Stiftung Ökologie & Landbau

Die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) wurde 1962 gegründet.
Ziel der Stiftungsaktivität ist, den ökologischen Landbau zu fördern und zu unterstützen. Die SÖL setzt sich mit den Auswirkungen der ökologischen Landwirtschaft auf Boden, Wasser und Klima auseinander und stellt den Biolandbau mit seinen regionalen Vermarktungsstrukturen als wichtiges alternatives Konzept für die derzeitige Agrarpolitik dar.

Sie fungiert dabei durch Sammlung, Aufbereitung und Verbreitung von Informationen als "Informationsdrehscheibe". Im Bundesprogramm Ökolandbau werden von der SÖL mehrere Projekte betreut.

Aktuelle Aktivitäten der SÖL:/liste}

  • Seminarbauernhof Gut Hohenberg
  • Publikationen zum ökologischen Landbau
  • Koordination des Erfahrungs- und Erkenntnissaustausches
  • Beratung (Rundbrief, Seminare)
  • Erfahrungsaustausch zwischen Studentengruppen
  • Forschung(Wissenschaftstagungen)
  • zwischen Institutionen
  • Forschung für die Praxis (Projekt Ökologische Bodenbewirtschaftung,Projekt Weierhof)
  • Öffentlichkeitsarbeit (Projekttage, Öko-Markttage Bad Dürkheim)
  • Dokumentation (Bibliothek, Archiv)
  • Fördertätigkeit (Karl-Werner-Kieffer-Preis,Stiftungsprofessur Ökologische Lebensmittelqualität und Ernährungskultur
    Die Stiftung gibt vier mal jährlich die Zeitschrift „Ökologie & Landbau“, sowie den „SÖL- Berater- Rundbrief“ (€ 14 pro Jahr) heraus.

    Kontakt:
    Stiftung Ökologie & Landbau
    Weinstraße Süd 51
    67098 Bad Dürkheim
    www.soel.de

 

Autor: KATALYSE Institut

Strahlungsbilanz

Die S. bezeichnet das System der Energieflüsse zwischen Atmosphäre und Erdoberfläche.

Gemittelt über das ganze Jahr und die ganze Erde ergibt sich ein Gleichgewichtszustand. Die vergleichsweise kurzwellige Sonnenstrahlung wird in der Atmosphäre teils absorbiert, teils reflektiert. Die langwellige terrestrische Abstrahlung wird nur zu einem kleinen Teil direkt in den Weltraum emittiert, der größte Teil wird durch die Atmosphäre absorbiert und zurückgestrahlt, was den Treibhauseffekt darstellt. Eine Beeinflussung der S. ergibt sich durch die Änderung der Absorptions- und Streuungsverhältnisse in der Atmosphäre durch Einbringen von Gasen und Aerosolen (Treibhauseffekt), der Änderung der Strahlungsverhältnisse der Erdoberfläche (Albedo) und der Wärmeemission infolge von Energieumwandlung (Abwärme).
Klima, Globalstrahlung, Solarenergie

Autor: KATALYSE Institut

Strahlung

Strahlung ist Energie, die in Form von Wellen bzw. Teilchen ausgesandt wird. Als Strahlung bezeichnet man die elektromagnetische Strahlung dazu gehören Radiowellen, Mikrowellen, Infrarotstrahlung, Licht, UV-Strahlung, Röntgenstrahlung, Gammastrahlung, und die beim radioaktiven Zerfall entstehende Teilchenstrahlung, wozu Alphastrahlung, Betastrahlung und Neutronenstrahlung gerechnet werden (ionisierende Strahlung).

Strahlung hat wesentlichen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Ohne Licht und Wärmestrahlung (Infrarot) wäre auf der Erde kein Leben möglich. Grob kann man Strahlung unterteilen in biologisch nützliche Strahlung, das ist die langwellige elektromagnetische Strahlung (Licht, Infrarot) und die biologisch schädliche Strahlung, das sind kurzwellige elektromagnetische Strahlungen, UV-Strahlungen, Röntgenstrahlungen, Gammastrahlung und Teilchenstrahlung (Alpha-, Beta- und Neutronenstrahlung).

In jüngster Zeit werden allerdings auch Schäden durch langwellige elektromagnetische Strahlung (50 Hz Hausstrom, Hochfrequenz) diskutiert) diskutiert (Elektrosmog, Hochspannungsleitung, Mobiltelefon, Bildschirm). Besondere Gefahr geht von der beim radioaktiven Zerfall ausgesandten ionisierenden Strahlung aus, die umgangssprachlich auch als radioaktive Strahlung bezeichnet wird (Radioaktivität). Hierzu zählen neben der Teilchenstrahlung Gammastrahlung und Röntgenstrahlung. Ionisierende Strahlung kann zu zahlreichen Schäden führen, wie zum Beispiel zu Krebs (Strahlendosis, Strahlenschäden). Ihrem Ursprung nach unterscheidet man die natürliche Strahlungsbelastung (kosmische Strahlung, terrestrische Strahlung) und die zivilisatorisch bedingte Strahlungsbelastung (
Strahlenbelastung, Kernkraftwerk).

Siehe auch unter: Elektromagnetische Strahlung, Mikrowellen, Erdstrahlen.

Autor: KATALYSE Institut

Strahlenschutzverordnung

Die 1976 verabschiedete, 1989 novellierte Strahlenschutzverordnung legt die maximal zugelassenen Strahlenbelastungen durch künstliche Strahlenquellen für beruflich Strahlenexponierte und die Bevölkerung fest.

Beruflich Strahlenexponierte sind alle, die beruflich Umgang mit radioaktiven Stoffen haben (Gewinnung, Erzeugung, Lagerung, Verarbeitung, Transport). Dazu zählen Arbeiter im Kernkraftbereich (Kernkraftwerk, Wiederaufarbeitung, Brennstoffkreislauf), in Forschung (Teilchenbeschleuniger etc.) und Industrie (Dickeprüfungen, Lebensmittelbestrahlung, Leuchtfarben). Ausgenommen ist das medizinische Personal, das der Röntgenverordnung unterliegt. Für Patienten im medizinischen Bereich gibt es keine Grenzwerte.

Die deutsche Strahlenschutzverordnung orientiert sich stets an den Empfehlungen der internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP), unterschreitet diese jedoch i.d.R. Die jüngsten Empfehlungen der ICRP (ICRP-60 1991) schlagen als maximal zulässige
effektive Dosis (Strahlendosis) für beruflich Strahlenexponierte 50 mSv pro Jahr vor (Radioaktivität und Strahlung, Maßeinheiten). Darüber hinaus soll die
effektive Dosis über fünf aufeinanderfolgende Jahre 100 mSv nicht überschreiten (das sind im Durchschnitt 20 mSv pro Jahr). Diese von Kritikern als erheblich zu hoch eingestuften Grenzwerte sind nicht primär von gesundheitlichen Überlegungen her bestimmt, sondern v.a. vom technisch-wirtschaftlich Machbaren (Strahlenschäden,
Strahlenbelastung, nukleare Taglöhner). Die Strahlenschutzverordnung von 1989 legt immerhin noch zusätzlich den Grenzwert von 400 mSv für die kumulierte
effektive Dosis über die gesamte Lebensarbeitszeit fest.

Für die Bevölkerung, insb. die Anwohner von z.B. Kernkraftwerken, läßt die Strahlenschutzverordnung eine maximale
effektive Dosis von 0,3 mSv/Jahr über den Luftweg plus 0,3 mSv/Jahr über den Abwasserpfad zu (Anreicherung), also zusammen 0,6 mSv/Jahr, sofern der Ort der höchsten Belastung zu Luft mit dem Ort der höchsten Belastung über den Abwasserpfad zusammenfällt, was i.d.R. nicht der Fall ist. Bei Störfällen sind für die Bevölkerung Strahlenbelastungen bis zu 50 mSv zugelassen. Die früher zusätzlich festgelegten Organdosen werden in den neuen Empfehlungen nahezu vollständig durch die
effektive Dosis ersetzt. Dieses Konzept ist zwar äußerst praktikabel, läßt aber z.T. höhere Organbelastungen als früher zu (Strahlendosis).

Die Einhaltung der Grenzwerte wird im beruflichen Bereich mit Hilfe von Film-Dosimetern überwacht, die alle Beschäftigten während der Arbeit tragen müssen. Für den Strahlenschutz zuständig ist der Strahlenschutzbeauftragte. 1987 betrug die mittlere Jahresdosis beruflich Strahlenexponierter im Nichtmedizinbereich 1 mSv (
Strahlenbelastung).
Die Belastung der Bevölkerung wird i.a. lediglich mittels Computersimulation berechnet (
Strahlenbelastung). Die Kollektivdosis für die Gesamtbevölkerung wird in der Strahlenschutzverordnung nicht begrenzt.

Autor: KATALYSE Institut

Strahlenmessung

Die Stärke ionisierender Strahlung kann aufgrund ihrer Eigenschaft, in Materie Ionenpaare zu erzeugen (Ionendosis) und dadurch Energie abzugeben (Energiedosis), mit Meßgeräten bestimmt werden.

Mit Dosimetern mißt man die Strahlendosis, die in einer bestimmten Zeitspanne eingestrahlt wird, mit Geigerzählern die momentane Strahlungsintensität. Zur Bestimmung der radioaktiven Belastung von Boden und Nahrungsmitteln (z.B. nach Reaktorunfällen, GAU) sind aufwendige Meßgeräte wie Gammaspektrometer erforderlich.
Messung elektromagnetischer Strahlung Elektrosmog.

Autor: KATALYSE Institut

Strahlenkrankheit

Die Strahlenkrankheit gehört zu den akuten Strahlenschäden. Ab einer kurzzeitigen Ganzkörperdosis (Strahlendosis) von 0,5-1 Sv (Sievert) wird der bestrahlte Mensch von der S. befallen.

Symptome der ersten Phase: Appetitlosigkeit, Mattigkeit, Nervosität, Reizbarkeit, Kopfschmerzen, leichte Temperaturerhöhung und insb. Übelkeit und Erbrechen, Symptome der zweiten Phase: Fieber, Geschwüre im Mund- und Rachenbereich, blutig-schleimige Durchfälle, Haarausfall, innere Blutungen und Spontanblutungen an den Schleimhäuten, starke Anfälligkeit gegenüber Infektionen.
In welcher Stärke die Symptome auftreten und wie lange die Krankheit bis zur Ausheilung oder zum Tod anhält, hängt von der Strahlendosis ab (akute Strahlenschäden).

Lit.: L. Rausch: Mensch und Strahlenwirkung, München 1986

Autor: KATALYSE Institut

Strahlenexposition

Anderer Begriff für die
Strahlenbelastung durch ionisierende Strahlung, der wir v.a. durch Atomwaffentests, Medizin (Röntgendiagnostik,

Nuklearmedizin, Strahlentherapie), Kernkraftwerke (Atommüll, Brennstoffkreislauf, Wiederaufarbeitung, Tschernobyl) und natürliche Radionuklide (natürliche
Strahlenbelastung, Radon, Radioaktive Baustoffe) ausgesetzt sind.

Strahlenschäden, Strahlendosis, Radioaktivität

Autor: KATALYSE Institut

Strahlendosis

Die Strahlendosis gibt im Zusammenhang mit Radioaktivität bzw. ionisierender Strahlung die Strahlungsmenge an, die von einem bestrahlten Körper aufgenommen wurde.

Man unterscheidet: Ionendosis, Energiedosis und Äquivalentdosis. Für den Menschen ist insb. die Äquivalentdosis und die daraus abgeleitete Kollektivdosis in Zusammenhang mit
Strahlenbelastung und Strahlenschäden von Bedeutung. Die Strahlendosis, die vom menschlichen Körper insgesamt aufgenommen wird, heißt Ganzkörperdosis, bei einzelnen Organen spricht man von Organdosis und speziell im Fall von Eierstöcken oder Hoden von Keimdrüsendosis. Die nach den jüngsten Empfehlungen der internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP 1991) entscheidende Größe für Strahlenschutz und Strahlenschäden ist die
effektive Dosis.

Die
effektive Dosis berechnet sich als Summe aller Organdosen, wobei diese nach Strahlungsempfindlichkeit der betreffenden Organe mit Wichtungsfaktoren multipliziert werden. Als besonders strahlungsempfindliche Organe gelten nach ICRP 1991 die Keimdrüsen (Wichtungsfaktor 0,20), rotes Knochenmark, Lunge, Magen und Darm (jeweils Wichtungsfaktor 0,12). Bei einer gleichförmigen Exposition des ganzen Körpers ist die
effektive Dosis gleich der Ganzkörperdosis. Auf der einen Seite ist die
effektive Dosis ein Konzept, das es relativ einfach macht, von der Exposition einzelner Organe auf das Gesamtrisiko für den Menschen zu schließen. Auf der anderen Seite weisen Kritiker darauf hin, daß aus diesem Konzept abgeleitete Grenzwerte z.T. höhere Organbelastungen zulassen als das frühere Konzept der Organdosen.

Maximal zulässige Strahlendosis. (Ganzkörper-, Organ- und effektive Dosen) durch z.B. den Betrieb von Kernkraftwerken sind in der Strahlenschutzverordnung festgelegt.

 

Autor: KATALYSE Institut

Somatische Strahlenschäden

Spätschäden, die nach Bestrahlung eines Organismus mit ionisierender Strahlung auftreten können und sich im Gegensatz zu genetischen Strahlenschäden nicht auf die Nachkommen übertragen

Für S. gibt es keinen Schwellenwert, jede noch so kleine Strahlendosis kann zu einem Schaden führen. Zustandekommen von S.: Strahlenschäden.
Wichtigster S. ist Krebs, der meist erst Jahre oder Jahrzehnte nach der Bestrahlung ausbricht (Latenzzeit). Am häufigsten sind: Leukämie (Blutkrebs), Brust-, Lungen- und Schilddrüsenkrebs. Als weitere Spätschäden sind bekannt: Wachstums- und Entwicklungsstörungen, vorzeitiges Altern, Schwächung des Immunsystems, Unfruchtbarkeit und Fehlgeburten. Je nachdem, ob der ganze Körper gleichmäßig bestrahlt wurde oder sich radioaktive Substanzen (Radioaktivität) in einzelnen Organen anreichern (Anreicherung), unterscheidet sich die Häufigkeit verschiedener Spätschäden. Jedes Organ hat seine spezifische Strahlungsempfindlichkeit. Besonders strahlungsempfindlich sind Organe mit hoher Zellteilungsrate, wie z.B. das Knochenmark als wichtigster Teil des blutbildenden Systems. Aus demselben Grund sind Embryos besonders strahlungsgefährdet. Beobachtet wurden: Fehl- und Totgeburten, Mißbildungen und spätere Krebsfälle. Schilddrüsenbelastungen durch radioaktives Iod bei Embryos und Kleinkindern können zu Wachstums-, Entwicklungs- und späteren Lernstörungen führen.
S. wurden beobachtet bei Personengruppen, die erhöhten Strahlenbelastungen ausgesetzt waren: Atombombenopfer in Hiroshima und Nagasaki (Atomwaffen), Arbeiterinnen der Leuchtfarbenindustrie, Arbeiter in Uranminen und kerntechnischen Anlagen (Brennstoffkreislauf, Kernkraftwerk, Wiederaufarbeitung, Tschernobyl), Bewohner von Gebieten mit hoher terrestrischer
Strahlenbelastung, Personal und Patienten im medizinischen Strahlungsbereich (Röntgendiagnostik, Strahlentherapie, Nuklearmedizin).
Umstritten sind S. der Bevölkerung im Umkreis von Kernkraftwerken infolge radioaktiver Abgaben im Normalbetrieb, so z.B. eine Erhöhung von Säuglingssterblichkeit und kindlichen Leukämiefällen (Kernkraftwerk).
Anhand von Personengruppen mit hohen Strahlenbelastungen versuchen Wissenschaftler das Risiko der S. abzuschätzen. In ihrer jüngsten Empfehlung geht die internationale Strahlenschutzkommission (ICRP-60 1990) davon aus, daß es eine lineare Dosis-Wirkungs-Beziehung ohne Schwellenwert für strahlungsinduzierten Krebs gibt (Strahlenschäden). Eine Kollektivdosis von 10 Personen-Sievert führt der ICRP nach zu einem krebs- oder leukämiebedingten Todesfall. Noch vor wenigen Jahren schätzte die ICRP das Strahlungsrisiko um bis zum Faktor 10 niedriger ein. Die Revision der alten Abschätzung resultiert aus einer Neuauswertung der Hiroshima- und Nagasaki-Daten. Zum einen zeigte sich, daß die
Strahlenbelastung nach den Atombombenabwürfen niedriger gewesen war als angenommen, zum anderen traten auch noch 30 Jahre nach der Explosion weitere Krebsfälle bei den Überlebenden auf. So kommt die ICRP heute zu Risikoabschätzungen, die in der Vergangenheit nur von sog. kritischen Wissenschaftlern vertreten wurden. Allerdings hat die ICRP für kleine Strahlenbelastungen einen sog. Reduktionsfaktor eingeführt, der das Strahlenrisiko rechnerisch halbiert. Kritiker lehnen diese Reduktion als unbegründet ab und legen eigene Studien vor, die gerade im Niedrigdosisbereich zu deutlich höheren Dosis-Wirkungs-Beziehungen (10 Personen-Sievert führen demnach zu 6-8 Krebstodesfällen) kommen. Eine endgültige Klärung der Dosis-Wirkungs-Beziehung steht gerade für den Niedrigdosisbereich noch aus und wird erschwert durch Unkenntnis der genauen Wirkmechanismen und der politischen Brisanz solcher Abschätzungen. So ist es an sich ein politischer Skandal, daß die offizielle Heraufsetzung des strahleninduzierten Krebsrisikos nicht zu einer adäquaten Herabsetzung der Grenzwerte führte (Strahlenschutzverordnung). Als Faustregel für S. mag derzeit gelten: 10 Personen-Sievert führen zu einem krebs- oder leukämiebedingten Todesfall.
Unter Annahme einer linearen Dosis-Wirkungs-Beziehung besagt diese Faustregel: Wenn 100 Personen eine Dosis von 0,1 Sv (= 100 mSv) oder 1.000 Personen eine Dosis von 0,01 Sv (= 10 mSv) oder 1 Mio Personen eine Dosis von 0,01 mSv erhalten, so ist die Zahl der dadurch bedingten Todesfälle infolge von Krebs oder Leukämie gleich, nämlich gleich eins. Beispiele: Arbeiter in Schweizer Kernkraftwerken erhalten pro Jahr die mittlere Strahlendosis von 8,5 mSv, das sind in 20 Jahren 20mal 8,5 mSv = 170 mSv. Von 1000 Arbeitern werden demnach 17 an strahlungsbedingtem Krebs sterben. Erhielten alle Bundesbürger die nach der Strahlenschutzverordnung für radioaktive Abgaben von Kernkraftwerken zulässige jährliche Gesamtdosis von 0,6 mSv, hätte dies 4.800 Krebstote zur Folge. Entsprechend trägt die natürliche
Strahlenbelastung (2,0 mSv/Jahr) jährlich mit etwa 16.000 Krebstoten in Deutschland zu etwa 9% an den Gesamttodesfällen durch Krebs bei (
Strahlenbelastung, Krebsrisiko).

Autor: KATALYSE Institut

Sievert

Neue Einheit für die Äquivalentdosis infolge ionisierender Strahlung.
Radioaktivität und Strahlung, Maßeinheiten

Autor: KATALYSE Institut

Symbiose

Mit S. ist eine Beziehung zwischen zwei Arten gemeint, von der beide Beteiligten profitieren

Im englischen Sprachgebrauch wird hierfür der Begriff Mutualismus verwendet. Das englische "symbiosis" ist dagegen der Überbegriff für das "Zusammenleben" verschiedener Arten - egal ob es sich um Parasitismus, Kommensalismus oder Mutualismus handelt.

Beispiel:
Im Ökosystem Korallenriff sind die in Korallen und anderen Tieren lebenden einzelligen Algen von zentraler Bedeutung. Sie werden auch Zooxanthellen genannt und gehören vorwiegend zu den Dinoflagellaten und Diatomeen. Eine ähnliche Bedeutung haben vermutlich bestimmte Bakterien für die Lebensgemeinschaften an den mittelozeanischen Tiefseerücken. Statt Licht nutzen sie als Energiequelle
anorganische Verbindungen wie Schwefelwasserstoff oder Methan, die zusammen mit der heißen Lava aus den unterseeischen Vulkanschloten strömen. Zu den Wirtstieren der auch frei lebenden Bakterien gehören Muscheln und Röhrenwürmer (Pogonophoren). Die heute bekannten Beispiele für Endosymbiose sind auch für Evolutionsbiologen interessant. Sie liefern einen Hinweis, wie eukaryotische Zellen (mit Zellkern) aus den einfacher gebauten Prokaryoten (Bakterien) entstanden sein könnten.

Quelle: Haegele, Gerd: Korallenriffe, CD-ROM im Habitat-Verlag, München 2004
Bestellung unter: www.habitat-verlag.de

Autor: KATALYSE Institut

Stiftung Ökologie & Landbau

Die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) wurde 1962 gegründet.
Ziel der Stiftungsaktivität ist, den ökologischen Landbau zu fördern und zu unterstützen. Die SÖL setzt sich mit den Auswirkungen der ökologischen Landwirtschaft auf Boden, Wasser und Klima auseinander und stellt den Biolandbau mit seinen regionalen Vermarktungsstrukturen als wichtiges alternatives Konzept für die derzeitige Agrarpolitik dar.

Sie fungiert dabei durch Sammlung, Aufbereitung und Verbreitung von Informationen als "Informationsdrehscheibe". Im Bundesprogramm Ökolandbau werden von der SÖL mehrere Projekte betreut.

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  • Seminarbauernhof Gut Hohenberg
  • Publikationen zum ökologischen Landbau
  • Koordination des Erfahrungs- und Erkenntnissaustausches
  • Beratung (Rundbrief, Seminare)
  • Erfahrungsaustausch zwischen Studentengruppen
  • Forschung(Wissenschaftstagungen)
  • zwischen Institutionen
  • Forschung für die Praxis (Projekt Ökologische Bodenbewirtschaftung,Projekt Weierhof)
  • Öffentlichkeitsarbeit (Projekttage, Öko-Markttage Bad Dürkheim)
  • Dokumentation (Bibliothek, Archiv)
  • Fördertätigkeit (Karl-Werner-Kieffer-Preis,Stiftungsprofessur Ökologische Lebensmittelqualität und Ernährungskultur
    Die Stiftung gibt vier mal jährlich die Zeitschrift „Ökologie & Landbau“, sowie den „SÖL- Berater- Rundbrief“ (€ 14 pro Jahr) heraus.

    Kontakt:
    Stiftung Ökologie & Landbau
    Weinstraße Süd 51
    67098 Bad Dürkheim
    www.soel.de

 

Autor: KATALYSE Institut

Sport und Umwelt

Auch Sportler beeinflussen die Umwelt (Klima, Lärm, Gewässer, landschaft, Abfalkl usw.). Deshalb sind in diesem Bereich beispielhafte Maßnahmen zu integrieren.

Lärm: Lärm von Sportplätzen, Bolz-, Kinderspielplätzen u.ä. wird nach einem Beschluss des Lärmausschusses für Immissionsschutz (LAI; Hinweise zur

Ermittlung und Beurteilung des durch Freizeitaktivitäten verursachten Lärms) durch verschiedene Zuschläge (Spielgeräusche + 5 Dezibel [dB], menschliche Äußerungen + 5 dB, nach Feierabend, Wochenende usw. + 6 dB) lauter eingestuft als tatsächlich gemessen. Der LAI kommt dabei zu dem Ergebnis, dass Sportausübung in der Freizeit in Wohnungsnähe kaum noch ohne Auflagen möglich ist. Die Sportverbände wenden hiergegen ein, dass eine derart undifferenzierte Übertragung der Beurteilungsweise von Industrielärm (Freizeitlärm, Lärmgrenz- und –richtwerte) auf den Sport nicht vorgenommen werden könne.

Nicht nur Menschen sind durch den Lärm von Sporttreibenden betroffen. Besonders Wasservögel werden selbst durch geräuscharmes Zurufen oder Schwimmen in Naturgewässern stark gestört.
Abgase: Werden v.a. von allen Motorsportarten produziert, aber auch indirekt z.B. durch den Autoverkehr zu Großveranstaltungen des Sports, Abhilfe könnte durch die stärkere Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs geschaffen werden.

Gewässerverschmutzung: Als Beispiel für eine Gewässerverschmutzung durch den Sport sei die Belastung von Seen durch Motorboote genannt. Auf vielen deutschen Seen ist daher das Befahren mit Motorbooten verboten oder stark eingeschränkt.
Abfall: Der Sportler trägt seinen
Abfall z.B. als Skifahrer oder als Bergwanderer bis in die höchsten Gletscherregionen und beeinflusst dadurch vom Menschen bisher kaum berührte und z.T. sehr empfindliche Ökosysteme. Als oberstes Gebot sollte immer gelten, dass man Verpackungen o.ä., die man mit in die Natur nimmt, wieder mit nach Hause nimmt und sie dort entsorgt.

Landschaftsverbrauch: Der Landschaftsverbrauch springt besonders ins Auge bei Großprojekten wie Autorennstrecken oder Skipisten, für die z.T. große Flächen in ohnehin vom Waldsterben bedrohten Mittel- und Hochgebirgen abgeholzt werden. Zudem trägt der Sportler, der am Wochenende über breite Strassen mit seinem Auto schnell in die unberührte Natur fahren will, zur Erhöhung des Verkehrsflächenflächenbedarfs bei. Einen unvertretbar hohen Landschaftsverbrauch verursachen auch Rallyefahrer oder Mountainbiker, für die es einen besonderen Reiz darzustellen scheint, in möglichst unberührten und unbebauten Gebieten ihr Unwesen zu treiben und damit empfindliche Biotope und Geotope zerstören.

Von den rund 170.000 Sportstätten in Deutschland besteht bei der Mehrzahl in naher Zukunft ein erheblicher Sanierungsbedarf, insbesondere aufgrund des schlechten energetischen Zustands. Der im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes entwickelte Leitfaden "Contracting für kommunale Sportstätten - Strategien zu Klimaschutz und Kostensenkung" zeigt Wege auf, wie der für die Sanierung notwendige Finanzbedarf mit diesem Instrument gedeckt werden kann. Er erklärt die verschiedenen Contracting-Modelle, gibt Hinweise auf die haushaltsrechtliche Handhabung und vergaberechtliche Fragen, enthält Musterverträge und stellt an einer Reihe von Best-Practice-Beispielen Energieeinsparpotenziale dar. Etwa zwei Drittel der 170.000 Sportstätten sind grundsätzlich für Contracting geeignet. Im Rahmen des Forschungsvorhabens wurden auch die durch Contracting erzielbaren CO2-Minderungspotentiale imSportstättenbereich untersucht und damit aufgezeigt, welchen Beitrag der Sport zum Klimaschutz leisten kann.

Im Sportstättenbereich beträgt das Einsparpotenzial rund eine Million Tonnen Treibhausgase. Würden die hierfür notwendigen Investitionen mit Hilfe des Instruments Contractinggetätigt, könnten die Haushalte der Sportstättenbetreiber - überwiegend sind dies die Kommunen - bereits im Vertragszeitraum laufender Projekte jährlich um 12 bis 37 Millionen Euro entlastet werden. Nach Ablauf der Verträge wird mit finanziellen Einsparungen zwischen 60 bis 185 Millionen Euro jährlich gerechnet. Diese Zahlen belegen, dass der Sporteinen erheblichen Beitrag zur Erfüllung des Klimaschutzziels der Bundesregierung leisten kann. Darüber hinaus würde eine vollständige Umsetzung des Contracting-PotenzialsInvestitionen im Umfang von ca. 420 bis 1.260 Mio. Euro auslösen und etwa 2.850 bis 8.540 neue Arbeitsplätze schaffen.

Die Grundsätze der Planung von Sport- und Freizeiteinrichtungen sind im Bundesbaugesetz (Baugesetzbuch) niedergelegt. Die Belange des Sports müssen auch in der Bauleitplanung berücksichtigt werden.

Folgende Lösungsansätze sind im Konflikt zwischen Sport und Umweltschutz denkbar:

  • In innerstädtischen Bereich mit Unterversorgung an Sportanlagen: Nutzung und Rekultivierung aufgegebener Industrieflächen oder Mitbenutzung großer leerstehender Parkplätze.
  • Im Außenbereich: Anwendung von Lösungen mit geringem zusätzlichen Landschaftsverbrauch, z.B. Golfplätze auf ökologisch minderwertigen Flächen wie ehemaligen landwirtschaftlichen Monokulturen oder Rekultivierungsgebieten anlegen; Anlage von Wander-, Jogger- und Radwegen so, dass besonders empfindliche Biotope durch gezielte Streckenführung geschützt werden.

Die Fußball-WM 2006 in Deutschland soll die weltweit erste klimaneutrale Sportgroßveranstaltung werden. Darüber hinaus sorgen anspruchsvolle, konkrete Ziele in den Bereichen Wasser,
Abfall, Energie und Verkehr dafür, dass die WM bereits jetzt zu einem Erfolg für den Umweltschutz zu werden verspricht. Im Mittelpunkt des Umweltkonzepts "Green Goal" stehen quantifizierte Ziele zur Verminderung von Umweltbelastungen durch das sportliche Großereignis. Auf der Basis einer Ist-Analyse sollen inden Bereichen Wasser,
Abfall, Energie und Verkehrsemissionen Einsparungen von insgesamt jeweils 20 Prozent erfolgen. Dies wiegt umso schwerer, da - anders als bei den Olympischen Spielen in Sydney -insgesamt 12 Spielorte in ganz Deutschland ausgewählt wurden und dabei zumeist bereits vorhandene Stadien genutzt werden. Die erzielten Einsparungen werden auch die Betriebskosten der Stadiensenken. Eine Reihe der Stadien arbeitet bereits mit Umweltmanagementsystemen, die entsprechende Effizienzpotenziale aufdecken.

Experten gehen davon aus, dass die Fußball-WM in Deutschland - bedingt vor allem durch das Verkehrsaufkommen - rund 100 000 Tonnen an Treibhausgasen zusätzlich produzieren wird, die durch Klimaschutzinvestitionen ausgeglichen werden sollen.

Autor: KATALYSE Institut

Schutzwald

Bezeichnung für die Wälder in alpinen Regionen, die die Täler vor Lawinen, Geröll und Erdrutschen sichern sollen

Der alpine S. geriet erstmals im Sommer 1987 ins öffentliche Interesse, nachdem starke Regenfälle im italienischen Veltin-Tal einen von Fachleuten lange vorhergesagten Bergrutsch auslösten. Dabei wurden drei Ortschaften zerstört. Innerhalb von 6 Wochen wurde das Tal 2mal überflutet.

Seither gibt es immer wieder Pressemeldungen über Überschwemmungen, Lawinen und Erdrutsche, die sich auf die zunehmende Zerstörung des S. zurückführen lassen. Der S. ist v.a. durch den sauren Regen sowie durch den Tourismus (Freizeit und Umwelt) bedroht. Jährlich kommen über 40 Mio Touristen in die Alpenregion, überqueren Hunderttausende das Gebirge auf ihrer Fahrt in den Süden. Die Autoabgase (Schadstoffe aus Kfz) schädigen zusammen mit den durch Ferntransport herangetriebenen anderen Luftschadstoffen den S..

In bestimmten Lagen ist der Wald fast zu 100% krank, viele Bäume sind bereits abgestorben. Aufforstungen bleiben vielerorts ohne Erfolg: Ein zu hoher Schalenwildbestand und ein versauerter Boden sorgen dafür, daß die geflanzten Bäume nur wenige Jahre alt werden.

Der Bau von über 12.000 Schleppliften und 40.000 Skipisten hat große Löcher in den alpinen S. gerissen. Ausgehend von diesen Pisten frißt sich die Erosion immer weiter vor, so daß immer mehr Wald zerstört wird. Für den Bau von Zweitwohnungen und Hotels mitten im Wald mußten ebenfalls viele Bäume sterben. Diese Art von Tourismus entzieht sich sehr schnell selbst den Boden. Ist der S. erst einmal zerstört, kann die betroffene Region kaum noch touristisch genutzt werden.

Außerdem, und dies ist noch viel schlimmer, verschwinden ganze Ortschaften unter Lawinen und Erdrutschen, werden die betroffenen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Bereits jetzt sind mehr als die Hälfte aller Ortschaften in den Alpen akut bedroht. Der S. braucht unseren Schutz. Folgende Maßnahmen sind zwingend erforderlich:

Begrenzung des Massentourismus, Bauverbot im S., insb. kein Bau von weiteren Freizeiteinrichtungen, Reduzierung der Schalenwildmenge, EG-weite Geschwindigkeitsbegrenzung, Schaffung attraktiver Alternativen wie z.B. guter Bahnanbindungen (Schienenverkehr) und Verlagerung von Gütern auf die Bahn, um den Lkw-Verkehr zu reduzieren (Alpentransitverkehr, Kombinierter Verkehr).

  • Waldfunktionen, Alpen

Autor: KATALYSE Institut

Stirlingmotor

Heißluftmotor nach Hubkolbenprinzip, der 1816 vom schottischen Pfarrer Stirling zum Patent angemeldet wurde.

Zwei Kolben schieben ein Arbeitsgas (z.B. Helium) zwischen einem kalten und einen beheizten Zylinder hin und her. Beheizt wird der Zylinder von außen durch einen kontinuierliche Verbrennung beliebiger Brennstoffe oder Sonnenstrahlen.

S. wurden um die Jahrhundertwende zu Tausenden gebaut, gerieten danach aber in Vergessenheit. Mit dem verstärkten Umweltbewußtsein ist der S. wieder ins Blickfeld gerückt. Die stete äußere Verbrennung erlaubt einen hohen Luftüberschuß und gleichbleibende Brennverhältnisse, wodurch erheblich weniger Schadstoffe emittiert werden als bei den üblichen Explosionsmotoren (Ottomotor, Dieselmotor) selbst, wenn diese mit einem Katalysator ausgerüstet sind.

Auch für die Nutzung der Solarenergie ist der S. (inkl. Generator) interessant und erreichen damit die höchsten Wirkungsgrade (30 %) aller stromerzeugendenSolarkraftwerke. Der S. könnte eine erfolgreiche Zukunft als Automotor und in Blockheizkraftwerken haben, wenn eine entsprechende Optimierung und Weiterentwicklung verfolgt wird, die mit einer deutlichen Preissenkung des S. einhergeht.

Autor: KATALYSE Institut

Stickstoffverbindungen

Zu den wichtigsten Stickstoffverbindungen gehören Ammoniak, Nitrate, Nitrit, Nitrosamine und Stickstoffoxide.

Ammoniak
Ammoniak ist ein farbloses, stechend riechendes, giftiges Gas, das sehr gut wasserlöslich ist. Besonders viel Ammoniak entsteht in Folge intensiver Tierhaltung bei der Lagerund und Ausbringung von Gülle und führt zu großflächigem Stickstoffeintrag in die Atmosphäre. Andererseits stellen Stickstoffquellen wie Ammoniumnitrat für die Landwirtschaftwichtigen Dünger dar und werden bei der Herstellung in großen Mengen gebraucht.

Nitrate
Die Salze der Salpetersäure werden intensiv in der Landwirtschaft als Bestandteil von Stickstoffdüngern eingesetzt. Vom Boden können Nitrate in dasGrundwasser gelangen oder werden von Pflanzen mit großer Blattoberfläche eingelagert und können so in die menschliche Nahrungskette gelangen.

Nitrit
Nitrit kann aus Nitrat durch mikrobielle Reduktion, sowohl im Boden, als auch im menschlichen Verdauungstrakt Nitrit gebildet werden. Darüber hinaus wird Nitritdirekt durch den Verzehr gepökelter Fleisch- und Wurstwaren aufgenommen.

Nitrosamine
Aus Nitrat und Nitrit können sich unter anaeroben Bedingungen Nitrosamine bilden, die zu den stärksten bekannten chemischen Karzinogenen gehören. Raucher nebenNitrosamine direkt über den Rauch auf.

Stickstoffoxide
Stickstoffoxide entstehen bei Verbrennungsprozessen. Ökologisch relevant sind v.a. Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid. Sie führen zusammen mit Schwefeldioxid zur Versauerung und Nährstoffanreicherung von Böden.

Autor: KATALYSE Institut

Staubniederschlag

Feste Teilchen, die durch die Schwerkraft aus der Atmosphäre auf den Erdboden sinken, nennt man S..

Die gesundheitsgefährdende Bedeutung des S. besteht v.a. darin, daß sich an ihm Umweltgifte wie z.B. Blei und Cadmiumanlagern. Der S. und dessen Inhaltsstoffe tragen zur Belastung des Bodens und damit zum Eintrag von Schadstoffen in die Nahrungskette bei. In Industriegebieten treten hohe Belastungen an S. auf. So wurden im Ruhrgebiet auf ca. 200 km2 und im Saarland auf ca. 10 km2 S.-Mengen oberhalb des Grenzwertes der TA Luft (Immissionsgrenzwerte) festgestellt. Regional können hohe Blei- und Cadmiumimmissionen durch S. vorliegen.

Siehe auch: Atmosphäre, Staub

Autor: KATALYSE Institut

Stadtklima

Als S. bezeichnet man das gegenüber dem Umland veränderte Lokalklima in Stadt- und Industrielandschaften. Auslöser hierfür sind die Bebauungsart und –dichte, das Wärmespeichervermögen der verwendeten Baustoffe, die Bodenversiegelung, die fehlende Vegetation sowie die vermehrte Emission von Abgasen (Schadstoffe aus Kfz), Aerosolen und Abwärme.

Wechselseitig sich beeinflussend und bedingend, ergeben sich dadurch erhöhte Lufttemperaturen (Wärmeinseleffekt), Reduzierung der Luftgeschwindigkeit und -zirkulation, vermehrte Niederschläge, erhöhte Lufttrockenheit, erhöhte Lufttrübung (Dunstglocke) und eine verminderte Global- und UV-Strahlung. 

Für den Menschen ungünstige Auswirkungen ergeben sich durch das vermehrte Auftreten von Smog, Schwüle und die Fülle luzftverunreinigender Stoffe. Insbesondere im Sommer kann es die verminderte Auskühlung der Städte zu Schlaflosigkeit bzw. zu Herz-Kreislauf-Beschwerden führen. 

Eine Verbesserung des Stadtklimas lässt sich durch eine den Luftaustausch berücksichtigende Bebauung (Kaltluftschneisen), die Anlage von Grün- und Wasserflächen sowie die Begrünung von Höfen, Strassen, Fassaden und Dächern erreichen (Dachbegrünung).

Siehe auch: Baustoffe, Emission, Schadstoffe, Abwärme

Autor: KATALYSE Institut

Sommersmog

(Photochemischer Smog, Los-Angeles-Smog.) Während im WintersmogVerbrennungsprodukte (Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid) und Stäube direkt gesundheitsschädlich wirken, wird die schädliche Wirkung des Sommersmog von Photooxidantien (v.a. Ozon, Peroxyacetylnitrat) verursacht.

Diese bilden sich unter dem Einfluß von Sonnenlicht aus Stickoxiden (NOx) und Kohlenwasserstoffen und können schon bei sehr niedrigen Konzentrationen (<1 ppm) zur Reizung der Schleimhäute und Beeinträchtigung der Lungenfunktion beim Menschen und zu Schäden an Pflanzen und Materialien führen. Da NOx und Kohlenwasserstoffe v.a. von Industrieund Verkehr emittiert werden, sind Großstädte mit hoher Sonneneinstrahlung und stabiler lokaler Meteorologie besonders gefährdet. 

Bekanntestes Beispiel für Sommersmog ist Los Angeles, wo Grenzwerte für Ozontrotz erheblicher Anstrengungen zur Luftreinhaltung z.T. immer noch erheblich überschritten werden. Seit den 70er Jahren tritt Sommersmog in den Sommermonaten verstärkt auch in Deutschland auf und gilt als eine der Hauptursachen des Waldsterbens. Die derzeitige Smog-Verordnung ist nur auf denWintersmog ausgerichtet. Eine Verordnung, die auch Gegenmaßnahmen bei hohen sommerlichen Ozonwerten vorschreibt, soll 1992 verabschiedet werden.
Bodennahes Ozon, Grenzwerte und Schädigungen: Ozon

Autor: KATALYSE Institut

Smog-Verordnung

In den fünfziger und sechziger Jahren gab es v.a. in Deutschland und England extreme Smogsituationen, welche Anlaß gaben erste S. zu erlassen.

S. hatten zunächst den Charakter von Katatstrophenplänen, spätestens ab 1985 erhielten diese Verordnungen jedoch vorsorgenden Charakter, da sie auf die Reduzierung der hohen Konzentrationen von Luftbelastungen zielten.

Gleichzeitig wurde die Auslöseschwelle für Smogsituationen herabgesetzt, so dass beispielsweise 1985/86 und 1988/89 wesentlich häufiger der sogenannte Smogalarm ausgerufen wurde.

1987 wurde von den Landesregierungen ein bundesweiter Musterentwurf für die Kriterien der S. verabschiedet, der weitestgehend bis heute gültig ist. 

Ein Smog-Frühwarnsystem wurde zwischen den zuständigen Länderbehörden und dem Umweltbundesamt (UBA) zur Frühwarnung im Falle ferntransportierten Smogs, so das ein Datenaustausch der Ergenisse der Länder- und Bundesmessnetze ermöglicht wurde. Hiermit wurde die Grundlage geschaffen Smogsituationen vorauszusagen und deren Entwicklung zu beobachten und Prognosen für die weitere Entwicklungen abzugeben.


Autor: KATALYSE Institut

Sferics

Die als Atmospherics (englisch für atmosphärische Störungen, abgekürzt „Sferics“) bezeichneten Erscheinungen sind natürlichen Ursprungs im Niederfrequenzbereich.

Das sind extrem kurzzeitig auftretende elektromagnetische Wellen, die  durch Gewitter, Tornados und Turbulenzen in der Atmosphäre entstehen. Die Sferics werden durch die elektrischen Entladungen (Blitze) dieser Aktivitäten in der Atmosphäre erzeugt. Rund um den Globus treten ständig Gewitter auf, gehäuft in den Tropen, und die Sferics breiten sich über die gesamte Atmosphäre aus. So können Sferics auch weit entfernt vom Ort des Geschehens auftreten. Da diese Entladungen dann nicht unbedingt sichtbar sind, werden sie auch als „Dunkelblitze“ bezeichnet. Bei sehr niedrigen Frequenzen können sie sich durch Resonanz verstärken. Die Frequenzen dieser Sferics liegen im Bereich von 7–45 Hz (ELF-Bereich = Extremely low frequency, so genannte Schumann-Resonanzen) und 4–50 kHz (VLF-Bereich = very low frequency). Die Schumann-Resonanzen sind nach dem Entdecker W. O. Schumann (Physiker) benannt, der sie 1955 nachgewiesen hat. Heute gibt es viele Messstationen für Sferics, deren Daten zur Wettervorhersage verwendet werden.

Die Sferics wurden schon zu Beginn der Funktechnik Anfang des 20. Jahrhunderts registriert, da sie sich als Knacken und Knistern in den Radio-Empfangsgeräten bemerkbar machen. Man unterscheidet Wettersferics von den Geophysikalischen Sferics. Wettersferics werden direkt am Entstehungsort registriert, während die geophysikalischen von weit her kommen und nicht einem Ursprungsort zugeordnet werden können.

Seit den 1960er Jahren werden die Sferics genauer untersucht hinsichtlich ihrer Wirkung auf den Menschen. Einige Untersuchungen dazu

Sferics wirken sich auf den Menschen zum einen in Form von Wetterfühligkeit aus, die individuell das Wohlbefinden mehr oder weniger stark beeinflusst. Zum anderen werden Herz-Kreislauf-Beschwerden, Hörsturz, Phantomschmerzen, Konzentrationsstörungen und psychische Beeinträchtigungen festgestellt. Erhöhte Sferic-Aktivität kann u. a. mit erhöhten Unfallzahlen einhergehen; umgekehrt stellte man weniger Unfälle bei geringer Aktivität fest.

Autor: KATALYSE Institut

Schwefeldioxid

S. (SO2)ist ein farbloses, stechend riechendes Gas, das beim Einleiten in Wasser schweflige Säure bildet. In der Natur befindet sich S. in vulkanischen Gasen und im Erdgas. 98 Prozent des industriell erzeugten S. dient zur Schwefelsäureherstellung.

S. findet vielfältige Verwendung: In der Lebensmittelchemie als Konservierungsstoff (Wein, Trockenfrüchte u.a.), in der Zellstoff- undTextilindustrie als Bleich- und Lösemittel sowie in der Abwasseraufbereitung (Abwasseraufbereitung).

Durch Verbrennung fossiler Brennstoffe ergibt sich eine große Belastung der Atmosphäre mit S: (Saurer Regen,Waldsterben, Winterssmog). Aufgrund der Bildung von schwefeliger Säure wirkt S. auf Mensch und Tier durch Reizung und Schädigung der Schleimhäute, Bronchospasmen und Reizhusten.

Konzentrationen ab 400-500 ppm S. sind kurzfristig bei Einatmung lebensbedrohlich (MAK-Wert: 2 ppm, entspricht 5 mg/m3). Die langfristige Einwirkung von S. führt zunächst zu fehlen des Geschmacks, roter Zunge und Beklemmungen, dann zu Lungenentzündungen bzw. –ödemen, zu Herz-Kreislauf-Versagen und Atemstillstand. Pflanzen reagieren entschieden empfindlicher auf die Einwirkung von S.. Anteile von 1-2 ppm S. genügen, um den natürlichen Photosynthese-Ablauf zu stören, was eine Schädigung der Blätter zur Folge hat (Blattnekrose, Waldsterben).

 

Autor: KATALYSE Institut

Schwebstaub

Alle festen Teilchen in der Atmosphäre nennt man S.. Je nach Teilchengröße unterscheidet man den Staub in Grob- und Feinstaub.

Da bei den Rauchgasentstaubungsanlagen die großen Teilchen besonders gut abgeschieden werden, besteht der in der Luft vorhandene S. zu ca. 90% aus Feinstaub. Feinstäube sind in bezug auf eine Gesundheitsgefährdung von großer Bedeutung, da sie lungengängig sind, in die Atmungsorgane des Menschen gelangen und sich so in den Lungenbläschen ablagern.

Zudem lagern sich umweltschädliche Stoffe wie Schwermetalle und polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe an diese Feinstäube an. Messtechnisch sind in jedem eingeatmeten m3 Luft erbgutverändernde bzw. krebserregende Substanzen feststellbar. Bei gleichzeitiger Einwirkung von Schwefeloxiden und S. in hohen Konzentrationen kommt es zu einem Anstieg von Todesfällen.

Siehe auch: Smog, Schadstoffe aus Kfz, Atmosphäre, Feinstaub

 

Autor: KATALYSE Institut