Grundumsatz

Der Grundumsatz ist die niedrigste Energiemenge, die der Mensch bei völliger Ruhe zur Aufrechterhaltung seines Grundstoffwechsels (z.B. Herztätigkeit, Auf- und Abbau körpereigener Eiweiße) und seiner Körpertemperatur benötigt.

Gemessen wird der Grundumsatz:

  • unbekleidet
  • bei absoluter Ruhe und Entspannung (keine Körperbewegung)
  • bei einer Umgebungstemperatur von 20 Grad
  • 12 bis 24 Stunden nach der letzten Mahlzeit.

Der Grundumsatz liegt bei Erwachsenen zwischen 5020 und 7530 kJ.

Beeinflusst wird der Grundumsatz beispielsweise durch:

  • Alter, Geschlecht
  • Körperoberfläche
  • Körpermasse
  • Körperzusammensetzung
  • Ernährungsstatus
  • Schwangerschaft, Menstruation
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Krankheit mit Fieber
  • sportlichen Aktivitäten
  • Schlaf
  • lang anhaltendes Fasten.

Der Körper, kann sich mittelfristig an einen niedrigeren Grundumsatz anpassen. Das Körpergewicht steigt jedoch abrupt an, wenn beispielsweise nach einer Reduktionsdiät oder Fastenkur das ursprüngliche Ernährungsverhalten wieder angenommen wird (Jojo-Effekt).

Der gesamte Energiebedarf setzt sich aus Grundumsatz und Leistungsumsatz zusammen. Der Leistungsumsatz ist die Energie, die der Körper benötigt um die zusätzliche Arbeit zum Grundumsatz zu verrichten. Als Minimalwert für eine ausreichende Energieversorgung legt die Food and Agriculture Organization (FAO) das 1,54-fache des Grundumsatzes zugrunde.

Der Leistungsumsatz wird beispielsweise beeinflusst durch:

  • Muskeltätigkeit
  • Energiebedarf für Wachstum
  • Wärmeregulation
  • Verdauungstätigkeit
  • geistige Tätigkeit.

Quellen:
DER BROCKHAUS: Ernährung. Mannheim 2001.
SPEKTRUM: Lexikon der Ernährung. Heidelberg 2001.
http://www.ernaehrung.de

Autor: KATALYSE Institut

Grillen

Grillen wird definiert als garen in trockener Luft mit Hilfe von Wärmestrahlung bei einer Umgebungstemperatur von 250 Grad, wobei das Gargut gleichzeitig gebräunt wird. Je nach Art der Wärmestrahlung wird mit Strom, Gas oder Glut gegrillt.

Durch eine hohe Temperatur an der Gargutoberfläche denaturieren die Eiweißstoffe. Kohlenhydrate karamellisieren, was zu einer Krustenbildung führt. Die Beschaffenheit der Lebensmittel ist neben der Beheizungsart und Vorbereitung ausschlaggebend dafür, inwieweit Aromen intensiviert und welche Bräunungsgrade erreicht werden.

Zum Grillen eignen sich Fleisch, Süßwasserfische, festfleischige Gemüsesorten (z.B. Paprika, Tomaten) oder Obstarten. Beim Grillen von Fleischprodukten entstehen infolge unvollständiger Verbrennung der Holzkohle polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), von denen zahlreiche krebserregend sind. Bei Temperaturen von 500-600 Grad entstehen besonders stark kanzerogen wirkende PAK.

Zur Vorbeugung gegen zu große Mengen PAK sollte möglichst mageres Fleisch verwendet werden. Das Grillgut sollte erst auf den Rost aufgelegt werden, wenn die Holzkohle gut durchgeglüht ist und die starke Rauchentwicklung aufgehört hat. Es sollten auch keine anderen Brennmaterialien verwendet werden und das Grillgut sollte vor dem Nachschütten von Kohle vom Grill genommen werden.

Stark kanzerogen sind PAK, wenn Fleischfett auf glühende Holzkohle tropft und verdampft. Es ist deshalb darauf zu achten, dass kein Fett vom Fleisch in die Grillkohle tropft. Optimal sind Grillgeräte, bei denen das Grillgut nicht wie üblich über der Kohle Platz findet, sondern von der Seite gegart wird. Ruß an der Oberfläche von Fleischwaren ist ein sichtbares Zeichen für hohe Mengen an PAK.

Quelle:
DER BROCKHAUS: Ernährung. Mannheim 2001.

Siehe auch: Fleisch und Fleischerzeugnisse, polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe

Autor: KATALYSE Institut

Gentechnologie

Sammelbegriff für auf molekularbiologischen Erkenntnissen fußende Techniken zur Isolation, Synthese und Charakterisierung von genetischem Material und Mechanismen, die das Erbgut von Organismen betreffen sowie zur Übertragung (Gentransfer, Vektoren) und Neukombination von DNS und RNA (Ribonukleinsäure).

Die praktischen Anwendung der G. erfolgt bereits in einer Vielzahl von Bereichen. Zu ihnen gehören Medizin (Human Genom Project, Gentherapie, Genomanalyse), Produktion von Pharmaka, Kriminalistik (Genetischer Fingerabdruck), Umweltschutz (schadstofffressende Bakterien) sowie Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion (s.u).

Angesichts des enormen Förderungsvolumens für die Forschung im Bereich G. durch die Bundesregierung (Programm Biotechnologie 2000, 1989 bis 1994 rd. 1,7 Mrd DM) und die EG (1990 bis 1994 rd. 500 Mio DM) ist damit zu rechnen, daß die G. in einem Ausmaß Einfluß auf die wirtschaftliche Entwicklung und das alltägliche Leben nehmen wird, wie es bislang von den neuen Technologien nur der Mikroelektronik gelang. Neben der Pharmazie bietet der Sektor der Lebensmittelherstellung und -verarbeitung der G. das breiteste Spektrum der Anwendung und die schnellste Umsetzung in die Massenproduktion.

Industrieunternehmen der verschiedensten Bereiche versprechen sich durch den Einsatz der G. wirtschaftliche Vorteile. Die Lebensmittelindustrie z.B. sieht die Möglichkeit, mit der G. traditionelle, landwirtschaftliche Produkte sowie Mikroorganismen den Erfordernissen ihrer Verarbeitungsverfahren anzupassen und damit Prozesse zu rationalisieren. Zudem erhofft sie sich langfristig durch die Konstruktion neuer Produkte neue Marktnischen zu erschließen.

Heute werden bereits Enzyme und Aminosäuren zur Herstellung von Lebensmitteln z.T. mit Hilfe gentechnisch veränderter Mikroorganismen produziert (z.B.: alpha-Amylasen für den Herstellungsprozeß von Bier und Brot, Phenylalanin im Zusammenhang mit Süßstoffen). In verschiedenen europäischen Ländern ist es zulässig, Käse mit gentechnisch produziertem Chymosin herzustellen, der auch nach Deutschland importiert wird. Hefen und Bakterien, in der Produktion von Brot, Bier sowie Fleisch- und Milchprodukten werden verändert, um Verfahrenschritte zu verkürzen oder einzusparen. In Großbritannien ist eine gentechnisch veränderte Brot- und Bierhefe zur kommerziellen Anwendung zugelassen.

Die G. soll bei Nutztieren und -pflanzen das Spektrum der züchterischen Möglichkeiten erweitern. Aktuelle Ziele in der gentechnischen Pflanzenzucht-Forschung sind: die Übertragung von Resistenzen gegen Herbizide, Pflanzenschädlinge und Umwelteinflüsse/-schäden, wie z.B. hohe Bodensalzgehalte oder Trockenheit und die Veränderung der Pflanzeninhaltsstoffe.

Eine Vielzahl von Fragen, die die Gesundheits, Umwelt- und Sozialverträglichkeit der G. betreffen, sind bislang noch ungeklärt. So besteht derzeit kein gesichertes Wissen darüber, inwieweit der Einbau fremder DNS das Genom eines Organismus beeinflussen kann, da über die zeitliche und räumliche Wechselwirkung der Gene wenig bekannt ist. Damit wird das Auftreten neuer oder veränderter Stoffwechselprodukte, deren Wirkung auf die menschliche Gesundheit nicht abzuschätzen ist, denkbar.

Die Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen wirft die noch weitgehend unbeantwortete Frage auf, inwieweit DNS im Freiland zwischen artfremden Organismen ausgetauscht werden und es damit zu einer unkontrollierten Ausbreitung von z.B. Resistenzeigenschaften kommen kann. Dabei ist noch unklar, inwieweit biotopfremde, gentechnisch manipulierte Organismen bestehende ökologische Gleichgewichte und Kreisläufe stören oder zerstören können. Zudem ist mit weitreichenden negativen sozio-ökonomischen Folgen durch Strukturveränderungen (Intensivierung und Konzentration) in der Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie zu rechnen, die eine umfassende Einführung der G. hervorrufen kann bzw. verstärkt.

Den Umgang mit gentechnisch veränderten Organismen regeln EG-weit die Richtlinie 90/219 zur "Anwendung genetisch veränderter Mikroorganismen in geschlossenen Systemen" und 90/220 zur "Absichtlichen Freisetzung von genetisch veränderten Organismen in die Umwelt" (Freisetzungsrichtlinie). In Deutschland ist im Juni 1990 das Gentechnikgesetz verabschiedet worden, mit dem die Umsetzung der Richtlinien in nationales Recht vollzogen werden sollte.

Bis Anfang 1993 wird aller Voraussicht nach vom Ministerrat der EG die Novel-Food-Verordnung verabschiedet werden, mit der EG-weit auch die Zulassung von Lebensmitteln geregelt werden soll, die gentechnisch veränderte Organismen enthalten. Mit dieser einheitlichen Regelung wird es wahrscheinlich zu einer zunehmenden Verbreitung dieser Produkte kommen.

Im Rahmen von Arzneimittelgesetzen werden derzeit EG-einheitliche Zulassungsverfahren für gentechnisch hergestellte Arzneimittel erarbeitet.
Alle gesetzlichen Regelungen zur G. weisen mehr oder weniger große Mängel bzgl. Sicherheitsvorschriften, Definition des Anwendungsbereichs, Bürgerbeteiligung und Kennzeichnungsvorschriften auf (Gentechnikgesetz).

Siehe auch: Vektor

Autor: KATALYSE Institut

Gentechnikgesetz

Das G. (GenTG) ist die am 20.6.1990 erfolgte Umsetzung der europäischen Freisetzungsrichtlinie in deutsches Recht (letzte Änderung 23.9.1990).

Zweck des Bundesgesetzes zur Regelung der Gentechnologie ist: "1. Leben und Gesundheit von Menschen, Tieren, Pflanzen sowie die sonstige Umwelt in ihrem Wirkungsgefüge und Sachgüter vor möglichen Gefahren gentechnischer Verfahren und Produkte zu schützen und dem Entstehen solcher Gefahren vorzubeugen und 2. den rechtlichen Rahmen für die Erforschung, Entwicklung, Nutzung und Förderung der wissenschaftlichen und technischen Möglichkeiten der Gentechnik zu schaffen."

Das G. gilt für gentechnische Anlagen und Arbeiten, Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen und das Inverkehrbringen von Produkten, die gentechnisch veränderte Organismen enthalten oder aus solchen bestehen.

Das G. als Umsetzung der EG-Freisetzungsrichtlinie ist lückenhaft, so daß damit zu rechnen ist, daß die EG-Kommission vor dem europäischen Gerichtshof gegen die Bundesregierung klagen wird. Die Punkte, die die EG-Kommission bemängelt betreffen u.a. Maßnahmen zur Unterrichtung der Öffentlichkeit und Sicherheitsmaßnahmen im Umgang und dem Handel mit gentechnisch veränderten Organismen.

Damit wird eine restriktivere Formulierung einiger Punkte im deutschen G. notwendig. Darüber hinaus sind vor dem Hintergrund der Risiken, die die Anwendung gentechnischer Verfahren mit sich bringt, eine Vielzahl von Kritikpunkten gegen das G. einzuwenden, die v.a. die Aspekte:
- lückenhafte Definition des Anwendungsbereichs,
- ungenaue Begriffsbestimmungen,
- dürftige Sicherheitsvorschriften,
- ungenügende Produkthaftung von Betreibern sowie
- nicht ausreichende Regelungen zur Information und Beteiligung der Öffentlichkeit an Entscheidungsprozessen betreffen.

Die Mängel in den Bestimmungen gehen so weit, daß ein Sprecher des Bundesgesundheitsamtes sie damit kommentierte, daß hier in eklatantem Widerspruch zur EG-Richtlinie die unkontrollierte Freisetzung zugelassen werde.
Das G. orientiert sich deutlich an den Betreiberinteressen gentechnischer Anlagen und ignoriert die umfangreiche, vielschichtige und differenzierte Kritik, die von Umweltverbänden, Experten und selbst einzelnen Bundesbehörden lange vor Verabschiedung geäußert wurde.

Autor: KATALYSE Institut

Geflügelpest

In Nordrhein-Westfalen ist der erste Fall der hoch ansteckenden und gefährlichen Geflügelpest bestätigt worden. In der Tierseuchengesetzgebung unterscheidet die klassische G. und die atypische G., die als Newcastle-Krankheit bezeichnet. Das Virus ist für Geflügel hoch ansteckend, die Sterblichkeitsrate bei infizierten Tieren liegt bei 90 Prozent. Die Newcastle-Krankheit des Geflügels ist seit 1927 bekannt. Sie trägt ihren Namen nach dem Ort des ersten Ausbruchs in Europa, der wissenschaftlich erforscht wurde. Da bei dem klinischen Erscheinungsbild viele Ähnlichkeiten mit der klassischen G. bestehen, wurde diese Infektionskrankheit in Deutschland in früheren Jahren als atypische G. bezeichnet.

Die Erreger beider Krankheiten sind jedoch unterschiedlich. Die Bekämpfungsmaßnahmen sind weitgehend identisch weshalb sie in einer seuchenhygienischen Verordnung zusammengefasst sind. Bei Seuchenausbruch wird stets die Tötung des Gesamtbestandes angeordnet. Ein Unterschied besteht hinsichtlich einer möglichen Impfung. Für die G. steht kein geeigneter Impfstoff zur Verfügung und Impfversuche außer für wissenschaftliche Zwecke sind untersagt. Für die Newcastle-Krankheit dagegen besteht Impfpflicht für Hühner und Puten sowie andere, mit diesen Tieren gemeinsam gehaltenen Geflügelarten.

Im Frühjahr 2003 hat sich die G. in den Niederlanden ausgebreitet. Auch niederländische Geflügelbetriebe nahe der Grenze zu Nordrhein-Westfalen sind betroffen. Seit dem 9. April 2003 gilt in NRW die "Verordnung zum Schutz gegen die G.". Seit dem 13. April 2003 gilt die "Eil-Verordnung zum Schutz vor der Verschleppung der Klassischen G.". Sie regelt unter anderem:

  • Jede Haltung von Hühnern, Puten, Enten und Gänsen ist der zuständigen Behörde anzuzeigen.
    Erhöhte Verluste oder Leistungsverringerung in den Geflügelbeständen müssen der zuständigen Behörde mitgeteilt werden, eine Untersuchung auf die
    Klassische G. ist zu veranlassen.
  • Geflügelschauen und -märkte sind verboten.
  • Geflügel und Bruteier dürfen nur nach einer tierärztlichen Untersuchung - die nicht länger als 24 Stunden zurückliegt - transportiert werden.
  • Alle Geflügelhalter müssen Zu- und Abgänge von Geflügel detailliert nachweisen.

Für die grenznahen Kreise gelten weitere Auflagen. ergänzen. Wie das Verbraucherministerium in Bonn berichtet, ist der gefundene Erregerstamm für den Menschen nicht gesundheitsgefährdend, dennoch ist ein Tierarzt in Holland nach der Ansteckung verstorben. Bei einem niederländischen Tierarzt ist das für die G. verantwortliche Virus in der Lunge gefunden worden. Das hat das Ministerium für Volksgesundheit in Den Haag mitgeteilt. Der Arzt war in Den Bosch gestorben. Er war an der Bekämpfung der seit Anfang März in den Niederlanden wütenden Tierseuche beteiligt. Dabei habe er allerdings nicht die Anti-Virus-Medizin eingenommen.

Die EU-Kommission in Brüssel hat ein Ausfuhrverbot für Geflügel aus Nordrhein-Westfalen in Staaten der Europäischen Union verhängt. Auch in einem Umkreis von 20 Kilometern um den betroffenen Mastbetrieb in Schwalmtal hat das NRW-Umweltministerium ein für drei Wochen geltendes Transportverbot für Geflügel und Bruteier verhängt.
In Nordrhein-Westfalen sind bereits rund 84.000 Tiere vorsorglich getötet worden. In den Niederlanden sind bereits 13,5 Millionen Tiere getötet worden, um die Seuche zu stoppen.

Die Tierseuche zunächst auf Betriebe in der nördlicher gelegenen Provinz Gelderland in den Niederlanden begrenzt gewesen, hatte sich aber dann nach Süden in Richtung Grenze zu Deutschland und Belgien ausgebreitet. Bisher ist die Seuche auf 210 Betrieben sicher festgestellt worden, bei 21 weiteren besteht nach Angaben der Behörden der ernste Verdacht auf Anwesenheit des Virus.

Autor: KATALYSE Institut

Functional Food

Mit dem Begriff F. werden Lebensmittel beschrieben, die einen gesundheitlichen Zusatznutzen besitzen.

Die den Lebensmittel zugesetzten Inhaltsstoffe sollen dabei nachweislich die spezifischen Körperfunktionen beeinflussen und haben daher neben nährenden Eigenschaften einen gesundheitsfördernden Effekt.

Bisher gibt es keine international einheitliche Definition von F.; in Deutschland ist F. weder lebensmittelrechtlich, noch definitorisch festgelegt. Beispiele für Lebensmittel, die Functional Food zugerechnet werden:

  • Joghurts, die mit probiotischen Kulturen hergestellt werden: Rund 15 Prozent des Joghurtmarktes in Deutschland bilden die Probiotika. Der Umsatz des deutschen Lebensmittel-Einzelhandels mit probiotischen Milchprodukten ist im Jahr 2000 auf über 600 Mio. DM gewachsen,
  • Brot, den Omega-3-Fettsäuren zugesetzt werden,
  • Fruchtsäfte, die mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert werden,
  • Fertiggerichte, die mit Sojaprotein hergestellt werden.

Um eine „Funktionalisierung“ von Lebensmitteln zu erreichen stehen fünf Methoden zur Verfügung:

  • Entfernung eines unerwünschten gesundheitlichschädlichen Lebensmittelbestandteils (z.B. allergene Eiweiße, Laktose bei Produkten für Milchallergiker),
  • Erhöhung der Konzentration eines natürlichen Lebensmittelbestandteiles (z.B. von Mikronährstoffen, die über die täglich-empfohlene Zufuhr hinausgehen, aber mit den Ernährungsempfehlungen für die Gesundheitsvorsorge übereinstimmen),
  • Zusatz von Stoffen, die normalerweise in den meisten Lebensmitteln normalerweise nicht enthalten sind, für die aber ein gesundheitlicher Effekt erwartet wird (Prebiotika),
  • Austausch eines Lebensmittelbestandteils durch einen ernährungsphysiologisch positiver beurteilten Bestandteil (z.B. Fett durch Fettersatzstoff),
  • Verbesserung der Bioverfügbarkeit von gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen (z.B. durch Mikroverkapselung).

Teilweise können zur Herstellung von F. auch gentechnische Methoden (Pflanzenzüchtung mit neuen bzw. veränderten Inhaltsstoffen) eingesetzt werden.

F. zielen v.a. auf folgende physiologische Funktionen des menschlichen Körpers: Wachstum, Stoffwechsel von Makronährstoffen (Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate), Abwehr reaktiver Oxidantien (Radikale), Herz-Kreislauf-System, Physiologie des Magen-Darm-Traktes sowie auf Verhalten und Stimmung einschließlich geistiger und körperlicher Leistungsfähigkeit. Bisher liegen jedoch nur wenige wissenschaftliche Informationen vor, so dass zu den Wirkungen, aber auch möglichen Nebenwirkungen, von F. in den nächsten Jahren ein hoher Forschungsbedarf besteht.

Die positiven, gesundheitsfördernden Wirkungen von funktionellen Lebensmitteln werden von der Lebensmittelindustrie in den Vordergrund gestellt. Dabei wird bewusst verschwiegen, dass in vielen Fällen ein wissenschaftlicher Beweis für den gesundheitlichen Nutzen der neuen Produkte fehlt. Eine vielseitige, ausgewogene Ernährung ist daher einer Ernährung mit F. vorzuziehen.

Kritiker sehen im F.-Ansatz den "Türöffner" der Gentechnik im Lebensmittelbereich; die Lebensmittelindustrie erhofft sich dagegen Umsatzsteigerungen, da gesundheitliche Vorteile mit der Vermarktung und Bewerbung von Lebensmitteln verknüpft werden können.

Quelle und Literatur:
Gabriele Meyer: Functional Food – Regulierende und restriktive Rahmenbedingungen – Tendenzen in der Biobranche in Deutschland

Autor: KATALYSE Institut

Diätische Lebensmittel

Diätische Lebensmittel sind für eine besondere Ernährung bestimmt. Sie eignen sich für den angegebenen Zweck (z.B. Kinderernährung, Diabetes) und unterscheiden sich deutlich von anderen Lebensmitten aufgrund ihrer besonderen Zusammensetzung oder des Herstellungsverfahrens.

Der Begriff "Diät" stammt aus dem Griechischen und bedeutet ursprünglich gesunde Lebensführung. Heute wird mit diesem Begriff die spezielle Ernährung von kranken oder gesunden Menschen mit besonderen Ernährungsbedürfnissen assoziiert. Mit diätischen Lebensmitteln kann beispielsweise die Zufuhr bestimmter Stoffe gesteigert oder vermindert werden. Zu, diätetischen Lebensmittel zählen u.a. Spezialnahrungen für Säuglinge und Kleinkinder, Lebensmittel für Übergewichtige, glutenfreie Lebensmittel oder Sportlernahrung.

Quellen:
LÖBBERT, R.; et al.: Lebensmittel. Haan-Gruiten 2004.
DER BROCKHAUS: Ernährung. Mannheim 2001.

Autor: KATALYSE Institut

Deutsche Gesellschaft für Ernährung

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) wurde 1953 als gemeinnütziger Verein mit Sitz in Bonn gegründet. Sie befasst sich mit allen Fragen rund um Ernährung, stellt Forschungsbedarf fest, informiert über neue Erkenntnisse, Entwicklungen und veröffentlicht Publikationen.

Das Ziel ist, ernährungswissenschaftliche Erkenntnisse zu vermitteln und die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland durch gezielte, wissenschaftlich fundierte und unabhängige Ernährungsaufklärung sowie Qualitätssicherung zu fördern. Die DGE gibt alle vier Jahre den Ernährungsbericht (zuletzt 2004) heraus. Die Zeitschrift "Ernährungs-Umschau" ist das Organ der DGE. Für die DGE sind rund 60 hauptamtliche Mitarbeiter tätig. Die meisten von ihnen arbeiten in der Hauptgeschäftsstelle in Bonn. Auf regionaler Ebene ist die DGE durch Sektionen in den Bundesländern Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Saarland, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen vertreten. Etwa 30 Prozent des Haushalts wird durch eigene Einnahmen, durch Gebühren für Schriften und Medien, Beratungen und Lehrgänge sowie durch Mitgliedsbeiträge gedeckt. 70 Prozent stellen Bund und Länder über öffentliche Mittel zur Verfügung.

Quelle: www.dge.de

Autor: KATALYSE Institut

CJK

Siehe Creutzfeldt-Jakob-Krankheit.

Autor: KATALYSE Institut

Calcium

Chemisches Element der II. Hauptgruppe, Symbol Ca, Ordnungszahl 20, Schmelzpunkt 838 Grad C, Siedepunkt 1.440 Grad C, Dichte 1,53 g/cm3.

C. ist nach Eisen und Aluminium das dritthäufigste Metall in der Erdkruste. Es kommt nur in gebundenem Zustand vor, so z.B. als Kalk, Gips, Dolomit u.a. C. ist für Pflanze, Tier und Mensch von größter Bedeutung. C.-Verbindungen machen einen Großteil der Stützsubstanzen (Knochen, Zähne) aus, der erwachsene Mensch besitzt in seinem Knochengerüst rund 1,2 kg C..

C. wird zur Zellwandbildung, zur Zellteilung, zur Muskelkontraktion und zur Blutgerinnung benötigt. Als tägliche Aufnahmemenge für den Erwachsenen wird 800 mg C. empfohlen. Viel C. ist v.a. in Milch und Milchprodukten, Getreide und grünem Gemüse enthalten.

Stand: 1993

Autor: KATALYSE Institut

Body-Mass-Index

Der Body-Mass-Index (auch als BMI, Quetelet-Index, Körpermassindex bezeichnet) ist heute das international anerkannte Maß zur Beurteilung des Körpergewichtes und des Ernährungsstatus.

Berechnet wird der Body-Mass-Index als Quotient aus Körpergewicht in Kilogramm und Quadrat der Körperlänge in Meter (kg/m2).
(Beispiel: 75 kg / (1,85m)2 = 21,91 BMI)

Der Body-Mass-Index-Normalwert liegt je nach Alter und Geschlecht zwischen 18,5 und 24,9. Unterhalb dieses Wertes ist von Unterernährung bzw. Untergewicht, oberhalb von Übergewicht bzw. Adipositas zu sprechen. Bei einem BMI von 16 besteht die Gefahr des Hungertodes. Die US-amerikanische National Academy of Sciences legt dagegen den Normbereich für den Body-Mass-Index für verschiedene Altersklassen fest: Bei einem Alter von 20-29 Jahren liegt der BMI zwischen 19 und 24, bei Personen über 65 Jahren zwischen 24 und 29.

Der Vorteil des BMI liegt in seiner nur geringen Beziehung zur Körpergröße und damit zum Körperbau. Dadurch wird im Gegensatz zum Broca-Index das Normalgewicht für kleine Personen nicht zu niedrig bzw. für große Personen nicht zu hoch angegeben. Der BMI steht in enger Beziehung zur Fettmasse des Körpers.

Quellen:
SPEKTRUM: Lexikon der Ernährung. Heidelberg 2001.
DER BROCKHAUS: Ernährung. Mannheim 2001.

Autor: KATALYSE Institut

Biotechnologie

B. ist die technische Nutzung lebender Organismen und ihrer Stoffwechselprodukte zur Produktion und Umwandlung von Substanzen.

Zur B. gehören Bereiche wie die Gentechnologie, Zellkulturtechnik, Fermentationstechnik sowie auch Techniken der Tier- und Pflanzenzucht.

Traditionelle Verfahren der B. sind z.B. die Brotsäuerung, die alkoholische Gärung und die Sauermilchherstellung, die als eine verfeinerte Nutzung von Naturvorgängen zu betrachten sind. In der modernen B. werden gezielt veränderte oder beschleunigte biologische Abläufe, die im Labor entwickelt und erprobt wurden, im großtechnischen Maßstab umgesetzt.

Die großtechnische Produktion mit Hilfe von Mikroorganismen wird heute in Bioreaktoren durchgeführt, die eine Größenordnung von ca. 150 m3 haben. B. findet auch in der Landwirtschaft sowie im Umweltschutz zur biologischen Abwasserreinigung, Abgasreinigung (Biofilter) Abfallbehandlung (Kompostierung, Biogas) und Beseitigung von Ölverschmutzungen (Tankerunfälle) Anwendung.

Autor: KATALYSE Institut

Agrarwende

Die BSE-Krise hat gezeigt, dass es in der Landwirtschaft nicht mehr weiter gehen kann wie bisher. Der Ausweg soll nun die Agrarwende bringen.

A. Agrarwende- Ein neues Leitbild in der Landwirtschaft
Beim Lebensmittelangebot soll "Klasse statt Masse" zum neuen Grundsatz werden. Jahrzehntelang wurde die Landwirtschaft von Politik und Handel auf die Steigerung der Produktionsmengen bei niedrigen Preisen getrimmt. Diese Politik, großzügig mit EU-Steuergeldern gefördert, hat zuerst zu Butterbergen, Milchseen und Fleischbergen, dann zur Vernichtung der Überschüsse und schließlich auch noch zur BSE-Krise geführt. Mit der Agrarwende gilt es, gesunde und vollwertige Lebensmittel unter Schonung der natürlichen Ressourcen Boden, Wasser und Luft herzustellen. Gute Lebensmittel haben ihren Preis. Deshalb muss der Kunde im Geschäft bereit sein, für bessere Produkte mehr zu bezahlen.

B. Abkehr von der Massentierhaltung
Die Verbesserung der Haltungsbedingungen von Tieren ist eine der dringendsten Aufgaben der Agrarwende. Im modernen Agro-Business werden Tiere häufig unter qualvollen Umständen gehalten. Nicht nur bei Rindern sind die ethnischen Grenzen überschritten: Hühner, Puten und Schweine müssen in vielen Betrieben auf engstem Raum überleben. Die Züchtung neuer Turbo-Rassen, die besonders hohen Ertrag bei geringst möglicher Aufwuchszeit garantieren, ist nur ein Beispiel für den Irrweg einer industriell geprägten Landwirtschaft.

C. Effektiver Verbraucherschutz
Die Industrialisierung der Lebensmittelherstellung und -verarbeitung hat dem Verbraucher vor allem günstige Preise beschert. Doch was nützt das beste Schnäppchen, wenn nicht mehr die Herkunft des Produkts und dessen Zutaten erkannt werden kann? Die BSE-Krise und der Hormon-Skandal haben gezeigt: Der Verbraucherschutz muss dringend verbessert werden. Neue Gütesiegel sollen auf einwandfrei hergestellte Produkte hinweisen. Die neuen Label bedürfen strenger Überprüfungen, um ihre Glaubwürdigkeit zu erhalten.

D. Neue Förderrichtlinien
Die Ausgaben für die Landwirtschaft machen mehr als zwei Drittel des gesamten Budgets der Europäischen Union aus. Doch das Geld wird derzeit mit falschen Prioritäten verteilt. Belohnt werden vor allem große Betriebe, die viel produzieren, wachsen und weiter rationalisieren. Eine neue Politik sollte die Förderung zur Erhaltung der Landwirtschaft an Kriterien koppeln und ökologisches Wirtschaften, ungeachtet von der Größe des jeweiligen Betriebs, belohnen.

E. Förderung des ökologischen Landbaus und der Tierhaltung
Selbst die optimistischsten Prognosen zur Agrarwende gehen nicht davon aus, dass auf absehbare Zeit alle Bauernhöfe in Deutschland auf Öko-Landwirtschaft umstellen werden. Ziel ist es daher auch konventionelle Betriebe an den Leitlinien der ökologischen Landwirtschaft auszurichten. Für umstellungswillige Betriebe und die Biobauern sollen die staatlichen Förderungen erhöht werden. Die Steigerung dieses Anteils auf 10 Prozent innerhalb der nächsten zehn Jahre wäre schon ein erster Erfolg.

Anfang 2005 wurden in Deutschland 734.027 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche von 16.476 Betrieben nach den EU-weiten Regelungen des ökologischen Landbaus bewirtschaftet. Im Jahr 2003 wurde eine Wachstumsrate von 5,3 Prozent erzielt. Besonders hoch ist der Anteil des Ökolandbaus in Brandenburg, Hessen, Mecklenburg- Vorpommern und Baden- Württemberg. Knapp 60 Prozent der ökologisch wirtschaftenden Betriebe in Deutschland sind den Öko- Anbauverbänden wie Demeter, Natur- oder Bioland angeschlossen.

Autor: KATALYSE Institut

Acrylamid

Ende April 2002 hat die Schwedische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Swedish National Food Administration) Untersuchungsergebnisse zur Belastung von Lebensmitteln mit der im Tierversuch krebserregenden und erbgutschädigenden Substanz Acrylamid in Lebensmitteln veröffentlicht.

Schon vor über zwei Jahren hatten schwedische Wissenschaftler in einer internationalen anerkannten Fachzeitschrift einen Artikel veröffentlicht.

In der Untersuchung vom April 2002 wurden beispielsweise folgende Acrylamid-Konzentrationen in Lebensmittel gefunden: 2.300 µg/kg in Kartoffelchips, 1900 µg/kg in Knäckebrot, 1.100 µg/kg im Pommes frites und 60 µg/kg in Brot. Die Werte der schwedischen Lebensmittelbehörde wurden im Juni 2002 vom Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) bestätigt. Dort wurden beispielsweise Acrylamid-Konzentrationen in stark gebratenen Röstis von bis zu 4.500 µg/kg und bis zu 2.000 µg/kg in Pommes frites gefunden.

Vergleichswerte als Anhaltspunkte geben die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung und der Bedarfsgegenständeverordnung. Die Trinkwasserverordnung schreibt einen Grenzwert von 1 µg/kg vor, dieser ist allerdings als technischer Wert zu verstehen, da Acrylamid zur Trinkwasseraufbereitung eingesetzt wird und mit dem Grenzwert für eine weitgehend vollständige Entfernung dieser Substanz aus dem Trinkwasser gesorgt werden soll.

Acrylamid ist als Monomer ein "Baustein" der Kunststoffherstellung. Es kann daher in Lebensmittelverpackungen enthalten sein. Nach der Bedarfsgegenständeverordnung darf die Migration (Übergang) von Acrylamid in Lebensmitteln (bei einer Nachweisgrenze der Analysenmethode von 0,01 mg/kg) nicht nachweisbar sein.

Acrylamid ruft im Tierversuch Mutationen hervor. In Studien sind genotoxische Effekte in Somazellen und vererbte Keimzellmutationen nachgewiesen worden. Tierversuche haben gezeigt, dass Acrylamid krebserzeugend ist und die Häufigkeit von Tumoren in bestimmten Organen erhöht. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt deshalb eine Höchst-Aufnahmemenge von 1 µg/Tag nicht zu überschreiten. Bei der Risikogruppe der Kinder ist aufgrund der Präferenz dieser Ernährungsgruppe hinsichtlich des Verzehrs von Pommes frites und Kartoffelchips eine zehnfach höhere Aufnahme schnell erreicht.

Das Vorkommen von Acrylamid ist kein neues Problem, da der Mensch kohlenhydratreiche Lebensmittel schon lange grillt, backt, bratet oder frittiert. Durch eine verbesserte Analytikmethode wurde es möglich die genaue Belastungen in Lebensmitteln zu analysieren.

Betroffen sind v.a. kohlenhydratreiche Lebensmitteln, die in „trocknen“ Erhitzungsmethoden mit Temperaturen deutlich über 100 °C wie beim Backen, Grillen, Braten, Fritieren behandelt wurden. Wenig oder kein Acrylamid findet man in rohen Lebensmitteln oder Lebensmitteln, die in Wasser gekocht wurden.

Eine umfassende Risikobewertung für Acrylamid in Lebensmitteln liegt bis heute nicht vor, da u.a. über die Bildung von Acrylamid in Lebensmittel wenig bekannt ist und damit können auch keine Maßnahmen zur Verhinderung der Bildung ergriffen werden. Klar ist, das mögliche Risiko besteht nicht erst kurzfristig oder in den letzten Jahren, sondern ist quasi ein „Risikoprodukt“ der Entwicklungs- und Kulturgeschichte der Nahrungsmittelzubereitung.

Festzustellen bleibt, dass in Deutschland die Situation unbefriedigend ist, da bisher keine Daten über die Belastung von Lebensmittel mit Acrylamid vorliegen, obwohl die Ergebnisse aus Schweden seit Ende April bekannt sind. Somit kann eine Abschätzung einer möglichen Belastung der deutschen Bevölkerung nur anhand der schwedischen oder schweizerischen Daten vorgenommen werden. Daraus lassen sich aber keine spezifischen, sondern nur allgemeine (ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse) Verzehrsempfehlungen abgeleiten, die aber den Verbraucher nicht weiterhelfen.

Quellen:
Bundesinstitut für Verbraucherschutz und Veterinärwesen (BgVV)
Schweizer Bundesamt für Gesundheit
Britische Lebensmittelagentur (Foodstandard Agency)
Schwedische Behörde für Lebensmittelsicherheit

Autor: KATALYSE Institut

Terpentinöl

Terpentinöl besteht überwiegend aus Terpenen der Formel C10H16. Terpentin zählt zu den mehr als 8.000 Terpenen und ist gut löslich und wird daher sind farben- und Lackindustie eingesetzt wird.

Terpentinöl wird durch Destillation des Harzausflusses von Kiefern gewonnen und wird heute wegen seines hohen Preises praktisch nur noch als Lösemittel in Lacken von Naturfarbenherstellern verwendet.

Es reizt Augen und Haut sowie die Schleimhäute der Atmungsorgane, außerdem kann es bei höheren Konzentrationen an Delta-3-Caren sensibilisierend wirken.
Terpentinöl verschiedener Kieferarten hat unterschiedliche eine Zusammensetzung, hauptsächlich aus Alpha- und Beta-Pinen bestehend. Terpentinöl alpiner Nadelhölzer ist in der österreichischen Kosmetik-Verordnung aufgeführt.

Autor: KATALYSE Institut

Tapeten

T. sind Wandbeläge aus unterschiedlichen Materialien wie z.B. Papier, Kunststoffe, Kunstfaser, Naturfasern oder Metallfolien.

Durch T. mit einem hohen Kunststoffanteil wird die Wasserdampfdiffussionsfähigkeit (Diffusionswiderstand) der Wand beeinträchtigt; am wenigsten durch Papier-T. und am meisten durch Vinyl-T. Zur Erhöhung der Nassreißfestigkeit werden viele T. mit Kunstharzen hergestellt.
Durch T. kann das Raumklima nachteilig beeinflusst werden, z.B. Staubbildung, Ausgasungen chemischer Stoffe, Freisetzung von Weichmachern auf der T.-Oberfläche (bei Vinyl-T.), Schimmelpilzwachstum und Bakterien.

Autor: KATALYSE Institut

Tageslichtnutzung

Tageslicht ist der sichtbare Teil der Globalstrahlung im Wellenlängenbereich von 380-780 nm (Elektromagnetische Strahlung).

Optimierte T. wird eingesetzt, um in überwiegend tagsüber genutzten Gebäuden den Einsatz an künstlicher Beleuchtung (Licht, Strom) zu reduzieren. Es handelt sich hierbei nicht um eine technische Applikation, die jederzeit zu einem bestehenden Gebäudesystem addiert werden kann, sondern um einen integralen Entwurfsbestandteil aus dem Aufgabengebiet des Architekten. Das Ziel der T. ist eine gleichmäßigere Verteilung des Tageslichtes im Raum verbunden mit einer Anhebung der Tageslichtmenge in der Raumtiefe.
Konventionelle Seitenfenster in Fassaden bewirken eine hohe Lichtmenge in der Nähe des Fensters und sehr wenig natürliches Licht in der Raumtiefe. Verbesserungen dieser schlechten Lichtverteilung bieten folgende Maßnahmen: Zweiseitige Beleuchtung des Raumes, Heranziehen der Flachdachflächen zur Belichtung der oberen Geschosse eines Gebäudes und lichtlenkende Maßnahmen im Fensterbereich, die gleichzeitig Sonnenschutzfunktionen übernehmen (Lichtlenkung).
Gleichzeitig erfordert die optimierte T. Maßnahmen zur gezielten Steuerung der künstlichen Beleuchtung in Abhängigkeit der vorhandenen Tageslichtmenge an einem bestimmten Punkt im Raum. T. in Kombination mit tageslichtabhängiger Steuerung der künstlichen Beleuchtung kann bis zu 50% die Betriebskosten für die künstliche Beleuchtung reduzieren bei gleichzeitiger Verbesserung der Arbeitsplatzqualität.

siehe auch: Gesundheitliche Auswirkungen: Licht

Autor: KATALYSE Institut

Tabakrauch

Das Rauchen von Tabakwaren stellt nicht nur für den Rauchenden eine große Gesundheitsgefährdung dar, sondern erfüllt durch den Zwang zum Passivrauchen in Innenräumen den Tatbestand einer langfristigen Körperverletzung.

Tabak ist ein Gemisch von Gasen und Aerosolen mit mehreren tausend Substanzen, von denen bisher einige hundert identifiziert wurden. Toxikologisch wichtige Bestandteile von Zigarettenrauch sind u.a. Kohlenwasserstoffe, Alkohole (auch Methanol), Phenole, Nikotin, Nitrosamine, Kohlenmonoxid, Ammoniak, Stickoxide, Blausäure, Schwefelwasserstoff, polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe, Dioxine, Schwermetalle (z.B. Cadmium, Arsen, Chrom u.a.), Formaldehyd, radioaktives Polonium. Nikotin ist in einer Dosis von ca. 50 Milligramm tödlich, Tabakwaren dürfen daher nicht in den Mund von Kindern gelangen!
Beim Rauchen gelangt das Nikotin in die Blutbahn und reizt das Nervensystem (Nikotin). Es kommt zu einer Beeinflussung von Herz, Magen, und anderen Körperteilen. In den Industrienationen stirbt jeder fünfte Mensch vorzeitig an den Folgen des Rauchens. Das Leben dieser Tabakopfer wird im Schnitt um 15 Jahre verkürzt. Neben dem Lungenkrebs stehen bösartige Geschwülste der Lippen, Mundhöhle, Zunge, des Kehlkopfes, der Speiseröhre und Harnblase, der Niere und der Bauchspeicheldrüse im Vordergrund, hinzu kommen Gefäßerkrankungen und chronische Bronchitis. Wird das Rauchen eingestellt, vermindert sich das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, erheblich.
Die gesundheitsschädigende Wirkung des Passivrauchens ist heute unumstritten. Der Nebenstrom des Rauches (den der Passivraucher einatmet) enthält 10-20mal höhere Konzentrationen krebserzeugender Nitrosamine und ein Mehrfaches an krebserzeugendem Benzo[a]pyren als der Hauptstrom, den der Raucher inhaliert. Angehörige der Gaststättenberufe erkranken häufiger an Bronchialkrebs als die übrige Bevölkerung.
Besonders rücksichtslos ist das Rauchen bei Schwangeren, denn das heranwachsende Kind raucht mit. Raucherinnen haben doppelt so häufig Frühgeburten, und die Geburtsgewichte der Säuglinge sind deutlich niedriger. Die geistige Entwicklung von Kindern starker Raucherinnen ist häufig beeinträchtigt. Die Missbildungsrate steigt nicht nur als Folge des Rauchens der Mutter, sondern auch des Vaters an. Rauchen ist die mit Abstand stärkste bekannte krankheitserregende Ursache.
Nicht zuletzt ist auch der durch Raucher angerichtete volkswirtschaftliche Schaden (Klinikbehandlung) erheblich. Das Recht des Nichtrauchers auf körperliche Unversehrtheit muss Vorrang haben vor dem Recht des Rauchers auf den Genuss seines Suchtmittels. Ein Rauchverbot überall dort, wo Nichtraucher von Rauchern zum Mitrauchen gezwungen werden, ist daher eine dringende Gesundheitsschutzmaßnahme.
Einschneidende Maßnahmen gegen die Gesundheitsgefährdung durch Passivrauchen scheitern meist am Einfluss der Tabak-Lobby. Die Mitarbeiterzahl in der Tabakindustrie ist seit 1960 auf rund ein Siebtel der ursprünglichen Zahl gesunken, die Zigarettenproduktion konnte aber verdreifacht werden. 1999 produzierten 31 tabakverarbeitende Unternehmen in Deutschland 204,631 Milliarden Zigaretten.

Autor: KATALYSE Institut

Spanplatten

S. werden durch Verpressen von Holzspänen unter Zugabe von Bindemitteln hergestellt.

In Europa werden fast ausschließlich Nadelholzspäne aus Durchforstungen, Restholz von Sägewerken, Produktionsabfälle der Holzindustrie und z.T. Altholz verwendet. Als Bindemittel kommen Harnstoff-, Melamin-, und Phenolformaldehydharze (Formaldehyd), Isocyanate, Magnesit sowie Gips und Zement zum Einsatz. 90% aller S. werden mit Aminoplastharzen (Harnstoff- und Melaminformaldehydharzen) hergestellt. Dieses Kunstharz hat den höchsten Formaldehydgehalt. Die Formaldehydabgabe läßt sich durch Zusätze von Phenol sowie durch nachträgliche Beschichtung erheblich verringern.

Hauptproblem des Einsatzes von S. sind deren Formaldehydabgaben. Liegen diese unter 0,1 ppm, was dem derzeit gültigen Richtwert des Bundesgesundheitsamtes für Innenraumluft entspricht, erhalten die S. die E1-Klassifizierung, was also nicht zwangsläufig formaldehydfrei bedeutet.

Isocyanatgebundene S. sind zwar formaldehydfrei, stellen aber aufgrund möglicher Belastungen der Arbeiter bei der Herstellung und des nicht genau bekannten Emissionsverhaltens keine überzeugende Alternative dar (Isocyanate).

Abgesehen von der E1-Klassifizierung werden S. je nach empfohlenem Anwendungsbereich noch folgendermaßen gekennzeichnet:

  • V-20 E1 sind für alle Einsatzgebiete im trockenen Innenbereich geeignet,
  • V-100 E1 entsprechen den V-20-Platten und sind zusätzlich für den Einsatz in Räumen mit erhöhter Luftfeuchtigkeit, z.B. für Fußböden, geeignet und
  • V-100 G E1 entsprechen den V-100-Platten und sind zusätzlich mit dem amtlich zugelassenen Pilzschutzmittel gegen Pilzbefall geschützt, und werden bevorzugt im Außenbereich und im Fertighausbau eingesetzt.
    Neben diesen "Bau-S." werden für den Möbelbau Platten des Typs FPY und FPO mit E1-Klassifikation eingesetzt.

    Der Primärenergiebedarf (Energie) zur Herstellung einer S. schwankt erheblich aufgrund der eingesetzen Größe und Feuchte des Rohmaterials sowie der verschiedenen Herstellungsverfahren und Qualitätsunterschiede des Endprodukts. Im Mittel beträgt der Primärenergiebedarf an elektrischer Energie 129 kWh/m3 und an thermischer Energie 690 kWh/m3. Gesundheitliche Belastungen der Arbeiter während der S.-Herstellung entstehen v.a. durch den großen Lärm-Schallpegel in den Fabrikhallen, den Formaldehyd-ausgasungen der Bindemittel und der Feinstaubbelastungen während des Trocknungs- und Schleifprozesses (Holzindustrie).

siehe ebenfalls: Mitteldichte Faserplatte

Autor: KATALYSE Institut

Sick Building Syndrom

Aus Kostengründen und Gründen der Energieeinsparung werden die Außenluftraten in Klima- und Lüftungsanlagen möglichst gering gehalten.

Dies hat zusammen mit zunehmender Innenraumluftbelastung zum sog. S. (Gebäudekrankheit) geführt. Hierunter werden Erscheinungen wie Hals-/Nasenkrankheiten, trockene Lippen, Augen-Irritationen, Müdigkeit etc. verstanden, die, wie mittlerweile vermutet wird, auf eine Vielzahl von Gerüchen und Luftverunreinigungen zurückzuführen sind.
Quellen dieser Luftverunreinigungen sind Baustoffe, Möbel, technische Geräte wie Kopierer, Laserdrucker etc. Dies hat zu einer Neubewertung der Maßstäbe für die Behaglichkeit und zur Einführung der Einheiten Olf und Dezipol, als Maß der Luftqualität, geführt.

siehe auch: Innenraumluftbelastung, Klima

Autor: KATALYSE Institut

Schimmelpilze in Gebäuden

Bei hoher Raum- oder Baufeuchte und unzureichender Außen-Wärmedämmung können zu kälteren Bauteilen hin Kondensationsniederschläge (z.B. feuchte Fensterscheiben) auftreten.

Je nach Dauer dieser Einwirkung können besonders auf Bauteilen aus organischem Material (z.B. Holz, Tapeten) S. entstehen. Sie beeinflussen nicht nur die Bauteile in ihrer Funktion (Holz verliert seine Tragfähigkeit, Putz seine Haftung), sondern gefährden die Gesundheit der Bewohner. Die Sporen können z.B. Bronchial-Allergien auslösen.
siehe auch: Raumklima
Lit.: KATALYSE u.a. (Hrsg.): Das ökologische Heimwerkerbuch, Reinbek 1985

Autor: KATALYSE Institut

Schimmel

siehe: Pilze, Mykotoxine.

Autor: KATALYSE Institut

PVC

P. (Polyvinylchlorid)ist ein Kunststoff mit einem breiten Einsatzspektrum und wird v.a. für die Herstellung von Verpackungen und Spielwaren und im Baubereich verwendet.

Die Produktion in Deutschland betrug 1990 1,3 Mio t. Damit ist Deutschland Europas größter P.-Produzenten dar, gefolgt von Frankreich mit einer Jahresproduktion von 1 Mio t. P. wird durch Polymerisation von Vinylchlorid hergestellt.
Vinylchlorid wirkt eindeutig krebserregend, auch die Mutagenität ist experimentell und die Teratogenität in epidemologischen Studien nachgewiesen.
P. kann bis zu 400 ppm Vinylchlorid , weiterverarbeitetes P. kann bis 20 ppm Vinylchlorid enthalten. Der Vinylchloridrestgehalt in P.-Lebensmittelverpackungen darf daher 1 mg/kg nicht überschreiten. Aus P.-Verpackungen dürfen keine messbaren Anteile an Vinylchlorid auf verpackte Lebensmittel übergehen. Aus dem Ausland importiertes P. erfüllt diese Anforderungen nicht immer, so dass hier eine Gesundheitsgefährdung durch Lebensmittelverpackungen besteht (Rest-Monomere).
Mehr als die Hälfte aller P.-Produkte werden für die Bauindustrie produziert (Fensterrahmen, Rohre, Bodenbeläge). Weiterhin wird P. zu Verpackungen (z.B. Plastikfolien und Verbundverpackungen), Kabelummantelungen und Spielzeug verarbeitet.
P. enthält im Vergleich zu anderen Kunststoffen größere Mengen an Additiven. Die im P. enthaltenen Stabilisatoren und Farbstoffe sind meist schwermetallhaltig. In Müllverbrennungsanlagen können diese Schwermetalle freigesetzt werden, ebenso können dabei Chlorwasserstoff und Dioxine entstehen. Nur eine getrennte Abfallsammlung und ein Verzicht auf P.-Produkte kann diese Probleme lösen.

Autor: KATALYSE Institut

Teer

T. sind flüssige bis halbfeste Erzeugnisse, die durch Schwelen, Verkoken und Vergasen von Steinkohle, Braunkohle, Torf u.a. fossilen Rohstoffen, aber auch aus Holz entstehen können.

Die Verarbeitung von T. erfolgt insbesondere zu Chemiegrundstoffen für die Produktion von Rußen, Kunststoffen Farbstoffen, Pflanzenschutzmitteln und Pharmazeutika. und zu Graphitelektroden für die Aluminiumherstellung.
T. ist stark gesundheitsschädlich, insbesondere durch seine krebserzeugenden Inhaltsstoffe wie Benzol, Toluol, Naphtalin, Xylol und anderen polycylclischen, aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK). Epidemologische Studien haben gezeigt, dass Beschäftigte, die mit T.-Produkten arbeiten ein erhöhtes Krebsrisiko tragen.
Bei den gesundheitlichen Wirkungen bildet
Holz-T. eine Ausnahme. Es wird bei Temperaturen unter 280 °C aus
Holz destilliert und weist nur geringe Mengen PAK auf
Im Baubereich ist heute T. vollständig durch Bitumen ersetzt worden.
Mit T. verwandte Produkte sind neben Pech, Ruß, Rohparaffin und Asphalt auch Bitumen zu nennen. Sogenannte Teersande wie sie beispielsweise in großen Lagerstätten in Kanada vorkommen, werden nach dem starken Anstieg des Weltölpreis 2000/2001 zunehmend als wirtschaftliche Rohölquelle genutzt. Mehrere Ölkonzerne haben bereits ihre milliardenschwere Investitionen in die Nutzung und Verarbeitung von Teersand angekündigt.

Autor: KATALYSE Institut