Titandioxid

Weißpigment zur Pigmentierung von Lacken (62%), Kunststoffen (16%) und Papier (14%).

Derzeitige T.-Produktion: EG-weit ca. 1 Mio t/Jahr und weltweit rd. 2,5 Mio t/Jahr. Allein in Deutschland werden jährlich ca. 300.000 t produziert, wovon etwa 50% ins Ausland exportiert werden (Abfalltourismus). Die Herstellung von T. geschieht über zwei Verfahren: das Sulfat- und das Chloridverfahren.

Beim Sulfatverfahren, das hauptsächlich angewendet wird, fallen pro t T. 11 t
Abfall an. Hiervon sind 3,8 t Grünsalz, das zur Konditionierung in der 3. Reinigungsstufe einer Abwasserreinigung eingesetzt wird, und 7 t Dünnsäure, verdünnte Schwefelsäure, deren Entsorgung problematisch ist.

Um die zu entsorgende Abfallmenge zu verringern, wird das Chloridverfahren eingesetzt. Hierbei sind jedoch Ausgangsstoffe mit einem hohen Anteil an T. notwendig. Natur-Rutil (mit 90% T.) und Titan-Konzentrate (mit 56% T.) sind jedoch nur begrenzt verfügbar.
Bei der Herstellung nach dem Chloridverfahren entstehen prinzipiell die gleichen Rückstände wie beim Sulfatverfahren, sie fallen jedoch im Erzeugerland und nicht im Verarbeitungsland an. Es findet somit nur eine Verlagerung des Abfallproblems statt.
T.-Pigmente haben eine Korngröße von 20 mycrom und werden daher als Staubbelästigung eingestuft (MAK-Wert für T.-Staub: 6 mg/m3). Anwendung finden T.-Pigmente bei der Herstellung von Farben, Lacken, Sonnenschutzmitteln, Seifen, Pudern, Salben sowie zum Einfärben von Kunststoffen. Um die schädlichen Umweltauswirkungen der Weißpigmentierung mit T. zu verringern, sollte auf den Einsatz von T. bei Sonnenschutzmitteln, Pudern, Salben, Seifen oder ähnlich kurzlebigen Produkten gänzlich verzichtet werden, da er in diesen Fällen lediglich optischen Zwecken dient und zu keiner Qualitätsverbesserung der Produkte beiträgt.
S. auch Abfallbeseitigung auf See, Dünnsäure

Autor: KATALYSE Institut

Titanweiß

T. ist ein Mischpigment, das i.d.R. maximal 30% Titandioxid enthält. Dabei ist das Titandioxid der farbbestimmende Anteil.
Der Rest besteht aus Carbonaten und Sulfaten des Bariums, Calciums und Magnesiums.

Autor: KATALYSE Institut

Tetrachlordibenzopdioxin

Bezeichnung für Vertreter der chlorierten Dioxine, die vier Chloratome enthalten, oft mit TCDD, TeCDD oder T4CDD abgekürzt.

Dioxine und Furane.

Autor: KATALYSE Institut

Tetrachlorethen

T. (Perchlorethylen, PER, Perchlorethen) gehört zu der Gruppe der chlorierten Kohlenwasserstoffe. Die Jahresproduktion in Deutschland fiel von 115.000 t (1990) auf 43.000 t (1992).

T. gehört zu den leichtflüchtigen chlorierten Kohlenwasserstoffen. Über 50 Prozent der in Deutschland verbrauchten Menge entweicht als Emission in die Atmosphäre. T. besitzt sehr gute Fettlöseeigenschaften, weshalb es seit den 20er Jahren als Lösemittel verwendet wird. Es wird in großen Mengen zum Reinigen von Autoteilen und -karosserien und anderen Metallteilen sowie elektronischen Chips und Textilien eingesetzt. Gegenüber den Kohlenwasserstoffen haben sie den Vorteil, dass sie nicht leicht entzündlich sind. T. besitzt eine schlechte Abbaubarkeit, so dass T. z.B. im Grundwasser viele jahrzehnte erhalten bleibt.

Die bis 1997 geltenden MAK-Werte von 50 ml/m3(ppm) bzw. 345 mg/m3 wurden ausgesetzt und die Anwendung des BAT-Wertes empfohlen. Die chronische Aufnahme von T. kann zu Leber- und Nierenschäden sowie nervösen Störungen führen. Im Tierversuch konnte eine kanzerogene Wirkung bei Mäusen nachgewiesen werden. Seit 1999 ist T. in der MAK-Wert-Liste in der Kategorie der krebserzeugenden Arbeitsstoffe aufgeführt, so dass für T. keine MAK-Werte mehr angegeben werden.

Vorkommen im Haushalt: Fleckwasser, dem es als unbrennbarer Zusatz zur Senkung der Feuergefährlichkeit zugesetzt wird (bedingt durch Benzin, Aceton u.a).

Wirkungen: Gelangt T. über den Abfluß in das Abwassersystem, können Störungen des Faulprozesses in Kläranlagen (Abwasserreinigung) durch die biozide Wirkung auf die Bakterienflora auftreten. Darüber hinaus belastet der in der Atmosphäre sehr stabile chlorierte Kohlenwasserstoff die Flüsse und deren Sediment und reichert sich in den Fischen an (Persistenz, Bioakkumulation).
Darum: Fleckwasser nicht in den Ausguß schütten!

Die durchschnittliche T.-Belastung erreicht in ländlichen Regionen weniger als 1 µg/m3 und in Ballungsgebeiten zwischen 2 und 5 µg/m3.

Grenzwerte und Richtwerte:

  • Trinkwasser: 10 µg/Liter (Grenzwert aus PER und drei anderen CKW)
  • Innenraumluft: 100 µg/m3 Richtwert für Wohnungen In Nachbarschaft chemischer Reinigungsanlagen
  • Boden (A-Wert: 0,1 mg/kg; B-Wert: 7 mg/kg und C-Wert: 70 mg/kg nach Ollandliste für die Summe der aliphatischen (langkettigen) CKW

Autor: KATALYSE Institut

Tetrachlorkohlenstoff

T. (Tetrachlormethan, CCl4) ist eine farblose, schwere Flüssigkeit mit einem MAK-Wert von 10 ml/m3 (ppm) entsprechend 65 mg/m3.

Autor: KATALYSE Institut

Textilfärbung

Teilbereich der Textilveredelung neben Bleichen, Bedrucken, Appretieren, Knitterfestmachen.

Bereits seit dem Altertum, wahrscheinlich über China, Indien und Ägypten nach Griechenland und Rom gelangt, waren Farbstoffe wie Purpur, Indigo, Krapp, Katechin u.a. bekannt. Während der Völkerwanderung gingen die Kenntnisse weitgehend verloren und wurden erst über die Araber und Kreuzfahrer nach Italien gebracht, von wo sich die T. über ganz Europa ausbreitete.
Um die Mitte des 15. Jh. entstanden die ersten künstlichen organischen Farbstoffe, die zu einer völligen Umwälzung der Färbemethoden führten. 1856 synthetisierte H. Perkin zufällig Mauvein, als er ein Malariamedikament herstellen wollte. 1859 wurde der erste Triphenylmethanfarbstoff Fuchsin hergestellt, 1868 Alizarin, der Hauptinhaltsstoff des Krapp, 1878 Indigo und 1901 der erste Küpenfarbstoff der Anthrachinonseide Indanthrenblau. 1911 wurden erste Naphtol-AS-Farbstoffe hergestellt, die erstmals die Erzeugung von Azofarbstoffen auf Baumwollfasern ermöglichten. Es folgten Kupferkomplexfarbstoffe für Baumwolle, Kupferphthalocyaminkomplexfarbstoffe und Reaktivfarbstoffe. Die Entwicklung neuer Farbstoffe ist oftmals von den besonderen Erfordernissen neu entwickelter Fasern geprägt. Je nach Einsatz von Farbmitteln (Direktfarbstoffe, Reaktivfarbstoffe, Farben) und Art des Färbeguts (loses Fasergut, Spulen) werden verschiedene Färbetechniken unterschieden. Insg. geht die Entwicklung in die Richtung geringerer Farbstoffmengen pro gefärbte Textilmenge bei steigender Anzahl von Textilfärbehilfsmitteln. Während die Tendenz von Nachchromierungsfarbstoffen aufgrund der Abwasserbelastung sinkt, steigen Reaktivfarbstoffe und Küpenfarbstoffe an. Relativ unverändert hoch ist der Anteil der Azofarbstoffe mit ca. 60% an der Gesamtmenge. Die vermutlich krebserzeugenden Azofarbstoffe sind aus der verwendeten Palette verschwunden. Nicht entschieden ist der Streit, ob sich auch die anderen Azofarbstoffe bei Zersetzung unter aggressiven Bedingungen von Absonderungen der Haut in die krebsauslösenden Ausgangsstoffe zersetzen. Der Trend zu einem höheren Anteil an Naturfasern in Gemischen wird wohl nicht den Vorrang der Azofarbstoffe brechen, deren Vor- und Zwischenprodukte fast die Hälfte der nach Chemikaliengesetz neu angemeldeten Chemikalien bilden.

Autor: KATALYSE Institut

Textilindustrie

Die ältesten Geflechte (Leinengewebe) sind vor 6.500 Jahren in Ägypten bereits mit Spindel und Webstuhl entstanden.

In China entwickelte sich im 2. Jahrtausend v.Chr. eine Seidenkultur, die über Byzanz die Textilkunst ins Abendland brachte. Aus der handwerklichen Fertigung führte bereits das späte Mittelalter zur Großerzeugung von Textilien in Flandern und Italien. Aus der Erfindung maschineller Technik in Spinnerei und Weberei entstand die erste Großindustrie des Frühkapitalismus in Engand. Die erst im späten Mittelalter nach Europa gelangte Baumwollfaser verdrängte die ältesten Zweige des Textilgewerbes, die Verarbeitung von Flachs, Hanf, Rohseide und Wolle.
Zur T. zählt man Spinnerei, Weberei, Wirkerei und Stickerei, zur Textilveredelung Ausrüstung und Färberei. Nach Art der eingesetzten Rohstoffe unterscheidet man Baumwoll-, Seiden-, Woll-, Chemiefaser- und Bastfaserindustrie. In der heutigen Standortverteilung und Struktur spiegelt sich die ursprüngliche Entwicklung aus der Hausweberei und Kleinindustrie wider. Die Zahl der Betriebe nimmt unter dem Konkurrenzdruck fernöstlicher Billiglohnländer ständig ab, ist aber immer noch stark mittelständisch organisiert. Die Umsetzung von umweltverträglichen Innovationen ist damit aus finanziellen Gründen schwer machbar. Unterstützt von Veränderungen in Mode und Lebensweise sind in der chemischen Industrie insb. in den letzten 10 Jahren eine große Zahl von neuen Stoffen und Zubereitungen entwickelt worden. Aus betriebsinternen Gründen zumeist unbekannt, gelangen diese Stoffe bei allen Erfolgen der Abwasserreinigung im Hinblick auf leichtabbaubare Stoffe in die Abwässer, ohne daß kontrollierende Behörden überhaupt wissen können, wonach zu suchen notwendig wäre. Nur eine deutliche Umorientierung rechtlicher Prinzipien wie Akteneinsichtsrecht, Verursacherprinzip und geänderte Einschätzung der sog. Restverschmutzung kann diese unerträgliche Dauerbelastung der sensiblen Ökosysteme reduzieren. Die T. und verwandte Industriezweige belasten die Umwelt durch Geruchsemissionen sowie durch z.T. erhebliche Abwasserprobleme. Zur Verminderung der Geruchsbelästigungen können Biofilter oder - wie in einem Projekt des Altanlagensanierungsprogramms demonstriert wurde - eine Rückführung der geruchsbeladenen Abgase in den Feuerraum eines Heizkessels des Betriebs eingesetzt werden.
Die Abwässer aus Gerbereien gehören wegen ihrer vielen giftigen Inhaltsstoffe zu den am schwierigsten zu behandelnden Industrieabwässern überhaupt. Zur Abwasserreinigung muß bei den Gerbereien eine Neutralisation, eine Bindung oder Vernichtung der Sulfide, eine Ausfällung der organischen Bestandteile sowie ein Absetzen der Feststoffe erfolgen (Fällung). Bewährt hat sich ein Verfahren, das im Belebungsbecken (Abwasserreinigung) schwebende Aktivkohleteilchen benutzt. Bei den übrigen Textilabwässern werden die sauren oder alkalischen Behandlungsbäder z.T. zurückgewonnen. Die dann noch anfallenden Abwässer müssen neutralisiert und biologisch aerob oder anaerob behandelt werden. Eine bessere Reinigung kann ebenfalls durch Zugabe pulverförmiger Aktivkohle in das Belebungsbecken sowie durch zusätzliche chemische Behandlungsstufen (Fällung, Flockung, Weitergehende Abwasserreinigung) erreicht werden.
Kleidung
Berufskrankheiten in der T.: Byssionose (Baumwollstaublunge)

Autor: KATALYSE Institut

Thallium

(Griechisch: thallein = grünen; wegen intensiver Grünfärbung einer nichtleuchtenden Gasflamme) Chemisches Element der III.

Hauptgruppe, Symbol Tl, Ordnungszahl 81, Schmelzpunkt 303,5 Grad C, Siedepunkt 1.457 Grad C, Dichte 11,85 g/cm3, ein an frischen Schnittstellen weißglänzendes, an Luft sofort grau anlaufendes giftiges Schwermetall, MAK-Wert 0,1 mg/m3 (gemessen als Gesamtstaub). T.-Verbindungen reichern sich besonders in Haut, Haaren und Nägeln an. Etwa 1 g T.-(I)sulfat wirkt beim Menschen tödlich. Auch schon kleinere Dosen (wenige mg) führen zu schweren Vergiftungserscheinungen (Haarausfall, grauem Star, Nervenschwund, Sehstörungen, Wachstumshemmungen, Neuralgien und Psychosen). T. gehört zu den seltenen Elementen mit einem Anteil an der oberen, 16 km dicken Erdkruste von rund 10-5% (vergleichbare Häufigkeit wie Quecksilber und Iod). Es tritt meist als Begleiter von Zink, Kupfer, Eisen, Blei usw. auf. Größere T.-Mengen findet man z.B. im Schlamm der Bleikammern von Schwefelsäurefabriken. Nach Schätzungen emittieren die Kohlekraftwerke in Westdeutschland jährlich ca. 4 t T.. Die jährliche Produktion betrug 1975 15 t. Im Vergleich dazu fallen rund 600 t/Jahr T. in angereicherten Abfallprodukten an. Bis zum Jahr 2000 wird mit keiner Erhöhung der Nachfrage von T. und seinen Verbindungen gerechnet. T. dient der Herstellung von optischem Spezialglas, das Infrarotstrahlung durchläßt. In Verbindung mit Quecksilber eignet es sich als Füllung für Tieftemperaturthermometer (Legierung mit 8,7% T. gefriert bei -60 Grad C, reines Quecksilber bei -38,87 Grad C). Das radioaktive Isotop Tl 201 (Halbwertszeit 3,05 d) findet in der Medizin Anwendung.

Autor: KATALYSE Institut

Thermographie

Die T. ist eine Methode, um Wärmestrahlung sichtbar zu machen.

Im einfachsten Falle geschieht dies mit einem für Infrarotstrahlung empfindlichen Filmmaterial, das nach der Belichtung entwickelt wird. Um die Wärmestrahlung direkt sichtbar zu machen, gibt es spezielle Kameras, die von den Oberflächen verschiedener Objekte abgegebene Strahlungstemperaturen punktweise erfassen und als Bild wiedergeben. Hierbei entspricht die Helligkeit bzw. die Farbe eines Punktes einer bestimmten Strahlungstemperatur. Unter bestimmten Randbedingungen ist die Strahlungstemperatur proportional zur Oberflächentemperatur. Auf diese Weise lassen sich sehr gut Wärmebrücken, mangelhafte oder fehlende Wärmedämmung, Rohrbrüche etc. aufspüren.

Autor: KATALYSE Institut

Tritium

(H-3,T), radioaktives Isotop des Wasserstoffs, auch überschwerer Wasserstoff genannt, welches aus einem Proton und zwei Neutronen besteht.

Physikalische Halbwertszeit 12,3 Jahre, biologische Halbwertszeit 19 Tage. T. zerfällt unter Aussendung von Betastrahlung. T. hat natürlichen und künstlichen Ursprung. Es entsteht in verschiedenen Kernreaktionen, insb. bei Bestrahlung von atmosphärischem Stickstoff mit Neutronen. Dies kann durch kosmische Strahlung, Atomwaffenversuche oder in Kernkraftwerken geschehen. Oberirdische Atomwaffentests haben die T.-Menge der Erde in wenigen Jahren verzwanzigfacht. T. gelangt über Kühlwasser und Abluft von Kernkraftwerken in die Umwelt; T.-Wasser (überschweres Wasser) ist chemisch von normalem Wasser nicht zu unterscheiden und kann mit keinem praktisch anwendbaren Verfahren aus dem Wasser entfernt werden. Als Gas ist seine Ausbreitung kaum zu kontrollieren, da es durch fast alle Materialien diffundieren kann. T. wird vom Körper aufgenommen und führt zu einer gleichmäßigen
Strahlenbelastung aller Organe. Beim Zerfall von T. muß neben der Strahlenwirkung die Transmutation berücksichtigt werden: Dem Zerfall eines in den Strang der DNS eingebauten T.-Atoms folgen tiefgreifende Strukturveränderungen wie z.B. Kettenbrüche der DNS (Strahlenschäden). T. wird als Fusionsbrennstoff bei Wasserstoffbomben (Atomwaffen) und Kernfusionsreaktoren (Kernfusion) verwandt. Die dazu nötigen Mengen werden aus Lithium erbrütet und stellen das größte radioaktive Risiko der Kernfusion dar.

Autor: KATALYSE Institut

TRGS

TRGS = Abkürzung für Technische Regeln für Gefahrstoffe

siehe Stichwort Gefahrstoffe

Autor: KATALYSE Institut

Tributylzinnoxid

Wasserunlösliche giftige Substanz, die zur Gruppe der Organo-Zinn-Verbindungen gehört (Zinn).

Akute Vergiftungen führen zur Reizung von Haut und Atemwegen, Brechreiz, Kopfschmerzen, Sehstörungen. Verwendung: Pflanzenschutzmittel, Imprägnierung von Tapeten und wasserfesten Lacken und Anstrichen zur Vorbeugung von Schimmelpilzbefall, Entschleimung von Industrieabwässern, Holzschutzmittel u.a. MAK-Wert: für organische Zinnverbindungen: 0,1 mg/m3.

Autor: KATALYSE Institut

Trichlorethylen

T. (Tri, Trichlorethen, C2HCl3) ist eine chloroformartig riechende, unbrennbare, farblose Flüssigkeit, die mit Wasser nicht mischbar ist.

Der MAK-Wert liegt bei 50 ml/m3 (ppm) entsprechend 270 mg/m3 (MAK-Liste III B, begründeter Verdacht auf krebserregendes Potential). T. ist ein wichtiges technisches Lösemittel, v.a. zur Entfettung von Werkstücken aus Metall und Glas. Durch Verdunstung bei der Anwendung gelangt fast die gesamte Produktionsmenge in die Atmosphäre und damit in die Umwelt. T. zersetzt sich an offener Flamme oder heißer Metallfläche zu Phosgen und Salzsäure (Chlorwasserstoff). T. wirkt narkotisierend, Einatmen von Luft mit 200 ppm T. führt zu ersten Vergiftungserscheinungen (Müdigkeit). Akute Vergiftungen (Trisucht) führen zu Hirnschäden, Erblindung, Aufhebung der Geruchs- und Geschmacksempfindung u.a. Die Jahresproduktion in Westdeutaschland sank von 8.600 t (1990) auf 5.700 t (1991).

Autor: KATALYSE Institut

Trichlormethan

T. (Chloroform, CHCl3), ein chlorierter Kohlenwasserstoff, ist eine leicht flüchtige, klare Flüssigkeit mit süßlichem Geruch und Geschmack, kaum wasserlöslich, aber gut löslich in organischen Lösemitteln.

T. wird zusammen mit Dichlormethan als Abbeizmittel verwendet. T. wirkt lähmend auf das Zentralnervensystem und bei chronischer Vergiftung treten Leberschäden auf. T. steht im begründeten Verdacht, krebserregend zu wirken (MAK-Liste III B). Daher wird T. in der Industrie kaum noch verwendet. Der MAK-Wert beträgt 10 ml/m3 (ppm) entsprechend 50 mg/m3. 1991 wurden in Westdeutschland 52.000 t T. produziert.

Autor: KATALYSE Institut

Trichlorphenoxyessigsäure (2,4,5-)

2,4,5-T), Ester von T. wurden als Bestandteile von Entlaubungsmitteln wie z.B. Agent Orange im Vietnamkrieg eingesetzt.

Bei ihrer Herstellung entstehen Dioxine als Verunreinigungen.

Autor: KATALYSE Institut

Tranquilizer

Psychopharmaka, welche hauptsächlich eine ruhigstellende und oft auch muskelentspannende Wirkung haben.

Bei länger dauernder Einnahme besteht beim Menschen die Gefahr der psychischen Abhängigkeit.
Futtermittelzusätze und Tierarzneimittel, Massentierhaltung

Autor: KATALYSE Institut

Transferkoeffizienten

T. oder Transferfaktoren sind in Zusammenhang mit der Anreicherung radioaktiver Substanzen (Radioaktivität) von Bedeutung.

Sie geben den Übergang eines radioaktiven Stoffes von einem Glied der Nahrungskette ins nächste an. So ist z.B. der T. Bodenpflanze definiert als Aktivität je kg Pflanzenmasse/Aktivität je kg Boden. Ist der T. > 1, hat die Pflanze den radioaktiven Stoff angereichert.

Autor: KATALYSE Institut

Transformator

Mit Hilfe von T. werden elektrische Spannungen auf verschiedene Größen umgespannt (Hochspannungsleitung).

Zur Gefahr werden T. durch das in ihnen zur

Isolation und zum Brandschutz verwendete PCB. PCB stellen, wenn sie als
Abfall in die Umwelt gelangen, ein großes Gefahrenpotential dar. Gerät ein PCB-haltiger T. in Brand, können hochgiftige Dioxine und

Furane entstehen, was in der Vergangenheit schon zu Evakuierungen führte. Z.Z. gibt es in Deutschland noch ca. 30.000 PCB-haltige Mittelspannungs-T. mit einem durchschnittlichen PCB-Gehalt von 500-1.000 kg, die nach und nach über Sondermüllverbrennungsanlagen entsorgt werden müssen. Erst seit 1986 dürfen in der EG PCB in Neuanlagen keine Verwendung mehr finden, obwohl bereits seit langem Ersatzstoffe bekannt sind. Altanlagen dürfen nach der PCB-Verbotsverordnung weiterhin PCB enthalten.
Von T. gehen elektrische und magnetische Felder aus, die zu gesundheitlichen Schäden bei Anwohnern führen können (Elektrosmog).

Autor: KATALYSE Institut

Tränengas

siehe Reizstoffe, Chemische Keule.

Autor: KATALYSE Institut

TUNEL-Methode

TUNEL ist eine Abkürzung und heißt ausgeschrieben „Terminale Desoxyribosyl-Transferase mediated dUTP Nick End Labeling“.

Mit dieser Methode kann man im Labor darstellen, ob, und wenn ja, wie viele Zellen zu Grunde gehen. Die TUNEL-Methode ist ein extrem empfindliches Verfahren, um apoptotische Zellen (Apoptose = programmierter Zelltod, s. ElektrosmogReport 9/2006) in einem Gewebe zu finden. Sogar einzelne Zellen im Anfangsstadium der Apoptose sind nachweisbar. Wesentliche Vorteile dieser TUNEL-Methode ist, dass sie im Lichtmikroskop untersucht und dass sie mit vielen anderen Nachweisverfahren gekoppelt werden kann, z. B. mit Immunreaktionen oder Methoden zu elektronenmikroskopischen Untersuchungen. Es gibt eine direkte und eine indirekte Methode.

Wenn Zellen eines programmierten Zelltods (Apoptose) sterben, entstehen im Zellkern charakteristische Bruchstücke der DNA, weil diese durch Enzyme (Endonukleasen) zersetzt wird. An den Enden der Bruchstücke kann mit TUNEL z. B. ein Fluoreszenz-Farbstoff angehängt werden, so dass direkt im Mikroskop durch das Aufleuchten des Farbstoffs ermittelt werden kann, wie viele Bruchstücke entstanden sind. Es werden Einzelstrangbrüche nachgewiesen, die durch spezifische so genannte Endonukleasen entstehen. Endonukleasen spalten Nukleinsäuren (DNA, RNA) im Inneren des Moleküls, im Gegensatz zu Exonukleasen, die an den Enden Schritt für Schritt einzelne Molekül-Bausteine abspalten. Das Anhängen des Fluoreszenz-Farbstoffs wird von dem Enzym Terminale Desoxynucleotidyl-Transferase (TdT) an das Ende des Bruchstücks ausgeführt. Genauso kann ein anderer Farbstoff mit einem anderen Verfahren angehängt werden, wobei der Nachweis dann indirekt erfolgt. Die direkte Methode hat den Vorteil, dass sie schneller geht, der indirekte Nachweis ist sensitiver. Apoptose ist nicht immer ein Hinweis auf krankhafte Prozesse, der programmierte Zelltod wird auch auf natürliche und nützliche Weise eingeleitet, wenn bestimmte Zellen in Organismus nicht mehr gebraucht werden. Mit der TUNEL-Methode kann man die Apoptose von der Nekrose abgrenzen. Bei der Nekrose gehen die Zellen nicht „nach Plan“ zugrunde, sondern sie werden durch Verletzungen oder Infektionen zerstört und vom Abwehrsystem beseitigt. Allerdings gibt es geringe Ungenauigkeiten, die u. U. eine genaue Abgrenzung erschweren.

Autor: KATALYSE Institut