Reizstoffe

R. werden entweder als Gase oder als feine Sprühnebel (Aerosole) eingesetzt und wirken allgemein reizend auf Augen-, Nasen und Rachenschleimhaut.
Dort verursachen sie ein Anschwellen und vermehrte Flüssigkeitsausscheidung (z.B. Tränen). Bereits im Ersten Weltkrieg wurden R. eingesetzt, die augenreizend wirken. Zu dieser unter der Bezeichnung Weißkreuz bekannten Gruppe zählen z.B. Bromaceton,
Chloraceton, CN- und CS-Gas. Die auf Nasen- und Rachenschleimhaut wirkenden R. werden unter der Bezeichnung Blaukreuz zusammengefasst.
Neben den beabsichtigten Wirkungen haben R. noch Nebenwirkungen, wie am Beispiel der Tränen-R. CN- und
CS-Gas (Chemische Keule) deutlich wird. CN-Gas führt in hoher Konzentration zu Hornhauttrübung, in schweren Fällen sogar zum Verlust des Augenlichts, auch Hautentzündungen und allergische Reaktionen sind dokumentiert. In neuester Zeit verstärken sich Hinweise, dass CN- und CS-Gas sogar eine krebserzeugende Wirkung zuzuschreiben ist.
Angesichts solcher Nebenwirkungen bleibt die Frage, ob der Einsatz dieser chemischen Kampfstoffe zur Auflösung von Demonstrationen durch die Polizei weiterhin zu vertreten ist. Auch die Möglichkeit für Privatpersonen, Sprühdosen mit CN- und
CS-Gas zum Selbstschutz käuflich zu erwerben, muss äußerst kritisch bewertet werden.

Lit.: D.Schrempf: Chemical-Mace - Wie gefährlich ist Chloracetophenon?; in: Chemie in unserer Zeit, 1978, S.146

Autor: KATALYSE Institut

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