Tritium

(H-3,T), radioaktives Isotop des Wasserstoffs, auch überschwerer Wasserstoff genannt, welches aus einem Proton und zwei Neutronen besteht.

Physikalische Halbwertszeit 12,3 Jahre, biologische Halbwertszeit 19 Tage. T. zerfällt unter Aussendung von Betastrahlung. T. hat natürlichen und künstlichen Ursprung. Es entsteht in verschiedenen Kernreaktionen, insb. bei Bestrahlung von atmosphärischem Stickstoff mit Neutronen. Dies kann durch kosmische Strahlung, Atomwaffenversuche oder in Kernkraftwerken geschehen. Oberirdische Atomwaffentests haben die T.-Menge der Erde in wenigen Jahren verzwanzigfacht. T. gelangt über Kühlwasser und Abluft von Kernkraftwerken in die Umwelt; T.-Wasser (überschweres Wasser) ist chemisch von normalem Wasser nicht zu unterscheiden und kann mit keinem praktisch anwendbaren Verfahren aus dem Wasser entfernt werden. Als Gas ist seine Ausbreitung kaum zu kontrollieren, da es durch fast alle Materialien diffundieren kann. T. wird vom Körper aufgenommen und führt zu einer gleichmäßigen
Strahlenbelastung aller Organe. Beim Zerfall von T. muß neben der Strahlenwirkung die Transmutation berücksichtigt werden: Dem Zerfall eines in den Strang der DNS eingebauten T.-Atoms folgen tiefgreifende Strukturveränderungen wie z.B. Kettenbrüche der DNS (Strahlenschäden). T. wird als Fusionsbrennstoff bei Wasserstoffbomben (Atomwaffen) und Kernfusionsreaktoren (Kernfusion) verwandt. Die dazu nötigen Mengen werden aus Lithium erbrütet und stellen das größte radioaktive Risiko der Kernfusion dar.

Autor: KATALYSE Institut

Rotguss

Rotguss wird auch als Mehrstoffbronze bezeichnet, da es aus Kupfer, Zinn, Zink, Blei, Nickel und Antimon bestehen kann. Der Gusswerkstoff ist eine Legierung (CuZnSn); sie enthält Kupfer (80-90 Prozent), Zinn (1,5-11 Prozent), und Zink (1-9 Prozent).

Rotguss hat gute Gleiteigenschaften, ist verschleißfest und kavitationsbeständig. Er findet Einsatz bei der Produktion von hydraulischen Anlagen, Gleitlagern, Zahnrädern, Schleifringen und Schneckenrädern. In der Sanitärinstallationstechnik ist Rotguss der Werkstoff schlechthin und wird für die Herstellung von Absperr-, Sicherungs- und Regulierarmaturen und für Fittinge eingesetzt.

Rotguss ist salzwasserbeständig und besitzt eine Zugfestigkeit von 15 - 30 kp/mm². Rotguss ist universell einsetzbar und kann mit allen bekannten Installationswerkstoffen beliebig kombiniert werden, z. B. in der Rohrsystem-Verbindungstechnik mit Kupfer, Edelstahl, verzinktem Stahl und mit Kunststoff.

Rotguss lässt sich sehr gut bearbeiten und findet Anwendung in den unterschiedlichsten Pressverbindungssystemen. Während bei Bauteilen aus Messing Zugspannungen bedingt durch den Herstellungsprozess des Bauteiles auftreten können, z. B. Pressen oder durch fehlerhafte Montage, z. B. Überhanfen eines Gewindes. Rotgussteile sind dagegen frei von Spannungsrisskorrosion.

Rotguss ist ein nach EN 1982 (modifiziert nach DIN 50930/6) genormter Armaturen- und Installationswerkstoff. Die Beeinflussung der Trinkwasserbeschaffenheit wird in der DIN 50930 Teil 6 - 8.7.2 und 8.7.3 geregelt, danach darf Rotguss max. 3 Prozent Blei 3,0 Prozent und max. 0,6 Prozent Nickel enthalten. Legierungen aus Rotguss für Armaturen und Rohrverbinder müssen in Ihren Bestandteilen und in den für die Herstellung erforderlichen Begleitelementen bestimmte Anforderungen erfüllen, die durch die Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches (DVGW) mit einer Kennzeichnung bestätigt werden. Danach ist Rotguss ein Werkstoff, der für alle Trinkwässer verwendet werden kann, da die Abgabe von Legierungsbestandteilen im Rahmen der deutschen Trinkwasserverordnung (TrinkwV) liegen.

Rotguss wird heute überwiegend aus recyclten Material hergestellt und schont somit Umwelt und Ressourcen.

Autor: KATALYSE Institut

Rotasche

siehe Kieselrot

 

Autor: KATALYSE Institut

Rostschutzmittel

Stoffe zur Verhinderung (R.) oder zum Abbau von Rost (Rostentfernungsmittel, Rostumwandler).

R. können Bleimennige (Blei) oder krebserzeugendes Zinkchromat enthalten. Produkte ohne Blei und Chromat tragen das Umweltzeichen und enthalten Zinkphosphat, Zink o.a. Rostumwandler bestehen aus ätzender 25%iger Phosphorsäure (Säuren) oder stark reizenden Peroxiden, die Eisenoxid (Rost) in Eisenphosphat umwandeln sollen. Außerdem sind entfettende giftige Substanzen wie 1,1,1-Trichlorethan und Tetrachlorethen enthalten. Das für Großobjekte mangels kostengünstiger Alternativen immer noch verwendete Bleimennige wird bei Sanierungsmaßnahmen, z.B. Sandstrahlen von Stahlbrüchen, in großen Mengen in die Umwelt eingebracht.

Autor: KATALYSE Institut

Rost

Rost bildet auf Eisen und Stahl unter Einwirkung von Wasser und Sauerstoff und trägt somit zur Zerstörung dieser Materialien bei.

Rostschutz bedeutet, Eisen und Stahl gegen Feuchtigkeit oder Sauerstoff abzusperren. Rostschutzmassnahmen sind zum Beispiel Legieren, dass heisst Aufbringen von Schmelzüberzügen, aus nichtrostenden Metallen ( Zink, Zinn, Blei, Kupfer, Nickel, Chrom), Emaille oder Kunststoffen ( PVC, PE), Anstrich mit Rostumwandlern (phosphor- bzw. chromatsaure Lösungen) oder Rostschutzanstriche ( Rostschutzmittel). Es werden auch ölige Kunstharze, synthetischer Kautschuk, Aluminiumbronze, Teer und Bitumen verwendet.

Der Einsatz nichtrostender Materialien bei Rostschutz bietet häufig Alternativen. Ist dies nicht möglich, sind konstruktive Lösungen zu bevorzugen. Dazu zählt auch die einkontaktliche Bildung eines Rostfilms auf der Oberfläche. Ein Verrosten tieferer Schichten wird auf diese Weise erschwert oder gar verhindert.

Autor: KATALYSE Institut

Rohrreiniger

R. (Abflussreiniger) sollen Verstopfungen im Abflussbereich, die sich aus Kalkseifen, Fett, Haaren und Speiseresten aufbauen können, verhindern bzw. bereits entstandene wieder beseitigen.

Dazu wird sehr aggressive Chemie eingesetzt. Es gibt zwei Anwendungsformen:
1. R.-Granulate enthalten Natriumhydroxid. Die hoch alkalische Substanz verseift Fette und greift Haare etc. an. Außerdem löst es das ebenfalls enthaltene metallische Aluminium unter starker Wärmeentwicklung und Bildung von Wasserstoff-Gas. Die Gasproduktion soll den Schmutz lockern helfen. Da Wasserstoff mit Luft das entzündliche Knallgas bilden kann, wird noch Nitrat zugesetzt, welches den Wasserstoff unter Bildung von Ammoniak abfängt.
2. Flüssige R. sind gleichfalls hoch alkalisch, enthalten daneben noch Tenside und Natriumhypochlorit (Chlorbleichlauge), wobei letzteres insb. gegen Haarverstopfungen wirkt.
Von beiden Varianten muss dringend abgeraten werden. Sie sind aufgrund ihrer ätzenden Natur gefährlich für den Anwender und korrodieren die verschiedensten Materialien. Bei den chlorhaltigen Varianten besteht bei falscher Anwendung zusammen mit Säuren (WC-Reiniger) die Gefahr spontaner Bildung von Chlor-Gas. Hinzu kommt hier die AOX-Belastung des Abwassers als weiterer Nachteil.
Seit kurzem werden R. auf Enzym-Basis angeboten. Hier ist das unmittelbare Gefährdungspotential sicherlich geringer, das ändert nichts an der Tatsache, dass Rohrverstopfungen wirksamer, preiswerter und umweltschonender mit mechanischen Methoden wie Saugglocke und Spirale behoben werden können.

Autor: KATALYSE Institut

Reizstoffe

R. werden entweder als Gase oder als feine Sprühnebel (Aerosole) eingesetzt und wirken allgemein reizend auf Augen-, Nasen und Rachenschleimhaut.
Dort verursachen sie ein Anschwellen und vermehrte Flüssigkeitsausscheidung (z.B. Tränen). Bereits im Ersten Weltkrieg wurden R. eingesetzt, die augenreizend wirken. Zu dieser unter der Bezeichnung Weißkreuz bekannten Gruppe zählen z.B. Bromaceton,
Chloraceton, CN- und CS-Gas. Die auf Nasen- und Rachenschleimhaut wirkenden R. werden unter der Bezeichnung Blaukreuz zusammengefasst.
Neben den beabsichtigten Wirkungen haben R. noch Nebenwirkungen, wie am Beispiel der Tränen-R. CN- und
CS-Gas (Chemische Keule) deutlich wird. CN-Gas führt in hoher Konzentration zu Hornhauttrübung, in schweren Fällen sogar zum Verlust des Augenlichts, auch Hautentzündungen und allergische Reaktionen sind dokumentiert. In neuester Zeit verstärken sich Hinweise, dass CN- und CS-Gas sogar eine krebserzeugende Wirkung zuzuschreiben ist.
Angesichts solcher Nebenwirkungen bleibt die Frage, ob der Einsatz dieser chemischen Kampfstoffe zur Auflösung von Demonstrationen durch die Polizei weiterhin zu vertreten ist. Auch die Möglichkeit für Privatpersonen, Sprühdosen mit CN- und
CS-Gas zum Selbstschutz käuflich zu erwerben, muss äußerst kritisch bewertet werden.

Lit.: D.Schrempf: Chemical-Mace - Wie gefährlich ist Chloracetophenon?; in: Chemie in unserer Zeit, 1978, S.146

Autor: KATALYSE Institut

TRGS

TRGS = Abkürzung für Technische Regeln für Gefahrstoffe

siehe Stichwort Gefahrstoffe

Autor: KATALYSE Institut

Tributylzinnoxid

Wasserunlösliche giftige Substanz, die zur Gruppe der Organo-Zinn-Verbindungen gehört (Zinn).

Akute Vergiftungen führen zur Reizung von Haut und Atemwegen, Brechreiz, Kopfschmerzen, Sehstörungen. Verwendung: Pflanzenschutzmittel, Imprägnierung von Tapeten und wasserfesten Lacken und Anstrichen zur Vorbeugung von Schimmelpilzbefall, Entschleimung von Industrieabwässern, Holzschutzmittel u.a. MAK-Wert: für organische Zinnverbindungen: 0,1 mg/m3.

Autor: KATALYSE Institut

Trichlorethylen

T. (Tri, Trichlorethen, C2HCl3) ist eine chloroformartig riechende, unbrennbare, farblose Flüssigkeit, die mit Wasser nicht mischbar ist.

Der MAK-Wert liegt bei 50 ml/m3 (ppm) entsprechend 270 mg/m3 (MAK-Liste III B, begründeter Verdacht auf krebserregendes Potential). T. ist ein wichtiges technisches Lösemittel, v.a. zur Entfettung von Werkstücken aus Metall und Glas. Durch Verdunstung bei der Anwendung gelangt fast die gesamte Produktionsmenge in die Atmosphäre und damit in die Umwelt. T. zersetzt sich an offener Flamme oder heißer Metallfläche zu Phosgen und Salzsäure (Chlorwasserstoff). T. wirkt narkotisierend, Einatmen von Luft mit 200 ppm T. führt zu ersten Vergiftungserscheinungen (Müdigkeit). Akute Vergiftungen (Trisucht) führen zu Hirnschäden, Erblindung, Aufhebung der Geruchs- und Geschmacksempfindung u.a. Die Jahresproduktion in Westdeutaschland sank von 8.600 t (1990) auf 5.700 t (1991).

Autor: KATALYSE Institut

Trichlormethan

T. (Chloroform, CHCl3), ein chlorierter Kohlenwasserstoff, ist eine leicht flüchtige, klare Flüssigkeit mit süßlichem Geruch und Geschmack, kaum wasserlöslich, aber gut löslich in organischen Lösemitteln.

T. wird zusammen mit Dichlormethan als Abbeizmittel verwendet. T. wirkt lähmend auf das Zentralnervensystem und bei chronischer Vergiftung treten Leberschäden auf. T. steht im begründeten Verdacht, krebserregend zu wirken (MAK-Liste III B). Daher wird T. in der Industrie kaum noch verwendet. Der MAK-Wert beträgt 10 ml/m3 (ppm) entsprechend 50 mg/m3. 1991 wurden in Westdeutschland 52.000 t T. produziert.

Autor: KATALYSE Institut

Trichlorphenoxyessigsäure (2,4,5-)

2,4,5-T), Ester von T. wurden als Bestandteile von Entlaubungsmitteln wie z.B. Agent Orange im Vietnamkrieg eingesetzt.

Bei ihrer Herstellung entstehen Dioxine als Verunreinigungen.

Autor: KATALYSE Institut

Tränengas

siehe Reizstoffe, Chemische Keule.

Autor: KATALYSE Institut

Radium

(Lateinisch: radius = Strahl), chemisches Element der II. Hauptgruppe, radioaktives Metall (Radioaktivität, Radionuklid)), chemisches Symbol Ra, Ordnungszahl 88, Schmelzpunkt etwa 700 Grad C, Siedepunkt 1.140 Grad C, Dichte 5,5 g/cm3.

Von R. sind 25 Isotope bekannt, in der Natur kommen Ra 223, Ra 224, Ra 226 und Ra 228 vor. Wichtigstes Isotop ist Ra 226 mit einer Halbwertszeit von 1.602 Jahren. R. wird aufgrund seiner ionisierenden Strahlung und seines chemischen Verhaltens als sehr radiotoxisch eingestuft. In den Körper aufgenommen wird R. mit Calcium verwechselt und vor allem in den Knochen angereichert (Anreicherung), wo es Knochenkrebs und Leukämie auslösen kann. Neben seiner direkten Wirkung ist R. durch seine starke Emanation (lat.: emanatio = Heraustreten eines radioaktiven Gases aus einem festen radioaktiven Stoff) von Radon gefährlich. Die Freigrenze (Mengenangabe, unterhalb derer man ohne Genehmigung und Anmeldung mit der Substanz hantieren darf, Strahlenschutz, Strahlenschutzverordnung) von R. liegt bei 5.000 Bq (rd. 0,136 mycrog). R. wurde früher als Strahlungsquelle z.B. in der Medizin (Strahlentherapie) eingesetzt und in Leuchtfarben für Uhren, Kompasse, Flugzeuginstrumente usw. verwendet. R. kommt in lokal sehr verschiedener Konzentration im Trinkwasser und Mineralwasser vor.

 

Autor: KATALYSE Institut

Quecksilberoxid-Batterien

Q. werden meist als Knopfzellen oder Knopfzellenbatterien (mehrere zusammengeschaltete Knopfzellen, Batterien) angeboten.

Sie zeichnen sich durch eine relativ hohe Energiedichte (0,4-0,52 Wh/cm3 gegenüber Alkali-Mangan-Batterien mit 0,2-0,3 Wh/cm3) und eine praktisch konstante Spannung während der Betriebszeit aus. Sie enthalten 30-40% Quecksilber und rd. 12% Zink. Aus diesem Grund sind Q. mit dem ISO-Symbol 7000/1135 gekennzeichnet und müssen nach Gebrauch dem Händler oder einer Sammelstelle zugeführt werden (Batterie-Entsorgung).
Anwendungen finden sie in kleinen Geräten, die eine lange Lebensdauer haben sollen, z.B. Hörgeräte, Taschenrechner, Fotoapparate u. Uhren. Sie sollten aber nicht länger als 2 bis 3 Jahre gebraucht oder gelagert werden, da sonst die Gefahr eines Elektrolytaustritts besteht. Benötigt man höhere Leistungen oder längere Lebenserwartungen, ist man mit Lithiumbatterien gut beraten. Sie haben Energiedichten von 0,4-1 Wh/cm3 und Lebenserwartungen von über 10 Jahren.

Autor: KATALYSE Institut

Quecksilber

Chemisches Element, Symbol Hg, Ordnungszahl 80, Schmelzpunkt -38,84 Grad C, Siedepunkt 356,58 Grad C, Dichte 13,6 g/Kubikzentimeter.

Quecksilber gehört zu den selten vorkommenden Metallen, trotzdem entweichen jährlich zwischen 55.000 und 180.000 Tonnen gasförmig aus natürlichen Quellen (vgl. Welz & Sperling 1997, S.573). Hinzu kommen 8.000 bis 38.000 t Quecksilber, die vom Menschen in die Umwelt freigesetzt werden (z.B. Quecksilber-produzierende Industrie, Verkehr, Verbrennung von Kohle und Erdöl, Müllverbrennung sowie Erz- und Mineralaufbereitung) und weltweit verbreitet werden. 1995 betrugen die Quecksilber-Emissionen Deutschlands 31 Tonnen.

Zur Beurteilung von Toxizität und Umweltgefährdung müssen metallisches Quecksilber, anorganische Quecksilber-Verbindungen und organische Quecksilber-Verbindungen unterschieden werden:

  • Metallisches Q. oder auch als elementares Quecksilber bezeichnet: Chemisches Symbol Hg, flüssiges, silbrig glänzendes Schwermetall, das andere Metalle unter Bildung von Amalgamen löst (Amalgam-Zahnfüllungen). Metallisches Quecksilber verdampft aufgrund seines hohen Dampfdrucks leicht. In die Atmosphäre freigesetztes Quecksilber gelangt mit dem Regen in Gewässer (ca. 4.000 t/a), wo eine bakterielle Umwandlung in organische Quecksilber-Verbindungen erfolgt, weltweit entstehen dabei in Flüssen und Meeren ca. 490 t/a Methyl-Quecksilber. Metallisches Quecksilber wird u.a. als Thermometer-, Barometer- und Elektrodenmaterial (z.B. in Batterien) sowie als Extraktionsmittel für Edelmetalle verwendet.

    Quecksilber ist ein Zell- und Protoplasmagift, das u.a. in Leber, Nieren und Gehirn gespeichert und nur langsam über die Nieren (normale Ausscheidungsrate 10-20 mg/d) wieder ausgeschieden wird. Verschlucken von metallischem Quecksilber ist relativ ungefährlich, da Quecksilber aus dem Magen-Darm-Trakt schlecht resorbiert wird. Wesentlich gefährlicher ist der entstehende Quecksilber-Dampf (gute Fettlöslichkeit, hohe Diffusionsfähigkeit), der beim Einatmen zu ca. 80% resorbiert wird. Quecksilber-Dampf schädigt akut die Lungen und chronisch das Zentralnervensystem (ZNS). Chronische Vergiftungen sind ab 0,1-1 mg/m3 zu erwarten (akute Vergiftungssymptome: Metallgeschmack im Mund, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, blutige Durchfälle, chronische Vergiftungssymptome: Zahnlockerung, schwarzer Quecksilber-Saum an den Zähnen.). Am bedeutsamsten ist die Gefährdung durch inhalative Aufnahme von Quecksilber-Dämpfen am Arbeitsplatz (z.B. Zahnarztpraxen mit durchschnittlich 50 mg/kg und Spitzenbelastungswerten von 10 g Quecksilber/kg Hausstaub, Thermometerfabriken, Chloralkali-Industrie, Chlor). In Wohn und Arbeitsräumen verschüttetes Quecksilber muss sorgfältig eingesammelt werden. Aus Teppichen u.a. lässt sich Quecksilber mit Schwefel entfernen. Quecksilber ist Sondermüll, nicht in den Hausmüll geben!

  • Anorganische Quecksilber-Verbindungen (Quecksilber-Salze): Da Quecksilber-Salze kaum flüchtig sind besteht nur bei Aufnahme über Nahrung oder Trinkwasser sowie über die Haut Vergiftungsgefahr. Quecksilber-Salze wirken auf Haut und Schleimhäute ätzend. Einnahme führt zu Rachenentzündungen, Schluckbeschwerden, Benommenheit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Kreislaufkollaps und Schock. Die tödliche Dosis liegt bei Quecksilber-Salzen zwischen 0,2 und 1 Gramm.
  • Organische Quecksilber-Verbindungen (Methyl-Quecksilber): gute Fettlöslichkeit und eine lange biologische Halbwertszeit (70 Tage). Sie werden hauptsächlich als Fungizide (Saatbeizmittel, Obstanbau) und zur Holzkonservierung (Holzschutzmittel) eingesetzt, entstehen aber auch in Gewässern durch bakterielle Umwandlung aus Quecksilber. Quecksilber-haltige Beizmittel werden in Deutschland immer noch produziert (Pestizidexport), die Anwendung ist jedoch seit 1982 verboten.
    Methyl-Quecksilber ist die bei weitem giftigste Quecksilber-Verbindung und die einzige Verbindung, die in der MAK-Liste als fruchtschädigend eingestuft wird. Methyl-Quecksilber wird über Lunge und Verdauungstrakt zu 80% resorbiert. Organische Quecksilber-Verbindungen reichern sich besonders im ZNS an - nennenswerte Konzentrationen finden sich auch in Haaren, Leber und Niere. Sie können die Placentaschranke überwinden und wirken nachgewiesenermaßen fruchtschädigend (teratogen), der Fetus reagiert 3-4mal empfindlicher auf Methyl-Quecksilber als die Schwangere. Ausgeschieden werden organische Quecksilber-Verbindungen hauptsächlich über die Galle, geringe Mengen auch über Urin und Muttermilch.
    Vergiftungssymptome treten ab 200 mg aufgenommener Menge auf, machen sich aber anders als bei metallischem Quecksilber erst nach Wochen bemerkbar. Beim Erwachsenen können Mengen von 350 mg Methyl-Quecksilber tödlich wirken. Zu Vergiftungskatastrophen durch organische Quecksilber-Verbindungen kam es u.a. in den 50er Jahren in Japan und 1971/72 im Irak (Minamata Krankheit).

Monitoring-Studien über Konsumfischarten aus Nordsee und Nordatlantik weisen darauf hin, dass die Quecksilber-Belastung in Seefischen hauptsächlich auf die altersbedingte Quecksilber-Akkumulation natürlich vorkommenden Quecksilber zurückzuführen ist. Thunfische galten lange Zeit als besonders Quecksilber-belastet. Untersuchungen von Thunfischkonserven zeigen jedoch, dass die Quecksilber-Belastung von Thunfischerzeugnissen in den letzten 15 Jahren nicht zugenommen hat und im Durchschnitt bei 0,21 mg/kg liegt. Wegen des geringeren Verdünnungspotentials für eingebrachte Schadstoffe findet man bei Fischen aus Binnengewässern deutlich höhere Belastungen als bei Seefischen.

Grenz- und Richtwerte

  • Laut WHO sollte die Quecksilber-Gesamtaufnahme einen Wert von 5 µg/kg Körpergewicht/Woche nicht überschreiten. Zum Vergleich beträgt die durchschnittliche Quecksilber-Aufnahme aus der Nahrung (USA) 0,7 µg/kg Körpergewicht/Woche.
  • Richtwerte für Lebensmittel: Diverse 0,03 – 0,05 mg/kg als ZEBS-Richtwerte; 0,5 mg/kg bei Fisch lt. Verordnung und für einige spezielle Fischarten (Aal, Hecht, Lachs, Zander, Blauleng, Eishai, Heringshai, Katfisch, Rotbarsch) mit 1 mg/kg.
  • Grenzwert für Trink- und Mineralwasser: 1 µg/Liter
  • MAK-Wert: 0,1 mg/m3 (Luft)
  • Klärschlamm: 8 mg/kg
  • Boden: 10 – 80 mg/kg Bundesbodenschutzgesetz-Prüfwerte

Lit.: Welz, Bernhard/ Sperling, Michael: Atomabsorptionsspektrometrie, 4. neubearb. Aufl., Weinheim 1997.

Autor: KATALYSE Institut

Pyrethrum

P. ist ein natürliches Insektizid (chemisch: Ester sekundärer Alkohole), das aus Chrysanthemenblüten gewonnen wird und schon den Römern als "persisches Insektenpulver" gegen Läuse und Flöhe half.

Zum Anbau von Chrysanthemum-Blüten werden Anbaubedingungen benötigt, die denen von Tee oder Kaffee gleichen. Die Temperatur beeinflußt den P.-Gehalt in der Blüte. Der sehr arbeitsintensive Anbau von Chrysanthemum führt dazu, dass er nur in sehr kleinem Maßstab erfolgt. Dadurch bedingt ist P. eines der teuersten Insektizide, das es gibt. Es findet aus diesem Grund und wegen seiner geringen Stabilität (es zerfällt in seiner chemischen Struktur innerhalb von ca. 2 Wochen) in der Landwirtschaft kaum Anwendung. P. wird in erster Linie im Haushaltsbereich als Wirkstoff in Insektensprays eingesetzt. P. wird in der Literatur als für Säuger leicht bis mäßig giftig angegeben. Menschen mit regelmäßigem P.-Kontakt können allergische Hautreaktionen zeigen (Allergie).
Der MAK-Wert für P. beträgt 5 mg/m3 (gemessen als Gesamtstaub).
Biologische Schädlingsbekämpfung

Autor: KATALYSE Institut

PXDF

Abk. für die Stoffgruppe der 3.300 chlorierten und/oder bromierten Dibenzofurane (X ist die in der organischen Chemie übliche Abk. für Halogen).
Dioxine und Furane

Autor: KATALYSE Institut

PXDD

Abk. für die Stoffgruppe der 1.720 chlorierten und/oder bromierten Dibenzo-p-dioxine (das X ist die in der organischen Chemie übliche Abk. für Halogen).
Dioxine und Furane

Autor: KATALYSE Institut

Propan

siehe Treibgase

Autor: KATALYSE Institut

Uran

Chemisches Element, Symbol U, Ordnungszahl 92, Schmelzpunkt 1.132 Grad C, Siedepunkt 3.818 Grad C, Dichte 19,2 g/cm3, Schwermetall, dessen Verbindungen sehr giftig sind (MAK-Wert 0,25 mg/m3).

Uran ist ein natürlich vorkommender radioaktiver Stoff (Radioaktivität, Natürliche
Strahlenbelastung, Terrestrische Strahlung) und das schwerste in der Natur vorkommende chemische Element. Natur-Uran besteht aus den Uran-Isotopen U 235 (Anteil 0,72%) und U 238 (99,27%). Physikalische Halbwertszeit 700 Mio Jahre (U 235) bzw. 4,5 Mrd Jahre (U 238), biologische Halbwertszeit 300 Tage. Uran zerfällt unter Aussendung von Alpha- und Gammastrahlung.

Wichtigste Folgeprodukte: Thorium-230 (physikalische Halbwertszeit 75.000 Jahre), Radium-226 (1.600 Jahre), Polonium-210 (138 Tage) und Radon-222 (3,8 Tage). U 235 wird als Spaltstoff (Kernspaltung) in Kernkraftwerken und Atomwaffen benutzt. Zur Verwendung in Leichtwasserreaktoren muß das Natur-Uran auf einen U 235-Anteil von 3% angereichert werden (Brennstoffkreislauf). U 238 ist kein Spaltstoff, sondern wird als Brutstoff für Plutonium benutzt (Schneller Brüter).
Bei steigender Nutzung der Kernenergie reichen die weltweiten Uran-Vorräte nur noch für einige Jahrzehnte (Energiereserven). Eine längere Nutzung der Kernspaltung ist nur mit Hilfe des Schnellen Brüters realisierbar.

Umweltgefahren durch Uran: Uran kommt im Boden, in Baumaterialien (Radioaktive Baustoffe), Düngemitteln, Porzellan, Keramik etc. vor. Mit der Nahrung oder der Atemluft aufgenommen, führt es im Körper zu Strahlenschäden. Die größte Gefahr geht nicht von Uran selber, sondern von seinen radioaktiven Folge- und Spaltprodukten aus. Spaltprodukte entstehen bei der Kernspaltung von Uran (Kernkraftwerk, Wiederaufarbeitung, Brennstoffkreislauf).

Bei der Uran-Erzgewinnung und -Bearbeitung gelangen große Mengen radioaktiver Uran-Folgeprodukte in die Umwelt. Um 1 t 3%-angereichertes Uran zu erhalten, müssen etwa 3.000 t Uran-Erz gefördert werden. Die Uran-Bergarbeiter sind dabei großen radioaktiven Belastungen durch das Edelgas Radon und Schwebeteilchen ausgesetzt. Folgen: Ermüdung, Blutbildveränderungen und bis zu 45fach erhöhtes Lungenkrebsrisiko (Strahlenschäden).

Nach der chemischen Abtrennung des Uran aus dem Erz bleiben große Mengen an Abfallerz übrig, die u.a. Thorium und Radium enthalten. Das Abfallerz wird fast ausschließlich oberirdisch gelagert. Regen wäscht die löslichen radioaktiven Stoffe, z.B. Radium, in den Boden, in Grundwasser und Flüsse. Radium reichert sich beim Menschen in den Knochen an (Anreicherung). Radon entweicht noch Hunderttausende von Jahren aus den Abfallhalden in die Luft.
Infolge der Radonemissionen werden innerhalb von 500 Jahren durch den Uran-Jahresbedarf eines Kernkraftwerks 2-3 Krebstote erwartet. Die Umweltbelastungen können stark reduziert werden, wenn das Abfallerz wie schwachradioaktiver Atommüll behandelt und in tiefe Bergwerke deponiert würde.

Während es in den alten Bundesländern nur unbedeutende Uran-Vorkommen im Schwarzwald gibt, liegen in Thüringen und Sachsen ehem. bedeutende Uran-Abbaugebiete. Die Uran-Bergbaugesellschaft Wismut war früher einer der größten Uran-Produzenten der Welt. Beim Uran-Abbau entstanden in den vergangenen 40 Jahren schwere Umweltschäden. Die Kosten für Sanierungs- und Rekultivierungsmaßnahmen für das verstrahlte Erdreich (z.B. Abfallerzhalden) werden auf 15 Mrd DM geschätzt.

Die anvisierten Sanierungsarbeiten gefährden ihrerseits infolge der Mobilisierung radioaktiver Substanzen das Trinkwasser von einer Million Menschen in Sachsen.
Obwohl die Uran-Förderung offiziell seit dem 1.1.91 beendet wurde, fördert die Wismut, angeblich im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen, weiter Uran (1991: 4.000 t Uran-Erz).

Die Häuser in den Uran-Abbaugebieten sind durch extrem hohe Radon-Werte (z.B. aus den Uran-Bergwerksstollen) belastet. Spitzenwerte bis zu 30.000 Bq/m3 wurden gemessen.

Autor: KATALYSE Institut

Polyvinylchlorid

P. (Polyvinylchlorid) ist ein Kunststoff mit einem breiten Einsatzspektrum und wird v.a. für die Herstellung von Verpackungen und Spielwaren und im Baubereich verwendet.

Die Produktion in Deutschland betrug 1990 1,3 Mio t. Damit ist Deutschland Europas größter P.-Produzenten dar, gefolgt von Frankreich mit einer Jahresproduktion von 1 Mio t. P. wird durch Polymerisation von Vinylchlorid hergestellt.

Vinylchlorid wirkt eindeutig krebserregend, auch die Mutagenität ist experimentell und die Teratogenität in epidemologischen Studien nachgewiesen.

P. kann bis zu 400 ppm Vinylchlorid , weiterverarbeitetes P. kann bis 20 ppm Vinylchlorid enthalten. Der Vinylchloridrestgehalt in P.-Lebensmittelverpackungen darf daher 1 mg/kg nicht überschreiten. Aus P.-Verpackungen dürfen keine messbaren Anteile an Vinylchlorid auf verpackte Lebensmittel übergehen. Aus dem Ausland importiertes P. erfüllt diese Anforderungen nicht immer, so dass hier eine Gesundheitsgefährdung durch Lebensmittelverpackungen besteht (Rest-Monomere).

Mehr als die Hälfte aller P.-Produkte werden für die Bauindustrie produziert (Fensterrahmen, Rohre, Bodenbeläge). Weiterhin wird P. zu Verpackungen (z.B. Plastikfolien und Verbundverpackungen), Kabelummantelungen und Spielzeug verarbeitet.

P. enthält im Vergleich zu anderen Kunststoffen größere Mengen an Additiven. Die im P. enthaltenen Stabilisatoren und Farbstoffe sind meist schwermetallhaltig. In Müllverbrennungsanlagen können diese Schwermetalle freigesetzt werden, ebenso können dabei Chlorwasserstoff und Dioxine entstehen. Nur eine getrennte Abfallsammlung und ein Verzicht auf P.-Produkte kann diese Probleme lösen.

Autor: KATALYSE Institut

Polyurethan

P. abgekürzt PUR, ist eine Gruppe von Kunststoffen, die aus Polyisocyanaten und Polyalkoholen hergestellt werden.

P. gehört wie die Epoxidharze zu den Duroplasten (= harten, aber nicht flexiblen Kunststoffen). Eine Reihe von Modifikationen bei der Verwendung von Grundstoffen und Katalysatoren in der Herstellung führt zur Herstellung von Weich- und Hartschaumvarianten aus P..
P. wird einerseits als Schaum zur Wärmedämmung und Schallisolierung (Lärmschutz), Polster- und Matratzenherstellung, als Dichtungsmasse im Bau verwendet und andererseits als Hartkunststoff z.B. in der Automobilbranche eingesetzt (Autokauf, Autorecycling).
P.-Hartschaumplatten enthalten zusätzlich Flammschutzmittel, wie Phosphorsäureester, sowie Stabilisatoren und Katalysatoren. Sie sind sehr gut wärmedämmend, aber nicht sorptionsfähig und dampfdicht (in Verbindung mit den benötigten Klebstoffen), sie sind fäulnisresistent, aber Ameisen bauen ihre Nester hinein. Diese Aussagen gelten auch für P.-Ortschäume, die z.B. als Kerndämmung in mehrschaligem Mauerwerk eingesetzt werden.
Montageschäume in Spraydosen zur Abdichtung von Fugen im Handwerker- und Heimwerkerbereich können giftige Ausgangsstoffe (Isocyanate) enthalten. Das Brandverhalten von P. ist problematisch, da neben Diisocyanaten auch Blausäuregas entsteht.
P.-Schäume werden nur noch zu einem geringen Anteil mit FCKWs (Chlorfluorkohlenstoffe) geschäumt, die weitgehend durch einen erhöhten CO2-Anteil bei Schäumung oder durch Pentan ersetzt wurden.
Der Pro-Kopf-Verbrauch stieg von 4,4 kg (1982) auf rd. 14 kg an. 1990 wurden 1,2 Mio t P. in Deutschland hergestellt.
Die Produktion von P. ist aus einer Fülle von Gründen des Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutzes langfristig abzulösen.
k-Wert

Autor: KATALYSE Institut