Nutzwertanalyse

Die N. ist ein Verfahren zur Alternativbewertung verschiedener Entscheidungen. Sie findet v.a. dann Anwendung, wenn die von einer Entscheidung abhängigen Konsequenzen sich nicht oder nur schwer ökonomisch ausdrücken lassen.

Mit dem Nutzwert wird stattdessen eine dimensionslose Kennzahl ermittelt. Alle Bewertungskriterien werden mittels einer Funktion in einen ungewichteten Teilnutzwert transformiert, mit Gewichtungsfaktoren multipliziert und anschließend aufsummiert. Alle monetär bewertbaren Größen lassen sich ebenfalls in Teilnutzwerte überführen.

Ein Bespiel hierfür ist die Entscheidung für ein bestimmtes Abgasreinigungsverfahren. Jede Alternative reduziert die Emission unterschiedlicher Schadstoffe in verschiedener Menge. Um die günstigste Alternative zu ermitteln, werden alle Schadstoffe entsprechend ihrer Schädlichkeit (z.B. MAK-Wert oder MIK-Wert) bewertet und mit der eingesparten Schadstoffmenge multipliziert. Mit einem Gewichtungsfaktor für die prinzipielle Bewertung der Emission wird der Teilnutzwert gebildet.

Gleiches wird nun auch für andere Beurteilungskriterien wie z.B. Lärm, Wirtschaftlichkeit, Imagegewinn usw. durchgeführt. Die Summe der so gebildeten Teilnutzwerte ist der Nutzwert. Je höher der Nutzwert, desto günstiger, im Sinne der vorgegebenen Gewichtungsfaktoren, arbeitet das Abgasreinigungsverfahren.

Die Schwierigkeit der N. liegt in der Wahl der Transformationsfunktion sowie in der Gewichtung der einzelnen Teilnutzwerte untereinander. Eine Gefahr besteht darin, dass das Ergebnis einfache dimensionslose Werte sind, die dann meist nicht mehr hinterfragt werden, ähnlich einem Warentest.

Vergleiche auch die Stichworte: Produktlinienenanalyse und Ökobilanz.

Autor: KATALYSE Institut

NR-Grenzkurven

Die N. sind häufig verwendete Grenzkurven zur Bestimmung der Lautstärke eines breitbandigen Geräuschs mit stark herausragenden Einzelfrequenzen, wie z.B. Motoren, Ventilatoren etc. als Einwertangabe.

Autor: KATALYSE Institut

Noxe

Noxe sind "Stoffe", die auf den menschlichen Organismus in irgendeiner Form schädigend wirken können.

Bei diesen "Stoffen" handelt es sich um Mikroorganismen oder Teile davon (z.B. Zellwandbruchstücke), ihre Dauer- oder Fortpflanzungsformen (Sporen) oder Stoffwechsel- (z.B. Toxine) und Ausscheidungsprodukte (z.B. Milbenkot).

siehe auch Schädigender Stoff, Giftstoff

Autor: KATALYSE Institut

NLS

siehe Natriumlaurylsulfat

Autor: KATALYSE Institut

Nitrit

Nitrat kann von einigen Bakterien in N.(NO2-) umgewandelt werden. So kann N. im Boden, in Lebensmitteln und im Körper des Menschen entstehen. N.ist an der Bildung der krebserregenden Nitrosamine beteiligt.

N. kann durch chemische Reduktion von Nitrat unter anderem auch in verzinkten Eisenrohren der Hausinstallation entstehen. Nach Trinkwasserverodnung 2003 gelten für Nitrit zwei Grenzwerte:
0,1 mg/l am Wasserwerksausgang
0,5 mg/l am Zapfhahn des Verbrauchers

Chemisch ist die Umwandlung von Nitrat zu Nitrit eine Reduktion, die von der Nitratreduktase, ein in vielen Bakterien und Pilzen vorkommendes Enzym, durchgeführt wird.

siehe auch Nitrat, Nitrosamine

Autor: KATALYSE Institut

Nitrilotriacetat

N. (NTA) ist ein stickstofforganischer Komplexbildner, der vielfältige Anwendung findet, z.B. in der Galvanik und der Fotoindustrie.

Besondere Bedeutung hat N. aber als Phosphatersatzstoff in Wasch- und Reinigungsmitteln. So ist in der Schweiz, wo seit 1986 ein Phosphatverbot in Waschmitteln gilt, ein N.-Zusatz von bis zu 5% erlaubt. In Deutschland war es auf Grund offener Fragen zur Umweltverträglichkeit von N. zu einer freiwilligen Vereinbarung mit der Industrie über die Beschränkung des N.-Einsatzes in Waschmitteln gekommen, die aber praktisch nie ausgeschöpft worden ist. 1989 lag der Gesamtverbrauch bei 2.000 t. Da N. ein potenter Komplexbildner für Schwermetalle ist, wurde Mitte der 80er Jahre ein umfangreiches Forschungsprogramm aufgelegt, das dringende Fragen zur Abbaubarkeit (Abbau), zum Remobilisierungspotential und der Beeinträchtigung der Trinkwasserversorgung abklären sollte (Trinkwasseraufbereitung, Remobilisierung).
Der Abschlussbericht wurde 1991 veröffentlicht, danach wird N.:
1. in mechanisch-biologischen Kläranlagen (Abwasserreinigung) temperaturunabhängig zu ca. 95% abgebaut. In Kleinkläranlagen, die heute noch immerhin knapp 8% der häuslichen Abwässer behandeln, sinkt dagegen die N.-Elimination im Winter stark ab. Unter anaeroben Bedingungen kommt der Abbau offensichtlich auch zum Erliegen.
2. Auswirkungen auf die Mobilität von Schwermetallen werden nur und in relativ geringem Umfang bei der verringerten Abscheidung von Nickel in Kläranlagen und als Remobilisierung von Zink aus Gewässersedimenten festgestellt. Insgesamt wird bei den jetzigen N.-Gehalten in Fließgewässern keine Gefahr höherer Schwermetallgehalte für die Trinkwassergewinnung gesehen.
3. Durch N. wird das Wachstum von Algen und anderen Wasserpflanzen, allerdings nur sehr schwach, begünstigt (Eutrophierung).
4. Eine vollständige Entfernung von N. aus dem Trinkwasser ist nur unter bestimmten Bedingungen durch Ozonierung möglich, die Adsorption an Aktivkohle ist kaum wirksam.
5. Im Mündungsbereich der Flüsse wird N. mit zunehmendem Salzgehalt und sinkender Temperatur immer schlechter abgebaut.
Zusammenfassend wird geschlossen, dass N. unter Süßwasserbedingungen eine biologisch gut abbaubare Substanz ist, deren begrenzter Einsatz tolerierbar und zum Ersatz stärker umweltbelastender Stoffe geeignet ist.
Das Bundesgesundheitsamt hat aus trinkwasser- und gewässerhygienischen Gründen im Falle des N. einen Leitwert von 20 mycrog/l für Fließgewässer vorgeschlagen. Es wird erwartet, dass unter den gegebenen Umständen N. im Trinkwasser 3 mycrog/l i.d.R. nicht überschreitet.
Die aktuellen N.-Konzentrationen in deutschen Flüssen liegen um 10 mycrog/l und darunter, es treten aber auch Spitzen deutlich über dem BGA-Leitwert auf.
Die aquatische Toxizität von N. ist mäßig und liegt bei Fischen und Daphnien im Bereich 80-1.000mg/l (LC50- bzw. EC50-Werte) und ist abhängig von der Wasserhärte.
Eine noch wesentlich größere Umweltrelevanz als N. besitzt EDTA.

Autor: KATALYSE Institut

NIK-Werte

NIK-Werte sind die niedrigsten (toxikologisch) interessierenden Konzentrationen (im Englischen: LCI = Lowest Concentration of Interest) für Innenräume im privaten und öffentlichen Bereich; sie beziehen sich nicht auf Arbeitsplatzbelastungen.

Bei der Herleitung von NIK-Werten orientiert sich der Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten (AgBB) - erweitert um Fachleute der Herstellerseite - nach Vorschlag einer internationalen Expertengruppe an MAK-Werten. Dabei werden die Unterschiede zwischen Innenräumen (Wohnungen, Kindergärten, Schulen) und Arbeitsplätzen berücksichtigt, wie etwa:

• Dauerexposition gegenüber einer wechselnden und regelmäßig unterbrochenen Arbeitsplatzbelastung.

• Existenz von Risikogruppen, die am Arbeitsplatz entweder gar nicht vorkommen (Kinder, alte Menschen) oder arbeitsmedizinisch besonders geschützt werden (Schwangere, Allergiker),

• fehlende messtechnische und medizinische Überwachung, prinzipiell undefinierte Gesamtexposition in Innenräumen.

NIK-Werte können nur als Rechenwerte zur Bewertung und Zulassung von Bauprodukten dienen. Sie sind nicht als Grenzwerte für Innenräume geeignet. Da Bauprodukte in Innenräumen viele Stoffe an die Innenluft abgeben, sind NIK-Werte zur Abwehr von Gesundheitsgefahren durch VOC/SVOC-Gemische ein geeignetes Instrument.

Für alle einzelnen Stoffe wird der aktuelle Stand toxikologischen Begründungen herangezogen, um möglichst viele Stoffe beurteilbar zu machen. Stoffe, die nicht bewertet werden können, sind einer strengen Summenbegrenzung unterworfen.

Um die unterschiedlichen Expositionsbedingungen und Empfindlichkeiten in der Bevölkerung im Vergleich zur Arbeitsplatzbelastung zu berücksichtigen, wird der jeweilige MAK-Wert durch 100 geteilt (Ausnahme z.B. Reizgase). Bei möglicherweise kanzerogenen Stoffen der EU-Kategorie 3 (nach EU-Richtlinie 67/548/EWG) wird in der Regel durch 1000 dividiert.

Beispiele: So liegt beispielsweise der
TRGS für Toluol bei 190.000, woraus sich ein NIK-Wert von 1.900 ergibt. Naphhalin hingegen als krebserregender Stoff der Kategoriue 3 besitzt einen
TRGS 50.000, worasu sich ein NIK-Wert von 50 ergibt. Für 2-Butanonoxin existiert kein
TRGS, folglich greift hier die Einzelstoffbewertung mit einem NIK-Wert von 20.

Reproduktionstoxische und mutagene Stoffe werden einer Einzelstoffbetrachtung unterzogen. Substanzen mit erwiesenen kanzerogenen Eigenschaften der EU- Kategorie 1 und 2 (nach EU-Richtlinie 67/548/EWG) werden gesondert geprüft.

Die NIK-Werte werden in einer Liste (NIK-Werte-Liste) veröffentlicht. Um die Ableitung von NIK-Werten transparent zu gestalten, weist die NIK-Werte-Liste mindestens folgende Angaben auf:

  • Substanzname(n)
  • CAS-Nummer
  • NIK-Wert
  • Der zugrunde gelegte Wert mit Quelle und stoffbezogenen Einstufungen
  • Bemerkungen, diezusätzliche Hinweise zum Stoff oder zur Ableitung geben

Hier finden Sie die NIK-Wert-Liste vom Stand September 2005 als PDF-Dokument.

Literatur:

TRGS 900: Technische Regeln für Gefahrstoffe: Grenzwerte in der Luft am Arbeitsplatz, „Luftgrenzwerte“, Bundesarbeitsblatt Ausgabe Oktober 2000, zuletzt geändert BArbBl. Heft 5/2004.

Autor: KATALYSE Institut

Neutron

Elektrisch neutrales Elementarteilchen, dessen Masse mit der eines Protons nahezu übereinstimmt.

N. bilden zusammen mit den Protonen den Atomkern, der zusammen mit den Elektronen das Atom darstellt. N. haben eine entscheidende Bedeutung bei der Umwandlung und Spaltung von Atomkernen (Kernreaktor, Kernspaltung, Neutronenstrahlung).

Autor: KATALYSE Institut

Neutralseife

Name eines Handelsproduktes und kein chemischer Begriff.
Tatsächlich ist die Bezeichnung N. in sich widersprüchlich. Echte Seifen sind nämlich mehr oder weniger stark alkalisch und nicht neutral (pH-Wert = 7). Tatsächlich enthält der bereits seit Jahrzehnten als N. vermarktete Allzweckreiniger hauptsächlich petrochemische anionische Tenside (Alkansulfonate). Da in der BRD der Begriff Seife rechtlich nicht geschützt ist, versuchen viele Hersteller mit Bezeichnungen wie N., grüne Seife o.ä. vom guten Ruf, den die echte Seife bei vielen Konsumenten besitzt, zu profitieren, ohne daß in diesen pastösen bis flüssigen Allzweckreinigern auch nur eine Spur von Seife enthalten zu sein braucht.

Autor: KATALYSE Institut

Netzwerk

Der Begriff Netzwerk bezeichnet soziale Beziehungsgeflechte zwischen Menschen, oder Organisationen/Institutionen. Der Begriff Netzwerk wird auch für einen Verbund von Computern benutzt.

Der Begriff Netzwerk bezeichnet soziale Beziehungsgeflechte zwischen Menschen, oder Organisationen/Institutionen. Menschen sind beispielsweise durch Beziehungen in der Familie und Verwandtschaft, aber auch mit der Nachbarschaft und in der Arbeitswelt vernetzt. Im Zusammenhang sozialem Netzwerk gibt es weitere Begriffe wie zum Beispiel Netzwerkansatz, Netzwerkarbeit, Netzwerkförderung oder Netzwerkanalyse.

Der Begriff Netzwerk wird auch für einen Verbund von Computern benutzt, die über verschiedene Leitungen verbunden sind und sich gemeinsame Ressourcen wie Daten und Peripheriegeräten teilen. Im Netzwerk ist meist ein spezieller Rechner (Server) für die Datenverwaltung zuständig, auf den alle Arbeitsstationen (Clients) zugreifen, und die über Netzwerkprotokolle miteinander Daten austauschen können. Hierfür ist ein geeignetes Betriebssystem nötig.

Weiterhin unterscheidet man LANs, die meist innerhalb eines Hauses oder Organisation eingesetzt werden, sowie WANs, die beispielsweise Niederlassungen in verschiedenen Städten und Ländern verbinden. Das weltweit verbreitete Internet ist heutzutage das wichtigste Netzwerk.

Autor: KATALYSE Institut

Nervenkampfstoffe

Bei systematischen Untersuchungen in den 30er Jahren hatten Forscher entdeckt, dass organische Ester der Phosphorsäure eine schädlingsbekämpfende (insektizide) Wirkung besitzen.

Hierbei fand man, dass einige dieser Substanzen auch für Säugetiere eine hohe Giftigkeit aufwiesen. Daher lässt sich die hohe strukturelle Ähnlichkeit zwischen den Pflanzenschutzmitteln Parathion (E605) und Malathion einerseits und den N. Tabun, Sarin, Soman und VX andererseits erklären. In normalen Produktionsanlagen für Pflanzenschutzmittel lassen sich durch kleine Veränderungen und Verwendung anderer Ausgangssubstanzen relativ leicht N. herstellen.

Die Aufnahme von N. erfolgt über Haut, Atmungsorgane und Augen. Ein Schutz ist nur durch Ganzkörperschutzanzüge möglich, und daher unter Kampfbedingungen oder für die Zivilbevölkerung nahezu nicht möglich. Ihre Wirkung beruht auf einem Eingriff in die normale Reizübertragung in den Nervenbahnen. Normalerweise wird ein Reiz zwischen zwei Nervenzellen durch den Neurotransmitter Acetylcholin übertragen, der schnell über den Zellzwischenraum auf die Rezeptoren gelangt und dort wieder einen Reiz auslöst. Anschließend wird die Substanz von einem Enzym wieder entfernt und steht für eine neue Reizübertragung zur Verfügung. Die N. ähneln nun dem Acetylcholin von der Struktur her so stark, daß sie die aktiven, eigentlich für den Neurotransmitter vorgesehenen Stellen am Enzym belegen. Als Folge ergibt sich eine Dauerreizung des Nervensystems, die zu Schweißausbrüchen, Erbrechen, Krämpfen und schließlich zu Atemlähmung und Kreislaufkollaps führt, da der angelagerte N. nicht oder nur sehr langsam von den Rezeptoren abgelöst werden kann.
Die Behandlung einer Vergiftung mit N. ist sehr schwierig, da sie abhängig von Zeitpunkt und Stärke der Vergiftung erfolgen muß. Das wichtigste Gegenmittel ist der Antagonist Atropin, ein Stoff, der sich auf noch freie Rezeptoren setzt, selbst keinen Reiz auslöst und so eine stärkere Reizung des Nervensystems verhindert; die Wirkung von Atropin hängt jedoch sehr stark vom eingesetzten N. ab, beim äußerst giftigen VX zeigt es kaum noch Erfolg. Auch muß nach der Gabe von Atropin schleunigst dafür Sorge getragen werden, daß das vom N. blockierte Enzym wieder reaktiviert wird, doch setzt die Dosierung des dazu nötigen Medikaments, des sog. Antidots (z.B. H-Oxim, Toxogonin) Bedingungen voraus, die unter den Bedingungen eines Krieges nicht gewährleistet werden können.
Die intensiv betriebene Suche nach noch effektiveren Antagonisten und Antidoten wird wahrscheinlich nicht zu einer Entschärfung der N. sondern, eher zu einem neuen Rüstungswettlauf mit der Entwicklung einer neuen Generation chemischer Kampfstoffe führen, gegen die die heutigen Gegenmittel wirkungslos sind.

  • Hautkampfstoffe

Lit.: I.Stark: Insektizide und Nervengase, in: Chemie in unserer Zeit, 1984, S.96; D.Wöhrle, D.Meissner: Die zunehmende Verbreitung eines Massenvernichtungsmittels, in: Nachrichten aus Chemie, Technik und Laboratorium, 1989

 

Autor: KATALYSE Institut

NAX

siehe hier Natur-Aktien-Index

Autor: KATALYSE Institut

Naturkosmetik

Nicht klar definierte Bezeichnung für einen Kosmetikansatz (Kosmetika), in dem v.a. möglichst aus ökologischem Landbau stammende, weitestgehend naturbelassene Inhaltsstoffe sowie keine Konservierungsstoffe oder Rohstoffe von getöteten Tieren eingesetzt werden.

In der Praxis werden diese Kriterien in unterschiedlichem Ausmaß verwirklicht. Während die Rechtsprechung aus Gründen des Verbraucherschutzes bei N. eine 100%ige Zusammensetzung aus Naturstoffen fordert, bieten fast alle N.-Hersteller kosmetische Seifen, Shampoos etc. an, deren wesentliche Wirkstoffe, die Tenside, zwar natürlicher Herkunft sind, aber letztlich durch chemische Synthese gewonnen werden. Konsequente N.-Anbieter fühlen sich allerdings den Prinzipien der sanften Chemie verbunden und halten die Verarbeitungsintensität ihrer Rohstoffe so niedrig wie möglich.

Autor: KATALYSE Institut

Natronlauge

Wäßrige Lösung von Natriumhydroxid.

Autor: KATALYSE Institut

Natriummonofluorphosphat

Diese anorganische Verbindung dient als Fluorquelle in Zahnputzmitteln und soll damit ähnlich wie Fluorosilicate und andere Fluoride vorbeugend gegen Karies wirken (Fluor).

Dies ist die einzige in Deutschland zugelassene Art der Karies-Prophylaxe mit Fluorid, da die im Ausland häufig durchgeführte Trinkwasserfluoridierung hier verboten ist. Die Wirkung des Fluorids besteht in der Umwandlung des im Zahnschmelz enthaltenen weichen Hydroxyapatits in den harten, säurebeständigen Fluorapati.
Umstritten ist, ob die Einwirkzeit während des Zähneputzens ausreicht, um diesen Vorgang im erforderlichen Ausmaß ablaufen zu lassen. Wegen der Toxizität von Fluorverbindungen bei einem bestimmten Dosis ist der Gehalt von N. in Zahnpasten auf max. 0,15% beschränkt und muss durch die Aufschrift "Enthält N." auf der Verpackung kenntlich gemacht werden.

Autor: KATALYSE Institut

Natriumhydroxid

N. auch als Ätznatron bezeichnet mit der chemischen Formel NaOH ist ein weißer stark hydroskopischer Feststoff mit einem Schmelzpunkt bei 318 °C.

Der Siedepunkt liegt bei 1.390 °C. Der MAK-Wert ist mit 2 mg/m3 Luft festgesetzt. An der Luft geht N. unter Bindung von Kohlendioxid in Natriumcarbonat über. Feste N. ergibt auf der Haut starke Verätzungen, die sofort mit Wasser gespült werden müssen und mit schwachen Säuren wie Haushaltsessig oder Zitronensäure behandelt werden sollten.

Bei Verletzungen der Augen diese 15 – 20 Minuten nur mit Wasser spülen. In wässriger Lösung ergibt N. Natronlauge, die stark alkalisch und ätzend reagiert. Verschlucken von 10-20 ml einer 15%igen Lösung kann zum Tode führen.

N. findet in der Seifen- und Waschmittel-, Papier-, Textil- und Glasindustrie sowie der Leiterplattenherstellung Verwendung.

Autor: KATALYSE Institut

Natriumchlorid

Natriumchlorid hat die chemische Formel NaCl und ist das Natriumsalz der Salzsäure (HCl). Es besteht aus farblosen Kristallen und wir dauch als Kochsalz oder Speisesalz bezeichnet.

N. kommt in großen Mengen vor, wie etwa im Meerwasser, mineralisches Steinsalz (Halit) in Salzstöcken.

Mindestbedarf des Menschen: ca. 200 mg Natrium/Tag, das entspricht etwa 0,5 Gramm N. Die durchschnittliche N.-Aufnahme in Deutschland liegt bei über 11 Gramm/Tag. Die vertretbare Aufnahme wird mit etwa vier Gramm bei normaler Tätigkeit angegeben.

N. wird v.a. zur Würzung von fast allen Speisen verwendet. Viel N. enthalten Wurstwaren, Brot und Backwaren, Käse und einige Mineralwässer sowie Fertiggerichte. N. wird auch zur Konservierung von Lebensmittel wie etwa Pökelfisch und -fleisch eingesetzt.

Weniger N. enthalten Milch, Sahne, Eier und unverarbeitete Fleischsorten. Wenig N. enthalten Früchte, Gemüse und Mehl.

N. dient der chemischen Industrie zur Herstellung von Chlor und Natriumhydroxid. Im Haushalt wird N. als Regeneriersalz für Geschirrspülmaschinen und Wasseraufbereitungsanlagen eingesetzt.

Die sogenannte physiologische Kochsalz-Lösung ist eine 0,9%ige N.-Lösung in Wasser und wird zur Auffüllung des Blutvolumens verwendet.

Autor: KATALYSE Institut

Natrium

(englisch und französisch: sodium) Chemisches Element der I. Hauptgruppe, Symbol Na, Ordnungszahl 11, Schmelzpunkt 97,8 Grad C, Siedepunkt 882,9 Grad C, Dichte 0,97 g/cm3. Leichtmetall, das an feuchter Luft sofort oxidiert.

Kann sich an der Luft bereits oberhalb 115 Grad C entzünden, in der Reaktionszone treten Temperaturen bis 1.000 Grad C auf. Bei Kontakt mit Wasser entsteht unter stürmischer Reaktion Wasserstoff, der an der Luft als Knallgas zu heftigen Explosionen führen kann, sowie Natronlauge (Natriumhydroxid). Der Umgang mit N. erfordert größte Vorsicht. N. verursacht Verätzungen der Haut, in flüssiger Form zusätzlich Brandverletzungen. N.-Brände sind nur schwer zu löschen, z.B. mit trockenem Kochsalz, Sand, Zement; nicht jedoch mit Wasser. N. wird in Deutschland mit der Bahn in Kesselwagen transportiert (bis zu 45 t/Waggon). Straßenfahrzeuge müssen in Deutschland ab 3 t Nettoladung orangefarbene Warntafeln führen. In vielen anderen europäischen Ländern gilt diese Vorschrift ohne Rücksicht auf die beförderte Menge.
Verwendung: Herstellung von Antiklopfmitteln (Kraftstoffzusätze), Metallurgie, Beleuchtungszwecke (Gasentladungslampen) u.v.m. Ein besonderes Gefahrenpotential stellt die Verwendung von N. als Kühlmittel dar. N. findet aufgrund seiner guten Wärmeleitfähigkeit und seiner hohen Siedetemperatur Verwendung als Kühlmittel in schnellen Brütern und in Solartürmen (Solarkraftwerk).

Autor: KATALYSE Institut

Naphthalin

Rohstoff für N. ist Steinkohlenteer, in dem N. als mengenmäßig wichtigste Einzelkomponente vorkommt.

N. wird verarbeitet zu Phthalsäureanhydrid (PVC-Weichmacher), zu Azofarbstoffen, zu Carbamaten (Pflanzenschutzmittel), zu Chlornaphthalinen (Holzschutzmittel) u.a. N. war früher ein viel gebrauchtes Mottenschutzmittel. Einige Gramm N. wirken tödlich. Das Einatmen von N.-Dampf führt zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Verwirrtheitszuständen. Auf der Haut erzeugt N. Ekzeme, am Auge Hornhauttrübung.
Der MAK-Wert von N. ist 10 ml/m3 (ppm) entsprechend 50 mg/m3.

Autor: KATALYSE Institut

Naphtha

N., auch Chemiebenzin genannt, ist eine Bezeichnung für eine bestimmte Fraktion, die bei der Rohöldestillation anfällt.

Bei der Rohöldestillation erhält man insgesamt vier Fraktionen:
Heizöl (75%), Benzin (15%), Raffineriegase (5%) und N. (5%).
Durch die Spaltung von N. erhält man die Stoffe Ethylen (30%), Propylen (15%), Benzol (5%), Butadien (5%), Toluol und Xylol u.a. In der Vergangenheit bestimmte die Nachfrage an Heizöl den Gesamtverbrauch an Erdöl, die zwangsläufig anfallenden anderen Fraktionen waren eher unerwünschte Nebenprodukte, für welche ein entsprechender Absatzmarkt fehlte.

In Westeuropa und Japan hat die Verwendung von N. in so starkem Maße zugenommen, daß N. für diese Länder den wichtigsten Rohstoff der chemischen Industrie darstellt. In den USA dagegen ist Erdgas noch der wichtigste Rohstoff, doch sind auch hier starke Zuwächse beim N.-Verbrauch zu verzeichnen.
Der N.-Bedarf in Westdeutschland wird zu 65-70% aus der inländischen Rohölaufbereitung gedeckt. 96% der Produkte der petrochemischen Industrie basieren auf Erdöl- und Erdgas.

Autor: KATALYSE Institut

Nachverbrennung

Die N. dient der Verminderung von Kohlenwasserstoff-Emissionen aus Kraftfahrzeugen (Schadstoffe aus Kfz), Industrieanlagen u.a

Das Abgas wird hierbei in eine Brennkammer geleitet, wo die Kohlenwasserstoffe oder andere brennbare Schadstoffe bei ausreichend hohen Temperaturen im wesentlichen zu Kohlendioxid und Wasser verbrennen. Neben der thermischen gibt es auch die katalytische N., bei der zusätzlich ein Katalysator zur Anwendung kommt. In der Industrie werden z.B. Abluftströme aus Lackierereien, die einen hohen Anteil an Lösemitteln enthalten, durch N. gereinigt.

Autor: KATALYSE Institut

Nachtfahrverbot

Ein N. hat die österreichische Regierung mit
Gültigkeit vom 1.12.1989 erlassen, um Naturraum und Bevölkerung vor den nachteiligen Folgen des Alpentransitverkehrs zu schützen.

Es gilt für die Zeit zwischen 22 und 5 Uhr und betrifft Lastkraftwagen über 7,5 t und mit mehr als 80 Dezibel Fahrgeräusch; ab 1994 soll es auch auf leisere Lkws ausgedehnt werden. In der Schweiz existiert ein N. bereits seit den 30er Jahren.

Mit dem N. soll die problematische Zunahme des Straßen-Güterverkehrs gebremst werden (in Österreich von 1970 bis 1991 um annähernd 600% von 3,2 Mio t auf 22 Mio t), zu dessen Gunsten die Bahn (Schienenverkehr) als Verkehrsmittel anteilig zurückgedrängt wurde:

Bei einem prozentualen Wachstum von 18% fiel der Anteil der Bahn am Warentransport von ursprünglich 70% (1970) auf derzeit 22% (5,5 Mio t). Tatsächlich hat diese Regelung Erfolg: Nach Einführung des N. ging der Anteil des Lkw-Verkehrs um 10% zurück, v.a. sank die Zahl der grenzüberschreitenden Lkw-Nachtfahrten erheblich, während der kombinierte Verkehr um 43% zunahm.

Der Anteil leiser Lkw stieg bereits im ersten Jahr von 7% (1989) auf 55% (1990). Sowohl in Österreich wie in der Schweiz soll der kombinierte Verkehr in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden.
Lkw-Verkehr

Autor: KATALYSE Institut

NTA

NTA ist ein Komplexbildner, der u.a. zur Wasserenthärtung eingesetzt wird.

NTA kann auch Schwermetalle komplexieren und diese in die Umwelt remobilisieren, nachdem sich diese Metalle im Sediment angereichert haben. NTA wird auch in der Galvanik und der Fotoindustrie eingesetzt. Besondere Bedeutung hat NTA als Phosphatersatzstoff in Wasch- und Reinigungsmitteln.

Autor: KATALYSE Institut