FCKW

FCKW (Fluorchlorkohlenwasserstoffe) sind vergleichsweise wenig giftig. Sie werden als Treibmittel für Spraydosen, als Kältemittel in Klimaanlagen, Kühlschränken und als Lösemittel für die chemische Reinigung eingesetzt.

FCKW sind sehr stabil und nicht brennbar. Verwendung als Kältemittel für Kühl- und Gefriergeräte, Wärmepumpen und Klimaanlagenals Verschäumungsmittel für Kunststoffe, als chemische
Reinigungsmittel u.a. Große Anwendung finden FCKW als Treibgase für Spraydosen.

FCKW zerstören in der Stratosphäre (Atmosphäre) die schützende Ozonschicht. 1998 wurde ein Ozonloch von der doppelten Ausdehnung Europas über der Antarktis beobachtet. Verantwortlich für diese Wirkung sind die in den FCKW enthaltenen Chloratome, die durch Photolyse freigesetzt werden. Die Folge ist eine erhöhte Einstrahlung von UV-Licht zur Erde, was u.a. ein vermehrtes Auftreten von Hautkrebs und Ernteausfälle zur Folge hat (Näheres: Ozonabbau, UV-Strahlung, Hautkrebs, Grauer Star).

Im Vergleich zum klimawirksamen Kohlendioxid besitzen die FCKW eine 3000 bis 8.000fach höheres globales Wärmepotenzial. In Osteuropa werden auch heute noch verbotene FCKWs hergestellt und eingesetzt.

Zwischen 1950 und 1980 wurden allein von R11 und R12 ca. 11,5 Mio. t produziert. In Deutschland gilt seit Mai 1991 die FCKW=-Halon-Verbots-Verordnung, die für die Chlorfluorkohlenstoffe R11, R12, R13, R112, R113, R114 und R115 gilt sowie für (Nummern 1 bis 7: Chlorfluorkohlenstoffe): 8. Bromchlordifluormethan (Halon 1211), 9. Bromtrifluormethan (Halon 1301), 10. Dibromtetrafluormethan (Halon 2402), 11. Tetrachlormethan (Tetrachlorkohlenstoffe) und 12. 1,1,1-Trichlorethan (Methylchloroform).

Ein kurzfristiger Effekt wird sich auf dem Verbot und den anderen Maßnahmen zum Klimaschutz nicht ergeben, da FCKW rund 15 Jahre brauchen bis sie in die Stratosphäre gelangen und dort ihre schädigende Wirkung ausüben.

Für den teilhalogenierten H-FCKW Chlordifluormethan R22 gilt die Verordnung in näher bezeichneten Fällen. Danach dürfen diese FCKW nicht mehr als Kältemittel, in Verpackungsmaterialien, Dämmstoffen und Montageschäumen eingesetzt werden. Für die Verwendung als Löschmittel auf Seeschiffen unter fremder Flagge gilt die Verordnung nicht, für stationäre Anlagen aber kann die zuständige Behörde befristete Ausnahmen erteilen. Bei Instandhaltungsarbeiten dürfen FCKW nicht in die Atmosphäre entweichen.

Die heute als Ersatzstoffe verwendeten Substitute zu FCKW haben ebenfalls ein stark erhöhtes globales Wärmepotenzial; bis 1500-fach auf Kohlendioxid bezogen.

Autor: KATALYSE Institut

Fauna

Die zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem begrenzten Areal lebende Tierwelt.

Flora

Autor: KATALYSE Institut

FAS

Fettalkoholsulfate

Autor: KATALYSE Institut

Fahrzyklus

Um den Kraftstoffverbrauch und die Schadstoffemissionen verschiedener Kfz miteinander vergleichen zu können, hat man gut reproduzierbare Meßbedingungen festgelegt, die den realen Fahrbedingungen möglichst nahe kommen sollen (Europa-Abgastest).

Zu diesen Meßbedingungen gehört auch der F.. Bis heute wird in den EG-Ländern der ECE-Zyklus angewendet. Er entspricht etwa einer Fahrt im Stadtinnern und wurde bisher zur Bestimmung der Grenzwerte von Pkw-Abgasen zugrunde gelegt.

Um künftig auch den Außerortsverkehr stärker zu berücksichtigen, wurde der ECE-Test um den "Extra Urban Driving Cycle (EUDC)" ergänzt, der eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h aufweist. Dieser erweiterte "Neue europäische Fahrzyklus" soll ab 1.7.1992 bei der Grenzwertbestimmung EG-weit zugrunde gelegt werden.

Autor: KATALYSE Institut

Fahrverhalten

Durch ökonomisches F. lassen sich die Lärm- und Abgasemissionen des Autos z.T. mehr mindern als durch technische Maßnahmen.

Insb. zählt hierzu eine ausgeglichene Fahrweise (Vermeiden von kräftigen Brems- und Beschleunigungsvorgängen), das Fahren in leisen und benzinsparenden Gängen und das Vermeiden von Höchstgeschwindigkeitsfahrten. Diese Fahrweise vermindert auch das Unfallrisiko (Verkehrsunfälle).

Autor: KATALYSE Institut

Fahrgeschwindigkeit

Die F. eines Kfz hat folgende Auswirkungen auf die Umwelt:

  • Die benötigte Leistung zur Überwindung des Luftwiderstands steigt mit der dritten Potenz der F. (cW-Wert). Annähernd gleich steigt der Kraftstoffverbrauch,
  • die Schadstoffemissionen (Schadstoffe aus Kfz) steigen mit zunehmender F. (s. Graphik),
  • Anzahl, Breite und Kurvenradius von Straßen müssen für höhere F. vergrößert und Steigungen verkleinert werden, was großen Einfluß auf den Landschaftsverbrauch hat (Verkehrsflächenbedarf),
  • die Bewegungsenergie und damit der Bremsweg eines Fahrzeugs steigt mit dem Quadrat der F. und damit die Häufigkeit und Schwere von Unfällen (Verkehrsunfälle),
  • der Lärm (Straßenverkehrslärm) steigt mit der Fahrgeschwindigkeit an, und
  • der Herstellungsaufwand und der Verschleiß sind bei Fahrzeugen für höhere Fahrgeschwindigkeiten größer.

Autor: KATALYSE Institut

Fahrrad

Aufgrund zunehmender Probleme durch den Straßenverkehr (Auto, Verkehr) gilt das F. als das Verkehrsmittel der Zukunft, da es praktisch keine Schadstoff- oder Lärmemissionen verursacht und sich durch einen geringen Flächenverbrauch (Verkehrsflächenbedarf) auszeichnet.

Zudem werden kurze Strecken in Großstädten oft schneller mit dem F. zurückgelegt als mit dem Auto, da Radfahrer z.B. nicht in langen Autoschlangen im Berufsverkehr stehen müssen und weniger Parkplatzprobleme haben. Nach Angaben des Baden-Württembergischen Umweltministeriums liegt jede zweite Autofahrt unter 5 km, fast ein Viertel sogar unter zwei. Solche Fahrten sollten durch F.-Fahrten ersetzt werden. Der Anteil von F. am Kurzstreckenverkehr, der derzeit bei 10-15% liegt, könnte auf 40% gesteigert werden.

Der F.-Verkehr birgt jedoch große Gefahren für die Radler. Neben der hohen Belastung durch Schadstoffe aus Kfz (Sport und Umwelt) besteht ein großes Unfallrisiko. 1989 verunglückten in den alten Bundesländern 808 Radfahrer tödlich (412 davon innerhalb von Ortschaften), und 66.217 wurden verletzt (58.816 innerorts; Verkehrsunfälle).

Daher sind F.-freundliche Maßnahmen im Städtebau unbedingt erforderlich. F.-Wege müssen verbreitert und v.a. von Gehwegen getrennt werden, um die Unfallgefahr für Fußgänger, die häufig als Hauptkritikpunkt am F.-Verkehr gilt, zu senken. In Holland, dem Vorreiterland des F.-Verkehrs, gehen die Forderungen sogar so weit, daß Radfahrer Vorrang vor Autos haben und bislang ausschließlich von Autos befahrene Straßen teilweise F. vorbehalten bleiben sollen.

In Zürich ist dies teils sogar schon realisiert. Um die Verkehrssicherheit zu steigern hat die Stadt Bocholt z.B. Ampelanlagen installiert, an denen die Autos 10 m vor der Kreuzung halten müssen, damit die F.-Fahrer gut sichtbar vorn an der Kreuzung stehen können.

Defizite herrschen derzeit noch beim Transport von F. mit dem Öffentlichen Personennahverkehr. So dürfen F. im Nahverkehr vielfach nicht oder nur begrenzt in Bussen oder Bahnen transportiert werden. Als Alternative für Radpendler könnten F.-Stationen dienen, die in den Niederlanden schon weit verbreitet sind. Die Radler stellen ihr F. an der Station ab, fahren mit der Bahn und holen am Zielbahnhof ihr Zweitrad ab.

Im Fernverkehr ist die Zahl der F.-Plätze mit Einführung der InterRegio-Züge stark gesunken. Dies führt dazu, daß viele F.-Urlauber mit dem Auto verreisen müssen. Die Deutsche Bundesbahn plant jedoch, bis 1995 in allen InterRegio-Zügen F.-Abteile einzusetzen.

Autor: KATALYSE Institut

Externe Kosten

Kosten, die nicht in den Marktpreisen enthalten sind, da sie nicht vom eigentlichen Verursacher getragen werden, werden als externe Kosten bezeichnet.

Hierzu gehören beispielsweise die Kosten für das Waldsterben, Gesundheitsschäden, Bau- und Materialschäden, Klimaveränderung etc. infolge der Emission von Luftschadstoffen. Derartige Kosten sind volkswirtschaftlich kontraproduktiv, obwohl sie zu einer Steigerung des Bruttosozialproduktes beitragen.
Den Kosten von 475,5 Mrd DM/Jahr standen im Jahre 1989 Ausgaben für den Umweltschutz in Höhe von 32,3 Mrd DM/Jahr entgegen. Den Fehlbetrag werden kommende Generationen zu tragen haben. Dies zeigt, wie erforderlich die Weiterentwicklung unserer Wirtschaftsordnung hin zu einer ökologischen Marktwirtschaft ist. Nur eine Internalisierung der externe Kosten, d.h. einer Zurechnung der externe Kosten zu dem jeweiligen Produkt, z.B. durch eine Ökosteuer oder entsprechende Abgaben, stellt sicher, daß der größte Vorteil der Marktwirtschaft, nämlich die Tendenz, sich quasi selbststeuernd auf wirtschaftliche Optima zuzubewegen, erhalten bleibt.
Die externe Kosten in Höhe von 6.000 DM pro Pkw (Auto, Lastkraftwagen) und Jahr entsprechen dem Betrag, den es kosten würde, jedem, der auf sein Auto verzichtet, eine ganzjährige Netzkarte für den Öffentlichen Personennahverkehr, alle fünf Jahre ein Fahrrad zu 1.000 DM und zusätzlich jedes Jahr rund 15.000 Bahnkilometer 1. Klasse zu schenken.
Regenerative Energiequellen

Lit.: UPI: Ökologische und soziale Kosten der Umweltbelastung in der BRD im Jahr 1989, UPI-Bericht Nr. 20, Heidelberg; O.Hohmeyer: Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung, Social Costs of Energie consumption, Heidelberg

Autor: KATALYSE Institut

FAE

Fettalkoholethoxylate

Autor: KATALYSE Institut

FAES

Fettalkoholethersulfate

Autor: KATALYSE Institut

Fäkalien

F. (Exkremente) sind vom tierischen und menschlichen Organismus nicht weiter verwertbare, ausgeschiedene Stoffe (Kot und Urin).
Sie bestehen aus Wasser, Darmbakterien, abgestoßenen Epithelien (Schleimhäuten), Sekreten (Ausscheidungen) der Verdauungsdrüsen, nicht resorbierbaren (aufnehmbaren) Nahrungsbestandteilen sowie Gärungs- und Fäulnisprodukten. Der typische F.-Geruch rührt v.a. von den bei Fäulnisprozessen entstehenden Verbindungen Indol und Skatol (Kot) und Ammoniak (Urin) her. Die braune oder braungelbe Färbung ist auf die Abbauprodukte der Gallenfarbstoffe zurückzuführen. Da die F. für die Pflanzen wertvolle Nährstoffe enthalten, sind sie nach Umsetzung (Kompostierung) ein optimales Düngemittel.

Autor: KATALYSE Institut

Fallout

Bei Atomwaffenexplosionen und schweren Kernkraftunfällen (GAU) gelangen radioaktive Substanzen (Radioaktivität) in die Atmosphäre und fallen in Form fester Stoffe oder Niederschlag als Fallout auf die Erde zurück.

Auf diese Weise gelangen sie auf Pflanzen, in den Boden, ins Grundwasser und letztendlich in die biologischen Kreisläufe (Anreicherung).

Je nach Explosions- bzw. Unfallablauf und Wetterlage werden die radioaktiven Stoffe nur einige hundert Kilometer weit getragen oder verteilen sich über weite Teile der Erde. Die gesundheitlichen Folgen des Fallout hängen von den radioaktiven Stoffen und ihren Halbwertszeiten ab.

Krebsfälle durch Fallout der oberirdischen Atomwaffenversuche: Atomwaffentests.
Tschernobyl

Autor: KATALYSE Institut

Farben

Der Farbeindruck wird durch Farbmittel (Pigmente) hervorgerufen, welchen, um sie als Mal-F. verwenden zu können, Bindemittel zugemischt sind.

Dies sind pflanzliche Öle und Harze (Öl-F.), Milcheiweiß oder Eigelb (Tempera-F.) oder Pflanzenschleime und Dextrine (Aquarell-F.). Künstler-F. bestehen zu 50 bis 85% aus Pigmenten. Die ältesten anorganischen Pigmente sind die natürlichen Erdfarben, wie z.B. Kreide (Calciumcarbonat), Ocker (Eisenoxidhydrat plus Ton), Umbra (Manganoxid, daneben Eisenoxid und Ton), Graphit (Kohlenstoff) usw., welche ungiftig sind. Unter den künstlichen anorganischen Pigmenten (Mineraloxid-F.) gibt es einige sehr stark giftige oder umweltschädliche, das sind besonders diejenigen, die den chemischen Elementen Arsen, Quecksilber, Blei, Cadmium, Chrom und Uran entstammen.

Die Gruppe der künstlichen organischen Farbstoffe umfaßt eine sehr große Anzahl von Farbtönen. Benzidin-Azofarbstoffe haben sich als krebserregend erwiesen. Generell gilt für den Umgang mit F., daß man Hautkontakt vermeiden sollte, nichts verschluckt und Reste bei kommunalen Sammelstellen für Sonderabfall abgibt. Wasser-F. und Finger-F. für Kinder dürfen keine Schwermetallpigmente enthalten. Aus der Produktion kommen aber Rückstände von Schwermetallen vor, für die Höchstmengen festgelegt sind.

In der Textilfärbung sind die natürlichen Farbstoffe fast vollständig von künstlichen organischen Farbstoffen verdrängt worden. Man unterscheidet zwei Arten von Textilfarbstoffen: die Direktfarbstoffe, die auf die Faser aufziehen, und die Reaktivfarbstoffe, die eine chemische Reaktion mit der Faser eingehen. Wenn auch die verwendeten Farbstoffe nicht oder nur mäßig giftig sind, sollte man beim Färben Handschuhe benutzen, um evtl. Gefahren auszuschließen.

Bei den Direkt-F. werden gelegentlich zusätzlich Fixiermittel und Nachbehandlungsmittel eingesetzt. Diese Mittel können Formaldehyd freisetzen. Andere Nachbehandlungsmittel können Kupfer- und Chromsalze enthalten. Besonders die Salze des 6-wertigen Chroms sind stark giftig und krebserregend. Während natürliche F., die aus Materialien wie Zwiebelschalen, Reseda, Blauholz, Walnußhüllen usw. gewonnen werden, unbedenklich sind, sind es die notwendigen Hilfsmittel nicht immer.

Stoffmal- und Stoffdruck-F. enthalten als Lösemittel Xylol und 20-60% Benzin, deren Dämpfe gesundheitsschädlich sind. Beim Malen sollte man auf gute Belüftung achten.
Das zum Entfärben von Textilien verwandte Natriumdithionit (Hydrosulfit) ist stark giftig und daher auch als solches mit dem Andreaskreuz gekennzeichnet. Das ebenfalls zur Entfärbung benutzte Natriumhypochlorit setzt bei seiner Anwendung Chlor-Dämpfe frei, weshalb von der Benutzung dieses Mittels auch abgeraten werden muss.

Autor: KATALYSE Institut

Farbstoffe

Sammelbezeichnung für lösliche Färbemittel, die den unlöslichen Farbpigmenten (Pigmente) gegenüberstehen.

Man kennt etwa 100 Farbpigmente, aber mehrere zehntausend Farben. Ca. 500 davon werden in größerem Maßstab für die verschiedensten Anwendungen produziert. Der Verbrauch weltweit lag 1978 bei 800.000 t, Produktion BRD 130.000 t (1985). Für einige u.a. in der Textilfärbung wichtige Azo-F. wurden giftige und krebserregende Eigenschaften nachgewiesen.

Körpereigene, auf der Haut befindliche Stoffe können die Azo-F. wieder in die Ausgangskomponenten aromatische Amine spalten, die überwiegend krebserzeugendes Potential besitzen. Textil-F. können Allergien auslösen. Die Stempelfarben Kristallviolett und Methylviolett sind erbgutschädigend, die für Lebensmittel zugelassenen F. teilweise allergen.

In der Natur kommen ungeheuer viele F. vor, die schon früher vom Menschen und auch heute wieder in Naturfarben verwendet werden, wie z.B. das Alizarin des Krapp, Saflorgelb der Färberdistel oder Luteolin der Reseda.

Im Unterschied zu den synthetisch erzeugten F. fallen bei der Bereitstellung der natürlichen F. keine giftigen Nebenprodukte an sowie keine deponierungsbedürftigen Abfälle. Alle Reste sowie die F. selbst sind kompostierbar und damit in den natürlichen Stoffkreislauf eingegliedert (Kompostierung).

Autor: KATALYSE Institut

Eutroph

nährstoffreich (Gegensatz: oligotroph).

Eutrophe Seen besitzen wegen der starken Vermehrung des pflanzlichen Planktons eine geringe Sichttiefe und häufig eine grün-braune Wasserfarbe. Die obere warme Wasserschicht ist durch die Stoffwechselvorgänge der Algen sauerstoffreich, während das kalte Tiefenwasser durch die sauerstoffzehrenden Abbauvorgänge sauerstoffarm ist.

Autor: KATALYSE Institut

Euro-Diesel

E. gibt es noch nicht, soll es aber bald geben.

 

Die EU hatte 1991 das CEN (Comit Europen de Normalisation) zur europäischen Normung aller Kraftfahrstoffe (z.B. einheitliche Oktanzahl für Ottokraftstoffe oder Schwefelgehalt im Dieselkraftstoff) aufgefordert.

Die Anforderungsnormen für Kraftstoffe sind auf der Basis der europaeinheitlichen EN-Normen als DIN EN 228 (Ottokraftstoff), DIN EN 589 (Autogas) und DIN EN 590 (Dieselkraftstoff) in Deutschland eingeführt und durch die 10. Verordnung zum BImSchG (Bundes-Immissionsschutzgesetz) verbindlich gemacht worden.

Außer Anforderungsnormen für Mineralölprodukte gibt der FAM auch die Prüfnormen heraus, nach denen die in den Anforderungsnormen festgelegten Eigenschaften untersucht werden. Zu jedem genormten Qualitätsmerkmal gehört wenigstens eine - vielfach international abgestimmte - Prüfnorm.
Für bleifreies Benzin gibt es die Europäische Norm (EN 228, entspricht DIN 51 607).

Laut Dieselkraftstoffnorm DIN EN 590 dürfen Diesel bis zu 5 Prozent Biodiesel beigemischt werden. Für Ottokraftstoffe wie Benzin und Super ist die Norm DIN EN 228 entscheidend, die einen Ethanol-Anteil von bis zu 5 Prozent erlaubt. Im Fall von Ethyl-Tertiär-Butylether (ETBE, ein chemischer Abkömmling von Bio-Ethanol), das ebenfalls Benzin und Super beigemischt wird, sind bis zu 15 Prozent zulässig.

Die Kraftstoffqualitätsverordnung (Verordnung über die Beschaffenheit und die Auszeichnung der Qualitäten von Kraftstoffen - 10. BImSchV, die Anfang 1994 in Kraft getreten ist) hat die frühere Benzinqualitätsverordnung abgelöst. Mit der letzten Änderung der Kraftstoffqualitätsverordnung wurden 1999 die Vorgaben der europäischen Kraftstoffrichtlinie auch für die deutschen Kraftstoffe verbindlich festgeschrieben sowie die Bezeichnungen "schwefelarm" für Kraftstoffe mit weniger als 50 mg Schwefel je kg Kraftstoff bzw. "schwefelfrei" für solche mit weniger als 10 mg/kg verbindlich gemacht.

Autor: KATALYSE Institut

Ether

Zumeist leichtflüchtige, brennbare Flüssigkeiten (Dimethylether gasförmig). Luft/Ether-Gemische sind hochexplosiv.

Chlorierte E.-Derivate sind stark giftig, bei Vergiftungen Arzt bzw. Klinik aufsuchen! Vorkommen in der Natur: Methyl-E.-Derivate bei Alkaloiden, Blütenfarbstoffen, Geruchsstoffen (z.B. Vanillin), in Zuckern (auch Cellulose, Stärke). Verwendung: Löse- und Extraktionsmittel; Weichmacher; Sprüh-Treibgase; Narkosemittel (Diethylether).

Gesundheitsschädigende Wirkung: unterschiedlich narkotisierend und schleimhautreizend. Chloralkyl-E.: stark schädigend, Verätzungen (obere Atemwege, Augen); erheblich giftiger als einfache E.; Bis(chlormethyl)-E.: Eines der stärksten menschlichen Karzinogene (Bronchial-, Lungenkarzinome).

Herstellung und Verarbeitung soll in Zukunft unterbleiben (MAK-Wert-Liste, III A1), kein gesundheitlich unbedenklicher MAK-Wert anzugeben. Bildung der Substanz soll aus Formaldehyd und Salzsäure (Chlorwasserstoff) an feuchter Luft in wenigen Minuten erfolgen.

Monochlordimethyl-E.: eindeutig krebserregender Arbeitsstoff, da technisch mit ca. 7% Bis(chlormethyl)-E. verunreinigt (MAK-Wert-Liste, III A1), 2,2'-Dichlordiethyl-E.: Verwendung in Beiz-, Wasch- und Mercerisierlösungen, Insektizid. MAK-Wert 10 ppm entspricht 60 mg/m3. Als nicht krebserregend eingestuft (1984), stark schleimhautreizend (Husten, Würgreiz, Übelkeit).

Autor: KATALYSE Institut

Etherische Öle

Sammelbezeichnung für duftende pflanzliche Stoffe, die im Gegensatz zu den fetten Ölen schnell und ohne Rückstand verdampfen.

Sie sind Gemische von Alkoholen, Estern, Ketonen, Terpenen und anderen Stoffen. Gewonnen werden sie durch Wasserdampfdestillation oder Auspressen. Sie können auch durch chemische Synthese hergestellt werden. Verwendung: in Haushaltsprodukten, Kosmetika häufig als Duftstoffe; viele werden medizinisch eingesetzt: Zitronen-, Lavendel-,

Eukalyptus-, Fichtennadelöl, Menthol.

Campher wurde früher als Mittel zur Abtreibung benutzt; wegen desinfizierender und antiparasitärer Wirkung auch als Wurmmittel. Terpentinöl wurde früher als Lösemittel in Lacken verwendet und ist heute in einigen Naturfarbenprodukten enthalten.
Bei Anwendung von E. als Badezusatz größere Empfindlichkeit von Kindern beachten.

Campher und Menthol: Vorsicht bei Säuglingen und Kleinkindern (tödlich unter 1 g). MAK-Wert Campher: 2 ml/m3 (ppm) (entspricht 13 mg/m3).
E. reizen die Schleimhäute des Magen-Darm-Trakts und der Atemwege. Sie werden auch unter die Haut aufgenommen.

Im Terpentinöl nordischer Kiefern ist allergenes Delta-3-Caren enthalten. Daher wurde der MAK-Wert vorläufig auf 100 ppm = 560 mg/m3 festgelegt. Da die Nadelbäume des Mittelmeer- und Alpenraumes (Lärchenharz) Delta-3-Carengehalte oft unter der Nachweisgrenze enthalten, ist diese undifferenzierte Einordnung der MAK-Liste zur Bewertung ungeeignet.

Autor: KATALYSE Institut

Ethylen

Ethylen, auch Ethen genannt, ist ein farbloses, schwach süßlich riechendes, brennbares Gas. Luftgemische mit 3 bis 29 Volumenprozent Ethylen sind explosiv.

Toxikologie: Ethylen ist wenig giftig, wirkt aber in höheren Konzentrationen in Verbindung mit Sauerstoff narkotisch. Eine ausreichende Narkosetiefe erfordert jedoch derart hohe Ethylen-Konzentrationen, dass im Gemisch nicht ausreichend Sauerstoff zur Erhaltung der vitalen Funktionen vorhanden ist.

Verwendung: Ethylen ist ein Pflanzenhormon, das vielfältige Wirkungen auf den Pflanzenstoffwechsel besitzt. In den USA behandelt man grün geerntete Bananen, Orangen und Zitronen mit Ethylen, um sie künstlich ausreifen zu lassen; andererseits kann man durch künstliches Entfernen von Ethylen aus Lagerfrüchten deren Frische erhalten.

Ethylen gehört mengenmäßig zu den wichtigsten Rohstoffen der organischen Chemie. So ist Ethylen die Ausgangsbasis für rund 30 Prozent aller Petrochemikalien.

Produktion: In Europa stellt Deutschland den größten Ethylen-Produzenten dar (2,9 Mio t 1989), gefolgt von Frankreich (2,5 Mio t) und England (1,9 Mio t). Etwa die Hälfte des Ethylen wird zur Herstellung von Polyethylen benutzt. Die andere Hälfte wird zur Herstellung einer Vielzahl von chemischen Basischemikalien eingesetzt.

Die Herstellung von Ethylen erfolgt durch Dampfpyrolyse von Naphtha nach dem Steamcracking-Verfahren. Zum Cracken (Spalten) wird der Kohlenwasserstoff mit Dampf gemischt
und auf 500 bis 650 °C vorgeheizt. Im Reaktor wird das Gemisch bei Temperaturen zwischen 700° und 900° C innerhalb einer Sekunde gecrackt. Mit der anschließenden Kühlung wird die
Zersetzung der gebildeten Produkte (Ethylen, Propylen, C4-Fraktion, Benzol) verhindert. Der Produktstrom wird anschließend gewaschen, getrocknet und fraktioniert. Zur Reingewinnung der Produkte (Ethylen, Propylen und Benzol) aus sind weitere spezielle Aufarbeitungsschritte notwendig.
Weltweit werden 97 Prozent der Ethylenproduktion durch die Dampfpyrolyse (Steamcracking) von Kohlenwasserstoffen hergestellt.

In Westeuropa und Japan fehlte es lange Zeit an ethanreichem Erdgas, so dass das aus Erdöl gewonnene Naphtha als der hauptsächliche Ethylen-Rohstoff genutzt wurde. Zunehmende Verwendung von Erdgas haben in Westeuopa den Naphthaanteil auf unter 80 Prozent sinken lassen.

Daten zu Ethylen (Ethen)
Index-Nr. 601-010-00-3 F+R12
EG-Nr. 200-815-3 R67
CAS-Nr. 74-85-1

Kennzeichnung
Symbol: F+
R: 12-67
S: (2-)9-16-33-46 

Literatur und Quellen
Das KATALYSE Umweltlexikon, 2. Auflage Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 1993, seit dem Jahr 1997 gepflegt und ständig erweitert als Online-Umweltlexikon.de, KATALYSE Institut, Köln 2006

Bahadir, M./Parlar,H./Spiteller, M.: Springer Umweltlexikon; Springer Verlag, Hamburg 2000

Baier, E.: Umweltlexikon; Ponte Press Verlags GmbH, Bochum 2002 

Karcher, R.  Jakubke, H.: Lexikon der Chemie;  Studienausgabe, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1998

Römpp, H./Falbe, J./Regitz, M .: Römpp Lexikon Chemie, 10. Auflage, Thieme Verlag Stuttgart 1996-1999

Ullmann: Ullmann`s Encyclopedia of Industrial Chemistry, Fifth Completely Revised Edition, Vol. A 10, Weinheim 1987

Autor: KATALYSE Institut

Ethylenoxid

E. (Ethenoxid, 1,2-Epoxyethan, Oxiran) ist ein farbloses, explosives Gas. Es ist mutagen und krebserregend (MAK-Liste III A2).

Für E. wird daher seit 1984 kein MAK-Wert mehr angegeben; etwa 100-200 mg/l Atemluft wirken für den Menschen in wenigen Augenblicken tödlich. Der TRK-Wert wurde auf 1 ppm (ml/m3) festgesetzt. Einatmen von E. bewirkt Kopfschmerzen, Benommenheit und Schwindel, Lungenödem, Leber- und Nierenschäden, Augenreizungen sowie Übelkeit und Erbrechen.

Inhalationen von höheren Konzentrationen können tödlich wirken. Der Kontakt mit flüssigem E. führt zu Erfrierung und Verätzung der betroffenen Körperpartien. Da E. keinen ausgeprägten Eigengeruch und damit keine geruchsbedingte Warnfunktion besitzt, kann es ohne Meßinstrumente nicht erkannt werden. Es wirkt bereits bei niedrigen Konzentrationen allmählich betäubend und kann somit zu schweren Vergiftungen führen.

E. ist nach der Gefahrstoffverordnung ein gefährlicher Stoff, der vor allem in der chemischen Industrie (bei Herstellung und Weiterverarbeitung), aber auch im Gesundheitswesen (als Desinfektionsmittel) für Krankheitsfälle bei den Beschäftigten verantwortlich ist. E. wird industriell für die Herstellung von Tensiden und Kunststoffen sowie zur Pharmazeutikaproduktion u.a. verwendet. Produktionsmenge 1991 Westdeutschland: 594.000 t.

Autor: KATALYSE Institut

Ethan

Zweiter gesättigter Kohlenwasserstoff in der homologen Alkanreihe.

Bestandteil von Erdgas, wird hauptsächlich durch katalytisches Cracken von Erdöl gewonnen. Ausgangsmaterial von Polyethylen. Reifungshormon von Pflanzen. Durch Umwandlung zu Ethylenoxid im Organismus wahrscheinlich krebserzeugendes Potential.

Autor: KATALYSE Institut