Rhein-Main-Donau-Kanal

(RMD-Kanal) Die nicht vorhandene natürliche Verbindung der Flüsse Rhein und Donau soll durch den seit 1921 geplanten Bau des insg. 677 km langen R. geschaffen werden.

Die Baumaßnahmen umfaßten den Ausbau des Mains und der Donau sowie den Neubau des Kanals zwischen Bamberg und Kelheim (171 km, eröffnet am 25.9.1992). Der Bau der 55 m breiten, 4 m tiefen, weitgehend asphaltierten Kanalrinne, die Kanalbauten (Schleusen usw.), neue Straßenbauten (Brücken u.a.) und Industrieansiedlungen zerstören die bis dahin weitgehend naturbelassene Flußlandschaft des Altmühl-, Ottmaringer- und Sulztals.

Die Behinderung des Hochwassers in diesen Tälern wie auch in den Donauauen verringert die Selbstreinigungskraft der Flüsse und führt zum Verlust von ca. 18 Mio m2 schutzwürdiger Feuchtgebiete, Biotope und Altwässer (Auenlandschaft). Damit wird die Lebensgrundlage für zahlreiche Pflanzen und Tiere, die z.T. auf der Roten Liste stehen, in einem der größten und artenreichsten Vogelbrut- und Überwinterungsgebiet bedroht (Artenschutz, Artensterben).

Der Kanal zwischen Bamberg und Kelheim entspricht in seiner Ausführung modernsten Ansprüchen von Öko-Technokraten und Naturkonstrukeuren. Technisch wirkende Geradlinigkeit wurde vermieden wo immer es ging, und unzählige künstliche Feuchtbiotope wurden entlang des Kanals geschaffen. Der ökologische Wert ist jedoch gering; Experten prognostizieren, daß die
Artenvielfalt auf ein Fünftel sinken wird und Allerweltsarten das Bild beherrschen werden. Großprojekten geopferte Natur läßt sich nicht ersetzen.

Fragwürdig ist der R. nicht nur wegen der irreparablen Landschafts- und Naturhaushaltszerstörung. Obwohl der spezifische Energieverbrauch beim Transport von Gütern in der Schiffahrt geringer ist als im Schienenverkehr (Verkehr), ist der Kanalbau sowohl aus wirtschaftlicher wie aus verkehrstechnischer Sicht äußerst umstritten.

Investitionskosten von insg. 8 Mrd DM, die Deckung von nur 7% der Betriebskosten des Kanals durch die Wegegebühren für die Schiffe, die jährlichen Verluste der Bahn durch die billige Konkurrenz der Kanalschiffahrt sowie die Unterhaltskosten des Kanals in Millionenhöhe machen den R. auch wirtschaftlich zum "dümmsten Projekt seit dem Turmbau zu Babel" (V.Hauff, ehem. Verkehrsminister).

Autor: KATALYSE Institut

Rhein

Als nach dem zweiten Weltkrieg der wirtschaftliche Aufschwung begann, wurde der R. durch vernachlässigte Abwasserklärung immer mehr verschmutzt. Mitte der sechziger Jahre hatte die Verschmutzung des R.R nie gekannte Ausmaße erreicht hat. Erst danach fand ein ökologischer Umdenkungsprozess statt. Bis heute bemüht man sich um eine ökologisch nachhaltige Entwicklung des R.

Entlastung gab es für den R., weil sich einige Faktoren verbessert haben, z.B. Bau oder Ausbau von Kläranlagen. In der Folge ging die Belastung des R. mit sauerstoffzehrenden Substanzen geht von 1975 bis 1985 um fast 60 Prozent zurück.

Die Schwermetallkonzentration ist seit 20 Jahren deutlich gesunken und liegt inzwischen auf einem relativ niedrigen Niveau. Auch der Gehalt bei bestimmten organischen Schadstoffen, so etwa Produkte der Chlorchemie, hat abgenommen. Selbst

Chloroform ist inzwischen deutlich zurückgegangen.

Im 19. Jahrhundert verringerte sich der Fischbestandteil dramatisch. So verschwand Mitte des 20. Jahrhunderts auch der Symbolfisch des R., der Lachs. Inzwischen hat sich das R.-Ökosystem stabilisiert. Der Strom bietet nun wieder Lebensraum für Fische. Die Wasserqualität ist also kein Hindernis mehr für den Lachs und andere Fischarten.
Natürlich wirkt sich die Wasserqualität des R. auch auf den Menschen aus.

Das Schwimmen im R. ist heute längst nicht mehr so problematisch wie früher, da die organischen und Schwermetallkonzentrationen abgenommen haben. Diese Schadstoffe sind nicht nur gesundheitsschädigend für Fische, sondern auch für Menschen.

Der R. als Trinkwasserquelle ist wieder zulässig und der Verzehr von fettarmen Fischen aus dem R. ist unbedenklich, da bei diesen Fischen kaum Schadstoffe nachgewiesen werden.

Autor: KATALYSE Institut

Regenwasser

R. wird verschmutzt durch die in der Atmosphäre vorhandenen Schadstoffe (Saurer Regen, Emission) und Stäube sowie durch Bodenoberflächenverunreinigungen wie Reifenabrieb (Abrieb), Straßenstaub, Öl- und Treibstoffverluste, Düngemittel, Pestizide und organische Abfälle.

Insb. bei Beginn des Regens nach längeren Trockenperioden kann das R. sehr stark verschmutzt sein und Schmutzstoffkonzentrationen vergleichbar mit denen von häuslichem Abwasser enthalten (Abwasserreinigung).

Aus diesem Grund sollte man die ersten Regentropfen nicht zur Regenwassernutzung sammeln. Im Handel sind Vorschaltgeräte erhältlich, die das R. in den ersten 15 min eines Regenfalls in die Kanalisation leiten und erst dann das R. sammeln.

Schmutzwasser und R. werden entweder in getrennten oder gemeinsam in einer Kanalisation (Mischverfahren) entsorgt.

Autor: KATALYSE Institut

Plankton

Im Wasser schwebende, mikroskopisch kleine Organismen, die sich nicht selbst fortbewegen können. (griech. übersetzt: "das umher Getriebene").

Plankton sind alle Pflanzen (Phytoplankton) und Tiere (Zooplankton), die passiv im Wasser treiben und höchstens das Auf- und Absteigen selber steuern können. Planktonorganismen sind meistens sehr klein. Quallen können allerdings über einem Meter Durchmesser erreichen. Trotz eigener Schwimmbewegungen kommen sie normalerweise nicht gegen Strömungen an.

Plankton ist einerseits eine wichtige Nahrungsquelle für viele Tiere im Riff. Andererseits sind aber auch die Larven vieler Riffe bewohnender Tiere selbst Bestandteil des Planktons.

Das pflanzliche Plankton (Phyto-Plankton) bildet mit den Kieselalgen und Dinoflagellaten im Meer die Hauptnahrung für zahlreiche andere Wassertiere. Das Phyto-Plankton produziert etwa 50 Prozent des Atemsauerstoffs der Erde.

Die durch das immer größer werdende Ozonloch (Ozonabbau) in der Stratosphäre verstärkte UV-Strahlung führt zum Absterben des Phyto-Plankton. Dadurch wird weniger Kohlendioxid abgebaut, und der Treibhauseffekt verstärkt sich.

Dies hat zur Folge, daß sich die Atmosphäre weiter erwärmt und die Stratosphäre weiter abkühlt; Kälte fördert wiederum den Ozonabbau. Dieser gegenseitig sich verstärkende Kreislauf trägt mit dazu bei, daß selbst bei sofortigem Ende aller ozonschädigenden Emissionen die Regenerierung der Ozonschicht viele Jahrzehnte dauert.

Autor: KATALYSE Institut

Pflanzenkläranlagen

In P. wird Abwasser beim Durchfließen einer bewachsenen Feuchtzone biologisch gereinigt.

Zu den P. zählen z.B. Pflanzenbeete, die Wurzelraumentsorgung, bewachsene Bodenfilter etc. P. stellen zusammen mit Abwasserteichen eine Alternative zu konventionellen Kläranlagen (Abwasserreinigung) dar.

In NRW sind sie zur Abwasserreinigung zugelassen, falls nicht mehr als 50 Einwohner angeschlossen sind (< 8 m3/Tag). P. sind sowohl in Bau- als auch Betriebskosten billiger als konventionelle Kläranlagen, haben aber einen höheren Platzbedarf (2.000 bis 10.000 m2/1.000 Einwohner).

Ein großer Teil der Abbauleistung wird von den im Wurzelbereich der höheren Pflanzen lebenden Mikroorganismen geleistet. In der vegetationslosen Zeit und bei Frost kann die Abbauleistung von P. reduziert sein. Das äußere Erscheinungsbild der P. gleicht in den meisten Fällen einem mit Schilf bestandenen Feuchtgebiet.

Autor: KATALYSE Institut

Ozonierung

Verfahren der Entkeimung von Schwimmbecken- oder Trinkwasser durch Zugabe von Ozon

Sie wird auch in der Abwasserreinigung eingesetzt. Bei der O. kommt es durch die reaktive Wirkung von Ozon zu einer sehr schnellen Inaktivierung von Bakterien und Viren. Durch die O. kann der problematische Einsatz von Chlor bei der Wasserentkeimung reduziert werden.

Im Gegensatz zur Chlorung ist die desinfizierende Wirkung der O. nicht dauerhaft, da Ozon sehr instabil ist und schnell mit organischen Wasserinhaltsstoffen reagiert. Das kann dazu führen, daß bei langen Wasserleitungen ozonfreies Wasser am Zapfhahn ankommt, was zu sekundären Infektionen führen kann. Somit ist eine biologische Nachbehandlung erforderlich.

Trotz höherer Investitions- und Betriebskosten der Ozonerzeugeranlagen ist die O. als umweltfreundlichere Methode der Chlorierung vorzuziehen, da die Entkeimung des Wassers ohne Zusatz von Fremdstoffen geschieht.

Autor: KATALYSE Institut

Ostsee

Die O., eines der am stärksten verschmutzten Meere der Welt, wird von den Anrainerstaaten Schweden, Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Deutschland und Dänemark fast vollständig umschlossen.

Mit nur einer schmalen Öffnung zur Nordsee hin ist die rd. 415.000 km2 große O. halb Binnensee, halb Meer, die schon von den geographischen Bedingungen her über ein empfindlicheres Ökosystem und geringere
Artenvielfalt verfügt als andere Meere. Auch die Selbstreinigungskraft ist erheblich geringer: Der Wasseraustausch in der O. dauert ca. 50-60 Jahre (Nordsee: 1-2 Jahre).

Nur gelegentlich drücken starke Stürme aus der Nordsee, die selbst ein Randmeer ist, größere Mengen frischen Salzwassers in die O., wo es sich in den tiefen Becken sammelt und von leichterem, von Regen und Flüssen angesüßtem O.-Wasser überschichtet wird. Der Sauerstoffaustausch zwischen Oberfläche und Tiefe wird durch die ausgeprägte Schichtung verhindert.

Der Zersetzungsprozeß von abgestorbenen Algen und Plankton sorgt schon auf natürliche Weise für eine Verknappung des Sauerstoffs in der Tiefe.
Menschliche Eingriffe verschärfen die natürlichen Probleme der O. erheblich: Durch Einleitung der Anrainerstaaten (u.a. Gülle, Jauche und Kunstdünger sowie ungeklärte bzw. unzureichend geklärte Abwässer) über die Flüsse und die Luft wird die O. zugleich vergiftet und überdüngt.

Der jährliche Nährstoffeintrag in die O. wird mit 50.000 bis 70.000 t Phosphor und 900.000 bis 1 Mio t Stickstoff (davon 528.000 t über die Flüsse) angegeben. Die Überdüngung führt zu vermehrtem Algenwachstum, das nicht nur andere Arten verdrängt, sondern nach dem Absterben auf den Meeresboden zu einem weiteren Absinken der Sauerstoffkonzentration führt.

In einem Bereich von ca. 100.000 km2 ist der Sauerstoffgehalt bereits auf Werte gesunken, die für Organismen tödlich sind. Allein Schwefelbakterien können in dieser Umgebung überleben und übernehmen die Zersetzung der organischen Stoffe, wobei sie Schwefelwasserstoff (H2S) produzieren.

Weiterer Belastung ist die O. durch Schadstoffeinträge ausgesetzt, u.a. durch Dioxine aus Müllverbrennungs- und Industrieanlagen, durch PCB und durch Schwermetalle wie Blei, Cadmium und Quecksilber (vorwiegend aus Polen und der ehemaligen Sowjetunion).

Große Schadstoffmengen fallen in der Papier- und Zellstoffindustrie an, die in den holzreichen O.-Anrainerstaaten (u.a. Schweden) besonders verbreitet ist: Rd. 200.000 t schwer abbaubare Chlorkohlenstoffverbindungen fließen jährlich in die O.. Auch hochgiftige Altlasten bedrohen sie.

Ca. 300.000 t giftige chemische Kampfstoffe aus deutschen Wehrmachtsbeständen sollen von den Siegermächten nach dem Zweiten Weltkrieg versenkt worden sein und drohen aus den rostenden Behältnissen auszutreten. Unbekannte Mengen radioaktiver Abfälle (Atommüll) sollen von der ehem. Sowjetunion versenkt worden sein, darunter mindestens 15 Reaktoren von Atom-U-Booten.

In einem nur durch einen Erdwall von der O. getrennten See in Estland sollen der schwedischen Strahlenschutzbehörde zufolge 1.000 t Uran, 500 t Thorium und 300 Mrd Becquerel Radium liegen, die aus dem Uranabbau für die Atomwaffenproduktion von 1948 bis 1989 stammen und bereits begonnen haben, die O. zu verseuchen.

O.-Schutzkonferenz: 1974 in Helsinki durch die "Konvention zum Schutz der maritimen Umwelt des O.-Gebietes" gegründet, verpflichtet die O.-Schutzkonferenz ihre Mitglieder, die Zuführung gefährlicher Stoffe in die O. einzuschränken bzw. zu verbieten. Eine Kommission der O.-Schutzkonferenz überwacht die Durchführung und Weiterentwicklung der Ziele der Konvention sowie die Zusammenarbeit mit regionalen und internationalen Organisationen.

Expertengruppen leisten praktische Arbeit vor Ort (z.B. Bekämpfung von Ölverschmutzung). Ergänzend zur Konvention wurde 1988 eine Helsinki-Deklaration verabschiedet, in der sich die Anrainerstaaten auf eine Empfehlung zur Halbierung des Schadstoffeintrags (Stand von 1987) in die O. bis 1995 einigten, die mit Maßnahmen wie Senkung des Bleigehalts im Benzin, Senkung des Nährstoffeintrags aus der Landwirtschaft sowie des Schadstoffeintrags aus Kläranlagen und der Zellstoffindustrie durchgesetzt werden sollen.

Ein 1990 beschlossener Aktionsplan soll diese Beschlüsse konkretisieren und zur Durchführung bringen, wozu eine koordinierende Arbeitsgruppe eingesetzt wurde, damit mit den wichtigsten Maßnahmen zum Schutz der O. spätestens 1993 begonnen werden kann.

Autor: KATALYSE Institut

Grillreiniger

Backofen- und Grillreiniger

Autor: KATALYSE Institut

Grobstaub

Staub mit einer Teilchengröße größer als 10 mycrom.

Umweltgefährdung durch G.: Staub

Autor: KATALYSE Institut

Grundreiniger

Aggressiver Spezialreiniger für Fußböden, zur Entfernung stark haftender, angeschmutzter Pflegefilme (Bodenbehandlungsmittel).

G. enthalten üblicherweise vor allem Tenside, Alkalien (Natriumhydroxid, Ammoniak oder organische Amine), Lösemittel (Butylglykol oder Glykolether) sowie Komplexbildner (z.B. Phosphate und EDTA) und stellen auch wegen ihrer konzentrierten Anwendung eine erhebliche Abwasserbelastung dar. Sie sollten grundsätzlich vermieden werden, was durch Anwendung von Seifenreinigern (Allzweckreiniger) ohne weiteres umzusetzen ist.

Autor: KATALYSE Institut

Glasreiniger

G. sind Spezialreinigungsmittel für glatte Oberflächen, insbesondere Fenster-Glas und Spiegel.

Um auf solchen Materialien keine leicht sichtbaren Rückstände zu hinterlassen, sind die wesentlichen Inhaltsstoffe flüchtig, bzw. trocknen. In der Regel bestehen G. aus sehr viel Wasser und organischen Lösemitteln (Alkoholen und Glykolethern) sowie geringen Mengen an Tensiden.

Häufig werden entweder flüchtige organische Säuren (Essigsäure) oder die Base Salmiakgeist (Ammoniaklösung) zugesetzt. Üblicherweise sind G. darüber hinaus gefärbt und parfümiert.

Unter Umweltgesichtspunkten sollte auf Salmiakgeist verzichtet werden (Ammoniumbelastung (Ammoniak) des Abwassers). Grundsätzliche Vorsicht ist auch beim Gebrauch von Lösemitteln, insb. Glykohlethern, angeraten.

Insgesamt sind G. als verzichtbare Spezialprodukte einzustufen. Beim Gebrauch von Fensterwischern reichen geringe Mengen eines Spülmittels oder Alkoholreinigers (Allzweckreiniger) im Reinigungswasser.

Autor: KATALYSE Institut

Glühbirnen

ZUSAMMENFASSUNG

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Autor: KATALYSE Institut

Glühstrümpfe

(Camping-)Gaslampen verwenden Glühstrümpfe, um eine hohe Lichtausbeute der Gasflamme zu erhalten. Für das helle, weiße Licht solcher Lampen war früher das radioaktive Thoriumoxid verantwortlich, das sich in den Glühstrümpfen befindet. Heute werden in Glühstrümpfen keine radioaktiven Substanzen mehr eingesetzt.

Thorium ist von Natur aus radioaktiv (natürliche
Strahlenbelastung, Radioaktivität). Zur Erzeugung einer hohen Leuchtkraft der Glühstrümpfe waren früher im Mittel 330 Milligramm Thoriumoxid (Th-nat) enthalten. Dies entspricht einer Gesamtaktivität von etwa 1.300 Becquerel. Natürlich vorkommendes Thorium besteht fast ausschließlich aus dem Isotop Thorium-232, das als Anfangsglied der Thorium-Zerfallsreihe mit einer Halbwertszeit von 13,9 Milliarden Jahren unter Aussendung von Alpha-Strahlen zerfällt.

Gesundheitlich bedenklich war vor allem der herabgefallene, radioaktive Staub beim Wechseln der Glühstrümpfe. Bei leichtfertiger Vorgehensweise beim Glühstrümpfe-Wechsel konnten bis zu 20 Bq (Becquerel) Thorium über die Lungen aufgenommen werden, was beim Erwachsenen zu einer Lungendosis von bis zu 10 mSv (
Strahlenbelastung) führte.

Eine Alternative zu Thorium-haltigen Glühstrümpfe stellen Glühstrümpfe auf Yttrium-Basis dar. Das nichtradioaktive Edelmetall zeigt nur bei größeren Belastungen durch Yttrium-Staub Reizungen der Atemwege, Augen und Haut. Bei den kleinen Mengen, die aus Glühstrümpfe freigesetzt werden können, sind gesundheitliche Beeinträchtigungen kaum zu erwarten.

In der Leuchtkraft kommt Ytrrium nicht ganz an Thorium heran. Dafür haben Yttrium-Glühstrümpfe neben der Strahlungsfreiheit die Vorteile: geringeres Zerbröseln, höhere Unempfindlichkeit bei Erschütterungen und längere Haltbarkeit.

Autor: KATALYSE Institut

Glykol

Ethylenglykol

Autor: KATALYSE Institut

Giessfieber

Metalldampffieber.

Durch Einatmen von feinem Metallrauch (Metalle), besonders von Zinkrauch (Zink) bei Messingguß, aber auch von anderen Nichteisenmetallen, kann es zu vorübergehendem Fieberanstieg mit allgemeinem Krankheitsgefühl und Reizungen der Atemwege kommen.

Autor: KATALYSE Institut

Giftnotrufzentralen

Bei Vergiftungsfällen sind in jedem Fall fachkundige Auskünfte einzuholen.

Je schneller die richtige Hilfeleistung erfolgt, um so geringer ist die Giftwirkung. Fast alle G. erteilen rund um die Uhr Auskünfte zur Ersten Hilfe oder schlagen eine Einweisung in die Klinik vor. Zur richtigen Beurteilung des Vergiftungsfalls benötigen die G. Antworten auf die vier "W"-Fragen: Welches Gift wurde eingenommen, wann wurde es eingenommen, wieviel davon und von wem (Kind oder Erwachsener, evt. Alter und Gewicht)?

Autor: KATALYSE Institut

Giftung

Im Organismus werden Fremdsubstanzen umgewandelt.

I.d.R. entstehen bei dieser Biotransformation ungiftigere Abbauprodukte (Metabolite). Umgekehrt kann aber auch durch G. aus einer ungiftigen Substanz eine giftige gebildet werden. Beispiele dafür sind die im Organismus ablaufenden Reaktionen von z.B. Parathion (E 605, zunächst ungiftig) zu Paraxon (im menschlichen Körper ein starkes Gift), Methanol über Formaldehyd zu Ameisensäure.

Autor: KATALYSE Institut

Gips

G. dient zur Herstellung von Putz, Stuck und Spachtelmassen, G.-Karton, G.-Faserplatten und G.-Bausteinen.

Natur-G. wird aus natürlich vorkommendem G.-Stein (Calciumsulfat) durch Brennen gewonnen. Industriegips wird aus Nebenprodukten der chemischen Industrie hergestellt. Bei der Rauchgasentschwefelung entsteht REA-Gips.. Der Einsatz von REA-G. hilft knappen Deponieraum (Deponie) einsparen.

G. kann eine erhöhte Radioaktivität aufweisen, wobei Natur- und gereinigter G. aus Steinkohlekraftwerken ähnlich zu bewerten sind. G. aus sonstiger industrieller Produktion kann stark erhöhte Werte aufweisen. Bei Fertigprodukten werden dem G. Füllstoffe (Sand, Perlite) und Stellmittel (beeinflussen Konsistenz, Haftung und Versteifungszeit) beigefügt.

Da deren Inhaltsstoffe nicht bekannt sind, sollten diese Fertig-G. vermieden werden. Statt dessen sollte man Stuck- und Putz-G. verwenden, da sie ohne Zusätze sind. G. ist dampfdurchlässig (gutes Raumklima) und nicht beständig gegen Feuchtigkeit (kann daher nur als Innenputz, hier aber nicht für Feuchträume verwendet werden).

  • G.-Kartonplatten werden laut Angaben einiger Hersteller aus Natur-G. aber auch aus Industrie-G. hergestellt.Sie bestehen aus einem G.-Kern und sind beidseitig mit einem Spezialkarton kaschiert.
  • Poren-G.-Platten, die leichter und wärmedämmender durch den Zusatz von Luftporen sind, jedoch wegen der Luftporenbildung durch Tenside zu Hautreizungen führen können,
  • G.-Faserplatten, aus G., Zellulosefasern und Kaliumsiliconat als Feuchtigkeitsschutz.
    Gegenüber dem Verputzen wird hier wesentlich weniger Wasser in den Bau eingebracht (geringere Beeinträchtigung des Raumklimas).

Feuchtraumplatten sind feuchtebeständig imprägniert. Da keine Angaben der Hersteller zu den Imprägniermitteln vorliegen, ist keine Empfehlung möglich. Feuerschutzplatten haben einen durch Glasseidengewebe verstärkten G.-Kern. G. kann als Ersatz des Formaldehydharzes in Spanplatten verwendet werden.

Damit könnte ca. 1 Mio t G. aus Rauchgasentschwefelungsanlagen verwendet werden, um Spanplatten herzustellen, die kein Formaldehyd freisetzen und darüber hinaus ohne den Einsatz von Flammschutzmitteln nicht brennbar sind. Eine erste Fabrik zur Herstellung dieser umweltfreundlichen Spanplatte entstand 1986 in Finnland.

Lit.: S.Schnaase: Handbuch für den praktischen Baubiologen, Prien 1991

Autor: KATALYSE Institut

Glasfasern

Mineralwolle

Autor: KATALYSE Institut

Gewerbeaufsichtsamt

Staatliche technische Fachbehörde mit, meist organisatorisch getrennten, Zuständigkeitsbereichen für Arbeits- und Umweltschutz, vor allem Immissionsschutz (Bundesimmissionsschutzgesetz, Störfallverordnung).

Hier liegt der Schwerpunkt auf der Anlagenüberwachung (Begehungen, Kontrollen, Messungen, Umsetzung von verschärften oder neu geschaffenen Umweltvorschriften) sowie bei der technischen Begutachtung neuer Projekte (Genehmigungsverfahren). G. haben ein außerordentlich breit gefächertes und anspruchsvolles Aufgabenspektrum. Zum Kernbereich des Immissionsschutzes gehören der Vollzug des Bundes-Immissionsschutzgesetzes mit seinen derzeit 17 Verordnungen, darunter die Störfall-Verordnung, die Großfeuerungsanlagen- und die Gefahrstoffverordnung, Genehmigungsverfahren nach 4 und 15 BImSchG, Emissionsüberwachung, Überwachung von Anlagenstillegungen, Smog-Warndienst, Ausarbeitung von Emissionsminderungsplänen (z.B. für Dioxine aus Müllverbrennungsanlagen, Aufklärung der Bevölkerung über den Betrieb von Kleinfeuerungen, Baumaschinen, Rasenmähern, Kettensägen sowie Beratung der Wirtschaft über die geltenden finanziellen Immissionsschutzförderprogramme usw. Seit neuerem gehört auch die Aufgabe der "Abfallerzeugungsüberwachung" zu den Aufgaben der G.. In ihrer Funktion als Ordnungsbehörde können die G. Stillegung, Nachrüstung und Sanierung von Anlagen selbständig verfügen.

Autor: KATALYSE Institut