Mercaptane

Die M. sind eine Gruppe von chemischen Verbindungen, die auch als Thiole oder Schwefelkohlenwasserstoffe bezeichnet werden.
Sie zeichnen sich durch einen aufdringlichen, fäkalienähnlichen Geruch aus, weswegen ihre Giftigkeit häufig überschätzt wird. Ihre Giftigkeit ist sehr unterschiedlich. Die MAK-Werte von Ethanthiol und Methanthiol liegen bei 0,5 ppm (1 mg/m3), die Geruchsschwelle von Ethanthiol bei 1 ppb. Einige Verbindungen dieser Gruppe sind nervengiftig, einige werden gegen Schnecken eingesetzt. Auch in der Technik haben sie Bedeutung, z.B. als Antioxidationsmittel, Alterungsschutz, Vulkanisationsbeschleuniger oderDesinfektionsmittel. Ihre Gewinnung erfolgt meist aus Erdöl. In der Umgebung älterer Raffinerien führen die M. zu einer starken Geruchsbelästigung (Olfaktometrie).
In biologischen Prozessen spielen Thiole eine bedeutende Rolle, z.B. bei Enzymen des Energiestoffwechsels. Die Thiolgruppen können jedoch durch Schwermetalle blockiert werden, was den Giftcharakter vieler Metalle erklären kann.

Autor: KATALYSE Institut

Membran, biologische

Jedes Lebewesen besteht aus Zellen, die von einer biologischen Membran umschlossen sind. An den Membranen laufen viele wichtige biologische Prozese ab, die für die Funktion des gesamten Organismus wichtig sind.

Aufbau und Funktion einer Membran, die eine Abgrenzung zur Umgebung darstellt, sind sehr komplex und für jede Zellart anders. Allen gemeinsam ist die grundlegende Struktur, nämlich die Lipid-Doppelmembran (Fette, vor allem Phospholipide wie Phosphatidyl-Cholin=Lecithin, -Ethanolamin, -Inositol, -Serin usw.), in der viele verschiedene Proteine verteilt und fest verankert sind. Die Membran-Phospholipide sind auch an ihren Platz gebunden, können aber, was selten geschieht, verschoben werden Das nennt man Translokation, bewerkstelligt durch entsprechende Proteine (Translokatoren). Die Lipide der Doppelmembran sind so angeordnet, dass die unpolare Seite nach außen gerichtet ist, also die Oberfläche der Doppelmembran bilden. Membranen sind semipermeabel, d. h. sie lassen bestimmte Stoffe durch Poren hindurch (passiver Transport), andere müssen mit einem speziellen Transportvorgang hindurchgeschleust werden (aktiver Vorgang). Damit wird weitgehend sichergestellt, dass kleine unpolare (O2, N2) und polare ungeladene (H2O, CO2) die Membranungehindert passieren können, aber polare und geladene kleine (s. u.) sowie große Moleküle  nur kontrolliert passieren. Für jeden zu transportierenden Stoff durch dieMembran hindurch wird ein spezifisches Protein benötigt. Bei diesem Prozess wirdEnergie verbraucht. Andere Membranproteine sind Ionenpumpen, die ebenfallsEnergie verbrauchen und die Aufgabe haben, bestimmte Ionen (z. B. Na+, K+, Cl-und Ca2+) durch die Membran hindurch zu transportieren, auch gegen den natürlichen Konzentrationsausgleich. Z. B. befindet sich viel Phosphatidyl-Serin an der inneren Membran oder viel K+  in der Zelle, viel Na+ außerhalb. Dadurch entsteht eine Potenzialdifferenz zwischen der Innen- und der Außenseite derMembran – ein Gradient entsteht (auch H+-, pH-). Außerdem gibt es elektrische Gradienten, die durch ungleiche Ladungsverteilung innen und außen bedingt sind. Mit Hilfe der Gradienten können ebenfalls passive Stofftransporte stattfinden, die dem Gefälle des Gradienten folgen (von oben nach unten). Ebenso folgen einige Zellen einem Gradienten, wenn sie sich durch Chemo- oder Elektrotaxis in eine bestimmte Richtung bewegen. Chemo- bzw. Elektrotaxis ist ein Vorgang, bei dem sich Zellen oder Moleküle an einem Gradienten – dem Gefälle entsprechend – entlang auf ein bestimmtes Ziel hinbewegen. Chemo- und Elektrotaxis haben z. T. gemeinsame Mechanismen, sind aber getrennte Vorgänge.

Autor: KATALYSE Institut

Melioration

Kulturelle Maßnahmen zu einer langfristigen Erhöhung oder Erhaltung der Fruchtbarkeit eines land- oder forstwirtschaftlich genutzten Bodens und zum Urbar machen.

Dazu gehören u.a. Änderungen des Wasserhaushalts der Flächen (Be- und Entwässerung, Kultivierung von Mooren, Dränage, Deichbau, Wildbachverbau), Eingriffe in die Bodenstruktur (Bodengefüge) und Verbesserung des Nährstoffzustandes (Lockerung von verdichteten Bodenschichten, Tiefumbruch, Anhebung des pH-Wertes, Entsteinung, Kultivierung von Heide und Ödland). Durch M.-Maßnahmen gingen in Deutschland besonders viele Feuchtgebiete verloren, was wesentlich zum Artensterben beiträgt. Bei grundlegenden M.-Maßnahmen kommt es oft zur Interessenkollision zwischen Landwirtschaft und Naturschutz(Landwirtschaftsklausel, Bundesnaturschutzgesetz). Eine Durchführung sollte nur nach Erstellung eines gesamtökologischen Gutachtens und Vergleich des (kurzfristigen) Nutzens mit (langfristigen) volkswirtschaftlichen Kosten und ökologischen Schäden erfolgen (Umweltverträglichkeitsprüfung).

Autor: KATALYSE Institut

Mastzelle

Allergie, Immunsystem

Autor: KATALYSE Institut

Marsberg

Stadt im Sauerland, bekannt geworden durch von dort stammendes Kieselrot, das mit Dioxinen und Furanen sowie Schwermetallen belastet war.

Autor: KATALYSE Institut

Mangan

Chemisches Element der VII. Nebengruppe, Symbol Mn, Ordnungszahl 25, Schmelzpunkt 1.244 Grad C, Siedepunkt 2.032 Grad C, Dichte ca. 7,3 g/cm3,Schwermetall, MAK-Wert 5 mg/m3 (Mn-Staub).

M. ist nach Eisen das zweithäufigste Metall. Es kommt überall in der Natur vor und ist in geringen Konzentrationenessentiell (Spurenelemente). M. ist imOrganismus für die Aktivierung vonEnzymen zuständig; ein M.-Mangel führt zu Wachstumsstörungen. M. wird u.a. bei der Stahlerzeugung , in Legierungen und in Batterien verwendet. Organische M.-Verbindungen kommen in Fungiziden und in Antiklopfmitteln (Kraftstoffzusätze) vor. Umweltschäden sind bisher nicht beobachtet worden. Beim Einatmen von M.-Staub kommt es zu Atembeschwerden. Gesundheitsschäden treten weiterhin bei langandauernder M.-Aufnahme auf (Manganismus = meldepflichtige Berufskrankheit). M.-Salze stehen teilweise im Verdacht, karzinogen zu wirken. Akute Vergiftungen können durch KMnO4 auftreten, von welchem 5-8 g für den Menschen tödlich wirken.

Autor: KATALYSE Institut

MAK-Werte

Ein MAK-Wert (Maximale Arbeitsplatzkonzentration)ist nach der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), die höchstzulässige Konzentration eines Arbeitsstoffes als Gas, Dampf oder Schwebstoff in der Luft am Arbeitsplatz, die nach dem gegenwärtigen Stand der Kenntnis auch bei wiederholter und langfristiger, in der Regel täglich achtstündiger Exposition, jedoch bei Einhaltung einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 40 Stunden, im allgemeinen die Gesundheit der Beschäftigten nicht beeinträchtigt und diese nicht unangemessen belästigt.

Die Senatskommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft für gefährliche Arbeitsstoffe gibt jährlich eine Liste von ca. 500 Stoffen mit deren Grenzwerten in der Raumluft am Arbeitsplatz heraus, die MAK-Liste.

Beabsichtigte Neuaufnahmen oder Änderungen bestehender Werte werden im Regelfall ein Jahr vorher angekündigt. Anlaß für Revisionen können u.a. begründete Anträge aus der Praxis sein. Leider dauert es für die Beschäftigten oft viel zu lange, bis von der MAK-Kommission neue Erkenntnisse umgesetzt werden. Deshalb sollten für diese Übergangszeit vorläufige Grenzwerte (z.B. vom Ausschuß für Gefahrstoffe) eingeführt werden, die zeitlich begrenzte Gültigkeit haben, währenddessen aber verbindlich einzuhalten sind.

In der Regel wird der MAK-Wert als Durchschnittswert über Zeiträume bis zu einem Arbeitstag oder einer Arbeitsschicht integriert. Durch Umweltgifte sind viele Menschen zusätzlich dauernden Belastungen ausgesetzt. Bei der Festlegung der MAK-Werte berücksichtigt man zu wenig, dass sich der Beschäftigte außerhalb der Acht-Stunden-Arbeitszeit nicht in schadstoffreier Umgebung erholen kann. Auch gilt der Grenzwert praktisch nur für den gesunden Menschen im mittleren Alter.

Risikogruppen wie Schwangere, Kinder und Jugendliche oder gesundheitlich Schwächere können auch bei Einhaltung des MAK-Wertes  gesundheitlich geschädigt werden. Die Grenzwerte gelten darüber hinaus immer nur für einen Stoff. In der Praxis geht der Arbeitnehmer jedoch mit einer Vielfalt von Substanzen um.

Zu der Beurteilung eines Arbeitsplatzes mit Stoffgemischen konnten bisher nur Richtwerte aus anderen Ländern herangezogen werden. Erst seit 1985 wird in den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (
TRGS 403) jene pragmatische Regelung übernommen, wie sie in den USA beispielsweise schon seit langem existiert: die Summenregel.

Unter bestimmten Voraussetzungen geht man davon aus, dass sich die Wirkungen von mehreren Stoffen, die gleichzeitig am Arbeitsplatz vorkommen, addieren. Diese einfache Regelung wurde in Deutschland jahrelang abgelehnt, weil sie wissenschaftlich sehr ungenau sein kann. Bis zum Vorliegen neuer Grenzwerte für Gemische sollte die Beachtung der Summenregel verbindlich vorzuschreiben.

Der MAK-Wert. ist als Durchschnittswert definiert. Ob kurzfristig höhere Konzentrationen während einer Schicht für die MAK-Kommission als annehmbar erscheinen, hängt von der Dauer, Höhe und Häufigkeit der Überschreitung und vom Stoff selbst ab. Mittlerweile sind für die meisten Stoffe der MAK-Liste solche kurzfristigen Spitzenwerte aufgestellt worden, die zu keiner Zeit überschritten werden sollen, was aber prinzipiell nicht ausgeschlossen werden kann.

Das Auftreten allergischer Reaktionen wird durch die Einhaltung des MAK-Wertes nicht ausgeschlossen. Stoffe, die durch häufige Sensibilisierung auffallen (Sensibilisierung ist eine notwendige, erste Stufe bei der Entwicklung einer Allergie), werden in der MAK-Liste durch ein S gekennzeichnet. Dies heißt aber nicht, dass die allergisierende Wirkung im Grenzwert berücksichtigt ist.

Derzeit wird in der MAK-Liste nur eine geringe Anzahl von Stoffen mit S gekennzeichnet, und zweitens ist ein MAK-Wert bei allergisierenden Stoffen nicht zu begründen, weil auch bei kleinsten Mengen mit Gesundheitsschäden zu rechnen ist.

Die Festlegung von MAK-Werten ist allgemein anerkannt, weshalb von ihnen häufigGrenzwerte für andere Bereiche abgeleitet werden. Dabei müssen die speziellen Eigenschaften der Stoffe und die Expositionsbedingungen berücksichtigt werden.

Für krebserzeugende Arbeitsstoffe, krebsverdächtige Stoffe und Mutagene können keine Wirkungsgrenzen und damit keine MAK-Werte ermittelt werden.
Hierzu wurden die Technischen Richtkonzentrationen entwickelt, die als Anhalt für Schutz- und Überwachungsmaßnahmen dienen.

Weiterhin werden die Biologischen Arbeitsstofftoleranzwerte (BAT) angegeben, die sich auf die im Blut bzw. Harn aufgenommenen und ggf. metabolisierten Stoffe beziehen. Sie dienen v.a. ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen.

Lit.: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG): Maximale Arbeitsplatzkonzentrationen und biologische Arbeitsstofftoleranzwerte, Weinheim (erscheint jährlich neu)

Autor: KATALYSE Institut

Magnetbahn

Vollautomatisches, fahrerloses öffentliches Nahverkehrsmittel (Öffentlicher Personennahverkehr).

Die M. fährt ebenerdig oder als Hochbahn. Sie wird durch einen Elektromotor angetrieben, dessen Magnetfeld in der Trag- und Führungsschiene erzeugt wird und den Zug vorwärts zieht. Dauermagnete am Fahrzeug halten den Wagen auf einem magnetischen Luftkissen von 1 bis 3 cm schwebend. Die M. verbraucht ein Drittel weniger Energie als die U-Bahn, weil Leichtbauweise und Wegfall des Motors, der in den Fahrweg integriert ist, ihr Gewicht verringern. Die Baukosten sollen 50% unter denen einer U-Bahn liegen.

Die M. gilt als entgleisungssicher. Sie fährt nahezu geräuschlos (Schienenverkehrslärm). Die Fahrzeuge haben eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h und können in Abständen von 60 sec verkehren. Die 12 m langen Waggons bieten bis zu 130 Personen Platz.
Die erste innerstädtische M. begann 1989 in Berlin ihren Probebetrieb, der bis auf einen Unfall erfolgreich absolviert werden konnte. Sobald die Betriebssicherheit der M. gegeben ist, ist sie als innerstädtisches Nahverkehrsmittel bzw. zur Anbindung Innenstadt-Flughafen eine interessante Alternative zu traditionellen Nahverkehrsmitteln.

Über das Ausmaß und mögliche Auswirkungen magnetischer Felder auf die Insassen der M. liegen bislang nur ungenügende Informationen vor (Elektrosmog).
Nicht zu verwechseln ist die M. mit der Magnetschnellbahn (Transrapid).

Autor: KATALYSE Institut

Maglich-Reaktor

Neue, eventl. vielversprechende Idee zur Erzeugung von Energie ausKernfusion.
Statt über Aufheizung eines 100 Mio Grad C heißen Plasmas zur Fusion zu kommen, versucht der in den USA arbeitende jugoslawische Physiker Maglich, Teilchen auf selbstkollidierende Rosettenbahnen zu bringen und diese im Zentrum ihrer Flugbahnen unter Energiegewinn zu fusionieren. Mögliche Vorteile des M., der bereits als Versuchsreaktor realisiert sind:
- Bei der Fusion von z.B. Wasserstoff mit Bor- oder Lithiumkernen sind sowohl Ausgangs- als auch Endprodukte nicht radioaktiv. Da nur wenig Neutronenstrahlungauftritt, bleibt eine Aktivierung von Anlageteilen praktisch aus. Lediglich Gamma- und Röntgenstrahlung muß abgeschirmt werden (Abschirmung).
- Brennstoffe sind ausreichend vorhanden.
- Kompakte Anlagen mit Leistungen ab 3 MW könnten für dezentrale Energieversorgung Verwendung finden.
- Aus dem Prinzip des M. können keine Atomwaffen abgeleitet werden, andererseits ist ein Einsatz als kompakte Energiequelle im Weltall (z.B. für SDI) geplant.

Lit.: M.Karus: Alternatives Konzept zur Kernfusion, Bild der Wissenschaft 11/85, S. 11

Autor: KATALYSE Institut

Magermotor

Der M. ist ein Ottomotor, der mit Luftüberschuss arbeitet.

Dafür wird das Kraftstoff-Luft-Gemisch so eingestellt, dass mehr Sauerstoff in den Brennraum gelangt, als zur Verbrennung des Kraftstoffs nötig ist. Dadurch kann die Emission von Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoffen (Schadstoffe aus Kfz) sowie der Kraftstoffverbrauch verringert werden.

Eine Verringerung der Stickoxide beim M. kann durch weitere Maßnahmen erreicht werden: Eine höhere Zündspannung (elektronische Hochspannungskondensatorzündung) verschiebt die magere Laufgrenze insb. beim Kaltstart. Mittels Lambda-Regelung durch eine der
Lambda-Sonde ähnlichen Magersonde wird die Luftzahl Lambda über 1,2 gehalten; ein Anstieg der Kohlenwasserstoffe kann durch einen Oxidationskatalysator (Katalysator) ausgeglichen werden.

Bei richtiger Führung der Mischungsvorgänge kann durch ein homogenisiertes oder gezielt geschichtetes Gemisch (Schichtlademotor) eine niedrige Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoff-Emission mit geringer Stickoxidbildung kombiniert werden.

Autor: KATALYSE Institut

Mittelmeer

Das M. mit einer Fläche von rund 3 Mio km2 wird von Südeuropa, Vorderasien und Nordafrika fast vollständig umschlossen.

Über die Straße von Gibraltar ist das M. mit dem Atlantischen Ozean verbunden, über den Suezkanal und das Rote Meer besteht eine Verbindung zum Indischen Ozean. Aufgrund des Klimas (geringe Bewölkung, wenig Niederschlag) verliert das M. einen großen Teil seines Wassers durch Verdunstung, die durch den Zufluß von Flußwasser nicht vollständig kompensiert wird.

Dieser Prozeß führt zu einer höheren Salzkonzentration des Oberflächenwassers, das dadurch absinkt und durch leichteres, salzärmeres Wasser ersetzt wird. Der Meeresspiegel des M. steht etwas niedriger als der des Atlantischen Ozeans, so daß von der Meerenge aus an der Oberfläche eine spezifische Ausgleichsströmung ins M. hinein auftritt, die in der Tiefe von einem entgegengesetzten Strom begleitet wird.

Innerhalb des M. sind Strömungen und die Gezeiten schwach ausgeprägt. Die oberen Schichten sind von Artenreichtum gekennzeichnet, während die tieferen Schichten infolge von Stagnation und Sauerstoffarmut erheblich artenärmer sind.

Das M. gehört zu den am stärksten verschmutzten Meeren der Welt. Die Meeresverschmutzung entsteht durch Einleitung vom Land her (Eintrag durch Flüsse, Direkteinleitung von Abwässern, Klärschlamm und Abfällen), aus der Atmosphäre (Luftfrachten), von See aus durch Schiffe (Entsorgung fester und flüssiger Abfälle) sowie durch Unfälle.

Nach einer Studie der Weltbank und der Europäischen Investitionsbank werden in das M. jährlich 650.000 t Öl, 430.000 t giftige Abwässer, 360.000 t Phosphate und 65.000 t Schwermetalle eingeleitet.
Konferenzen und Beschlüsse zum Schutz des M.: Neben den Gefahren der Verseuchung für das M. selbst, für den Menschen und die dort lebenden Arten haben die Anrainerstaaten auch erkannt, daß die starke Meeresverschmutzung ihren wirtschaftlichen Interessen (Fischerei, Tourismus) schadet.

Seit 1975 haben insgesamt sechs Konferenzen unter Teilnahme einer wachsenden Zahl von Anrainerstaaten stattgefunden, die die Reinhaltung des M. zum Thema hatten (Barcelona 1975 und 1976, Athen 1980 mit Zusatzprotokoll 1982 sowie 1984, Genua 1985, Zypern 1990).

Die Beschlüsse (Verbot des Versenkens gefährlicher Stoffe, Senkung der Abwässerbelastung durch den Bau von Kläranlagen, Schaffung von Schutzgebieten vor allem im Uferbereich u.ä.) wurden allerdings nur sehr zögerlich umgesetzt, was u.a. auf fehlende Finanzmittel zurückzuführen ist.

Die auf der letzten Konferenz verabschiedete "Charta von Nikosia" (1990) setzt das Ziel, spätestens bis zum Jahr 2025 das M. "von allen wichtigen Umweltproblemen zu entlasten".

Vorgesehen sind u.a. der Bau von Kläranlagen in rund 100 Küstenstädten und die Einrichtung kontrollierter Giftmülldeponien bis 1993. Die EG-Kommission will die Umsetzung des Planes mit 25% der Gesamtkosten (ca. 2,4 Mrd DM) unterstützen.

Autor: KATALYSE Institut

Meeresverschmutzung

Meeresverschmutzung wird im Umweltprogramm der Bundesregierung definiert als die Summe der Einflüsse, die das Ökosystem der Hohen See und der Küstengewässer einschl. des Meeresbodens in solcher Weise verändern, daß Schädigungen im Pflanzen- und Tierreich sowie beim Menschen auftreten, bzw. das Meerwasser und der Meeresboden einschl. der Strände durch Abfallstoffe verunreinigt werden.

Die Meere sind Endstation sämtlicher weltweiter Verunreinigungen von Luft, Boden und Wasser (Flüssen), da sie keinen Abfluß besitzen. Die Meeresverschmutzung führt zur Bedrohung der globalen Sauerstoffproduktion, da die Sauerstoffmenge, die von den pflanzlichen Organismen im Meer erzeugt wird, unersetzbar ist. Schätzungen zufolge ist diese Menge weit größer als die von den Wäldern produzierte.
Die Meeresverschmutzung erfolgt durch:

  • Schadstoffeintrag über die Luft bzw. den Regen (Regenwasser, saurer Regen, Stickoxide),
  • Schadstoffeintrag über die Flüsse (Rhein, Elbe),
  • Schadstoffeintrag durch Abfallbeseitigung auf See,
  • Schadstoffeintrag durch den Schiffsverkehr wie z.B. bei Tankerunfällen oder durch Ablassen von Bilgenölen (Ölpest).

Erheblich gefährdet sind v.a. flache Meere wie die Nordsee, die Ostsee und das Mittelmeer. Ein Totalverbot für die Einleitung und Einbringung einer ganzen Reihe von giftigen und gefährlichen Stoffen gilt zwar, aber Ausnahmeregelungen und die Schwierigkeiten der Überprüfung dieser Verbote belasten das Großökosystem Meer weiterhin in einem besorgniserregenden Maße.

Autor: KATALYSE Institut

Marsche

M. sind Schwemmländer von Meeresküsten und vergleichbaren Landschaftsformen. Sie sind flache Landstriche und erheben sich nur wenige Meter über oder teilweise auch unter dem Meeresspiegel.

Sie werden durch Deiche (-> Deichbau) gegen Sturmfluten geschützt und häufig mit Hilfe von Gräben, Wettern, Pumpstationen und Sielen trocken gehalten, da die M. sich sonst zu unbewohnbaren Sümpfen entwickeln. Große M.-gebiete gibt es an der nordwestdeutschen Küste, nicht nur direkt am Meer, sondern auch im Einzugsgebiet von Elbe, Weser, Eider, Oste und Ems.

Die Fruchtbarkeit der M. beruht auf den schweren Böden mit feinkörnigen und nährstoffreichen Stoffen. Die Entwässerungsgräben sind für das Mikroklima von besonderer Bedeutung, da sie Pflanzen und Tieren Schutz vor Frost als auch vor starker Hitze bieten.

Autor: KATALYSE Institut

Mangrove

M. ist ein Sammelbegriff für Bäume und Sträucher, die im Gezeitenbereich der Meeresküsten leben können und verschiedene Anpassungen an diesen Lebensraum entwickelt haben.

Dazu können gehören: Salzdrüsen zum Ausscheiden von Salz, Stelzwurzeln zur Verankerung im weichen Schlick, Luftwurzeln, die Sauerstoff zu den unter dem Wasserspiegel liegenden Wurzeln leiten und vieles mehr.

M.-wälder entstehen gerade an den Küstenabschnitten, die für Korallen nicht geeignet sind - vor allem im Einflussbereich von Flussmündungen, wo große Mengen Süßwasser, Sedimente und Nährstoffe ins Meer gelangen. Sie sind aber auch Kinderstube für viele Tiere, die später Riffe oder andere Meereslebensräume bewohnen.

Autor: KATALYSE Institut

Mischoxid(MOX)-Brennelemente

M. sind Brennelemente, die neben Uran bis zu 5% Plutonium aus Wiederaufarbeitungsanlagen enthalten.

In immer mehr deutschen Kernkraftwerken werden M. eingesetzt. Siemens hat die Betreiber der Kernkraftwerke verpflichtet M. abzunehmen, obwohl diese erheblich teurer und störanfälliger sind und zudem in einem komplizierteren Verfahren entsorgt werden müssen. Grund dafür sind die großen Mengen Plutonium, die

bei der Wiederaufarbeitung anfallen und für die es ansonsten keine Verwendung gibt. Ohne Schnellen Brüter und ohne die Verwendung von M. in normalen Kernkraftwerken gibt es keinen Grund, eine Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente vorzunehmen (abgesehen von Waffenplutonium: Atomwaffen).
Argumente gegen die Verwendung von M.: Beim Einsatz von M. entstehen ca. zehnmal mehr langlebige radioaktive Transurane als bei Uran-Brennelementen. Durch M. wird der Plutonium-Umsatz im Kernkraftwerk und bei Transporten erheblich vergrößert. Bei schweren Unfällen (GAU) kann in größerem Maße Plutonium freigesetzt werden.
M. werden in Deutschland im umstrittenen Siemens-Brennelementewerk in Hanau hergestellt. Die Anlage wurde 1991 vom hessischen Umweltminister vorübergehend stillgelegt. Gefahren durch Plutonium.

Autor: KATALYSE Institut

MAB-Programm

Internationales UNESCO-Programm zu Schutz, Pflege und Entwicklung von Natur- und Kulturlandschaften, mit dem Leitthema "Mensch und Biosphäre" (MAB), das im Oktober 1970 beschlossen wurde.

Aufgabe des M. ist es, auf internationaler Ebene wissenschaftliche Grundlagen für eine umweltgerechte Nutzung und Erhaltung der natürlichen Ressourcen zu entwickeln, mit dem Ziel, das Spannungsfeld zwischen Mensch und Umwelt zu untersuchen sowie Wege zu einer nachhaltigen Verbesserung dieser Beziehung aufzuzeigen.

Das M. war von Beginn an auf weltweite Zusammenarbeit ausgerichtet. Weltweit wurden bislang in 111 UNESCO-Mitgliedsländern Nationalkomitees gegründet. Das deutsche M.-Komitee besteht aus 17 Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen sowie Vertretern der Bundesministerien.

Autor: KATALYSE Institut

MAB-Biosphärenreservate

Das Programm "Der Mensch und die Biosphäre" (MAB)wurde während der "UN Conference on the Human Environment" in Stockholm aus der Taufe gehoben. Die Problematik der Mensch-Umwelt-Beziehungen war offensichtlich geworden.

Mit dem MAB-Programm wurde erstmals ein internationales Umweltforschungsprogramm geschaffen, welches Nutzung und Schutz der natürlichen Ressourcen durch den Menschen zum Ziel hatte. Biosphärenreservate sind eine Umsetzung dieses Programms. Biosphärenreservate nach dem Bundesnaturschutzgesetz

1998 hat der Gesetzgeber das "Biosphärenreservat" als eigene Schutzgebietskategorie (wie Nationalparke, Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete etc.) in das Bundesnaturschutzgesetz aufgenommen. Auch nach der Wiedervereinigung wurde eine solche Schutzkategorie in den Naturschutzgesetzen einiger der neuen Bundesländer verankert. Eine Aufnahme dieser Kategorie in das Rahmenrecht des Bundes erschien daher zweckmäßig.

Die Voraussetzungen und die Schutzerfordernisse für Biosphärenreservate nach nationalem Recht ergeben sich aus § 25 des Bundesnaturschutzgesetzes. Ein Biosphärenreservat nach § 25 muss nicht gleichzeitig ein UNESCO-Biosphärenreservat sein, wie es umgekehrt auch UNESCO-Biosphärenreservate geben kann, die anderweitig hoheitlich geschützt sind. Mit dem Schutz eines UNESCO-Biosphärenreservats auf der Grundlage des § 25 des Bundesnaturschutzgesetzes lassen sich allerdings die Ziele des UNESCO-Programms "Der Mensch und die Biosphäre" in vorbildlicher Weise gebietsspezifisch umsetzen.

Beispielhaft sollen daher in ausgewählten Gebieten – den so genannten Biosphärenreservaten – die Erhaltung und Entwicklung von Kulturlandschaften mit ihren kultur- und naturbetonten Elementen für den Menschen und mit dem Menschen in den Mittelpunkt gerückt werden. Der Erhalt und der weitere Ausbau eines weltumspannenden Netzes von Biosphärenreservaten steht heute im Mittelpunkt des MAB-Programms.

Im November 2002 gab es weltweit 425 UNESCO-Biosphärenreservate in 95 Staaten, davon 14 in Deutschland.

siehe auch Stichworte Biosphärenreservat und Tabelle Biosphärenreservate in Deutschland

Autor: KATALYSE Institut

Mikroklima

Das Klima im Bereich der bodennahen Luftschichten bis etwa 2 m Höhe.

Es entsteht durch die Nähe der Bodenoberfläche. Hier herrschen schwächere Luftbewegungen, aber größere Temperaturunterschiede. Die Verschiedenheit des Bodens, des Geländes und des Pflanzenbewuchses kann auf engem Raum große Klimagegensätze entstehen lassen. Das M. ist besonders für niedrige Pflanzen von entscheidender Bedeutung, da sie ihr klimaempfindlichstes Lebensstadium in der bodennahen Luftschicht durchlaufen.

Siehe auch: Stadtklima, Klima

Autor: KATALYSE Institut

Mundraub

Mundraub ist eine Internetplattform für Obstallmende.

Auf dieser werden öffentliche Fundstellen für Obst- und Fruchtgewächse angegeben. Damit verfolgt Mundraub das Ziel, auf vergessene Früchte der Kulturlandschaft hinzuweisen und diese so als Teil der Kulturlandschaft und der Biodiversität dauerhaft zu schützen.
Die Fundstellen können von allen Internetnutzern auf der MundraubMap eingetragen und abgerufen werden. Auf dieser Karte kann man Fundstellen von Obstbäumen, Nüssen, Beeren und Kräutern finden.
Seit 2010 ist mundraub.org online und es wurden bis heute weltweit über 5.000 Fundstellen - die meisten Fundstellen befinden sich in Deutschland - eingetragen. Seit 2011 gibt es ein Mundräuberhandbuch, in welchem auf allgemeine Regeln zur Nutzung und Pflege von Obstbäumen eingegangen wird.
Die "Mundräuberregeln" sollen einen verantwortungsvollen und respektvollen Umgang mit der Natur und den kulturellen und privatrechtlichen Gegebenheiten der Region sicherstellen.

Kontakt:
Terra Concordia gUG Deutschland
Bouchéstr. 79b
12435 Berlin
Telefon: +49 (0) 30 - 54 82 11 01
Fax: +49 (0) 30 - 89 64 82 77
E-Mail: info@mundraub.org
www.mundraub.org

Autor: KATALYSE Institut

Monokultur

Eine Bodenbewirtschaftung, bei der eine Pflanzenart vorherrscht und mit maximaler Ausnutzung standörtlicher und marktpolitischer Vorteile, bei hoher Maschinisierung, meistens ohne Fruchtfolge, großflächig angebaut wird.

M. werden beispielsweise überwiegend im Kaffee-, Tee- und Reisanbau vorgenommen. Es gibt keine Fruchtfolge und führt daher häufig zu einem starken Schädlingsbefall der Pflanzen und dem zu Ertragseinbußen.
Die fehlende Fruchtfolge führt meist zu einer Verschlechterung der Böden. Nur selbstverträgliche Pflanzen wie Roggen können an geeigneten Standorten über Jahre ohne Ertragsverluste und Verlust an Bodenqualität angebaut werden. Ökologisch ist der M.-Anbau schädlich, da er grundsätzlich zu einem starken Artenrückgang auf der Anbaufläche führt und in der Regel eines höheren Einsatzes von Düngern und Pflanzenschutzmitteln bedarf.

Autor: KATALYSE Institut

Mohn

Der Mohn ist ein einjähriges Kraut mit einer Wuchshöhe von einem bis 1,6 Meter. Er besitz eine Pfahlwurzel, seine Frucht ist eine Kapsel mit Scheidewänden, die ölhaltige Samen enthalten. Es wird zwischen geschlossenen Kapseln (Schließmohn), geöffneten Kapseln (Schüttmohn) unterschieden.

  • Systematik: Familie: Papaveraceae (Mohngewächse),Art: Papaver somniferum L.
  • Herkunft: Asien
  • Klima: gemäßigt bis subtropisch; während Keimung und Jugendphase kühl (bis -5°C), zur Blüte- und Reifezeit sonnig-warme Witterung; Langtagspflanze
  • Aussaat: Im Frühjahr; Bestandsdichte: 50 bis 70 Pflanzen pro m2
  • Düngung: geringes Nährstoffaneignungsvermögen erfordert gute Phosphor und Kaliumversorgung der Böden; Stickstoffbedarf 40 bis 80 kg/Hektar wegen möglicher Reifeverzögerung problematisch; empfindlich gegen Bormangel.
  • Pflanzenschutz: relativ krankheitsunempfindlich; Pilzbefall möglich; Schädlinge: Mohnkapselrüßler, Mohngallmücke; langsame Jugendentwicklung bedingt intensive Unkrautbekämpfung
  • Ernte: Mitte August; Vegetationszeit 120 bis 140 Tage; Mähdrusche; Druschabfälle können aufgrund Morphingehaltes nicht verfüttert werden
  • Ertrag: Erträge der Samen können zwischen 0,5 und 3 Tonnen/Hektar schwanken
  • Besonderheiten: Ölgehalt der Samen zwischen 40 und 50 Prozent; Fettsäuremuster weist
    60 bis 70 Prozent Linolsäure, 12 bis 22 Prozent Ölsäure, 10 bis 12 Prozent
    Palmitinsäure auf; Milchsaft enthält pharmakologisch wichtige Alkaloide (u. a. Morphin, Kodein, Noscapin); morphinarme (>0,01 Prozent) Blaumohnsorte Przemko seit 1996 in BRD zugelassen.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut