Vinylchlorid

V. ist ein farbloses, narkotisch wirkendes Gas, das mit Luft explosive Gemische bildet.

Es dient als Ausgangsprodukt zur PVC-Herstellung und wird daher in großen Mengen benötigt. Gelagert und transportiert wird V. als verflüssigtes Gas. Bei Beschädigungen der Behälter besteht daher Explosionsgefahr.
V. ist als eindeutig krebserzeugender Stoff ausgewiesen. Es kann kein medizinisch unbedenklicher Grenzwert festgelegt werden, da jede noch so geringe V.-Konzentration schädigend wirkt. Für derartige Stoffe werden TRK-Werte vereinbart, die im Falle des V. bei 3 ppm (ml/m3) liegen.
Zur Herstellung von V. werden Ethylen und Chlor umgesetzt. Ein Zwischenprodukt bei dieser Produktion ist Dichlorethan(1,2-), ein Stoff mit begründetem Verdacht auf krebserzeugendes Potential.
Bei der PVC-Herstellung aus V. müssen V.-Reste aus dem PVC entfernt werden. Durch diesen Prozeß gelangen in Deutschland jährlich 300 t V. in die Umwelt. 1991 wurden in den alten Bundesländern ca. 1,3 Mio t V. produziert.

Autor: KATALYSE Institut

Orangenöl

Orangenöl bzw. Orangenterpene haben eine desinfizierende und desodorierende Wirkung, die den aromatischen Duft von Orangen trägt und wird deshalb auch in geringen Mengen in Kosmetikprodukten und Reinigungsmitteln eingesetzt.

Autor: KATALYSE Institut

Optische Aufheller

Mit O. (Weißtöner, Weißmacher) bezeichnet man bestimmte organische Farbstoffe, z.B. in Waschmitteln, auf Papier etc., die absorbierte UV-Strahlung in sichtbares, blaues Licht umwandeln.

Zieht ein O. im Laufe eines Waschprozesses aus der Lauge auf ein natürlich weißes, leicht gelbliches Textil auf, so kommt es durch Farbaddition zu einem blaustichigen Weiß, das vom menschlichen Auge viel intensiver wahrgenommen wird. Eine derartige Umfärbung macht wenn überhaupt nur für Weißwäsche Sinn und kann bei Buntwäsche eher unerwünschte Farbverschiebungen zur Folge haben. Aus diesem Grund sind die aufhellerhaltigen Vollwaschmittel an sich nur für Weißes geeignet. Für die heute vorwiegenden farbigen Textilien (ca. 80% des Wäschebestandes) sind Feinwaschmittel bzw. Baukastenwaschmittel die angemessenen Produkte.

Inwieweit O. beim intensiven Hautkontakt mit der Wäsche zu dermatologischen Problemen führen ist umstritten. Die aquatische Toxizität ist recht hoch mit LCo-Werten für Fische von 10-100 mg/l. Die realen Konzentrationen in Oberflächengewässern liegen aber deutlich darunter. Das liegt daran, dass O., die praktisch keinem biologischen Abbau unterliegen, fast vollständig an den Klärschlamm adsorbiert werden.

Autor: KATALYSE Institut

Wasserstoffperoxid

f}W. (Wasserstoffsuperoxid, H2O2) ist in 30-40%iger Lösung stark ätzend.

Mindestens 60%ige W.-Lösung hat einen MAK-Wert von 1 ml/m3 (ppm) entsprechend 1,4 mg/m3. W. wird heute als Bleichmittel (z.B. als 2%ige Lösung für Haare), früher auch als Konservierungsstoff (heute verboten) eingesetzt. W. entsteht bei der Lebensmittelbestrahlung. Produktionsmenge 1991, Westdeutschland: 82.000 t.
Sauerstoffbleiche

Autor: KATALYSE Institut

Öl

Unter Ö. versteht man Gemische aus flüssigen Kohlenwasserstoffen.

Im Energiesektor wird Ö. v.a. aus Erdöl gewonnen (Raffinerie, Heizöl). Eine weitere Möglichkeit ist die Herstellung von Ö. durch Kohleverflüssigung.
Ö. können auch aus nachwachsenden Rohstoffen auf pflanzlicher oder tierischer Basis erzeugt werden (Biomasse). Sojaöl, Rapsöl, Leinöl, Olivenöl, Palmöl, Rizinusöl sind Beispiele von Ö., die hauptsächlich im Nahrungsmittelsektor Verwendung finden (Speiseöle), zunehmend aber auch im technischen Bereich eingesetzt werden.

Autor: KATALYSE Institut

Nitrit

Nitrat kann von einigen Bakterien in N.(NO2-) umgewandelt werden. So kann N. im Boden, in Lebensmitteln und im Körper des Menschen entstehen. N.ist an der Bildung der krebserregenden Nitrosamine beteiligt.

N. kann durch chemische Reduktion von Nitrat unter anderem auch in verzinkten Eisenrohren der Hausinstallation entstehen. Nach Trinkwasserverodnung 2003 gelten für Nitrit zwei Grenzwerte:
0,1 mg/l am Wasserwerksausgang
0,5 mg/l am Zapfhahn des Verbrauchers

Chemisch ist die Umwandlung von Nitrat zu Nitrit eine Reduktion, die von der Nitratreduktase, ein in vielen Bakterien und Pilzen vorkommendes Enzym, durchgeführt wird.

siehe auch Nitrat, Nitrosamine

Autor: KATALYSE Institut

Nitrilotriacetat

N. (NTA) ist ein stickstofforganischer Komplexbildner, der vielfältige Anwendung findet, z.B. in der Galvanik und der Fotoindustrie.

Besondere Bedeutung hat N. aber als Phosphatersatzstoff in Wasch- und Reinigungsmitteln. So ist in der Schweiz, wo seit 1986 ein Phosphatverbot in Waschmitteln gilt, ein N.-Zusatz von bis zu 5% erlaubt. In Deutschland war es auf Grund offener Fragen zur Umweltverträglichkeit von N. zu einer freiwilligen Vereinbarung mit der Industrie über die Beschränkung des N.-Einsatzes in Waschmitteln gekommen, die aber praktisch nie ausgeschöpft worden ist. 1989 lag der Gesamtverbrauch bei 2.000 t. Da N. ein potenter Komplexbildner für Schwermetalle ist, wurde Mitte der 80er Jahre ein umfangreiches Forschungsprogramm aufgelegt, das dringende Fragen zur Abbaubarkeit (Abbau), zum Remobilisierungspotential und der Beeinträchtigung der Trinkwasserversorgung abklären sollte (Trinkwasseraufbereitung, Remobilisierung).
Der Abschlussbericht wurde 1991 veröffentlicht, danach wird N.:
1. in mechanisch-biologischen Kläranlagen (Abwasserreinigung) temperaturunabhängig zu ca. 95% abgebaut. In Kleinkläranlagen, die heute noch immerhin knapp 8% der häuslichen Abwässer behandeln, sinkt dagegen die N.-Elimination im Winter stark ab. Unter anaeroben Bedingungen kommt der Abbau offensichtlich auch zum Erliegen.
2. Auswirkungen auf die Mobilität von Schwermetallen werden nur und in relativ geringem Umfang bei der verringerten Abscheidung von Nickel in Kläranlagen und als Remobilisierung von Zink aus Gewässersedimenten festgestellt. Insgesamt wird bei den jetzigen N.-Gehalten in Fließgewässern keine Gefahr höherer Schwermetallgehalte für die Trinkwassergewinnung gesehen.
3. Durch N. wird das Wachstum von Algen und anderen Wasserpflanzen, allerdings nur sehr schwach, begünstigt (Eutrophierung).
4. Eine vollständige Entfernung von N. aus dem Trinkwasser ist nur unter bestimmten Bedingungen durch Ozonierung möglich, die Adsorption an Aktivkohle ist kaum wirksam.
5. Im Mündungsbereich der Flüsse wird N. mit zunehmendem Salzgehalt und sinkender Temperatur immer schlechter abgebaut.
Zusammenfassend wird geschlossen, dass N. unter Süßwasserbedingungen eine biologisch gut abbaubare Substanz ist, deren begrenzter Einsatz tolerierbar und zum Ersatz stärker umweltbelastender Stoffe geeignet ist.
Das Bundesgesundheitsamt hat aus trinkwasser- und gewässerhygienischen Gründen im Falle des N. einen Leitwert von 20 mycrog/l für Fließgewässer vorgeschlagen. Es wird erwartet, dass unter den gegebenen Umständen N. im Trinkwasser 3 mycrog/l i.d.R. nicht überschreitet.
Die aktuellen N.-Konzentrationen in deutschen Flüssen liegen um 10 mycrog/l und darunter, es treten aber auch Spitzen deutlich über dem BGA-Leitwert auf.
Die aquatische Toxizität von N. ist mäßig und liegt bei Fischen und Daphnien im Bereich 80-1.000mg/l (LC50- bzw. EC50-Werte) und ist abhängig von der Wasserhärte.
Eine noch wesentlich größere Umweltrelevanz als N. besitzt EDTA.

Autor: KATALYSE Institut

NIK-Werte

NIK-Werte sind die niedrigsten (toxikologisch) interessierenden Konzentrationen (im Englischen: LCI = Lowest Concentration of Interest) für Innenräume im privaten und öffentlichen Bereich; sie beziehen sich nicht auf Arbeitsplatzbelastungen.

Bei der Herleitung von NIK-Werten orientiert sich der Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten (AgBB) - erweitert um Fachleute der Herstellerseite - nach Vorschlag einer internationalen Expertengruppe an MAK-Werten. Dabei werden die Unterschiede zwischen Innenräumen (Wohnungen, Kindergärten, Schulen) und Arbeitsplätzen berücksichtigt, wie etwa:

• Dauerexposition gegenüber einer wechselnden und regelmäßig unterbrochenen Arbeitsplatzbelastung.

• Existenz von Risikogruppen, die am Arbeitsplatz entweder gar nicht vorkommen (Kinder, alte Menschen) oder arbeitsmedizinisch besonders geschützt werden (Schwangere, Allergiker),

• fehlende messtechnische und medizinische Überwachung, prinzipiell undefinierte Gesamtexposition in Innenräumen.

NIK-Werte können nur als Rechenwerte zur Bewertung und Zulassung von Bauprodukten dienen. Sie sind nicht als Grenzwerte für Innenräume geeignet. Da Bauprodukte in Innenräumen viele Stoffe an die Innenluft abgeben, sind NIK-Werte zur Abwehr von Gesundheitsgefahren durch VOC/SVOC-Gemische ein geeignetes Instrument.

Für alle einzelnen Stoffe wird der aktuelle Stand toxikologischen Begründungen herangezogen, um möglichst viele Stoffe beurteilbar zu machen. Stoffe, die nicht bewertet werden können, sind einer strengen Summenbegrenzung unterworfen.

Um die unterschiedlichen Expositionsbedingungen und Empfindlichkeiten in der Bevölkerung im Vergleich zur Arbeitsplatzbelastung zu berücksichtigen, wird der jeweilige MAK-Wert durch 100 geteilt (Ausnahme z.B. Reizgase). Bei möglicherweise kanzerogenen Stoffen der EU-Kategorie 3 (nach EU-Richtlinie 67/548/EWG) wird in der Regel durch 1000 dividiert.

Beispiele: So liegt beispielsweise der
TRGS für Toluol bei 190.000, woraus sich ein NIK-Wert von 1.900 ergibt. Naphhalin hingegen als krebserregender Stoff der Kategoriue 3 besitzt einen
TRGS 50.000, worasu sich ein NIK-Wert von 50 ergibt. Für 2-Butanonoxin existiert kein
TRGS, folglich greift hier die Einzelstoffbewertung mit einem NIK-Wert von 20.

Reproduktionstoxische und mutagene Stoffe werden einer Einzelstoffbetrachtung unterzogen. Substanzen mit erwiesenen kanzerogenen Eigenschaften der EU- Kategorie 1 und 2 (nach EU-Richtlinie 67/548/EWG) werden gesondert geprüft.

Die NIK-Werte werden in einer Liste (NIK-Werte-Liste) veröffentlicht. Um die Ableitung von NIK-Werten transparent zu gestalten, weist die NIK-Werte-Liste mindestens folgende Angaben auf:

  • Substanzname(n)
  • CAS-Nummer
  • NIK-Wert
  • Der zugrunde gelegte Wert mit Quelle und stoffbezogenen Einstufungen
  • Bemerkungen, diezusätzliche Hinweise zum Stoff oder zur Ableitung geben

Hier finden Sie die NIK-Wert-Liste vom Stand September 2005 als PDF-Dokument.

Literatur:

TRGS 900: Technische Regeln für Gefahrstoffe: Grenzwerte in der Luft am Arbeitsplatz, „Luftgrenzwerte“, Bundesarbeitsblatt Ausgabe Oktober 2000, zuletzt geändert BArbBl. Heft 5/2004.

Autor: KATALYSE Institut

Neutralseife

Name eines Handelsproduktes und kein chemischer Begriff.
Tatsächlich ist die Bezeichnung N. in sich widersprüchlich. Echte Seifen sind nämlich mehr oder weniger stark alkalisch und nicht neutral (pH-Wert = 7). Tatsächlich enthält der bereits seit Jahrzehnten als N. vermarktete Allzweckreiniger hauptsächlich petrochemische anionische Tenside (Alkansulfonate). Da in der BRD der Begriff Seife rechtlich nicht geschützt ist, versuchen viele Hersteller mit Bezeichnungen wie N., grüne Seife o.ä. vom guten Ruf, den die echte Seife bei vielen Konsumenten besitzt, zu profitieren, ohne daß in diesen pastösen bis flüssigen Allzweckreinigern auch nur eine Spur von Seife enthalten zu sein braucht.

Autor: KATALYSE Institut

Waschmittelkonzentrate

Vorwiegend im Pulverbereich angebotene Produkte, die sich äußerlich häufig durch kleinere Verpackungen von den herkömmlichen Waschmitteln unterscheiden.

Dabei sind zwei Arten zu unterscheiden:
1. Die sog. Volumenkonzentrate oder Schwerpulver besitzen eine deutlich höhere Schüttdichte (0,6-0,9 g/cm3) im Vergleich zu den üblichen Waschmitteln (0,5-0,6 g/cm3), sind aber in ihrer Zusammensetzung, abgesehen vielleicht von einem weitgehenden Verzicht auf den Füllstoff Natriumsulfat (Glaubersalz), nicht nennenswert verändert. So wird mit diesen W. zwar nicht der Eintrag von Chemikalien ins Abwasser verringert, da aber die gleiche Menge Pulver ein kleineres Volumen beansprucht, resultiert immerhin eine Verpackungseinsparung.
2. Eine Weiterentwicklung stellen die sog. Superkonzentrate dar. Hier tritt neben höhere Schüttdichte und Verzicht auf Füllstoff eine etwas veränderte Zusammensetzung, so daß im Ergebnis bei empfehlungsgemäßer Dosierung sich auch eine verringerte Abwasserbelastung ergeben kann. Diese gemeinhin als Kompaktwaschmittel angebotenen W. erleben momentan eine stürmische Absatzentwicklung.
W. werden sowohl bei den Universal- als auch den Spezialwaschmitteln angeboten.

Autor: KATALYSE Institut

NAX

siehe hier Natur-Aktien-Index

Autor: KATALYSE Institut

Naturkosmetik

Nicht klar definierte Bezeichnung für einen Kosmetikansatz (Kosmetika), in dem v.a. möglichst aus ökologischem Landbau stammende, weitestgehend naturbelassene Inhaltsstoffe sowie keine Konservierungsstoffe oder Rohstoffe von getöteten Tieren eingesetzt werden.

In der Praxis werden diese Kriterien in unterschiedlichem Ausmaß verwirklicht. Während die Rechtsprechung aus Gründen des Verbraucherschutzes bei N. eine 100%ige Zusammensetzung aus Naturstoffen fordert, bieten fast alle N.-Hersteller kosmetische Seifen, Shampoos etc. an, deren wesentliche Wirkstoffe, die Tenside, zwar natürlicher Herkunft sind, aber letztlich durch chemische Synthese gewonnen werden. Konsequente N.-Anbieter fühlen sich allerdings den Prinzipien der sanften Chemie verbunden und halten die Verarbeitungsintensität ihrer Rohstoffe so niedrig wie möglich.

Autor: KATALYSE Institut

Natronlauge

Wäßrige Lösung von Natriumhydroxid.

Autor: KATALYSE Institut

Natriummonofluorphosphat

Diese anorganische Verbindung dient als Fluorquelle in Zahnputzmitteln und soll damit ähnlich wie Fluorosilicate und andere Fluoride vorbeugend gegen Karies wirken (Fluor).

Dies ist die einzige in Deutschland zugelassene Art der Karies-Prophylaxe mit Fluorid, da die im Ausland häufig durchgeführte Trinkwasserfluoridierung hier verboten ist. Die Wirkung des Fluorids besteht in der Umwandlung des im Zahnschmelz enthaltenen weichen Hydroxyapatits in den harten, säurebeständigen Fluorapati.
Umstritten ist, ob die Einwirkzeit während des Zähneputzens ausreicht, um diesen Vorgang im erforderlichen Ausmaß ablaufen zu lassen. Wegen der Toxizität von Fluorverbindungen bei einem bestimmten Dosis ist der Gehalt von N. in Zahnpasten auf max. 0,15% beschränkt und muss durch die Aufschrift "Enthält N." auf der Verpackung kenntlich gemacht werden.

Autor: KATALYSE Institut

Natriumhydroxid

N. auch als Ätznatron bezeichnet mit der chemischen Formel NaOH ist ein weißer stark hydroskopischer Feststoff mit einem Schmelzpunkt bei 318 °C.

Der Siedepunkt liegt bei 1.390 °C. Der MAK-Wert ist mit 2 mg/m3 Luft festgesetzt. An der Luft geht N. unter Bindung von Kohlendioxid in Natriumcarbonat über. Feste N. ergibt auf der Haut starke Verätzungen, die sofort mit Wasser gespült werden müssen und mit schwachen Säuren wie Haushaltsessig oder Zitronensäure behandelt werden sollten.

Bei Verletzungen der Augen diese 15 – 20 Minuten nur mit Wasser spülen. In wässriger Lösung ergibt N. Natronlauge, die stark alkalisch und ätzend reagiert. Verschlucken von 10-20 ml einer 15%igen Lösung kann zum Tode führen.

N. findet in der Seifen- und Waschmittel-, Papier-, Textil- und Glasindustrie sowie der Leiterplattenherstellung Verwendung.

Autor: KATALYSE Institut

Natriumchlorid

Natriumchlorid hat die chemische Formel NaCl und ist das Natriumsalz der Salzsäure (HCl). Es besteht aus farblosen Kristallen und wir dauch als Kochsalz oder Speisesalz bezeichnet.

N. kommt in großen Mengen vor, wie etwa im Meerwasser, mineralisches Steinsalz (Halit) in Salzstöcken.

Mindestbedarf des Menschen: ca. 200 mg Natrium/Tag, das entspricht etwa 0,5 Gramm N. Die durchschnittliche N.-Aufnahme in Deutschland liegt bei über 11 Gramm/Tag. Die vertretbare Aufnahme wird mit etwa vier Gramm bei normaler Tätigkeit angegeben.

N. wird v.a. zur Würzung von fast allen Speisen verwendet. Viel N. enthalten Wurstwaren, Brot und Backwaren, Käse und einige Mineralwässer sowie Fertiggerichte. N. wird auch zur Konservierung von Lebensmittel wie etwa Pökelfisch und -fleisch eingesetzt.

Weniger N. enthalten Milch, Sahne, Eier und unverarbeitete Fleischsorten. Wenig N. enthalten Früchte, Gemüse und Mehl.

N. dient der chemischen Industrie zur Herstellung von Chlor und Natriumhydroxid. Im Haushalt wird N. als Regeneriersalz für Geschirrspülmaschinen und Wasseraufbereitungsanlagen eingesetzt.

Die sogenannte physiologische Kochsalz-Lösung ist eine 0,9%ige N.-Lösung in Wasser und wird zur Auffüllung des Blutvolumens verwendet.

Autor: KATALYSE Institut

Natrium

(englisch und französisch: sodium) Chemisches Element der I. Hauptgruppe, Symbol Na, Ordnungszahl 11, Schmelzpunkt 97,8 Grad C, Siedepunkt 882,9 Grad C, Dichte 0,97 g/cm3. Leichtmetall, das an feuchter Luft sofort oxidiert.

Kann sich an der Luft bereits oberhalb 115 Grad C entzünden, in der Reaktionszone treten Temperaturen bis 1.000 Grad C auf. Bei Kontakt mit Wasser entsteht unter stürmischer Reaktion Wasserstoff, der an der Luft als Knallgas zu heftigen Explosionen führen kann, sowie Natronlauge (Natriumhydroxid). Der Umgang mit N. erfordert größte Vorsicht. N. verursacht Verätzungen der Haut, in flüssiger Form zusätzlich Brandverletzungen. N.-Brände sind nur schwer zu löschen, z.B. mit trockenem Kochsalz, Sand, Zement; nicht jedoch mit Wasser. N. wird in Deutschland mit der Bahn in Kesselwagen transportiert (bis zu 45 t/Waggon). Straßenfahrzeuge müssen in Deutschland ab 3 t Nettoladung orangefarbene Warntafeln führen. In vielen anderen europäischen Ländern gilt diese Vorschrift ohne Rücksicht auf die beförderte Menge.
Verwendung: Herstellung von Antiklopfmitteln (Kraftstoffzusätze), Metallurgie, Beleuchtungszwecke (Gasentladungslampen) u.v.m. Ein besonderes Gefahrenpotential stellt die Verwendung von N. als Kühlmittel dar. N. findet aufgrund seiner guten Wärmeleitfähigkeit und seiner hohen Siedetemperatur Verwendung als Kühlmittel in schnellen Brütern und in Solartürmen (Solarkraftwerk).

Autor: KATALYSE Institut

Naphthalin

Rohstoff für N. ist Steinkohlenteer, in dem N. als mengenmäßig wichtigste Einzelkomponente vorkommt.

N. wird verarbeitet zu Phthalsäureanhydrid (PVC-Weichmacher), zu Azofarbstoffen, zu Carbamaten (Pflanzenschutzmittel), zu Chlornaphthalinen (Holzschutzmittel) u.a. N. war früher ein viel gebrauchtes Mottenschutzmittel. Einige Gramm N. wirken tödlich. Das Einatmen von N.-Dampf führt zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Verwirrtheitszuständen. Auf der Haut erzeugt N. Ekzeme, am Auge Hornhauttrübung.
Der MAK-Wert von N. ist 10 ml/m3 (ppm) entsprechend 50 mg/m3.

Autor: KATALYSE Institut

Naphtha

N., auch Chemiebenzin genannt, ist eine Bezeichnung für eine bestimmte Fraktion, die bei der Rohöldestillation anfällt.

Bei der Rohöldestillation erhält man insgesamt vier Fraktionen:
Heizöl (75%), Benzin (15%), Raffineriegase (5%) und N. (5%).
Durch die Spaltung von N. erhält man die Stoffe Ethylen (30%), Propylen (15%), Benzol (5%), Butadien (5%), Toluol und Xylol u.a. In der Vergangenheit bestimmte die Nachfrage an Heizöl den Gesamtverbrauch an Erdöl, die zwangsläufig anfallenden anderen Fraktionen waren eher unerwünschte Nebenprodukte, für welche ein entsprechender Absatzmarkt fehlte.

In Westeuropa und Japan hat die Verwendung von N. in so starkem Maße zugenommen, daß N. für diese Länder den wichtigsten Rohstoff der chemischen Industrie darstellt. In den USA dagegen ist Erdgas noch der wichtigste Rohstoff, doch sind auch hier starke Zuwächse beim N.-Verbrauch zu verzeichnen.
Der N.-Bedarf in Westdeutschland wird zu 65-70% aus der inländischen Rohölaufbereitung gedeckt. 96% der Produkte der petrochemischen Industrie basieren auf Erdöl- und Erdgas.

Autor: KATALYSE Institut

Monomere

M. sind niedermolekulare, gleichartige Moleküle, die durch Polymerisation, Polyaddition oder Polykondensation miteinander zu Polymeren reagieren können.

Bei der Bildung von Polymeren aus M. bleiben stets kleine Anteile von M. im Polymerisat zurück, welche als Rest-M. bezeichnet werden. In Kunststoffteilen und –produkten können Rest.-M. an die Oberfläche wandern und dadurch in den angrenzenden Stoff (Migration) oder in die Atemluft gelangen.

Durch die gesundheitsgefährdenden Eigenschaften einiger M., wie etwa von Vinylchlorid und Styrol, ist bei der Kunststoffproduktion auf die Einhaltung niedrigster Restmonomergehalte zu achten. Neue M. unterliegen im Gegensatz zu den Polymeren der vollen Anmeldepflicht des Chemikaliengesetz mit gesetzlicher Verpflichtung zur gesundheitlichen und ökologischen Prüfung.

Autor: KATALYSE Institut

Molybdän

Chemisches Element der VI. Nebengruppe, Symbol Mo, Ordnungszahl 42, Schmelzpunkt 2.610 Grad C, Siedepunkt 5.560 Grad C, Dichte 10,2 g/cm3, dem Wolfram ähnliches Metall, MAK 5 mg/m3 (lösliche Verbindung) bzw. 15 mg/m3 (unlösliche Verbindung).

M. ist ein essentielles Element und führt bei ungenügender Aufnahme zu Mangelsymptomen (Spurenelemente). Die Weltgesundheitsorganisation hält eine tägliche M.-Zufuhr von 2 mycrog für ausreichend. Durch M. wird die Zufuhr von Fluoriden (Fluor) in den Zahnschmelz begünstigt (Schutz vor Karies). In höheren Dosen ist M. toxischer als Blei und Quecksilber. Die wiederholte Aufnahme von Nahrung mit einem M.-Gehalt von mehr als 25 mg/kg (bezogen auf Trockenmasse) kann toxisch wirken (bei genügender Kupfer- und Eiweiß-Versorgung können Symptome aufgehoben werden). M. ist ein seltenes Element und kommt in der oberen Erdkruste nur zu 0,0014 Gew.-% vor. Anwendung findet M. in der Stahlindustrie (ca. 57%), Elektronikindustrie (ca. 27%) und für Farbpigmente (Farbstoffe) und Katalysatoren (ca. 16%). Die Weltproduktion ist stark vom Stahlmarkt abhängig und betrug 1989 117.000 t.
Kernfusion

Autor: KATALYSE Institut

Glyphosat

Glyphosat ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Phosphonate. Es ist eine biologisch wirksame Hauptkomponente einiger Breitbandherbizide und wird seit der zweiten Hälfte der 1970er Jahre weltweit zur Unkrautbekämpfung in Landwirtschaft, Gartenbau, Industrie und Privathaushalten eingesetzt. Glyphosat wirkt unselektiv gegen Pflanzen; Nutzpflanzen können mittels Gentechnik eine Resistenz gegen Glyphosat erhalten. Glyphosat ist weltweit seit Jahren der mengenmäßig bedeutendste Inhaltsstoff von Herbiziden.

Im März 2015 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Glyphosat als "wahrscheinlich krebserzeugend beim Menschen" eingestuft. Die Konsequenz aus dieser Einstufung kann nur sein: sofortiges Verbot. Das verlangt die EU-Gesetzgebung. Zum einen ist die Einstufung als "krebserregend" ein absoluter Verbotsgrund, zum anderen gebietet das Vorsorgeprinzip, dass die Behörden bereits dann tätig werden müssen, wenn der letzte Beweis für die Gesundheitsschädlichkeit eines Stoffes noch nicht vorliegt. Ein Verbot ist umso dringlicher, als Glyphosat das meist eingesetzte Spritzmittel der Welt ist und Menschen ihm nicht ausweichen können.

Natürlich kommt eine EU-Wiederzulassung von Glyphosat, die eigentlich 2015 ausgesprochen werden sollte, nach dem Urteil der WHO-Experten nicht mehr in Frage!

Zudem wirft die Einschätzung der WHO-Experten ein denkbar schlechtes Licht auf die deutschen Zulassungsbehörden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), das zuletzt im Rahmen der EU-Wiederzulassung von Glyphosat alle Hinweise auf die krebserregende Wirkung von Glyphosat ignoriert hat, bekommt endlich Contra. Das BfR hat sich zu sehr auf die von der Industrie vorgelegten Studien verlassen. Es hat Ergebnisse unabhängiger Wissenschaftler, die seit Jahren auf ein erhöhtes Krebsrisiko durch Glyphosat hinweisen, fast schon routinemäßig damit abgeschmettert, sie seien fachlich nicht fundiert. Hoffentlich löst die WHO-Einstufung diese Voreingenommenheit der deutschen Behörden endlich auf.

Autor: KATALYSE Institut

Mineralstoffe

M. sind anorganische Bestandteile in Boden, Wasser, Luft und Nahrung. Sie liefern dem menschlichen Organismus keine Energie, dienen ihm jedoch als Baustoffe u.a. für Knochen und Zähne.

In gelöster Form, als Elektrolyte, beeinflussen sie die physikalischen und chemischen Eigenschaften von Körperflüssigkeiten. Als Bestandteile von organischen Verbindungen (Hormone, Enzyme usw.) sind M. beteiligt an der Steuerung lebensnotwendiger Funktionen.

Nach dem Bedarf des Menschen unterscheidet man Mengenelemente (Calcium, Natrium, Kalium, Phosphor, Magnesium) und Spurenelemente (Jod, Selen usw.).

Autor: KATALYSE Institut