Tropenholz

Tropenholz ist das Holz, das in den Tropen im sog. Regenwald wächst und eingeschlagen wird.

Deutschland gehört zu den Hauptimportländern von Tropenholz. Einsatzgebiete sind u.a.: Möbel, Innenausbau, Fenster, Garten- und Wasserbau. Im Gegensatz zur deutschen Forstwirtschaft wird in den Tropenländern i.d.R. keine Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft bzw. im Holzeinschlag, sondern Raubbau am Wald betrieben. Da die Regenwald-Zerstörung, die eng mit dem Export von Tropenholz verknüpft ist, zu den größten Umweltkatastrophen überhaupt zählt, rufen verschiedene Umweltorganisationen seit Jahren zum Boykott von Tropenholz auf. Tropenholz kann in fast allen Anwendungen ohne größere Probleme durch geeignetes europäisches Holz ersetzt werden.

Autor: KATALYSE Institut

Trogbauweise

Die T. ist eine Form der Lärmschutzbauten. Hierbei handelt es sich um Straßen in Tieflage.

Im Gegensatz zu Einschnitten, die an den Seiten abgeböscht sind, bildet bei der T. die Straße mit den senkrechten Wänden an der Seite einen Trog. Die Schutzwirkung der T. wird häufig überschätzt, da zwischen den schallharten Stützmauern Mehrfachreflexionen auftreten, die die Schirmwirkung teilweise wieder aufheben oder im Extremfall die Schallwellen auf einen bestimmten Punkt konzentrieren können.

Autor: KATALYSE Institut

Trockenmauerwerk

T. besteht aus versetzt aufgeschichteten natürlichen oder künstlichen Steinen, die unvermörtelt bleiben.

Die Erstellung von Naturstein-T. z.B. für Gartenmauern und Weinbergterrassen ist eine fast ausgestorbene Kunst, die sehr viel handwerkliches Können und Augenmaß erfordert. Dagegen wird T. aus künstlichen Steinen neuerdings vermehrt im Wohnungsbau eingesetzt. Viele Steinhersteller bieten heute speziell angefertige Steinformate an, die unvermörtelt versetzt werden können. Diese sind besonders passgenau gearbeitet und sind an der Stoßfuge so geformt, dass sie verzahnt gesetzt werden können.
Eine Zwischenstufe zwischen Mauerwerk und T. bilden die Steinarten, bei denen nur die Lagerfuge (horizontale Steinauflage), nicht aber die Stoßfuge vermörtelt wird. T. bzw. Mauerwerk mit unvermörtelter Stoßfuge aus gut wärmedämmenden Steinen wie Leichtbetonsteinen oder Porenbetonstein besitzt einen geringeren k-Wert als vermörteltes Mauerwerk und ist schneller und damit kostengünstiger herzustellen.
Inzwischen experimentiert man auch damit, die Lagerfugen unvermörtelt zu belassen. Das heute schon praktizierte Verkleben ist ein Zwischenschritt zwischen Mörtel- und Trockenfuge. Der Nachteil ist, dass beim anschließenden Verputzen die Wand rißanfällig wird und wegen der fehlenden Dämpfungswirkung in der Fuge, die Wand den Schall gut weiterleitet.

siehe auch: Bauphysik, Kalksandstein, Ziegel, Steinen

Autor: KATALYSE Institut

Trittschall

Schall, der beim Begehen und ähnlicher Anregung einer Decke als Körperschall entsteht und z.T. als Luftschall in einen darunterliegenden oder benachbarten Raum abgestrahlt wird.

Zur Verhinderung bzw. Herabsetzung der Schallübertragung sind heute schwimmende Estriche üblich. Aber auch weichfedernde Gehbeläge, v.a. Teppiche, sind wirkungsvoll.

siehe auch: Schalldämmung

Autor: KATALYSE Institut

Transparente Wärmedämmung

Unter T. fasst man Materialien zusammen, die gleichzeitig eine hohe Energiedurchlässigkeit für Sonnenstrahlung und gute Wärmedämmeigenschaften (Wärmedämmung) aufweisen.

T. wird bei Häusern außen vor das Mauerwerk aufgebracht. Die Sonnenstrahlung durchdringt die T. und wird an der Wandoberfläche des Mauerwerks in Wärme umgewandelt. Bedingt durch den Wärmewiderstand von T. geht der Großteil der gewonnenen Wärme durch das Mauerwerk nach innen und wird als Strahlungswärme an den Raum abgegeben. Die Mauer dient gleichzeitig als Wärmespeicher und bestimmt - in Abhängigkeit von Material und Dicke - die Zeitverzögerung beim Wärmetransport in das Gebäudeinnere.
Zur Gebäudeheizung mit T. sind nur Häuser mit massiven Außenwänden geeignet. Je nach Ausrichtung, Wandaufbau und Dimensionierung von T. ist ein Energiegewinn von 100-200 kWh/m2 und Heizperiode erreichbar (passive Solarenergienutzung, Solararchitektur). So kann mit ergänzenden Maßnahmen der Heizenergieverbrauch um bis zu 80% gesenkt werden.
Um im Sommer Überhitzungen zu vermeiden, ist ein temporärer Wärmeschutz (z.B. Rollos) erforderlich, der vollautomatisch vor die T. gefahren wird. Für T. kommen sowohl verschiedene Materialien wie auch verschiedene Strukturen in Frage, wie z.B. Kapillar- oder Wabenmaterial, Aerogelgranulat oder Acrylglasschaum (Acrylatharz).
Die bislang in Demonstrationsobjekten realisierten Fassaden mit T. sind Prototypen, eine bewährte Standardlösung ist noch nicht gefunden. Standardisiert und preisgünstig könnte T. eine entscheidende Rolle im zukünftigen Häuserbau spielen.

siehe auch: Niedrigenergiehaus

Autor: KATALYSE Institut

Träger öffentlicher Belange

Nach §4, Absatz 1 Baugesetzbuch (BauGB) sind die T. bei der Bauleitplanung zu beteiligen.

T. sind zuvorderst, aber nicht notwendigerweise Behörden und benachbarte Gemeinden. Durch die in §1, Absatz 4 und 5 BauGB genannten, bei der Bauleitplanung zu berücksichtigenden Ziele kann der Kreis der T. sachlich abgegrenzt werden. Auch haben die Länder insofern Verwaltungsvorschriften erlassen. Keine T. sind grundsätzlich Vereine oder sonstige Organisationen. Es ist den Gemeinden allerdings nicht verwehrt, diese zu beteiligen.

Autor: KATALYSE Institut

Torf

T. ist der Sammelbegriff für im Wasser zersetztes pflanzliches Material.

T. besitzt eine faserige bis bröckelige Struktur und enthält in frischem Zustand 75-90% Wasser ist eine Verbindung von zwei Wasserstoff- und einem Sauerstoffatom. Die Bezeichnung Wasser wird v.a. für den flüssigen Aggregatzustand verwendet, im festen, also gefrorenen Zustand wird es Eis genannt, im gasförmigen Zustand Wasserdampf Wasser bedeckt rund 2/3 der Erdoberfläche und befindet sich in einem ständigen Kreislauf.Wasser. In früheren Erdzeitaltern stellte T. in Mooren die erste Stufe der Umwandlung zu Kohle dar. Unter weitergehendem Ausschluß von Sauerstoff und bei

einem niedrigen pH-Wert ist der mikrobielle Abbau der abgestorbenen Pflanzenteile gehemmt - ein Inkohlungsprozeß, der zur T.-Bildung führt, beginnt. Heute findet man T. in Moorgebieten in Schichten, die einige Meter dick sind und jährlich ca. 1 mm wachsen. Moore entstehen in Feuchtgebieten (Moor).
Durch landwirtschaftliche Nutzung (Niedermoore), T.-Abbau (Hochmoore) und Trockenlegung sind in den letzten 100 Jahren über 90% der ehemaligen Moorgebiete in Westdeutschland zerstört worden. Entsprechend sind heute zahlreiche Moortiere und -pflanzen vom Aussterben bedroht (Artensterben). Hierzu zählen u.a. die T.-Moose der Hochmoore und über 50% der in Mooren brütenden Vogelarten.
Jährlich werden 400-1.000 ha Hochmoorfläche, dies entspricht 13 Mio m3 T., abgetorft. 90% der abbauwürdigen T.-Vorräte in Westdeutschland liegen in Niedersachsen (Moor). Bei gleichbleibendem Verbrauch wird der Weiß-T. in 30-40 Jahren, der Schwarz-T. in ca. 150 Jahren aufgebraucht und damit auch die letzten Moore und mit ihnen zahlreiche im Moor heimische Tiere und Pflanzen verschwunden sein. Europa: Große Mengen T. werden im östlichen Europa und in der Sowjetunion abgebaut und exportiert.
T. findet zu 90% im Gartenbau (T.-Mull), zur Herstellung von Aktivkohle (T.-Koks) und z.T. noch als Brennstoff Verwendung. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung ist T. zudem zur Bodenverbesserung wenig geeignet, da er nährstoffarm ist, sich in Sandböden zersetzt, in schlecht durchlüfteten Böden verkohlt und durch seinen hohen Säuregehalt nachteilig auf den Boden wirken kann. Alternativen sind Rindenmulch und Rindenhumus (Baumrindenabfälle aus der Holzindustrie).

siehe auch: Melioration, Organische Böden, Kompostierung

Autor: KATALYSE Institut

Terpentinöl

Terpentinöl besteht überwiegend aus Terpenen der Formel C10H16. Terpentin zählt zu den mehr als 8.000 Terpenen und ist gut löslich und wird daher sind farben- und Lackindustie eingesetzt wird.

Terpentinöl wird durch Destillation des Harzausflusses von Kiefern gewonnen und wird heute wegen seines hohen Preises praktisch nur noch als Lösemittel in Lacken von Naturfarbenherstellern verwendet.

Es reizt Augen und Haut sowie die Schleimhäute der Atmungsorgane, außerdem kann es bei höheren Konzentrationen an Delta-3-Caren sensibilisierend wirken.
Terpentinöl verschiedener Kieferarten hat unterschiedliche eine Zusammensetzung, hauptsächlich aus Alpha- und Beta-Pinen bestehend. Terpentinöl alpiner Nadelhölzer ist in der österreichischen Kosmetik-Verordnung aufgeführt.

Autor: KATALYSE Institut

Teppichböden

T. sind textile Bodenbeläge, die sich aus der Nutzschicht, dem Trägermaterial und einer Rückenbeschichtung zusammensetzen.

In den letzten Jahren nahm der Marktanteil textiler Bodenbeläge immer mehr zu. T. können aus Naturfasern (Schurwolle, Ziegenhaar, Kokos, Sisal) oder Chemiefasern (Polyamid 6, Polyacryl, Polyester u.a.) bestehen. T. werden mit folgenden Zusatzausrüstungen behandelt: chemische Antistatika, Antisoiling-Präparate, Mottenschutzmittel, antimikrobielle Ausrüstung u.a. Die Rückenbeschichtung besteht aus geschäumtem oder ungeschäumtem PVC, Synthese-Latex, Natur-Latex oder Polyurethan.
Raumluftbelastungen (Raumklima) entstehen v.a. durch Ausgasungen aus der Rückenbeschichtung. Bei Laboruntersuchungen wurden Substanzen wie z.B. 4-Phenylcyclohexen, Ethylbenzol, Xylol, Trichlormethan u.a. gemessen. T. ohne Rückenbeschichtung hatten hingegen kaum Ausgasungen. T. werden i.d.R. vollflächig mit dem Untergrund verklebt. Aus den verwendeten Klebstoffen können gesundheitsgefährdende Stoffe ausgasen, weswegen T. vielfach wieder nach alter Methode verspannt werden.

Autor: KATALYSE Institut

Tausend-Dächer-Programm

Programm des Bundesforschungsministeriums (BMFT) zur Förderung von Photovoltaik-Anlagen (Solarzellen).

Das T. startete am 22.9.90 und soll Ende 1992 auslaufen.
Gefördert werden Photovoltaikanlagen von 1 bis maximal 5 kW Spitzenleistung, die im Netzverbund (Solarzelle) betrieben werden. Das BMFT zahlt einen Zuschuß in Höhe von 50%, die Bundesländer i.d.R. weitere 20%. Die Zuschüsse beziehen sich auf tatsächliche Kosten bis zu einer maximal förderfähigen Summe von 27.000 DM. Insgesamt sollen 2.250 Anlagen gefördert werden. Anfang 1992 lagen 30.000 Anfragen und 2.000 formelle Anträge vor.
Kritisiert wurden am T.: Die Fördermittel hätten erheblich effektiver für solare Warmwasserversorgung (Sonnenkollektoren) eingesetzt werden können, die in Deutschland die mit Abstand sinnvollste Nutzung der Solarenergie darstellt.
Ein weiterer Kritikpunkt war, dass ausschließlich Solarzellen aus deutscher Produktion förderungsfähig waren, wodurch sich das T. als Subventionsprogramm für AEG, Nukem und Siemens entpuppte. Diese Firmen hatten vor Inkrafttreten des T. ihre Preise deutlich angehoben. Seit 1992 gilt das T. auch für Hersteller aus anderen EG-Ländern.

Autor: KATALYSE Institut

Tapeten

T. sind Wandbeläge aus unterschiedlichen Materialien wie z.B. Papier, Kunststoffe, Kunstfaser, Naturfasern oder Metallfolien.

Durch T. mit einem hohen Kunststoffanteil wird die Wasserdampfdiffussionsfähigkeit (Diffusionswiderstand) der Wand beeinträchtigt; am wenigsten durch Papier-T. und am meisten durch Vinyl-T. Zur Erhöhung der Nassreißfestigkeit werden viele T. mit Kunstharzen hergestellt.
Durch T. kann das Raumklima nachteilig beeinflusst werden, z.B. Staubbildung, Ausgasungen chemischer Stoffe, Freisetzung von Weichmachern auf der T.-Oberfläche (bei Vinyl-T.), Schimmelpilzwachstum und Bakterien.

Autor: KATALYSE Institut

Tageslichtnutzung

Tageslicht ist der sichtbare Teil der Globalstrahlung im Wellenlängenbereich von 380-780 nm (Elektromagnetische Strahlung).

Optimierte T. wird eingesetzt, um in überwiegend tagsüber genutzten Gebäuden den Einsatz an künstlicher Beleuchtung (Licht, Strom) zu reduzieren. Es handelt sich hierbei nicht um eine technische Applikation, die jederzeit zu einem bestehenden Gebäudesystem addiert werden kann, sondern um einen integralen Entwurfsbestandteil aus dem Aufgabengebiet des Architekten. Das Ziel der T. ist eine gleichmäßigere Verteilung des Tageslichtes im Raum verbunden mit einer Anhebung der Tageslichtmenge in der Raumtiefe.
Konventionelle Seitenfenster in Fassaden bewirken eine hohe Lichtmenge in der Nähe des Fensters und sehr wenig natürliches Licht in der Raumtiefe. Verbesserungen dieser schlechten Lichtverteilung bieten folgende Maßnahmen: Zweiseitige Beleuchtung des Raumes, Heranziehen der Flachdachflächen zur Belichtung der oberen Geschosse eines Gebäudes und lichtlenkende Maßnahmen im Fensterbereich, die gleichzeitig Sonnenschutzfunktionen übernehmen (Lichtlenkung).
Gleichzeitig erfordert die optimierte T. Maßnahmen zur gezielten Steuerung der künstlichen Beleuchtung in Abhängigkeit der vorhandenen Tageslichtmenge an einem bestimmten Punkt im Raum. T. in Kombination mit tageslichtabhängiger Steuerung der künstlichen Beleuchtung kann bis zu 50% die Betriebskosten für die künstliche Beleuchtung reduzieren bei gleichzeitiger Verbesserung der Arbeitsplatzqualität.

siehe auch: Gesundheitliche Auswirkungen: Licht

Autor: KATALYSE Institut

Tabakrauch

Das Rauchen von Tabakwaren stellt nicht nur für den Rauchenden eine große Gesundheitsgefährdung dar, sondern erfüllt durch den Zwang zum Passivrauchen in Innenräumen den Tatbestand einer langfristigen Körperverletzung.

Tabak ist ein Gemisch von Gasen und Aerosolen mit mehreren tausend Substanzen, von denen bisher einige hundert identifiziert wurden. Toxikologisch wichtige Bestandteile von Zigarettenrauch sind u.a. Kohlenwasserstoffe, Alkohole (auch Methanol), Phenole, Nikotin, Nitrosamine, Kohlenmonoxid, Ammoniak, Stickoxide, Blausäure, Schwefelwasserstoff, polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe, Dioxine, Schwermetalle (z.B. Cadmium, Arsen, Chrom u.a.), Formaldehyd, radioaktives Polonium. Nikotin ist in einer Dosis von ca. 50 Milligramm tödlich, Tabakwaren dürfen daher nicht in den Mund von Kindern gelangen!
Beim Rauchen gelangt das Nikotin in die Blutbahn und reizt das Nervensystem (Nikotin). Es kommt zu einer Beeinflussung von Herz, Magen, und anderen Körperteilen. In den Industrienationen stirbt jeder fünfte Mensch vorzeitig an den Folgen des Rauchens. Das Leben dieser Tabakopfer wird im Schnitt um 15 Jahre verkürzt. Neben dem Lungenkrebs stehen bösartige Geschwülste der Lippen, Mundhöhle, Zunge, des Kehlkopfes, der Speiseröhre und Harnblase, der Niere und der Bauchspeicheldrüse im Vordergrund, hinzu kommen Gefäßerkrankungen und chronische Bronchitis. Wird das Rauchen eingestellt, vermindert sich das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, erheblich.
Die gesundheitsschädigende Wirkung des Passivrauchens ist heute unumstritten. Der Nebenstrom des Rauches (den der Passivraucher einatmet) enthält 10-20mal höhere Konzentrationen krebserzeugender Nitrosamine und ein Mehrfaches an krebserzeugendem Benzo[a]pyren als der Hauptstrom, den der Raucher inhaliert. Angehörige der Gaststättenberufe erkranken häufiger an Bronchialkrebs als die übrige Bevölkerung.
Besonders rücksichtslos ist das Rauchen bei Schwangeren, denn das heranwachsende Kind raucht mit. Raucherinnen haben doppelt so häufig Frühgeburten, und die Geburtsgewichte der Säuglinge sind deutlich niedriger. Die geistige Entwicklung von Kindern starker Raucherinnen ist häufig beeinträchtigt. Die Missbildungsrate steigt nicht nur als Folge des Rauchens der Mutter, sondern auch des Vaters an. Rauchen ist die mit Abstand stärkste bekannte krankheitserregende Ursache.
Nicht zuletzt ist auch der durch Raucher angerichtete volkswirtschaftliche Schaden (Klinikbehandlung) erheblich. Das Recht des Nichtrauchers auf körperliche Unversehrtheit muss Vorrang haben vor dem Recht des Rauchers auf den Genuss seines Suchtmittels. Ein Rauchverbot überall dort, wo Nichtraucher von Rauchern zum Mitrauchen gezwungen werden, ist daher eine dringende Gesundheitsschutzmaßnahme.
Einschneidende Maßnahmen gegen die Gesundheitsgefährdung durch Passivrauchen scheitern meist am Einfluss der Tabak-Lobby. Die Mitarbeiterzahl in der Tabakindustrie ist seit 1960 auf rund ein Siebtel der ursprünglichen Zahl gesunken, die Zigarettenproduktion konnte aber verdreifacht werden. 1999 produzierten 31 tabakverarbeitende Unternehmen in Deutschland 204,631 Milliarden Zigaretten.

Autor: KATALYSE Institut

Zellstoffbleiche

Um das in Holz vorkommende Lignin zu entfernen und so einen höheren Weißgrad zu erreichen, wird die Z. eingesetzt, die meist in Form einer Vor- und einer Nachbleiche erfolgt.

Zum Auswaschen des Lignins liegen zwischen den einzelnen Bleichstufen die Extraktionsstufen. Man unterteilt in die ligninentfernende Bleiche (Lignin), die mit oxidierenden Substanzen arbeitet (z.B. Elementarchlor (Chlor), Hypochlorit, Chlordioxid, Peroxid, Sauerstoff) und die ligninverändernde Bleiche, bei der sowohl oxidierende als auch reduzierende Substanzen eingesetzt werden (z.B. Dithionit, Wasserstoffperoxid, Sauerstoff). Es gibt sehr unterschiedliche Z.-Verfahren, die eingesetzt werden können.

  • 1. Chlorbleiche: Sie erfolgt in fünf Bleichstufen, die Vorbleiche geschieht mit Elementarchlor oder Chlordioxid, die Nachbleiche meist mit Chlordioxid.
    Das aus der Chlorbleiche stammende Chlor stellt einen Großteil der weltweiten Gewässer- und Nahrungsbelastung dar ( Gewässerbelastung ). Im sog. Bleichturm verbindet es sich mit Holzbestandteilen zu chlorierten Kohlenwasserstoffen (CKW) oder Dioxinen (Dioxine und Furane). Weder chemische noch biologische Reinigungsstufen ( Abwasserreinigung ) können die giftigen CKW abbauen, im geschlossenen Kreislauf reichern sie sich an und belasten so das System und den produzierten Zellstoff immer stärker. Ist kein geschlossener Kreislauf vorhanden, gelangen 80% der entstehenden Dioxine und
    Furane über Abwässer und Schlämme in die Umwelt.
    Die entstehenden AOX-Belastungen liegen bei fehlender Abwasserreinigung bei 8-10 kg/t Zellstoff. In der Werbung werden Papiere z.T. als "elementarchlorfrei gebleicht" angepriesen. Diese irreführende Bezeichnung besagt aber nur, daß das Papier mit Chlordioxid statt mit elementarem Chlor gebleicht ist. Es handelt sich also doch um eine
    Chlorbleiche.
  • 2. Sauerstoffbleiche oder chlorarme Bleiche: Werden in 3 statt 5 Bleichstufen vollzogen, es gibt 2 Extraktionsstufen, davon eine mit Sauerstoff, die Vorbleiche geschieht mit Sauerstoff, die Nachbleiche aus Qualitäts- und Kostengründen unter Einsatz von Chlordioxid oder Hypochlorit.
    Bei der Sauerstoffbleiche oder chlorarmen Bleiche liegen die AOX-Belastungen der Abwässer bei 1,5-4 kg/t Zellstoff. Da die gesetzlichen Anforderungen entsprechend hoch angesetzt sind, müssen alle westdeutschen Zellstoffwerke mittlerweile auf diese Art der Bleiche umstellen.
  • 3. Chlorfreie Bleiche: Die Vorbleiche ist sauerstoffverstärkt, die Nachbleiche wird mit Peroxid vollzogen.
    Einige der in Deutschland angesiedelten Zellstoffwerke bleichen Zellstoff mit diesem Verfahren bereits absolut chlorfrei. Dabei darf man aber nicht vergessen, daß die chlorfrei gebleichten Papiere ebensoviel Energie benötigen wie chlorgebleichtes Papier. Auch der Wasserverbrauch ist etwa identisch und somit doppelt so hoch wie beim Recyclingpapier.

Siehe auch: Holz, Lignin, Papier

Autor: KATALYSE Institut

Wirbelschichtfeuerung

W. ist eine Feuerungstechnik zur Strom- und Wärmegewinnung, bei der fein gemahlene Kohle in einem Wirbelbett schwebend verbrannt wird.

Stationäre atmosphärische W.: Durch eingeblasene Luft wird eine Wirbelschicht aus Kohle, Asche und Kalk erzeugt. Das bei der Verbrennung entstehende Schwefeldioxid wird durch die basischen Bestandteile der Asche und den Kalk zu unschädlichem Gips umgesetzt.
Hierdurch wird eine kostengünstige Schwefeldioxidrückhaltung von über 90% erzielt, wodurch gerade bei kleinen Anlagen auf eine aufwendige und teure Rauchgasentschwefelungsanlage verzichtet werden kann.
Die W. ermöglicht ferner niedrige Feuerraumtemperaturen von 750-900 Grad C (normales Kraftwerk: 1.100-1.200 Grad C) und eine gestufte Verbrennungsführung, so daß bei der Verbrennung vergleichsweise wenig Stickoxide entstehen (Stickoxidminderung).

Die zirkulierende W. unterscheidet sich von der stationären W. durch die höhere Geschwindigkeit der eingeblasenen Verbrennungsluft. Die Kohle-, Asche- und Kalkteilchen schweben hier nicht mehr in einer begrenzten Schicht, sondern werden über den gesamten Feuerraum verteilt. Die längere Verweilzeit führt zu einem besseren Ausbrand der Kohle.

Die Schwefeldioxidrückhaltung liegt hier sogar bei 95%, und die Stickoxidemissionen können ohne Rauchgasentstickungsanlage auf unter 200 mg/m3 gesenkt werden.
Die modernste Technik stellt die druckbetriebene W. dar. Sie entspricht der stationären W., allerdings findet die Verbrennung mit einem Überdruck von ca. 10 bar statt, wodurch die Schwefeldioxideinbindung erhöht und die Stickoxidemissionen weiter vermindert werden sollen. Die druckbetriebene W. soll auch in sog. Kombikraftwerken zum Einsatz kommen.

Durch die hohe Abscheidung des Schwefeldioxids im Brennraum können in W.-Anlagen auch schwefelhaltige, minderwertige Kohlen verbrannt werden. W. ist bei kleinen bis mittelgroßen Anlagen mit einer elektrischen Leistung von bis zu 100 MW eine preiswerte und relativ umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Feuerungstechniken, die ohne Abgasbehandlungsanlagen nicht auskommen.

Aufgrund geringen Schadstoffausstoßes und kompakter Bauweise eignet sich W. insb. zur Erzeugung von Strom und Fernwärme in Kraft-Wärme-Kopplung in Ballungsgebieten.
Die aus Kessel und Gewebefilter anfallenden Rückstände der W. sind nur schwer verwertbar und müssen deponiert werden (Deponie). Bei Neuanlagen unter 100 MW ist die W. heute in Deutschland quasi zum Standard geworden.
Emissionen von W. im Vergleich: Kraftwerk, Heizung

Siehe auch: Strom, Kohle

Autor: KATALYSE Institut

Wassergefaehrdungsklassen

Zum Schutz von Umwelt und Gesundheit werden Chemikalien auf ihre Gefährlichkeit hin untersucht und eingestuft. Die Einteilung der Stoffe in Wassergefährdungsklassen liefert Anhaltspunkte für Maßnahmen nach Schadensfällen und beschreibt Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der Gewässer beim Lagern, Abfüllen, Umschlagen und Befördern wassergefährdender Stoffe.

Ein wichtiges Kriterium ist die Einstufung nach ihrer Wassergefährdung; unterschieden werden die Wassergefährdungsklassen (WGK):

  • WGK 0: Im allgemeinen nicht wassergefährdend, z.B. Aceton, Ethanol, NaCl
  • WGK 1: schwach wassergefährdend, WGK 0: Im allg. nicht wassergefährdend, z.B. Aceton, Ethanol, NaCl
  • WGK 2: wassergefährdend, z.B. Ammoniak, Chlor, Dieselöl, Oleum, Phenol
  • WGK 3: stark wassergefährdend, z.B. Benzol, Altöle, Hydrazin, Blausäure, Mercaptane, Chromschwefelsäure

Ist ein Stoff nicht in den Anhängen 1 und 2 der Einstufung aufgrund der Verwaltungsvorschrift wassergefährdender Stoffe (VwVwS) genannt, so ist die Einstufung von der Wirtschaft eigenverantwortlich nach den Vorgaben in Anhang 3 der VwVwS vorzunehmen.

Diese Einstufung ist zu dokumentieren und der Dokumentations- und Auskunftsstelle wassergefährdende Stoffe im Umweltbundesamt in Berlin zur Sammlung und Veröffentlichung zu übersenden. Änderungen der dokumentierten Angaben der Dokumentations- und Auskunftsstelle müssen unverzüglich mitgeteilt werden.

Auf der Homepage des Umweltbundesamtes finden Sie detaillierte Informationen zu den Wassergefährdungsklassen und eine aktuelle Gesamtliste der wassergefährdenden Stoffe nach VwVwS.

Autor: KATALYSE Institut

Waschmittel

Zur Säuberung von Textilien im wässrigen Medium bestimmte, komplex zusammengesetzte Wirkstoffgemische, die immer Tenside, meist auch Gerüststoffe, Bleichmittel etc. enthalten. Es werden W. für den Privathaushalt und das Gewerbe hergestellt.

Infolge der anderen Rahmenbedingungen bei letzterem, zum Beispiel Vorenthärtung des Waschwassers mit Ionenaustauschern (Wasserhärte), unterscheiden sich gewerbliche W. in ihrer Zusammensetzung zum Teil deutlich von den Haushaltsprodukten. Diese dominieren den gesamten Waschmittelverbrauch mit grossem Abstand entsprechend der Tatsache, dass die gewerbliche Wascherei in Deutschland für die Säuberung von Textilien des privaten Bedarfs keine Bedeutung mehr hat. Die vorherrschende Praxis ist die Wäsche in der privaten Trommelwaschmaschine. Auch die konkurrierenden Bottichgeräte sind, anders als in den angelsächsischen Ländern, in Deutschland verschwunden. Das hat insofern Konsequenzen für alle W., als in der Trommelwaschmaschine nur schaumarm eingestellte Rezepturen Verwendung finden können, da andernfalls der mechanische Wascheffekt gestört wird. Dazu werden meist spezielle Schauminhibitoren (langkettige Seifen, Silikonöle) eingesetzt. Einzig in den Wollwaschmitteln, die allein auch noch Bedeutung für die Handwäsche haben, kann darauf verzichtet werden, da bei Wolle und anderen sehr empfindlichen Textilien die Dämpfung der Waschmechanik durch den Schaum eher erwünscht ist.

Grundsätzlich werden W. in Universal- und Spezialwaschmittel unterschieden. Zu ersteren zählt man pulverförmige und flüssige Vollwaschmittel, wobei der Oberbegriff Universalwaschmittel verdeutlichen soll, dass diese W. für alle Textilien, Temperaturen und Waschverhalten geeignet seien. Entsprechend beherrschen auch diese Produkttypen den Waschmittelmarkt bei weitem. Der Anteil gewerblicher W. ist darunter vergleichsweise gering. Der Universalanspruch muss jedoch in Frage gestellt werden. So weist die Rahmenrezeptur die Vollwaschmittel als deutlich alkalische W. aus, die ihren Leistungsschwerpunkt bei stark verschmutzter Weisswäsche aus Baumwolle und Mischgeweben sowie Waschtemperaturen von 60-95 °C haben. Es wird deutlich, dass Vollwaschmittel noch zu einer Zeit konzipiert wurden, als wesentlich andere Rahmenbedingungen herrschten, nämlich stärkere Verschmutzung der Wäscheposten, hohe Anteile von Weisswäsche keine Synthesefasern und vorwiegend Kochwäsche. Dies ist heute eher die Ausnahme. Die Buntwäsche ist allein zwischen 1970 und 1980 von 54% auf 79& des privaten Textilbestandes gestiegen, und nicht einmal mehr jede fünfte Wäsche erfolgt heute noch bei Kochtemperaturen (1989: 19%).

Es gab verschiedene Ansätze, die klassischen Vollwaschmittel den sich verändernden Verbraucherbedürfnissen wieder anzupassen. Einmal wurde die Tensidkombination auf niedrigere Waschtemperaturen ausgerichtet. Inhaltsstoffe, die insbesondere bei niedrigen Temperaturen Wirkung erzielen, nämlich Enzyme und der Bleichaktivator TAED (Sauerstoffbleiche) finden verstärkten Einsatz in den neuen Kompaktwaschmitteln. Die Palette der verfügbaren Enzyme ist auch durch die Gentechnologie immer reichhaltiger geworden. Waren es früher nur die gegen Eiweissflecken wirksamen Proteasen, so werden heute zusätzlich Amylasen gegen kohlehydratige Anschmutzungen und, als jüngstes, Lipasen den Waschmitteln beigefügt. Letztere wirken gegen Fettrückstände in der Wäsche. All das kann aber nicht an der Grundtatsache rühren, dass das integrierte Bleichsystem und die optischen Aufheller das Vollwaschmittel als wenig geeignet für die heute vorherrschende Buntwäsche erscheinen lassen. Nachteilige Einwirkungen auf Farben und Fasern sind die unvermeidliche Konsequenz. Hinzu kommt, dass angesichts der meist nur gering verschmutzten Wäsche eine Bleiche völlig überflüssig ist oder mittels einer lokalen Fleckenvorbehandlung (zum Beispiel mit
Gallseife) Sauberkeit schonender und unter weit geringerem Chmeikalieneinsatz erzielt werden kann.

In diesem Sinne günstiger ist das Konzept der flüssigen Universalwaschmittel zu beurteilen. Diese sind ausnahmslos frei von Bleichmitteln, einfach weil zur Zeit keine geeignete in flüssiger Formulierung beständige Bleichsubstanz auf Basis von Aktivsauerstoff verfügbar ist. Die Rahmenrezepturen der Flüssigprodukte unterscheiden sich auch sonst deutlich von denen der pulverförmigen Universalwaschmittel. Es existieren dabei zwei verschiedene Lösungen für das Gerüststoffsystem: Zum einen wird wie bei den Pulvern mit Zeolith A gearbeitet. Die Schwierigkeit ist nur, dass dieser Builder wasserunlöslich istund daher mit weiteren Hilfsstoffen stabil dispergiert werden muss. In Deutschland hat sich deshalb überwiegend ein System ohne Zeolith A durchgesetzt, in dem hohe Seifenanteile als Gerüststoff wirken und die Wasserhärte binden.

Wird wie hier Seife als Enthärter eingesetzt, müssen als konsequenz zur Vermeidung von Kalkseifenablagerungen in Textilien und Maschine entsprechende Mengen nichtionischer Tenside als Kalkseifendispergatoren zugegeben werden. Es ist daher nicht überraschend, dass das Waschen mit diesem Flüssigwaschmitteltyp eine vielfach höhere Tensidbelastung des Abwassers zeitigt, als das mit Pulvern der Fall ist. Ein weiterer Kritikpunkt sind gewisse Leistungsschwächen, obwohl diese tensidreichen Formulierungen speziell gegen Fettflecken auch bei niedrigen Temperaturen gute Wirksamkeit zeigen. Insgesamt stellen die flüssigen Universalwaschmittel keine überzeugende Antwort auf heutige Waschanforderungen dar. Nach anfänglichen Erfolgen brach denn auch der Absatz dieser Flüssigprodukte in fast allen europäischen Staaten ein. In Deutschland ging ihr Anteil am Universalwaschmittelabsatz von fast 15% (Ende 1989) auf 12% (Ende 1990) zurück und nähert sich jetzt der 10%-Marke.

Sinnvoll erscheint dagegen die Einbindung von flüssigen Waschmittelkomponenten in ein Baukastenwaschmittel, da die Kombination mit einem Enthärterbaustein viele Vorteile verspricht, wie Tensideinsparungen und geringere organische Abwasserfracht.

Eine gleichfalls interessante Weiterentwicklung im Pulverbereich sind die Colorwaschmittel, welche kein Bleichsystem enthalten, dafür aber einen Zusatz von Polyvinylpyrolidon (PVP). Dieses Polymer unterdrückt das Verfärben der Wäsche bei Vorliegen ausblutender, nicht waschechter Farben. Damit ist der Übergang zum zweiten grossen Segment des Waschmittelmarktes erreicht, nämlich den Spezialwaschmitteln. Auch diese gibt es als Pulver oder als Flüssigprodukte. Hierunter fallen als mengenmässig bedeutendste Gruppe die Feinwaschmittel, welche in der Regel frei von Bleichmitteln sind. Weiteres Merkmal ist die Abwesenheit von optischen Aufhellern und eine insgesamt mildere Rezeptureinstellung zwecks Schonung empfindlicher Farben und Fasern.
Trotzdem steht die Waschkraft von Feinwaschmittelpulvern der vieler Universalwaschmittel, abgesehen von der naturgemäss fehlenden Bleichwirkung, nicht viel nach, verbunden aber mit grösserer Wäscheschonung. Dies veranlasste Umwelt- und Verbraucherberatung schon vor Jahren zu der Empfehlung, für die tägliche Wäsche keine Universal-, sondern Feinwaschmittel zu verwenden und im Bedarfsfall durch ein Fleckensalz zu verstärken bzw. gleich aufs Baukastensystem umzusteigen. Wermutstropfen war dabei früher der unverhältnismässig hohe Gehalt des Füllstoffs Natriumsulfat von bis zu 50%! Inzwischen werden auch hier Konzentrate und Kompaktpulver ohne diese Salzbelastung angeboten, so dass niedrigere Dosierungen möglich sind.

Unter Mengengesichtspunkten stellen die W. die mit Abstand grösste regelmässige Belastung des häuslichen Abwassers mit Chmiekalien dar, was einen sensiblen, verantwortungsbewusste Umgang mit diesen Produkten erfordert. Während in der Nachkriegszeit eine stürmische Absatzentwicklung einsetzte, stagniert der Verbrauch seit Ende der 70er Jahre, allerdings auf hohem Niveau.

Da bei den Produktionszahlen Im- und Exportströme das Bild verzerren können, ist für die tatsächliche Verbrauchsentwicklung in Deutschland der realisierte Absatz aussagekräftiger.
Bemerkenswert ist hierbei, dass der Deutsche Einbruch des Pro-Kopf-Verbrauchs 1991 weniger durch Waschmitteleinsparungen im Westen als mehr durch den traditionell sehr viel niedrigeren Verbrauch der Bürger der ehemaligen DDR verursacht wurde Es steht zu befürchten, dass hier eine Nivellierung auf höherem Niveau stattfinden wird.

Siehe auch: Waschmaschine

Autor: KATALYSE Institut

Vulkanisation

V. ist eine vom Amerikaner Goodyear 1940 entwickelte Methode zur dreidimensionalen Vernetzung von Kautschuk.

Der Kautschuk geht bei dieser Reaktion vom plastischen in einen elastischen Zustand über. Bei der V. müssen V.-Starter und -Beschleuniger eingesetzt werden, z.B. Schwefelspender und Thiocarbamate.

Bei der V. in Salzbädern entstehen Amine. Sekundäre Amine bilden krebserregende Nitrosamine und führen zu Belastungen der Arbeiter (erhöhtes Krebsrisiko, Berufskrankheiten). Es wird versucht, Vernetzungssysteme zu entwickeln, die keine oder ungefährlichere Nitrosamine bilden.

Siehe auch: Kautschuk

Autor: KATALYSE Institut

vPvB-Stoff

vPvB-Stoffe sind sehr persistente, sehr bioakkumulierbare Stoffe.

Erfüllt ein Stoff die im Folgenden aufgeführten Kriterien für hohe Persistenz und hohe Bioakkumulation, dann wird er gemäß REACH als vPvB-Stoff identifiziert:

Sehr persistent

  • Halbwertszeit in Meerwasser od. Süßwasser oder
  • Flussmündungen >60 Tage oder
  • Halbwertszeit in Meeressediment oder Süßwasser- oder
  • Flussmündungssediment >180Tage oder
  • Halbwertszeit im Boden >180 Tage

Sehr bioakkumulierbar

  • Biokonzentrationsfaktor >5000

Quellen:
REACH-Verordnung: Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Dezember 2006 http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/site/de/oj/2006/l_396/l_39620061230de00010851.pdf
RIPs: http://ecb.jrc.it/reach/rip/
http://www.xfaweb.baden-wuerttemberg.de
http://www.gisbau.de
BRANDHOFER, P; HEITMANN, K.: REACH – Die neue Herausforderung für Ihr Unternehmen! 2007
AU, M.; RÜHL, R.: REACH-Verordnung. 2007

Autor: KATALYSE Institut

Thermostromgenerator

Ein T. besteht aus einer Reihe von Kohleplatten die mit zwei verschiedenen Metall-Legierungen (NiCu/NiCr) an den Enden der Platten beschichtet sind. Die beschichteten Flächen bilden ein grossflächiges Thermoelement.

Die Kohleplatten dienen als Elemententräger und sind gleich Stomleiter zwischen den Elementenfädchen. Mehrere Elemente in Reihe verbunden ergeben eine Thermosäule. Eine typische Eigenschaft des Thermoelementes ist die hohe Stromdichte definiert in Ampere/mm2. Eine Seite wird erhitzt, die andere gekühlt, so entsteht in Verbindung mit einem Verbraucher im Stromkreis ein sehr hoher elektrischer Strom mit niedriger Gleichspannung.

Die wirksame Stromdichte (ca. 1 Ampere/mm2) ist proportional der im Einschmelzprozess entstandenen Fläche der intrakristallinen Struktur
zwischen den zwei verschiedenen Legierungen, diese ist um ein Vielfaches grösser als die physikalische Fläche. Durch die wellenartig formierte
Oberfläche vergrössert sich die Kontaktfläche zwischen den beiden Metall-Legierungen zusätzlich.

Ein Thermoelement mit einer Kontaktflaeche von 500 cm2 und 8000 C ergibt 0,06 Volt(EMK) und hat bei einer Leistungsanpassung (Ri=Ra) in Verbindung mit einem Verbraucher (Widerstand) im Stromkreislauf: 25000 Ampere x 0,03 = 750 Watt.

Mehrere hunderte Thermoelemente in Reihe geschaltet ergeben eine hohe elektrische Leistung. Der geschätzte Wirkungsgrad liegt bei mehr als 10 Prozent und ist sehr abhängig von der
Temperaturdifferenz zwischen den gegenüber (oben-unten) plazierten Elementen, der Zusammensetzung der Legierungen und den Gesamtinnenwiderstand
der Thermosäule.

Für die Erwärmung des unteren Teils der Thermosäulen im Brennraum sind alle flüssigen und gasförmigen Brennstoffe geeignet,
insbesondere empfehlenswert ist die Verwendung von flüssigem Wasserstoff, der aus Sonnenenergie gewonnen werden kann. Durch das Kühlsystem des thermischen Generators fliesst der noch flüssige Wasserstoff im Wärmetauscher bis zum Brennraum, dadurch wird die Kühlung im oberen Teil des Generators effektiver genutzt.

Thermostromgeneratoren sind in jeder Grösse
herstellbar, sind lautlos, keinem Verschleiss ausgesetzt und haben keine nennenswerten beweglichen Teile. Die praktische Anwendung thermoelektrischer Generatoren als Elektroantrieb für Fahrzeuge aller Art ist mit dieser
innovativen Technologie überhaupt erst möglich.

Einen wichtigen Stellenwert hat ein neuartiger am Generator integrierter Niederspannung/
Hochstrom-Mehrphasen-Stromwandler (DC/AC) unkonventioneller Bauart (nicht zum Patent angemeldet), der den Gleichstrom, z.B. 100.000 Ampere bei 50 Volt, mit vernachlässigbar geringen Verlusten in Wechselstrom umwandelt. Der
Stromwandler unterbricht periodisch und umgepolt den Stromfluss mit konstanter oder variabler Frequenz in Intervallen von Millisekunden.

Der entstandene Wechselstrom steht in Verbindung mit der Primärwicklung eines Transformators. In der Sekundärspule erzeugt das wechselnde Magnetfeld
durch Induktion eine vorgegebene hohe Wechselspannung. Der Stromwandler, eine Neuentwicklung in der Elektrotechnik eignet sich hervorragend für den immens hohen Gleichstrom der Thermoelemente, aber auch für jede andere
Gleichstromquelle.

Als Miniaturkonstruktion für genormte Elektronik-Platinenraster ist der Anwendungsbereich sehr vielfältig. Gute Perspektiven haben Thermostromgeneratoren als stationäre Blockkraftwerke,insbesondere ist aber auch der umweltfreundliche Einsatz im Schiffbau möglich. Nahezu unbegrenzt ist die Funktionsdauer eines Thermostromgenerators wenn die vorgegebenen Temperaturgrenzwerte eingehalten werden.

Die Erforschung intermolekularer thermovoltaischer Prozesse mit geeigneten Legierungen und die Weiterentwicklung in Bezug auf grossdimensionierte
Elemente eröffnen neue Wege auf der Suche nach leistungsfähigeren Thermoelementen.

Autor: KATALYSE Institut

Tenside

Tenside sind grenzflächenaktive Stoffe, welche sich bevorzugt in der Berührungsfläche zweier Medien konzentrieren, z.B. in der Grenzfläche Wasser/Luft.

Durch Tenside wird die Oberflächenspannung des Wassers reduziert und Gegenstände können besser benetzt werden. Ähnlich können sich Tenside zwischen Schmutz und andere Materialien schieben, Verunreinigungen ablösen und schließlich in der Tenside-Lösung dispergieren. Dies macht Tenside als waschaktive Substanzen zur wichtigsten Wirkstoffgruppe in Wasch- und Reinigungsmitteln. Darüber hinaus finden Tenside vielfältigen Einsatz als Emulgatoren, Textilhilfsmittel, Antistatika, Flotationschemikalien etc. in zahlreichen Bereichen der Technik.

Grundsätzlich unterscheidet man je nach elektrischer Ladung die Tenside in 4 Klassen:

  • Anionische Tenside mit einer negativen Ladung stellen nach wie vor die bedeutendste Gruppe. Wichtige Vertreter sind die Seife, linearen Alkylbenzolsulfonate (LAS), Alkansulfonate (SAS), Fettalkoholethersulfate (FAES) und die Fettalkoholsulfate (FAS).
  • Nichtionische Tenside sind ungeladen und erobern sich aufgrund ihrer Toleranz gegen Wasserhärte, der guten Löslichkeit und Niedrigtemperatureigenschaften immer größere Marktanteile. Wichtigste Vertreter sind die Fettalkoholethoxlate (FAE). Interessante Neuentwicklungen stellen die vollständig auf Basis nachwachsender Rohstoffe erzeugten Zucker-Tenside vom Typ der Alkylpolyglucoside (APG) dar. Dagegen sinkt der Verbrauch der erheblich umweltbelastenden Alkylphenolethoxylate (APEO).
  • Kationische Tenside tragen eine positive Ladung und haben weltweit v.a. eine Aufgabe: Sie werden als sog. Avivagemittel und Antistatika in Weichspülern und kosmetischen Pflegepräparaten eingesetzt. Wichtigster Vertreter ist das Distearyldimethylammoniumchlorid (DSDMAC), dessen unzureichende Abbaubarkeit das Umweltbundesamt bei den Herstellern von Weichspülern vorstellig werden ließ. Auch wenn die Industrie weiterhin darauf beharrt, DSDMAC sei ein unweltverträgliches Tenside, erklärte sie sich doch bereit, bis Ende 1991 diesen Stoff in Weichspülern durch besser abbaubare Tenside zu ersetzen.
  • Amphotere Tenside haben zwitterionischen (Ionen) Charakter, tragen also in einem Molekül sowohl eine positive wie eine negative Ladung. Wichtigster Vertreter sind die Betaine. Amphotere Tenside haben insg. nur geringere Bedeutung und werden wegen ihrer Hautverträglichkeit v.a. bei Körperreinigungsmitteln und gelegentlich bei milden Haushalts- (Spülmitteln) und Desinfektionsreinigern (Desinfektion) eingesetzt.

Angesichts der Tensidmengen, die zu einem erheblichen Teil ins Abwasser gelangen, ist die aquatische Toxizität der Tenside von erheblicher Bedeutung. Sie liegt typischerweise mit LC50-Werten von 1-20 mg/Liter (für Fische) hoch, einzelne Tenside sind mit Werten von einigen Zehnteln Milligramm/Liter sogar ausgesprochen fischgiftig.

Noch wichtiger ist die biologische Abbaubarkeit (Abbau) dieser Massenchemikalien. Als nämlich nach dem Zweiten Weltkrieg die gut eliminierbare Seife teilweise durch das petrochemische Tenside Tetrapropylenbenzolsulfonat (TPS) ersetzt wurde, führten bald Schaumberge auf deutschen Oberflächengewässern nur zu deutlich vor Augen, was die schlechte Abbaubarkeit solcher Substanzen für Folgen hat.

Das daraufhin verabschiedete Detergentiengesetz (Detergentien) und sein Nachfolger, das Waschmittelgesetz forderten im Rahmen der Tensid-Verordnung eine Mindestabbaubarkeit von 80 Prozent für anionische und nichtanionische Tenside. Allerdings betrifft dies ausschließlich die Primärabbaubarkeit, welche den Verlust der Grenzflächenaktivität, also der Waschkraft, umfasst. Damit ist der Abbau aber noch nicht abgeschlossen. Erst nach völliger Umsetzung der Tenside in Kohlendioxid, Biomasse, Wasser und anorganische Salze ist der sogenannte Endabbau (Mineralisation) verwirklicht.

Während die heute eingesetzten Tenside den geforderten Primärabbaugrad leicht erfüllen, stellen sich beim Endabbau erhebliche Unterschiede heraus (s. Tab). Ein weiterer Aspekt ist, ob die Mineralisation tatsächlich 100 % erreicht und ob ein Abbau auch unter den anaeroben Bedingungen z.B. des Faulturms (Abwasserreinigung) erfolgt.

Was die Wirkung der Tenside auf den Menschen angeht, steht v.a. ihre Schadwirkung gegenüber der Haut im Vordergrund. Konzentrierte Tensid-Lösungen sind haut- und schleimhautreizend. Aber auch in anwendungsüblicher Verdünnung können sie, insb. bei beruflicher Exposition (Hausfrauen, Reinigungspersonal) zur chronischen Schädigung der Haut (irritative Kontaktdermatitis, Hausfrauenekzem) führen. Auslösend wirkt die massive Entfettung, verbunden mit nachfolgendem Austrocknen und Einreißen der Haut, die damit weiteren schädlichen Einflüssen durch Keime und Reizstoffe verstärkt ausgesetzt ist.

Autor: KATALYSE Institut

Teer

T. sind flüssige bis halbfeste Erzeugnisse, die durch Schwelen, Verkoken und Vergasen von Steinkohle, Braunkohle, Torf u.a. fossilen Rohstoffen, aber auch aus Holz entstehen können.

Die Verarbeitung von T. erfolgt insbesondere zu Chemiegrundstoffen für die Produktion von Rußen, Kunststoffen Farbstoffen, Pflanzenschutzmitteln und Pharmazeutika. und zu Graphitelektroden für die Aluminiumherstellung.
T. ist stark gesundheitsschädlich, insbesondere durch seine krebserzeugenden Inhaltsstoffe wie Benzol, Toluol, Naphtalin, Xylol und anderen polycylclischen, aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK). Epidemologische Studien haben gezeigt, dass Beschäftigte, die mit T.-Produkten arbeiten ein erhöhtes Krebsrisiko tragen.
Bei den gesundheitlichen Wirkungen bildet
Holz-T. eine Ausnahme. Es wird bei Temperaturen unter 280 °C aus
Holz destilliert und weist nur geringe Mengen PAK auf
Im Baubereich ist heute T. vollständig durch Bitumen ersetzt worden.
Mit T. verwandte Produkte sind neben Pech, Ruß, Rohparaffin und Asphalt auch Bitumen zu nennen. Sogenannte Teersande wie sie beispielsweise in großen Lagerstätten in Kanada vorkommen, werden nach dem starken Anstieg des Weltölpreis 2000/2001 zunehmend als wirtschaftliche Rohölquelle genutzt. Mehrere Ölkonzerne haben bereits ihre milliardenschwere Investitionen in die Nutzung und Verarbeitung von Teersand angekündigt.

Autor: KATALYSE Institut

Waldboden

Der W. ist ein relativ naturnahes Bodensystem, da es in der Regel nicht oder nur selten bearbeitet oder gedüngt wurde. In vielen Wäldern Mitteleuropas wurden allerdings seit dem Mittelalter bis ins 19. Jh. Dem Wald Laubstreu oder Plaggen entnommen, was Nährstoffentzug und (Bodenversäuerung) zur Folge hatte.

Erst in den letzten Jahrzehnten erfolgten Düngungs- und Kalkungsmassnahmen, hauptsächlich um den Eintrag von Säuren durch die Luftverschmutzung mit Stickoxiden und Schwefeldioxid zu kompensieren. In manchen Regionen wie zum Beispiel in Schweden ist der pH-wert des Waldbodens bereits auf Werte um 3,5 pH abgesunken (Saurer Regen).

Die Versauerung bewirkt die Freisetzung von Aluminium-(Zellgift)- und Scwermetallionen und mindert die Organismentätigkeit mit der Folge, dass sich die Intensität des Abbaus des Laubstreus verringert, Humus langsamer gebildet wird und die Pflanzenverfügbarkeit der Nährstoffe abnimmt.
Waldböden unterliegen vor allem unter Nadelhölzern einem natürlichen Prozess der Versauerung mit der neigung zur Podsolierung (Bodentypen).

Waldböden tropischer Breiten unterliegen wegen ungünstiger Bindungsverhältnisse zwischen Nährstoffen und Tonmineralien in starkem Ausmass der Nährstoffauswaschung. Im Falle der Rodung verlieren diese Böden daher aufgrund mangelnder Nährstoffnachlieferung durch Laubfall schnell ihre Fruchtbarkeit (Regenwald).

Autor: KATALYSE Institut