Flußbegradigung

Durch extrem verstandene Flurbereinigung wurden mit Millionenaufwand Bäche und Flüsse verrohrt, betoniert und begradigt.

Mehr und mehr erkennt man die negativen Auswirkungen der F., wie durch schnelles Abfließen der Regenwassermengen bedingtes Hochwasser, verringerte Grundwasserneubildung, Erosion, Artensterben (im naturbelassenen Flußbett können sich in den Zonen unterschiedlicher Fließgeschwindigkeit mannigfache Arten entwickeln).

Mit ebensolchem Aufwand versucht man nun, die Gewässer zu renaturieren (Renaturierung), da man sich zuvor über die Folgen der F. keine Gedanken gemacht hatte.

Autor: KATALYSE Institut

Flockung

Vorgang, bei dem in einer Flüssigkeit schwebende Stoffe zum Absetzen gebracht werden

Typische Anwendungsbereiche sind die Schönung von Wein, die Behandlung industrieller und kommunaler Abwässer oder die Entfernung von Trübstoffen aus Oberflächengewässern bei der Trinkwasseraufbereitung. Häufig verwendete F.-Mittel sind Eisen- oder Aluminium-Salze. Diese bilden in Wasser voluminöse Flocken, die Trübstoffe einschließen bzw. deren elektrostatische Abstoßung aufheben.

Als Hilfsmittel wird auch Polyacrylamid verwendet.
Die Entfernung der Flocken geschieht durch Filtration, Absetzen (Sedimentation) oder durch Aufschwimmen an die Oberfläche (Flotation). Im Trinkwasser müssen F.-Mittel bis auf technisch unvermeidbare und gesundheitlich unbedenkliche Restkonzentrationen entfernt werden.

Autor: KATALYSE Institut

Fischtest

Der F. dient zur Bestimmung der Fischgiftigkeit von Substanzen in Abwässern

Ermittelt wird die akute Toxizität innerhalb von 48 Stunden; als Testfisch dient meist die Goldorfe.
Nach dem Abwasserabgabengesetz wird die Fischgiftigkeit neben anderen Parametern zur Bewertung von Abwässern herangezogen, die in Oberflächengewässer eingeleitet werden und für die eine Abgabe entsprechend ihrer Schädlichkeit erhoben wird.

Autor: KATALYSE Institut

Entwässerung

Abführen von Wassermengen, die zeitlich und örtlich im Übermaß anfallen und für das Wachstum der Kulturpflanzen schädlich sind, durch Gräben und Drainagen

Ziele der E. sind Nutzungsänderungen (Grünland zu Ackerland), Erleichterung der Bodenbearbeitung, Ertragssicherung und -steigerung und die Erneuerung bestehender Anlagen.

In den vergangenen Jahren wurde die E. sehr großzügig gehandhabt. Heute treten als Folge davon in einigen Gebieten (Weinbau an der Mosel und Mittelrhein) in trockenen Monaten Probleme mit der Wasserversorgung auf, weil die notwendige Grundwasserneubildung verringert wird. Die stoffliche Belastung des Grundwassers nimmt allerdings nicht ab, da die Nutzungsintensität der Fläche gesteigert wird.

Die E. führt außerdem zu Verschiebungen im Artenbestand von Tieren und Pflanzen, Humusabbau, erhöhter Stickstoffverfügbarkeit, Geländesetzungen und Auswirkungen auf das Mikroklima. Sie ist mitverantwortlich für die gestiegene Hochwasserhäufigkeit, da das Wasser nicht mehr im Boden versickert. Die E. großer Feuchtgebiete zum Zwecke landwirtschaftlicher Nutzung ist die Hauptursache für das Verschwinden derartiger Biotope und ihrer typischen Pflanzen- und Tierwelt.

Autor: KATALYSE Institut

Elbe

Die E. ist mit 1.140 km Länge von der Quelle bis zur Nordseegrenze und einem Gesamteinzugsgebiet von 148.268 km2 eines der größten Flußgebiete Westeuropas; für das Gebiet der ehemaligen DDR das größte und für die CSFR das zweitgrößte Fließgewässer

Durch die hohe Abwasserbelastung im Gebiet der CSFR werden die Nutzungen im Oberen Elbtal negativ beeinflußt. Die Hauptbelastungsschwerpunkte stellen in Sachsen und Sachsen-Anhalt der Raum Dresden und der Raum Magdeburg mit Mulde- und Saalemündung dar.

Diese hohe Abwasserbelastung führt u.a. im Tidebereich der E. mit erhöhten Aufenthaltszeiten und verringerten Fließgeschwindigkeiten in wärmeren Jahreszeiten zu einem Sauerstoffdefizit. Regelmäßiges Fischsterben ist die Folge. Ursache sind die sauerstoffzehrenden Substanzen (Ammonium (Ammoniak) sowie schwer abbaubare Ligninsulfonsäuren und Huminverbindungen (Sauerstoffzehrung, Lignin, Abbau)).

Schwermetalle, insbesondere Quecksilber und schwer abbaubare chlorierte Kohlenwasserstoffe (Hexachlorbenzol, PCB) zählen zu den besonders problematischen Schadstoffen. Die Schwermetalle reichern sich u.a. in den Sedimenten an. Die hochgradige Belastung des Elbeschlicks führt zu gravierenden Problemen bei der Unterbringung des Baggergutes nach der Entnahme im Hamburger Hafen.

Für die mittleren Abflußverhältnisse der E. sind bezogen auf 1986 die wichtigsten Belastungskomponenten bei Schnackenburg tabellarisch zusammengestellt:
Das Ökosystem der E. soll in einen Zustand versetzt werden, bei dem heute verschwundene, aber früher vorhandene höhere Arten in der E. wieder heimisch werden können. Das Sanierungsziel wird durch Erreichen der Gewässergüteklasse II "mäßig belastet" ausgedrückt.

Die Nutzung des Elbwassers als Rohstoff für die Trinkwasserversorgung muß künftig möglich sein.
Die Belastung der E. durch Problemstoffe muß drastisch verringert werden.
Im Bereich der landwirtschaftlichen Produktion ist durch ein Konzept von Maßnahmen der diffuse Eintrag von Nährstoffen in das Grundwasser nachhaltig zu reduzieren (Eutrophierung). Einzelne Maßnahmen:
- intensive Beratung der Betriebe,
- pflanzenbedarf- und standortgerechte Düngung,
- Verminderung von Bodenerosion und Abschwemmung,
- sachgerechter Umgang mit tierischen Abgängen (Jauche und Gülle),
- Herausnahme von Flächen aus der landwirtschaftlichen Produktion sowie Extensivierung der Produktion.

Um die an der E. bestehenden Nutzungen langfristig zu sichern, ein möglichst naturnahes Ökosystem zu erreichen und die Belastung der Nordsee aus dem E.-Gebiet nachhaltig zu verringern, ist eine enge Zusammenarbeit der Vertragsparteien bei Vorschlägen für langfristige Maßnahmen zur Verringerung von Emissionen Voraussetzung.

Autor: KATALYSE Institut

Einleitungsbescheid

Der E. ist eine befristete wasserrechtliche Erlaubnis (Wasserhaushaltsgesetz 7).

Er enthält mindestens die Konzentrationen der Schadstoffe und Schadstoffgruppen, den Verdünnungsfaktor für die Fischgiftigkeit und die Jahresschmutzwassermenge, die die Grundlage für die Abwasserabgabenberechnung (Abwasserabgabengesetz) bilden.

Bei Abwässern, die gefährliche Stoffe enthalten (vgl. WHG 7a, Abwasserherkunftsverordnung (AbwHerV)), soll der Einleitungsbescheid auch die Mindestanforderungen entsprechend der Rahmen-AbwasserVwV bzw. die 2.-48. AbwVwV berücksichtigen.

Autor: KATALYSE Institut

Einleiter

Direkteinleiter, Indirekteinleiter

Autor: KATALYSE Institut

Duschen

Der durchschnittliche Trinkwasserverbrauch beträgt in West-Deutschland ca. 145 l pro Tag und Person.

Hiervon werden alleine für das Baden und Duschen ca. 42 l Trinkwasser verbraucht. Auf häufiges Baden sollte verzichtet werden, da man zum D. nur ca. ein Viertel der Energie und Wassermenge verbraucht, die für ein Wannenbad benötigt wird.

Durch Schließen des Wasserhahns während des Einseifens und Verwendung sparsamer Warmwasserbereiter kann man viel Energie und Wasser sparen. Die einfachste Methode hierzu ist ein Duschunterbrecher, der zwischen Schlauch und Duschkopf geschraubt wird.

Der Effekt sparsamer Warmwasserbereitung wird jedoch durch die Zunahme der Duschhäufigkeit überkompensiert. Während man vor 20 Jahren noch 1-2mal pro Woche duschte, ist dies heutzutage teilweise mehrmals täglich der Fall.
Probleme bereiten die D. als Infektionsquelle für Legionellen.

Lit.: KATALYSE e.V. (Hrsg.): Das Wasserbuch, Köln 1990

Autor: KATALYSE Institut

Donau

Zweitlängster Fluß Europas. Fließt in östlich orientierter Route durch mittel- und osteuropäische Staaten

Damit kommt der D. für die europäische Integration beispiellose Bedeutung zu. Verschiedene völkerrechtliche Einrichtungen wie die europäische D.-Kommission und die internationale D.-Kommission waren seit der Teilung Europas für die mitteleuropäischen Staaten ausgeschlossen. Die Reaktivierung von Verwaltungs- und Schiffahrtsgesellschaften kann die Menschen der Regionen zum Nutzen aller näher bringen.

Die durch die Teilung bedingte Unterentwicklung des Schiffahrtsweges D. hat eine einzigartige Flußauen- und Deltalandschaft erhalten, die durch allzu rasche Entwicklung in ihrer Existenz bedroht ist. So haben Stauwerke für die Schiffbarmachung bereits viele D.-Auen mit ihrer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt zerstört.

Dieses Schicksal blieb den D.-Auen durch den Baustopp von österreichischen und ungarischen Groß-Wasserkraftwerken erst einmal erspart. Viele teilweise in der D. und im Schwarzen Meer vorkommende Fischarten sind nicht nur durch Kanalisation bedrängt, sondern auch durch industrielle und kommunale Abwässer.

Die starke Verschmutzung, wie sie Rhein und Elbe in den 70er und 80er Jahren erlitten, kann bei der D. durch rechtzeitige Planungs- und Kontrollmaßnahmen verhindert werden. Dabei kann die internationale Zusammenarbeit zur Erreichung des gemeinsamen Ziels der Erhaltung des Ökosystems D. die Menschen einander näherbringen und über ihr politisches Zerwürfnis hinweghelfen.

Autor: KATALYSE Institut

Direkteinleiter

Industrie- und Gewerbebetriebe, die ihr Abwasser nicht in die öffentliche Kanalisation, sondern direkt in einen Vorfluter leiten

D. benötigen nach dem Wasserhaushaltsgesetz eine wasserrechtliche Genehmigung

Autor: KATALYSE Institut

Wasserhaushaltsgesetz

Das W. (WHG) in der Fassung von 1986 (BGBl. I S. 1529) regelt als Rahmengesetz des Bundes die Bewirtschaftung der oberirdischen Gewässer, der Küstengewässer und des Grundwassers.

Dabei hat jede vermeidbare Beeinträchtigung zu unterbleiben, nachteilige Veränderungen der Eigenschaften des Wassers sind zu verhüten, und eine sparsame Verwendung des Wassers ist anzustreben (1a). Alle Handlungen, die schädliche Veränderungen der physikalischen, chemischen oder biologischen Beschaffenheit des Wassers herbeiführen können (3), bedürfen einer Genehmigung (2).

Ein Rechtsanspruch auf die Erteilung einer Erlaubnis (7) oder einer Bewilligung (8) besteht nicht. Diese ist zu versagen, wenn dadurch das Wohl der Allgemeinheit, insb. die Trinkwasserversorgung, gefährdet wird (6). Jede Abwassereinleitung muß bestimmten Mindestanforderungen genügen. Dabei werden in denen von der Bundesregierung erlassenen Verwaltungsvorschriften (Rahmen-AbwasserVwV, 2.-48. AbwVwV) die allgemein anerkannten Regeln der Technik zugrunde gelegt.

Die Anforderungen an das Einleiten von gefährlichen Stoffen müssen dem Stand der Technik genügen. Alte Wasserrechte können gegen Entschädigung aufgehoben werden. Unter bestimmten Voraussetzungen entfällt eine Entschädigung (15). Zum Schutz der öffentlichen Wasserversorgung können Wasserschutzgebiete festgesetzt werden (19). Für Anlagen zum Befördern von, und zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen gelten besondere Vorschriften (19a-l).

Eine wasserrechtliche Erlaubnis oder Bewilligung verpflichtet den Inhaber zur Duldung der behördlichen Überwachung (21). In größeren Anlagen muß ein Gewässerschutzbeauftragter bestellt werden. Wer die Beschaffenheit des Wassers so verändert oder Inhaber einer Anlage ist, die unbeabsichtigt die Beschaffenheit des Wassers verändert, so daß einem anderen dadurch Schaden entsteht, ist zum Schadensersatz verpflichtet (Gefährdungshaftung).

Während die (unverbindlichen) wasserwirtschaftlichen Rahmenpläne großräumig die wasserwirtschaftlichen Voraussetzungen für die Entwicklung der Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse sichern sollen (36), stellen die Länder (behördenverbindliche) kleinräumige Bewirtschaftungspläne auf mit dem Ziel, die Nutzungserfordernisse und den Schutz der Gewässer als Bestandteil des Naturhaushalts in Einklang zu bringen ( 36 b).

Autor: KATALYSE Institut

Eutroph

nährstoffreich (Gegensatz: oligotroph).

Eutrophe Seen besitzen wegen der starken Vermehrung des pflanzlichen Planktons eine geringe Sichttiefe und häufig eine grün-braune Wasserfarbe. Die obere warme Wasserschicht ist durch die Stoffwechselvorgänge der Algen sauerstoffreich, während das kalte Tiefenwasser durch die sauerstoffzehrenden Abbauvorgänge sauerstoffarm ist.

Autor: KATALYSE Institut

Enthärter

Unter E. versteht man umgangssprachlich chemische Substanzen, welche die härtebildenden Calcium- und Magnesiumionen des Wassers (Wasserhärte) zu binden vermögen, was Voraussetzung für optimal ablaufende Wasch- und Reinigungsprozesse ist.

Diese Härtebildner spielen eine Rolle bei der Schmutzhaftung, und sie behindern die schmutzlösende Wirkung von Tensiden, z.B. durch Bildung unlöslicher Verbindungen (bekanntester Fall ist die Ausfällung von Kalkseifen).

Es werden zwei Prinzipien bei E. realisiert:

  • 1. Die Bindung über Ionenaustauscher. Sie geschieht entweder im Rahmen einer vorgeschalteten Wasseraufbereitung mittels synthetisch-organischer Austauscherharze oder durch anorganische Festkörper mit Schicht- oder Käfigstrukturen, in denen bewegliche Natriumionen gegen die Härtebildner ausgetauscht werden können.

    Der erste Fall ist technisch in Spülmaschinen, aber auch bei der gewerblichen Wäscherei verwirklicht, während in Haushalts-Waschmaschinen E. der zweiten Art Einsatz finden, und zwar weltweit fast ausschließlich als Zeolith A, das Rezepturbestandteil pulverförmiger Waschmittel ist und im Gegensatz zu den stationären Austauscherharzen nach jeder Wäsche ins Abwasser gespült wird.

  • 2. Das andere E.-Prinzip wird durch Komplexbildner repräsentiert. Bekanntester Vertreter ist das Phosphat, welches aber wegen der Eutrophierungs-Problematik weltweit immer mehr durch Phosphatersatzstoffe wie Citrat und Nitrilotriacetat substituiert wird. Zeolith A und die Komplexbildner gehören zu den sog.

    Gerüststoffen, einer der wichtigsten Wirkstoffgruppen in Wasch- und Reinigungsmitteln.
    Neben dieser engeren Bedeutung als Wirkstoff steht der Begriff E. aber auch für eine Produktgattung, die insbesondere im Zusammenhang mit den Baukastenwaschmitteln zunehmende Bedeutung erlangt.

    Solche konfektionierten E. bestehen in der Regel aus mehreren E.-Wirkstoffen, nämlich Zeolith A, Citrat und Polycarboxylat. Daneben finden sich häufig geringere Mengen an Tensiden sowie Silikate, Soda und Glaubersalz. Wobei größere Anteile von letzterem wegen unnötiger Abwasserbelastung abzulehnen sind.

    Grundsätzlich sind E. als ökologisch sinnvoll einzustufen, erlauben sie doch, in hartem Wasser den Verbrauch an Waschmitteln mit ihren problematischeren Inhaltsstoffen einzuschränken (Ausnahme: Kompaktwaschmittel). Der Absatz von E. lag 1991 in alten und neuen Bundesländern mit 145 Mio DM um 10% höher als im Vorjahr, also entgegen dem Trend eines eher stagnierenden Wasch- und Reinigungsmittelmarktes.

Autor: KATALYSE Institut

Entsalzung

Umkehrosmose, Ionenaustauscher, Elektrodialyse

Autor: KATALYSE Institut

Deutsche Härtegrade

D.H. ist das Maß für die Wasserhärte.

Ein Grad entspricht 18 mg/l Kalk. In Deutschland gibt es vier Wasserhärtebereiche. Dabei sind sieben Härtegrade zu einem Härtebereich zusammengefasst:

  • Härtebereich 1 - Härtegrad 0-7 - Wassercharakter weich
  • Härtebereich 2 - Härtegrad 7-14 - Wassercharakter mittel
  • Härtebereich 3 - Härtegrad 14-21 - Wassercharakter hart
  • Härtebereich 4 - Härtegrad über 21 - Wassercharakter sehr hart

Autor: KATALYSE Institut

dH

dH ist die Abkürzung für deutsche Härte. Die Härte des Wassers ( Wasserhärte ), hängt von dem Gehalt an Calcium- und Magnesiumverbindungen ab. Je höher der Gehalt ist, desto härter ist das Wasser.

Die Härte des Wassers spielt beim Waschen der Wäsche eine erhebliche Rolle. Je weicher das Wasser, desto weniger Wasserenthärter (bzw. Waschmittel) sind bei der Wäschepflege erforderlich.

Autor: KATALYSE Institut

Algenpest

Durch die Überfrachtung von Flüssen und Meeren mit Stickstoff- und Phosphorverbindungen aus der Landwirtschaft und städtischen Abwässern, kommt es in vielen Gewässern zur Eutrophierung und Algenblüte.

Die saisonale extreme Vermehrung von Algen, hat in Nordsee, Ostsee und Mittelmeer regelmäßig in den achtziger und Anfang der neunziger Jahre zu pestartigem Massensterben von Fischen, Robben und anderen Meeresorganismen geführt.

Im Oktober 1986 verschwanden im dänischen Kattegatt beispielsweise in einem Gebiet von 100 Quadratkilometer große Teile des Fischbestandes und konnten nur noch tot aus dem Meer gezogen werden.

Im Sommer 1988 verursachte das massenhafte Auftreten der Goldalge Chrysomulina polylepis, die sich mit einer Art Ankerfaden an Kiemen festsetzen kann, in der Nordsee ein großes Fischsterben und wurde mit dem Absterben eines großen Teils der Robbenpopulation dieses Raums in Verbindung gebracht.

Seit Ende der 70er Jahre kommt es in der italienischen Adria regelmäßig durch die gewaltigen Stickstoff- und Phosphormengen (Phosphat), die der Po aus den norditalienischen Metropolen zum Meer führt, in Verbindung mit starker Sonneneinstrahlung zur Ausbildung schwammiger roter und grüner Algenteppiche, die neben den Meeresorganismen auch den Fremdenverkehr an der Küste Venetiens und der Emilia Romana stark beeinträchtigte.

Durch die Verbesserung der Klärtechnik und -standards tritte die Algenpest heute nur noch punktuell und bei extremen Situationen auf (Wassermangel in großen Flüssen, sehr hohe Sommertemperaturen o.ä.).

Autor: KATALYSE Institut

Denitrifikation

1.) In schlecht durchlüfteten Böden veratmen Mikroorganismen (Denitrifikanten) den in Nitrat (NO3) gebundenen Sauerstoff.

Als Ergebnis der D. entweichen elementarer Stickstoff, Stickoxide (N2O) und Ammoniak aus dem Boden. D. findet verstärkt bei gleichzeitigem Auftreten von anaeroben Bedingungen, leicht zersetzbarer organischer Substanz (z.B.Klärschlamm), hohem Wassergehalt und günstigen Temperaturen (mehr als 15 GradC) im Boden statt.

D. kann hohe Stickstoffverluste im Boden - besondere Bedeutung in der Landwirtschaft - zur Folge haben. Hierdurch gehen für das Pflanzenwachstum notwendige Stickstoffverbindungen verloren (grobe Schätzung 20 bis 100 kg Stickstoff je ha und Jahr).

D. stellt die dominante Quelle der N2O-Freisetzung aus dem Boden dar. In die Stratosphäre gelangt, kann N2O über photochemische Umsetzungen zu einer Verminderung der Ozonschicht (Ozon) führen und damit den weltweiten Treibhauseffekt verstärken. Biologischen Abwasserreinigung, bei dem Nitrate zu freiem Sauerstoff reduziert werden.

Siehe auch: Mikroorganismen, Nitrat, Sauerstoff, Eutrophierung

Autor: KATALYSE Institut

Deichbau

D. werden in Europa seit ungefähr 100 n. Chr. gebaut. Sie dienten ursprünglich vor allem dem Schutz der Marschen und seiner Bewohner vor dem Meer.

Eingedeicht wurden in der Regel Gebiete, die nur selten überflutet wurden. Später ging man mehr und mehr dazu über, D. zur Gewinnung von Nutzland zu betreiben und auch niedriger gelegene Gebiete einzudeichen. Von dieser Entwicklung betroffen ist z.B. auch das deutsche Wattenmeer und die Marsche.

Angesichts der sich abzeichnenden Klimaveränderungen infolge des zunehmenden Treibhauseffekts, die u.a. einen Anstieg des Meeresspiegels erwarten lassen, gewinnt der D. zum Schutz der Menschen vor dem Meer wieder an Bedeutung.

Viele Küstenländer haben begonnen, ihre Schutzdeiche zu verstärken. Bei einem Anstieg des Meeresspiegels um 50 cm würde allein die Küstensicherung für die USA 32-43 Mrd US-Dollar kosten. Bei einem Anstieg um 1 m erhöht sich die Summe auf 73-111 Mrd US-Dollar.

Ländern der Dritten Welt, die vom Anstieg des Meeresspiegels ganz besonders betroffen sind (z.B. Bangladesh) fehlt das Geld für den notwendigen D., so daß Land- und Menschenverluste kaum zu vermeiden sein werden.

Siehe auch: Marsche, Wattenmeer, Europa

 

Autor: KATALYSE Institut

CSB

(Chemischer Sauerstoffbedarf) Kenngröße für den Verschmutzungsgrad von Gewässern und Abwässern.

Der CSB-Wert kennzeichnet die Menge an Sauerstoff, welche zur Oxidation der gesamten im Wasser enthaltenen organischen Stoffe verbraucht wird (mg O2/l Wasser).

Ein starkes Oxidationsmittel (z.B. Kaliumdichromat) zersetzt die biologisch leicht und schwer abbaubaren und auch die biologisch nicht abbaubaren organischen Stoffe.

Der CSB dient zusammen mit anderen Werten der Berechnung und der Kontrolle der Reinigungsleistung einer Kläranlage (Abwasserreinigung) oder der Ermittlung der zur Desinfektion notwendigen Chlormenge in Trinkwasser.

Er ist ferner einer der Parameter, die bei den nach dem Abwasserabgabengesetz erhobenen Abgaben berücksichtigt werden. Durch Vergleich mit dem BSB ist eine Aussage über das Verhältnis von biologisch abbaubaren und persistenten (Persistenz) Stoffen im Abwasser möglich.

Siehe auch: Chemischer Sauerstoffbedarf, Sauerstoffzehrung, Wasser, Abwasserreinigung, Persistenz

Autor: KATALYSE Institut

Chrom

Chemisches Element der IV. Hauptgruppe, Symbol Cr, Ordnungszahl 24, Schmelzpunkt 1.890 Grad C, Siedepunkt 2.670 Grad C, Dichte 7,18 g/cm3, silberglänzendes, im reinen Zustand zähes, dehn- und schmiedbares, bei Verunreinigungen mit Wasserstoff oder Sauerstoff hartes, sprödes Metall, TRK für Chromate 0,2 mg/m3 (beim Lichtbogenschweißen, Schweißen), bzw. 0,1 mg/m3 (sonstige Verwendung).

C. ist essentiell und von Bedeutung im Glukose-Stoffwechsel. Der tägliche Bedarf für einen Erwachsenen liegt zwischen 0,05 und 0,5 mg.
C.-Mangel führt im Tierversuch zu Diabetes, Arteriosklerose, Wachstumsstörungen. Der Wert oder die Schädlichkeit von C. für den Menschen hängt von der Oxidationsstufe des C. ab. C.(VI)-Verbindungen sind bis zu 1.000mal giftiger als die häufigeren C.(III)-Verbindungen.

Auch die Aufnahme über die Haut, etwa am Arbeitsplatz, ist gefährlich (Chromatgeschwür). Vergiftungserscheinungen: Durchfälle, Magen- und Darmblutungen, schwerste Leber- und Nierenschäden und Krämpfe. Langzeitgefahren bei C.(VI)-Verbindungen sind vor allem die krebserzeugende (Atmungsorgane) und die erbgutschädigende Wirkung. Große Vorsicht ist erforderlich beim Umgang mit C.-Trioxid, Bleichromat, Calciumchromat, Strontiumchromat, C.(III)-Chromat und den Alkalichromaten (Chromat enthält C.(VI)).

Chromate werden generell für das stark erhöhte Lungenkrebsrisiko von Arbeitern, die damit in Berührung kommen, verantwortlich gemacht. Ekzeme durch Kontakt mit Zement werden durch eine allergische Reaktion auf C.(VI)-Verbindungen hervorgerufen.

Die Hauptmenge an C. wird mit der Nahrung und dem Trinkwasser aufgenommen (USA: 0,005-0,1 mg/Tag). Inhalation: weniger als 0,001 mg. Trinkwassergrenzwert (WHO, Deutschland): 0,05 mg Cr/l. Der C.-Anteil an der oberen Erdkruste wird auf 0,02% geschätzt. Weltweit wurden 1987 10,8 Mt C.-Erz gefördert.

Verwendung: Als Legierungsbestandteil (C.-Stahl), Galvanik (Verchromen, Metallindustrie), Katalysator (Chemische Industrie), Pigmente, Gerberei (Textilindustrie), Holzimprägnierung u.a. Durch C.-haltige Abwässer und Abluft besteht in vielen Fällen eine Gefährdung der Umwelt.

In Westdeutschland und in Frankreich gelangen jährlich etwa 700 t industrielles C. in die Luft, ca. 1.000 t in Gewässer und einige 100.000 t C. in die Meere (Rhein). Biologisch wertvolles C. ist enthalten in: nicht raffiniertem Zuckerrohr- und Zuckerrübensaft, Weizenkeimen, schwarzem Pfeffer, Bierhefe, Leber und Käse. Der Mensch enthält ca. 5-20 mg C..

Lit.: E.Merian (Hrsg): Metalle in der Umwelt, Weinheim 1984

Siehe auch: Spurenelemente

Autor: KATALYSE Institut

Chlorung

Die C. dient der Desinfektion von Trink-, Bade-, Brauch- und Abwasser (Trinkwasseraufbereitung).

Eine vorbeugende Desinfektion des Trinkwassers ("Schutz-C.") ist seit der Novellierung der Trinkwasserverordnung vom 1.1.1991 nicht mehr zulässig. Die C. kann mit Chlor (Cl2) oder mit Chlordioxid (ClO2) durchgeführt werden. Die C. mit Chlordioxid ist zwar aufwendiger, hat dafür aber andere Vorteile:

Da das Chlordioxid nicht so reaktionsfreudig ist wie das Chlor, geht es auch nicht so schnell Oxidationsreaktionen mit den im Wasser vorhandenen Inhaltsstoffen ein, was die Chlorzehrung ist verringert - dabei ist insbesondere die Gefahr der Bildung von krebserregenden Trihalogenmethanen aus Huminstoffen zu nennen -, und auch der typische Chlorgeruch tritt nicht auf.

Über Sinn und Unsinn einer Trinkwasser-C. bestehen Meinungsverschiedenheiten. Befürworter der C. wollen die ständige C. beibehalten, um eine Verkeimung des Wassers zu unterbinden, während Gegner hierin eine zu hohe Chlorbelastung der Bevölkerung sehen und lediglich Stoß-C. bei Verkeimungsverdacht fordern.
Alternativen zur C.: Ozonierung, UV-Strahlung

Lit.: KATALYSE e.V.: Das Wasserbuch, Köln 1990

Autor: KATALYSE Institut

Chlor

Chemisches Element der VII. Hauptgruppe (Halogene), Symbol Cl, Ordnungszahl 17, Schmelzpunkt -100,98 Grad C, Siedepunkt -34,06 Grad C, giftiges, stechend riechendes, gelbgrünes Gas (Cl2), MAK-Wert 0,5 ppm (ml/m3).

Im Ersten Weltkrieg wurde C. als chemischer Kampfstoff eingesetzt. C. ist ein Lungengift, verätzt Schleimhäute und Atemwege, insbesonders Lungenbläschen. Bei stärkeren akuten Vergiftungen Krampfhusten, Atemnot, später Lungenentzündung, -bluten, -ödeme. Luft mit einem C.-Gehalt von 0,5-1% ist akut toxisch, bei längerem Einatmen wirken auch 0,01% (= 100 ppm) tödlich.

In großen Mengen fällt C. als "Abfallprodukt" bei der C.-Alkali-Elektrolyse an. Hierbei wird Natriumchlorid (Kochsalz) mit Hilfe von elektrischem Strom in Natronlauge und C. zersetzt. Der Prozeß läuft in einem Quecksilberbad (Quecksilber) ab, wodurch zusätzlich Umweltbelastungen entstehen. 1987 wurden in der BRD 3,45 Mio t C. produziert. Der Energiebedarf belief sich dabei auf 10 Mio MWh (das sind 25% des Bedarfes der chemischen Industrie).

C. bildet Grundstoff zur Herstellung von: Lösungsmitteln (chlorierte Kohlenwasserstoffe), anorganische Chemikalien. C. wird ferner als aktive Substanz in Bleichmitteln sowie Entkeimung und Aufbereitung von Wasser (Chlorung, s. Trinkwasseraufbereitung) eingesetzt.

Siehe auch: Dioxine und Furane, WC-Reiniger

Autor: KATALYSE Institut

BSB

Biologischer oder biochemischer Sauerstoffbedarf.

Der B. ist neben dem CSB eine wichtige Beurteilungsgröße für die Belastung von Wasser und Abwasser mit organischen Stoffen. Die Bestimmung des B. erfolgt durch die Ermittlung der von Mikroorganismen benötigten Sauerstoffmenge, die bei 20 Grad Celsius zum Abbau der im Wasser enthaltenen organischen Substanzen benötigt wird. Als Bezugszeitraum dienen meist 5 Tage (BSB5).

Siehe auch: Sauerstoffzehrung, Gewässergüte, Gewässerbelastung, biochemischer Sauerstoffbedarf

Autor: KATALYSE Institut

Brauchwasser

Wasser, das nicht die hohe Qualität von Trinkwasser besitzen muß, da es für technische Prozesse benutzt wird, also z.B. für Reinigungszwecke und als Kühlwasser in der Industrie.

Im Haushalt könnte B. zur WC-Spülung, zum Putzen der Böden oder als Autowaschwasser verwendet werden (Wassersparen, Autowäsche). Denkbar sind hier 2 getrennte Leitungssysteme, von denen das eine mit Trinkwasser aus der öffentlichen Wasserversorgung und das andere als B.-System mit Regenwasser gespeist wird.

Siehe auch: Warmwasserbereitung, Wasser, Trinkwasser, Kühlwasser, Industrie

 

Autor: KATALYSE Institut