Inkorporation

Inkorporation bedeutet die Aufnahme chemischer oder radioaktiver Substanzen (Radionuklide) in das Innere des Körpers durch Atmen, Essen und Trinken oder über die Poren der Haut.

Viele radioaktive Substanzen, die außerhalb des Körpers aufgrund der geringen Reichweite ihrer Alpha- oder Betastrahlung nur geringe Strahlenschäden verursachen können, bilden inkorporiert eine große Gefahr. Sie emittieren, bevor sie wieder ausgeschieden sind, ihre ionisierende Strahlung in unmittelbarer Nähe der Körperzellen und können sich sogar in bestimmten Organen anreichern (Anreicherung, Organdosis). So wird das von Kernkraftwerken abgegebene radioaktive Iod durch Atmung und über die Nahrungskette aufgenommen, und reichert sich in der Schilddrüse an.

Radioaktivität, Halbwertszeit, Kontamination,
Strahlenbelastung

Autor: KATALYSE Institut

Indikator

Ein I. zeigt das Erreichen oder die Veränderung eines Zustandes an.
}Trinkwasser).
Bioindikatoren, Zeigerpflanzen, Saprobiensystem

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Imprägnierungsmittel

Poröse Textilien werden durch Imprägnierung gegen Wasser, Öl etc. geschützt. Die gebräuchlichsten I. werden auf der Basis von Paraffinen, Wachsen, Silikonen und Kunstharzprodukten hergestellt.

In der handelsüblichen Form als Flaschen, Spraydosen, Tuben oder Pasten werden I. den Verbrauchern angeboten. I. gelten bei der Anwendung in geschlossenen Räumen als gesundheitsschädlich: Schwäche, Schwindel, Erbrechen und Magenschmerzen, bei höheren Konzentrationen auch Reizungen der Augen und Atemwege sind typische Symptome. Die Verursacher hierfür sind v.a. die Lösemittelkomponenten, weniger die weitgehend ungiftigen Kunstharzkomponenten.

I. werden weiterhin als Holzschutzmittel angewandt. Die auf Fluorbasis aufgebauten wasserlöslichen Produkte mit den Inhaltsstoffen Natriumfluorid oder Silikatfluorid bergen eine erhebliche Gesundheitsgefährdung. Tiere erlitten in der Vergangenheit durch Ablecken von imprägnierten Zäunen tödliche Vergiftungen.

Gefährdung der Gesundheit geht ebenfalls von den ölhaltigen I. aus, die aus Karbolineum, Stein-, Braun- oder Holzkohleteeröl bestehen, meist sind dies Haut- und Augenkontaminationen und dadurch auftretende Lichtdermatosen. Aufgrund ihrer krebserregenden (Krebs) Bestandteile sind Teeröle als

Holz-I. heute verboten (Teerölverordnung).

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Indigo

Aus den Blättern des Indigostrauchs gewonnener Farbstoff, der bis zur Jahrhundertwende der am meisten benutzte Farbstoff zum Blaufärben war.

Seine Synthese und kostengünstige künstliche Herstellung aus Steinkohlenteer im Jahre 1897 beendete die Vorrangstellung des natürlichen Farbstoffs. Der I.-Strauch ist bereits seit 4.000 Jahren als Kulturpflanze bekannt.
Vom Mittelalter bis ins 17. Jahrhundert war für Europa der Färberwaid die wichtigste I.-Quelle. Heute wird Färberwaid wieder in Produkten der Naturfarbenhersteller eingesetzt.

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Hypochlorit

siehe Natriumhypochlorit.

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Immission

Immission ist die Einwirkung der emittierten Schadstoffe (Emission) auf Pflanzen, Tiere und Menschen sowie Gebäude, nachdem sie sich in der Luft, dem Wasser oder dem Boden ausgebreitet (Ausbreitung, Deposition) oder auch chemisch oder physikalisch umgewandelt haben.

Das Ausmaß der Schadstoffeinwirkung hängt von ihrer Konzentration am Ort der Einwirkung und der Dauer dieser Einwirkung ab. Die Immission wird daher als Menge Schadstoff pro Menge Wasser, Boden oder Luft gemessen (Immission-Messung) und die so erhaltenen Werte als Immission.-Werte bezeichnet.

In der durchschnittlichen Großstadtluft befinden sich etwa 1.000 verschiedene Schadstoffe. Davon werden meist nur fünf fortlaufend erfaßt. Die Immission.-Werte einzelner Schadstoffe lassen keinen unmittelbaren Schluß auf ihre Wirkung zu, da sich Schadstoffe in ihrer Wirkung verstärken können (z.B. Staub und Schwefeldioxid). In Belastungsgebieten muß die Immission.-Messung von fünf Schadstoffen (Stickoxide, Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Staub, Ozon) kontinuierlich an den Punkten eines über das Gebiet gelegten 4x4-km2-Gitternetzes durchgeführt werden. Die gemessenen Immission.-Werte müssen als Jahresmittelwerte und als Kurzzeitwerte (TA Luft, MIK-Werte) an allen Meßpunkten des Gebietes ausgerechnet und auf Karten dargestellt werden. Die so ermittelte räumliche Verteilung der Jahresmittelwerte und der Kurzzeitwerte wird Immission.-Kataster genannt.

Wenn die Emissionen bekannt sind, kann auch mit Hilfe einer Ausbreitungsrechnung (Ausbreitung) näherungsweise die Immission. an jedem Punkt eines bestimmten Gebietes um die Emittenten ausgerechnet und dadurch ein Immission.-Kataster erstellt werden. Die Höhe des Jahresmittelwertes ist für eine Aussage über die mögliche gesundheitsschädliche Wirkung des Schadstoffes weitgehend unbrauchbar. Kurzzeitig auftretende hohe Schadstoffbelastungen verursachen erhebliche Schäden. Ein Mensch, der sich mit den Kohlenmonoxidabgasen seines Autos in der Garage umbringt, stirbt an den kurzzeitig hohen Kohlenmonoxidkonzentrationen. An der über das ganze Jahr gemittelten durchschnittlichen Kohlenmonoxidkonzentration in seiner Garage wäre er nicht gestorben.

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Hybridantrieb

H. nennt man ein Antriebssystem für Fahrzeuge, das aus zwei verschiedenen Antrieben oder aus einer Kombination zweier Antriebe besteht.

Die meisten Versuche mit H. haben zum Ziel, die Vorteile des Verbrennungsmotors (kleines Gewicht, hohe Leistung; der Kraftstoff ist gut zu speichern und überall verfügbar) wenigstens teilweise ohne seine Nachteile (Schadstoffemissionen) zu verwirklichen.

Japanische Autokonzerne feiern bereits enorme Erfolge mit ihren Hybrid-Fahrzeugen. Bis auf Prototypen, die weit von einer Serienreife entfernt sind, haben die deutschen Autobauer dem kaum etwas entgegenzusetzen. Daimler-Chrysler baut auf die Brennstoffzelle. Das kleine elektrochemische Kraftwerk setzt aus der Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff Energie frei. Ab 2010 sollen Pkw in größerem Umfang kommerziell zur Verfügung stehen. BMW hat mit der Serienentwicklung eines Wasserstoff-Autos mit Verbrennungsmotor begonnen, das automatisch von Wasserstoff auf Benzin umstellen kann. Dieses Fahrzeug soll noch vor 2009 auf den Markt kommen. Auch Opel will bis 2010 ein mit Wasserstoff betriebenes Fahrzeug auf den Markt bringen. VW will hingegen die klassischen Motoren so weiterentwickeln, dass sie mit synthetischen Kraftstoffen oder mit Sprit aus Biomasse, die Benzin oder Diesel ähneln, fahren können.

Immerhin gehen Studien davon aus, dass bis 2025 etwa 50 Prozent aller Antriebe auf Hybrid-Basis funktionieren. Gefährlich ist die Haltung der deutschen Hersteller auch, weil alle namhaften japanischen Hersteller ebenso intensiv an echten Wasserstoff-Autos arbeiten.

Bereits seit Jahren laufen erfolgreiche Versuche mit Stadtbussen, die bei Fahrten innerhalb der Zentren mit Elektromotor (Elektroauto) und außerhalb mit Dieselmotor} betrieben werden. In einer anderen Variante speichert ein Schwungrad die Bremsenergie und gibt sie beim Anfahren wieder an den Bus ab, wodurch dieser auf ca. 35 km/h beschleunigt wird (Cumulo-System).

Beim Magnet-Motor-Bus wird die Bremsenergie elektrisch gespeichert. Die vier elektrischen Antriebe (Magnet-Motoren) arbeiten entweder als Motor oder als Generator. Die eigentliche Antriebsenergie stellt ein konstant laufender Dieselmotor zur Verfügung, der einen Generator antreibt, welcher den Strom in das System "Speicher-Elektromotoren" einspeist. Alle diese H. sind schwerer, aufwendiger und teurer als konventionelle Antriebe.

Autor: KATALYSE Institut

Hygiene-Krepp

Bezeichnung für graues Toilettenpapier oder Papierhandtücher, die zu mindestens 51% aus Altpapier hergestellt werden.

Bei der Herstellung von H. aus Altpapier werden 80% weniger Abwasser erzeugt und 60-70% weniger Energie verbraucht als bei der Herstellung von weißem Hygiene-Tissue aus Zellstoff. 1969 wurden noch 94% aller Hygiene-Papiere als H. angeboten, bis 1985 sank ihr Anteil auf 19%. H. trägt das Umweltzeichen.

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Holzwerkstoffindustrie

In dem Bereich der Holzindustrie führen insb. die H. und die Holzschutzmittelindustrie zu relevanten Umweltbelastungen.

Die H. produziert jährlich rd. 8,5 Mio m3 Holzwerkstoff (Spanplatten, Holzfaserplatten, Sperrholz, Tischlerplatten).

Im Produktionsprozeß spielt hauptsächlich die Trocknung von Spänen, Fasern oder Furnieren und die Verwendung von Bindemitteln (Leim) eine umweltrelevante Rolle. Ziel der Holztrocknung ist die Verringerung des Feuchtigkeitsgehaltes der eingesetzten Materialien auf ca. 6 bis 8% Restfeuchte. Dabei werden mit dem emittierten Wasserdampf gewisse geruchsintensive Inhaltsstoffe des natürlichen Holzes wie Terpene freigesetzt. Eine Reduzierung der Geruchsemissionen ist durch Naßwäscher (Abgasreinigungsverfahren) möglich.

Seit 1986 begrenzt die TA Luft die bei Späne- und Fasertrocknern anfallenden Staubemissionen auf maximal 50 mg/m3 Abgas. Die Industrie kann diese Anforderungen durch Einsatz moderner Rückhaltetechniken (z.B. Elektrofilter) ohne große Schwierigkeiten um bis zu 50% unterschreiten. Das derzeitige Ziel der technischen Entwicklung liegt bei einem Reststaubgehalt der Abluft von unter 10 mg/m3.

Die Technische Richtkonzentration (TRK-Wert) für Holzstaubemissionen beträgt für neue Anlagen 2 und für alte Anlagen 5 mg/m3.
Der Bindemittelanteil in Holzwerkstoffen führt zu Belastungen am Arbeitsplatz, die durch die MAK-Werte z.B. für Formaldehyd auf 0,6 mg/m3 begrenzt sind (Spanplatten).

Autor: KATALYSE Institut

Homogen

ZUSAMMENFASSUNG

TEXT

Autor: KATALYSE Institut

Homolog

übereinstimmend, entsprechend.

So bilden bestimmte chemische Substanzklassen wie Kohlenwasserstoffe, Alkohole, Fettsäuren u.v.a. h. Reihen, die sich nur durch die Länge der Moleküle unterscheiden.

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Holzaschenlauge

H. ist ein alterprobtes Holzschutzmittel, welches heute noch in Tirol angewendet wird.

Es ist ein gutes Holzschutz-, Holzveredelungs- und
Reinigungsmittel für nicht direkt der Witterung ausgesetztes

Holz (Blockhaus, Schalungen, Fußboden, Tische usw.). Herstellung von H.: Holzasche (Asche von verbranntem Holz) in einen Leinensack füllen, in Wasser aufkochen und 15 Minuten leicht kochen lassen (Volumenanteil Wasser:Holzasche = 2:1).

Bei Bedarf können noch Pflanzen (Zitronenschalen, Zwiebeln u.a.) zur Farbgebung mitgekocht werden. Verarbeitung: Mit Hilfe einer groben Bürste mit Naturborsten wird das betreffende Holz mit der abgekühlten H. abgebürstet und danach mit klarem Wasser abgewaschen. Die H. beseitigt die Vergrauung und Pilzsporen vom Holz und läßt es in seiner natürlichen Farbe erscheinen.

Durch zusätzlich eingebrachte Salzanteile werden Feuchtigkeitsschwankungen bzw. das Schwinden und Quellen des Holzes minimiert. Dies setzt auch die Rißbildung herab. Die Gefahr eines möglichen tierischen Schädlingsbefalls wird durch das Auswaschen des Lignins herabgesetzt.

Autor: KATALYSE Institut

Holzgeist

Methanol

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Holzindustrie

Die Holzindustrie verarbeitet das von der Forstwirtschaft gewonnene Rundholz zu Bau- und Schnittholz, Holzwerkstoffen und Papier.

 

Aus Bau-, Schnittholz und Holzwerkstoffen (Span-, Sperrholz-, Holzfaserplatten) werden Holzprodukte wie Konstruktionsholz, Fenster, Türen, Fußboden, Möbel, Häuser, Brücken bis zu Holzrohren, Streichhölzern und Zahnstochern hergestellt. Als Ausgangsprodukt der Holzindustrie sollte möglichst das

Holz aus naheliegenden Mischwäldern (Europäisches

Holz) Verwendung finden und nicht Tropenholz. Je weiter Holz verarbeitet und mit synthetischen Mitteln durchsetzt wird, um so größer wird die Umweltbelastung.

In fast allen Betrieben der holzver- und holzbearbeitenden Industrie ist eine gesundheitliche Belastung der Mitarbeiter durch Lärm und Staub gegeben. In Spezialbetrieben können zusätzliche Belastungen durch Holzschutzmittel, Leime, Farben, Lacke und/oder Holzbeizen auftreten (Berufskrankheiten).

Die Lärm- und Staubverschmutzung des Arbeitsplatzes wurde in den letzten Jahren durch moderne Industrieanlagen in der Großindustrie minimiert. Gegen die Lärmbelästigung wurden Maschinen mit geräuschärmeren Werkzeugen und Anschlägen ausgerüstet, Schallschutzabdeckungen an Maschinen installiert, bis zur vollkommenen Abkapselung in schallarmen Räumen. Trotz aller dieser Maßnahmen ist teilweise noch das Tragen von Gehörschutz in der Holzindustrie notwendig.
Holzstäube werden mit effektiven Absauganlagen an den Maschinen aufgesaugt, über Filteranlagen von der Luft getrennt und in Silos gesammelt. Die TA Luft 1986 begrenzt die Schleifstaub-Emissionen der Holzindustrie auf 10 mg/m3. Holzstaub steht in der Liste der Stoffe mit begründetem Verdacht auf krebserzeugendes Potential (MAK-Wert-Liste III B). Während für Eichenholz- und Buchenholzstaub sogar eindeutig feststeht, daß sie beim Menschen Krebs erzeugen können (MAK-Liste III A1).

Holzstäube und weitere Holzabfälle werden als Rohstoff der Holzwerkstoffindustrie zugeführt, oder sie dienen als Brennstoff für die Kraft-Wärme-Anlagen der Holzbetriebe, die die benötigte Elektrizität und Wärmeenergie für die Holzproduktherstellung erzeugen (Holzverbrennung).
Die TA Luft 1986 regelt den Ausstoß von Emissionen der Feuerungsanlagen für den Einsatz von

Holz oder Holzresten, die nicht mit Kunststoff beschichtet oder mit Holzschutzmitteln behandelt sind. Die staubförmigen Emissionen im Abgas dürfen bei Anlagen mit einer Feuerungswärmeleistung von 5 MW oder mehr 50 mg/m3 und bei Anlagen mit einer Feuerungswärmeleistung von weniger als 5 MW 0,15 g/m3 nicht überschreiten.

Die Emissionen an Kohlenmonoxid im Abgas müssen unter 0,25 g/m3, an Kohlenwasserstoffen unter 50 mg/m3, an Stickoxiden unter 0,30 g/m3 bzw. 0,50 g/m3 und an Schwefeloxiden unter 0,40 g/m3 liegen.

In Klein- und Mittelbetrieben sind die Möglichkeiten der Lärm- und Staubverminderung aufgrund der Maschinengröße (Einsatz von Klein- und Handmaschinen) sowie individuellen Sonderanfertigungen nur begrenzt durchführbar. Die Situation hat sich aber stark verbessert, was z.T. auf eine weitgehende Spezialisierung dieser Betriebsgruppe zurückzuführen ist.

Autor: KATALYSE Institut

Holzöl

Holzöl (Tungöl) ist aufgrund seiner Herkunft in China und Japan auch unter dem Begriff „chinesisches Holzöl“ bekannt. Es wird aus den Samen der Euphorbiacaem vorwiegend durch Extraktion (auspressen) gewonnen.


Holzöl

fossil = 0 %
mineralisch = 0 %
metallisch
nachwachsend = 100%


 VI. Literatur und Quellen

  • Das KATALYSE Umweltlexikon, 2. Auflage Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 1993, seit dem Jahr 1997 gepflegt und ständig erweitert als Online-Umweltlexikon, KATALYSE Institut Köln 2006
  • Bahadir, M./Parlar,H./Spiteller, M.: Springer Umweltlexikon; Springer Verlag, Hamburg 2000
  • Baier, E.: Umweltlexikon; Ponte Press Verlags GmbH, Bochum 2002
  • Karcher, R. Jakubke, H.: Lexikon der Chemie; Studienausgabe, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1998
  • Römpp, H./Falbe, J./Regitz, M .: Römpp Lexikon Chemie, 10. Auflage, Thieme Verlag Stuttgart 1996-1999
  • Ullmann 1987: Ullmann`s Encyclopedia of Industrial Chemistry, Fifth Completely Revised Edition, Vol. A 10, Weinheim

Autor: KATALYSE Institut

Heterotroph

Sich nicht selbständig ernährend.
Alle Lebewesen, die zur Energiegewinnung und zum Aufbau körpereigener Substanz organische Verbindungen aus anderen Organismen aufnehmen müssen (Menschen, alle Tiere, Bakterien, Pilze).

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Hexachlorbenzol

BenzolHalogenkohlenwasserstoffverbindung mit relativ geringer akuter Giftigkeit.

Die tödliche Dosis beim Menschen beträgt >=15 g. H. ist sehr persistent und reichert sich in der Nahrungskette an (Bioakkumulation). Durch H.-vergiftetes Saatgut kam es zu einer Vergiftung von mehreren 1.000 Personen. Effekte waren vor allem gestörter Porphyrinstoffwechsel mit Hautveränderungen (Porphyria cutanea tarda), neurologische Störungen und Leberschäden. Besonders empfindlich reagierten Kinder und Jugendliche, 95% der Babys starben innerhalb der ersten zwei Jahre. Im Tier verursacht H. v.a. Leber- und Nierenschäden sowie Störungen des Porphyrinstoffwechsels. Im Tierversuch ist H. eindeutig krebserregend. H. wird als Pflanzenbehandlungsmittel verwendet (in der BRD seit 1981 wegen ökotoxikologischer Eigenschaften verboten), zum Flammfestmachen, als Weichmacher für PVC, zu elektrischen Isolierungen und in der organischen Synthese. Die zulässigen Höchstmengen in Lebensmitteln sind in der Höchstmengen-VO festgelegt. Der Grenzwert von H. in Gemüse wurde in der Vergangenheit drastisch erhöht, weil er in der Praxis (insb. bei Glashauskulturen) nicht eingehalten werden konnte.

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Hexachlorophen

Chlorierter Kohlenwasserstoff, der in hoher Verdünnung als Desinfektionsmittel mit stark bakteriziden Eigenschaften Anwendung findet.

In höheren Konzentrationen wirkt H. haut- und schleimhautreizend sowie neuro- und embryotoxisch. Die tödliche Dosis liegt für Kinder bei 250 mg/kg Körpergewicht und für Erwachsene bei 300 mg/kg. Seit 1985 darf H. zur Herstellung und Behandlung von Kosmetika nicht mehr eingesetzt werden.

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Hautkampfstoffe

Die auch mit Gelbkreuz bezeichnete Gruppe der chemischen Kampfstoffe wurde erstmals 1917 von deutscher Seite eingesetzt.

{b1l}Zu dieser Gruppe gehören neben den nach ihren Erfindern Lommel und Steinberg benannten Loste auch verschiedene Arsenverbindungen (z.B. Lewisit), die ab 1918 von alliierter Seite zum Einsatz kamen.
Die H. stellten eine völlig neue Form von neuen Waffen dar, da der Eintritt in den menschlichen Organismus nicht wie bei Atmungsgiften und Lungenkampfstoffen über die Atemwege, sondern über die Haut erfolgt. Schutz ist demnach nur durch Ganzkörperschutzanzüge sowie restlose Dekontamination nach einem Angriff möglich.

Trotz der vorhandenen Gasmasken waren die Soldaten im Ersten Weltkrieg den H. schutzlos ausgeliefert.
Die H. sind gut fettlöslich und dringen innerhalb weniger Minuten über die Haut in den Organismus ein. Bereits nach kurzer Zeit treten Hautentzündungen auf, im weiteren Verlauf, in dem nur eine syptomatische Behandlung mit Salben möglich ist, kommt es zu Schädigungen der Lunge sowie des Nerven- und Herz-Kreislauf-Systems, die häufig zum Tod führen. Bei nichttödlichem Ausgang sind Spätfolgen wie Krebs, Erbgutveränderungen sowie Leber- und Nierenschäden zu erwarten.

{b2l}Nach dem Ersten Weltkrieg wurden H. weiterhin systematisch produziert. Im Anschluß an den Zweiten Weltkrieg versenkten die Alliierten einen großen Teil der deutschen Giftgasvorräte, zumeist Lost-Granaten, im Meer. So lagern in Nordsee, Ostsee und Biskaya etwa 300.000 t langsam, aber sicher durchrostender Zeitbomben.

Immer häufiger kommt es bei Fischern zu Vergiftungen mit chemischen Kampfstoffen. Die ökologischen Folgen der Versenkungen sind nicht abzusehen. Aber auch zu Lande muß mit einer Reihe von Altlasten in der Nähe von Produktionsanlagen für H. gerechnet werden. Die in der BRD einzige Anlage zur C.-Entsorgung in Munster (GEKA = Gesellschaft des Bundes zur Entsorgung chemischer Kampfstoffe und Rüstungs-Altlasten mbH) ist auf Jahre hin ausgelastet.

Trotzdem sind H., hier v.a. Lost, bei den Militärs immer noch ein "geschätzter" Kampfstoff, da ein Schutz unter Kampfbedingungen nur schwer möglich ist. In jüngster Zeit wurde Lost im Iran-Irak-Krieg von irakischer Seite sowohl gegen iranische Soldaten als auch gegen die eigene Zivilbevölkerung (Kurden) eingesetzt. Vor diesem Hintergrund muß man das Verteilen von Gasmasken an die israelische Zivilbevölkerung im Golfkrieg 1991 eher als psychologische Maßnahme bezeichnen, denn bei einem irakischen Giftgasangriff mit H. hätten sie keinen Schutz geboten.

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Halogenalkane

Nachfolgeprodukte der vollhalogenierten FCKW.

Durch Ersatz unterschiedlich vieler Chloratome wird zumindest die statistische Wahrscheinlichkeit des ozonzerstörenden Potentials (ODP-Wert) reduziert, aber nicht auf Null gesenkt (Ozonabbau).

Der Industrie wird die Umstellung auf nicht vollhalogenierte Stoffe, die immer noch zur Gruppe der Chlorfluorkohlenstoffe gehören erleichtert, da die Anlagen nicht vollständig geändert zu werden brauchen, aber bei fortschreitender Ozonschichtzerstörung wird auch ein geringes ozonschädigendes Potential schwerlich bemerkbar sein. H. werden nur teilweise von der FCKW- und Halon-Verbots-VO erfaßt.

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Halogene

(griech.: Salzbildner, bilden mit Metallen direkt Salze).

Als H. bezeichnet man chemische Elemente der VII. Hauptgruppe des Periodensystems (Fluor, Chlor, Brom, Iod und Astat). H. sind für den Menschen essentiell (Fluor, Chlor und Iod), aber auch in unterschiedlichem Maße giftig und ätzend und finden in elementarer oder locker gebundener Form Anwendung als Desinfektionsmittel.

Besonders heftig reagieren H. mit Wasserstoff. In Wasser gelöst bilden diese Verbindungen starke Säuren (z.B. HF (Fluorwasserstoff), HCL (Chlorwasserstoff)). H. (meist Methyliodid oder -bromid) werden in kleinen Mengen zur Gasfüllung von Halogenlampen beigefügt.

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Halogenkohlenwasserstoffe

(auch halogenierte Kohlenwasserstoffe) Sammelbezeichnung für Kohlenwasserstoff-Verbindungen, die Halogene enthalten, wie z.B. Dichlormethan, Trichlorethan, Trichlormethan, Dichlorpropan, Dibromethan, Dioxine und Furane, PCB u.a..

Besonders die chlorierten Kohlenwasserstoffe sind bedenklich. Viele dieser Verbindungen sind persistent (Persistenz), kommen überall in der Umwelt vor und reichern sich vermehrt im menschlichen Fettgewebe und in der Muttermilch an (Bioakkumulation).

H. stehen unter dem Verdacht, Krebs zu erzeugen. H. haben eine große technische Bedeutung, u.a. als Lösemittel, Treibgase (FCKW) und Pflanzenschutzmittel.

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Halogenlampen

H. funktionieren nach dem Prinzip der Glühbirne. Ihrem Füllgas wird aber ein Halogen zugesetzt, das sich mit dem verdampften Wolfram verbindet und es mit der Wärmeströmung in der Lampe wieder zur Wendel zurückführt.

H. strahlen ein sehr konzentriertes, brillantes Licht aus, das dem natürlichen Tageslicht sehr nahe kommt. Ihre Lebensdauer ist etwa doppelt so lang wie die von normalen Glühbirnen und ihre Leuchtausbeute fast doppelt so hoch. Verglichen mit modernen Energiesparlampen sind aber auch H. Stromverschwender.

Außer Licht geben H. UV-B-Strahlung (UV-Strahlung) ab, die zu Augenschäden und Hautkrebs führen kann. Nach einer Untersuchung des TÜV Norddeutschlands besteht bei den gefährlichsten H. im Abstand von 30 cm bereits nach vier Stunden Sonnenbrandgefahr. H. ohne UV-Abschirmung (z.B. Glasscheibe) sind als Schreibtisch oder Leselampen nicht geeignet und sollten nur als Deckenstrahler oder zur Wand-, Schaufenster- oder Vitrinenbeleuchtung eingesetzt werden. In Australien sind H. ohne UV-Abschirmung verboten.

Für H. ohne Schutzglas gilt: Setzen Sie Ihre Haut nicht über einen längeren Zeitraum der direkten Strahlung von H. aus, wenn der Abstand zur Lampe unter einem Meter liegt. Blicken Sie nicht direkt ins offene H.-Licht.
Das Schutzglas hilft auch Verbrennungen an den 900 Grad C heißen H. zu vermeiden.

H. werden in der Regel mit 12 V Niederspannung betrieben und benötigen zur Umsetzung der 230 V einen Transformator. Aufgrund der hohen Gleichströme treten im Vergleich zu anderen Beleuchtungssystemen große Magnetfelder auf (Elektrosmog). Dies gilt insb. dann, wenn die Kabelzuführungen aus modischen Gründen in großem Abstand voneinander installiert werden.
Licht

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Halone

Halone sind organische Verbindungen, die sich von Methan und Ethan ableiten und Brom im Molekül besitzen.

Halone wurden in Handfeuerlöschern und stationären Löschanlagen als Löschmittel eingesetzt. Halone gehören, wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe, zu den die Ozonschicht zerstörenden Substanzen. Halone besitzen ein bis zu zehnmal höheres Zerstörungspotential. Die Produktion von Halonen ist weltweit seit 1994 teilhalogenierte Fluor-Brom-Kohlenwasserstoffe (HFBKW) sind seit 1996 verboten.

Der Verbrauch von Brommethan (Methylbromid) darf seit dem 01.01.1998 nur noch 75% der 1991 verwendeten Menge betragen. Darüber hinaus wurde 1997 in Montreal ein weltweiter, schrittweiser Ausstieg aus der Brommethanproduktion bis 01.01.2005 beschlossen. Diese Regelungen wurden in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union durch die unmittelbar geltende Verordnung (EG) Nr. 2037/2000 über den beschleunigten Verzicht auf Stoffe, die zu einem Abbau der Ozonschicht führen, umgesetzt.

In der Bundesrepublik Deutschland dürfen Halone aufgrund der FCKW-Halon-Verbots-Verordnung aus dem Jahr 1991 seit 1994 nur noch dann verwendet werden, wenn sie zum Schutz von Leben und Gesundheit des Menschen zwingend erforderlich sind. Für diese Anwendungen werden befristete Ausnahmegenehmigungen erteilt. Seit dem Jahr 2000 dürfen Halone darüber hinaus nur in solchen Anwendungsbereichen verwendet werden, die im Anhang VII der Verordnung 2037/2000 (EG) als kritische Verwendungszwecke aufgelistet und damit zugelassen sind.

Weitere Informationen: Umweltbundesamt Dessau

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