Licht

Licht gehört zur elektromagnetischen Strahlung, es umfasst den für Menschen sichtbaren Spektralbereich zwischen UV-Strahlung und Infrarotstrahlung.

Natürliches Tageslicht ist für das menschliche Wohlempfinden von grosser Bedeutung. Kein noch so ausgeklügeltes Beleuchtungssystem auf Kunstlichtbasis kann das natürliche Tageslicht (bis heute) ersetzen. In Räumen sollte daher für eine ausreichende Tageslichtnutzung gesorgt werden.
Licht nimmt in vielfältiger Weise Einfluss auf Hormonhaushalt und Stoffwechsel. Minderwertiges Kunstlicht, wie es zum Beispiel handelsübliche Leuchtstoffröhren abgeben, kann den Hormonhaushalt durcheinanderbringen. So steigt der Spiegel des Antriebs- und Stresshormons Cortisol, während der Körper gleichzeitig das beruhigende Hormon Melatonin produziert, das normalerweise die Sonne erst mit ihrem Abendlicht stimuliert. Ein solches hormonelles Wechselbad kann gesundheitliche Folgen haben.
Neben dem oft einseitig verschobenem Lichtspektrum können schlechte Ausleuchtung (Beleuchtung), Lichtblendung und Lichtflimmern eine Rolle spielen.
Auch wenn die medizinische Forschung über die Folgen unnatürlicher Beleuchtung noch in den Anfängen steckt, werden eine Reihe von Krankheiten mit Kunstlicht in Zusammenhang gebracht: verminderte Arbeits- und Konzentrationsfähigkeit, Kopfschmerzen und Augenbrennen, Anstieg von Stress und Reizbarkeit, Störungen im Biorhythmus, Gewichtszunahme und ganzjährige "Winterdepression".
Gegen Störungen des Biorhythmus bis hin zur Heilung von Depressionen wird besonders starkes Licht ausgewogener Spektralzusammensetzung in der Lichttherapie eingesetzt.
Zu welchem Leuchtmittel und welcher Lampenart bei der Wahl von Kunstlicht gegriffen werden soll, hängt in erster Linie von der konkreten Beleuchtungsfunktion ab. Eine generelle Empfehlung kann nicht ausgesprochen werden, da kein Lampensystem in Lichtqualität, Innenraumbelastung und Energieverbrauch überzeugen kann; vor allem Halogenlampen und Leuchtstoffröhren kommt es auf die richtige Systemwahl an, um mögliche gesundheitliche Schäden gering zu halten.
Licht ist einer der wichtigsten abiotischen faktoren. Das Lichtspektrum von 300 nm bis in den Infrarotbereich von 1.100 nm Wellenlänge kann von Pflanzen und Tieren verarbeitet werden. L. dient v.a. als Energiespender bei Pflanzen (Photosynthese) durch chemische Umwandlung.
Auch die Aktivität vieler Tiere wird durch den Hell-Dunkel-Wechsel gesteuert bzw. durch jahreszeitliche Veränderungen der Tageslänge.

Autor: KATALYSE Institut

Leuchtstoffröhren

In L. wird Quecksilberdampf durch Elektronenstöße (Elektron) angeregt.

Die Quecksilberatome geben UV-Strahlung ab, die vom Leuchtstoff, der auf das Röhrenglas aufgeschlämmt ist, in sichtbares Licht umgewandelt wird (Lumineszenzprinzip). Je nach Leuchtstoff lassen sich Helligkeit und Lichtfarbe variieren.
Bei gleichem Stromverbrauch ist die Lichtausbeute bis zu zehnmal höher als bei Glühbirnen und die Lebensdauer sechs- bis achtfach länger.
Nachteile der L.: Aufgrund des Betriebs von L. mit 50 Hertz Wechselspannung kommt es zum störenden Flimmern. Abhilfe: Hochfrequenzwandler, die die L. mit 30.000 Hz betreiben, eliminieren das Flimmern und reduzieren zusätzlich den Stromverbrauch.
L. geben im Gegensatz zum Tageslicht (Licht) kein kontinuierliches Lichtspektrum ab. L. mit ungünstigem (meist bläulichem) Lichtspektrum können Wohlempfinden und Gesundheit beeinträchtigen (Licht). Seit einigen Jahren gibt es aber auch L., die dem natürlichen Lichtspektrum nahekommen. Typenbezeichnungen: z.B. "tageslicht", "tageslicht de luxe" und "truelite".
Die sog. Vollspektrallampen sind L., die neben Licht auch UV-Strahlung emittieren. Da von UV-Strahlung nicht nur Nutzen ausgeht (UV-Strahlung, Grauer Star, Hautkrebs), sollten diese Lampen nur in der UV-Therapie eingesetzt werden, nicht aber zur Normalbeleuchtung.
L. enthalten etwa 15-30 mg Quecksilber. Sie dürfen nicht zerstört werden, da dann giftige Quecksilberdämpfe freigesetzt werden. Die sachgerechte Entsorgung erfolgt über Schadstoffsammelstellen, die L. einem Quecksilber-Recycling zuführen.
Bis 1983 fanden PCB-haltige Kondensatoren Verwendung bei L.. Infolge von Undichtigkeiten und Überhitzung können PCBs austreten und in die Raumluft gelangen. PCB-haltige Kondensatoren wurden v.a. in der Industrie und öffentlichen Gebäuden eingesetzt und sollten von Fachleuten ausgetauscht und entsorgt werden.
Eine Weiterentwicklung der L. stellt die Energiesparlampe dar.

Autor: KATALYSE Institut

Leuchtfarben

L. für z.B. Zifferblätter in Uhren, Kompassen oder Flugzeuginstrumenten enthielten früher das radioaktive Radium-226 (Radioaktivität) als aktiven Stoff.

Arbeiterinnen, die die Farbe auftrugen (und ab und zu den Pinsel mit den Lippen anspitzten!), erlitten schwere Strahlenschäden bis hin zu tödlich verlaufenden Knochenkrebserkrankungen. Zifferblätter alter Uhren sollten nicht in den Mund genommen werden (Vorsicht bei Kindern!). Die Verwendung von Radium als L.-Zusatz wurde 1960 eingestellt. Aber auch heute werden radioaktive Stoffe zur Anregung von L. in Uhren und Anzeigeinstrumenten eingesetzt.
Verwendung finden in erster Linie Tritium und Promethium-147. Die Belastungen liegen zwar niedriger als beim Radium, jedoch kann Tritium aus den Uhren herausdiffundieren und über Inkorporation vom Menschen aufgenommen werden. Die Belastung der Beschäftigten in der L.-Industrie ist auch heute noch sehr hoch (Strahlenbelastung). I.d.R. werden heute jedoch nicht-radioaktive Stoffe als L. eingesetzt, Stoffe die eine Phosphoreszenz zeigen (Nachleuchten nach einer Bestrahlung mit Licht).

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Leningrader Summenformel

Die L. bietet die Möglichkeit, die Belastung durch von Baustoffen ausgehender ionisierender Strahlung (Radioaktivität) abzuschätzen.

Zur Vereinfachung werden in der L. die Aktivitäten der drei wichtigsten natürlichen Radionuklide (Kalium-40, Radium-226, und Thorium-232) eingesetzt. Liegt das Ergebnis unter 1, so wird eine Strahlendosis von 1,5 mSV (Sievert) pro Jahr bei täglich 18stündigen Aufenthalt in einem aus ausschließlich diesem Baustoff gebauten, tür- und fensterlosen Raum nicht überschritten.
Da die zulässige Belastung im Vergleich relativ hoch ist, sollte man bei Neubauten darauf achten, dass Baustoffe verwendet werden, bei denen das Ergebnis der L. unter 0,5 bleibt.

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Leimfarben

siehe: Kalkfarben

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Leim

siehe: Klebstoffe

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Leichtbetonsteine

L. werden mit Zement als Bindemittel und verschiedenen Zuschlägen hergestellt.

Nach DIN 18152 unterscheidet man L. nach ihren Zuschlägen Blähton und Bims (Natur- oder Hüttenbims). Als weiterer Zuschlag für L. kann Ziegelsplitt eingesetzt werden. Der Primärenergiebedarf zur Herstellung aller L., bis auf Blähton- (339 kWh/m3) und Hüttenbims-L., ist i. Vgl. zu anderen Mauerwerkssteinen mittel bis gering (Naturbims 203 kWh/m3). Mittlerweile sind auch L. auf dem Markt, die mit unvermörtelter Stoßfuge vermauert werden können. L. können mit Einschränkung als ökologisch empfehlenswert eingestuft werden.

siehe auch: k-Wert

Autor: KATALYSE Institut

Lehm

L. und Holz waren die einzigen Grundbaustoffe für den Hausbau der frühen Germanen.

Der Baustoff L. ist ein Gemisch aus den Verwitterungsgesteinen Ton und Sand (Schluff bis Kies). L. kann von Ort zu Ort sehr unterschiedlich aufgebaut sein. Enthält es viele bindige Bestandteile, d.h. feine, tonige Teilchen, so bezeichnet man ihn als "fett". L. mit hohem Sandanteil nennt man "mager". Die Farbe variiert von Braun- über Rot- bis zu Gelbtönen, je nachdem, welche im Ton enthaltenen Metallverbindungen überwiegen. L. erhärtet ausschließlich durch Lufttrocknung. Da er nicht chemisch abbindet wie Kalk oder Zement, besitzt er die Eigenschaft, bei erneuter Wasserzugabe wieder plastisch und formbar zu sein, also völlig wiederverwendbar (Recycling). Das bedeutet aber auch, daß er nicht beständig ist gegen Feuchtigkeit. Durch konstruktive Maßnahmen (d.h. große Dachüberstände, Putze, Bekleidungen, Mauersockel) können Probleme durch Regen und Spritzwasser konstruktiv umgangen werden.
L. ist ein Wand- und Deckenbaustoff, der in weiten Teilen der Erde eine lange Tradition hat. Er eignet sich für die Herstellung von Steinen, Putz, Mörtel, ganzen Wänden und zu Ausfachungen von Fachwerken und Geschoßdecken. In Deutschland gewinnt er wieder an Beliebtheit, v.a. aufgrund der guten bauphysikalischen und umweltfreundlichen Eigenschaften. L. ist sorptionsfähig (Sorptionsvermögen), hygroskopisch, bindet Gerüche, regeneriert die Raumluft, gibt keine giftigen Gase und Dämpfe ab, brennt nicht, konserviert

Holz, hat ein gutes thermisches Verhalten, ist wärmespeicherfähig (k-Wert), hat gute Schallschutzeigenschaften, ist langfristig verfügbar, ist wiederverwendbar, ist regional verfügbar, ist vom Material her sehr billig und kann in Eigenleistung verbaut werden. Die gewerbsmäßige Verarbeitung scheitert meist an den hohen Lohnkosten.
L. wird in verschiedenen Ausführungen für den Hausbau verwendet. Wände aus Stroh-L. oder Blähton-L. werden wegen der verbesserten Wärmedämmeigenschaften bevorzugt als Außenwände aufgebaut. Innenwände werden wegen erhöhter Wärmespeicherfähigkeit (k-Wert) aus Stampf-L. erstellt. Man unterscheidet drei verschiedene Bautechniken: an Ort und Einbaustelle in Schalung gestampfter L. oder L.-Gemisch, L. wird von Hand in einzelnen Steine, Platten und Blöcke geformt, getrocknet und dann vermauert und Fachwerkausfachungen deren Geflecht z.B. aus Weidenruten mit L. beworfen werden.
Baubiologisch und ökologisch gesehen ist L. zusammen mit
Holz das ideale Baumaterial.

Autor: KATALYSE Institut

Latexfarben

L. enthalten als Bindemittel entweder synthetisch hergestellten Styrol-Butadien-Latex oder, wie in Naturfarben, natürlichen Latex, also Kautschukmilch.

Natur-L. zeichnen sich im Gegensatz zu den Synthese-Latex-Produkten durch gute dampfdiffusions- und technische Eigenschaften aus.

siehe auch: Lacke und Anstrichfarben, Styrol-Butadien-Latex, Kautschukmilch

Autor: KATALYSE Institut

Lasur

Dünnschichtige, offenporige Beschichtung, die besonders für die Beschichtung von Holzoberflächen geeignet ist.

Produkte unter 10% Lösemittel zumeist auf Acrylatbasis können mit dem Umweltzeichen ausgezeichnet werden. Diese können aber aufgrund der Alkalibeständigkeit des Bindemittels nur lösemittelhaltig abgebeizt werden.
Ansonsten sind L. ohne Vorbehandlung durch Überstreichen renovierbar. L. müssen im Außenbereich wegen geringer Schichtdicke relativ häufig erneuert werden. L. von Naturfarbenherstellern sind wegen eingesetzter Baumharze als Bindemittel sehr gut für die Behandlung von Holzoberflächen geeignet.

 

siehe: Naturfarben

Autor: KATALYSE Institut

Lacke und Anstrichfarben

Lacke sind aus Filmbildnern, Farbstoffen bzw. Pigmente, Lösemitteln sowie Hilfsstoffen zusammengesetzt

Filmbildner bestehen aus Bindemitteln, die auf dem Untergrund haften und die Farbmittel tragen, und aus Weichmachern, die eine Versprödung des Films verhindern sollen. Bindemittel aus Naturharzen wie Kolophonium und Mastix oder Dammar enthalten natürliche Stoffe, die Weichmacherfunktion übernehmen.
Kunstharzbindemittel müssen von den sie bildenden Bausteinen, den Monomeren, gereinigt werden, weil diese oft gesundheitsschädlich sind, so daß extra Weichmacher hinzugesetzt werden müssen, um den Film elastisch zu erhalten. Diese Weichmacher machen bis zu 50 Gewichtsprozent des Filmbildners aus.
Als Kunstharze werden Acrylatharze, Epoxidharze, Polyurethanharze, Polyesterharze u.a. verwendet.
Als halbsynthetische Bindemittel werden Alkydharze und Nitrocelluloseharze bezeichnet, die durch chemische Umwandlung von Leinöl bzw. Zellulose hergestellt werden. Aus den Namen der Bindemittel werden die Benennungen der Lacke abgeleitet, z.B. Alkydharzlacke oder Nitrocelluloselacke.
Im Filmbildner sind die Farbstoffe oder die Pigmente sowie Füllstoffe enthalten, die die Deckkraft erhöhen sollen. Farbstoffe kommen in der Natur in großer Vielfalt vor und werden von alters her zum Färben von Oberflächen oder Textilien verwendet. Bekannt sind Henna, Indigo, Krapp, Purpur und Reseda.
Alle Abfälle bei der Gewinnung natürlicher Farbstoffe sind kompostierbar. Im Gegensatz dazu ist die Produktion künstlicher Farbstoffe sehr abfallintensiv. Während der Herstellung sind die Arbeiter häufig krebserzeugenden Arbeitsstoffen ausgesetzt, wie z.B. den aromatischen Aminen. Pigmente sind feste, unlösliche Teilchen, die in größerer Menge zugegeben werden müssen, da nur die sichtbare Oberfläche der Teilchen auch farbig wirkt.
Natürliche Pigmente sind Kreide und Erdfarben, die ihre Namen häufig nach dem Gewinnungsort tragen. Synthetische Pigmente sind entweder Salze von Schwermetallen wie Blei, Cadmium, Chrom und Titan, die teilweise sehr gesundheitsschädlich sind und daher mehr und mehr ersetzt werden durch synthetische organische Pigmente, die aus Erdölprodukten hergestellt werden.
Diese Mischung aus Bindemitteln mit Weichmachern und Farbstoffen oder Pigmenten wird nun in Lösemitteln aufgenommen, um sie filmbildend und verfließbar zu halten. Damit sie verarbeitet werden kann, wird noch mehr Lösemittel hinzugegeben, so dass der Lack bis zu 70 Prozent aus Lösemitteln besteht, die nach der Verarbeitung verdunsten und den Film entstehen lassen. Man kann aber auch diese Mischung mit Hilfe von Emulgatoren im Wasser fein verteilen und erhält somit eine Dispersion. Bei Wandfarben wurden schon immer Dispersionen verwendet, da sich Casein und Leim sehr gut in Wasser dispergieren lassen.
Erst seitdem Lösemittel in die Gesundheits- und Umweltdiskussion geraten sind, werden auch bei Lacken Dispersionen hergestellt, und zwar hauptsächlich mit Acrylaten. Lacke, die weniger als zehn Prozent chemische Lösemittel enthalten, können mit dem Umweltzeichen ausgezeichnet werden. Neben der Lösemittelbeschränkung sind auch andere Stoffe begrenzt, so z.B. Schwermetalle. Jedoch ist es nach wie vor erlaubt, bis 0,5 Prozent bleiorganische Verbindungen als Trockenstoffe zu verwenden, obwohl es andere, weniger schädliche schwermetallorganische Verbindungen gibt, die den Film durch katalytische Reaktion erhärten lassen.
Als Hilfsstoffe finden noch sogenannte Topfkonservierer Verwendung, die die noch nicht verarbeiteten Lacke vor mikrobiellem Befall schützen. Früher wurde zu diesem Zweck Formaldehyd verwendet, das ein starkes Allergen ist und im Verdacht steht, Krebs zu erzeugen. Heute werden zur Topfkonservierung Stoffe verwendet, die nach und nach Formaldehyd in geringen Mengen freisetzen, die jedoch ausreichen, bei sensiblen Menschen Allergien auszulösen.
Auch andere Fungizide wie z.B. zinnorganische Verbindungen sind gesundheitsschädlich und in der Innenraumluft gestrichener Räume nachweisbar. Naturfarbenhersteller verzichten auf Topfkonservierer, da die verwendeten Balsamterpene pilzhemmende Eigenschaften haben. Innerhalb eines halben bis eines ganzen Jahres sollten Lacke jedoch verarbeitet werden.

Autor: KATALYSE Institut

KWK

siehe Kraft-Wärme-Kopplung

Autor: KATALYSE Institut

Kunstharzputz

Der K. besteht aus organischen Bindemitteln, wie Polyester-Harze, Polyurethan-Harz, Epoxidharz, Methylmethacrylatharz und mineralischen Zuschlägen wie Sand, sowie organischen Lösemitteln.

Die Rohstoffe für die organischen Bindemittel sind die zusammenfügende Komponente in mehrkomponentigen Produkten (Beton, Gips, Zement).Bindemittel und Lösemittel haben ihren Ursprung im Erdöl und sind daher begrenzt. Die Herstellung der organischen Bindemittel erfolgt in der chemischen Industrie durch Erdölspaltung, Destillation, Synthese der Ausgangsverbindungen, Polymerisation und Aufbreitung. Die Herstellung der Kunstharze ist sehr energieintensiv und je nach Art und Freisetzung des Bindemittelanteils mit erheblichen umweltgefährdenden Emissionen verbunden.

Eingesetzt werden die K. als Außenputz. Bei der Verarbeitung entsteht die Gefahr von Hautschäden, Augenreizen, Allergie und Asthma. Epoxidharze auf der Basis von Epichlorhydrin zeigten sich in Tierversuchen als krebserregend, Polyurethan enthält Isocyanate, Methylmethacrylate stehen in der MAK-Wert-Liste als gesundheitsgefährend. Der K. ist wasserdicht, nicht sorptionsfähig und schlagregensicher und kann ggf. während der Nutzungsphase Schadstoffe aus Bindemitteln ausgasen. Die Entsorgung ist aufgrund der organischen Bindemittel und Zusätze problematisch.

Autor: KATALYSE Institut

Kunstharzfarben

Binderfarben oder Latexfarben mit synthetisch hergestellten Bindemitteln faßt man unter K. zusammen.

Bindemittel können Polyacrylat, Polyvinylacetat, Ethylenvinylacetat oder Styrol-Butadien-Latex u.a. sein. Produkte sind meist grob-dispers und dringen daher nicht sonderlich gut in den Untergrund ein. Ihre gute Isolatorwirkung kann zu elektrostatischen Aufladungen mit einhergehenden höheren Anschmutzungseigenschaften führen.
In den alten Bundesländern in einer Menge von über 500.000 t pro Jahr verwendet. Alternativen sind Naturharzfarben, Naturfarben, Lacke und Anstrichfarben.

Autor: KATALYSE Institut

Kraft-Wärme-Kopplung

Die Kraft-Wärme-Kopplung beruht darauf, die Abwärme der Kraftwerke zum Wärmeverbraucher zu transportieren und dort zum Heizen und zur Warmwasserbereitung zu nutzen (Fernwärme und Nahwärme). Überschüssiger Strom wird in das Stromnetz eingespeist.

Kraft-Wärme-Kopplung-Anlagen (KWK-Anlagen) erzeugen gleichzeitig Strom und Wärme und werden meistens dezentral/vor Ort (Blockheizkraftwerke) eingesetzt. Dabei kommen Diesel-, Gas oder Biogasmotoren, Gasturbinen, Dampfmotoren und -turbinen sowie Brennstoffzellen zum Einsatz. Genutzte Energieträger sind Erdgas, Heizöl, Biogas, Pflanzenöl, Holzpellets oder Hackschnitzel.
Bei der Erzeugung von Strom in konventionellen Kraftwerken wird im Durchschnitt nur 41% der im Brennstoff enthaltenen Energie in Strom umgesetzt (vgl. Umweltbundesamt 2010). Der Rest geht als Abwärme an die Umwelt verloren (Kühlturm). KWK-Anlagen haben dagegen einen höheren Wirkungsgrad, da sie bis zu 90% des Brennstoffs in Endenergie umwandeln können.

Die KWK-Anlagen sind je nach Bedarf unterschiedlich groß bzw. leistungsstark. Sogenannte Mini-KWK des unteren Leistungssegments sind durch Nutzung der Nächst-Wärme bei Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie im Kleingewerbe geeignet. Seit April 2012 gibt es über das Mini-KWK-Programm wieder Förderungen für kleine Wärmeanlagen.

Ein
Blockheizkraftwerk besteht meist aus einem KWK-Aggregat zur Strom- und Wärmeerzeugung und einem Heizkessel, um Spitzenlasten  (z.B. im Winter) und Ausfälle/Wartungen auszugleichen.
Durch einen Pufferspeicher zur Aufnahme überschüssiger Wärme können Schwankungen im Strombedarf ausgeglichen werden. „Mit dieser Auslegung decken Blockheizkraftwerke zwischen 50 und 75 % des gesamten Heizwärme- und Warmwasserbedarfs eines Gebäudes“ (Bundesumweltamt 2010).  Wegen der hohen Leitungsverluste beim Verteilen der Fernwärme ist der Einsatz von KWK vor allem in Verbrauchernähe sinnvoll (dezentrale Energieversorgung). Besonders geeignet ist die KWK, wenn über das Jahr ein gleichmäßiger und hoher Wärmebedarf besteht (vgl. Umweltbundesamt 2012).

Die Kraft-Wärme-Kopplung trägt zum Umwelt- und Klimaschutz einen wesentlichen Beitrag bei. So wird weniger Primärenergie gebraucht (Minderung des Energieträgereinsatzes) und es findet einerseits eine Ressourceneinsparung statt und andererseits wird 34 Prozent weniger CO2 im Vergleich zur konventionellen Stromerzeugung ausgestoßen (vgl. BMU 2009). Zusätzlich wird der Schadstoffausstoß vermieden (geringerer Ausstoß von Schwefeldioxid, Stickoxiden und Kohlenmonoxiden als in Kohlekraftwerken). Allerdings muss hierbei auch zwischen den verschiedenen KWK-Anlagen (Größe, Brennstoff, Stromkennzahl) unterschieden werden. Solche Anlagen, die mit Biogas, Heizöl oder Pflanzenöl arbeiten, haben zu meist einen höheren Ausstoß an NOx (Stickoxide) und CO (Kohlenstoffmonoxid) als moderne Kohlekraftwerke. Es wird auch geraten, auf die hohe Lärmemissionen zu achten und das
Blockheizkraftwerk (BHKW) möglichst in einem separaten Heizhaus oder im Keller aufzustellen.

Durch eine KWK-Vergütung, die im KWK-Gesetz und
EEG geregelt ist, wird der Betrieb der Kraft-Wärme-Kopplung gefördert. 2010 kamen etwa 15,8 Prozent der Nettostromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung-Anlagen (ein Anstieg von 2,3 Prozent seit 2003) (vgl. Umweltbundesamt 2010).

Zusätzlich gibt es auch die Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung (KWKK). Durch die KWK-Anlagen wird die erzeugte Wärme zum Betrieb einer Absorptionskältemaschine verwendet, so dass Gebäude klimatisiert werden können.

 Lit.:

  • Umweltbundesamt (2010): Dezentrale Systeme auf Basis von Kraft-Wärme-Kopplung. [Stand: 12.12.2012]
  • Umweltbundesamt (2012): Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). [Stand: 12.12.2012]
  • BMU (2009): Energie Dreifach Nutzen – Strom, Wärme und Klimaschutz: Ein Leitfaden für kleine Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen. [Stand: 12.12.2012]
  • Öko-Institut e.V. (2011): Monitoring der Kraft-Wärme-Kopplungs-Vereinbarung vom 19. Dezember 2003 für den Teilbe-reich Kraft-Wärme-Kopplung Berichtszeitraum 2009 (Dritter Bericht) [Stand: 07.01.2013]

Autor: KATALYSE Institut

Konstruktiver Holzschutz

Die Lebensdauer und damit die Gebrauchstauglichkeit von Holz und Holzwerkstoffen wird durch den konstruktiven, chemischen (Imprägnierung) und/oder physikalischen (Anstrich) Holzschutz verlängert.

Fachleute bestätigen, daß der K. den wirksamsten Holzschutz darstellt. Der K. gliedert sich wie folgt:

  • produktspezifische Konstruktion (technische, konstruktive und produktgerechte Ausführung), z.B. Berücksichtigung von Lage und Verlauf der Jahresringe, Konstruktion ohne Kapillarfuge zur Vermeidung von Feuchtigkeitsnestern, um mindestens 15 Grad geneigte Flächen, um die unmittelbare Abführung des Wassers zu gewährleisten;
  • holzspezifische Konstruktion (richtige Holzartenauswahl, Minimierung der Oberflächentemperatur durch Anstrich). Dunkle Anstriche bewirken eine höhere Oberflächentemperatur des Holzes.
    Durch die höhere Erwärmung des Materials kann es zu einer größeren Austrocknung (geringe Holzfeuchte) kommen, was zu einer verstärkten Rißbildung führen kann. Bei Nadelhölzern kann es zusätzlich zu Harzaustritten kommen;
  • gebäudespezifische Konstruktion;
  • Maßnahmen zur Spritzwasser-Minimierung (geneigte Fensterbänke, Spritzwassserabsorbierender Untergrund, Erhöhung der Holzteile vom Boden um mindestens 20 cm);
  • großer Dachüberstand, Wartungsbalkone oder Sonnenschutzvorrichtung, um Schlagregen und UV-Strahlung der Sonneneinstrahlung möglichst geringzuhalten.

Autor: KATALYSE Institut

Keramische Fliesen

K. werden aus Ton, manchmal mit Schamotte, meistens industriell gefertigt und bei über 900 Grad C gebrannt.

Es gibt mehrere Arten von K., die sich in ihren Eigenschaften unterscheiden.
- Steingut- (aus weißem Ton) und Irdengut-Fliesen (aus rotem oder braunem Ton) sind unterhalb von 1000 Grad C gebrannt. Sie sind relativ porös und können viel Wasser aufnehmen. Zum Schutz vor Feuchtigkeit sind sie meist mit einer Glasur versehen. Sie sind nicht frostbeständig und mechanisch nicht stark belastbar, daher eignen sie sich nur für den Innenbereich. Steinzeug-Fliesen bestehen aus einem dichteren Ton, der bei über 1.000 Grad C gebrannt wurde. Hierbei erfolgt eine teilweise Verschmelzung des Tons, so daß sie auch ohne Glasur praktisch kein Wasser aufsaugen. Sie sind frostunempfindlich und auch mechanisch stärker belastbar (für Außenbereiche gut geeignet).

Unglasierte K. sind nicht so fußkalt wie die meisten glasierten, dafür aber schmutzempfindlicher. Wenige Fliesen - v.a. bei Verwendung von Rotschlamm - weisen eine hohe radioaktive Strahlung auf. Auch werden teilweise uranhaltige Glasuren verwendet. Nach den in der Strahlenschutzverordnung seit 1976 festgelegten und 1981 verschärften Grenzwerten dürfen Unterlasurbemalung maximal 2 mg/cm2 und Auflasurbemalung maximal 0,1 mg/cm2 Uran mit natürlichem Verhältnis der Isotope enthalten. Problematisch können moderne Klebstoffe für K. sein.

siehe auch: Radioaktive Baustoffe, terrestrische Strahlung

Autor: KATALYSE Institut

Kalkzementputz

Der K. besteht aus den Bindemitteln Luft-/Wasserkalk (Kalk) und Zement, sowie dem Zuschlagstoff Sand.

Der K. wird aufgrund seiner wasserabweisenden Eigenschaften als Außenputz eingesetzt. Durch den K. ist eine langlebige, feuchteresistente, schlagregensichere Ausführung der Außenwand möglich. Die Zementanteile geben dem Putz eine gewisse Sprödigkeit; er ist daher nur bedingt für hochwärmedämmende Wandbausteine einsetzbar, da die Gefahr der Rissbildung aufgrund der verschiedenen Wärmeausdehnungskoeffizienten hoch ist. Bei der Verarbeitung kann K. bei fehlender Schutzbekleidung evtl. zu Verätzung und zu Maurerkrätze führen.

Autor: KATALYSE Institut

Hygroskopisch

Als hygroskopisch bezeichnet man die Eigenschaft von bestimmten Stoffen wie beispielsweise von Magnesiumchlorid. So zieht Kochsalz bei längerer Lagerung an der Luft Feuchtigkeit an. Dies resultiert aus dem Spurengehalt an Magnesiumchlorid im Kochsalz.

Soweit es sich um feste Stoffe handelt, zerfließen oder verklumpen diese durch die Wasserbindung. Hygroskopische Stoffe wie Calciumchlorid, Magnesiumchlorid und Silicatgel finden Verwendung als Trockenmittel.
Auch die Bremsflüssigkeit von
KFZ können Wasser binden, wodurch die Bremsleistung des Bremssystems erheblich verringert werden kann. Ein regelmäßiger Wechsel der Bremsflüssigkeit ist daher vorgeschrieben.

Autor: KATALYSE Institut

Kalksandsteine

K. werden aus dem Zuschlagsstoff Sand und dem Bindemittel Kalk hergestellt.

Es kommen verschiedene K. zum Einsatz: Vollstein, Lochstein, Hohlblocksteine und Planblöcke verschiedener Ausführungen, die als Trockenmauerwerk ausgeführt werden können. Ein besonderer K. ist der Yali. Als Zuschlagsstoff dient hier ein poröser Naturbims aus Griechenland, welcher erhöhte wärmedämmende Eigenschaften besitzt.
Die Herstellung erfolgt in folgenden Schritten: Mischen von Kalk, Sand und Wasser, Formen, Pressen und Härten bei 160-220GradC und Sattdampfdruck. Der Primärengergiebedarf variiert je nach Rohgewicht sehr weit (189-436 kWh/m3). Die K. zeichnen sich v.a. durch ihre gute Sorptionsvermögen und, aufgrund der Dichte, durch gute Schalldämmung und Wärmespeicherung (k-Wert) aus. Die K. sind als ökologisch empfehlenswert einzustufen.

Autor: KATALYSE Institut

Kalkputz

Der K. besteht aus dem Bindemittel Kalk, und den Zuschlägen Kalksteinmehl und Sand, ggf. auch Traß.

Aufgrund der Abbindungsart des Kalkes werden die Verarbeitungsschritte und das Einsatzgebiet festgelegt. Unter den angewandten Kalken unterscheidet man: Luftkalk, Wasserkalk, hydraulischer Kalk und hochhydraulischer Kalk. Der wesentliche Unterschied dieser Baukalksorten besteht in ihrem Anteil an ungebundenem, löschbarem Calciumoxid, der vom Luftkalk mit fast 100% zum hochhydraulischen Kalk auf nahezu 0% abnimmt. Luft- und Wasserkalke werden für den Innenputz verwendet, hydraulischer und hochhydraulischer Kalk für Außenputze.

Der K. als Innenputz bindet Schadstoffe, wirkt desinfizierend sowie ausgleichend auf Raumfeuchte und Oberfläche und wird als warm empfunden. Der K. als Außenputz ist feuchte-resistent, eine schlagregensichere Ausführung ist möglich, sehr elastisch und gut geeignet auf Wänden mit Wärmedämmung. Für beide Anwendungsgebiete ist er eine langlebige und empfehlenswerte Wandbeschichtung. Bei der Verarbeitung kann K. bei fehlender Schutzbekleidung evtl. Verätzung und Maurerkrätze führen.

Autor: KATALYSE Institut

Kalkgipsputz

Der K. besteht aus dem Bindemitteln Luft-/Wasserkalk (Kalk), Naturgips oder Gips aus Rauchgasentschwefelungsanlagen (REA-Gips) sowie den Zuschlägen Kalksteinmehl und Sand.

Alle Rohstoffe sind fast flächendeckend in Deutschland in ausreichender Menge erhältlich. Der K. wird aufgrund seines guten Sorptionsvermögens, der hohen Wasseraufnahme- und -abgabefähigkeiten und der angenehmen Oberflächentemperatur als Innenputz eingesetzt. Seine Oberfläche ist gegenüber Gipsputz rauher und sollte nicht geglättet, sondern abgefilzt werden. Da der K. zweilagig aufgebracht werden muss, ist er etwas teurer als z.B. Gipsputz.

Autor: KATALYSE Institut

Kalkfarben

Bindemittel Kalk und Leim im Verhältnis 9:1.

Farbe mit guter Deckkraft, die aber vor jedem Neuanstrich entfernt werden muss.

Autor: KATALYSE Institut

Kalk-Casein-Farben

K. werden aus Milcheiweiß und Kalk hergestellt, indem Kalk in wäßriger Casein-Emulsion gelöst wird. Sie sind auf allen Untergründen außer auf Silikatfarben, Öl- und Lackanstrichen für innen und außen geeignet.

Ohne Füllstoffe und unpigmentiert sind K. transparent. Auf mineralischen Untergründen bilden sie dampfdiffusionsoffene Beschichtungen, die das Mauerwerk "atmen" lassen. Im Außenbereich sind sie im Mehrschichtenaufbau emissionsstabil. So haben sich z.B. römische Mauerbauten mit K. beschichtet unbeschadet bis in unsere Zeit erhalten.

Autor: KATALYSE Institut