschutz und Landschaftspflege

Bund

Bundesamt für Naturschutz

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)

Beirat für Naturschutz / Landschaftspflege und Beirat für Artenschutz beim BMU

Verbands- und Bürgerbeteiligung

Land

Landesanstalten /-ämter für Umweltschutz / Naturschutz

Ministerium
Oberste Behörde für Naturschutz und Landschaftspflege

Beirat für Naturschutz  und  Landschaftspflege

Verbands- und Bürgerbeteiligung

Bezirk

 

Bezirksregierung Oberste Behörde für Naturschutz und Landschaftspflege

Beirat für Naturschutz  und  Landschaftspflege

Verbands- und Bürgerbeteiligung

Kreis- und
Kreisfreie Städte

 

Bezirksregierung Oberste Behörde für Naturschutz und Landschaftspflege

Beirat für Naturschutz  und  Landschaftspflege

Verbands- und Bürgerbeteiligung

Autor: KATALYSE Institut

Ozonschicht

Siehe Ozonabbau.

Autor: KATALYSE Institut

Ozonloch

Siehe Ozonabbau.

Autor: KATALYSE Institut