Methanol

M. (veraltet Methylalkohol, auch Holzgeist genannt) ist eine farblose Flüssigkeit von alkoholischem Geruch mit einem MAK-Wert von 200 ml/m3 (ppm) entsprechend 260 mg/m3.

M. ist ein wichtiges chemisches Grundprodukt und wird hauptsächlich zur Herstellung von Formaldehyd verwendet. Produktionsmenge 1991 früheres Bundesgebiet: 716.000 t.
Für die Giftigkeit von M. ist die beim Abbau im Körper gebildete Menge von Ameisensäure entscheidend. Bereits wenige ml M. können zu Erblindung führen. Häufig wiederholte Aufnahme kleiner M.-Mengen, z.B. bei beruflicher Einatmung der Dämpfe, verursacht Schleimhautreizungen, Benommenheit, Schwindel, Kopfschmerzen, Krämpfe, Verdauungs- und Blasenstörungen. M. findet auch als Energieträger in Verbrennungsmotoren oder Brennstoffzellen Verwendung (Verbrennung).

Autor: KATALYSE Institut

Metallindustrie

In der M. fallen erhebliche Mengen an Abfallstoffen (Sonderabfälle) und z.T. sehr giftige Abwässer in Metallbeizereien, in Eloxalbetrieben (Aluminium) und in Galvanikbetrieben (Galvanisieren) an.
Ganz ähnliche Abwässer finden sich auch in der Elektroindustrie und in derElektronikindustrie, da dort z.T. die gleichen Arbeitsgänge auftreten.

Beizereien: Zum Entfetten werden Lösemittel, u.a. chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW) verwendet, die nach Gebrauch entsorgt werden müssen (Sonderabfälle, Verbrennung auf hoher See). Beim Beizen fallen zwischen 10 und 30 kg/t Eisen an salzsäure- oder schwefelsäurehaltigen Bädern an (Chlorwasserstoff, Schwefelsäure).
Eloxalbetriebe: Beim Korrosionsschutz von Aluminium mit dem Eloxal-Verfahren fallen ebenfalls CKW zur Entfettung sowie säure- und fluoridhaltige Bäder an (Fluor). Bei der Neutralisation dieser Bäder entstehen Schlämme, die als Sonderabfälle deponiert werden müssen.
Galvanikbetriebe: In Galvanikbetrieben fallen v.a. chromat- und cyanidhaltige Abwässer an, die hochgiftig sind und entgiftet sowie neutralisiert werden müssen (Chrom). In den drei genannten Bereichen kann die Abwassersituation durch Kreislaufführung von Wasser sowie die Wiedergewinnung von Wertstoffen erheblich verbessert werden.

Lit.: Institut Fresenius u.a. (Hrsg.): Abwassertechnologie, Berlin 1984

Autor: KATALYSE Institut

Metalle

(griechisch: metallon = Bergwerk) Lichtundurchlässige, stark glänzende, elektrischen Strom gut leitende chemische Elemente.

Sie machen rund 80 Prozent der heute bekannten chemischen Elemente aus. Die Dichte von M. liegt zwischen 0,534 g/cm3 (Lithium) und 22,48 g/cm3 (Osmium). Oberhalb einer Dichte von ca. 4,5 g/cm3 spricht man von Schwermetallen, darunter von Leichtmetallen.

Viele M. weisen untereinander viel größere Ähnlichkeiten auf als man sie unter den anderen Elementen findet. M. treten in der Natur nur sehr selten in elementarer Form (gediegen) auf, sondern kommen meist in chemischer Verbindung in Form von Erzen vor. Viele M. sind für den Menschen essentiell, können aber in größeren Mengen sehr giftig sein (Selen, Arsen, Chrom).

Einige M. sind nicht lebensnotwendig und schon in geringen Mengen für den Menschen giftig (z.B. Blei, Cadmium, Quecksilber, Thallium). Zwischen der Giftigkeit der M. und deren Stellung im Periodensystem gibt es eine Gesetzmäßigkeit. DieToxizität von M. einer Gruppe steigt mit ihrer Atommasse. M. der 6. Periode sind somit potentiell die giftigsten (z.B. Quecksilber) und M. der 3. Periode die ungiftigsten (z.B. Magnesium).

Die M.-Aufnahme des Menschen erfolgt in erster Linie über die Nahrung sowie das Rauchen und Verschlucken von Staub- und Bodenpartikeln.

M. haben in der heutigen Zeit praktisch in allen Lebensbereichen eine große Bedeutung. Da die bekannten M.-Erzlagerstätten in absehbarer Zeit erschöpft sein werden, ist es notwendig langfristige Konzepte zur Rohstoffsicherung zu entwickeln, die v.a. die Vermeidung und das Recycling von metallischen Abfällen forcieren.

Autor: KATALYSE Institut

Metabolit

Stoffwechsel- bzw. Zwischenprodukte, die im Organismus durch Auf- oder Abbaureaktionen entstehen (Anabolite und Katabolite).

Man unterscheidet endogene M., die der Organismus selbst herstellt und benötigt (z.B. Hormone), und exogene M., die von fremden Organismen erzeugt werden und die der betreffende Organismus von außen aufnimmt (z.B. Vitamine).

Autor: KATALYSE Institut

Messing

Messing ist eine Legierung, die v.a. aus Zink und Kupfer besteht. Messingsorten haben einen unterschieldichen Zinkanteil. Häufig wird die Legierung CuZn37 (mit 37 Prozent Zink) verwendet. Messing kann bis zu 3 Prozent Blei enthalten; enthält die Legierung mehr Blei, wird sie dem Sondermessing zugeteilt. Damit Messing nicht reißt, spröde wird und sich gut verarbeiten lässt, enthält es mehr als 50 Prozent Kupfer.

 VI. Literatur und Quellen

  • Das KATALYSE Umweltlexikon, 2. Auflage Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 1993, seit dem Jahr 1997 gepflegt und ständig erweitert als Online-Umweltlexikon, KATALYSE Institut Köln 2006
  • Bahadir, M./Parlar,H./Spiteller, M.: Springer Umweltlexikon; Springer Verlag, Hamburg 2000
  • Baier, E.: Umweltlexikon; Ponte Press Verlags GmbH, Bochum 2002
  • Karcher, R. Jakubke, H.: Lexikon der Chemie; Studienausgabe, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1998
  • Römpp, H./Falbe, J./Regitz, M .: Römpp Lexikon Chemie, 10. Auflage, Thieme Verlag Stuttgart 1996-1999
  • Ullmann 1987: Ullmann`s Encyclopedia of Industrial Chemistry, Fifth Completely Revised Edition, Vol. A 10, Weinheim

Autor: KATALYSE Institut

Mercaptane

Die M. sind eine Gruppe von chemischen Verbindungen, die auch als Thiole oder Schwefelkohlenwasserstoffe bezeichnet werden.
Sie zeichnen sich durch einen aufdringlichen, fäkalienähnlichen Geruch aus, weswegen ihre Giftigkeit häufig überschätzt wird. Ihre Giftigkeit ist sehr unterschiedlich. Die MAK-Werte von Ethanthiol und Methanthiol liegen bei 0,5 ppm (1 mg/m3), die Geruchsschwelle von Ethanthiol bei 1 ppb. Einige Verbindungen dieser Gruppe sind nervengiftig, einige werden gegen Schnecken eingesetzt. Auch in der Technik haben sie Bedeutung, z.B. als Antioxidationsmittel, Alterungsschutz, Vulkanisationsbeschleuniger oderDesinfektionsmittel. Ihre Gewinnung erfolgt meist aus Erdöl. In der Umgebung älterer Raffinerien führen die M. zu einer starken Geruchsbelästigung (Olfaktometrie).
In biologischen Prozessen spielen Thiole eine bedeutende Rolle, z.B. bei Enzymen des Energiestoffwechsels. Die Thiolgruppen können jedoch durch Schwermetalle blockiert werden, was den Giftcharakter vieler Metalle erklären kann.

Autor: KATALYSE Institut

Membran, biologische

Jedes Lebewesen besteht aus Zellen, die von einer biologischen Membran umschlossen sind. An den Membranen laufen viele wichtige biologische Prozese ab, die für die Funktion des gesamten Organismus wichtig sind.

Aufbau und Funktion einer Membran, die eine Abgrenzung zur Umgebung darstellt, sind sehr komplex und für jede Zellart anders. Allen gemeinsam ist die grundlegende Struktur, nämlich die Lipid-Doppelmembran (Fette, vor allem Phospholipide wie Phosphatidyl-Cholin=Lecithin, -Ethanolamin, -Inositol, -Serin usw.), in der viele verschiedene Proteine verteilt und fest verankert sind. Die Membran-Phospholipide sind auch an ihren Platz gebunden, können aber, was selten geschieht, verschoben werden Das nennt man Translokation, bewerkstelligt durch entsprechende Proteine (Translokatoren). Die Lipide der Doppelmembran sind so angeordnet, dass die unpolare Seite nach außen gerichtet ist, also die Oberfläche der Doppelmembran bilden. Membranen sind semipermeabel, d. h. sie lassen bestimmte Stoffe durch Poren hindurch (passiver Transport), andere müssen mit einem speziellen Transportvorgang hindurchgeschleust werden (aktiver Vorgang). Damit wird weitgehend sichergestellt, dass kleine unpolare (O2, N2) und polare ungeladene (H2O, CO2) die Membranungehindert passieren können, aber polare und geladene kleine (s. u.) sowie große Moleküle  nur kontrolliert passieren. Für jeden zu transportierenden Stoff durch dieMembran hindurch wird ein spezifisches Protein benötigt. Bei diesem Prozess wirdEnergie verbraucht. Andere Membranproteine sind Ionenpumpen, die ebenfallsEnergie verbrauchen und die Aufgabe haben, bestimmte Ionen (z. B. Na+, K+, Cl-und Ca2+) durch die Membran hindurch zu transportieren, auch gegen den natürlichen Konzentrationsausgleich. Z. B. befindet sich viel Phosphatidyl-Serin an der inneren Membran oder viel K+  in der Zelle, viel Na+ außerhalb. Dadurch entsteht eine Potenzialdifferenz zwischen der Innen- und der Außenseite derMembran – ein Gradient entsteht (auch H+-, pH-). Außerdem gibt es elektrische Gradienten, die durch ungleiche Ladungsverteilung innen und außen bedingt sind. Mit Hilfe der Gradienten können ebenfalls passive Stofftransporte stattfinden, die dem Gefälle des Gradienten folgen (von oben nach unten). Ebenso folgen einige Zellen einem Gradienten, wenn sie sich durch Chemo- oder Elektrotaxis in eine bestimmte Richtung bewegen. Chemo- bzw. Elektrotaxis ist ein Vorgang, bei dem sich Zellen oder Moleküle an einem Gradienten – dem Gefälle entsprechend – entlang auf ein bestimmtes Ziel hinbewegen. Chemo- und Elektrotaxis haben z. T. gemeinsame Mechanismen, sind aber getrennte Vorgänge.

Autor: KATALYSE Institut

Melioration

Kulturelle Maßnahmen zu einer langfristigen Erhöhung oder Erhaltung der Fruchtbarkeit eines land- oder forstwirtschaftlich genutzten Bodens und zum Urbar machen.

Dazu gehören u.a. Änderungen des Wasserhaushalts der Flächen (Be- und Entwässerung, Kultivierung von Mooren, Dränage, Deichbau, Wildbachverbau), Eingriffe in die Bodenstruktur (Bodengefüge) und Verbesserung des Nährstoffzustandes (Lockerung von verdichteten Bodenschichten, Tiefumbruch, Anhebung des pH-Wertes, Entsteinung, Kultivierung von Heide und Ödland). Durch M.-Maßnahmen gingen in Deutschland besonders viele Feuchtgebiete verloren, was wesentlich zum Artensterben beiträgt. Bei grundlegenden M.-Maßnahmen kommt es oft zur Interessenkollision zwischen Landwirtschaft und Naturschutz(Landwirtschaftsklausel, Bundesnaturschutzgesetz). Eine Durchführung sollte nur nach Erstellung eines gesamtökologischen Gutachtens und Vergleich des (kurzfristigen) Nutzens mit (langfristigen) volkswirtschaftlichen Kosten und ökologischen Schäden erfolgen (Umweltverträglichkeitsprüfung).

Autor: KATALYSE Institut

Mastzelle

Allergie, Immunsystem

Autor: KATALYSE Institut

Marsberg

Stadt im Sauerland, bekannt geworden durch von dort stammendes Kieselrot, das mit Dioxinen und Furanen sowie Schwermetallen belastet war.

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Mangan

Chemisches Element der VII. Nebengruppe, Symbol Mn, Ordnungszahl 25, Schmelzpunkt 1.244 Grad C, Siedepunkt 2.032 Grad C, Dichte ca. 7,3 g/cm3,Schwermetall, MAK-Wert 5 mg/m3 (Mn-Staub).

M. ist nach Eisen das zweithäufigste Metall. Es kommt überall in der Natur vor und ist in geringen Konzentrationenessentiell (Spurenelemente). M. ist imOrganismus für die Aktivierung vonEnzymen zuständig; ein M.-Mangel führt zu Wachstumsstörungen. M. wird u.a. bei der Stahlerzeugung , in Legierungen und in Batterien verwendet. Organische M.-Verbindungen kommen in Fungiziden und in Antiklopfmitteln (Kraftstoffzusätze) vor. Umweltschäden sind bisher nicht beobachtet worden. Beim Einatmen von M.-Staub kommt es zu Atembeschwerden. Gesundheitsschäden treten weiterhin bei langandauernder M.-Aufnahme auf (Manganismus = meldepflichtige Berufskrankheit). M.-Salze stehen teilweise im Verdacht, karzinogen zu wirken. Akute Vergiftungen können durch KMnO4 auftreten, von welchem 5-8 g für den Menschen tödlich wirken.

Autor: KATALYSE Institut

MAK-Werte

Ein MAK-Wert (Maximale Arbeitsplatzkonzentration)ist nach der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), die höchstzulässige Konzentration eines Arbeitsstoffes als Gas, Dampf oder Schwebstoff in der Luft am Arbeitsplatz, die nach dem gegenwärtigen Stand der Kenntnis auch bei wiederholter und langfristiger, in der Regel täglich achtstündiger Exposition, jedoch bei Einhaltung einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 40 Stunden, im allgemeinen die Gesundheit der Beschäftigten nicht beeinträchtigt und diese nicht unangemessen belästigt.

Die Senatskommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft für gefährliche Arbeitsstoffe gibt jährlich eine Liste von ca. 500 Stoffen mit deren Grenzwerten in der Raumluft am Arbeitsplatz heraus, die MAK-Liste.

Beabsichtigte Neuaufnahmen oder Änderungen bestehender Werte werden im Regelfall ein Jahr vorher angekündigt. Anlaß für Revisionen können u.a. begründete Anträge aus der Praxis sein. Leider dauert es für die Beschäftigten oft viel zu lange, bis von der MAK-Kommission neue Erkenntnisse umgesetzt werden. Deshalb sollten für diese Übergangszeit vorläufige Grenzwerte (z.B. vom Ausschuß für Gefahrstoffe) eingeführt werden, die zeitlich begrenzte Gültigkeit haben, währenddessen aber verbindlich einzuhalten sind.

In der Regel wird der MAK-Wert als Durchschnittswert über Zeiträume bis zu einem Arbeitstag oder einer Arbeitsschicht integriert. Durch Umweltgifte sind viele Menschen zusätzlich dauernden Belastungen ausgesetzt. Bei der Festlegung der MAK-Werte berücksichtigt man zu wenig, dass sich der Beschäftigte außerhalb der Acht-Stunden-Arbeitszeit nicht in schadstoffreier Umgebung erholen kann. Auch gilt der Grenzwert praktisch nur für den gesunden Menschen im mittleren Alter.

Risikogruppen wie Schwangere, Kinder und Jugendliche oder gesundheitlich Schwächere können auch bei Einhaltung des MAK-Wertes  gesundheitlich geschädigt werden. Die Grenzwerte gelten darüber hinaus immer nur für einen Stoff. In der Praxis geht der Arbeitnehmer jedoch mit einer Vielfalt von Substanzen um.

Zu der Beurteilung eines Arbeitsplatzes mit Stoffgemischen konnten bisher nur Richtwerte aus anderen Ländern herangezogen werden. Erst seit 1985 wird in den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (
TRGS 403) jene pragmatische Regelung übernommen, wie sie in den USA beispielsweise schon seit langem existiert: die Summenregel.

Unter bestimmten Voraussetzungen geht man davon aus, dass sich die Wirkungen von mehreren Stoffen, die gleichzeitig am Arbeitsplatz vorkommen, addieren. Diese einfache Regelung wurde in Deutschland jahrelang abgelehnt, weil sie wissenschaftlich sehr ungenau sein kann. Bis zum Vorliegen neuer Grenzwerte für Gemische sollte die Beachtung der Summenregel verbindlich vorzuschreiben.

Der MAK-Wert. ist als Durchschnittswert definiert. Ob kurzfristig höhere Konzentrationen während einer Schicht für die MAK-Kommission als annehmbar erscheinen, hängt von der Dauer, Höhe und Häufigkeit der Überschreitung und vom Stoff selbst ab. Mittlerweile sind für die meisten Stoffe der MAK-Liste solche kurzfristigen Spitzenwerte aufgestellt worden, die zu keiner Zeit überschritten werden sollen, was aber prinzipiell nicht ausgeschlossen werden kann.

Das Auftreten allergischer Reaktionen wird durch die Einhaltung des MAK-Wertes nicht ausgeschlossen. Stoffe, die durch häufige Sensibilisierung auffallen (Sensibilisierung ist eine notwendige, erste Stufe bei der Entwicklung einer Allergie), werden in der MAK-Liste durch ein S gekennzeichnet. Dies heißt aber nicht, dass die allergisierende Wirkung im Grenzwert berücksichtigt ist.

Derzeit wird in der MAK-Liste nur eine geringe Anzahl von Stoffen mit S gekennzeichnet, und zweitens ist ein MAK-Wert bei allergisierenden Stoffen nicht zu begründen, weil auch bei kleinsten Mengen mit Gesundheitsschäden zu rechnen ist.

Die Festlegung von MAK-Werten ist allgemein anerkannt, weshalb von ihnen häufigGrenzwerte für andere Bereiche abgeleitet werden. Dabei müssen die speziellen Eigenschaften der Stoffe und die Expositionsbedingungen berücksichtigt werden.

Für krebserzeugende Arbeitsstoffe, krebsverdächtige Stoffe und Mutagene können keine Wirkungsgrenzen und damit keine MAK-Werte ermittelt werden.
Hierzu wurden die Technischen Richtkonzentrationen entwickelt, die als Anhalt für Schutz- und Überwachungsmaßnahmen dienen.

Weiterhin werden die Biologischen Arbeitsstofftoleranzwerte (BAT) angegeben, die sich auf die im Blut bzw. Harn aufgenommenen und ggf. metabolisierten Stoffe beziehen. Sie dienen v.a. ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen.

Lit.: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG): Maximale Arbeitsplatzkonzentrationen und biologische Arbeitsstofftoleranzwerte, Weinheim (erscheint jährlich neu)

Autor: KATALYSE Institut

Magnetbahn

Vollautomatisches, fahrerloses öffentliches Nahverkehrsmittel (Öffentlicher Personennahverkehr).

Die M. fährt ebenerdig oder als Hochbahn. Sie wird durch einen Elektromotor angetrieben, dessen Magnetfeld in der Trag- und Führungsschiene erzeugt wird und den Zug vorwärts zieht. Dauermagnete am Fahrzeug halten den Wagen auf einem magnetischen Luftkissen von 1 bis 3 cm schwebend. Die M. verbraucht ein Drittel weniger Energie als die U-Bahn, weil Leichtbauweise und Wegfall des Motors, der in den Fahrweg integriert ist, ihr Gewicht verringern. Die Baukosten sollen 50% unter denen einer U-Bahn liegen.

Die M. gilt als entgleisungssicher. Sie fährt nahezu geräuschlos (Schienenverkehrslärm). Die Fahrzeuge haben eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h und können in Abständen von 60 sec verkehren. Die 12 m langen Waggons bieten bis zu 130 Personen Platz.
Die erste innerstädtische M. begann 1989 in Berlin ihren Probebetrieb, der bis auf einen Unfall erfolgreich absolviert werden konnte. Sobald die Betriebssicherheit der M. gegeben ist, ist sie als innerstädtisches Nahverkehrsmittel bzw. zur Anbindung Innenstadt-Flughafen eine interessante Alternative zu traditionellen Nahverkehrsmitteln.

Über das Ausmaß und mögliche Auswirkungen magnetischer Felder auf die Insassen der M. liegen bislang nur ungenügende Informationen vor (Elektrosmog).
Nicht zu verwechseln ist die M. mit der Magnetschnellbahn (Transrapid).

Autor: KATALYSE Institut

Maglich-Reaktor

Neue, eventl. vielversprechende Idee zur Erzeugung von Energie ausKernfusion.
Statt über Aufheizung eines 100 Mio Grad C heißen Plasmas zur Fusion zu kommen, versucht der in den USA arbeitende jugoslawische Physiker Maglich, Teilchen auf selbstkollidierende Rosettenbahnen zu bringen und diese im Zentrum ihrer Flugbahnen unter Energiegewinn zu fusionieren. Mögliche Vorteile des M., der bereits als Versuchsreaktor realisiert sind:
- Bei der Fusion von z.B. Wasserstoff mit Bor- oder Lithiumkernen sind sowohl Ausgangs- als auch Endprodukte nicht radioaktiv. Da nur wenig Neutronenstrahlungauftritt, bleibt eine Aktivierung von Anlageteilen praktisch aus. Lediglich Gamma- und Röntgenstrahlung muß abgeschirmt werden (Abschirmung).
- Brennstoffe sind ausreichend vorhanden.
- Kompakte Anlagen mit Leistungen ab 3 MW könnten für dezentrale Energieversorgung Verwendung finden.
- Aus dem Prinzip des M. können keine Atomwaffen abgeleitet werden, andererseits ist ein Einsatz als kompakte Energiequelle im Weltall (z.B. für SDI) geplant.

Lit.: M.Karus: Alternatives Konzept zur Kernfusion, Bild der Wissenschaft 11/85, S. 11

Autor: KATALYSE Institut

Magermotor

Der M. ist ein Ottomotor, der mit Luftüberschuss arbeitet.

Dafür wird das Kraftstoff-Luft-Gemisch so eingestellt, dass mehr Sauerstoff in den Brennraum gelangt, als zur Verbrennung des Kraftstoffs nötig ist. Dadurch kann die Emission von Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoffen (Schadstoffe aus Kfz) sowie der Kraftstoffverbrauch verringert werden.

Eine Verringerung der Stickoxide beim M. kann durch weitere Maßnahmen erreicht werden: Eine höhere Zündspannung (elektronische Hochspannungskondensatorzündung) verschiebt die magere Laufgrenze insb. beim Kaltstart. Mittels Lambda-Regelung durch eine der
Lambda-Sonde ähnlichen Magersonde wird die Luftzahl Lambda über 1,2 gehalten; ein Anstieg der Kohlenwasserstoffe kann durch einen Oxidationskatalysator (Katalysator) ausgeglichen werden.

Bei richtiger Führung der Mischungsvorgänge kann durch ein homogenisiertes oder gezielt geschichtetes Gemisch (Schichtlademotor) eine niedrige Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoff-Emission mit geringer Stickoxidbildung kombiniert werden.

Autor: KATALYSE Institut

Lungenödem

Schwere Erkrankung mit Flüssigkeitsansammlung im Lungengewebe und/oder in den Lungenbläschen.

Das L. tritt oft plötzlich auf, meist als Folge von Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschäden. Die Symptome sind schwere Atemnot, Blauwerden. An äußeren Faktoren, die ein L. auslösen können, kommen im wesentlichen in Frage: Ein Aufenthalt in größeren Höhen (über 4.000 m) ohne vorausgehende Höhenanpassung und die Inhalation von Reiz- und Kampfgasen (Phosgen, Blausäure, Methylisocyanat - Giftgaskatastrophe in Bhopal/Indien 1984 mit über 2.500 Toten).

Autor: KATALYSE Institut

Lungenkrebs

L. (Bronchial-Karzinom) macht 25% aller Karzinome (Ca) aus; Männer sind häufiger betroffen (4:1); der Häufigkeitsgipfel liegt zwischen 55 und 60 Jahren.

In 85% der Fälle ist Zigarettenrauch (Tabakrauch, Passivrauchen) die Ursache , hier insb. die polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe, weiterhin andere inhalative Karzinogene(90% Asbest, außerdem Arsen, Chrom,Nickel).

Zigarettenrauch potenziert das Krebsrisiko durch Asbest erheblich. Die nach dem Rauchen häufigste Ursache von L. ist das Einatmen natürlich vorkommender radioaktiver Stoffe (Radon, Somatische Strahlenschäden) und Dieselruß (Schadstoffe aus Kfz)).

Auf zellulärer Ebene werden vier Bronchial-Ca-Arten unterschieden: Plattenepithel-Ca (50% [nach: Pschyrembel]), kleinzelliges Ca (40%), Adeno-Ca (7%) und großzelliges Ca. Darüber hinaus kann L. auch eine Metastase eines bereits in anderen Organen bestehenden Krebses sein.

Die Tumorarten unterscheiden sich sehr stark hinsichtlich ihrer Metastasierungsgeschwindigkeit und ihrer Therapieansprechbarkeit: Die schlechteste Prognose haben die kleinzelligen Karzinome. Andere Formen lassen sich in Abhängigkeit von der Tumorlokalisation und -ausbreitung mit Hilfe von chirurgischen Maßnahmen, Chemo- und Strahlentherapie, sowie Naturheilverfahren bekämpfen.

Autor: KATALYSE Institut