Category Archives: Substanzen & Werkstoffe
Methylalkohol
Methanol
Autor: KATALYSE Institut
Methanol
M. (veraltet Methylalkohol, auch Holzgeist genannt) ist eine farblose Flüssigkeit von alkoholischem Geruch mit einem MAK-Wert von 200 ml/m3 (ppm) entsprechend 260 mg/m3.
M. ist ein wichtiges chemisches Grundprodukt und wird hauptsächlich zur Herstellung von Formaldehyd verwendet. Produktionsmenge 1991 früheres Bundesgebiet: 716.000 t.
Für die Giftigkeit von M. ist die beim Abbau im Körper gebildete Menge von Ameisensäure entscheidend. Bereits wenige ml M. können zu Erblindung führen. Häufig wiederholte Aufnahme kleiner M.-Mengen, z.B. bei beruflicher Einatmung der Dämpfe, verursacht Schleimhautreizungen, Benommenheit, Schwindel, Kopfschmerzen, Krämpfe, Verdauungs- und Blasenstörungen. M. findet auch als Energieträger in Verbrennungsmotoren oder Brennstoffzellen Verwendung (Verbrennung).
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Weißmacher
siehe Optische Aufheller.
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Metalle
(griechisch: metallon = Bergwerk) Lichtundurchlässige, stark glänzende, elektrischen Strom gut leitende chemische Elemente.
Sie machen rund 80 Prozent der heute bekannten chemischen Elemente aus. Die Dichte von M. liegt zwischen 0,534 g/cm3 (Lithium) und 22,48 g/cm3 (Osmium). Oberhalb einer Dichte von ca. 4,5 g/cm3 spricht man von Schwermetallen, darunter von Leichtmetallen.
Viele M. weisen untereinander viel größere Ähnlichkeiten auf als man sie unter den anderen Elementen findet. M. treten in der Natur nur sehr selten in elementarer Form (gediegen) auf, sondern kommen meist in chemischer Verbindung in Form von Erzen vor. Viele M. sind für den Menschen essentiell, können aber in größeren Mengen sehr giftig sein (Selen, Arsen, Chrom).
Einige M. sind nicht lebensnotwendig und schon in geringen Mengen für den Menschen giftig (z.B. Blei, Cadmium, Quecksilber, Thallium). Zwischen der Giftigkeit der M. und deren Stellung im Periodensystem gibt es eine Gesetzmäßigkeit. DieToxizität von M. einer Gruppe steigt mit ihrer Atommasse. M. der 6. Periode sind somit potentiell die giftigsten (z.B. Quecksilber) und M. der 3. Periode die ungiftigsten (z.B. Magnesium).
Die M.-Aufnahme des Menschen erfolgt in erster Linie über die Nahrung sowie das Rauchen und Verschlucken von Staub- und Bodenpartikeln.
M. haben in der heutigen Zeit praktisch in allen Lebensbereichen eine große Bedeutung. Da die bekannten M.-Erzlagerstätten in absehbarer Zeit erschöpft sein werden, ist es notwendig langfristige Konzepte zur Rohstoffsicherung zu entwickeln, die v.a. die Vermeidung und das Recycling von metallischen Abfällen forcieren.
Autor: KATALYSE Institut
Metabolit
Stoffwechsel- bzw. Zwischenprodukte, die im Organismus durch Auf- oder Abbaureaktionen entstehen (Anabolite und Katabolite).
Man unterscheidet endogene M., die der Organismus selbst herstellt und benötigt (z.B. Hormone), und exogene M., die von fremden Organismen erzeugt werden und die der betreffende Organismus von außen aufnimmt (z.B. Vitamine).
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Weißblech
Als W. bezeichnet man ein Eisenblech, das zum Schutz vor Korrosion mit einer dünnen Schicht aus Zinn überzogen ist.
Für W., das mit Lebensmitteln in Berührung kommt, werden meist über dem Zinn noch eine oder mehrere zusätzliche Schutzschichten aus Lack aufgebracht.
70% des in Westdeutschland hergestellten W. wird im Lebensmittelbereich verbraucht, wo man es meist zu Konserven- oder Getränkedosen verarbeitet. Auf diese Weise fallen mit Haus- und Gewerbemüll (Hausmüll,
Abfall) jährlich etwa 700.000 t W.-Schrott an, dessen Verwertung Probleme bereitet (Recycling). Früher wurde W. in der Eisenverhüttung eingesetzt, mit dem Rückgang der Eisenproduktion sind Stahlwerke z.Z. fast die einzigen Abnehmer. Jedoch darf aus Qualitätsgründen im Stahl ein bestimmter Zinnanteil nicht überschritten werden, so daß spezielle Verfahren der Entzinnung (z.B. Lurgi-Verfahren) zur Anwendung kommen oder der W.-Schrott mit Eisen verschnitten wird (Abkonzentration). W.-Erzeugnisse sind energetisch und ökologisch günstiger als die entsprechenden Produkte aus Aluminium. Wie beim Aluminium existiert jedoch auch für W. noch kein bundesweites Sammel- und Rückführsystem. Zudem ist W. als Einwegverpackung abzulehnen. Daher muß z.B. auf dem Getränkesektor die Forderung gestellt werden, in Zukunft verstärkt auf Glas in Mehrwegsystemen als Packstoff umzusteigen, auch wenn hierbei eine größere Bruchgefahr und ein höheres Verpackungsgewicht zu verzeichnen sind.
Autor: KATALYSE Institut
Weichspüler
Mengenmäßig mit Abstand bedeutendste Gruppe der Waschhilfsmittel, werden die W. zur sog. "Avivage" eingesetzt.
Sie unterdrücken den als Wasserstarre bezeichneten Effekt, wonach maschinengewaschene Wäsche den durch die Waschmechanik hervorgerufenen Unordnungszustand der Fasern beim Trocknen in unbewegter Luft (z.B. Badezimmern) beibehält. Dies macht sich als harter Griff insb. bei Frottierware bemerkbar. Der einfachste Weg zur Abhilfe ist Trocknen im Freien. Aber auch das Walken und Ziehen der schleuderfeuchten Wäsche hilft beachtlich. Einen ganz ähnlichen Effekt erzielt das Trocknen im Tumbler. Trotzdem preist die Industrie W. gerade auch für tumblergetrocknete Wäsche an. Hier kommt deren zweiter Effekt zum tragen, die antistatische Ausrüstung der Fasern. Gerade Synthesefasern erleiden nämlich sonst im Wäschetrockner starke elektrostatische Aufladung.
Inzwischen bieten die W.-Hersteller sogar eine spezielle Anwendungsform des W. für Tumbler an, die Pflegetücher. Das sind präparierte Läppchen, die während des Trocknungsvorgangs ihre Wirkstoffe auf die Textilien übertragen. Die bei weitem häufigste Anwendung aber bleibt die Avivage im letzten Spülbad des Waschprozesses. Verantwortlich für die Wirkung des W. sind kationische Tenside, die aufgrund ihrer positiven Ladung eine hohe Affinität zu den negativ geladenen Textilfasern haben und auf diese aufziehen. Sie können nicht zusammen mit Waschmitteln angewandt werden, weil deren anionische Tenside die W. unter Neutralsalzbildung inaktivieren würden. W. sind hochverdünnte Produkte, die bis zu 95% Wasser enthalten. Seit einigen Jahren sind Konzentrate auf dem Markt.
Wegen der schlechten Wasserlöslichkeit der kationischen Tenside enthalten W. noch Emulgatoren und Lösemittel.
Der W.-Absatz lag 1988 (konzentratbereinigt) bei 384.000 t, was einem Pro-Kopf-Verbrauch von 6,25 kg im Jahr entspricht.
Dabei sind 35% aller deutschen Verbraucher regelmäßige W.-Anwender. Im Westen greifen 38% gelegentlich und 27% nie zur Flasche. In den neuen Bundesländern dagegen erfreuen sich die W. noch größeren Zuspruchs. Nur 16% der Verbraucher verweigern sich ihnen hartnäckig.
Das Verhältnis von normalen W. zu Konzentraten, das in den 80er Jahren sich immer mehr zugunsten letzterer entwickelte, scheint sich in jüngster Zeit wieder erheblich zurückverschoben zu haben.
Bis Ende 1991 war DSDMAC das meistbenutzte kationische Tensid. Wegen unbefriedigender Umweltverträglichkeit hatte das Umweltbundesamt bei den Herstellern interveniert und diese zu einer Substitution des DSDMAC bewogen. Die heute eingesetzten Avivage-Wirkstoffe sind tatsächlich bedeutend besser abbaubar. Jedoch werden auch dadurch W. nicht zu empfehlenswerten Produkten. Nach wie vor stellen sie angesichts des Massenverbrauchs eine erhebliche Abwasserbelastung dar, während ihr Gebrauchsnutzen umstritten ist. Schließlich beeinträchtigen sie die Saugfähigkeit von Textilien, die Trageeigenschaften von Wetterschutzbekleidung und werden immer wieder als auffällig in Zusammenhang mit Hautunverträglichkeiten genannt.
Daher fordern Umwelt- und Verbraucherverbände sowie das Umweltbundesamt die Konsumenten schon seit Jahren zum W.-Verzicht auf.
Wer gar nicht auf Avivage verzichten will, dem seien bestimmte Schichtsilikate (Bentonite) als umweltverträgliche Weichpfleger oder Seifenwaschmittel empfohlen, denn Seife ergibt auch einen angenehmen Griff.
Autor: KATALYSE Institut
WC-Beckensteine
W. (auch Urinalsteine oder WC-Duftspüler) bestanden früher sehr oft aus dem stark umweltbelastenden Paradichlorbenzol.
Heute handelt es sich vorwiegend um Produkte, welche durch sehr hohe Gehalte (>30%) anionischer und nichtionischer Tenside ausgezeichnet sind, weshalb auch einige dieser W. mit Warnhinweisen ("reizend") verkauft werden. Weitere Bestandteile sind Füllstoffe (z.B. Cellulose), welche die Wirkstoffabgabe regulieren, Gerüststoffe (z.B. Citrat oder Polycarboxylate) und anorganische Salze (z.B. Glaubersalz) sowie vergleichsweise große Mengen Duft- und Farbstoffe. Einige W. enthalten auch Wachse und problematische Lösemittel (Aromaten).
Trotz der säubernden Bestandteile kann die Toilettenreinigung wirksamer mit anderen Methoden erfolgen (WC-Reiniger). W. sind daher leicht verzichtbare Produkte, die aus ökologischen und gesundheitlichen Gründen ganz vermieden werden sollten. Gleiches gilt für die sog. Wasserkasten-Automaten.
Autor: KATALYSE Institut
Weichmacher
W. sind feste oder flüssige, organische Verbindungen, die als Additive eine weichmachende Wirkung auf Kunststoffe, Textilien, Lacke, Zellglas und Dichtungsstoffe ausüben.
In großem Umfang werden W. bei bestimmten Kunststoffen (z.B. PVC) verwendet; andere Kunststoffe enthalten hingegen keine W. (z.B. Polyethylen, Polypropylen).
Die PVC-Produktion stellt den größten Verbraucher von W. dar. Diese können bis zu 55% im PVC enthalten sein.
Am häufigsten werden Phthalsäureester neben Phosphorsäureester und Estern von Dicarbonsäuren als W. verwendet. DEHP (Di(2-ethylhexyl)phthalat), der am häufigsten verwendete Phthalsäureester wurde in den USA als krebserzeugend eingestuft. W. gelangen über Kunststoffverpackungen in Lebensmittel (z.B. Milch) und stellen somit eine Gesundheitsgefährdung dar (Migration, Verbundverpackungen, Phthalsäureester). Aus PVC-Böden entweichen ebenfalls W. insb. bei hohen Temperaturen und neu produzierten Böden und stellen somit, besonders für Kleinkinder, die am Boden spielen, ein Problem dar.
Phthalsäureester sind biologisch nur schwer abbaubar und reichern sich daher in der Umwelt an. Durch die hohe Einsatzmenge der Weichmacher sind Phthalsäureester heute in Böden und Gewässersedimenten weitverbreitet und in erhöhten Konzentrationen nachweisbar.
Autor: KATALYSE Institut
Messing
Messing ist eine Legierung, die v.a. aus Zink und Kupfer besteht. Messingsorten haben einen unterschieldichen Zinkanteil. Häufig wird die Legierung CuZn37 (mit 37 Prozent Zink) verwendet. Messing kann bis zu 3 Prozent Blei enthalten; enthält die Legierung mehr Blei, wird sie dem Sondermessing zugeteilt. Damit Messing nicht reißt, spröde wird und sich gut verarbeiten lässt, enthält es mehr als 50 Prozent Kupfer.
VI. Literatur und Quellen
- Das KATALYSE Umweltlexikon, 2. Auflage Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 1993, seit dem Jahr 1997 gepflegt und ständig erweitert als Online-Umweltlexikon, KATALYSE Institut Köln 2006
- Bahadir, M./Parlar,H./Spiteller, M.: Springer Umweltlexikon; Springer Verlag, Hamburg 2000
- Baier, E.: Umweltlexikon; Ponte Press Verlags GmbH, Bochum 2002
- Karcher, R. Jakubke, H.: Lexikon der Chemie; Studienausgabe, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1998
- Römpp, H./Falbe, J./Regitz, M .: Römpp Lexikon Chemie, 10. Auflage, Thieme Verlag Stuttgart 1996-1999
- Ullmann 1987: Ullmann`s Encyclopedia of Industrial Chemistry, Fifth Completely Revised Edition, Vol. A 10, Weinheim
Autor: KATALYSE Institut
Mercaptane
Die M. sind eine Gruppe von chemischen Verbindungen, die auch als Thiole oder Schwefelkohlenwasserstoffe bezeichnet werden.
Sie zeichnen sich durch einen aufdringlichen, fäkalienähnlichen Geruch aus, weswegen ihre Giftigkeit häufig überschätzt wird. Ihre Giftigkeit ist sehr unterschiedlich. Die MAK-Werte von Ethanthiol und Methanthiol liegen bei 0,5 ppm (1 mg/m3), die Geruchsschwelle von Ethanthiol bei 1 ppb. Einige Verbindungen dieser Gruppe sind nervengiftig, einige werden gegen Schnecken eingesetzt. Auch in der Technik haben sie Bedeutung, z.B. als Antioxidationsmittel, Alterungsschutz, Vulkanisationsbeschleuniger oderDesinfektionsmittel. Ihre Gewinnung erfolgt meist aus Erdöl. In der Umgebung älterer Raffinerien führen die M. zu einer starken Geruchsbelästigung (Olfaktometrie).
In biologischen Prozessen spielen Thiole eine bedeutende Rolle, z.B. bei Enzymen des Energiestoffwechsels. Die Thiolgruppen können jedoch durch Schwermetalle blockiert werden, was den Giftcharakter vieler Metalle erklären kann.
Autor: KATALYSE Institut
Wissensvermittlung
Die gesellschaftlich organisierte Wissensvermittlung ist in erster Linie unser Bildungssystem mit Schule, Berufausbildung und Studium.
Daneben gibt es die freie und die kulturelle Wissensvermittlung, die überwiegend mit und durch Medien (Werbung, Information…) erfolgt
Autor: KATALYSE Institut
Wirkungsgrad
Der Wirkungsgrad einer Anlage gibt an, wieviel Prozent der eingesetzten Energie in Strom umgewandelt wird. Bei der Umwandlung verschiedener Energieformen entsteht Wärme, die entweder als Prozess- oder Heizenergie verwendet wird oder bei alten Anlagen in die Umwelt gelangt.
In Kohle-, Gas- und Öl-Kraftwerken liegt der Wirkungsgrad zwischen etwa 30 und 50 Prozent, je nachdem, ob die Abwärme genutzt oder in die Umwelt entlassen wird. Der Wirkungsgrad eines Kernkraftwerkes liegt dagegen bei ca. 34 Prozent.
Beim Stromtransport Kraftwerk-Haushalt treten Verluste von etwa 5 Prozent auf. Ein Haushaltsrührmixer setzt beispielsweise 75 Prozent des verbrauchten Stroms in mechanische Energie um.
Der Gesamt-Wirkungsgrad ergibt sich als Produkt der einzelnen Umwandlungs-Wirkungsgrad: 0,40 (Kraftwerk) x 0,95 (Stromtransport) x 0,75 (Mixer) = 0,285 = 28,5 Prozent. Es werden also nur 28,5 Prozent der eingesetzten Primärenergie (Energie) genutzt.
Beispiele für Wirkungsgrad:
- Elektromotoren 70 - 95 %
- Gas-Zentralheizung 80 - 90%
- Dieselmotor 35 %
- Ottomotor 25 %
- Energiesparlampe 25 %
- Offener Kamin 20 %
- Normale Glühbirne 5 %.
Eine Verbesserung des Wirkungsgrad führt zur Senkung von Energieverbrauch und Umweltbelastungen. Bessere Wirkungsgrad sind durch technische Maßnahmen zu erreichen und bei der Stromerzeugung v.a. durch Nutzung der anfallenden Abwärme zu Heizzwecken (Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), Fernwärme).
Die Gesamtwirkungsgrade von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen liegen i.d.R. zwischen 80-90 Prozent. Bei Blockheizkraftwerken mit Brennwertnutzung kann sogar ein Wirkungsgrad bis nahe 100 Prozent zustabnde kommen, wenn geeignete Niedertemperaturheizungen eingesetzt werden.
Gesamtwirkungsgrade moderner KWK-Techniken:
- Gas-Ottomotor BHKW 80 - 90 %
- Diesel BHKW 80 -90 %
- Gasturbinen HKW 80 - 85 %
- Dampfturbinen HKW 80 - 90 %
- Stirling-Motor BHKW ca. 85 %
- Brennstoffzelle ca. 85 %
Die Umweltbewertung von Kraftwerken, hängt neben dem Wirkungsgrad davon ab, ob Strom zuverlässig, preisgünstig und v.a. umweltverträglich (u.a. die Art der Ressourcen-Nutzung/Verbrauch) erzeugt werden kann.
Autor: KATALYSE Institut
Wuchsstoffe
Wuchsstoffe sind von der Pflanze selbst gebildete oder synthetisch hergestellte organische Verbindungen, die in kleinsten Mengen auf Wachstum und Entwicklung der Pflanze einwirken.
Autor: KATALYSE Institut
Xenobiotika
Substanzen, die in biologischen Systemen kreislauffremd und praktisch nicht biologisch abbaubar (Abbau) sind, wie z.B. PCB.
Persistenz, Nahrungskette
Autor: KATALYSE Institut
Xylol
Ein Gemisch der drei Isomere des Dimethylbenzols, die aus Steinkohlenteer oder Erdöl gewonnen werden. In der Technik besitzt X.
Bedeutung als Lösemittel und ist wichtiges Ausgangsprodukt für Kunststoffe, Lacke, Farben, Klebstoffe u.a. 50-60% der eingeatmeten X.-Mengen werden vom menschlichen Körper resorbiert, wobei X. leicht ins Fettgewebe eintreten kann, sehr langsam wieder freigesetzt und nach anschließender Oxidation von den Nieren ausgeschieden wird. X. wirkt auf das Zentralnervensystem. Konzentrationsschwäche, Seh- und Gleichgewichtsstörungen, Kopfschmerzen, Haut- und Augenreizungen sind die Symptome bei Aufnahme höherer Konzentrationen. X. kann auch Schnüffelsucht durch Gewöhnungseffekt hervorrufen. Es gibt Hinweise auf eine fruchtschädigende Wirkung von X. speziell bei Inhalation. Das krebserzeugende Potential von X. kann z.Z. nicht endgültig gewertet werden und wird weiterhin untersucht.
MAK-Wert: 100 ppm entspr. 440 mg/m3; MIKD: 5 ppm entspr. 20 mg/m3; Mindestanforderung an die Innenraumluft: 0,4 mg/m3 entspr. 0,1 ppm.
Autor: KATALYSE Institut
Maschinenspülmittel
Spülmittel
Autor: KATALYSE Institut
Mangan
Chemisches Element der VII. Nebengruppe, Symbol Mn, Ordnungszahl 25, Schmelzpunkt 1.244 Grad C, Siedepunkt 2.032 Grad C, Dichte ca. 7,3 g/cm3,Schwermetall, MAK-Wert 5 mg/m3 (Mn-Staub).
M. ist nach Eisen das zweithäufigste Metall. Es kommt überall in der Natur vor und ist in geringen Konzentrationenessentiell (Spurenelemente). M. ist imOrganismus für die Aktivierung vonEnzymen zuständig; ein M.-Mangel führt zu Wachstumsstörungen. M. wird u.a. bei der Stahlerzeugung , in Legierungen und in Batterien verwendet. Organische M.-Verbindungen kommen in Fungiziden und in Antiklopfmitteln (Kraftstoffzusätze) vor. Umweltschäden sind bisher nicht beobachtet worden. Beim Einatmen von M.-Staub kommt es zu Atembeschwerden. Gesundheitsschäden treten weiterhin bei langandauernder M.-Aufnahme auf (Manganismus = meldepflichtige Berufskrankheit). M.-Salze stehen teilweise im Verdacht, karzinogen zu wirken. Akute Vergiftungen können durch KMnO4 auftreten, von welchem 5-8 g für den Menschen tödlich wirken.
Autor: KATALYSE Institut
Wunderkerzen
Drahtförmige Kleinfeuerwerkskörper, die unter Funkensprühen abbrennen.
Die bestehen haupsächlich aus Eisenpulver, welches mit einem Klebstoff auf einem Metalldraht aufgebracht wird. Die meisten Wunderkerzen enthalten zudem noch Bariumnitrat. Beim Abbrennen entstehen giftige Nitrosegase; daher sollten Räume nach Abbrennen von W. gut gelüftet werden. Eine akute Vergiftungsgefahr besteht bei sachgemäßem Gebrauch allerdings nicht. Gefährlich wird es nur, wenn W. von Kindern in den Mund genommen werden, weil Barium ein sehr giftiges Metall ist. W. gehören also nicht unbeaufsichtigt in Kinderhände!
Autor: KATALYSE Institut
Zahnputzmittel
Die Bedeutung von Z. für die Gesunderhaltung ist nicht so groß, wie viele Hersteller sie anpreisen. Sicher ist, daß sowohl die Bekämpfung von Karies als auch Parodontose gute Chancen durch richtige Ernährung und richtiges Zähneputzen hat.
Die Wahl der Z. ist zweitrangig. Z. enthalten sog. Schleifmittel - meist anorganische Salze, wie Kreide und Phosphate, oder Oxide. Sie sollen die Plaque ( Bakterien-Belag ) entfernen, aber auch gleichzeitig die Zähne polieren. Häufig enthalten Z. zu harte Schleifmittel, die den Zahnschmelz angreifen. Durch Tenside (Natriumlaurylsulfat) in Z. werden Fremdstoffe leichter benetzt und weggespült. Sie bewirken, daß das Z. schäumt. Allerdings ist Schaumkraft nicht gleich Reinigungskraft. Tenside sind für die Reinigung von Zähnen entbehrlich, sie stören vielmehr die Mundflora und reizen die Mundschleimhäute.
Die Wirkung von Vitamin-Zusätzen zu Z. gegen Zahnfleischerkrankungen ist zweifelhaft, da eine Aufnahme der Vitamine während der kurzen Verweildauer der Z. in der Mundhöhle nicht möglich ist. Einem Vitaminmangel sollte lieber durch eine sinnvolle Ernährung begegnet werden. Einige Z. enthalten Antiseptika wie Chlorhexidin und Hexetidin. Durch ihre unspezifische drastische Wirkung gegen Mikroorganismen stören sie die physiologische Mundflora. Etherische Öle (Pfefferminz- oder
Eukalyptusöl) werden als Geschmacksstoffe eingesetzt. Sie haben ebenfalls eine leicht antiseptische Wirkung. Die in Z. enthaltenen Konservierungsstoffe beeinflussen ebenfalls die Mundflora und können Überempfindlichkeitsreaktionen hervorrufen. Der Zusatz von Fluor-Verbindungen zu Z. ist durchaus sinnvoll, da bei regelmäßigem Gebrauch die Kariesbildung vermindert wird oder eine Remineralisierung schon geschädigter Zähne beschleunigt wird.
Autor: KATALYSE Institut
Zäsium
siehe Cäsium .
Autor: KATALYSE Institut
Lost
L. gehört zu den halogenierten Thioethern, in dem der Brückensauerstoff durch ein Schwefelatom ersetzt wurde. Chemische Bezeichnung: 2,2-Dichlordiethylsulfid.
Senfgas stellte vor allem im 1. Weltkrieg einen besonders effektiven Kampfstoff dar, da er seine Wirkung nicht nur über die Atemwege entfaltete, sondern der Eintritt auch über die Haut erfolgte. Senfgas ist gut fettlöslich und dringt innerhalb von Minuten über die Haut in den Organismus ein. Daher wird es auch als Kontaktgiftbezeichnet.
Aufgrund der Hemmung der weißen Blutkörperchen führen ansonsten eher harmlose Infektionen zu schweren Erkrankungen. Es kann auch zu schweren Schäden an den Augen kommen. Die Wirkung setzt aber nicht sofort ein, sondern erst mit Latenzzeiten in der Größenordnung von Stunden, und außer einer leichten Reizung der Augen und des Rachens sind oft anfangs keine weiteren Symptome zu spüren. Nach einigen Stunden aber beginnen dann unerträgliche Augenschmerzen, begleitet von starker Übelkeit. Sofern das Gas direkt in die Lunge gelangt, sind schwere Atembeschwerden mit Erstickungsanfällen, blutigem bzw. flüssigem Ausfluss bis hin zum Tod die Folge. In der Lunge und der Luftröhre löst sich die Schleimhaut ab. Bei Verstorbenen wog beispielsweise die Lunge das Doppelte ihres Normalgewichts, ebenso das Herz.
L. kann in flüssigem oder gasförmigem Zustand eingesetzt werden. Das Kampfmittel kann aber auch mittels Flugzeugen über bestimmten Gebieten versprüht werden. Es kann mittels Bomben abgeworfen oder in Granaten verschossen werden.
L. wird nach den beiden deutschen Chemikern Lommel und Steinberg, die an dessen Entwicklung maßgeblich beteiligt waren, auch als Lost bezeichnet.
L. wurde bereits in 1. Weltkrieg im größerem Umfang als Kampfgas, und zwar das erste Mal in der Nacht vom 12. zum 13. Juli des Jahres 1917 in Ypern, im heutigen Belgien, von deutschen Truppen eingesetzt. Da die mit dem Gas gefüllten Granaten damals mit einem gelben Kreuz gekennzeichnet waren, hat sich bis heute auch die Bezeichnung Gelbkreuz eingebürgert. Einen zweifelhaften Ruf erlangte das Senfgasauch im Krieg der Italiener gegen Äthiopien. Durch den Einsatz des Giftgases im Jahr 1936 in Mikale wurden die Äthiopier entscheidend besiegt und Tausende der völlig ungeschützten Menschen verstarben ohne jede Hilfe einen qualvollen Tod.
Im 2. Weltkrieg wurden auf allen Seiten der kriegsführenden Parteien große Bestände dieses Kampfstoffs angelegt, kamen jedoch nie zum Einsatz. Große Mengen der deutschen Bestände wurden von den Alliierten in der Ostsee, u.a. in der Nähe der dänischen Insel Bornholm sowie im Skagerak versenkt.
siehe auch Stichwörter Senfgas und Hautkampfstoffe
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Lösemittel
L. sind Flüssigkeiten, die andere Stoffe lösen können, ohne sie chemisch zu verändern.
Bei L. handelt es sich nicht um eine definierte Stoffgruppe, sondern um einen Vielzahl unterschiedlicher Chemikalien.
Die verschiedenen L. unterscheiden sich ganz erheblich in ihrer Wirkung auf den Menschen. Das kommt in den unterschiedlichen MAK-Werten zum Ausdruck, die jedoch Kombinationswirkungen (Synergismus) außer acht lassen. BenzolTetrachlorkohlenstoff als starkes Lebergift und
Chloroform (Trichlormethan) als im Tierversuch krebserregend sind chlorierte Kohlenwasserstoffe, die insb. bei chronischer Einwirkung Nerven- und Gehirnzellen schädigen. Andere L. wieAlkohole, Ester, Ketone gelten überwiegend als weniger gesundheitsschädlich.
Organische L. tragen beträchtlich zur Luftverschmutzung und zur Bildung des fotochemischen Sommersmogs bei. Abgasreinigungsanlagen und L.-Rückgewinnungsanlagen können die industriellen L.-Emissionen (Lackiererei,Automobilindustrie) beträchtlich mindern; im Haushalts- und Heimwerkerbereich ist die Verwendung L.-freier oder L.-armer Produkte vorzuziehen, die dasUmweltzeichen tragen. L. sind in unterschiedlichem Maße wassergefährdend, z.T. durch starke Fischgiftigkeit oder durch Störung der für die Fortpflanzung wichtigen Kommunikation der Wasserorganismen. Dieses ist bereits bei Konzentrationen, die 10.000 mal niedriger liegen als die offiziellen Unbedenklichkeitsschwellen (Gewässerbelastung), zu beobachten.
Emissionen: Kohlenwasserstoffe, Lackierereien, Lacke, Klebstoffe, Automobilindustrie, Nachverbrennung.
Autor: KATALYSE Institut
Lineare Alkylbenzolsulfonate
Abk. LAS. Diese wichtigste Gruppe anionischer -Tenside auf petrochemischer Basis ist infolge ihres günstigen Preis-Leistungs-Verhältnisses nach wie vor in zahlreichen Wasch- und Reinigungsmitteln enthalten.
Angesichts dieses Massenverbrauchs und der erheblichen aquatischen Toxizität gibt es kaum eine Chemikalie, die intensiver auf ihr Umweltverhalten untersucht worden ist. Chronische Schäden beginnen für Organismen, die typisch für belastete aquatische Lebensräume sind, bei 0,25-0,6 mg/Liter.
Empfindliche »Sauberwasserbewohner« werden dagegen schon ab 0,01 mg/Liter beeinträchtigt. Eine Beurteilung dieser Umweltbelastung wird dadurch erschwert, dass wie alle technischen Tenside, auch L. keine einzelne Substanz, sondern ein Gemisch von -"Homologen darstellt, deren Abbauverhalten und Toxizität sehr unterschiedlich sind.
Die problematischeren Bestandteile des L. werden schnell abgebaut. Andererseits ist über mögliche Kombinationseffekte mit anderen Abwasser-Inhaltsstoffen nicht viel bekannt. Angesichts dieser Defizite kommt der Abbaubarkeit von L. eine besondere Bedeutung zu. Diese ist im Vergleich zu anderen wichtigen technischen Tensiden z.B. Fettalkoholsulfaten, Fettalkoholethoxylaten und -Seife deutlich schlechter und v.a. unvollständig.
Erschwerend kommt hinzu, daß L. im Gegensatz zu den Genannten nicht anaerob abgebaut werden. Aus Vorsorgegründen sollten daher L. durch besser abbaubare Tenside ersetzt werden.
Autor: KATALYSE Institut
