Produktlinienanalyse

Die P. (PLA) ist die umfassendste Methode zur Beurteilung von Produkten und umfaßt sämtliche Auswirkungen eines Produkts auf seinem Lebensweg von der Rohstoffbeschaffung über Herstellung, Verarbeitung, Transport, Verwendung bis zur Nachnutzung (Recycling) inkl. Entsorgung (Abfall).

Dabei wird die Betrachtungsmatrix über die Bereiche Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft aufgespannt. Der Nutzenaspekt und die Auswahl von Alternativen sind von besonderer Bedeutung. Die Einbeziehung von ökonomischen und gesellschaftlichen Aspekten unterscheidet die P. von anderen Verfahren, wie z.B. der Ökobilanz, die sich auf die Auswirkungen auf die Umwelt beschränken.

In der Praxis stößt man v.a. auf zwei prinzipielle Probleme: die große Vielfalt der zu erhebenden Information, gekoppelt mit der Komplexität ihrer Bewertungen. Insb. die Festlegung des Bilanzraums und der betrachteten Zeit bedürfen eingehender Begründung, da sie von beträchtlicher Auswirkung auf das Ergebnis sind.

Während die Notwendigkeit zur Erstellung von P. allgemein anerkannt wird, ist die Diskussion über akzeptable Durchführungsmethoden und Deutungskriterien noch in den Anfängen.
Nutzwertanalyse

Lit.: R.Grießhammer: Produktlinienanalyse und Ökobilanzen, Öko-Institut Freiburg 1991

Autor: KATALYSE Institut

Aluminiumfolie

In Deutschland wird pro Jahr so viel Aluminium verbraucht wie in Asien, Afrika und Südamerika zusammen.

Der Pro-Kopf-Verbrauch lag 1990 bei 21 kg; hiervon entfallen 1,9 kg auf Verpackung. In den alten Bundesländern steht die Verpackungsindustrie beim Aluminiumverbrauch an dritter Stelle, hinter den Bereichen Bau und Verkehr. A. nimmt innerhalb der Verpackungsmaterialien Glas, Polyethylen, Polystyrol, PVC, Papier und Weißblech eine absolute Spitzenreiterrolle in bezug auf Energieverbrauch, Wasser- und Luftverschmutzung bei der Produktion ein.

Deshalb sollte A. nicht als Verpackungsmaterial verwendet werden. Dort wo es nicht durch andere, umweltfreundlichere Materialien ersetzt werden kann, sollte es gesammelt und dem Recycling zugeführt werden (Aluminiumrecycling).

Autor: KATALYSE Institut

Planungserlaß

Um die Berücksichtigung von Emissionen und Immissionen bei der Bauleitplanung und bei der Genehmigung von Vorhaben zu gewährleisten, können von der Länderregierung P. veröffentlicht werden.

Auf der Ebene der Länder (ARGEBAU) ist ein Mustererlaß entwickelt worden, der zur Lösung emissions- bzw. immissionsbedingter Nutzungskonflikte besonders in Gemengelagen beitragen soll und der versucht, durch das Aufzeigen möglicher planerischer Konfliktbewältigung sowohl den Belangen des Immissionsschutzes der Bevölkerung, als auch der Wirtschaft und dem Bestandsschutz Rechnung zu tragen.

Die P. sind im wesentlichen als Empfehlung und Hilfe für die Ausgestaltung des Abwägungsgebotes bei der Bauleitplanung zwischen privaten und öffentlichen Belangen anzusehen. Sie haben, ähnlich wie die Abstandserlasse, keine rechtliche Bindungswirkung, erleichtern aber die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden und den Gewerbeaufsichtsämtern. Durch die P. ist eine Stärkung der Belange des Umweltschutzes in der räumlichen Planung zu verzeichnen.

Autor: KATALYSE Institut

Altreifengranulat

A. wird durch mechanische Aufbereitung von Altreifen bei Normal- oder Tieftemperatur (Versprödung durch extreme Kälte) gewonnen.

Dabei können 60-70% der Gummimischung zurückgewonnen werden. Auch der bei der Granulation getrennt anfallende Stahl und das Cord (Gewebe) können weiter vermarktet werden. Rund 10% der anfallenden Altreifen werden zu A. aufbereitet.

Verwendung findet das A. hauptsächlich als Füllstoff für Neuprodukte oder z.B. bei der Herstellung von Tennisplatzbelägen (Recycling). Eine Wiederverwendung zur Gummiherstellung ist erst nach einer teuren Devulkanisation (Aufbrechen der Schwefelverbindungen) möglich.

Autor: KATALYSE Institut

Altpapier

Altpapier ist Papier, das bei getrennter Sammlung und als Rest bei der Papierherstellung anfällt.

Zur Herstellung von 1 t Papier sind ca. 1,8 t A. erforderlich. Die Herstellung von A.-Rohstoff ist bedeutend umweltverträglicher als die Produktion des Zellstoffs aus Primärfasern. So benötigt man zur Erzeugung 1 t frischen Zellstoffs je nach Herstellungsprozeß 115 m3 Wasser und 3.300 kWh Energie. Für die Herstellung der gleichen Menge A.-Rohstoffs sind notwendig: 16 m3 Wasser und 1.300 kWh Strom. Positiv wirken sich des weiteren die Reduktion der Hausmüllmenge (Hausmüll, Recycling) und die Ressourcenschonung aus.

A. ist mit einem Anteil von etwa 44% mit Abstand der wichtigste Sekundärrohstoff der Papierherstellung. Von den ca. 14,6 Mio t Papier, die 1990 in Deutschland verbraucht wurden, setzte die Papierindustrie 5,8 Mio t A. wieder ein. Im Bereich der Verpackungspapiere/-kartons ist mit 92% die technische Obergrenze für den Einsatz von Sekundärrohstoffen bereits erreicht, in anderen Bereichen, z.B. dem graphischen Bereich, sind bei höherer Akzeptanz des A. noch deutliche Steigerungen möglich.

Seit geraumer Zeit laufen die Altpapiersammlung und -verwertung immer mehr auseinander. In Deutschland wird z.Z. mehr A. gesammelt als in die Papierproduktion zurückfließt. Dies hängt einerseits mit erheblichen, zum Teil gesteuerten Preisschwankungen auf dem A.-Markt zusammen, die in gewissen Zeitabständen auftreten und immer wieder dazu führen, daß es ein Überangebot gibt. Zum anderen fehlt bei Verbrauchern und Herstellern oft noch die nötige Akzeptanz gegenüber A., was zu Veränderungen auf dem Absatzmarkt führt.

Die so entstehenden Überschüsse - eigentlich wichtige Rohstoffe - werden z. Z. verbrannt oder deponiert (Müllverbrennungsanlage, Deponie).

  • A.Verwertung kann nur dann von dauerhaftem Erfolg sein, wenn:
  • die Akzeptanz des A. bei Herstellern und Verbrauchern erhöht wird;
  • der Einsatz von Sekundärrohstoffen die Produktion von Primärrohstoffen ersetzt;
  • die Produktionsmengen insgesamt reduziert werden, da die müllreduzierende Wirkung des Recyclings bei weiter ansteigender Produktion aufgehoben und indirekt sogar zum Ansteigen der Müllberge führen kann (Abfallvermeidung).

Autor: KATALYSE Institut

Planfeststellung

Rechtsinstrument der Fachplanung, das auf höchster Konkretisierungsebene nach Abwägung aller relevanten Auswirkungen, Zusammenhänge und betroffenen Belange komplexe raumbeanspruchende und i.d.R. umweltbelastende Projekte verbindlich in ihrer räumlichen Umgebung verortet.

P. dient der Verwirklichung von öffentlichen Vorhaben wie z.B. Bundesfernstraßen, Bundesbahnanlagen, Flughäfen, Bundeswasserstraßen, Wasserbauprojekten, Abfallbehandlungsanlagen, Fernsprech- und Telegrafenanlagen, Fernleitungen u.a.m. Prüf- und Erörtungsgegenstände der P. sind in Fachgesetzen des Bundes und der Länder (P.-Vorbehalt) sowie subsidiär im Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG) des Bundes und den VwVfGen der Länder geregelt.

Dazu gehören Erläuterungen des Projektträgers (z.B. Gutachten), Behördenstellungnahmen, sowie die Verfahrensergebnisse der Bürger- und Betroffenenbeteiligung. Im abschließenden P.-Beschluß werden Auflagen und Bedingungen festgeschrieben. Einwenden kann, wessen Interessen durch das Vorhaben nachteilig berührt sind (weiter Betroffenenbegriff).

Der Umstand, daß lediglich inneradministrative Kompetenzabgrenzungen das Verhältnis zwischen der den Plan erstellenden Behörde (Träger des Vorhabens) und der entscheidenden Behörde (P.-Behörde) bestimmen, somit ein Gegenüber von privatem Antragsteller und Behörde i.d.R. nicht vorliegt, birgt strukturelle Probleme für die Bürgerbeteiligung. Nachteilig wirkt weiterhin, daß Umweltschutz als über die eng definierten fachlichen Planungsziele hinausreichender (bzw. eigentlich übergeordneter) Belang nach bisher herrschenden Meinung kein gleichberechtigtes Ziel der Fachplanung darstellt.

Nachteilig für Umweltbelange auch, daß die P. im Gegensatz zu anderen Formen der räumlichen Gesamtplanung (Raumordnung, Landesplanung, Baugesetzbuch) eine nachträgliche Dynamisierung nicht erlaubt. Die gesetzlich angeordnete Genehmigungswirkung (75 Abs.1 S.1 1.Halbs. VwVFG) sowie die Konzentrationswirkung (75 Abs.1 S.1, Halbs. VwVerfG) machen die P. zu einer verbindlichen, endgültigen Entscheidung, die nur noch vor den Verwaltungsgerichten angefochten werden kann.

Autor: KATALYSE Institut

Ökosteuern

Steuern (und Abgaben) sind Entgelte der Privaten für die Leistungen der öffentlichen Hand.

Gleichzeitig dienen sie der Politik als Instrumente zur Umsetzung wirtschaftlicher, sozialer oder umweltpolitischer Ziele. Von Ö. (und Ökoabgaben) erhoffen sich Umweltpolitiker heute eine spürbare politische Lenkungswirkung zugunsten einer weniger umweltbelastenden Lebens- und Wirtschaftsform. Dieses Instrumentarium soll die Umwelt schneller und direkter schützen als die eher langwierige Umweltbewußtseinsbildung mittels Aufklärung über Gesundheitsgefährdungen und zukünftige existentielle Bedrohungen der Erdbevölkerung.

Ö. sind im Gegensatz zu Abgaben indirekte Steuern (Verbrauchssteuern). Sie werden z.B. auf den Verbrauch von natürlichen Ressourcen (z.B. Erdöl) erhoben, indem sie auf den Verkaufspreis des umweltbelastenden Produkts (z.B. Benzin) aufgeschlagen werden. Höhere Preise sollen so den Verbrauch natürlicher Ressourcen und die negativen Folgen der Ressourcennutzung (Schadstoffe aus Kfz) vermindern ("über die Brieftasche des Verbrauchers").

Dieses Vorgehen wird auch Internalisierung von externen Kosten genannt und ist dringend erforderlich, um schwerwiegende Fehlsteuerungen unseres Wirtschaftssystems langfristig zu vermeiden (Weltmodelle).

Gelder aus Ö.-Aufkommen fließen nicht zweckgebunden in das Gesamtbudget des Finanzministers. Eine u.a. von E.U. von Weizsäcker vorgeschlagene ökologische Steuerreform will - weit darüber hinausgehend - nicht mehr in erster Linie gewünschte Verhaltensweisen (Arbeit, Wertschöpfung) besteuern (Lohnsteuer, Einkommensteuer). Besteuert werden soll hier nicht gewünschtes, umweltschädigendes Verhalten (Energieverbrauch, Wasserverbrauch, Landverbrauch, Müllaufkommen etc.) über höhere Preise für Energie, Wasser, Land, Müllbeseitigung (
Abfall).

Abgaben werden z.B. auf die Emission bestimmter Schadstoffe erhoben (Schadeinheiten im Abwasser z.B. nach dem bundesdeutschen Abwasserabgabengesetz). Die Abgabenlast reduziert sich bei umweltverträglichem Verhalten bis auf Null. In Deutschland müssen Finanzaufkommen aus Abgaben zweckgebunden, d.h. zur Verminderung der betreffenden Emissionen bzw. Immissionen ("gruppennützig") verwendet werden, fallen damit dem Budget des Umweltministers zu (die geplante CO2-Abgabe z.B. zur Förderung wärmedämmender Technologien zur Energieeinsparung).

Ö. und Ökoabgaben (Instrumentenmix) sollen über die in Richtlinien enthaltenen Emissions- bzw. Immissions-Richtwerte wesentliche neue Bausteine des 5. Umweltaktionsprogramms der EG-Kommission werden.

Autor: KATALYSE Institut

Ökobilanz

Ö. ist eine Methode zur Abschätzung der Auswirkungen eines Produktes und seines Herstellungsprozesses auf die Umwelt.

Die Methode der „ökologischen Bilanzierung“ ist 1974 aus der Ökologischen Buchhaltung und der 1978 vorgelegten Bilanzmethodik des EMPA in der Schweiz hervorgegangen und wurde bis heute weiterentwickelt.

Bei der Erstellung einer Ö. werden die Lebensstadien Rohstoffgewinnung, Herstellung, Verarbeitung, Transport, Gebrauch, Nachnutzung und Entsorgung des zu untersuchenden Produktes bzw. Verfahrens auf ihre Umweltrelevanz untersucht. Eine Ö. umfaßt drei maßgebliche Teile: die Sachbilanz, die Wirkungsbilanz und die Bewertung.

Der Bilanzierungsbereich teilt sich in Bereiche wie Rohstoffeinsatz, Energieeinsatz, Emissionen in Luft, Boden u. Wasser, Abfallaufkommen sowie toxikologische und ökologische Bewertungen der verursachten Emissionen. Ziel der Ö. ist eine Abwägung der Vor- und Nachteile von Produkten und Verfahren. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Methoden und verschiedener Datenquellen und -qualitäten sind Ö. verschiedener Produkte oder Verfahren kaum direkt miteinander vergleichbar. Für die Erstellung produktbezogener Ö. wurde daher 1996 die DIN Norm 33926 festgelegt.

Da Ö. den Nutzen eines Produktes nicht untersuchen, sind die Ergebnisse einer Ö. nur ein Teilbild eines Systems, das umfassender in der Produktlinienanalyse untersucht wird.

Siehe auch unter:
Öko-Controlling

Lit.: Ökobilanzen für Produkte; Umweltbundesamt Berlin 1998

Autor: KATALYSE Institut

Alkylpolyglucoside

Abk. APG. Neuartige Gruppe nichtionischer Tenside, die vollständig auf Basis nachwachsender Rohstoffe (Zucker und Fettalkoholen) produziert werden.

Sie sind biologisch gut und vollständig abbaubar (Abbau). Auch unter anaeroben Bedingungen werden sie metabolisiert (Metabolit). Neben der guten Reinigungsleistung verbinden sie ausgezeichnete Hautverträglichkeit mit vergleichsweise geringer Toxizität und stellen damit einen zukunftsträchtigen, modernen Tensidtyp dar.

Autor: KATALYSE Institut

Alkylphenolethoxylate

Abk. APEO. Ehemals bedeutende Gruppe nichtionischer Tenside mit sehr gutem Leistungsprofil, aber ungenügender Umweltverträglichkeit.

A. entsprechen zwar den Anforderungen der Tensidverordnung, die Mineralisation (Abbau) ist jedoch unzureichend: Es werden stabile Metabolite mit erheblicher aquatischer Toxizität gebildet. Infolgedessen haben die im Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) und anderen Verbänden organisierten Hersteller sich 1986 zu einem stufenweisen Verzicht auf A. in ihren Produkten bereit erklärt.

Während diese Substitution in Haushaltsprodukten seit 1988 abgeschlossen sein dürfte, soll dies bei den zahlreichen industriellen Anwendungen erst Ende 1991 in großem Umfang realisiert worden sein. In der Schweiz hingegen gilt seit dem 31.8.1987 ein gesetzliches Verbot für A. in Wasch- und Waschhilfsmitteln.

Autor: KATALYSE Institut

Alkohole

Alkohole sind Kohlenwasserstoffe mit einer oder mehreren Hydroxi-gruppen.

A. werden in ein- und mehrwertige (=Zahl der OH-Gruppen) sowie gesättigte und ungesättigte A. eingeteilt. Innerhalb dieser Verbindungsklassen unterscheidet man noch primäre, sekundäre und tertiäre A.. Die niederen, einwertigen A. sind farblose, meist angenehm riechende Flüssigkeiten von brennendem Geschmack z.B. Methanol (Holzgeist), Ethanol (Weingeist) und Propanol.

Die mittleren, einwertigen A. mit 4 bis 11 Kohlenstoffatomen sind ölige, meist unangenehm riechende, mit Wasser nur begrenzt mischbare Flüssigkeiten. Die höheren A. sind fest, geschmacklos, geruchlos und in Wasser unlöslich. Die zweiwertigen A. bezeichnet man meist als Glykole.

Glykole zeigen narkotische Wirkung sowie Wirkung auf die Niere. Wichtigster Vertreter ist Ethylenglykol, das als Gefrierschutzmittel Verwendung findet. Von den dreiwertigen A. kommt nur dem Glycerin praktische Bedeutung zu. Glycerin wird als Weichmacher sowie als Frostschutzmittel für Motoren eingesetzt, findet aber auch als Arzneimittel (z.B. Salben) Anwendung.

Höherwertige A. mit 5 und 6 Kohlenstoffatomen (Pentite, Hexite) spielen als Zucker in der Kohlenhydratchemie eine wichtige Rolle. Anhand von Tierversuchen konnte festgestellt werden, daß die Giftigkeit einwertiger A. mit zunehmender Zahl der Kohlenstoffatome steigt. Methanol besitzt dabei jedoch eine Sonderstellung.

Lit.: W.Wirth, C.Gloxhuber: Toxikologie, Stuttgart - New York, 1985

Autor: KATALYSE Institut

Alkansulfonate

Abk. SAS. Diese bedeutende Gruppe anionischer Tenside auf petrochemischer Basis wird in flüssigen Wasch- und Reinigungsmitteln, z.B. Spülmitteln und Allzweckreinigern, eingesetzt.

Die aquatische Toxizität ähnelt der des LAS (Lineare Alkylbenzolsulfonate). So liegen die LC50-Werte bei Fischen zwischen 3-24 mg/l. A. sind schneller biologisch abbaubar als LAS. Der Abbau findet jedoch ebenfalls unvollständig, und unter anaeroben Verhältnissen gar nicht statt.

Alkaloide

Unter dem Begriff Alkaloide faßt man eine Gruppe von stickstoffhaltigen Verbindungen zusammen.

In ihrem chemischen Aufbau zeigen die einzelnen Vertreter erhebliche Unterschiede. A. kommen in bestimmten Pflanzenfamilien (z.B. den Nachtschattengewächsen) und in wenigen Tierarten vor. Über die biochemischen Funktionen ist derzeit wenig bekannt. Zuweilen dienen sie als Schutz vor dem Gefressenwerden.

Im menschlichen Organismus zeigen sie meist intensive physiologische Wirkungen. Je nach Art bzw. eingesetzter Dosis sind sie Rausch-, Heil- oder Genußmittel (z.B. Cocain, Morphin, Chinin, Codein, Nikotin). Manche Alkaloide stellen bereits in kleinen Mengen aufgenommen tödliche Gifte dar (z.B. Strychnin, Atropin).

Autor: KATALYSE Institut

Öko-Sponsoring

Im Rahmen eines gezielten Öko-Marketings kommt immer häufiger das Ö. zu Anwendung.

Hierbei werden von einem Unternehmen, einer Organisation oder einer Person Maßnahmen des Umweltschutzes durchgeführt und entsprechend vermarktet; i.d.R. geschieht dies in Zusammenarbeit mit einer Umweltorganisation. Dies geht teilweise so weit, daß nur noch das Recht, den Namen einer Organisation oder ihr Emblem vermarkten zu dürfen, erworben wird. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist der Panda-Bär des WWF (World wide fund for nature).

Grundsätzlich ist gegen eine derartige Praxis nichts einzuwenden. Wenn ein solches Ö. allerdings nicht im Einklang mit der tatsächlichen Unternehmenspolitik oder deren Umweltmanagement steht, besteht die Gefahr, daß das Unternehmen an Glaubwürdigkeit verliert. Aber auch der Ruf des Namengebers kann darunter leiden. Aus diesem Grund sind seriöse Umweltorganisationen nicht in jedem Fall daran interessiert, ihren Namen für das Ö. herzugeben.

Autor: KATALYSE Institut

Öko-Psychologie

Thema der Ö. ist die Wechselwirkung des Menschen mit seiner Umwelt.

So beschäftigt sich die Ö. z.B. mit der Frage, wie sich die Gestaltung einer Innenstadt oder eines Gebäudekomplexes auf die Psyche des Menschen auswirkt.

Drei Umwelt-Mensch-Systeme werden unterschieden:
Makro-Umwelt: Weltraum-Erde-Stadt;
Mezzo-Umwelt: Stadtteil-Nachbarschaft-Haus;
Mikro-Umwelt: Wohnung-Zimmer-Einrichtung-Gebrauchsgegenstände.

Bei der Konzeption der Arbeits-, Wohn-, Einkaufs- und Freizeit-Umwelt, von Krankenhäusern und Altenheimen sollte den Architekten ein Öko-Psychologe zur Seite gestellt werden, wie dies in den USA z.T. schon routinemäßig geschieht.

Autor: KATALYSE Institut

Öko-Marketing

Das Ö. ist die Integration des Umweltschutzes in das unternehmerische Zielsystem als Ausdruck gesellschaftlicher Verantwortung.

Das traditionelle Marketing, das Marktpotentiale durch eine systematische Ausrichtung aller Unternehmensaktivitäten an der Bedürfnislage tatsächlicher bzw. potentieller Kunden aufzubauen sucht, war in der Vergangenheit verantwortlich für das Erreichen eines hohen Konsumniveaus, ohne allerdings die damit verbundenen negativen Konsequenzen für die "Umwelt" zu berücksichtigen.

Diesen Mangel versucht das Ö. durch die Integration des Umweltschutzes in das unternehmerische Zielsystem - als Ausdruck gesellschaftlicher Verantwortung - zu beheben. Wird vom Unternehmen allerdings ökologischen Erfordernissen nur insoweit Rechnung getragen, als es sich um notwendige Reaktionen auf das zunehmende Umweltbewusstsein der Verbraucher bzw. die verschärften administrativen und rechtlichen Rahmenbedingungen (Umweltpolitik, Umweltabgaben, Ökosteuern) handelt, kann man nicht von Ö. im engeren Sinn sprechen.

Die Umsetzung von Ö. im engeren Sinn erfolgt durch eine entsprechende Modifikation der traditionellen Marketing-Instrumente. Zentraler Ansatzpunkt ist die Produktpolitik. Hierbei geht es etwa um Substitutionsmöglichkeiten für unweltschädliche Produkte, eine gezielte umweltorientierte Innovations- bzw. Variationspolitik mittels Produktlinienanalysen, umweltverträgliche Produktbeschaffenheit und Verpackungsgestaltung sowie eine aussagefähige Kennzeichnung (z.B. Umweltzeichen).

Die Distributionspolitik betrifft die ökologische Optimierung der Absatzkanäle, die Überprüfung der Distributionslogistik auf mögliche Umweltwirkungen (Wahl der Transportmittel und -wege (Güterverkehr), Formen der Lagerhaltung) oder die Installierung von Redistributionssystemen.

Im Zuge der Öffentlichkeitsarbeit kann der ökologische Zusatznutzen etwa durch angemessene Werbe- oder PR-Massnahmen verdeutlicht werden. Allerdings beschränkt sich praktiziertes Ö, in vielen Fällen lediglich auf den Einsatz der Kommunikationsinstrumente (z.B. Werbung, Öffentlichkeitsarbeit, Öko-Sponsoring), ohne dass diesen Aussagen ein tatsächliches Umweltengagement oder Umweltmanagement gegenübersteht.

Autor: KATALYSE Institut

Öko-Controlling

Methode zur Abschätzung der Auswirkungen eines Betriebs oder von Betriebsteilen auf die Umwelt.

Zentrales Arbeitsfeld ist dabei die Bilanzierung der Stoff- und Materialströme, mit der bei einer Schwachstellenanalyse die wichtigsten, ansonsten umfassend die Emissionsquellen ermittelt werden sollen. Neben Vorschlägen zur Minimierung von Energieverbrauch und Emissionen ist das Ö. als Planungsinstrument geeignet, gesetzliche und technologische Entwicklungen frühzeitig in die Unternehmensperspektive einzubeziehen.

Autor: KATALYSE Institut

Normung und Umweltschutz

Die Festlegung technischer Regeln in Normen erfolgte lange Zeit außerhalb der Beachtung durch die Öffentlichkeit. Normen werden vom Deutschen Institut für Normung (DIN) festgelegt. Seit rund 20 Jahren (achtziger Jahre) wurde erkannt, dass Normen Bestimmungen enthalten, die den Umweltschutz berühren.

1989 wurde für DIN eine »Koordinierungsstelle Umweltschutz« eingerichtet, die sämtliche neu erlassenen Normen daraufhin überprüfen soll, ob Aspekte des Umweltschutzes ausreichend berücksichtigt werden. Die Möglichkeiten der Einflußnahme auf die Erstellung von Normen sind jedoch gering. Die Interessenvertreter von Industrie, staatlichen Stellen u.a. Organisationen sind in der Überzahl.

Die Bedeutung von Normen ist stark angestiegen, da im Rahmen des europäischen Binnenmarktes gesetzliche Regelungen nur noch Rahmen-Regelungen enthalten und konkrete technische Details in europäischen Normen festgelegt werden. Ebenso gewinnen europäische Normen (CEN) langsam an wachsender Bedeutung.

So werden Umweltschutzaspekte bei Bauprodukten nicht in der Bauprodukten-Richtlinie der EU geregelt, sondern in den entsprechenden Normen der europäischen Normungsorganisationen CEN/CENLEG.

Dort haben Umwelt- und Verbraucherinteressen jedoch kaum Mitentscheidungsbefugnis, ihnen wird nur ein Beobachterstatus eingeräumt. so finden in den europäischen Normen (EN) Umweltaspekte nur wenig Berücksichtigung

Eco-label

Autor: KATALYSE Institut

Nachhaltigkeit

Der Begriff Nachhaltigkeit wurde erstmals in der Forstwirtschaft verwendet: Danach soll nur soviel Holz aus dem Wald entnommen werden, wie in dem jeweiligen Gebiet nachwachsen kann.

Nachhaltigkeit bedeutet "anhaltend", "lange nachwirkend" und "dauernd" mit dem Ziel "weiter zu wirken" und wurde erstmals 1809 in Campes Wörterbuch der deutschen Sprache aufgenommen.

1987 tauchte dieser Begriff im Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (der sogenannten Brundtland-Kommission) auf. Erst 1992 in Rio de Janeiro während des Weltumweltgipfels wurde der englische Begriff "Sustainable Development" als Leitbegriff gebraucht, welcher auch in das Abschlussdokument der Lokalen Agenda 21 einfloss. Seither haben die Begriffe Nachhaltigkeit und nachhaltig im deutschen Sprachgebrauch einen festen Platz und sind zu Schlagwörtern verkommen, die inflationär verwendet werden.

Nachhaltige Entwicklung beschreibt nicht mehr nur das ökonomische Wachstum als Ziel, sondern gleichberechtigt auch den Schutz der Umwelt und die gesellschaftliche Solidarität. Nachhaltige Entwicklung ist das Zusammenwirken von Ökonomie und Ökologie mit dem Ziel den folgenden Generationen die gleichen Chancen zur wirtschaftlichen Entwicklung zu geben, wie die heute lebenden Generationen. V.a. geht es darum die Lebenschancen der Armen zu verbessern und die Interessen der nachfolgenden Generationen zu wahren. Umgesetzt werden sollen diese Ziele u.a. durch die Bekämpfung langfristiger und weltweiter Probleme wie beispielsweise dem Klimaschutz, dem Schutz der Regenwälder und der Erhaltung der Biodiversität.

Aus der Nachhaltige Entwicklung lassen sich drei Regeln ableiten:

  • Die Nutzung erneuerbarer Ressourcen darf die natürliche Wachstumsrate nicht überschreiten,
  • Endliche Ressourcen dürfen nur insoweit verbraucht werden, wie funktionsgleiche Substitute entwickelt werden,
  • Schadstoffe dürfen die Aufnahmekapazität der Umwelt nicht übersteigen.

Das Nachhaltigkeitsgebot ist der Ausgangspunkt aller Vorsorgeprinzipien und aller dazugehörigen Lösungsstrategien.

Nach Aussagen des Umweltbundesamtes (Februar 2002) ist Deutschland in den vergangenen Jahren auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung gut vorangekommen. Luft, Wasser und Boden sind deutlich sauberer geworden.

Zentrale politische Weichenstellungen, etwa im Rahmen der Energiewende wurden angestoßen. Danach hat Deutschland im weltweiten Vergleich einen Spitzenplatz im Umweltschutz inne, so die Ergebnisse des OECD-Prüfberichtes aus dem Jahr 2001.

Die Kurzfassung können Sie auf der Homepage des Umweltweltbundesamtes downloaden.

Im Klima- und Energiebereich konstatiert die Zukunftsstudie vom Umweltbundesamt beispielsweise eine erhebliche Effizienzsteigerung und eine Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch. Während zwischen 1990 und 2000 das Bruttoinlandsprodukt um 11 Prozent wuchs, sank der Energieverbrauch um 5 Prozent.

So hat Deutschland eine Emissionssenkung der sechs im Kyoto-Protokoll genannten Treibhausgase um über 18 Prozent erreicht – mehr als 85 Prozent der Reduktionsverpflichtung von 21 Prozent bis 2012. Es ist nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) gelungen, den CO2-Ausstoß in den privaten Haushalten seit Ende der 90er Jahre zu senken. Der Rückgang lag im Jahr 2000 im Vergleich zu 1990 bei rund 11,5 Prozent. Auch im Verkehrsbereich konnten die Kohlendioxidemissionen im Jahr 2000 erstmals im Vergleich zum Vorjahr um rund zwei Prozent gesenkt werden. Innerhalb von drei Jahren wurde die Windenergiekapazität in Deutschland verdreifacht. Ein Drittel des Windstroms in der Welt wird bei uns produziert.

In Deutschland wurde ein Nachhaltigkeitsrat zur Erarbeitung politischer Strategien und Konzepte im Sinne der Nachhaltigen Entwicklung gegründet.

Autor: KATALYSE Institut

Aliphaten

Gesättigte organische Verbindungen

z.B. Testbenzin oder Terpentin. In vielen Produkten als Lösemittel eingesetzt.

Autor: KATALYSE Institut

Algenpest

Durch die Überfrachtung von Flüssen und Meeren mit Stickstoff- und Phosphorverbindungen aus der Landwirtschaft und städtischen Abwässern, kommt es in vielen Gewässern zur Eutrophierung und Algenblüte.

Die saisonale extreme Vermehrung von Algen, hat in Nordsee, Ostsee und Mittelmeer regelmäßig in den achtziger und Anfang der neunziger Jahre zu pestartigem Massensterben von Fischen, Robben und anderen Meeresorganismen geführt.

Im Oktober 1986 verschwanden im dänischen Kattegatt beispielsweise in einem Gebiet von 100 Quadratkilometer große Teile des Fischbestandes und konnten nur noch tot aus dem Meer gezogen werden.

Im Sommer 1988 verursachte das massenhafte Auftreten der Goldalge Chrysomulina polylepis, die sich mit einer Art Ankerfaden an Kiemen festsetzen kann, in der Nordsee ein großes Fischsterben und wurde mit dem Absterben eines großen Teils der Robbenpopulation dieses Raums in Verbindung gebracht.

Seit Ende der 70er Jahre kommt es in der italienischen Adria regelmäßig durch die gewaltigen Stickstoff- und Phosphormengen (Phosphat), die der Po aus den norditalienischen Metropolen zum Meer führt, in Verbindung mit starker Sonneneinstrahlung zur Ausbildung schwammiger roter und grüner Algenteppiche, die neben den Meeresorganismen auch den Fremdenverkehr an der Küste Venetiens und der Emilia Romana stark beeinträchtigte.

Durch die Verbesserung der Klärtechnik und -standards tritte die Algenpest heute nur noch punktuell und bei extremen Situationen auf (Wassermangel in großen Flüssen, sehr hohe Sommertemperaturen o.ä.).

Autor: KATALYSE Institut

Aldehyde

Aldehyde sind chemische Verbindungen, die durch die A.-Gruppe charakterisiert sind. Sie entstehen durch Abspaltung von zwei Wasserstoffatomen aus Alkoholen. Aldehyde entstehen im menschlichen Körper z.B. beim Alkoholabbau.

Viele A. haben einen angenehmen obst- oder blumenartigen Geruch. Aldehyde haben industrielle Bedeutung als Rohstoffe für die Herstellung von Essigsäure, Kunststoffen, Kunstharzen, Desinfektionsmitteln, Riechstoffen, Pharmazeutika, Farbstoffen, Pflanzenschutzmitteln u.a.. Die Giftigkeit ist innerhalb der Gruppe der A. sehr unterschiedlich. Bekanntestes A. ist Formaldehyd.

Die wichtigsten Aldehyde im Überblick:

  • 2-Butenal zur Herstellung von Insektiziden und Sorbinsäure
  • Acrolein ist Zersetzungsprodukt beim Erhitzen von Fetten
  • Benzaldehyd ist Zersetzungsprodukt des Amygdalins
  • Butyraldehyde zur Verwendung in Weichmachern und Kunstharzen
  • Decanal als Aromastoff in verschiedenen Ölen
  • Glyoxal zur Veredlung von Papier und Textilien
  • Hexanal ist Bestandteil verschiedener Aromen
  • Methylglyoxal zur Herstellung von Insektiziden und Farbstoffen
  • Pentanal zur Herstellung von Aromen
  • Propionaldehyd für Weichmacher für Kunststoffe und Kautschuk
  • Vanillin als synthetisches Gewürz als Substitut für natürliche Vanille

Aktivkohle-Dosimeter

Mit Aktivkohle gefüllte, luftdicht verschlossene Metalldose (ähnlich einer Tabakdose), mit der die Konzentration von Radon in der Luft bestimmt werden kann.

Zur Messung wird das A. geöffnet an der zu messenden Stelle aufgestellt (meist drei Tage). Die Aktivkohle nimmt nun, je nach Radonkonzentration, verschieden viel Radon auf. Nach Ablauf der Aufstellzeit muß das A. wieder luftdicht verschlossen und einem geeigneten Labor zugeschickt werden, wo es mit Hilfe eines Gammaspektrometers ausgewertet wird.

Die Aktivkohle nimmt über die Aufstellzeit nicht gleichmäßig Radon auf. Schwankungen der Radonkonzentration werden daher nur ungenau gemittelt. Für Messungen unter Nutzungsbedingungen und über längere Zeiträume sind Kernspur-Dosimeter besser geeignet.

Autor: KATALYSE Institut

Kleinfeuerungsanlagenverordnung

Die am 1.10.1988 in Kraft getretene neue Fassung der K. (genaue Bezeichnung: 1. Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes) enthält v.a. folgende Bestimmungen:

  • Begrenzung der maximalen Abgasverluste von Öl- und Gasfeuerungen
  • Begrenzung der Rußemissionen von Ölheizungen
  • Begrenzung der Staub- und Kohlenmonoxidemissionen von Holz- und Kohleöfen

Die Einhaltung der Werte wird vom Schornsteinfeger durch eine jährliche Messung überprüft.
Die K. gilt für Heizungsanlagen mit einer Leistung von bis zu 1000 kW. Für größere Anlagen gilt die TA Luft.

Autor: KATALYSE Institut