Regenwurm

R. stellen die bekanntesten Vertreter der Bodenorganismen dar.

Sie leben im Boden und Kompost. R. sind Dunkeltiere, längere Einwirkung von Tageslicht, insb. von UV-Strahlung, bedeuten den Lichttod. R. sind auf eine ausreichende Sauerstoffversorgung angewiesen, sie können nicht länger als 24 h im stehenden Wasser leben.

Bei längerem Regen verlassen sie oft wegen Erstickungsgefahr ihre Gänge und verenden durch Lichteinwirkung an der Oberfläche.
R. sind als Humusbildner sowie für die Durchmischung, Lockerung, Lüftung und Durchwurzelbarkeit des Bodens von großer Bedeutung (Bodenverdichtung).

R. ernähren sich von zersetzendem, organischem Material, wozu sie abgestorbene Blätter in ihre Gänge ziehen und so mit den Mineralbodenteilchen in Verbindung bringen. Unverdaubare Erde wird in Kottürmchen an der Röhrenmündung abgesetzt. Die meisten R. kommen nur in schwach sauren bis alkalischen Böden vor; in sauren, humusarmen, trockenen Sandböden fehlen sie ganz (Bodenversauerung, Saurer Regen).

Durch Bodenbearbeitung, insb. mit rotierenden Geräten, und Biozideinsatz (z.B. Fungizid Benomyl) werden R. negativ beeinflußt. Im Wald leben ca. 40-80, im Grünland bis zu 300 und im Acker 0-110 Tiere/m2.

Siehe auch: Bodenorganismen.

Autor: KATALYSE Institut

Pedosphäre

Begriff für den Lebensraum Boden.

Pedosphäre ist ein überall an der Erdoberfläche auftretendes, durch Verwitterung der Gesteine hervorgegangenes mechanisches Gemenge von Gesteins- und Mineralbruchstücken und deren Umbildungsprodukten, vermischt mit einer mehr oder minder großen Menge sich zersetzender und schon zu Humus umgebauter organischer Bestandteile.

Autor: KATALYSE Institut

Organische Böden

Als O. oder Moore werden Böden bezeichnet, deren Humushorizont mehr als 30 cm dick ist und/oder mindestens 30% organische Substanz enthält.

Siehe auch: Moore, Humus, Torf, Bodenhorizonte.

 

 

Autor: KATALYSE Institut

Naturland

Naturland, Verein für naturgemäßen Landbau e.V., wurde 1982 mit Sitz in Gräfelfing bei München gegründet.

Die 1357 Mitgliedsbetreibe bewirtschaften in der BRD insgesamt 55.000 ha Anbaufläche. Die wichtigsten Zielsetzungen des Verbandes sind gezielte Bodenpflege, Aufbau einer fruchtbaren Humusschicht, artgerechte Tierhaltung mit Verfütterung betriebseigener Futtermittel und insbesondere die Förderung der Vermarktung der naturgemäß erzeugten Produkte. Daher arbeitet der Verband eng mit der Marktgenossenschaft der Naturland- Bauern zusammen.

Die Grundsätze/ Philosophie des Verbandes lässt sich folgendermaßen zusammenfassen:
Zehntausende von Hektar fruchtbaren Landes gehen durch die Folgen der landwirtschaftlichen Intensiv-bewirtschaftung verloren. Ökologischer Landbau nach den Naturland Richtlinien steuert dagegen. Angepasste Bodenbearbeitung, durchdachte vielseitige Fruchtfolgen und die Einheit aus Viehwirtschaft und Ackerbau reduzieren den Bodenabtrag. Durchwurzelung und intensives Bodenleben bewirken, dass Böden Wasser besser speichern. Der vollständige Verzicht auf Agrarchemie stoppt das Sterben der Böden, die Krume bleibt fruchtbar und lebendig.

Ökologischer Landbau bedeutet aktiven Klimaschutz durch Energieeinsparung, Aufforstung und vielen anderen Aktivitäten. Ökologische Begleitmaßnahmen fördern die
Artenvielfalt und sind in den Bewirtschaftungsrichtlinien verankert
Ökologischer Landbau erhält die Lebensgrundlagen der Natur - eine Investition in die Zukunft. Internationale Klimakonferenzen haben schon viele wichtige Beschlüsse gefasst.

Die Naturland Erzeuger setzen sie praktisch um. Es sind Bauern und Verarbeiter, die den Klimagipfel von Rio ernst nehmen und die Beschlüsse zum Schutz von Menschen und Klima auf ihre Art umsetzen. Sie arbeiten selbst ökologisch. Und sie helfen mit, den ökologischen Landbau weltweit zu verbreiten - die einzige Art der Landwirtschaft, die dauerhaft das Klima entlastet, Boden und Wasser schont und die Fruchtbarkeit fördert. Jetzt und für die Zukunft.

  • Naturland im Ausland - die Ziele
  • Verbreitung des anerkannt ökologischen Landbaus weltweit
  • Entwicklung konsequenter Richtlinien für Erzeugung und Verarbeitung ökologischer Produkte in allen Klimaregionen
  • Volles Mitspracherecht für Mitglieder im Ausland bei Naturland und damit bei der Entwicklung ihrer Richtlinien
  • Entwicklung von Qualitätssicherungssystemen mit Dokumentation
  • Aus- und Fortbildung der Mitglieder, Organisation von Trainingsprogrammen
  • Förderung der Forschung und der Entwicklung im ökologischen Landbau
  • Unterstützung von Aufbau und Entwicklung nationaler Kontrollstellen und Zertifizierungsorganisationen
  • Zertifizierung ökologischer Anbausysteme international
  • Förderung sozialer und fairer Bedingungen in Anbau und Handel

Die Mitliederzeitschrift „Naturland-Magazin“ erscheint vier mal Jährlich und ist für €10 pro Jahr zu abbonieren, ein Einzelexemplar ist für € 2,50 zu erhalten

Kontakt:
Naturland - Verband für naturgemäßen Landbau e.V.
Kleinhaderner Weg 1
82166 Gräfelfing
Tel.: 089 - 898 08 20
Fax: 089 - 89 80 82 90
Naturland@naturland.de
www.naturland.de

Autor: KATALYSE Institut

Nahrungskette

Beziehung zwischen Lebewesen nach dem Prinzip Fressen und Gefressenwerden (Räuber-Beute oder Parasit-Wirt).

Am Anfang der Nahrungskette stehen die Produzenten (insbesondere Pflanzen), die die zum Wachstum benötigte Energie aus dem Sonnenlicht mittels der Photosynthese gewinnen.

Die Konsumenten 1. Ordnung (Phytophagen= Pflanzenfresser) ernähren sich von den Produzenten und dienen wiederum zur Ernährung der Konsumenten höherer Ordnung (Zoophagen= Räuber (Fleischfresser) oder Parasiten). Beispiel: Pflanze, Schmetterlingsraupe, Raubinsekt, Insektenfresser, Greifvogel.

Geschlossen wird die Nahrungskette durch zersetzende Organismen (Destruenten oder Saprophagen= Bestandsabfallfresser), die die abgestorbenen Lebewesen erneut für die Pflanzen verwertbar machen (Detritus, Mikroorganismen).

Wird ein Glied der Nahrungskette beseitigt (z.B. durch Pestizideinsatz, Pestizide), so kann sich das vorhergehende Glied ungehemmt entwickeln, während die nachfolgenden Glieder durch Nahrungsmangel vermindert werden.

Bei der Verwertung der Nahrung geht ein großer Teil der im Nährorganismus gespeicherten Energie verloren. In jeder Stufe der Nahrungskette kann der Verlust bis zu 90% betragen. Deshalb kommt auf einen Konsumenten höherer Ordnung eine sehr große Anzahl von Produzenten. Ein solcher Energieverlust entsteht z.B. bei der Rinder- oder Schweinefütterung mit hochwertigem Importgetreide (Veredelungsprodukte). Das Aufwand-Nutzen-Verhältnis von Energieeinheiten beträgt z.B. bei Rindern 10:1, Milch 5:1, Schweinen 3:1. Stellt man die Mengenverhältnisse graphisch dar, erhält man eine Nahrungspyramide.

Von Bedeutung ist die Nahrungskette auch bei Schadstoffen in Lebensmitteln. Werden schwer abbaubare Schadstoffe von einem am Anfang der Nahrungskette stehenden Organismus aufgenommen (z.B. Pflanzen, Samen), so kann sich dieser Schadstoff im Verlauf der Nahrungskette immer stärker anreichern, so dass das Endglied, der sogenannte Top-Konsument, bereits für ihn toxische Mengen des Schadstoffs aufnimmt und chronisch oder tödlich dadurch geschädigt wird (z.B. die Abnahme der Eischalendicke durch DDT oder PCB im Fettgewebe von Graureihern).

Autor: KATALYSE Institut

Nährstoffkreislauf des Waldes

Der Wald ist ein sich selbst erhaltendes Ökosystem, das seine Energie mit Hilfe der Photosynthese seiner Pflanzen aus dem Licht der Sonne gewinnt (Globalstrahlung).

Die Nährstoffe befinden sich in einem ständigen Kreislauf. Die Pflanzen nehmen sie mit ihren Wurzeln aus dem Boden auf und verwenden sie für ihren Stoffwechsel. Sterben die Pflanzen später wieder ab oder verlieren sie im Herbst ihre Blätter, werden sie durch die Bodenlebewelt des Waldes mineralisiert; die Nährstoffe werden wieder frei. Nährstoffverluste treten im Wald v.a. durch Auswaschung ins Grundwasser, Erosion und Holzernte (

Holz, Forstwirtschaft) auf.

Sie können durch den Eintrag aus der Luft und durch die im Boden ablaufende Gesteinsverwitterung ersetzt werden. Natürliche Waldsysteme haben die Tendenz, Nährstoffe anzureichern (der Verlust ist geringer als die Zufuhr), so daß in der Geschichte eines Waldes immer anspruchsvollere Pflanzenarten heranwachsen können (Sukzession).
Die Bodenversauerung (Saurer Regen) kann den N. empfindlich stören.

Die Bodenlebewelt verändert sich negativ, was u.a. zu einer langsameren Verrottung abgestorbener Pflanzen und Pflanzenteile führt. Außerdem kommt es zu einer bevorzugten Auswaschung von Nährstoffen.

Siehe auch: Waldboden, Waldsterben, Waldschadenserhebung, Ökosystem.

Autor: KATALYSE Institut

Nachhaltigkeitsstrategien

Zur Realisierung eines Nachhaltigen Konsums werden überwiegend drei Strategien diskutiert: Effizienz, Konsistenz und Suffizienz.

Dabei zielt die Effizienz-Strategie auf Ressourcenproduktivität, was eine ergiebigere Nutzung von Materie und Energie bedeutet. Damit sind beispielsweise Energiesparlampen, die Optimierung von Arbeitsabläufen oder die Wärmedämmung eines Hauses gemeint.

Die Konsistenz-Strategie orientiert sich am natürlichen Stoffwechselkreislauf bzw. der Vereinbarkeit von Natur und Technik, wie beispielsweise in Form von Photovoltaik- oder Biomasseanlagen, Windenergie oder wasserstoffbetriebene Pkw.

Die Suffizienz-Strategie zielt dagegen auf eine Verringerung des Konsums bzw. auf einen geringeren Ressourcenverbrauch. Sie beinhaltet eine Veränderung von Werten und Bedürfnissen in der Gesellschaft. Als Beispiele sind Konsumverzicht, die Nutzung von Car-Sharing oder Mitfahrgelegenheiten, aber auch die Praktizierung alternativer Ernährungsformen oder das Leben in Wohngemeinschaften zu nennen.

Quellen:
Belz, F.-M.; Bilharz, M.: Nachhaltiger Konsum: Zentrale Herausforderung für moderne Verbraucherpolitik. Consumer Science. Diskussionsbeitrag Nr.1. München 2005.

Linz, M.: Weder Mangel noch Übermaß. Über Suffizienz und Suffizienzforschung. Wuppertalpapers Nr. 145. Wuppertal 2004.

Weiterführende Quelle:
http://www.wuppertalist.org

Autor: KATALYSE Institut

Ökostromlabels

Ökostromlabels helfen bei der Wahl des Ökostromanbieters

Weil die Nachfrage nach Ökostrom in den letzten Jahren stark gestiegen ist, haben sehr viele Stromanbieter Ökostromtarife in ihr Angebotssortiment aufgenommen. Dabei fällt die Wahl eines guten Ökostromtarifs relativ schwer, weil es eine Vielzahl von Zertifikaten und Labels gibt, die statt Orientierung für Verwirrung sorgen.

Schon bei der Auswahl von einem geeigneten Stromanbieter können Probleme auftreten, da sich die Tarife unter den verschiedenen Stromanbietern unterscheiden. Dass die Wahl eines geeigneten Ökostromtarifs noch schwerer fällt, ist klar.

Die Zertifizierung von Ökostromtarifen

Oft unterscheiden sich die Bezeichnungen für Ökostrom von Stromanbieter zu Stromanbieter. Manchmal heißt er Grünstrom oder Naturstrom, manchmal Ökostrom oder sauberer Strom. Der Grund dafür liegt darin, dass der Begriff Ökostrom in Deutschland gesetzlich nicht definiert ist, was den Stromanbietern die Möglichkeit offen lässt, ihren Ökostrom mit dem Namen zu bewerben, den sie für richtig halten. Ökostromlabels sollen dieses Wirrwarr auflösen aber auch nicht jedes Label hat den selben Aussagewert und deshalb sollte man wissen, welches Label für echten Ökostrom mit zusätzlichem Umweltnutzen steht. Zusätzlicher Umweltnutzen bedeutet in dem Fall, dass der Stromanbieter den Ausbau erneuerbarer Energien finanziell fördern muss und das kann nicht mit jedem Label garantiert werden.

Auf die Qualität des Labels achten

Qualitative Labels heben sich von ihrer Konkurrenz ab, weil sie einen zusätzlichen Umweltnutzen bringen: mit dem Verkauf des hergestellten Ökostroms werden neue Ökostromprojekte finanziert.

Durch die Investition in neue Ökostromprojekte kann der Anteil konventioneller Energien auf dem Strommarkt reduziert werden. Damit verdrängt der Ökostrom konventionelle Stromanbieter automatisch. Stattdessen entsetehen neue Wind- und Wasserkraftwerke oder Solarkraftanlagen.

Besonders strenge Kriterien und damit eine hohe Aussagekraft haben insbesondere das OK-Power Label, das Grüner Strom Label und die Zertifizierungen vom TÜV.

Das sind die wichtigsten Labels auf dem Markt

Das OK-Power Label wird an Stromanbieter vom EnergieVision e. V. vergeben. Der Verein wird von der Verbraucherzentrale NRS, dem WWF Deutschland, dem Ökoinstitut und zahlreichen anderen gemeinnützigen Organisationen getragen. Jeder zertifizierte Ökostromtarif muss aus erneuerbaren Quellen stammen und die Stromanbieter verpflichten sich dazu einen Teil des Gewinns in neue Ökostromprojekte zu investieren. Die Anlagen zur Ökostromgewinnung müssen außerdem auch ökologische Standards erfüllen, damit es das Label gibt.

Das Grüner Strom Label wird von Grüner Strom Label e. V. vergeben und vom BUND und NABU sowie anderen gemeinnützigen Organisationen getragen.

Um die Zertifizierung zu erhalten, muss der Stromanbieter beweisen, dass der Ökostrom auch wirklich aus erneuerbaren Quellen gewonnen wird. Außerdem muss die Anlage zur Stromgewinnung wie beim OK-Power Label ökologische Mindestvoraussetzungen erfüllen.

Das Label gibt es, wenn der Strom nachweislich aus erneuerbaren Quellen oder Anlagen gewonnen wird, die die umweltfreundliche Kraft-Wärme-Kopplung nutzen. Der Förderbeitrag, der aus dem Stromverkauf gewonnen wird, muss in neue Ökostromprojekte fließen. Dass das Geld investiert wird, muss der Stromanbieter ebenfalls beweisen.

Zertifikate vom TÜV Nord / TÜV Süd / TÜV Rheinland

Vergabestellen für Ökostromzertifikate sind auch der TÜV Nord, der TÜV Süd und der TÜV Rheinland. Jedes Label bringt unterschiedliche Kriterien mit sich. Die Gemeinsamkeit: bei jedem Zertifikat muss der Ökostrom nachweislich aus regenerativen Quellen stammen und ein bestimmter Beitrag muss in den Ausbau erneuerbarer Energien Projekte fließen.

Das Besondere an den TÜV Labels: mit ihnen verpflichtet sich der zertifizierte Stromanbieter, dass der gewonnene Strom nicht aus Anlagen stammen darf, die älter als 6 und 12 Jahre alt sind. Dies soll die Modernisierung der Kraftwerke fördern, um die Effizienz bei der Ökostromherstellung zu gewährleisten.

Diese TÜV Zertifikate stehen für echten Ökostrom mit Zusatznutzen für die Umwelt:

  • TÜV Süd: „EE01“ und „EE02“
  • TÜV Nord: „geprüfter Ökostrom durch TÜV Nord CERT“
  • TÜV Rheinland: „100 % erneuerbare Energie“

 

Es werden nur Ökostromprodukte zertifiziert, keine Stromanbieter

Mit den oben aufgeführten Ökostromlabels und –zertifikaten werden keine Stromanbieter zertifiziert, sondern ausschließlich deren Ökostromprodukte, die separat hergestellt werden. Das bedeutet, dass auch ein Stromanbieter, der in erster Linie den Strom aus fossilen Brennstoffen gewinnt, ebenfalls ein gesondertes Produkt zertifizieren lassen kann. Zwar wird in dem Fall in den Ausbau erneuerbarer Energien Projekte investiert, jedoch werden weiterhin fossile Brennstoffe für die Hauptproduktion verwendet, weshalb der Umweltnutzen im Endeffekt doch nicht so groß ist. RWE und Vattenfall beispielsweise haben Ökostromzertifikate, auch wenn über 90 % des Stroms aus Kohle gewonnen wird.

Der größte Umweltnutzen entsteht, wenn der Strom von einem richtigen Ökostromanbieter bezogen wird. Es gibt in Deutschland neben den unzähligen kleinen, meist regional begrenzten Ökostromanbietern, vier Große:

  • Lichtblick
  • Naturstrom
  • Greenpeace Energy
  • EWS Schönau

Um sich von der Atom- und Kohleindustrie abzugrenzen, verzichten die Ökostromanbieter auf jegliche Zertifizierungen, die sie mit den entsprechenden Industrien in Verbindung bringen könnten.

Die Forderung eines einheitlichen Labels

Das OK-Power Label und das Grüner Strom Label genießen sowohl beim Verbraucherschutz als auch bei den Endkunden ein großes Vertrauen. Neben den beiden seriösen Labels, gibt es aber nach wie vor sehr viele andere Labels, die keine Aussagekraft besitzen und die Kunden hinter das Licht führen. Verbraucherzentralen setzen sich daher für eine einheitliche gesetzliche Definition von Ökostrom ein und wollen außerdem ein einheitliches Label schaffen, das endlich Licht ins Dunkle bringt. Labels ohne Aussagekraft würden demnach verboten werden.

Bis es soweit ist, bleibt nichts anderes übrig außer die Augen offen zu halten und sich vor einem Wechsel zu Ökostrom ordentlich zu informieren.

Weitere Informationen zu den Labels und zum Thema Ökostrom gibt es unter: http://energieinitiative.org/stromanbieter-wechseln/

Autor: Manfred Strecker (energieinitiative.org)

Standfestigkeit von Deponien

Damit bei Deponien keine Gefahren durch Rutschungen entstehen und keine Abfälle vom Deponiekörper nach außerhalb gelangen, muss die S. geprüft werden.

Die S. ist von der Böschungsneigung, der Art der eingebauten Abfälle, dem Deponieuntergrund und dem Wassergehalt der Deponie abhängig.

Autor: KATALYSE Institut

Sperrmüll

Als S. werden Abfälle bezeichnet, die wegen ihrer Sperrigkeit nicht zusammen mit dem Hausmüll eingesammelt werden.

In Westdeutschland fallen jährlich 41,6 kg S. pro Kopf an, die Bevölkerung der DDR produzierte 1988 34 kg pro Kopf. Die Zusammensetzung von S. steht in engem Zusammenhang mit der Größe der Mülltonnen. Stehen dem Verbraucher große Behälter zur Verfügung, so werden sperrige Bestandteile zum Hausmüll gegeben.

Die S.-Abfuhr ist regelmäßig oder auf Abruf. Bei regelmäßigen, zentralen Abfuhrterminen kann man noch benutzbare Gegenstände einsammeln, bevor sie abgefahren werden. Die Anonymität der regelmäßigen Abfuhr führt jedoch auch dazu, daß viele Bürger ihren Problemmüll (z.B. Lacke, Autobatterien (Blei-Akkumulatoren) etc.; Hausmüll) zusammen mit dem S. entsorgen, weswegen viele Kommunen mittlerweile zur Abfuhr auf Abruf übergegangen sind, da hierbei der Verursacher der Problemstoffe ausfindig gemacht werden kann.

Vergleiche auch Stichwörter: Lacke, Autobatterien und Blei-Akkumulatoren.

Autor: KATALYSE Institut

Sondermüllverbrennungsanlage

In der BRD existierten 1988 27 S., davon 14 in Nordrhein-Westfalen, 5 in Hessen und 4 in Bayern.

Von den 27 S. werden 6 öffentlich betrieben, die übrigen 21 befinden sich auf betriebsinternem Firmen- oder Krankenhausgelände. Der Vorteil der nicht öffentlich betriebenen S. besteht in den kurzen Transportwegen der Sonderabfälle, der Nachteil in der schlechteren Kontrollmöglichkeit der S. durch Aufsichtsämter. Im Oktober 1989 stellte die BRD die Abfallbeseitigung auf See ein. Ein Zubau entsprechender Verbrennungskapazitäten bzw. eine Abnahme der zu entsorgenden Sonderabfallmenge lag jedoch nicht vor.

Daher ist es nicht auszuschließen, daß ursprünglich für die Seeverbrennung vorgesehene hochchlorierte Kohlenwasserstoffe illegal beseitigt werden, etwa durch Zumischen zu Altölen oder durch Deklarierung und Weitergabe als Wirtschaftsgut. Die S. unterscheidet sich von der Hausmüll-Verbrennungsanlage zunächst durch eine breitere Variation der zur Verbrennung kommenden Einsatzstoffe. Während dem Transport und der Lagerung dieser Stoffe können Emissionen giftiger oder brennbarer Substanzen in die Luft eine zusätzliche Gefährdung darstellen. Die Verbrennung selbst erfolgt in Drehrohröfen bei Temperaturen, die meist höher liegen als bei Hausmüllverbrennungsanlagen.

Emissionen von S.: Die Art der emittierten Schadstoffe unterscheidet sich kaum von der aus Hausmüllverbrennungsanlagen emittierten Schadstoffe, jedoch ist bei S. mit höheren Emissionsspitzen zu rechnen. Ein höheres Gefährdungspotential ist daher durch kurzfristige Emissionsspitzen denkbar. Die Belastung durch Dioxine und

Furane ist bei S. gewöhnlich kleiner als bei Hausmüllverbrennungsanlagen, da meist eine homogenere Stoffzusammensetzung als beim Hausmüll vorliegt, auf die die Verbrennungsbedingungen eingestellt werden können. Selbst bei der Verbrennung von PCB liegen die Dioxin/Furan-Emissionskonzentrationen unterhalb der durchschnittlichen Emissionskonzentration von Hausmüllverbrennungsanlagen.

Die Menge an emittierten Schadstoffen von S. hängt von der Verbrennungstemperatur und der Verweilzeit der Schadstoffe in der Hochtemperaturzone ab. Je höher beide Größen sind, desto geringer ist der Schadstoffausstoß über die Abgase.

Rückstände aus S.: Aufgrund der höheren Verbrennungstemperaturen liegt dieSchlacke aus S. meist schmelzflüssig vor. Die Schadstoffe sind damit stärker in die glasartige Masse eingebunden und können aus dieser weniger gut herausgelöst werden, als dies bei den Schlacken aus Hausmüllverbrennungsanlagen der Fall ist. Damit ist das Gefährdungspotential der Schlacke aus S. eher geringer einzuschätzen als bei der Schlacke aus der Hausmüllverbrennung.

Die Tatsache, daß die Gefahrenpotentiale durch Emissionen und Schlacken aus S. häufig ähnlich oder sogar geringer als bei der Hausmüllverbrennung einzustufen sind, belegt nicht das geringe Gefahrenpotential von S., sondern vielmehr das hohe und häufig unterschätzte Gefahrenpotential bei der Hausmüllverbrennung.

Autor: KATALYSE Institut

Sondermülldeponie

Die Deponierung stellt das letzte Stadium beim Umgang mit Sonderabfällen dar.

 

Sie ist auf Dauer angelegt und i.d.R. einEndlager für die abgelagerten Sonderabfälle. Sonderabfälle sollten möglichst getrennt nach Abfallsorten deponiert werden, um chemische Reaktionen der Abfälle untereinander zu vermeiden.
Ein Problem bei der Deponierung von Sonderabfällen ist die Annahmekontrolle. I.a. ist es nicht möglich, aus einer mehrere t umfassenden Sonderabfallieferung eine repräsentative Stichprobe zur Analyse zu ziehen. Daher ist eine Falschdeklaration und Falscheinlagerung nicht völlig auszuschließen.
Bei S. unterscheidet man zwischen oberirdischen und unterirdischen S.:

1. Oberirdische S.:
Bis Ende der 60er Jahre war man der Ansicht, Sonderabfälle und Siedlungsabfälle (
Abfall) gemeinsam ablagern zu können. Diese Art der Ablagerung führte zu einer Erhöhung der Schadstoffe im Deponiesickerwasser und den gasförmigen Emissionen (Deponiegas), so daß seit Mitte der 70er Jahre solche Mischdeponien nicht mehr betrieben werden.

1983 gab es in der BRD 79 oberirdische S. Die überwiegende Zahl sind betriebseigene Deponien. 1990 existierten in Westdeutschland 9 öffentlich zugängliche S. (s. Tab. zu Deponie). Die TA Abfall setzt eindeutige Zuordnungskriterien, welche Sonderabfälle oberirdisch deponiert werden dürfen. Jedoch sind die in der TA Abfall festgelegten Grenzwerte für Schadstoffe imSickerwasser i.d.R. höher als die entsprechenden Grenzwerte in der Schweiz oder in Österreich.

Die Kosten der Sonderabfalldeponierung betragen in Deutschland derzeit (1990) 300 DM/t.
Emissionen bei oberirdischen S.: Die Emissionen von S. beschränken sich im wesentlichen auf Sickerwasser, dessen Beschaffenheit bestimmt wird durch die Kontaktzeit zwischen Niederschlagswasser und Sonderabfall sowie durch den pH-Wert des Sonderabfalls. Die Schwermetallbelastung im Sickerwasser ist um so größer, desto saurer es ist. Aufgefangene Sickerwässer lassen sich reinigen, die dabei entstehenden Rückstände sind wiederum auf S. abzulagern. Eine Umfrage aus dem Jahre 1988 belegt, daß von 73 S.-Betreibern 31 (meist kleinere Spezialdeponien) kein Sickerwasser auffangen!

Z.T. werden Sonderabfälle vor ihrer Deponierung mit Schlämmen vermischt, um die Schadstoffkonzentration zu senken. Dies erhöht jedoch die Sonderabfallmenge und muß, unter Berücksichtigung des kleiner werdenden Deponieraumes, kritisch überprüft werden.
Weiterhin stellen adsorptiv gebundene Öle im Hinblick auf die unübersehbaren Reaktionsmöglichkeiten in der S. langfristige Quellen unerwünschter Umweltbelastungen dar.

Sicherheit von oberirdischen S.: Hinsichtlich der Langzeitsicherheit einer S. ist die natürliche Eignung des Standortes in Form eines sehr gering durchlässigen, natürlichen Untergrundes (z.B. Ton- oder Mergelschicht) eine wichtige Voraussetzung. Bei allen Bemühungen um eine gute Abdichtung der S. darf nicht davon ausgegangen werden, daß Dichtungssysteme einen Schadstoffaustrag aus S. langfristig verhindern können. Die Vermeidung von Sonderabfällen muß daher im Vordergrund aller Bemühungen stehen.

2. Unterirdische S.:
Sonderabfälle, die extrem langlebig oder gut wasserlöslich sind, müssen aus der Biosphäre ferngehalten werden. Derzeit wird hierfür die Ablagerung inUntertagedeponien von den politischen Entscheidungsträgern für den geeignetsten Weg gehalten. Gegenwärtig gibt es jedoch noch kein praktikables und aussagefähiges Bewertungsverfahren zur Beurteilung der Langzeitsicherheit von Untertagedeponien für Sonderabfälle.

Der Rat der Sachverständigen für Umweltfragen empfiehlt daher, sich an den Sicherheitskriterien für die Deponierung von radioaktiven Abfällen zu orientieren. Es ist damit zu rechnen, daß die Kapazitäten für die Untertagedeponierung in den nächsten Jahren ausgebaut werden.

Autor: KATALYSE Institut

Sondermüll

siehe Sonderabfälle

Autor: KATALYSE Institut

Sonderabfälle

S. sind Abfälle, die nach Art, Beschaffenheit und Menge in besonderem Maße gesundheits-, luft- oder wassergefährdend, explosiv oder brennbar sind oder Erreger übertragbarer Krankheiten enthalten können.

Der Begriff S. ist in jedem Bundes- und EG-Land unterschiedlich definiert. Dies führt dazu, daß ein bestimmter
Abfall in einem oder mehreren Ländern nachweispflichtig und damit S. ist, während Abfall derselben Art in anderen Ländern nicht nachweispflichtig und somit auch kein S. ist! Schwankungen in der S.-Menge beruhen oft auf unterschiedlichen bzw. sich ändernden Definitionen und weniger auf einer tatsächlichen Erhöhung bzw. Verringerung des S.-Aufkommens (s. Tab).

Das Bundeskabinett hat am 28.6.1989 die Neuordnung der S.-Entsorgung in Deutschland verabschiedet. Nach den Beschlüssen des Bundesrats werden insb. Filterstäube, Schlacken und Aschen aus Dampferzeugern, Kiesabbrände und Elektroofenschlacken aus dem S.-Katalog herausgenommen. Die Nichteinbeziehung dieser Abfallsorten in die Kategorie S. kann bewirken, daß besondere Anreize zur Vermeidung und Verwertung dieser Abfälle entfallen, die ansonsten bei den hohen S.-Beseitigungskosten gegeben gewesen wären.

In Westdeutschland werden derzeit 76,4% der S. in außerbetrieblichen Anlagen entsorgt. Hierfür stehen 12 oberirdische und 3 unterirdische öffentlich zugänglicheSondermülldeponien (2,6% der S. enden auf Hausmüll- oder Bauschuttdeponien) sowie 6 Sondermüllverbrennungsanlagen zur Verfügung. 10,6% der S. werden an weiterverarbeitende Betriebe oder den Altstoffhandel abgegeben, und 13% werden in betriebseigenen Anlagen entsorgt (9,2% Verbrennung, 3,8% Deponie).

S., für die keine Entsorgungskapazitäten vorhanden sind, werden exportiert (Abfalltourismus, Giftmüllexport).

Autor: KATALYSE Institut

Siedlungsabfälle

Sammelbegriff für Abfälle, die im Rahmen der kommunalen Abfallbeseitigung eingesammelt werden.

S. setzen sich aus Hausmüll, hausmüllähnlichem Gewerbemüll, Sperrmüll sowie Garten- und Grünabfällen aus öffentlichen Grünanlagen zusammen.

Autor: KATALYSE Institut

Sickerwasser

siehe Deponiesickerwasser, Grundwasser

Autor: KATALYSE Institut

Sekundärrohstoffsystem

(Sero-System) Durch Rohstoff- und Devisenknappheit war man in der DDR gezwungen, ein funktionsfähiges S. zu unterhalten, das den in Haushalten und Gewerbe anfallenden Müll (Hausmüll) kanalisierte und einer Wiederverwertung (Recycling) zuführte.

In einem flächendeckenden Netz von über 1.100 Annahmestellen konnten die Verbraucher Papier, Glas, Alttextilien, Kunststoffe etc. abgeben (Altpapier, Altglas, Kunststoffrecycling). Die S.-Betriebe stellten die stoffliche Verwertung sicher. Noch 1989 wurden durch dieses System 1,5 Mio t Wertstoffe erfaßt. Zwar kostete den Staat der Unterhalt des S. erhebliche Subventionen, doch konnten auf diese Weise Energie, Rohstoffe und Deponieraum gespart werden.

Nach der Wiedervereinigung und dem Wegfall der Subventionierung brach das S. zusammen, dafür erhöhte sich die jährliche Hausmüllmenge von 180 kg auf ca. 300 kg pro Bürger der neuen Bundesländer.

Autor: KATALYSE Institut

Rotte

siehe Kompostierung

Autor: KATALYSE Institut

Rotschlamm

siehe Aluminiumherstellung

Autor: KATALYSE Institut

Pyrolyse

Als P. bezeichnet man die Zersetzung von festen oder flüssigen Stoffen bei hohen Temperaturen (400-700 Grad C) unter Sauerstoffausschluss.

 

Die P. wird in verschiedenen Bereichen angewendet, u.a. beim Cracking von Benzin, zur Behandlung von Klärschlamm und zur energetischen Nutzung von Biomasse. Häufigster Anwendungsbereich ist die P. von Kunststoffgemischen und Altreifen. Hierbei entstehen P.-Gase (ca. 40 Gew.-%), leichte und schwere P.-Öle (ca. 25 Gew.-%) sowie etwa 30% Abfallstoffe, die wegen ihres Schadstoffgehalts speziell entsorgt werden müssen. Die Gase können zur Strom- und Wärmeerzeugung eingesetzt werden, die Öle lassen sich wieder in der chemischen Industrie einsetzen.

Die Entstehung von Dioxinen und Furanen lässt sich nicht mit letzter Sicherheit ausschließen. Als Verfahren zum Kunststoffrecycling ist die P. ungeeignet, da die Menge der entstehenden, nicht zur Kunststoffproduktion verwendbaren Substanzen im Vergleich zu anderen Recyclingverfahren sehr hoch ist. Aktuelle Weiterentwicklungen auf dem Gebiet der P. werden unternommen, um verstärkt den nach entsprechender Trennung und Aufbereitung anfallenden Restmüll einer Verwertung zuzuführen. Dennoch bleibt immer ein zu deponierendes Restvolumen, das mit Schadstoffen hoch belastet ist. Eine abschließende Bewertung der P. ist derzeit nicht möglich.

Lit.: U.Förstner: Umweltschutztechnik, 2.Auflage, Berlin 1991

Autor: KATALYSE Institut