Bundesnaturschutzgesetz

Der Bund als Rahmengesetzgeber hat das B. am 20.12.1976 erlassen (letzte Änderung vom 21. September 1998; BGBl. I 1998 S. 2994).

Der Naturschutz in Deutschland stützt sich auf drei Säulen: den amtlichen, den ehrenamtlichen und den privaten Naturschutz. Der amtliche Naturschutz wird durch den Gesetzgeber in Bundes- und Landesnaturschutzgesetzen geregelt. Für die Durchführung konkreter Maßnahmen im Natur-, Landschafts- und Artenschutz sind die Bundesländer verantwortlich.

Innerhalb der Bundesländern werden die konkreten Maßnahmen des Naturschutzes von den jeweiligen Naturschutzbehörden überwacht. Darüber hinaus existieren spezielle Fachinstitutionen, deren Aufgabe in der wissenschaftlichen Beratung von Politik und Verwaltung besteht. Auf der Bundesebene übernimmt das Bundesamt für Naturschutz (BfN) die fachliche und wissenschaftliche Beratung des Bundesumweltministeriums. Auf Länderebene übernehmen u.a. die Landesanstalten und Landesämter für Naturschutz diese Aufgaben.

Das aktuelle B. wurde am 01.02.2002 verabschiedet - Die Zielbestimmung des Gesetzes orientiert sich an dem in Artikel 20 a des Grundgesetzes niedergelegten Umweltpflegeprinzip. Zu den wesentlichen, bereits im Regierungsentwurf vorgesehenen Änderungen gehören u.a.

  • Das Verhältnis von Naturschutz und Landwirtschaft wird neu definiert.
  • Die Förderung einer natur- und umweltverträglichen Landwirtschaft durch klare Anforderungen an die sogenannte "gute fachliche Praxis",
  • die Sicherung der biologischen Vielfalt durch Schaffung eines Biotopverbunds auf mindestens 10 Prozent der Landesfläche sowie
  • die Stärkung der Mitwirkungsrechte durch die erstmals bundesweit eingeführte Verbandsklage.

Darüber hinaus sieht das Gesetz erstmals vor, auch in der Zone bis zu 200 Meilen vor den Küsten Natur- und Vogelschutzgebiete auszuweisen. Auch das Verhältnis von Naturschutz sowie Sport und Erholung wird neu definiert, in dem der Erholungswert von Natur und Landschaft in der Zielbestimmung des Gesetzes verankert wurde.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Deutsche Naturschutzring (DNR) und der Naturschutzbund (NABU) begüßten die Verabschiedung des Gesetzes.

Das neue Gesetz stärkt wirksam den Schutz von einheimischen Tier- und Pflanzenarten sowie
ihrer Lebensräume. Besonders hervorzuheben ist die Einführung eines bundesweiten Biotopverbundes auf mindestens 10 Prozent der Landesfläche.
Das B. definiert Naturschutz und Landschaftspflege als übergreifende, das ganze Land erfassende Aufgabe. Damit wird der ganzheitliche Schutz des Naturhaushalts und der natürlichen Lebensgrundlagen bundesrechtlich verankert.

Autor: KATALYSE Institut

Bundesartenschutzverordnung

Die B. (BArtSchV) ist eine Verordnung zum Schutz wildlebender Tier- und Pflanzenarten vom 19.12.86, die zum 1.8.89 geändert wurde.

Sie wurde dadurch dem aktuellen Stand des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens angepaßt. Die B. ist eine Rechtsverordnung zum Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG). Sie regelt im ersten Abschnitt die zusätzliche Unterschutzstellung derjenigen schützenswerten Arten, die nicht schon durch EG-Recht in Verbindung mit dem Bundesnaturschutzgesetz besonders unter Schutz gestellt sind (EG-Verordnung).

Im zweiten Abschnitt der Verordnung gibt es zusätzliche Vorschriften für der Verordnung unterliegende Tier- und Pflanzenarten. Neben der Unterschutzstellung besonders gefährdeter wildlebender Tier- und Pflanzenarten enthält die B. besondere Bestimmungen für ihre Ein- und Ausfuhr. Die Haltung, Zucht und Vermarktung geschützter Wirbeltierarten unterliegt besonderen Anforderungen. Alle diese Tierarten sind den nach Landesrecht zuständigen Behörden meldepflichtig.

Der sechste Abschnitt der B. erläutert die verbotenen Handlungen: Es ist verboten ... wildlebenden Tieren der besonders geschützten Arten und der nicht besonders geschützten Wirbeltierarten, die nicht dem Jagd- oder Fischereirecht unterliegen, nachzustellen, sie anzulocken, zu fangen oder zu töten. Ausnahmen von den Verboten können von den zuständigen Behörden zugelassen werden, soweit dies "1. zur Abwendung erheblicher land-, forst-, fischerei-, wasser- oder sonstiger gemeinwirtschaftlicher Schäden, 2. zum Schutz der heimischen Tier- und Pflanzenwelt oder 3. für Zwecke der Forschung oder Lehre oder zur Nachzucht für einen dieser Zwecke erforderlich ist ...".

Die B. enthält einen Ländervorbehalt, d.h. die Länder können, soweit die nach Landesrecht zuständigen Behörden zur Zulassung von Ausnahmen berechtigt sind, solche Ausnahmen unter den jeweils dort genannten Voraussetzungen auch allgemein zulassen. Unter Schutz gestellt sind alle heimischen Säugetierarten, mit Ausnahme einiger Mausarten, der Nutria, Marderhund, Bisam, Waschbären und der Wanderratte. Vom Aussterben bedrohte Säugetierarten sind: Biber, alle heimischen Arten der Fledermäuse, europäischer Wildnerz, Bayerische Kleinwühlmaus, Sumpfmaus, Birkenmaus und Alpenspitzmaus.

Bei den Vögeln sind alle europäischen Arten geschützt, 131 Arten sind vom Aussterben bedroht. Auch alle Kriechtiere und Lurche stehen unter Schutz; von den Kriechtieren sind 24 und von den Lurchen 18 Arten vom Aussterben bedroht. Fische sind ebenso geschützt wie ein Großteil der Insekten, Schmetterlinge und Weichtiere. Unter den Pflanzen werden 239 Farn- und Blütenarten, fast alle heimischen Moose und Flechten und 18 Pilzarten besonders geschützt. Ein Viertel der Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht.

 

 

Autor: KATALYSE Institut

BUND

1975 gründeten Horst Stern, Bernhard Grzimek und 19 weitere Umweltschützer den Bund für Natur- und Umweltschutz Deutschland woraus 1977 der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hervorging. 1984 kam die BUNDjugend hinzu und 1989 schloss sich der BUND dem internationalen
Netzwerk Friends of the Earth an. Im Jahr 2000 hatte der BUND über 365.000 Mitglieder und ist somit der größte Umweltverband Deutschlands.

Der BUND hat u.a. das erste deutsche Solarmobil präsentiert und die Transrapidstrecke zwischen Berlin und Hamburg verhindert.
Mit unzähligen Aktionen und Kampagnen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene konnte der BUND Moore retten, gegen die Atomkraft mobil machen und sich für umwelt- und gesundheitsverträgliche Produkte einsetzen.
Der BUND engagiert sich für den Ausbau regenerativer Energien, für den Schutz des Waldes, für Müllvermeidung, für gesunde Lebensmittel. Der Schutz der Gewässer steht im Mittelpunkt der Arbeit des BUND, wobei die Frage wie wir morgen leben wollen von zentraler Bedeutung ist. Unter dem Aspekt der globalisierten Welt entwickelte der BUND alternative Vorschläge, wie eine nachhaltige internationale Zusammenarbeit aussehen kann und legte die Studie „Zukunftsfähiges Deutschland“ vor, die die Diskussion über eine nachhaltige Entwicklung in Deutschland initiierte.

Die wichtigsten Arbeitsbereiche:
- Bio- und Gentechnologie (Gentechnik als Mittel gegen den Welthunger)
- Bodenschutz und Altlasten (v.a. Waffenlager und ehemalige Truppenübungsplätze)
- Energie und Mittlere Technologie (erneuerbare Energien)
- Gesundheit („Vorsorgen ist billiger als Reparieren“)
- Immissionsschutz und Umweltgestaltung (z.B. Elektrosmog)
- Internationales
- Meer und Küste (v.a. Nord- und Ostsee, Schutz des Wattenmeeres)
- Naturschutz
- Recht
- Umweltethik/ Frieden
- Umweltchemikalien/ Toxikologie

Die Mitgliederzeitschrift BUNDmagazin, die vierteljährlich erscheint, informiert über zentrale Fragen des Umwelt- und Naturschutzes, berichtet über die Arbeit des BUND und gibt Öko-Tipps für den Alltag. Für Mitglieder ist die Zeitschrift kostenlos, ansonsten ist ein Abonnement für 15 € im Jahr zu erhalten.

Adresse/Kontakt:
BUND - Bundesgeschäftsstelle
Am Köllnischen Park 1
D-10179 Berlin
Fon 030 / 27 58 64 - 0
Fax 030 / 27 58 64 - 40
e-Mail: bund@bund.net
www.bund.net

Autor: KATALYSE Institut

Biotop

(griech.: topos=Ort) Das (oder der) B. ist der natürliche Lebensraum einer darauf abgestimmten Lebensgemeinschaft aus Pflanzen und Tieren (Biozönose).

Der Schutz von B. spielt eine Schlüsselrolle beim Artenschutz, denn die meisten Tiere und Pflanzen brauchen ein charakteristisches Beziehungsgefüge der biotischen und abiotischen Umweltfaktoren - ihr B.. Besonders gefährdete B. sind Wattenmeer, Moore, Auenlandschaften, Feuchtwiesen, Sümpfe u.a. Feuchtgebiete, Halb- und Trockenrasen, nährstoffarme, saubere Seen, sauerstoffreiche Fließgewässer.

Autor: KATALYSE Institut

Biosphärenreservate: Tabelle Biosphärenreservate in Deutschland

B. in Deutschland (Stand: 01.04.2000 - Bundesamt für Naturschutz)

Bundesland

B.-Reservat

Gründungsjahr

Gesamtfläche (ha)
Thüringen Vessertal-Thüringer Wald 1979 17.000
Brandenburg Flußlandschaft Elbe 1979/1997 374.432
Mecklenburg-Vorpommern      
Niedersachsen      
Schleswig-Holstein      
Sachsen-Anhalt      
Bayern Bayerischer Wald
Berchtesgaden
1983
1990
13.300
46.742
Schleswig-Holstein Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer 1990 273.000
Mecklenburg-Vorpommern Südost-Rügen
Schaalsee
1991
1998
23.500
30.257
Brandenburg Schorfheide-Chorin
Spreewald
1991
1991
129.161
47.452
Bayern, Hessen, Thüringen Rhön 1991 184.939
Niedersachsen Niedersächsisches Wattenmeer 1992 240.000
Hamburg Hamburgisches Wattenmeer 1992 11.700
Rheinland-Pfalz Pfälzerwald 1992 179.800
Sachsen Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft 1996 30.102
Deutschland gesamt   2000 1.601.385

Autor: KATALYSE Institut

Biosphärenreservate

B. sind gemäß §14a des Bundesnaturschutzgesetzes großräumige Schutzgebiete, die für das bestimmte Landschaftstypen charakteristisch sind oder einzigartige Lebensgemeinschaften beherbergen.

B. dienen vornehmlich der Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung von Landschaften, die durch die hergebrachte Nutzung durch den Menschen geprägt wurden. Neben natürlich entstandenen Gebieten werden in B. sowohl durch traditionelle Landnutzung entstandene harmonische Landschaften als auch durch Eingriffe des Menschen entstandene Ökosysteme geschützt und erhalten werden.

Das Schutzziel beinhaltet ausdrücklich auch den Schutz der in dem Gebiet historisch gewachsenen Arten- und Biotopvielfalt, einschließlich Wild- und früherer Kulturformen wirtschaftlich genutzter bzw. nutzbarer Tier- und Pflanzenarten. Darüber hinaus sollen B. beispielhaft der Entwicklung und Erprobung von die Naturgüter besonders schonenden Wirschaftsweisen dienen. B. werden von der UNESCO im Rahmen des Programms „Der Mensch und die Biosphäre“ anerkannt.

B. genießen einen zeitlich unbegrenzten Schutz. Abgestuft nach der Intensität zugelassener menschlicher Eingriffe werden drei Zonen innerhalb des Reservates unterschieden:

  • die streng geschützte Kernzone (core area),
  • eine abschirmende Puffer- oder Pflegezone (buffer zone) und
  • ein Übergangsgebiet oder Entwicklungszone (transition area) zur Wiederherstellung stabiler naturnaher ökologischer Verhältnisse.

In Biosphärenreservaten werden Konzepte für eine dauerhaft natur- und umweltgerechte Entwicklung erprobt und umgesetzt. Sie dienen der Erforschung der Beziehungen von Mensch und Umwelt sowie der Umweltbeobachtung und der Umweltbildung.

Siehe auch weitere Informationen unter:
Naturschutz
Nationalparke
Biosphärenreservate
Landschaftsschutzgebiete
Naturparke
Naturdenkmäler
Landschaftsbestandteile
Bundesnaturschutzgesetz

Autor: KATALYSE Institut

Biolumineszenz

B. ist die Lichterzeugung durch Lebewesen. Unter den Landtieren sind die Glühwürmchen das bekannteste Beispiel für B.

Bei Meeresorganismen ist die Fähigkeit zur Lichterzeugung weiter verbreitet und kommt in fast allen übergeordneten Gruppen vor - von Bakterien und Einzellern bis zu den Fischen. Das massenhafte Auftreten des einzelligen Dinoflagellaten Noctiluca miliaris ist sogar noch vom Strand aus als Meeresleuchten sichtbar.
Viele Tiere erzeugen das Licht nicht selbst, sondern nutzen dafür symbiotische Bakterien, die in speziellen Organen gehegt und gepflegt werden.
Das biogene Licht entsteht letztendlich immer bei einer chemischen Reaktion. Am besten untersucht ist das Luciferin-Luciferase-System, bei dem Luciferin-Moleküle durch das Enzym Luciferase gespalten werden und dabei Licht aussenden. Dabei wird die zuvor chemisch gebundene Energie zu 80 bis 95 Prozent in Licht umgewandelt.

Autor: KATALYSE Institut

Schwefeldioxid

S. (SO2)ist ein farbloses, stechend riechendes Gas, das beim Einleiten in Wasser schweflige Säure bildet. In der Natur befindet sich S. in vulkanischen Gasen und im Erdgas. 98 Prozent des industriell erzeugten S. dient zur Schwefelsäureherstellung.

S. findet vielfältige Verwendung: In der Lebensmittelchemie als Konservierungsstoff (Wein, Trockenfrüchte u.a.), in der Zellstoff- undTextilindustrie als Bleich- und Lösemittel sowie in der Abwasseraufbereitung (Abwasseraufbereitung).

Durch Verbrennung fossiler Brennstoffe ergibt sich eine große Belastung der Atmosphäre mit S: (Saurer Regen,Waldsterben, Winterssmog). Aufgrund der Bildung von schwefeliger Säure wirkt S. auf Mensch und Tier durch Reizung und Schädigung der Schleimhäute, Bronchospasmen und Reizhusten.

Konzentrationen ab 400-500 ppm S. sind kurzfristig bei Einatmung lebensbedrohlich (MAK-Wert: 2 ppm, entspricht 5 mg/m3). Die langfristige Einwirkung von S. führt zunächst zu fehlen des Geschmacks, roter Zunge und Beklemmungen, dann zu Lungenentzündungen bzw. –ödemen, zu Herz-Kreislauf-Versagen und Atemstillstand. Pflanzen reagieren entschieden empfindlicher auf die Einwirkung von S.. Anteile von 1-2 ppm S. genügen, um den natürlichen Photosynthese-Ablauf zu stören, was eine Schädigung der Blätter zur Folge hat (Blattnekrose, Waldsterben).

 

Autor: KATALYSE Institut

Schwebstaub

Alle festen Teilchen in der Atmosphäre nennt man S.. Je nach Teilchengröße unterscheidet man den Staub in Grob- und Feinstaub.

Da bei den Rauchgasentstaubungsanlagen die großen Teilchen besonders gut abgeschieden werden, besteht der in der Luft vorhandene S. zu ca. 90% aus Feinstaub. Feinstäube sind in bezug auf eine Gesundheitsgefährdung von großer Bedeutung, da sie lungengängig sind, in die Atmungsorgane des Menschen gelangen und sich so in den Lungenbläschen ablagern.

Zudem lagern sich umweltschädliche Stoffe wie Schwermetalle und polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe an diese Feinstäube an. Messtechnisch sind in jedem eingeatmeten m3 Luft erbgutverändernde bzw. krebserregende Substanzen feststellbar. Bei gleichzeitiger Einwirkung von Schwefeloxiden und S. in hohen Konzentrationen kommt es zu einem Anstieg von Todesfällen.

Siehe auch: Smog, Schadstoffe aus Kfz, Atmosphäre, Feinstaub

 

Autor: KATALYSE Institut

Rußzahl

Meßgröße für den Staub- und Rußanteil in Rauchgasen.

Bei Heizungsanlagen ist eine hohe R. ein Hinweis auf den schlechten Wirkungsgrad der Anlage. Die R. wird mit Hilfe der Rußpumpe gemessen, mit der das Abgas durch ein Filterpapier gesaugt wird. Die Schwärzung des Filterpapiers wird mit der Bacharach-Skala verglichen und erlaubt so die Bestimmung der R..

Siehe auch: Staub, Ruß, Rauchgasen

Autor: KATALYSE Institut

Robin Wood

1982 schlossen sich Umweltschützer zusammen, um gegen das Sterben der Wälder gewaltfrei in Aktion zu treten. Mittlerweile hat der Verein rund 2300 Mitglieder, in 20 Städten arbeiten Regionalgruppen.

Mit verschiedenen Aktionen setzen sich die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter gegen die Zerstörung der heimischen und der tropischen Wälder, gegen Energieverschwendung und für eine vernünftige Verkehrspolitik ein.
Robin Wood setzt sich auch aktiv für den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie und den endgültigen Stopp aller CASTOR- Transporte ein.
Folgende Schwerpunkte hat sich ROBIN WOOD für die nähere Zukunft gesetzt: die naturverträgliche Waldnutzung, das Forest Stewardship Council (FSC), die nordischen Wälder (u.a. Landrechtkonflikte der Saami im nordschwedischen Lappland) und Waldsterben durch Stickstoff-Immissionen aus der Massentierhaltung.

Das ROBIN WOOD- Magazin ist eine Zeitschrift für Umweltschutz und Ökologie, die viermal im Jahr erscheint. Die wechselnden Themenschwerpunkte liegen in den Bereichen Wald, Tropenwald, Energie, Müll, Klima und Verkehr. Dazu berichtet das Magazin über die Aktivitäten und Aktionen der Organisation ROBIN WOOD. Ein Jahresabonnement kostet € 12.

Kontakt:
ROBIN WOOD Bundesgeschäftsstelle
Postfach 102 122
28021 Bremen
Tel: 0421 - 59 828 8
Fax: 0421 - 59 828 72
eMail: geschaeftsstelle@robinwood.de
www.robinwood.de

Autor: KATALYSE Institut

Rauchgasentstickungsanlagen

R. sind Anlagen zur Abscheidung von Stickoxiden aus Rauchgas, die eingesetzt werden, wenn sog. Primärmaßnahmen zur Stickoxidminderung nicht ausreichen.

R. können außer bei Kohle- und Ölkraftwerken auch zur Reinigung der Rauchgase in anderen Industriezweigen (z.B. chemische Industrie, Eisen- und Stahlindustrie) eingesetzt werden. Das z.Z. am häufigsten eingesetzte Rauchgasentstickungsverfahren ist das sog. SCR-(Selective Catalytic Reduction)Verfahren. Bei diesem Verfahren werden die Stickoxide im Rauchgas in eine Reaktionskammer geleitet, wo sie mit eingedüstem Ammoniak zu den unschädlichen Reaktionsprodukten Stickstoff (N2) und Wasser umgesetzt werden.

Mit dem SCR-Verfahren kann die Stickoxidkonzentration im Rauchgas um 90% verringert werden. Eine SCR-R. für ein Kohlekraftwerk mit 700 MW elektrischer Leistung kostet ca. 70 Mio DM; lt. Beschluß der Umweltministerkonferenz vom 5.4.1984 müssen alle neuen Kohlekraftwerke der BRD mit einer Wärmeleistung von mehr als 300 MW einen Stickoxid-Grenzwert von 200 mg/m3 Rauchgas einhalten. Bei kohlebefeuerten Altanlagen muß zum frühestmöglichen Zeitpunkt der o.g. Grenzwert eingehalten werden (Altanlagensanierungsprogramm).

Siehe auch: Großfeuerungsanlagenverordnung, Kraftwerk, DESONOX-Verfahren, Stickoxiden

 

Autor: KATALYSE Institut

Rauchgasentstaubungsanlagen

R. sind Anlagen zur Abscheidung von Stäuben aus dem Rauchgas. R. können heute in allen Industriezweigen zur Verminderung der staubförmigen Emissionen eingesetzt werden.

Es werden verschiedene Verfahren eingesetzt:

  • Beim Massenkraftabscheider (Zyklonabscheider) wird das Rauchgas umgelenkt, wobei die Staubpartikel der Umlenkung schlecht folgen können und so abgeschieden werden. Dieses Verfahren wird überwiegend in kleineren Betrieben eingesetzt, wo keine so weitgehende Entstaubung wie bei Großanlagen gefordert wird (z.B. Entstaubung von holzstaubhaltiger Abluft in der Holzindustrie). Der Abscheidegrad (Abscheidung) der Stäube ist gering, und die gesundheitsgefährdenden Feinstäube (Staub) werden kaum zurückgehalten.
  • Beim Naßabscheider wird Flüssigkeit in das Rauchgas gesprüht, deren Tropfen die Staubpartikel binden und so aus dem Abgas waschen. Naßarbeitende Abscheider sollten nach Möglichkeit vermieden werden, da die mit dem Staub ins Abwasser eingetragenen Schwermetalle Probleme bei der Abwasserreinigung mit sich bringen.
  • Besonders geeignet zur Entstaubung von Rauchgasen sind Gewebefilter (filternde Abscheider) oder Elektrofilter (elektrische Abscheider).

Siehe auch: Staub, Stäuben, Emissionen

Autor: KATALYSE Institut

Rauchgasentschwefelungsanlagen

R. (REA) sind Anlagen, bei denen Schwefeloxide (Schwefeldioxid SO2 und Schwefeltrioxid SO3) aus Rauchgasen abgeschieden werden.

R. können außer bei Kohle- und Ölkraftwerken auch zur Reinigung in anderen Industriezweigen (z.B. Eisen- und Stahlindustrie, chemische Industrie) eingesetzt werden. Es wird zwischen trockenen, nassen und trocken-regenerativen R. unterschieden. Bei den trockenen Verfahren wird i.d.R. gemahlener Kalk in die Feuerung eingeblasen, wo er sich mit SO2 zu Sulfit verbindet und dadurch der natürliche Einbindungsgrad von SO2 in der Asche erhöht wird (Trocken-Additiv-Verfahren).

Bei den nassen Verfahren werden die SO2-haltigen Rauchgase in einer speziellen Anlage mit feinen Kalkschlammtröpfchen besprüht, wobei sich SO2 und Kalk zu Gips verbinden (REA-Gips). Anstelle von Kalkschlamm können auch Ammoniaklösungen (Walther-Verfahren) oder Natriumsulfit (Wellmann-Lord-Verfahren) verwendet werden. Der Abscheidegrad für Schwefeloxide liegt bei trockenen Verfahren bei nur 50%, bei nassen bei über 95%. Aufgrund der Großfeuerungsanlagenverordnung mußten alle deutschen Kraftwerke mit einer Wärmeleistung von mehr als 300 MW bis zum 1.7.1988 mit nassen R. ausgerüstet werden.

Aufgrund der neuen TA Luft von 1986 müssen auch Kohlekraftwerke mit einer Wärmeleistung von weniger als 50 MW mindestens nach dem trockenen Verfahren entschwefelt werden.
Durch den Einsatz von R. fielen 1989 in westdeutschen Steinkohlekraftwerken rd. 1,8 Mio t Gips an, in Braunkohlekraftwerken rd. 1,2 Mio t. Der Gips aus Steinkohlekraftwerken wird zu 100% verwertet, vorwiegend in der Bauindustrie (REA-Gips).

Der in Braunkohlekraftwerken anfallende Gips kann derzeit verfahrensbedingt aufgrund seiner Sulfit- und Sulfidbelastung nicht in der Bauindustrie eingesetzt werden, sondern wird in den Tagebaugruben (Braunkohle) deponiert.

Siehe auch: Wirbelschichtfeuerung, DESONOX-Verfahren

Autor: KATALYSE Institut

Rauchgas

Unter dem Begriff R. werden die bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe sowie der Müllverbrennung entstehenden und in die Atmosphäre abgeleiteten Stäube und Gase (z.B. Schwefeldioxid und Stickoxide) zusammengefasst.

Siehe auch: Verbrennung, fossiler Brennstoffe, Atmosphäre, Stäube, Gase

Autor: KATALYSE Institut

Photosmog

Siehe Sommersmog.

Autor: KATALYSE Institut

Photooxidantien

Luftschadstoffe werden durch Sonnenlicht oxidiert, wodurch in der Atmosphäre neue Schadstoffe wie Ozon, Peroxyacetylnitrat (Leitsubstanzen) und Wasserstoffperoxid entstehen. Vorläufersubstanzen sind Stickoxide und Kohlenwasserstoffe.

Gemeinsam sind alle Stoffe für die heute meist allein dem Ozon zugeschriebenen Reizungen von Augen und Atemwegen verantwortlich. Bei Inversionswetterlagen kommt es zur Bildung von photochemischen Smog, der durch verstärktes Auftreten der o.g. Substanzen geprägt ist. V.a. das ständig steigende Verkehrsaufkommen und der daraus resultierenden Zunahme der Vorläuferemissionen und als Folge häufig Auftreten kritischer Ozonkonzentrationen von mehr als 100 ppbv (200 µg O3/m3). Paradoxerweise findet man die höchsten Konzentrationen nicht in den Ballungsgebieten, sondern in den Rand- und Reinluftgebieten, die im Abwind der Emissionsquellen liegen, da es erst beim Luftmassentransport zur Bildung von P. kommt.

In Deutschland gibt es inzwischen ein bundesweites, engmaschiges Ozon-Messnetz. Nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz soll die Bevölkerung bei Konzentrationen >180 µg/m3 Ozon informiert und ab 360 µg/m3 Ozon gewarnt werden. Ab 240 µg/m3 Ozon können Verkehrsbeschränkungen eingeleitet werden.

Siehe auch: Atmosphäre, Schadstoffe, Ozon, Wasserstoffperoxid, Stickoxide, Kohlenwasserstoffe

Autor: KATALYSE Institut

Partikelfilter

P. (auch Rußfilter genannt) vermindern die bei der dieselmotorischen Verbrennung entstehenden Rußpartikel (Dieselmotor, Schadstoffe aus Kfz) um bis zu 90%.

Das Prinzip der meisten bisher eingesetzten Systeme ist ähnlich: Die Partikel werden in einem Keramikfilter mit großer Filteroberfläche gesammelt. Da die Abgastemperatur zur Verbrennung der Partikel nicht ausreicht, müssen die Filter regelmäßig durch Abbrennen des Rußes regeneriert werden. Dies geschieht entweder im Stillstand nach der Fahrt (Standregeneration), etwa mit Hilfe einer Glühkerze und eines Gebläses unter Kraftstoffzufuhr oder - technisch aufwendiger - während des Fahrbetriebes.

Dies ist z.B. mit Hilfe eines Doppelfilterssystems möglich, bei dem der Abgasstrom durch einen Filter geleitet wird, während der andere regeneriert wird. Andere Systeme arbeiten mit dieselbetriebenen Brennern, die das Abgas kurzzeitig auf ca. 600 Grad C erhitzen, so daß die Partikel abbrennen. Zum Einsatz kommen auch katalytische Verfahren, wobei eine Kupferschicht die Selbstzündungstemperatur von 600 oC auf ca. 250 oC reduziert. Zur Regenerierung wird nach Abkühlung des Motors Acetylaceton eingespritzt, das beim Wiederanlassen des Motors den Abbrennprozess einleitet, sobald 250 oC erreicht werden.

Eine andere Ausführung des P. ist die als elektrostatischer Filter. Rußpartikel, die mit den Abgasen durch das Rohr strömen, werden im elektrostatischen Feld negativ aufgeladen, fliegen in Richtung des an Masse gelegten Gehäuses und brennen dort in der katalytisch beschichteten Stahlwolle ab.
Die meisten der bisher entwickelten Systeme sind aufgrund der großen Bauweise lediglich für Lastkraftwagen und Busse geeignet und v.a. für den Einsatz im Stadtverkehr konzipiert, da die Beanspruchungen im Langstreckeneinsatz höher sind.

In einem von 1990 bis Ende 1992 laufenden Großversuch des Bundesumweltministeriums werden Rußfiltersysteme in etwa 1.500 Nutzfahrzeugen (Lkw und Busse) getestet und zum Nachweis der Serienreife über zwei Jahre messtechnisch betreut.
Der sog. Cityfilter für Lkw-Dieselmotoren ist im Prinzip ein P., der zusätzlich die Emissionen von Kohlenwasserstoffen und Kohlenmonoxid um 50-60% reduziert, indem er diese zu Wasser und Kohlendioxid oxidiert.

Siehe auch: Rußfilter, Dieselmotor, Schadstoffe aus Kfz

 

Autor: KATALYSE Institut

Ozonschicht

Siehe Ozonabbau.

Autor: KATALYSE Institut

Ozonloch

Siehe Ozonabbau.

Autor: KATALYSE Institut

Ozonabbau

In der Stratosphäre (Atmosphäre) wird unter dem Einfluß von UV-Strahlung in einer Höhe von etwa 20-50 km die sog. Ozon-Schicht gebildet, die ein lebensnotwendiges Schutzschild gegen UV-Strahlung darstellt.

Durch den Eintrag von Schadstoffen, insb. von FCKWs, kommt es zum O. in der Stratosphäre; wird die Ozonschicht zu über 50% verringert, wie dies unter den speziellen Bedingungen am Südpol auftritt, spricht man vom Ozonloch.

Ausmaß des O.: Weltweit hat sich die stratosphärische Ozonkonzentration seit 1970 im Sommer um 3-4% und im Winter um 5-6% verringert. Berechnungen nach werden für das Jahr 2000 in mittleren Breiten Ozonverluste von 5-10% erwartet (Sommer). Den stärksten O. finden wir über der Antarktis; er stellt die gravierendste Störung in der chemischen Zusammensetzung der Erdatmosphäre dar. Die maximale Ausdehnung des antarktischen Ozonlochs trat bislang am Ende des antarktischen Winters in den Jahren 1987 und 1989 auf. Der O. betrug in einer Höhe von 15-20 km mehr als 90%. Am Nordpol wurde 1989 ein maximaler O. von 17% beobachtet.

Ursachen: Für den O. sind über 150 verschiedene, komplexe chemische Reaktionen verantwortlich. Hauptverursacher ist das über verschiedene Schadstoffe (insb.FCKW) in die Stratosphäre eingetragene Chlor, dessen Gehalt sich von 1,3 ppb (1970) auf 3 ppb (1990) erhöht hat. Chlor wirkt bei der Umwandlung von Ozon in normalen Sauerstoff als Katalysator, d.h., es geht unbeschadet aus der Reaktion hervor und kann, solange es sich in der Stratosphäre (Atmosphäre) befindet, immer neue Ozonmoleküle umwandeln. Hierdurch wird in der Gesamtbilanz mehr Ozon abgebaut, als durch UV-Strahlung nachgebildet wird. Der katalytische O. ist quadratisch von der Chlor-Konzentration abhängig.

An den Polen finden wir einen besonders starken O., da die wichtigsten ozonzerstörenden Reaktionen erst unter Temperaturen von -80 Grad C ablaufen, die an den Polen schon in geringerer Tiefe vorliegen (-Atmosphäre}). Der O. wird zusätzlich beschleunigt durch Reaktionen an Eis- und Eis-Salpetersäure-
Teilchen. Der extreme Abbau am Südpol wird v.a. auf spezielle meteorologische Bedingungen, wie z.B. geringer Luftaustausch durch stehenden Luftwirbel, zurückgeführt. Das antarktische Ozonloch beeinflußt durch "Auffülleffekte" die gesamte Südhemisphäre (O. von bis zu 10%), wovon insb. Australien und Neuseeland betroffen sind (Hautkrebs).

Weitere Einflüsse, die den O. begünstigen, z.B. dadurch, daß sie den atmosphärischen Bereich, in dem der O. stattfindet, ausdehnen: Kühlung der Stratosphäre infolge der verstärkten Wärmeabsorption in der Troposphäre (Treibhauseffekt), Zunahme des Stickoxidgehalts durch wachsende Distickstoffoxidkonzentrationen (N2) und Flugverkehr und Zunahme des Wasserdampfgehalts durch zunehmende Methan-Konzentrationen (Treibhauseffekt) und Flugverkehr.

Folgen: Ozonmoleküle absorbierem nahezu die gesamte Solarstrahlung (Globalstrahlung) im Wellenlängenbereich von 230 bis 320 nm, also v.a. die gefährliche UV-B-Strahlung (UV-Strahlung). Für jedes Prozent weniger Ozon in der Stratosphäre nimmt die UV-Strahlung um etwa 2% zu. Die Folgen zunehmender UV-Strahlung sind insb. Hautkrebs und Grauer Star, beides Krankheiten die bereits in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben und weiter stark zunehmen werden (Hautkrebs, Grauer Star).

Gegenmaßnahmen: Wichtigste Maßnahme ist die drastische Reduzierung von Schadstoffemissionen, die in der Stratosphäre Chlor freisetzen. Wichtigste Stoffgruppe sind die FCKWs, die insb. als Lösemittel, Treibgase, Kühlmittel und Aufschäum-/Isoliermittel (FCKW, Spraydosen, Kühlschrank) eingesetzt werden. Obwohl seit 1974 der Mechanismus des O. bekannt ist, wurden wirksame Gegenmaßnahmen immer wieder verzögert. Erst 1992 einigte sich bei den Vereinten Nationen eine Mehrheit auf ein FCKW-Verbot bis Ende 1995 (FCKW).

Die Erblasten dieser verspäteten Reaktion werden Menschen, Tiere und Pflanzen in den nächsten Jahrzehnten zu spüren bekommen, da noch Jahrzehnte später FCKWs aus z.B. Altgeräten freigesetzt werden, der FCKW-Eintrag verzögert stattfindet und FCKWs und Folgeprodukte (v.a. Chlor) sehr lange Verweilzeiten in der Stratosphäre haben (über 100 Jahre). Viele der geplanten FCKW-Ersatzstoffe gelten als klimarelevante Spurengase (FCKW, Treibhauseffekt).
Ozon am Boden: Während die lebensnotwendige Ozonschicht abgebaut wird, wachsen die Konzentrationen an bodennahem, schädlichem Ozon (Ozon, Sommersmog).

Autor: KATALYSE Institut

Ozon

O. (O{t3) ist ein Sauerstoffmolekül aus drei Sauerstoffatomen, es wirkt als sehr starkes Oxidationsmittel mit typischem, leicht stechendem Geruch (Geruchsschwelle bei 10 ppb, entspricht 20 µg O. pro m3 Luft).

O. zerfällt nach kurzer Zeit in normalen Sauerstoff (O2). Die aggressive Sauerstoff-Form O. wird überall dort gebildet, wo durch Energiezufuhr O2 in Sauerstoffatome (O) zerlegt wird, die mit weiterem O2 zu O. reagieren können. Dies kann geschehen durch UV-Strahlung, Blitzschlag, Schweißen und auch elektrische Entladungen von Hochspannungen, wie sie in Photokopierern (Kopieren), Laserdruckern und Luftionisiergeräten auftreten.

Die Umweltauswirkungen von O. sind sehr unterschiedlich, je nachdem in welchem Bereich der Atmosphäre es sich befindet. In der Stratosphäre (Atmosphäre) wird unter dem Einfluß von UV-Strahlung in einer Höhe von etwa 20-50 km die sog. O.-Schicht aufgebaut, die ein lebensnotwendiges Schutzschild gegen {-UV-Strahlung darstellt. Der durch Schadstoffeintrag bewirkte Abbau der O.-Schicht stellt eine große Gefahr für das irdische Leben dar (Ozonabbau, UV-Strahlung, Hautkrebs, Grauer Star).}

In den unteren Schichten der Atmosphäre wird O. bei gleichzeitigem Auftreten von Stickoxiden, Kohlenwasserstoffen, Kohlenmonoxid und Sonnenlicht gebildet. O. ist Hauptbestandteil des Sommersmogs, der v.a. aus Autoabgasen (Schadstoffe aus Kfz) unter Sonnenlichteinwirkung entsteht (Ausmaß, Schäden und gesundheitliche Folgen s.u.).

Troposhärisches (Atmosphäre) O. gehört mit Kohlendioxid, Methan und FCKWs zu den vier wichtigsten klimarelevanten Spurengasen, die den Treibhauseffekt verursachen und damit das Klima bedrohen.

Belastung durch bodennahes O.(Sommersmog): Der natürliche O.-Gehalt bodennaher Luft beträgt etwa 20 µg/m3 und kann sommerliche Spitzenwerte von 60-80 µg/m3 annehmen. In Deutschland liegen die Werte im Sommer häufig bei 80-100 µg/m3, mit Spitzenwerten bis zu 300 µg/m3.

Die höchsten O.-Werte finden sich in den Sommermonaten, am frühen Nachmittag. Fast jeden Sommer treten in Deutschland regelmäßig O.-Richtwertüberschreitungen nach Sommersmog-Gesetz von 1985 auf. Wenn der Schwellenwert von 240 µg/m3an mindestens drei auseinanderliegenden Messstellen überschritten wird und die Wetterprognose für den nächten Tag ein Weiterbestehen der O.-Belastung erwarten lsst, tritt ein 24-stündiges Fahrverbit für nicht schadstoffarme Kraftfahrzeuge (ohneDrei-Wege-Katalysator) in Kraft.

Zu einem tatsächlichen Fahrverbot ist es jedoch in der Praxis nicht gekommen und die Wirkungen sind auch als eher gering einzuschätzen, da der überweiegende Kraftfahrzeugbestand mit geregeltem Katalysator ausgerüstet ist und viele Ausnahmen existieren. Seit Juli 2000 ist die Sommersmogregelung außer Kraft.

In Metropolen in sonnigen Gegenden werden sogar Werte von 700-1.000 µg/m3erreicht. In Mexico City liegt der O.-Gehalt an 300 Tagen im Jahr über 220 µg/m3(internationaler Richtwert).

In ländlichen Gebieten liegen die O.-Konzentrationen im Durchschnitt oft mehr als doppelt so hoch wie in Ballungsgebieten. Das liegt v.a. daran, dass in Ballungsgebieten auch nachts infolge weiterer Stickoxidzufuhr O. durch Stickoxide abgebaut wird, während gleichzeitig mangels Sonnenlicht keine Neubildung erfolgt. So finden wir zwar tagsüber in den Städten O.-Spitzenbelastungen, während nachts der O.-Pegel weit unter Landniveau absinkt. In Waldgebieten kommt hinzu, dass der Wald selbst organische Kohlenwasserstoffe emittiert (Terpene), die wie Stickoxide unter Sonnenlichteinfluss O. produzieren.

Bodennahes O. stellt wie auch das stratosphärische O. einen UV-Filter dar, der bei hohen O.-Konzentrationen lokal die Intensität der UV-Strahlung bis auf Normalniveau abschwächen kann.
Richtwerte: International und national gelten eine Reihe verschiedener Richt- und Grenzwerte. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) legte einen Acht-Stunden-Mittelwert von 100 bis 120 µg/m3 als Luftqualitätsrichtlinie fest.

In Innenräumen sind meist nur geringe O.-Konzentrationen nachweisbar, da es mit den meisten Oberflächen feste Verbindungen eingeht. Am Arbeitsplatz gilt der MAK-Wert von 200 mg/m3 (Laserdrucker, Kopieren) und in der Außenluft der MIK-Wert von 120 µg/m3.

Schäden durch bodennahes O.: Bei 20-30 Prozent aller Menschen beeinträchtigen bereits O.-Konzentrationen zwischen 90 und 120 µg/m3 die Gesundheit, z.B. durch Beeinträchtigung der Lungenfunktion. Bei Bäumen und Pflanzen wirkt O. als Zellgift, führt zur Hemmung von Wasseraufnahme und Photosynthese, zum Absterben der Blätter und mindert das Wachstum. Als Dauerbelastung für Pflanzen empfiehlt die WHO 60 µg/m3. In Europa und den USA werden 5-15 Prozent der Ernteverluste auf O. zurückgeführt. Bei einer Konzentration von 180 µg/m3 geht der Ernteertrag z.B. bei Soja um 30 Prozent zurück. Das bodennahe O. gehört neben Schwefeldioxid und Stickoxiden zu den Hauptverursachern des Waldsterbens.

O. greift als starkes Oxidations- und Bleichmittel Autoreifen,

Gummi, Leder, Textilien und Anstriche an.

Schäden beim Menschen: O. beeinträchtigt v.a. die Lungenfunktion, und zwar abhängig von Konzentration und Expositionsdauer. Geringe Konzentrationen verursachen, wenn sie entsprechend lange eingeatmet werden, denselben Schaden wie hohe mit einer kurzen Einwirkzeit. Immer mehr Menschen leiden an der sog. Sommerbronchitis: Atembeschwerden, Reizung und Trockenheit im Rachen, Husten, verstärkte Schleimbildung der Bronchien. Befunde lassen auf die Entwicklung eines chronischen Lungenschadens durch O. schließen. Zusammen mit der Lungenfunktion mindert O. die körperliche Leistungsfähigkeit. Weitere Folgen: Augenreizungen, Kopfschmerzen, Übelkeit, abnorme Müdigkeit und Schwächung des Immunsystems.

Medizin: Der Einsatz von O. in der Medizin sowie die Geschichten von der gesunden, O.-reichen Waldluft beruhen weitgehend auf Fehlinterpretationen des 19.Jahrhunderts. Die Eigenschaft von O. in hohen Konzentrationen, Bakterien abzutöten, und der in der Tat hohe O.-Gehalt in Waldgebieten (durch Stickoxideintrag der Ballungsgebiete und Terpene (s.o.)) schaffte den Mythos vom gesunden O., der Geruch von O. wurde mit frischer Waldluft gleichgesetzt. Aus heutiger Sicht muß vor O.-Kuren und Luftionisiergeräten gewarnt werden, denn außer einer kurzfristigen Stimulation des Immunsystems treten obengenannte Schädigungen auf.

Aufgrund seiner starken Oxidationswirkung kann O. als Desinfektionsmittel gegen Bakterien und andere Erreger eingesetzt werden, so z.B. zur Entkeimung von Wasser (Ozonierung).

Die größte Quelle für bodennahes O. ist der Verkehr (Stickoxide); es folgen Feuerungsanlagen aller Art (Stickoxide und Kohlenmonoxid, Kraftwerke), Herstellung und Verwendung lösemittelhaltiger Produkte (Kohlenwasserstoffe) sowie Treibgase wie Butan und Propan. Aber auch Rinderhaltung (Massentierhaltung) und Mülldeponien (Deponiegas) tragen durch Emission des Kohlenwasserstoffs Methan bei.

Gegenmaßnahme zur Reduzierung der O.-Belastungen ist v.a. die Einschränkung des mit Verbrennungsmotoren (Straßenverkehr) ausgestatteten Individualverkehrs bis hin zu Fahrverboten. Sinnvoll ist v.a. die verstärkte Benutzung von öffentlichem Personennahverkehr und Fahrrad. In Kalifornien muss inzwischen ein bestimmter Anteil der Neuwagen elektrisch betrieben werden (Elektroauto).

Literatur: Bodennahes OZON - Verbraucherinformation zum Sommersmog; KATALYSE Nachrichten Sonderausgabe 1995

 

Autor: KATALYSE Institut

Orkane

Winde mit Geschwindigkeiten über 118 km/h (ab Windstärke 12).

O. gehören allgemein zu den Wirbelstürmen. Sie kommen als tropische O. und als die Tornados Nordamerikas in den Außertropen vor. Von geringerer Bedeutung sind die mit ihnen verwandten, in anderen Teilen der Erde auftretenden Wind- und Wasserhosen (Tromben).

Tropische O. entstehen nur über dem Meer, wo die Luftmassen besonders feucht sind und die Wassertemperatur mindestens 27 Grad Celsius beträgt. Die meisten tropischen O. beobachtet man deshalb im Spätsommer und Frühherbst der betreffenden Halbkugel. Die Häufigkeit der tropischen O. ist je nach Gebiet unterschiedlich. Der Wind erreicht oft Geschwindigkeiten von 200 km/h und mehr.

Verläuft die Zugbahn über Inseln und Küstengebiete, bilden neben der zerstörenden Wirkung des Windes meterhohe Flutwellen eine zusätzliche Gefahr. Beim relativ seltenen Übertritt auf das Festland verlieren die tropischen Wirbelstürme rasch an Energie. Am bekanntesten sind die westindischen Hurrikane und die Taifune der Gewässer Chinas und Japans.

Tornados des subtropisch gemäßigten Klimas entstehen über dem Festland. Sie hinterlassen auf einem schmalen Band aufgrund ihrer Windgeschwindigkeiten von bis zu 500 km/h und ihres starken Unterdrucks große Zerstörungen.
In den letzten Jahren sind O. vermehrt und heftiger aufgetreten; manche Wissenschaftler sehen hierin erste Anzeichen des Treibhauseffektes.

Gerade für die dichtbesiedelten Küsten- und Flussdeltagebiete der Entwicklungsländer bilden die O. im Zusammenhang mit einer Erhöhung des Meeresspiegels eine große Gefahr. Beispiele: September 1988, heftigster Wirbelsturm dieses Jahrhunderts über Jamaica; April 1991, Sturmflut mit Tausenden von Toten in Bangladesh. Vorhersagen für den indirekten Treibhauseffekt, dazu gehören auch die O., sind in der Wissenschaft noch äußerst unsicher.

Autor: KATALYSE Institut

Mikroklima

Das Klima im Bereich der bodennahen Luftschichten bis etwa 2 m Höhe.

Es entsteht durch die Nähe der Bodenoberfläche. Hier herrschen schwächere Luftbewegungen, aber größere Temperaturunterschiede. Die Verschiedenheit des Bodens, des Geländes und des Pflanzenbewuchses kann auf engem Raum große Klimagegensätze entstehen lassen. Das M. ist besonders für niedrige Pflanzen von entscheidender Bedeutung, da sie ihr klimaempfindlichstes Lebensstadium in der bodennahen Luftschicht durchlaufen.

Siehe auch: Stadtklima, Klima

Autor: KATALYSE Institut