Mittelmeer

Das M. mit einer Fläche von rund 3 Mio km2 wird von Südeuropa, Vorderasien und Nordafrika fast vollständig umschlossen.

Über die Straße von Gibraltar ist das M. mit dem Atlantischen Ozean verbunden, über den Suezkanal und das Rote Meer besteht eine Verbindung zum Indischen Ozean. Aufgrund des Klimas (geringe Bewölkung, wenig Niederschlag) verliert das M. einen großen Teil seines Wassers durch Verdunstung, die durch den Zufluß von Flußwasser nicht vollständig kompensiert wird.

Dieser Prozeß führt zu einer höheren Salzkonzentration des Oberflächenwassers, das dadurch absinkt und durch leichteres, salzärmeres Wasser ersetzt wird. Der Meeresspiegel des M. steht etwas niedriger als der des Atlantischen Ozeans, so daß von der Meerenge aus an der Oberfläche eine spezifische Ausgleichsströmung ins M. hinein auftritt, die in der Tiefe von einem entgegengesetzten Strom begleitet wird.

Innerhalb des M. sind Strömungen und die Gezeiten schwach ausgeprägt. Die oberen Schichten sind von Artenreichtum gekennzeichnet, während die tieferen Schichten infolge von Stagnation und Sauerstoffarmut erheblich artenärmer sind.

Das M. gehört zu den am stärksten verschmutzten Meeren der Welt. Die Meeresverschmutzung entsteht durch Einleitung vom Land her (Eintrag durch Flüsse, Direkteinleitung von Abwässern, Klärschlamm und Abfällen), aus der Atmosphäre (Luftfrachten), von See aus durch Schiffe (Entsorgung fester und flüssiger Abfälle) sowie durch Unfälle.

Nach einer Studie der Weltbank und der Europäischen Investitionsbank werden in das M. jährlich 650.000 t Öl, 430.000 t giftige Abwässer, 360.000 t Phosphate und 65.000 t Schwermetalle eingeleitet.
Konferenzen und Beschlüsse zum Schutz des M.: Neben den Gefahren der Verseuchung für das M. selbst, für den Menschen und die dort lebenden Arten haben die Anrainerstaaten auch erkannt, daß die starke Meeresverschmutzung ihren wirtschaftlichen Interessen (Fischerei, Tourismus) schadet.

Seit 1975 haben insgesamt sechs Konferenzen unter Teilnahme einer wachsenden Zahl von Anrainerstaaten stattgefunden, die die Reinhaltung des M. zum Thema hatten (Barcelona 1975 und 1976, Athen 1980 mit Zusatzprotokoll 1982 sowie 1984, Genua 1985, Zypern 1990).

Die Beschlüsse (Verbot des Versenkens gefährlicher Stoffe, Senkung der Abwässerbelastung durch den Bau von Kläranlagen, Schaffung von Schutzgebieten vor allem im Uferbereich u.ä.) wurden allerdings nur sehr zögerlich umgesetzt, was u.a. auf fehlende Finanzmittel zurückzuführen ist.

Die auf der letzten Konferenz verabschiedete "Charta von Nikosia" (1990) setzt das Ziel, spätestens bis zum Jahr 2025 das M. "von allen wichtigen Umweltproblemen zu entlasten".

Vorgesehen sind u.a. der Bau von Kläranlagen in rund 100 Küstenstädten und die Einrichtung kontrollierter Giftmülldeponien bis 1993. Die EG-Kommission will die Umsetzung des Planes mit 25% der Gesamtkosten (ca. 2,4 Mrd DM) unterstützen.

Autor: KATALYSE Institut

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