Freizeitlärm

Aufgrund der ständigen Verkürzung der Arbeitszeit in den vergangenen Jahrzehnten hat die Freizeitgestaltung einen immer größeren Stellenwert bekommen.

Außerdem sind gleichzeitig die verfügbaren Einkommen gestiegen, so daß es einen Trend zu immer aufwendigeren Freizeitaktivitäten gibt. Dies hat zu einer erheblichen weiteren Lärmbelastung geführt. F. ist v.a. deshalb problematisch, weil er in den eigentlichen Ruhezeiten, und damit in den für die Erholung des Innenohrs wichtigen Zeiten, auftritt.
Insb. der Betrieb von Motoren, z.B. bei Sportflugzeugen, Motorbooten, Motorrädern, Modellmotorfliegern etc. bringt manchen um seine Erholung. Schießplätze gehören zu den Anlagen mit dem lästigsten Lärm. Auch Dressur- und Sportplätze können Anwohner um ihre Ruhe bringen. Von F. sind neben den Anwohnern von Sport- und Freizeitstätten auch die Nutzer solcher Einrichtungen belastet. Hierbei ist weniger die Lästigkeit (Aufgrund der Einstellung zur Schallquelle wird die Lärmbelastung vom Lärmverursacher i.d.R. nicht als lästig empfunden) als die Höhe der Lärmbelastung, die in vielen Fällen bis an die Schmerzgrenze geht, das eigentliche Problem. Motorsport, Heimwerkeraktivitäten, Diskotheken, Rockkonzerte, Kopfhörer (Walkman) sind nur einige Stichworte, die das Problem verdeutlichen sollen.

Autor: KATALYSE Institut

Fluglärm

Beim Flugverkehr kommt es neben Umweltbelastungen durch Flugzeugabgase zu nicht unerheblichen Belastungen durch Lärm.

Nach Ermittlungen der Bundesvereinigung gegen Fluglärm e.V. fühlten sich 1987 bereits knapp 40% der Bundesbürger durch F. belästigt. Der Trend ist weiterhin steigend. Gesetzliche Maßnahmen zur Bekämpfung des F. wurden durch das F.-Gesetz vom 30.3.1971 geschaffen. In diesem werden Flugplatzhalter, Flugzeughalter und Flugzeugführer zu umweltgerechtem Verhalten verpflichtet. Dies soll durch die Optimierung der Flugrouten, lärmmindernde Flug- bzw. Start- und Landeverfahren und Nachtflugverbot erreicht werden. Des weiteren wurden Lärmschutzbereichefestgelegt. Insgesamt haben die Flugplätze (alte Bundesländer) bis 1990 über 750 Mio DM für Maßnahmen der Lärmbekämpfung ausgegeben. Leider gibt es noch eine Vielzahl alter, lauter Flugzeuge, die nach wie vor die Umgebung der Flughäfen extrem verlärmen.

Da das Flugaufkommen auch weiterhin zunehmen wird, ist damit zu rechnen, daß alle technischen Maßnahmen der Lärmbekämpfung letztlich kompensiert oder gar überkompensiert werden. Aus diesem Grund läßt sich eine Verminderung der Umweltbelastungen im wesentlichen nur noch durch eine Verringerung des Luftverkehrs erreichen.

Ein besonderes Problem stellt der Militärflugverkehr mit 1,8 Mio Starts und Landungen pro Jahr dar. Im Gegensatz zur zivilen Luftfahrt bestehen hier keinerlei Anreize, lärmärmere Motoren zu entwickeln bzw. einzusetzen. Darüber hinaus gehen erhebliche Belästigungen bis hin zu direkten Lärmschäden von den militärischen Überschall- und Tiefflügen aus (Tiefflüge ).

Autor: KATALYSE Institut

Dezibel

Das D. (dB) ist eine Hilfsgröße zur Bestimmung eines Schallpegels.

Würde Schall in üblichen Druckeinheiten(Pa) angegeben, wäre es erforderlich, mit unhandlichen Zahlen im Bereich von 6 und mehr Zehnerpotenzen zu arbeiten. Denn so groß ist der Hörbereich des Menschen. Er beginnt bei der Hörschwelle (p0 = 20 mycroPa) und endet bei der Schmerzgrenze(20.000.000 mycroPa). Aus diesem Grund gibt man den Schalldruck p im logarithmischen Verhältnis zu einem Bezugsdruck, der Hörschwelle, an.

Autor: KATALYSE Institut

Dauerschallpegel

Um sich ständig ändernde Schallpegel mit einer Einwertangabe angeben zu können, werden diese über eine bestimmte Meßzeit gemittelt und zum D. zusammengefaßt.

Je nach Methode der Mittelung und der Korrekturfaktoren wird der D. auch als Äquivalenter Dauerschallpegel, Mittelungspegel oder Beurteilungspegel bezeichnet.

Autor: KATALYSE Institut

Arbeitsplatzlärm

Lärm gehört zu den wesentlichen Faktoren, die die Belastungen und Beanspruchungen am Arbeitsplatz ausmachen.

Die Lärmschwerhörigkeit ist eine anerkannte Berufskrankheit und liegt seit Jahren mit an der Spitze der Berufskrankheiten. Nach Schätzungen waren 1984 7-9 Mio Arbeitnehmer während der Arbeit gesundheitsschädlichen, insbesondere gehörgefährdenem Lärm von über 80 dB(A) ausgesetzt. Aufgrund des Ausmaßes der Gesundheitsgefährdungen durch Lärm wurden verschiedene Richtlinien und Vorschriften zum Schutze des Arbeitnehmers geschaffen. Die UVV (Unfallverhütungsvorschrift) Lärm von 1990 verpflichtet den Unternehmer, eine Lärmgefährdung durch technische Maßnahmen zu verhindern, zu vermeiden und zu verringern. Dafür müssen Arbeitsmittel, Arbeitsverfahren und Arbeitsräume entsprechend dem Stand der Technik hinsichtlich der Lärmminderung gestaltet sein. Das bedeutet, daß, selbst wenn bestimmteBeurteilungspegel nicht überschritten würden, der Unternehmer dennoch verpflichtet ist, beispielsweise eine lärmärmere Maschine zu kaufen. Mit fortschreitender technischer Entwicklung ist ein niedrigeres Lärmniveau verpflichtend. Andererseits sollte es ohnehin im Interesse eines Unternehmers sein, für einen leiseren Arbeitsplatz zu sorgen, da sich herausgestellt hat, daß sich dies positv auf die Arbeitsqualität, Unfallhäufigkeit etc. auswirkt. Falls trotz der technischen Maßnahmen bestimmte Beurteilungspegel (Lr) erreicht werden, greifen je nach Arbeitstätigkeit die Maßnahmen aus der Tabelle.

Siehe auch: Gehörschutz, Schalldruckpegel, Schalleistungspegel, Dezibel

 

Autor: KATALYSE Institut

Äquivalenter Dauerschallpegel

Der Ä. ist ein energieäquivalenter Mittelungspegel.

Bei diesem Mittelungsverfahren führt eine Halbierung der Geräuschdauer bei einem Geräusch mit konstantem Pegel zu einer Abnahme des Mittelungspegels um 3 dB (also einer Halbierung).
Hiervon abweichend wird im Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm ein Halbierungsparameter von q=4 verwendet. Hierbei ergibt sich durch eine Halbierung der Dauer eines konstanten Geräuschs eine Abnahme des Ä. um 4 dB. Hierdurch werden die Ä. bei Fluglärm "leiser" gerechnet. Der Ä. wird auch benötigt zur Bestimmung eines Beurteilungspegels.

Autor: KATALYSE Institut

Antilärm

A. ist eine neue Methode, Schallwellen zu eliminieren.

Hierbei wird eine Schallquelle über ein Mikrophon erfaßt, mittels Mikroprozessor in ein gegenphasisches Signal umgewandelt und über einen Lautsprecher der Schallquelle entgegengesetzt. Durch das Aufeinandertreffen von Lärm und A. heben sie sich theoretisch gegenseitig völlig auf. Durch die Elektronik entsteht jedoch eine geringe Zeitverzögerung, so daß diese Verfahren in erster Linie bei relativ gleichbleibenden Lärmquellen Verwendung findet. Auf dem Markt sind Geräte, bei denen A. in einem Kopfhörer zum Schutz vor Triebwerkslärm von Flugzeugen integriert ist.

 

Autor: KATALYSE Institut

Tinnitus

Bei einem durch starke Lärmbelastung geschädigten Ohr kann es neben der 7-Lärmschwerhörigkeit auch zu einen mehr oder minder lauten Pfeifen oder Klingeln im Ohr kommen.

Diese Phänomen wird als T. (Ohrgeräusch) bezeichnet. Es entsteht infolge einer starken Überlastung der Sinneszellen (Hörvorgang) des Cortischen Organs und sollte als Warnsignal verstanden werden. Entwickelt sich eine Lärmschwerhörigkeit langsam, so kann sich auch der T. nur zögernd bemerkbar machen. Tritt die Schwerhörigkeit als Folge von Knallen sehr plötzlich auf (Knalltrauma), kann auch der T. nach der Lärmüberlastung unvermittelt in Erscheinung treten. 

Der T. ist eines der häufigsten Krankheitsbilder in der westlichen Welt. In Deutschland rechnet man mit etwa 8 bis 12 Millionen Betroffenen. Der Leidensdruck durch den "Verlust der Stille" ist enorm. Während bislang fast völlige Ratlosigkeit gegenüber dem T. herrschte, sind in jüngster Zeit eine Reihe moderner und vielversprechender Behandlungsansätze entwickelt worden.

Autor: KATALYSE Institut

Trogbauweise

Die T. ist eine Form der Lärmschutzbauten. Hierbei handelt es sich um Straßen in Tieflage.

Im Gegensatz zu Einschnitten, die an den Seiten abgeböscht sind, bildet bei der T. die Straße mit den senkrechten Wänden an der Seite einen Trog. Die Schutzwirkung der T. wird häufig überschätzt, da zwischen den schallharten Stützmauern Mehrfachreflexionen auftreten, die die Schirmwirkung teilweise wieder aufheben oder im Extremfall die Schallwellen auf einen bestimmten Punkt konzentrieren können.

Autor: KATALYSE Institut

Trittschall

Schall, der beim Begehen und ähnlicher Anregung einer Decke als Körperschall entsteht und z.T. als Luftschall in einen darunterliegenden oder benachbarten Raum abgestrahlt wird.

Zur Verhinderung bzw. Herabsetzung der Schallübertragung sind heute schwimmende Estriche üblich. Aber auch weichfedernde Gehbeläge, v.a. Teppiche, sind wirkungsvoll.

siehe auch: Schalldämmung

Autor: KATALYSE Institut

Schallschutzfenster

Fenster, die aufgrund einer speziellen Konstruktion eine hohe Schalldämmung erreichen, werden als S. bezeichnet.

Hierbei werden v.a. Luftundichtigkeiten (Luftschall) vermieden sowie die Glasflächen so aufeinander abgestimmt (unterschiedliche Glasstärken etc.), dass durchgängig hohe Dämmwirkung erreicht wird.
Fenster werden in sechs Schallschutzklassen eingeteilt. So wird bei der höchsten Klasse 6 ein Schalldämmass von mehr als 50 dB(A) erreicht (s. Tab. Fenster). Der Einbau von S. ist oft die einzig wirksame Lärmschutzmaßnahme zum Schutz vor Straßenverkehrslärm und Fluglärm. Daher können für ihren Einbau verschiedene finanzielle Mittel in Anspruch genommen werden.
Problematisch ist jedoch, daß ein Schallschutz nur bei geschlossenem Fenster wirksam ist. Aus diesem Grund sind häufig zusätzlich schallgedämmte Lüftungseinrichtungen erforderlich.

Autor: KATALYSE Institut

Schallschutz in Gebäuden

Den größten Teil seiner Zeit verbringt der Mensch in Gebäuden.

Da die Lärmbelästigung nicht nur von der Höhe des Geräuschpegels, sondern auch von dessen Einwirkdauer abhängt, kommt dem S. eine gewichtige Rolle zu.

Unter S. werden Maßnahmen verstanden, die die Schallübertragung von einer Schallquelle zum Hörer vermindern. Befinden sich Schallquelle und Hörer im gleichen Raum, so geschieht dies durch Schalldämpfung.
Befinden sich Schallquelle und Hörer in verschiedenen Räumen, geschieht dies hauptsächlich durch Schalldämmung. Häufig wird nicht einmal der empfohlene Mindestschallschutz, geschweige denn ein erhöhter Schallschutz realisiert. Hinzu kommt, daß die Ausführung häufig fehlerhaft ist und Schallbrücken den S. ganz oder teilweise wieder aufheben.

Autor: KATALYSE Institut

Schallschutz im Städtebau

Wesentliches Instrument des S. ist die Bauleitplanung. Durch diese Festschreibung von Bebauungsgebieten findet eine Aufteilung nach verlärmten und ruhigen Gebieten statt. Hauptproblem stellt jedoch der allgegenwärtige Strassenverkehrslärm dar.

Hier können verkehrsberuhigte Zonen, Konzentrierung der Verkehrswege in verlärmte Gebiete, Ausbau des ÖVP, Errichtung von Lärmschutzbauten etc. Abhilfe schaffen. Auch die Minimierung von Sport- und Freizeitlärm gehört zu den Aufgaben des Schallschutz in Städten.
Leider wird die Notwendigkeit einer Lärmbekämpfung meist nicht oder nur zu spät erkannt. Die Folgekosten sind häufig dann kaum mehr tragbar.

Autor: KATALYSE Institut

Schalldämpfung

Abbau von Schallenergie durch Reibung von Schallwellen an Grenzflächen bzw. innere Reibung.

Luftschall kann durch Schallabsorption mit faserigen oder offenporigen Materialien, die eine große und möglichst stark strukturierte Oberfläche haben, gedämpft werden. In Räumen kann somit schon durch Teppiche, Vorhänge, Platten o.ä. eine beträchtliche S. erzielt werden, da der Schall von der Quelle zwar nach wie vor hörbar ist, jedoch dessen Reflexionen von den Wänden (Trennflächen) gedämpft werden. Die Folge ist ein insgesamt leiserer Raum.

Im wesentlichen arbeiten Schalldämpfer nach diesem Prinzip. Diese werden eingesetzt, wenn zwischen einem lauten und einem leisen Raum ein Luftaustausch erforderlich ist. Hierbei wird der Luftschall so weit in einem absorbierenden, schalldämpfenden Labyrinth umgeleitet und reflektiert, bis seine Energie so weit abgebaut ist, daß der Schall einen gewünschten Pegel unterschritten hat. S. werden in Lüftungsanlagen, Abgasanlagen, Kapselungen etc. eingesetzt.
Bei der S. von Körperschall erfolgt eine Umwandlung der Schallenergie im wesentlichen innerhalb eines elastischen Materials durch innere Verluste. Durch entsprechende Konstruktionen lassen sich aber auch äußere Dämpfungen durch Reibungswiderstände von Lagern sowie Einspann- und Verbindungsstellen etc. erreichen. Beispiele hierfür sind Kompensatoren, Stoß- und Schwingungsdämpfer usw.

Autor: KATALYSE Institut

Schalldämmung

Unter S. wird die Verhinderung bzw. Behinderung der Fortpflanzung von Schallwellen durch eine Trennfläche verstanden.

Der Schall wird an der Trennfläche vorwiegend reflektiert, d.h. zum Ausgangsort zurückgeworfen. Sie ist nicht mit der Schalldämpfung zu verwechseln. Für eine funktionierende S. ist es wichtig, daß die Trennfläche möglichst dicht ist. Aufgrund der unterschiedlichen Übertragungswege wird zwischen der Dämmung von Luftschall und der von Körperschall unterschieden.

Luftschallschutz erreicht man durch einen möglichst luftdichten Abschluß zwischen Schallquelle und Aufpunkt. Beispiele sind das Abdichten eines Fensters oder die Kapselung von Motoren. Ist ein luftdichter Abschluß technisch nicht möglich, z.B. weil ein Luftaustausch erforderlich ist, so kann Luftschall gedämmt werden durch den Einsatz von Schalldämpfern. Jede Trennfläche ist bei einer bestimmten Frequenz (Koinzidenzgrenzfrequenz) aufgrund von Resonanzen quasi durchlässig. Durch Resonanz einer Trennfläche, z.B. einer Glasscheibe, wird diese durch Luftschall in Schwingung versetzt.
Durch das Schwingen der Trennfläche entsteht wieder Luftschall, der auf der anderen Seite wieder abgestrahlt wird. Durch die Verwendung von biegeweichen Trennflächen kann diese Frequenz in einen Bereich außerhalb des Hörbereichs verschoben werden. Deshalb sollten zur S. von Luftschall möglichst biegeweiche, massive oder besser noch zweischalige Konstruktionen mit unterschiedlichen Wandstärken und/oder Materialen verwendet werden.
Aus diesem Grund werden z.B. bei Schallschutzfenstern Glasscheiben mit unterschiedlichen Glasstärken eingesetzt.
Beim Körperschall stellt die Trennfläche eine elastische Schicht dar. Prinzipiell läßt sich jedoch sagen, daß die Körper-S. größer ist, je weicher die elastische Zwischenschicht ist und je stärker diese belastet wird. Wichtig ist hierbei wiederum die Dichtigkeit der Trennfläche.
Jede auch noch so kleine Körperschallbrücke reduziert die Dämmwirkung beträchtlich. Deshalb ist auf eine äußerst präzise Ausführung zu achten. Körperschallschutz erreicht man durch eine möglichst massive Bauweise bzw. eine Entkopplung von Bauteilen, so daß der Körper- in Luft- und wieder zurück in Körperschall umgewandelt und dadurch gedämmt wird.

Autor: KATALYSE Institut

Naturdämmstoffe

Naturmaterialien wurden bereits vor Jahrhunderten zum Dämmen von Gebäuden eingesetzt. Erst mit der Industrialisierung wurden sie mehr und mehr durch neue Massenprodukte aus fossilen Rohstoffen wie Glas- oder Steinwolle und Polystyrol ersetzt.

 

Allein in Deutschland wurden im Jahr 2001 etwa 29 Mio. m³ Dämmstoffe zur Schall- und Wärmedämmung eingesetzt. Ihre Basis sind fast ausschließlich fossile Rohstoffe. Dabei sind ihre Nachteile bekannt: sie sind energieaufwändig in der Herstellung, nur bedingt recyclebar und in ihren Auswirkungen auf die Gesundheit umstritten.

 

Dämmstoffe aus der Natur sind in ihrer bautechnischen Qualität den herkömmlichen Produkten wie Mineralwolle oder Polystyrol absolut ebenbürtig. Durch ihre klaren Vorteile in puncto Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit sind sie die erste Wahl:

  • bei der Herstellung von Dämmstoffen aus Mineralwolle wird etwa zehnmal soviel Energie verbraucht wie bei Hanf- oder Zellulose-Dämmplatten,
  • nachwachsende Rohstoffe besitzen die Fähigkeit, teilweise bis zu 30 Prozent des eigenen Gewichts an Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben,
  • sie tragen maßgeblich zu einem ausgeglichenen, angenehmen Raumklima bei,
  • mit einer Dämmung aus Zellulose oder Holzfaserplatten ein sommerlicher Wärmeschutz erreicht wird, mit dem schlaflose Nächte in überhitzen Räumen unter dem Dach der Vergangenheit angehören,
  • mit einem Wärmedämmverbundsystem aus Holzfaser- oder Korkplatten eine Fassade saniert werden kann, die nicht nur aus ökologisch empfehlenswertem Material besteht, sondern daneben einen hervorragenden Schallschutz erzielt und unerwünschtes Algenwachstum reduziert.
    Die wichtigsten nachwachsenden Rohstoffe, die als Dämmstoffe eingesetzt werden können sind: Flachs, Kokos, Schafwolle, Hanf, Kork, Schilfrohr, Holzfasern, Miscanthus (Chinaschilf), Stroh, Holzspäne, Roggen und Zellulose.

    Im Rahmen des Markteinführungsprogramms "Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen" werden natürliche Dämmstoffe seit Juli 2003 durch das Bundesverbraucherschutzministerium (BMVEL) gefördert. Gemeinsam mit den Herstellern sind diese Produkte in einer sogenannten "Positivliste" aufgeführt. Zudem sind die Produkte nach ihrer Zugehörigkeit zur jeweiligen Förderkategorie gekennzeichnet.

    Unterschieden werden die Kategorie I und II:

    • Zu I gehören Dämmstoffe, die durch natureplus® zertifiziert sind und über das Gütesiegel verfügen. Die Förderhöhe liegt bei 40 Euro/m³, der Förderantrag muss eine Mindestmenge von 5 m³ umfassen.
    • Zu II gehörende Produkte verfügen nicht über das natureplus® - Gütesiegel, erfüllen aber dennoch die allgemeinen Anforderungen entsprechend des Markteinführungsprogramms. Bei ihnen beträgt die Förderhöhe 30 Euro/m³, auch in diesem Fall muss pro Antrag eine Mindestmenge von 5 m³ vorliegen.

    Ein weiterer wesentlicher Aspekt sind die technischen Eigenschaften und damit die geeigneten Einsatzbereiche der Naturdämmstoffe, die ebenfalls in der Liste erläutert sind. Für den Bauherrn und potenziellen Antragsteller, der unter einer Vielzahl von Schall- und Wärmeisolierungen auswählen muss, wird so die Entscheidung für den richtigen Dämmstoff erleichtert.
    Quellen: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), Gülzow und Kompetenzzentrum für Bauen mit Nachwachsenden Rohstoffen (KNR), Münster

Siehe auch Stichworte: Transparente Wärmedämmung, Wärmedämmstoffe und Wärmedämmung.

 

Autor: KATALYSE Institut

Mauerwerk

Mauern ist eine der ältesten Methoden der Menschheit, Bauwerke zu errichten. Zur Erstellung eines Mauerwerks werden künstliche oder natürliche Steine lagenweise aufeinander geschichtet, dabei wird zur besseren Verbindung der Steine normalerweise Mörtel eingesetzt.
Unvermörtelte Mauern s. Trockenmauerwerk.

Die Steine der ersten und der nächsten Lage werden gegeneinander versetzt (Mauerverband) zur Erhöhung der Standsicherheit. Mauerwerk kann sowohl vertikale als auch horizontale Lasten aufnehmen und ableiten. Früher wurden deshalb auch Bögen (Brücken), Kuppeln (in Kirchen) und Türme in Mauerwerk aufgeführt. Heute ist das Mauerwerk im industriellen Bauen meist von den rationeller einzusetzenden Gusstechniken ( Beton) verdrängt worden, im Wohnungsbau hat es aber seinen Platz behalten und erlebt zur Zeit sogar, durch Einsatz neuer Steinsorten und verbesserter Mauerwerktechniken, einen neuen Aufschwung.
Für hohe Belastungen kann Mauerwerk auch als bewehrtes Mauerwerk ausgebildet werden - hierzu werden Eisenstücke in die Mörtelfugen gelegt.
Nach DIN 1053 unterscheidet man verschiedene Mauerwerkskonstruktionen, vom einschaligen massiven Mauerwerk bis hin zu mehrschaligen Aufbauten mit und ohne Luftschicht. Die mehrschaligen Aufbauten dienen nicht der Erhöhung der Tragfähigkeit, sondern der Verbesserung der Schlagregensicherheit. , der Wärme- und Schalldämmung. Schlagregensicherheit, kann auch durch mehrlagige mineralische Putze erreicht werden. Im Innern der mehrschaligen Mauerwerke werden heute fast immer Wärmedämmstoffe (Mineralwolle, Polystrol, Polyurethan) eingesetzt.
Prinzipiell kann man sagen: vom einschaligen zum mehrschaligen Mauerwerk steigt sie Wärmedämmfähigkeit, die Konstruktion wird komplizierter und anfälliger für Ausführungsfehler, diese können so gravierend sein, dass der gewünschte Effektder verbesserten Wärmedämmung zunichte gemacht wird. Gleichzeitig sinkt, durch die innige Verbindung von mineralischen Baustoffen und organischen Baustoffen (organisches Dämmmaterial, Klebstoffe) und metallischen Baustoffen (Anker, Verschraubung) die Recyclingfähigkeit des Mauerwerks.
Der Einsatz von Dämmstoffen innerhalb oder auf dem Mauerwerk vermindert bzw. verhindert die Nutzung der passiven Solarenergie (Wärmeeinstrahlung ins Mauerwerk, Solararchitektur, Transparente Wärmedämmung).

siehe auch: k-Wert, Bauphysik, Bauschutt, Baustoffe

Autor: KATALYSE Institut

Dämmung

Unter Dämmung kann Wärmedämmung sowie Schalldämmung verstanden werden.

Wärmedämmung verrringert Wärmeverluste von Gebäuden an die Umgebung (Wärmetransport). Hierzu gehören u.a.: die Verwendung von schlecht wärmeleitenden Baustoffen (U-Wert) für Außenwände und Dächer, der Einbau von wärmedämmenden Fenstern (Wärmeschutzverglasung) sowie das Vermeiden von Wärmebrücken und unkontrolliertem Luftaustausch.

Ein 100 m2 großes ungedämmtes Einfamilienhaus Baujahr 1960 verbraucht pro Jahr ca. 3.700 Liter Heizöl, ein nach der Wärmeschutzverordnung 1982/84 gebautes Haus ca. 1.500 Liter, ein nach der Wärmeschutzverordnung 1995 etwa 1.000 Liter und ein nach dem aktuell errichtetes Niedrigenergiehaus nur noch etwa 500-700 Liter.

Unter Schalldämmung wird die Verhinderung bzw. Behinderung der Fortpflanzung von Schallwellen durch eine Trennfläche verstanden. Der Schall wird an der Trennfläche vorwiegend reflektiert, d.h. zum Ausgangsort zurückgeworfen. Sie ist nicht mit der Schalldämpfung zu verwechseln. Für eine funktionierende S. ist es wichtig, dass die Trennfläche möglichst dicht ist. Aufgrund der unterschiedlichen Übertragungswege wird zwischen der Dämmung von Luftschall und der von Körperschall unterschieden.

Autor: KATALYSE Institut

Bauplatz

Der Standort eines Hauses beeinflusst das individuelle Wohlbefinden, das von verschiedenen äußeren Faktoren abhängig ist.

Geländeform, Vegetation, Wasserflächen, Sonneneinstrahlung u.v.m. üben einen wesentlichen Einfluß auf das regionale und lokale Klima aus. Daneben gelten geologische Abnormalitäten wie Störfelder von Wasseradern (Wünschelrute) und geologische Bruchzonen, die zu erhöhten Radon-Emissionen führen können, aber auch Umweltbelastungen wie Lärm, Schadstoffe in Luft und Boden als bestimmend für eine Entscheidung. Auch das soziale Umfeld ist fester Bestandteil für die Wahl des geeigneten B..

Autor: KATALYSE Institut

Öko-Institut, Freiburg

Das Öko-Institut e.V.- Institut für angewandte Ökologie -

wurde 1977 mit dem Ziel eine, von Regierung und Industrie unabhängige Umweltforschung zum Nutzen der Gesellschaft zu betreiben, gegründet. Den Ausschlag zu dieser Entscheidung gab die Auseinandersetzung um den Bau des AKW Wyhl in Baden- Württemberg. Derzeit arbeiten ca. 95 Mitarbeiter- und innen im Institut, aus welchen für jedes Forschungsprojekt ein passendes interdisziplinäres Projektteam zusammengestellt wird. Das Anliegen des Institutes ist es, Umweltprobleme zu analysieren und zu beurteilen, auf Risiken aufmerksam zu machen und Strategien und Maßnahmen für Problemlösungen zu entwickeln und zu verwirklichen. Dabei folgt die Arbeit dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung und mit dem Grundsatz, dass Lösungsmodelle nur dann eine Chance haben, wenn sie ökologisch angemessen, gesellschaftlich gerechtfertigt und wirtschaftlich durchführbar sind. Darum verbindet die Forschung am Öko-Institut die Bereiche Grundlagenforschung, Konzeptionsentwicklung und Umsetzung in die Praxis.
Die Zahl der Mitglieder beträgt 4000. Das Öko-Institut arbeitet mit der Stiftung Zukunftserbe, der Forschungskooperation ökoforum, dem Verein Energie-Vision und dem Environmental Law Network International zusammen und verfügt außerdem über einen eigenen Verlag.
Die Forschungsschwerpunkte sind:
Risikoforschung: Arbeiten zu Analyse, Verständnis, Erfahrung und Kommunikation von Risiken in den Bereichen Klimaschutz, Gentechnik, Chemie und Kernenergie
Systemanalyse: Entwicklung und Evaluierung von Planungs- und Analyse-Instrumenten (z.B. Emissions- und Stoffstromanalysen), Szenarienentwicklung, Ermittlung volkswirtschaftlicher Effekte
Implementierung: Entwicklung, Verbesserung und Umsetzung von Instrumenten der Umweltpolitik und des Umweltmanagements (Gesetze, Abgaben, Finanzierungsmodelle, Managementleitfäden, Beteiligung an Planungsprozessen usw.)
Konzeptentwicklung: Entwicklung von sektoralen Konzepten zur Reduzierung von Umweltauswirkungen, insbesondere beim Klimaschutz, Verkehr und Müll; ökonomische und ökologische Auswirkungen
Umweltkommunikation: Wissenschaftliche Unterstützung von Mediationsverfahren, Leitung von "Runden Tischen" und Agendaprozessen, Ausrichtung von Kongressen und Workshops, Vortragstätigkeit, institutseigene Verlagstätigkeit
Ausschuss-, Gutachter- und Beratertätigkeit: UN-Arbeitsgruppen, Bundeskommissionen, Normungsausschüsse, Antragsbegutachtung, politische Beratung.

Der Verein finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen und Auftragsforschung, v.a. für Ministerien, EU, Industrie und öffentliche Einrichtungen.

Kontakt:
Geschäftsstelle Freiburg
Postfach 6226
D-79038 Freiburg
Tel.: 0761-4 52 95-0
Fax: 0761-47 54 37
info@oeko.de
www.oeko.de

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