Phytomedizin
Die in der P. verwendeten Arzneimittel sind rein pflanzlich und werden auch als Naturheilmittel bezeichnet.
Die in der P. verwendeten Medikamente (Phytopharmaka) sind oft hochwirksam und können daher bei falscher Anwendung auch gefährlich sein. Obwohl die meisten Phytopharmaka keine Nebenwirkungen haben, sollte jedoch beachtet werden, daß sie nicht in jedem Fall frei von Nebenwirkungen sind. Phytopharmaka bestehen aus Stoffen oder Zubereitungen aus Stoffen, die Pflanzen, Pflanzenteile und Pflanzenbestandteile in bearbeitetem oder unbearbeitetem Zustand enthalten (Tees, Extrakte etc.).
Pflanzen enthalten stets ein kompliziertes Gemisch von Inhaltsstoffen, das von Anbaugebiet, Klima usw. beeinflußt wird, wodurch sich auch die Wirkung der Pflanze verändern kann. Daher ist eine präzise Deklaration der Inhaltsstoffe auch bei Phytopharmaka nötig. Einige Beispiele für Heilkräuter, deren Wirkung wissenschaftlich nachgewiesen wurde: Ginkgo biloba fördert Durchblutung und Hirnleistung; Kamille wirkt entzündungshemmend; Beinwell hilft bei Prellungen und Entzündungen; Knoblauch senkt die Blutfettwerte und die Cholesterinproduktion und beugt Arteriosklerose vor; Salbei heilt Infektionen in Hals und Rachen (Naturheilkunde).
Als P. wird auch die Behandlung von Nutzpflanzenerkrankungen mit Pflanzenextrakten bezeichnet.
siehe auch: Pflanzenschutz
Autor: KATALYSE Institut
Pflanzenschutzsachkunde
Im Pflanzenschutzgesetz sind in 10 die persönlichen Anforderungen für den Umgang mit Pflanzenschutzmitteln geregelt.
Wer Pflanzenschutzmittel anwendet, muß die dafür erforderliche Zuverlässigkeit sowie die fachlichen Kenntnisse und Fähigkeiten haben. Dadurch soll die Gewähr gegeben sein, daß durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln keine vermeidbaren schädlichen Auswirkungen, insb. auf den Naturhaushalt, auftreten.
Allerdings ist auch die Gefährdung der Anwender so hoch, daß bei längerfristigem unsachgemäßem Umgang (z.B. Arbeiten ohne Schutzkleidung) mit den Mitteln erhebliche gesundheitliche Schädigungen der betreffenden Personen auftreten; v.a. in Entwicklungsländer verkaufte Pestizide enthalten oft völlig unzureichende Gefährdungs- und Anwendungshinweise für die zu einem großen Teil analphabetischen Bauern (Pestizidexport).
Autor: KATALYSE Institut
Pflanzenschutzmittel
P. sind nach dem Pflanzenschutzgesetz Stoffe, die Pflanzen vor Schadorganismen schützen, Nährstoffmangel verhindern oder beheben oder die Widerstandsfähigkeit von Pflanzen gegenüber Schädigungen (Viren, Bakterien, Unkräuter) erhöhen.
Die Bezeichnung Schädlingsbekämpfungsmittel wäre treffende. P. werden auch häufig als Pestizide bezeichnet. Sie dienen zum Schutz von Kulturpflanzen. Man unterscheidet: Insektizide (gegen Insekten), Fungizide (gegen Pilze) und Herbizide (gegen Wildkräuter) u.v.m. Diese Einteilung täuscht eine gezielte Giftwirkung auf die genannten Organismen vor, die aber selten gegeben ist, da Pflanzenschutzmittel in grundlegende Stoffwechselvorgänge eingreifen. Für den Umweltschutz von besonderer Bedeutung: Bei der Anwendung erreicht nur ein Teil der P. sein Ziel, der andere dringt in den Boden ein und gelangt durch Auswaschung ins Grundwasser.
Die Ausbreitung von Pflanzenkrankheiten und Insektenbefall ist v.a. auf den meist üblichen Anbau von Nutzpflanzen in Monokulturen zurückzuführen. Die Ursachen von Schädigungen werden durch folgende Wirkstoffklassen von Pflanzenschutzmittel behandelt, die auf die Vernichtung der Schädlingsklasse zielen, wie z.B.:
- Herbizide gegen Unkräuter
- Insektizide gegen Insekten
- Algizide gegen Algen, Moose und Flechten
- Aphizide gegen Blattläuse
- Akrazide gegen Milben
- Fungizide gegen Pilze
- Bakterizide gegen Bakterien
- Viruzide gegen Viren
- Molluskizide gegen Schnecken
- Rodentizide gegen Nagetiere
Das bekannteste Beispiel für die negativen Auswirkungen von Schädlingsbekämpfungsmitteln auf Umwelt und Mensch ist der Einsatz von DDT in den vierziger bis siebziger Jahren. Obwohl inzwischen lange verboten, ist das äußerst persistente DDT noch überall auf der Welt nachweisbar. Zu den P. gehören auch Wachstumsregulatoren und Pflanzenstärkungsmittel. Einen Spezialfall im Pflanzenschutz bilden Wachstumsregulatoren, mit ihnen beeinflusst man ganz spezifisch das Wachstum von Pflanzen, z.B. kann das Umkippen von Getreidehalmen kurz vor der Ernte verhindert werden.
P. dürfen in der EU nur in den Verkehr gebracht werden, wenn sie amtlich zugelassen worden sind. In Deutschland ist dafür die Biologische Bundesanstalt (BBA) in Braunschweig zuständig.
Der Hersteller, Vertreiber oder Einführer eines Pflanzenschutzmittels muss bei der BBA vor Inverkehrbringen oder Einfuhr einen Antrag auf Zulassung stellen. Dabei müssen alle für die Prüfung erforderlichen Unterlagen vorliegen, das Mittel muss hinreichend wirksam sein und bei bestimmungsgemäßer und sachgerechter Anwendung darf das Mittel keine schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier und auf das Grundwasser haben und keine sonstigen Auswirkungen, insbesondere auf den Naturhaushalt, haben, die nach dem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht vertretbar sind.
In der P.-Verordnung von 1998 sind die Vorschriften über den Antrag auf Zulassung, Art und Umfang der notwendigen Unterlagen, über den Sachverständigenausschuss, die Meldung der Wirkstoffe durch die Hersteller sowie die Beschaffenheit von Pflanzenschutzmittelgeräten geregelt.
Im P.-Verzeichnis der BBA sind die zugelassenen P. mit ihren Wirkstoffnamen, Wirkstoffgehalt, Handelsnamen, Hersteller, Gefahrensymbol, Wartezeit, Bienengefährlichkeit usw. aufgeführt.
Ende 1997 waren in Deutschland 1031 P. mit 257 Wirkstoffen zugelassen. Mit P. wurde in Deutschland im Jahr 2000 ein Nettoumsatz von ca. 1 Mrd. Euro erzielt. Die Exporterlöse mit P. stiegen im Jahr 2000 um 6,6 Prozent auf ca. 2,2 Mrd.Mark. Dies ergibt einen Gesamtumsatz von 3,2 Mrd. Mark. Der Weltmarkt für P. umfasst einen Umsatz von rund 27,5 Milliarden Dollar. In Deutschland ansässige P.-Hersteller exportierten im Jahr 2000 102.429 Tonnen P.
Weltweit entfallen fast 50 Prozent des Pflanzenschutzmarkts und damit 24 Milliarden Mark auf die Kulturen Getreide, Mais, Reis, Soja und Baumwolle. Teilweise starke regionale Bedeutung haben Kulturen, wie Gemüse, Obst, Nüsse und Wein. Im Sojaanbau werden mit einem Anteil von knapp 90 Prozent fast ausschließlich Herbizide eingesetzt, während in der Baumwolle die Insektizide mit rund 65 Prozent den größten Anteil haben. Im Getreidebau machen Herbizide und Fungizide insgesamt 90 Prozent aus.
Im Jahr 2000 wurden in Deutschland insgesamt 28.480 Tonnen Wirkstoffe verkauft und sind damit auch in etwa dieser Größenordnung in die Umwelt ausgebracht worden. Die Wirkstoffe verteilen sich auf folgende Wirkstoffklassen:
- 15.404 Tonnen Herbizide
- 9.266 Tonnen Fungizide
- 962 Tonnen Insektizide
- 2.848 Tonnen sonstige P.
Für den Garten, einschließlich Düngemittel mit Herbiziden wurden im Jahr 2000 P. im Wert von 145 Millionen Mark verkauft. Im häuslichen Bereich, einschließlich Balkon und Terrasse, betrug der Umsatz 161 Millionen Mark. Davon entfielen 94 Millionen Mark auf Schädlingsbekämpfungsmittel.
Die deutschen Umweltverbände befürchten die Wiederzulassung gefährlicher P. durch eine von der EU geplante Positivliste. Hierdurch könnten in Deutschland verbotene Stoffe wie z.B. Fenthion und Azinphosmethyl wieder regulär in den Handel kommen. Auf Drängen der Industrie sollen auch die extrem toxischen Organophosphate aufgenommen werden, die eine große Bedrohung für Nützlinge und Vögel darstellen. Das UBA kritisiert, dass die ökologischen Risiken der P. relativiert und bedenkliche Substanzen als tolerierbar angesehen werden.
Autor: KATALYSE Institut
Sonnenstudio
Siehe Solarium.
Autor: KATALYSE Institut
Sonnenschutzmittel
Die einzige Möglichkeit, die Bestrahlungsdauer durch UV-Strahlung, ohne das Risiko eines Sonnenbrandes zu erhöhen, besteht in der Verwendung von S..
Die Sonnenschutzwirkung von Cremes wird mit Hilfe von Filtersubstanzen, auch UV-Absorber genannt, erreicht. Über 20 verschiedene Stoffe sind in der Kosmetikverordnung erlaubt. S. enthalten i.d.R. Filter für UV-B- und UV-A-Licht (UV-Strahlung).
Der Lichtschutzfaktor gibt an, wie stark die Schutzwirkung des Filters ist: Bei einer Eigenschutzzeit von 10 min (Hauttyp I) und einem Sonnenschutzfaktor 12 kann man 120 min in der Sonne bleiben. Die auf den Sonnenschutzcremes deklarierten Lichtschutzfaktoren geben allerdings nur Anhaltspunkte, wie Tests ergeben haben.
So kann ein deklarierter Sonnenschutzfaktor 6 nur dem von 4 entsprechen. Um den Schutz im Wasser aufrechtzuerhalten, wurden wasserfeste S. entwickelt.
Siehe auch: Sonnenbaden, Sonnenbrand, UV-Strahlung, Ozonabbau
Autor: KATALYSE Institut
Sonnenbrand
Häufige Reaktion der Haut auf Einwirkung von UV-Strahlung.
Der S. ist nicht Folge thermischer Schädigungen der Haut, sondern wird durch komplexe chemische Abläufe verursacht, die nach Absorption von UV-Strahlungsquanten in chemischen Veränderungen von Molekülen und der Freisetzung von Zellgiften münden.
Ob es zum S. kommt, ist abhängig vom genetisch fixierten Hauttyp, von den Witterungsverhältnissen und der Bestrahlungsdauer. Besonders an der See und im Hochgebirge ist der UV-Anteil des Sonnenlichts hoch, da hier absorbierende Staub- und Dunstteilchen fehlen und die Reflexion der UV-Strahlung durch Sand, Wasser oder Schnee hinzukommt.
Im Alltag kann S. auch von Halogenlampen und Solarium verursacht werden.
Die UV-Dosis, die nötig ist, eine gut abgrenzbare Hautrötung zu erzeugen, heißt minimale Erythemdosis (MED); diese ist im Hochsommer bei 20 min Sonnenexposition erreicht. Für den klinisch manifesten S. ist eine mehrfache MED nötig.
Die Hautreaktion mit Rötung, Schwellung, Blasenbildung und Schuppung entsteht durch die Freisetzung von Entzündungsmediatoren und direkten Zellschaden. Nach 4-6 h stellt sich der S. ein und erreicht den Höhepunkt nach 12-24 h, wonach er innerhalb der folgenden 48 h wieder abklingt.
Der S. kann verbunden sein mit allgemeinem Unwohlsein, Fieber, Übelkeit, Kopfschmerz, Kreislaufkollaps.
Spätfolgen von UV-Strahlung:
Sonnenbaden, Hautkrebs, UV-Strahlung
Autor: KATALYSE Institut
Sonnenbaden
Jegliches S., auch ohne Sonnenbrand, stellt infolge der UV-Strahlung der Sonne ein Risiko für die Haut dar.
Die Bräunung der Haut (stärkere Pigmentierung) ist einzig und allein eine Schutzreaktion der Haut auf zuviel UV-A-Strahlung (UV-Strahlung).
Wichtigster Spätschaden ist der Hautkrebs. Jede UV-Dosis erhöht das Risiko für einen späteren Hautkrebs, wobei sich das Krebsrisiko bei doppelter UV-Dosis vervierfacht. Als Schwellenwert für den Ausbruch von Krebs geben Wissenschaftler etwa 25.000 Sonnenstunden an. Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft formuliert daraus den Rat, nicht mehr als 50 Sonnenbäder im Jahr zu nehmen. Besonders gefährdet sind Kinder und hellhäutige Menschen.
Vorsicht ist v.a. in den ersten Tagen und Wochen des S. geboten. Der Körper entwickelt seine Schutzmechanismen (stärkere Pigmentierung und die Lichtschwiele, eine Verdickung der Hornhaut, die UV-Strahlung reflektiert) erst langsam. Nach etwa 4 Wochen entsprechen diese Mechanismen einem Lichtschutzfaktor von 50, d.h., die Haut ist 50mal unempfindlicher gegen UV-Strahlung geworden.
Infolge des Wunsches nach gebräunter Haut und der gleichzeitigen Zunahme der UV-Strahlung (Ozonabbau) ist die Zahl der Hautkrebsfälle in den letzten 10 Jahren stark angestiegen, und weitere Steigerungen werden erwartet (Hautkrebs, Grauer Star).
Neben Hautkrebs kommt es v.a. zum vorzeitigen Altern der Haut, die Haut wird trocken und dünn, die Elastizität vermindert sich, die Haut wird schlaff und faltig. Ursache: Die UV-A-Strahlung schädigt das Bindegewebe der Lederhaut, läßt es dünn werden und weniger Wasser aufnehmen.
Eine weitere Folge von UV-Bestrahlung ist die Linsentrübung (Grauer Star). Beim S. und auch im Solarium sollten daher unbedingt die Augen geschlossen werden.
Die meisten Sonnenschutzmittel helfen nur gegen UV-B-Strahlung, gegen UV-A-Strahlung (und damit gegen vorzeitige Hautalterung und Krebs) bieten sie nur geringen Schutz. Die Sonnenschutzfaktoren sagen nur etwas aus über die maximale Verweilzeit bis zum Auftreten eines Sonnenbrands. Eine vielversprechende Entwicklung sind Sonnenschutzmittel auf Basis von Mikropigmenten. Sie bestehen aus ultrafein gemahlenen mineralischen Stoffen, die die UV-Strahlung (UV-A und UV-B) reflektieren.
Ähnliche Schäden wie beim S. können auftreten bei: Solarium und Halogenlampen.
Siehe auch: Photoallergie, UV-Strahlung
Autor: KATALYSE Institut
Somatotropin
Wachstumshormon, das in der Hirnanhangdrüse gebildet wird und aus Eiweißen besteht.
Als Rinderwachstumshormon, rBST genannt, fraglicher Einsatz als Futtermittelzusatz.
Autor: KATALYSE Institut
Smog
Der Begriff Smog ist ein Kunstwort, gebildet aus den englischen Begriffen Smoke (Rauch) und Fog (Nebel). Im allgemeinen Sprachgebrauch beschreibt es die Anwesenheit von Luftschadstoffen in gesundheitsschädlichen und sichtbeeinträchtigenden Konzentrationen.
Je nach Art der primären Luftschadstoffe unterscheidet man zwischen Sommer- und Wintersmog. In beiden Fällen wird die Bildung des S. durch das Zusammenwirken von Emissionsquellen und austauscharmer Wetterlage (Inversionswetterlage) begünstigt.
Eine Minderung der Emissionen ist die einzige Möglichkeit, das Risiko der Smogbildung zu verringern. Notmassnahmen für extreme Smogepisoden sind in den für besonders gefährdete Gebiete erlassenen Smogverordnungen vorgesehen.
Siehe auch: Inversionswetterlage
Autor: KATALYSE Institut
Pflanzenschutzgesetz
(PflSchG) Zweck des P. ist, Pflanzen, insb. Kulturpflanzen und Pflanzenerzeugnisse vor Schadorganismen und nichtparasitären Beeinträchtigungen zu schützen, Schäden durch den Bisam und Gefahren abzuwenden, die durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln oder durch andere Maßnahmen des Pflanzenschutzes, insb. für die Gesundheit von Mensch und Tier und für den Naturhaushalt, entstehen können.
In 2 wird der integrierte Pflanzenschutz definiert. Der zweite Abschnitt des P. regelt den Pflanzenschutz, der dritte Abschnitt die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Dabei dürfen nach 6 Pflanzenschutzmittel nur nach guter fachlicher Praxis angewendet werden (Pflanzenschutzsachkunde).
Zur guten fachlichen Praxis gehört, daß die Grundzüge des integrierten Pflanzenschutzes (2) berücksichtigt werden. Pflanzenschutzmittel dürfen nicht angewendet werden, soweit der Anwender damit rechnen muß, daß ihre Anwendung schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier oder auf das Grundwasser oder sonstige erhebliche schädliche Auswirkungen, v.a. auf den Naturhaushalt, hat.
Pflanzenschutzmittel dürfen auf Freiflächen nur angewandt werden, soweit diese landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden. Sie dürfen jedoch nicht in oder unmittelbar an oberirdischen Gewässern und Küstengewässern verwendet werden. Weitergehende Länderregelungen bleiben durch das P. unberührt. In 10 P. wird der Nachweis der Pflanzenschutzsachkunde für den Anwender als auch für die Abgabe an den Einzelhandel festgeschrieben, die auf Verlangen den Behörden nachzuweisen ist.
Autor: KATALYSE Institut
Pflanzenschutz, integrierter
siehe Integrierter Pflanzenschutz.
Pflanzenschutz, biologischer
siehe Biologische Schädlingsbekämpfung.
Pflanzenbehandlungsmittel
siehe Pflanzenschutzmittel.
Pfefferminze
Die Pfefferminze ist eine mehrjährige Pflanze mit aufrechtem, ästigem 50 bis 80 cm hohem Stengel, behaarten gestielten lanzettlichen Blättern und blasslila gefärbten Scheinährenblüten.
- Systematik: Familie: Laminaceae (Lippenblütler); Art: Mentha piperita
- Herkunft: heimisch, Mitteleuropa
- Klimaansprüche: gemäßigt
- Anbausystem: ein- bis dreijähriger Anbau
- Aussaat: Stolonen oder Kopfstecklinge; Stolonen: 80 bis 100 m2 bis Mitte Oktober oder im Frühjahr; Stecklinge: 50 bis 60 m2 ab März
- Düngung: Nährstoffenzug bei 40 Tonnen Frischemasse/ Hektar: Stickstoff: 177 kg/ Hektar, Phosphat: 54 kg/ Hektar, Kalium: 270 kg/ Hektar, Kalzium: 85 kg/ Hektar, Magnesium: 29 kg/ Hektar
- Pflanzenschutz: Pilze: Pfefferminzrost, Verticillium-Welke, Rhizom- und Stengelfäule, Echter Mehltau, Blattflecken; Schädlinge: Minzenblattkäfer, Erdfloh, Schwarzpunktzikaden; Sonstige: Nematoden
- Ernte: Juli bis September, spätestens zur Knospe; zwei bis drei maschinelle Schnitte/Jahr
- Ertrag: Kraut: 30 bis 50 Tonnen/ Hektar, Krautdroge: 17 bis 30 Tonnen/ Hektar;
Blattdroge: 2,5 bis 5,0 Tonnen/ Hektar - Qualitätsmerkmale: Gehalt an ätherischem Öl, Gerb- und Bitterstoffe sowie Blattanteil.
- Wirkspektrum:
Innerliche Anwendungen: Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Gallenbeschwerden, Reizdarmsyndrom
Äußerliche Anwendungen: Spannungskopfschmerz, Mundschleimhautentzündung, Erkältungskrankheiten, Schnupfen und Muskel- und Nervenschmerzen.
Literatur:
- Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
- Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
- KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
- Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
- Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005
Autor: KATALYSE Institut
Sensibilisierung
Siehe Allergie, Immunsystem.
Autor: KATALYSE Institut
Schwerhörigkeit
Eine Einschränkung des Hörbereichs und damit des Hörvermögens. Es wird zwischen Gehörkrankheiten, Altersschwerhörigkeit und Lärmschwerhörigkeit unterschieden.
Autor: KATALYSE Institut
Pestizidnummern
Nach Überlegungen internationaler Umwelt- und Verbraucherbände sollen alle Pestizide mit sog. P. versehen werden.
Hierduch könnte die Pestizidbehandlung von der Saat bis zur Lagerung kodifiziert werden. Alle im Handel erhältlichen Lebensmittel würden demnach ein Etikett mit Angaben über die verwendeten Pestizide tragen. Damit soll mehr Transparenz für Anwender der Agrochemikalien und Verbraucher geschaffen werden. Informationen über Gesundheits- und Umweltverträglichkeit bestimmter Mittel würden durch Angabe der P. unmißverständlich zu verbreiten sein. Die Initiatoren hoffen, das System weltweit etablieren zu können, um der verwirrenden Namensvielfalt für Pestizidwirkstoffe eine Ende zu setzen und Verbrauchern und Anwendern mehr Sicherheit zu ermöglichen.
Autor: KATALYSE Institut
Pestizidexport
Der P. hat eine lange Tradition in Deutschland. 1919 lieferte die Fa. Bayer ihr erstes Pestizid nach Brasilien.
Schon vor dem Zweiten Weltkrieg überschritt der Wert der P. den Wert des Inlandmarktes. Deutschland ist in den letzten Jahren weltweit der bedeutendste Exporteur von Pestiziden geworden. Ungefähr 80% der in Deutschland produzierten Pestizide werden ins Ausland exportiert.
Nach Angaben der WHO sind in der Dritten Welt 550 Mio Menschen dem Vergiftungsrisiko durch Pestizide ausgesetzt, und es kommt jährlich zu mehr als 1,5 Mio Vergiftungen und 28.000 Todesfällen.
Da die Dritte Welt sich die neueren Pestizide nicht leisten kann, werden v.a. die wegen ihrer hohen Giftigkeit bedenklichen "alten" Pestizide eingesetzt (Chlorkohlenwasserstoffe, Organophosphate und Carbamate). Die hohen Vergiftungszahlen in der Dritten Welt sind v.a. auf den Einsatz der Organophosphat- und Carbamat-Insektizide zurückzuführen.
Weiter Gründe sind: mangelnde Schutzkleidung, fehlende Sprachkenntnisse und schlechtes Informationsmaterial, Umwandlung von Pestizidbehältern zu Gegenständen des täglichen Bedarfs (Trinkgefäße etc.), unzureichende Lagerräume für Pestizide etc.
Nach Forderung internationaler Umweltverbände (PAN etc.) müßte der Export von Pestiziden, die im Mutterland verboten sind, untersagt werden oder zumindest das Importland über die Verbote oder Zulassungsbeschränkungen informiert werden.
Pestizide werden in der Dritten Welt zu 90% in der Landwirtschaft eingesetzt und zu 10% zur Bekämpfung von Krankheiten (Malaria - Anophelesmücke, Schlafkrankheit - Tsetsefliege).
In der Landwirtschaft werden Pestizide zum überwiegenden Teil in den zum Export bestimmten Kulturen, den sog. "cash crops" (Bananen, Kaffee, Baumwolle etc.) eingesetzt und landen damit wieder auf dem Tisch der Industrieländer. Diese Tatsache widerspricht auch dem Argument, daß Pestizide das Nahrungsproblem in der Dritten Welt lösen könnten. Zudem stellt sogar die Landwirtschafts- und Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen, die FAO, Hunger nicht mehr als ein Produktions-, sondern als ein Verteilungsproblem dar.
Pestizidanwendung hat in der Dritten Welt grundsätzlich die gleichen Auswirkungen auf den Naturhaushalt wie in den Industrieländern (Pestizide). Erschwerend kommt allerdings hinzu, daß die tropischen Ökosysteme als wesentlich störanfälliger und weniger regenerationsfähig als die der gemäßigten Breiten gelten.
Pestizide sind ein Beispiel ungerechten Handels mit der Dritten Welt. Während teure Industrieprodukte wie Pestizide von den Entwicklungsländern gegen wertvolle Devisen erstanden werden, bezahlen die Industrieländer für die mit Pestiziden produzierten Agrarprodukte immer weniger.
Die Fortschritte des chemischen Pflanzenschutzes, von denen bestenfalls die Anwender in den Industrieländern profitieren, gehen somit v.a. zu Lasten der Dritten Welt.
Autor: KATALYSE Institut
Pestizide
Pestizide sind bioaktive Substanzen, die ubiquitär in der Umwelt verteilt sind.
Der Begriff Pestizide steht auch häufig als Synonym für Pflanzenschutzmittel oder Schädlingsbekämpfungsmittel. In Deutschland werden jährlich über 30.000 Tonnen Pestizide gegen zerstörerische und lästige Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen in der Landwirtschaft, Umwelt oder direkt am Körper von Lebewesen eingesetzt. In Deutschland sind derzeit rund 250 Wirkstoffe und 1.900 Präparate zugelassen, auf europäischer Ebene sind es rund 800 Wirkstoffe in 20.000 Präparaten.
In Deutschland werden rund 100.000 Tonnen Pestizide meist durch einige wenige Chemiekonzerne produziert. Dabei verteilt sich die Pestizid-Menge auf folgende Einsatzgebiete:
- 51 Prozent auf Herbizide (Entlaubungsmittel, Unkrautvernichtung usw.)
- 34 Prozent auf Fungizide (Schimmelpilzbekämpfung)
- 4 Prozent auf Insektizide (gegen Schadinsekten)
- sowie kleinere Mengen Nematizide (gegen Würmer), Rodentizide (gegen Nagetiere), Akrazide (gegen Milben, Molluskizide (gegen Schnecken), Algizide (gegen Algen) usw.
Viele Pestizide enthalten produktionsbedingt umwelt- und gesundheitschädliche Verunreinigungen (wie z.B. Dioxine.
Es wird geschätzt, dass weltweit jährlich bis zu zwei Millionen Pestizid-Vergiftungen durch unsachgemäße Anwendung, Lagerung und Ausbringung in die Umwelt auftreten und dass die Dunkelziffer um ein Vielfaches höher ist. Besonders betroffen davon sind die sogenannten Entwicklungsländer, in denen häufig die vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen im Umgang mit Pestiziden nicht eingehalten werden. Auf eine Pestizid-Vergiftung in den Industriestaaten kommen nach Schätzungen rund 13 Pestizid-Vergiftungen in Entwicklungsländern.
Hinzu kommt, das die Pestizid-Hersteller meist noch Wirkstoffe und Präparate verkaufen, die in Deutschland und Europa teilweise seit Jahrzehnten aufgrund starker gesundheitlicher und umweltgefährdeter Wirkungen vom Markt genommen und verboten wurden. Hierdurch ist es möglich, dass so manches importierte Lebensmittel aus Übersee Rückstände von Pestiziden aufweist, die in Deutschland schon lange nicht mehr zum Einsatz kommen. Die Lebensmittelkotrollbehördenführen auch nur noch selten Untersuchungen auf Rückstände dieser „alten“ Pestizide in und auf Lebensmitteln durch.
Autor: KATALYSE Institut
Permethrin
siehe Pyrethroide.
Schadstoffe aus Kfz
S. sind Betankungs- und Schmierölverluste (Altöl), Abgase aus der Verbrennung und Schwermetallabgaben aus Katalysatoren sowie Abrieb von Reifen und Bremsbelägen.
Das Abgas eines Autos enthält hauptsächlich Stickstoff, Wasserdampf und Kohlendioxid, das als Hauptverursacher des Treibhauseffektes gilt. Daneben werden eine Reihe von Substanzen mit unterschiedlicher Schadwirkung emittiert. Dazu zählen v.a. die durch Grenzwerte beschränkten Schadstoffe Kohlenmonoxid (CO), Kohlenwasserstoffe (CH) und Stickoxide (NOx).
Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoffe entstehen bei unvollständiger Verbrennung aufgrund von Sauerstoffmangel oder zu niedriger Temperatur, Kohlenwasserstoffe auch durch Verdunstung des Kraftstoffs (Betankungsverlust).
Die spezfischen CO-Emissionen aus den kraftfahrzeugen sind aufgrund der Abgasgesetzgebung seit Anfang der 80er Jahre rückläufig. Diese Erfoleg werden jedoch durch insgesamt stark ansteigenden Verkehr wieder aufgehoben.
Stickoxide (NOx) entstehen aus dem in der Luft enthaltenen Stickstoff als Folge verschiedener chemischer Reaktionen mit dem Sauerstoff bei der Verbrennung. Hierbei spielen Temperatur, Kraftstoffart und Sauerstoffanteil die Hauptrolle. Die NOx-Bildung nimtt bei höheren Temperaturen stark zu. Um den Wirkungsgrad hoch und damit den Kraftstoffverbrauch niedrig zu halten, arbeitet man jedoch mit höheren Verdichtungen und höheren Verbrennungstemperaturen im Motor, so dass der geringe Kraftstoffverbrauch hochverdichteter Motoren direkt eine höhere NOx-Emission zur Folge hat.
Einen Ausweg aus dem Zielkonflikt zwischen niedrigem Kraftstoffverbrauch und niedrigen NOx-Emissionen bietet beim Ottomotor die Nachbehandlung des Abgases mit einem Katalysator (Drei-Wege-Katalysator), bei Diesel-Fahrzeugen (Dieselmotor) v.a. die Abgasrückführung. Bei schweren Nutzfahrzeugen wird eine NOx-Minderung auch mit Turboaufladung (Turbolader) und Ladeluftkühlung erzielt.
Aufgrund steigender Fahrleistungen und zunehmender Anteile des Lkw-Verkehrs konnte der Anstieg der NOx-Emissionen im Straßenverkehr bisher nicht gestoppt werden (Schadstoffarme Kfz). Besonders problematisch sind die NOx-Emissionen, weil aus ihnen unter Einwirkung von Sonnenlicht Ozon entsteht, Hauptbestandteil des Sommersmogs. In Großstädten stellt dies im Sommer eine zentrale Gesundheitsgefahr dar (Ozon). Außerdem sind Stickoxide (und das Folgeprodukt Ozon) Hauptverursacher des Waldsterbens.
| 1990 | 1996 | 2000 | 2005 | 2010 | ||
| Fahleistung in Mrd km | Gesamt | 592,1 | 652,2 | 697,2 | 753,7 | 794,1 |
| Pkw | 504,2 | 546,4 | 584,7 | 634,4 | 670,1 | |
| Nutzfahrzeuge/ | 68,1 | 89,4 | 94,9 | 99,8 | 102,4 | |
| Busse | 4,2 | 4 | 4,1 | 4,4 | 4,8 | |
| Kohlendioxid Mt/a | Gesamt | 150 | 166,7 | 174,5 | 181,8 | 183,3 |
| Pkw | 104,8 | 111,2 | 117,2 | 122,5 | 123,1 | |
| Nutzfahrzeuge/ | 40,1 | 50,7 | 52,3 | 54 | 54,5 | |
| Busse | 3,8 | 3,6 | 3,7 | 3,9 | 4,1 | |
| Kohlenmonoxid | Gesamt | 6487 | 3435,5 | 2395,3 | 1754,6 | 1561,5 |
| Pkw | 5614,8 | 2781,9 | 1845,8 | 1282,4 | 1107,6 | |
| Nutzfahrzeuge/ | 563,3 | 380,4 | 266,7 | 219,6 | 212,4 | |
| Busse | 22,7 | 17,5 | 17 | 17,4 | 18 | |
| Kohlenwasserstoffe kt/a | Gesamt | 1469 | 568,1 | 344,6 | 240,2 | 216,8 |
| Pkw | 1261,1 | 436,4 | 237,5 | 145,2 | 124,5 | |
| Nutzfahrzeuge/ | 136,2 | 92,2 | 73,1 | 65,3 | 63,3 | |
| Busse | 8,1 | 6,7 | 6,5 | 6,6 | 6,9 | |
|
Stickstoffoxide kt/a |
Gesamt | 1223 | 965 | 822,2 | 763,1 | 756,6 |
| Pkw | 764,3 | 474 | 394,2 | 367,2 | 368,8 | |
| Nutzfahrzeuge/ | 407,8 | 443,8 | 383,8 | 352,8 | 344,6 | |
| Busse | 49,1 | 44,7 | 40,9 | 38,9 | 38 | |
| Dieselrußpartikel kt/a | Gesamt | 40,5 | 39,9 | 31,3 | 26,5 | 25,9 |
| Pkw | 9,0 | 9,8 | 9,7 | 10,6 | 12,2 | |
| Nutzfahrzeuge/ | 28,1 | 28 | 20 | 14,7 | 12,7 | |
| Busse | 3,4 | 2 | 1,6 | 1,2 | 1 | |
| Benzol kt/a | Gesamt | 68,7 | 24,7 | 14,9 | 10,1 | 8,8 |
| Pkw | 60,2 | 20,4 | 11,6 | 7,3 | 6,1 | |
| Nutzfahrzeuge/ | 5,0 | 2,4 | 1,7 | 1,4 | 1,4 | |
| Busse | 0,2 | 0,1 | 0,1 | 1,0 | 0,1 |
Quelle: Jahresbericht 1996 Umweltbundesamt
Bleiemissionen entstehen in der Menge, in der Blei dem Benzin zugesetzt wird (Kraftstoffzusätze, Benzinbleigesetz, Bleifreies Benzin).
Ruß wird hauptsächlich von Dieselmotoren, aber auch von Gasturbinen ausgestoßen. Der Bildungsmechanismus ist kompliziert und noch nicht vollständig erforscht. Ruß ist v.a. deshalb sehr schädlich, weil sich an den Rußteilchen andere Schadstoffe, wie z.B. Metalloxide,
organische Verbindungen und speziell polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) (
Benzo[a]pyren, Aromaten) anlagern, die z.T. kanzerogen sind. Insbesondere aufgrund der Zunahme des Lkw-Verkehrs wird sich der Ausstoß von Rußpartikeln trotz neuer Grenzwerte (Emissionsgrenzwerte für Kraftfahrzeuge) weiter erhöhen.
Dringend erforderlich ist der Einbau von Rußfiltern (Partikelfilter). Schwefeldioxid entsteht bei Dieselfahrzeugen, sofern der Dieselkraftsoff Schwefel enthält.
Unter den summarisch als Kohlenwasserstoffe bzw. als flüchtige
organische Verbindungen registrierten S. gibt es einige besonders giftige, wie z.B. Benzol, Formaldehyd,
Benzo[a]pyren. Diese müßten beim Vergleich der verschiedenen Techniken zur Verminderung der S. gesondert betrachtet werden. Dabei schneidet der Betrieb mit Autogas besonders gut ab.
Die gesundheitlilch relevantesten S. sind die krebsauslösenden Substanzen Dieselruß und Benzol, das auch von Fahrzeugen mit Drei-Wege-Katalysator ausgestoßen wird, sowie Stickoxide aufgrund ihrer Ozon-Bildung. Die Mehrheit der Wissenschaftler geht dabei davon aus, dass Dieselrißpartikelbis zum Faktor 5 stärker krebsauslösend wirken als Benzol.
Eine bereits 1992 veröffentlichte Studie des Länderausschusses für Imissionsschutz (LAI) kam zu dem Ergebnis, dass in Deutschland jährlich 4000 Menschen an Krebs infolge von Luftschadstoffen sterben. Dominierende Rolle dabei spielen die Abgase der Autos und v.a. des Lkw-Verkehrs.
Autor: KATALYSE Institut
SARS
Weltweit starben im Jahr 2003 bisher 800 Patienten und infizierten sich 8.460 Menschen (17. Juni 2003). Die Abkürzung S. bezeichnet das „Schwere akute Atemwegssyndrom“ oder auch die asiatische Lungenentzündung. Rund 300 Atemwegserkrankungen und Lungenentzündungen traten bereits im November 2002 in der chinesischen Südprovinz Guangdong auf. Ob diese Erkrankungen mit S. in Zusammenhang stehen, ist bisher nicht bekannt.
Durch den regen Flugverkehr zwischen den Kontinenten sind auch in Kanada 76 Krankheitsfälle diagnotiziert worden, von denen 32 tödlich endeten und in den USA 73 Verdachtsfälle. In Kalifornien (San Jose) wurden die Passagiere einer Boeing 777 der American Airline aus Hongkong komplett unter Quarantäne gestellt.
Im April 2003 noch ging die WHO nicht von einer schnellen Bekämpfung aus, sondern sprach von einem mehrere Monate dauernden Kampf gegen die Lungenkrankheit. Mitte Juni zeichnet sich jedoch ein drastischer Rückgang der Neuerkrankungsfälle ab und die WHO warnt nunmehr auch nur noch vor Reisen nach Peking.
Die Epidemologie von SARS lässt mit der nachfolgende Grafik darstellen (Quelle WHO 17.06.03):
Das Krankheitsbild von S. beginnt meist mit hohem Fieber (über 38 °C) und Atembeschwerden, wie Husten und Atemnot sowie Halsschmerzen und Muskelschmerzen. Im weiteren Verlauf kann sich eine Lungenentzündung entwickeln. Ansteckungen erfolgten meist bei Pflegepersonal in Krankenhäusern sowie Angehörigen und Freunden, also Personen, die engsten Kontakt mit den Infizierten/Kranken hatten. Die Übertragung findet hauptsächlich über Tröpfcheninfektion statt, die bis zu einem Abstand von zwei Metern erfolgen kann, eine Schmierinfektion wird ebenfalls nicht ausgeschlossen.
Der Auslöser von S. ist ein bisher unbekannter Corona-Virus. Corona-Viren führten bisher lediglich zu Erkältungskrankheiten. Es wird vermutet, dass sich der Virus vom Tier auf den Menschen übertragen hat.
Das Vieh chinesischer Bauern könnte die Quelle
der sich weltweit ausbreitenden SARS-Corona-Viren sein. Nach Berichten der WHO in Genf wird geprüft, ob die Seuche in der südchinesischen Provinz Guangdong ihren Ursprung haben könnte. „In einigen Gebieten leben die Menschen dort Seite an Seite mit Tieren - Schweine, Hühner, Enten sind überall". Ein Sprecher des regionalen WHO-Büros für den Westpazifik in Manila bestätigte gegenüber der Presse, dass nach den Ursachen für das Schwere Akute Respiratorische Syndrom".
Autor: KATALYSE Institut
Salbei
Echter Salbei gehört zur Gruppe der Lippenblütler (Lamiaceae) und ist ein ausdauernder, bis 60 cm hoher, unten verholzender und immergrüner Halbstrauch. Salbei ist ein Strauch des Mittelmeergebietes und heute in klimatisch günstigen Gegenden Süd- und Mitteleuropas verwildert.
Botanik
Echter Salbei (Salvia officinalis) - der Gattungsname kommt vom lateinischen salvere: retten oder heilen, und bezieht sich auf den Glauben an die Heilkräfte der Pflanze. Bei uns wird Salvia officinalis als Heil- und Küchenpflanze im Kräutergarten oder Topf gezogen.
Charakteristika sind:
- vierkantige, filzig behaarte Stängel, die einem büschelförmigen, tiefreichenden Wurzelstock entspringen,
- gestielte, gegenständige, länglich-elliptische Blätter,
- feinnetzige Blattstruktur, fein behaart, von graugrüner Farbe,
- blauviolette, manchmal auch weiße Blüten, die quirlig in einem ährenartigen Blütenstand stehen,
- Blütezeit von Juni bis August.
Standort
Der Standort sollte sonnig sein und einen trockenen, durchlässigen, leicht kalkigen Boden haben. Echter Salbei verträgt sich im Mischkulturgarten gut mit Wermut, Kohl und Brennnessel; ungünstig sind dagegen Kombinationen mit Muskatellersalbei, Salat und Standorte unter Obstbäumen. Salbei wehrt durch seinen herben Duft vor allem Kohlweißlinge (verstärkte Wirkung mit Thymian) und Schnecken ab.
Verwendung
Salbei ist in vielen Ländern ein beliebtes Gewürz zu Geflügel, Fleisch, Fisch, Käse, Suppen und als Zusatz in Gewürzmischungen. Er schmeckt würzig bitter, leicht brennend und erinnert an Campher. Da Salbei sein Aroma schnell verliert sollte die Aufbewahrung beispielsweise in dunklen, gut verschlossenen Gläsern oder Dosen erfolgen.
Salbei wird in der Medizin als Tee, Extrakt, Tinktur oder ätherisches Öl eingesetzt. Äußerlich angewendet hat Salvia officinalis eine desinfizierende, entzündungshemmende und adstringierende Wirkung; innerlich eine speichel- und schweißhemmende Wirkung. Da Thujon, ein Bestandteil des ätherischen Öls, auch toxische Eigenschaften aufweist, dürfen Salbeipräparate und Salbeitees nicht über einen längeren Zeitraum angewendet werden. Schwangere sollten besser auf die innere Anwendung mit Salbei verzichten.
Quellen:
ALLGEIER, K.: Die besseren Pillen. München 2004.
BOKSCH, M.: Das praktische Buch der Heilpflanzen. München 1996.
DACHER, M.; PELZMANN, H.: Arznei- und Gewürzpflanzen. Wien 1999.
PHILLIPS, R.; FOY, N.: Kräuter. München 1991.
RAUSCH, A.; LOTZ, B.: Kräuterlexikon. Egolsheim k.A.
WEINRICH, C.: Mischkultur im Hobbygarten. Stuttgart 2003.
Autor: KATALYSE Institut
Ruß
Althochdeutsch.: ruos = dunkel-, schmutzfarben)Erscheinungsform des Kohlenstoffs, die bei einer unvollständigen Verbrennung entsteht.
R. entsteht unerwünschterweise bei der Verbrennung von Diesel (Dieselmotor, Schadstoffe aus Kfz.), bei schlecht eingestellten Ottomotoren und als Schornsteinruß (Schornstein).
Diese R. enthalten neben dem ungiftigen Kohlenstoff z.T. sehr giftige Kohlenwasserstoffe (polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe) und werden daher seit 1987 in der MAK-Wert-Liste als karzinogen eingestuft. Die Emission solcher R. läßt sich durch spezielle R.-Filter (Partikelfilter) vermindern.
Ein Maß für die R.-Emission ist die R.-Zahl. Technische R. werden mit bestimmten Verfahren hergestellt und anschließend von unerwünschten Stoffen gereinigt. Anwendung finden sie als Pigmente (Druckerschwärze) wegen der hervorragenden Eigenschaften wie Unlöslichkeit in allen Lösemitteln, Lichtechtheit und Farbtiefe. Weiterhin werden R. bei der Produktion von Autoreifen u.ä. verwendet. Produktionsmenge 1991, alte Bundesländer: 380.000 t.
Autor: KATALYSE Institut
