Papierbriketts

Papierbriketts werden mit Hilfe von speziellen Pressen aus verdichteten Altpapier hergestellt.

Die Verbrennung von bedrucktem als auch unbedrucktem Papier ist  grundsätzlich in Feuerungsanlagen nach der 1. BImSchV §3 nicht erlaubt, da dort die zugelassenen Brennstoffe für Feuerungsanlagen aufgeführt sind.

Die Verbrennung von Alt- und Zeitungspapier ist z.T. mit erheblichen Schadstoffemissionen verbunden ist: Bei der meist unvollständig verlaufenden Verbrennung der Papierbriketts (Schwelen) entstehen u.a. Kohlenmonoxid und polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe, die eine Umwelt- und Gesundheitsgefährdung als auch eine Geruchsbelästigung darstellen können.

Die in der Druckerschwärze enthaltenen Schwermetallverbindungen (Blei, Cadmium) und Additive können freigesetzt. Ökologisch sinnvoller als die Verbrennung ist das Recycling von Altpapier zu Umweltschutzpapier.

Autor: KATALYSE Institut

Papier

In Westdeutschland wurden 1990 ca. 14,6 Mio. t P., Karton und Pappe verbraucht. Umgerechnet entspricht das einem Pro-Kopf-Jahresverbrauch von ca. 230 kg.

Dieser Verbrauch ist um 50 Prozent höher als in Frankreich und genauso hoch wie in allen afrikanischen und lateinamerikanischen Staaten zusammen. Durch Kombination oder Variation der Roh-, Füll-, Farb-, Leim- und Hilfsstoffe entstehen ca. 2.000 P.-Sorten.

Als Rohstoffe dienen z.B. Zellstoff, Holzstoff, Alt-P. und Lumpen (Anteil ca. 70 %). Füllstoffe (28 %) sind z.B. Kreide, Bariumsulfat, Titandioxid und Kaolin. Es gibt zwei Verfahren, die pflanzliche Fasern, die durch die Rohstoffe geliefert werden, zu einer flächigen Masse zu verfilzen: Aus
Holz wird mechanisch Holzschliff gewonnen, oder das  Holz wird chemisch zu Zellstoff (Cellulose) aufgeschlossen.

Während der Holzschliff v.a. für Zeitungspapier eingesetzt wird, ist Zellstoff der wichtigste Primärstoff für die Herstellung höherwertiger P.. Der chemische Aufschluss erfolgt durch einen Kochprozess unter Einsatz von Sulfat (bzw. Sulfit) und ist holz-, energie- und wasserintensiv sowie mit einer größeren Luft- und Abwasserbelastung verbunden. Die Zellstoffausbeute beträgt hierbei lediglich 50 Prozent des Holzeinsatzes, ein Teil der anderen Holzinhaltsstoffe (z.B. Lignin, Hemicellulose) gelangt i.d.R. mit dem Sulfat ins Abwasser und überfordert so die biologischen Klärstufen der Kläranlagen (Abwassereinigung).

Bei dem Kochprozess und der damit verbundenen Laugenverbrennung werden Schwefelwasserstoff und Merkaptane, giftige organische Schwefelverbindungen mit extrem widerwärtigem Geruch, emittiert. In Deutschland wird die Sulfattechnik wegen der starken Geruchsbelästigung und der Risiken für die Gewässer nicht angewendet. Statt dessen importiert man Sulfatzellstoff aus Skandinavien und Nordamerika, wodurch dort ein industrieller Waldbau und damit das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten gefördert wird. Für die Zukunft sollen die P.-Hersteller die Entwicklung neuer, umweltfreundlicher Verfahren zur Zellstoffgewinnung vorantreiben und den Einsatz von Altpapier weiter begünstigen.

Autor: KATALYSE Institut

Oxidation

Ursprüngliche Bezeichnung für eine langsame, schnelle oder explosionsartig verlaufende Vereinigung von Sauerstoff mit anderen Elementen oder Verbindungen. Heute versteht man unter Oxidation den Entzug von Elektronen aus den Atomen eines Elements.

Die O. ist ein chemischer Prozeß, bei dem einem Atom Elektronen aus der äußeren Elektronenhülle entzogen werden. Oxidationsprozesse spielen in Natur und Technik eine ausserordentlich wichtige Rolle ( Verbrennung, Papierindustrie, Sauerstoffbleiche, aerob).

Biologische Oxidation:
Die Energiegewinnung durch stufenweise Oxidation energiereicherer, organischer Stoffe vor allem innerhalb der Atmungskette.

Autor: KATALYSE Institut

Ottomotor

Der O. ist ein Verbrennungsmotor mit interner Verbrennung.

Die Mischung des flüssigen Kraftstoffs mit der angesaugten oder komprimierten Luft (Turbolader) erfolgt im Vergaser oder bei der Einspritzdüse im Lufteinlasskanal. Bei gasförmigem Kraftstoff (Wasserstoffmotor, Autogas) lässt sich zwar leichter eine homogene Luft-Gas-Mischung herstellen, was sich günstig auf Brenneigenschaften, Kraftstoffverbrauch und Schadstoffemissionen (Schadstoffe aus Kfz) auswirkt, es ergeben sich aber Sicherheits- und Regelungsprobleme, da der Kraftstoff unter Druck steht.

Die Entzündung wird durch einen Funken von der Zündkerze bewirkt. Sowohl Autogas als auch Benzin und Alkoholkraftstoff bestehen aus Kohlenwasserstoffen. Eine für Kraftstoffverbrauch und Schadstoffemissionen wichtige Größe beim Verbrennungsprozess ist die Luftzahl, das Verhältnis von Luft zu Kraftstoff, das mit dem griechischen Buchstaben lambda bezeichnet wird.

Und zwar bedeutet lambda = 1, dass genauso viele Sauerstoffmoleküle in der Mischung zur Verfügung stehen, dass alle Wasserstoffatome zu Wasser und alle Kohlenstoffatome zu Kohlendioxid verbrannt werden können. Ein Gemisch mit lambda > 1 nennt man mager (Magermotor), eines mit lambda < 1 fett. Zum Starten mit kaltem Motor und für höchste Leistung braucht man fette Gemische, für geringsten Kraftstoffverbrauch leicht magere. Bei zu magerer Einstellung steigt der Verbrauch wieder an, und die Entzündung wird schwieriger.

Die Leistungsregelung erfolgt beim O. durch Dosierung des Gemisches, d.h., bei Teillast gelangt weniger Luft und weniger Kraftstoff in den Brennraum. Die Mischung wird bei niedrigen Drehzahlen meistens angefettet, um sichere Zündung zu gewährleisten.

Durch höhere Verdichtung kann man höhere Temperaturen im Brennraum und damit höheren Wirkungsgrad bzw. geringeren Kraftstoffverbrauch erreichen, muß aber auch mit vermehrter Stickoxid-Bildung rechnen (Schadstoffe aus Kfz).

Man benötigt dann einen Kraftstoff mit höherer Klopffestigkeit (Oktanzahl), dessen teurere Herstellung die Kraftstoffeinsparung teilweise wieder aufhebt. Seit einiger Zeit gibt es Antiklopfregelungen, bei denen durch einen Klopfsensor meist der Zündwinkel elektronisch so geregelt wird, daß ein Klopfen gerade vermieden wird. Solche Motoren können sich an unterschiedlich klopffeste Kraftstoffe anpassen.

Beim Zweitakt-O. wird das zum Schmieren notwendige Öl dem Kraftstoff beigemischt und mehr oder weniger unverbrannt durch den Auspuff ausgestoßen (erkennbar an der bläulichen Abgasfahne und am Geruch).

Zweitaktmotoren werden heute fast nur noch als einfache und kleine Antriebe für Mopeds, Rasenmäher und Boote hergestellt. Wegen ihrer besonders hohen Kohlenwasserstoff-Emissionen stellen sie eine große Umweltbelastung v.a. auf den Binnengewässern dar. Sie können ohne weiteres durch Viertaktmotoren, die es auch schon in der Größe von Modellflugzeugmotoren gibt, ersetzt werden.

Autor: KATALYSE Institut

Osmose

Wanderung (Diffusion) des Wassers oder anderer Lösemittel aus Lösungen unterschiedlicher Konzentration durch halbdurchlässige (semipermeable) Wände, so daß die Konzentrationsunterschiede möglichst ausgeglichen werden.

Die Wanderungsgeschwindigkeit hängt ab von Teilchengröße, Temperatur, Konzentrationsunterschied und Porengröße der semipermeablen Membran. Der Stofftransport in tierischen und pflanzlichen Zellen beruht z.T. auf O.
Umkehrosmose

Autor: KATALYSE Institut

Organismus

Der Begriff O. wird für ein- oder vielzellige, lebende Wesen, dessen Teile ein funktionelles Ganzes ergeben oder für das gesamte System der Organe eines Lebewesens oder für ein tierisches oder menschliches Gemeinwesen benutzt.

Lebende Organismen sind gekennzeichnet durch:

  • Die Zelle als kleinste, selbständige und dauerhaft funktionsfähige Grundeinheit
  • Die lebende Substanz des Cytoplasmas in den Zellen
  • Stoffwechsel, Wachstum, Fortpflanzung und Vermehrung
  • Energiegewinn (z.B. durch Photosynthese oder Oxidation)
  • Angepasstheit an die Umwelt und aktive Bewegungserscheinungen.

Autor: KATALYSE Institut

Vinylchlorid

V. ist ein farbloses, narkotisch wirkendes Gas, das mit Luft explosive Gemische bildet.

Es dient als Ausgangsprodukt zur PVC-Herstellung und wird daher in großen Mengen benötigt. Gelagert und transportiert wird V. als verflüssigtes Gas. Bei Beschädigungen der Behälter besteht daher Explosionsgefahr.
V. ist als eindeutig krebserzeugender Stoff ausgewiesen. Es kann kein medizinisch unbedenklicher Grenzwert festgelegt werden, da jede noch so geringe V.-Konzentration schädigend wirkt. Für derartige Stoffe werden TRK-Werte vereinbart, die im Falle des V. bei 3 ppm (ml/m3) liegen.
Zur Herstellung von V. werden Ethylen und Chlor umgesetzt. Ein Zwischenprodukt bei dieser Produktion ist Dichlorethan(1,2-), ein Stoff mit begründetem Verdacht auf krebserzeugendes Potential.
Bei der PVC-Herstellung aus V. müssen V.-Reste aus dem PVC entfernt werden. Durch diesen Prozeß gelangen in Deutschland jährlich 300 t V. in die Umwelt. 1991 wurden in den alten Bundesländern ca. 1,3 Mio t V. produziert.

Autor: KATALYSE Institut

Volkswirtschaft

Die Gesamtheit aller ökonomischen Austauschbeziehungen und Verflechtungen zwischen den verschiedenen Einzelwirtschaften (private Haushalte, Unternehmen, Staat), die innerhalb eines politisch, demographisch und geographisch abgegrenztes Gebiets meist in einheitlicher Währung integriert werden.

Allerdings haben - etwa in Europa - die Aufweichung der Grenzen und der ungehinderte Warenverkehr eine enge Verflechtung der verschiedenen nationalen V. bewirkt.
Betriebswirtschaftlehre

Autor: KATALYSE Institut

Versickerung

Bewegung des Wassers von der Erdoberfläche in tiefere Bodenschichten.

Die V. ist u.a. abhängig von der Art und Dichte der Vegetation, der Neigung des Geländes, der Struktur von Boden und Gestein und dem Gehalt des Bodens an Poren und Hohlräumen. Je kleiner der Porendurchmesser wird, desto stärker wird die Adhäsion in den Poren und desto langsamer auch die V.. An undurchlässigen und schlecht durchlässigen Bodenschichten staut sich deshalb das versickerte Wasser und bildet das Grundwasser. Auf sehr stark verdichteten Böden kann das Wasser gar nicht erst versickern, sondern fließt oberirdisch ab und führt dann zur Erosion.

Durch die zunehmende Versiegelung des Bodens wird der Wasserkreislauf an solchen Stellen unterbrochen und die Grundwasserneubildung vermindert: ein sinkender Grundwasserspiegel kann die Folge sein.

Das Wasser wird beim Durchsickern der Boden- und Gesteinsschichten gefiltert, d.h. von Schad- und Schmutzstoffen gereinigt, es löst aber auch Salze aus den oberen Bodenschichten und transportiert sie in tiefere Schichten oder bis ins Grundwasser. Dies betrifft natürlich auch Salze, die als Düngemittel in den Boden eingebracht worden sind. Über das Grundwasser gelangen sie ins Trinkwasser und werden hier zu Problemstoffen (Nitrat, Überdüngung).
Regenwasser, Uferfiltrat, Grundwasseranreicherung

Autor: KATALYSE Institut

Ordnungszahl

Die O. gibt die Anzahl der Protonen im Atomkern an und legt damit gleichzeitig chemische Eigenschaften des Atoms sowie die Stellung des Atoms im Periodensystem fest.
Die O. ist identisch mit der Kernladungszahl.

Autor: KATALYSE Institut

Orangenöl

Orangenöl bzw. Orangenterpene haben eine desinfizierende und desodorierende Wirkung, die den aromatischen Duft von Orangen trägt und wird deshalb auch in geringen Mengen in Kosmetikprodukten und Reinigungsmitteln eingesetzt.

Autor: KATALYSE Institut

Optisches Umweltmesssystem

Verfahren zur Ermittlung der Luftverschmutzung.

Das O. peilt Schadstoffwolken, z.B. aus Industriebetrieben, durch Laser- bzw.Lichtstrahlen an. Anhand des an den Schadstoffen zurückgestreuten Lichtstrahls kann die Zusammensetzung, Konzentration und Bewegung der Gase errechnet werden. Ein typisches O. kann 40 Gase (z.B. Schwefeldioxid, Stickoxide und Ozon) gleichzeitig aus einer Entfernung von maximal 10 km messen.

Autor: KATALYSE Institut

Optische Aufheller

Mit O. (Weißtöner, Weißmacher) bezeichnet man bestimmte organische Farbstoffe, z.B. in Waschmitteln, auf Papier etc., die absorbierte UV-Strahlung in sichtbares, blaues Licht umwandeln.

Zieht ein O. im Laufe eines Waschprozesses aus der Lauge auf ein natürlich weißes, leicht gelbliches Textil auf, so kommt es durch Farbaddition zu einem blaustichigen Weiß, das vom menschlichen Auge viel intensiver wahrgenommen wird. Eine derartige Umfärbung macht wenn überhaupt nur für Weißwäsche Sinn und kann bei Buntwäsche eher unerwünschte Farbverschiebungen zur Folge haben. Aus diesem Grund sind die aufhellerhaltigen Vollwaschmittel an sich nur für Weißes geeignet. Für die heute vorwiegenden farbigen Textilien (ca. 80% des Wäschebestandes) sind Feinwaschmittel bzw. Baukastenwaschmittel die angemessenen Produkte.

Inwieweit O. beim intensiven Hautkontakt mit der Wäsche zu dermatologischen Problemen führen ist umstritten. Die aquatische Toxizität ist recht hoch mit LCo-Werten für Fische von 10-100 mg/l. Die realen Konzentrationen in Oberflächengewässern liegen aber deutlich darunter. Das liegt daran, dass O., die praktisch keinem biologischen Abbau unterliegen, fast vollständig an den Klärschlamm adsorbiert werden.

Autor: KATALYSE Institut

ÖPNV

Abkürzung für Öffentlicher Personennahverkehr, siehe Stichwort

Autor: KATALYSE Institut

Onkogen

Gene in menschlichen oder tierischen Zellen, die unter bestimmten Bedingungen (z.B. Virusinfektion, spontane Mutation oder Mutation nach Bestrahlung) die Ursache für die Wandlung einer gesunden Zelle zu einer Tumorzelle sein können (Krebs).

Es handelt sich dabei um Gene mit besonders wichtigen regulatorischen Aufgaben für die Zellfunktion.

Autor: KATALYSE Institut

Öltank

Lagertank

Autor: KATALYSE Institut

Olfaktometrie

Methode zur Bestimmung der Geruchsintensität bestimmter Gase und Gaszusammensetzungen. Mit Hilfe einer Mischapparatur, dem sog. Olfaktometer, werden beliebige definierte Gaskonzentrationen erzeugt.

Mittels "Testriecher" oder anderen Organismen wird die Schwelle, ab der kein Geruch mehr wahrnehmbar ist bzw. bis die Organismen keine Reaktion mehr zeigen, ermittelt. Die notwendige Verdünnung zum Erreichen der Geruchsschwelle wird als Zahlenwert in "Geruchseinheiten" angegeben und gilt als Maß für die Geruchsintensität. V.a. bei komplexen Gasgemischen und großflächiger Verteilung von Geruchsemissionen z.B. durch Kläranlagen (Abwasserreinigung), Deponien, Industrieanlagen etc. wird die O. häufig angewandt, da eine analytische Bestimmung der Immissionen nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand durchzuführen wäre.
Olf

Autor: KATALYSE Institut

Wasserstoffperoxid

f}W. (Wasserstoffsuperoxid, H2O2) ist in 30-40%iger Lösung stark ätzend.

Mindestens 60%ige W.-Lösung hat einen MAK-Wert von 1 ml/m3 (ppm) entsprechend 1,4 mg/m3. W. wird heute als Bleichmittel (z.B. als 2%ige Lösung für Haare), früher auch als Konservierungsstoff (heute verboten) eingesetzt. W. entsteht bei der Lebensmittelbestrahlung. Produktionsmenge 1991, Westdeutschland: 82.000 t.
Sauerstoffbleiche

Autor: KATALYSE Institut

Olf

Das Auftreten des sog. Sickbuilding-Syndroms hat zu einer Festlegung der Kriterien für die Behaglichkeit und zu einer Einführung der Einheiten O. und Dezipol geführt.

Das O. (lat. Olfactus = Geruchssinn) ist eine Einheit zur Bewertung der Stärke einer Geruchsquelle und ist definiert als die Geruchsstärke, die von einem Menschen mit Standardeigenschaften (1,8 m2 Hautoberfläche, sitzende Tätigkeit, 0,7 Duschbäder/Tag, täglich frische Wäsche) verursacht wird. Ermittelt wird diese Geruchsstärke über Testpersonen (Riecherkollektiv), die die Geruchsintensität einer bestimmten Geruchsquelle im Vergleich mit genormten Geruchsquellen bestimmen.

Die Grundidee ist, über den Geruch ein Maß für die vielen (bis zu 8.000) Luftverunreinigungen in Innenräumen und damit ein Maß für die erforderliche Lüftungsrate zu erhalten. Vorteilhaft ist es daher, wenn Hersteller von Baustoffen, Teppichen, Farben, Möbeln usw. die Geruchsintensität ihrer Produkte in O. angeben würden, damit Bauherren zwischen einem geruchsintensiveren Produkt und einer größeren Lüftungsanlage wählen können.

Kritisch anzumerken bleibt der O. nichts über die Qualität (z.B. angenehme Duftstoffe oder schädliche Lösemittel) eines Geruches aussagt.

Beispiele für typische Geruchsemissionen in olf:

    Personen:

  • Person sitzend 1 olf
  • Kind (12 Jahre) 2 olf
  • Athlet 30 olf
  • Raucher (dauernd) 25 olf
  • Raucher (normal) 5 olf

    Baustoffe:

  • Teppich (Wolle) 0,2 olf/m2
  • Teppich (Kunstfaser) 0,4 olf/m2
  • PVC/Linoleum 0,2 olf/m2
  • Marmor 0,01 olf/m2
  • Gummidichtung (Fenster, Tür) 0,6 olf/m2

Autor: KATALYSE Institut

Öl

Unter Ö. versteht man Gemische aus flüssigen Kohlenwasserstoffen.

Im Energiesektor wird Ö. v.a. aus Erdöl gewonnen (Raffinerie, Heizöl). Eine weitere Möglichkeit ist die Herstellung von Ö. durch Kohleverflüssigung.
Ö. können auch aus nachwachsenden Rohstoffen auf pflanzlicher oder tierischer Basis erzeugt werden (Biomasse). Sojaöl, Rapsöl, Leinöl, Olivenöl, Palmöl, Rizinusöl sind Beispiele von Ö., die hauptsächlich im Nahrungsmittelsektor Verwendung finden (Speiseöle), zunehmend aber auch im technischen Bereich eingesetzt werden.

Autor: KATALYSE Institut

Oktanzahl

Die O. kennzeichnet den Kraftstoffeinfluß auf die Klopffestigkeit bei Ottomotoren.

Eine hohe O. bedeutet einen langen Zündverzug (geringe Zündwilligkeit) des Kraftstoff-Luft-Gemisches. Je kürzer der Zündverzug ist, um so höher ist die Gefahr der Selbstzündung und die Klopfgefahr im Motor.

Beim Klopfen (auch Klingeln) verbrennt der Kraftstoff fast augenblicklich. Es entstehen örtlich hohe Drücke, die den Motor beschädigen können. Das Klopfen hängt außer vom Kraftstoff (Benzin, Autogas, Alkoholkraftstoff), den Kraftstoffzusätzen, noch von der Verdichtung und den Zündbedingungen ab.

Die O. eines Kraftstoffes wird in einem Prüfmotor durch Vergleich mit einer Mischung aus Heptan und Isooktan ermittelt. Für Heptan ist die O. mit 0, für Isooktan mit 100 festgelegt worden. Die ROZ (Research-O.) gilt für die Beschleunigung aus niedrigen Drehzahlen, die MOZ (Motor-O., niedrigere Werte) bei höheren Drehzahlen und Vollast. Für gasförmige Kraftstoffe gilt entsprechend die Methanzahl (MZ).

Autor: KATALYSE Institut

Ökostrom

Mit Zertifikaten wird die Qualität des Ö. garantiert. Für die Vergabe solcher Zertifikate ist die Zusammensetzung des Ö. entscheidend.

Manche Zertifikate verlangen die reinvestition eines teils der Einnahmen in den Bau neuer Anlagen und dass die Anlagen ein gewisses Alter nicht überschreiten dürfen. In Deutschland gibt es derzeit vier Zertifikate.

"OK power" von EnergieVision e.V.
Das Zertifikat wird vom Öko Institut e.V.,dem WWF Deutschland und der Verbraucher-Zentrale NRW vergeben. Im Mittelpunkt steht die Garantie, dass die mit dem Gütesiegel zertifizierte Ö. zu einer Umweltentlastung führt. Hierzu muss der Anbieter den Neubau von Kraftwerken auf regenerativer Basis nach quantifizierten Mindestbedingungen fördern. Das Gütesiegel wird für Ö.-Modelle vergeben:

Händlermodell
Der Kunde wird mit Strom aus erneuerbaren Energien beliefert, der zu zwei Drittel aus Anlagen stammt, die nicht älter als drei Jahre sind. Die Hälfte dieser Neuanlagen sollen außerhalb des Förderbereichs des Erneuerbare Energien Gesetzes entstehen.

Fonds- oder Zuschussmodelle
Hier wird der gleiche Strom wie bisher geliefert. Der Aufpreis auf den üblichen Tarif wird für die Investitionen neuer regenerativer Kraftwerke verwendet. Das Gütesiegel steht für die Verwendung der Fördermittel. Zudem wird der Anbieter verpflichtet, seine Kunden über die Art des gelieferten Stroms zu informieren.

Grüner Strom Label e.V.
Der Grüne Strom Label e.V. wurde von Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden ins Leben gerufen. Gründungsmitglieder sind u.a. der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Naturschutzbund Deutschland, der Bund der Energieverbraucher sowie EUROSOLAR. Auch hier gibt es zwei Varianten:

Grüner Strom Gold Label
Das "Goldene Label" wird für Angebote vergeben, die zu 100 Prozent regenerativ erzeugten Strom nutzen.

Grüner Strom Silber Label
Das "Silberne Label" kann für Strom aus erneuerbaren Energiequellen erteilt werden, dem ein Anteil von maximal 50 Prozent aus Kraft-Wärme-Kopplung beigemischt ist. Desweiteren wird zwischen "Händlermodell" und "Zuschußmodell" unterschieden. Beim Händlermodell (Gold oder Silber) liefert der Anbieter dem Kunden Grünen Strom, der den Bezug konventionellen Stroms ersetzt, während beim Zuschußmodell (Gold) der Kunde konventionellen Strom bezieht, dem Anbieter aber regelmäßig Zuzahlungen leistet, die dieser für die Finanzierung von Anlagen zur Erzeugung von Grünem Strom verwendet

Landesgewerbeanstalt Bayern
Die Landesgewerbeanstalt Bayern hat Ö.-Siegel geschaffen, nachdem Sachverständige der LGA überprüfen, ob der angebotene Öko-Strom aus regenerativen Quellen wie Windkraft, Wasserkraft, Biogas, Sonnenenergie, Geothermie (Öko-Strom, regenerativ) oder aus der effektiven Kraft-Wärme-Kopplung stammt. Das Ö.-Gütezeichen wird in zwei Ausführungen vergeben:

Öko-Strom (regenerativ)
Die Stromerzeugung muss aus erneuerbaren Energien erfolgen.und es wird eine Investition in Neuanlagen auf Basis einer Marktprognose gefordert.

Öko-Strom (effektiv)D
ieses Gütezeichen kann vergeben werden, wenn mindestens 25 Prozent der Energiegewinnung aus regenerativen Energiequellen stammt, die restliche Strommenge muß mittels Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt werden.

TÜV
Beim TÜV-Zertifikat müssen Anbieter erneuerbaren Energiequellen nutzen und bestimmte Vergabekriterien erfüllen. So muss mindestens ein Viertel des Stroms aus Anlagen stammen, die für das Ö.-Angebot geschaffen wurden . Maximal 75 Prozent kann anderen regenerativen Energiequellen stammen (wie etwa aus Wasserkraftwerken. Das TÜV-Zertifikat verlangt jedoch, dass es ein "wesentliches Ziel der Unternehmenspolitik der Zubau von Erzeugungskapazitäten für Strom aus erneuerbaren Energiequellen ist.

Autor: KATALYSE Institut