Gips

G. dient zur Herstellung von Putz, Stuck und Spachtelmassen, G.-Karton, G.-Faserplatten und G.-Bausteinen.

Natur-G. wird aus natürlich vorkommendem G.-Stein (Calciumsulfat) durch Brennen gewonnen. Industriegips wird aus Nebenprodukten der chemischen Industrie hergestellt. Bei der Rauchgasentschwefelung entsteht REA-Gips.. Der Einsatz von REA-G. hilft knappen Deponieraum (Deponie) einsparen.

G. kann eine erhöhte Radioaktivität aufweisen, wobei Natur- und gereinigter G. aus Steinkohlekraftwerken ähnlich zu bewerten sind. G. aus sonstiger industrieller Produktion kann stark erhöhte Werte aufweisen. Bei Fertigprodukten werden dem G. Füllstoffe (Sand, Perlite) und Stellmittel (beeinflussen Konsistenz, Haftung und Versteifungszeit) beigefügt.

Da deren Inhaltsstoffe nicht bekannt sind, sollten diese Fertig-G. vermieden werden. Statt dessen sollte man Stuck- und Putz-G. verwenden, da sie ohne Zusätze sind. G. ist dampfdurchlässig (gutes Raumklima) und nicht beständig gegen Feuchtigkeit (kann daher nur als Innenputz, hier aber nicht für Feuchträume verwendet werden).

  • G.-Kartonplatten werden laut Angaben einiger Hersteller aus Natur-G. aber auch aus Industrie-G. hergestellt.Sie bestehen aus einem G.-Kern und sind beidseitig mit einem Spezialkarton kaschiert.
  • Poren-G.-Platten, die leichter und wärmedämmender durch den Zusatz von Luftporen sind, jedoch wegen der Luftporenbildung durch Tenside zu Hautreizungen führen können,
  • G.-Faserplatten, aus G., Zellulosefasern und Kaliumsiliconat als Feuchtigkeitsschutz.
    Gegenüber dem Verputzen wird hier wesentlich weniger Wasser in den Bau eingebracht (geringere Beeinträchtigung des Raumklimas).

Feuchtraumplatten sind feuchtebeständig imprägniert. Da keine Angaben der Hersteller zu den Imprägniermitteln vorliegen, ist keine Empfehlung möglich. Feuerschutzplatten haben einen durch Glasseidengewebe verstärkten G.-Kern. G. kann als Ersatz des Formaldehydharzes in Spanplatten verwendet werden.

Damit könnte ca. 1 Mio t G. aus Rauchgasentschwefelungsanlagen verwendet werden, um Spanplatten herzustellen, die kein Formaldehyd freisetzen und darüber hinaus ohne den Einsatz von Flammschutzmitteln nicht brennbar sind. Eine erste Fabrik zur Herstellung dieser umweltfreundlichen Spanplatte entstand 1986 in Finnland.

Lit.: S.Schnaase: Handbuch für den praktischen Baubiologen, Prien 1991

Autor: KATALYSE Institut

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