Ethanol

(Äthanol, Etylalkohol, Weingeist, Alkohol). Klare, farblose, würzig riechende und brennend schmeckende, leicht entzündliche Flüssigkeit, bildet mit Luft ein explosives Gemisch.

Chemische Formel C2H5OH, Schmelzpunkt -114,4 Grad C, Siedepunkt 78,3 Grad C, Flammpunkt 13 Grad C, Zündtemperatur 425 Grad C, Explosionsgrenze 3,4-15 Vol%, MAK 1000 ppm = 1900 mg/m3.

E. kommt in der Natur überall vor, wo nasse, zucker- oder stärkehaltige Substanzen durch allgegenwärtige Hefezellen vergoren werden (Fallobst, Brotteig usw.). Menschliches Blut enthält 0,002-0,003% E.

Reines E. ist für alle Organismen giftig. E. wird daher auch als Desinfektions- und Konservierungsmittel (Konservierungsstoffe) verwendet. E. findet v.a. Anwendung als Lösungsmittel für Erzeugnisse wie Lacke, Anstrichfarben, Möbelpolituren, Klebstoffe, Arzneimittel und Sprengstoffe, aber auch als "Baustein" bei der Herstellung von Chemikalien mit hohem Molekulargewicht.

Bakterien werden in 70%igem E. abgetötet. Auf den Menschen wirkt E. in kleinen Mengen (meist in Form von alkoholischen Getränken aufgenommen) anregend, in größeren Mengen berauschend. Verstärkende Wirkung einiger Medikamente z.B. Beruhigungs- und Schlafmittel sowie schwächende Wirkung von z.B. Vitaminen und Antikonzeptionsmitteln. E. wird im menschlichen Körper mit einer Geschwindigkeit von etwa 0,1 g/kg Körpergewicht und Stunde abgebaut.

Vergiftungserscheinungen:
Wärmegefühl, Enthemmung, Ermüdung, Rauschzustand, zuletzt kann Narkose und Atemstillstand eintreten (Alkoholtod bei ca. 5 Promille). E. erweitert die Blutgefäße, wodurch Untertemperatur (Körpertemperatur unter 30 Grad C) entstehen kann (Erfrieren Betrunkener bei wenigen Kältegraden). Die Wirkung ist dabei individuell verschieden und von unterschiedlichen Faktoren abhängig (Geschlecht, Alter, Hunger, Ermüdung). Besonders gefährlich ist E. während einer Schwangerschaft für das ungeborene Kind.

Die Letaldosis (Letal) für ein 5-6jähriges Kind liegt bei 30 Gramm E. Jährlich werden in Deutschland über 2.500 Babys mit Mißbildungen geboren, die auf E. zurückzuführen sind.

Konsumieren Frauen täglich mehr als 20 Gramm reines E. (rd. 0,5 l Bier oder 0,2 l Wein) und Männer mehr als 60 Gramm, ist mit schweren gesundheitlichen Schäden zu rechnen. Regelmäßiger Genuß von E. kann zu einer Abhängigkeit und zu körperlichen, seelischen und sozialen Schädigungen führen (Alkoholismus). Alkoholismus ist die häufigste Suchterkrankung in Deutschland.

Die Zahl der behandlungsbedürftigen Alkoholiker wurde von der Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahr (Hamm) mit 2,5 Mio für 1990 angegeben (davon ca. 10% Jugendliche!). Nach Schätzungen sind 1990 allein in Westdeutschland 20.000-40.000 Menschen an E. oder seinen unmittelbaren Folgen gestorben. Hinzu kommt eine schwer zu ermittelnde Dunkelziffer von Alkoholikern, da der Beginn der Abhängigkeit nicht exakt zu bestimmen ist.

Das Bundesarbeitsgericht Kassel entschied Anfang 1991, dass ein alkoholkranker Arbeitnehmer entlassen werden darf, wenn er nicht zu einer Entziehungsbehandlung bereit ist oder die Behandlung erfolglos ist!
Der Pro-Kopf-Verbrauch alkoholischer Getränke lag in Westdeutschland 1990 bei 175,6 l, was rd. 11,8 l reinem E. entspricht.

Synthetischer E. wurde früher aus Acetylen hergestellt, heute hauptsächlich aus Ethylen. Bei der alkoholischen Gärung wird Zucker durch Hefezellen in Kohlendioxid und E. umgewandelt. Eine Faustregel besagt, dass in der Praxis aus 100 kg Zucker mit einer Ausbeute von etwa 50 Liter reinem Alkohol gerechnet werden kann. Hierbei entstehen 4-5% Nebenprodukte, die für den Geschmack E.-haltiger Getränke wichtig sind. In der Natur kommt Alkohol nur in einer Konzentration von max. 15 Prozent vor, weil die Organismen, die ihn bilden, bei höherer Konzentration absterben. Durch Nachgärung und technische Maßnahmen können maximal 18% E.-Lösung hergstellt werden. Konzentrationen über 18% erhält man nur durch Destillation.

Bei der Destillation werden Stoffe mit unterschiedlichen Siedetemperaturen durch Verdampfung und anschließender Kondensation getrennt. In der Brennerei wird z.B. der leichtflüchtige Trinkalkohol (E.) und andere flüchtige Stoffe wie die Aromakomponenten vom restlichen Gemisch getrennt. Um ausreichende E.-Reinheiten z.B. für Trinalkohol zu erhalten, wird der Vorgang meist mehrfach durchgeführt.

Es besteht immer noch ein staatliches Monopol auf Herstellung, Einfuhr, Reinigung und Handel mit zusätzlicher Besteuerung (Branntweinmonopolgesetz vom 8.4.1922). In der Deutschland wurden 1985 87.000 t Synthese-E. hergestellt (ähnliche Mengen aus der Gärung). Weltweit werden etwa 5,3 Mt/a E. aus Agrarprodukten erzeugt.
Wegen seines hohen Heizwertes eignet sich E. als Brennstoff und im Gemisch mit Benzin als Motortreibstoff (Alkoholkraftstoff).

Autor: KATALYSE Institut

Ethen

Ethylen

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Erythem

Entzündliche Rötung der Haut oder Schleimhaut, bedingt durch starke Durchblutung.

Die Ursachen und Erscheinungsbilder sind sehr vielfältig; E. treten als Symptome bei unterschiedlichsten Krankheiten auf. Sie können Teil einer allergischen Reaktion sein oder auch durch chemische Noxen verursacht sein. Zum Teil heilen sie schnell ab, sie können aber auch immer wieder auftreten oder jahrelang bestehenbleiben.

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Essentiell

Lebensnotwendige Stoffe, die ein Organismus nicht selbst aufbauen kann,

z.B. {nlink"215"}Vitamine.

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Erdstrahlen

E. sind ein Sammelbegriff für z.T. physikalisch nicht exakt faßbare Strahlen, die vom Erdboden, insb.
im Bereich von Wasseradern und Verwerfungen ausgehen.

Es ist umstritten, ob sich die fraglos vorhandenen Auswirkungen von E. auf das Wohlempfinden von Mensch und Tier vollständig auf bekannte physikalische Größen wie z.B. elektrisches und magnetisches Feld, elektromagnetische Strahlung (Elektrosmog) und ionisierende Strahlung (Radioaktivität) zurückführen lassen, oder ob es noch zusätzliche, physikalisch bislang nicht verstandene Wirkungen gibt.

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Ergosterin

E. ist ein Provitamin des Vitamins D2 und Stoffwechselprodukt von Hefen, Schimmel- und Speisepilzen.

E. ist sehr beständig und wird selbst durchs Kochen nicht zerstört. E. ist nicht gesundheitsschädlich. Da es in

Nutzpflanzen gar nicht oder nur in Spuren vorkommt, ist es aber ein Indikator für den Pilz- oder Hefenbefall von Nahrungsmitteln, so z.B. auch für den Befall durch Mykotoxine und andere Pilzgifte.

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Epichlorhydrin

(1-Chlor-2,3-epoxypropan) Ausgangsstoff für Epoxidharze.

Im Tierversuch krebserregend, starker Verdacht eines karzinogenen Risikos für den Menschen (MAK-Wert-Liste III A2). Chlorierter Kohlenwasserstoff, der ökotoxisch (für Fisch, Plankton, Säugetiere) ist und bei der Beseitigung in Müllverbrennungsanlagen saures Chlorwasserstoff-Gas bildet.

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Epoxidharz

Zu 90% hergestellt durch Kondensation von Epichlorhydrin und Bisphenol, flüssige bis viskose, glasige Stoffe.

Vernetzung durch Umsetzung mit Härtern (Polyamine, Säuren: ätzende, teilweise brennbare Substanzen). Je nach Vernetzungsgrad flüssiges, breiiges oder festes Produkt. Verwendung: als Lackharze (50%), Elektroindustrie, (Zweikomponenten-) Klebstoffe, Kunststoffverstärkungen.

Technische Eigenschaften: Haftung an Werkstoffen ohne Korrosion an Metallen, widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse und Chemikalien. Produktion in der BRD 76.000 t (1985). Nach Kontakt mit E. sofort die betroffenen Stellen gründlich mit Wasser spülen!
Gesundheitsschädigung: Reizung und Sensibilisierung der Haut (Haut- und Augenkontakte (Lidödeme etc.) meiden); bei beruflicher Belastung: Rötungen, Schwellungen an ausgesetzten Körperpartien, Allergien, Reizung der Atemwege, die von den Ausgangsstoffen Epichlorhydrin, Bisphenol und Härtesubstanz herrühren.

Bei festen Harzen sind fast keine Reizwirkung und bisher keine carcinogenen Eigenschaften bei längerandauernder (beruflicher) Belastung festgestellt worden. Staubförmige E., die bei Renovierungsarbeiten auftreten können, lösen allergische Erkrankungen aus.

Autor: KATALYSE Institut

Enthärter

Unter E. versteht man umgangssprachlich chemische Substanzen, welche die härtebildenden Calcium- und Magnesiumionen des Wassers (Wasserhärte) zu binden vermögen, was Voraussetzung für optimal ablaufende Wasch- und Reinigungsprozesse ist.

Diese Härtebildner spielen eine Rolle bei der Schmutzhaftung, und sie behindern die schmutzlösende Wirkung von Tensiden, z.B. durch Bildung unlöslicher Verbindungen (bekanntester Fall ist die Ausfällung von Kalkseifen).

Es werden zwei Prinzipien bei E. realisiert:

  • 1. Die Bindung über Ionenaustauscher. Sie geschieht entweder im Rahmen einer vorgeschalteten Wasseraufbereitung mittels synthetisch-organischer Austauscherharze oder durch anorganische Festkörper mit Schicht- oder Käfigstrukturen, in denen bewegliche Natriumionen gegen die Härtebildner ausgetauscht werden können.

    Der erste Fall ist technisch in Spülmaschinen, aber auch bei der gewerblichen Wäscherei verwirklicht, während in Haushalts-Waschmaschinen E. der zweiten Art Einsatz finden, und zwar weltweit fast ausschließlich als Zeolith A, das Rezepturbestandteil pulverförmiger Waschmittel ist und im Gegensatz zu den stationären Austauscherharzen nach jeder Wäsche ins Abwasser gespült wird.

  • 2. Das andere E.-Prinzip wird durch Komplexbildner repräsentiert. Bekanntester Vertreter ist das Phosphat, welches aber wegen der Eutrophierungs-Problematik weltweit immer mehr durch Phosphatersatzstoffe wie Citrat und Nitrilotriacetat substituiert wird. Zeolith A und die Komplexbildner gehören zu den sog.

    Gerüststoffen, einer der wichtigsten Wirkstoffgruppen in Wasch- und Reinigungsmitteln.
    Neben dieser engeren Bedeutung als Wirkstoff steht der Begriff E. aber auch für eine Produktgattung, die insbesondere im Zusammenhang mit den Baukastenwaschmitteln zunehmende Bedeutung erlangt.

    Solche konfektionierten E. bestehen in der Regel aus mehreren E.-Wirkstoffen, nämlich Zeolith A, Citrat und Polycarboxylat. Daneben finden sich häufig geringere Mengen an Tensiden sowie Silikate, Soda und Glaubersalz. Wobei größere Anteile von letzterem wegen unnötiger Abwasserbelastung abzulehnen sind.

    Grundsätzlich sind E. als ökologisch sinnvoll einzustufen, erlauben sie doch, in hartem Wasser den Verbrauch an Waschmitteln mit ihren problematischeren Inhaltsstoffen einzuschränken (Ausnahme: Kompaktwaschmittel). Der Absatz von E. lag 1991 in alten und neuen Bundesländern mit 145 Mio DM um 10% höher als im Vorjahr, also entgegen dem Trend eines eher stagnierenden Wasch- und Reinigungsmittelmarktes.

Autor: KATALYSE Institut

Entkeimung

Abtötung aller lebenden Mikroorganismen sowie ihrer Ruhestadien (Sporen). Sie wird auch Sterilisation genannt und sollte nicht mit Desinfektion verwechselt werden.

Laborübliche Sterilisationsmethoden sind:
- Feuchte Hitze: im Dampfdrucktopf (Autoklav) werden durch eine 10- 30minütige Einwirkung von 120 Grad C bei einem Druck von 1,9 at sowohl die lebenden Mikroorganismen (Pilze, Bakterien usw.) als auch deren Sporen abgetötet.
- Trockene Hitze: im Trockensterilisator sind zur Erreichung des gleichen Effekts höhere Temperaturen (ca. 160-180 Grad C) erforderlich.
- Filtration: wird zur E. von hitzeempfindlichen Substanzen angewandt.
- Chemische Sterilisation: z.B. durch Begasung mit Ethylenoxid.
- Bestrahlung: gebräuchlich ist die E. mit UV-, Röntgen- oder Gammastrahlung. In Deutschland wird letztere nur zur E. von z.B. Laborgeräten, Verbandsmaterial usw. eingesetzt. In anderen Ländern (z.B. Niederlande) ist die Bestrahlung von Lebensmitteln erlaubt.
Für viele Zwecke begnügt man sich mit einer Teilentkeimung (Pasteurisation), bei der nur die lebenden Mikroorganismen abgetötet werden.

Autor: KATALYSE Institut

Entlaubungsmittel

Als E. (Herbizide) werden Pflanzenschutzmittel bezeichnet, die zur Entblätterung und damit zum Absterben der Pflanzen führen.}

Einst zur Ernteerleichterung z.B. im Tomaten-, Baumwoll- oder Sojaanbau entwickelt, bestand im Zweiten Weltkrieg bei den USA die Absicht, durch E. die Reisfelder der Japaner zu vernichten. Der Abwurf der Atombomben und das nachfolgende schnelle Kriegsende verhinderten jedoch die Ausführung dieser Pläne.

In Vietnam erinnerte man sich dieser Taktik wieder, um durch Abwurf von E. im Dschungel verborgene Guerillastellungen aufzuspüren und die Nahrungsmittelversorgung der Vietnamesen zu zerstören. Insgesamt wurden von den Amerikanern zehn verschiedene Erntevernichtungs- und E. eingesetzt.

Dabei handelte es sich meist um Gemische aus Estern von Dichlorphenoxyessigsäure(2,4-) und Trichlorphenoxyessigsäure(2,4,5-), die unter ihren militärischen Farbcodes als Agent Orange, Agent Purple, Agent Pink etc. traurige Berühmtheit erlangten. In Vietnam wurden über 40 Mio l Herbizide versprüht, davon zu etwa 60% Ester des 2,4,5-T, bei dessen Herstellung das Seveso-Dioxin 2,3,7,8-TCDD (Dioxine und

Furane) entsteht. Auf diese Weise wurden über Vietnam über 150 kg Dioxine freigesetzt (Seveso: 300 g!).

Neben den katastrophalen Folgen für Flora und Fauna - noch heute sind weite Flächen Vietnams ökologische Wüsten - schlugen die E. auch auf den Menschen zurück. Die Aufnahme von 2,4-D und 2,4,5-T führt zu Krämpfen, Lähmungen, Bewußtlosigkeit und sogar zum Tod durch Atemlähmung (MAK-Wert: jeweils 10 mg/m3).

Das Dioxin verursacht bis in die heutigen Tage hinein sowohl bei amerikanischen Veteranen als auch bei der vietnamesischen Bevölkerung Krebserkrankungen und schreckliche Mißbildungen bei Neugeborenen. In den 70er Jahren verklagten 15.000 Vietnam-Veteranen die Herstellerfirmen der E. auf Schadensersatz, der ihnen zwar 1984 gewährt wurde, doch die vietnamesische Bevölkerung geht bis heute leer aus.

Autor: KATALYSE Institut

Entropie

Zentraler Begriff der Wärmelehre (2. und 3. Hauptsatz). E. ist ein Maß für die "Unordnung" eines Systems und legt damit die Richtung natürlicher Prozesse (und damit der Zeit) fest.

Diese verlaufen in abgeschlossenen (d.h. kein Materie- und Energieaustausch mit der Umgebung) Systemen stets so, daß die E. und damit die "Unordnung" zunimmt.
Beispiel: Verdunstet ein Wassertropfen, trennen sich die im Tropfen enthaltenen Wassermoleküle voneinander und bilden ein Gas, sie verteilen sich, so weit es geht, im zur Verfügung stehenden Raum (Unordnung). Demgegenüber tritt es niemals auf, daß sich Wassermoleküle unter gleichen Bedingungen "von selbst" wieder alle in einem Tropfen zusammenfinden (Ordnung).
Je größer die E. eines Systems ist, in desto mehr verschiedenen Anordnungen gleicher Energie kann das System vorliegen (im Gas können sich die Moleküle freier bewegen als in der Flüssigkeit). Und desto weniger weiß man über das System, weil es nicht möglich ist zu sagen, in welcher der zahlreichen Anordnungen es gerade vorliegt. Die E. kann daher als "negative Information" interpretiert werden.

Autor: KATALYSE Institut

Entsalzung

Umkehrosmose, Ionenaustauscher, Elektrodialyse

Autor: KATALYSE Institut

Entstickung

Rauchgasentstickungsanlagen

Autor: KATALYSE Institut

Emissionskataster

Darstellung sämtlicher Emissionen aus Kraftwerken, Verkehr, Industrie, Gewerbe und Haushaltungen für bestimmte Gebiete, vorläufig für Ballungsräume.

Nach Vorgabe der meteorologischen Bedingungen werden hieraus Immissionswerte für das Gebiet errechnet sowie die mittleren Häufigkeiten für deren Auftreten abgeschätzt. E. können als Entscheidungshilfe bei Planungen von Projekten dienen (Genehmigungsverfahren). Man spricht auch von Abwasser-Emmissionen oder Geruchskataster (Olfaktometrie).

 

Autor: KATALYSE Institut

Energie

Als Energie wird die Fähigkeit eines Systems bezeichnet, Arbeit zu leisten. Verschiedene Formen von Energie sind: Wärme, chemische, mechanische und elektrische Energie, die sich ineinander umwandeln lassen.

Einsatz und Umwandlung von Energie - ungenau als Energie-Verbrauch bezeichnet - sind Voraussetzung für den Ablauf sämtlicher Lebensfunktionen. Die Energie der Nahrung wird in Wachstum, Körperwärme und Bewegung umgesetzt. Energie wird gebraucht für die Befriedigung wichtiger Bedürfnisse: Raumwärmebedarf (Heizung), Warmwasserbereitung, Transport (Verkehr). Schließlich ist die gesamte industrielle Produktion nur durch den Einsatz von Energie möglich.

Energie ist heute zu einem der wichtigsten Produktionsfaktoren und zu einer der wichtigsten Quellen von Umweltbelastungen geworden (s.u.)
Weltenergieverbrauch: Bis ins 18. Jahrhundert war

Holz weltweit der wichtigste Energie-Träger. Durch die Nutzung von Kohle wurde die Industrialisierung ermöglicht, gleichzeitig stieg in den Industrieländern der Energie-Verbrauch an. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs und der Bevölkerungszunahme der Energie-Verbrauch sowohl stark erhöht als auch in seiner Struktur gewandelt.

Erdöl und später Erdgas gewannen gegenüber der Kohle stark an Bedeutung. Von den regenerativen Energiequellen spielen bislang nur Biomasse (

Holz) und Wasserkraft eine Rolle. Der Weltenergieverbrauch betrug 1989 356 ExaJoule (EJ), die sich wie folgt aufteilten: Kohle 28%, Erdöl 38%, Erdgas 20%, Kernenergie (Kernkraftwerk) 6%, Wasserkraft 2% und Biomasse 7%. Erfaßt man neben den sog. kommerziellen Energie-Trägern auch (noch) kostenfreie Energie-Träger wie Brennholz, so liefern Biomasse und Wasserkraft 28% der verbrauchten Energie.

In der Dritten Welt deckt die Biomasse sogar 35% des gesamten Energie-Verbrauchs. Die Menschen in den verschiedenen Teilen der Welt sind sehr unterschiedlich mit Energie versorgt. Den vielen Menschen, die unter Energie-Mangel leiden, steht eine kleine Zahl von Menschen gegenüber, die einen hohen Energie-Verbrauch aufweisen: 25% der Weltbevölkerung verbraucht 75% der Weltprimär-Energie. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch eines Nordamerikaners liegt um das 5fache über dem Weltdurchschnitt und sogar um das 22fache über dem Verbrauch eines Afrikaners. Prognosen nach wird der Weltenergiebedarf zukünftig infolge weiteren Wirtschafts- und Bevölkerungswachstums gerade in der Dritten Welt stark anwachsen, was, solange der Großteil der Energie aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe und

Holz gewonnen wird, zu immensen Umweltrisiken führen wird (Treibhauseffekt).

Deshalb, und wegen der zur Neige gehenden Energiereserven, ist ein Umschwenken auf regenerative Energiequellen Gebot der Stunde.
BRD: Nach dem Zweiten Weltkrieg ist der Primärenergieverbrauch der BRD stark angewachsen, von 4.100 PJ im Jahr 1950 auf 11.092 PJ im Jahr 1973. Während die Kohle 1950 noch ca. 90% der Primär-Energie lieferte, waren es 1973 nur noch 31%. Gleichzeitig konnte das in großen Mengen billig zur Verfügung stehende Erdöl seinen Anteil von ca. 5% (1950) auf 55% (1973) ausdehnen.

Seit der Ölpreiskrise 1973 stagniert der Primärenergieverbrauch trotz weiteren Wirtschaftswachstums. Ursachen sind der sparsamere und rationellere Einsatz von Energie (rationelle Energienutzung) und eine Umstrukturierung der Industrie von einer Energie- und rohstoffintensiven (z.B. Stahlerzeugung) hin zu einer mehr technologie- und dienstleistungsorientierten Industrie.
Bei der Beschreibung des Energie-Verbrauchs treten folgende Größen auf: Das Energie-Aufkommen ist die Gesamt-Energie aller im Land geförderten und importierten Energie-Träger.

Daraus erhält man nach Abzug von Export und Bunkerung den

  • Primärenergieverbrauch, d.h. die tatsächlich im Land verbrauchte Energie. Hiervon wird ein großer Teil in
  • Sekundär-Energie, z.B. Benzin, Heizöl, Strom oder Brikett umgewandelt.
    Bei der Umwandlung treten hohe Verluste, vor allem in Kraftwerken als Abwärme, auf. Die gesamte dem Endverbraucher zur Verfügung stehende Energie heißt
  • End-Energie; sie enthält neben der Sekundär-Energie noch die ohne weitere Umwandlung nutzbare Primär-Energie (z.B. Steinkohle oder Importstrom). 60% der End-Energie werden zur Wärmegewinnung eingesetzt (Heizung, Warmwasserbereitung).
  • Nutz-Energie entspricht dem Energie-Bedarf des Endverbrauchers z.B. an Wärme, Licht oder Kraft. Auch bei der Umwandlung von End- in Nutz-Energie beim Verbraucher treten weitere Verluste auf, z.B. bei der Heizung oder beim Auto, so daß von der eingesetzten Primär-Energie insgesamt vom Verbraucher nur ca. 30% genutzt werden (Wirkungsgrad).

Der Bereich Energie-Gewinnung und -Nutzung ist für einen Großteil der Umweltbelastungen verantwortlich (Externe Kosten).
Förderung: Braunkohle, Steinkohle, Uran;
Nutzung und Umwandlung: Kraftwerk (Kohlekraftwerk, Kernkraftwerk), Verkehr, Heizung, Treibhauseffekt, Saurer Regen, Waldsterben.

Eine Verringerung von Energie-Verbrauch und Umweltbelastung läßt sich z.B. durch folgende Maßnahmen erzielen: Reduzierung des Raumwärmbedarfs (Wärmedämmung, Niedrigenergiehaus, Fenster), umweltfreundliche Heizungssysteme (Fernwärme, Brennwertkessel), Zurückdrängen des Individualverkehrs zugunsten öffentlicher Verkehrsmittel (Verkehr, öffentlicher Personennahverkehr, Schienenverkehr), Reduzierung von Stromanwendungen im Bereich Heizung und Warmwasserbereitung (Strom, Elektrospeicherheizung), Verringerung der Verluste bei der Stromerzeugung (Strom, Kraft-Wärme-Kopplung, Blockheizkraftwerk, Kombikraftwerk), Nutzung industrieller Abwärme und verstärkter Einsatz regenerativer Energiequellen.

Autor: KATALYSE Institut

Emission

Die Abgabe von Stoffen, Energien und Strahlen an die Umgebung durch eine bestimmte Quelle wird als Emission bezeichnet. Häufig handelt es sich dabei um die Abgabe von Schadstoffen bzw. Schadenergien.

Dabei können Schadstoffe in Rauchgasen, Abluft, Abwasser und in festen oder flüssigen Abfällen enthalten sein. Schadenergien können in Form von Lärm, Erschütterungen, Radioaktivität (Kernkraftwerk, Wiederaufarbeitung, Brennstoffkreislauf), Mikrowellen, Elektrosmog etc. in festen, flüssigen oder gasförmigen Stoffen übertragen werden. Emissionen sind dabei immer auf eine bestimmte Quelle bezogen, z.B. eine Industrieanlage, ein bestimmtes Produkt (z.B. Verpackung, Mineralwolle, Auto) etc. Die Verhinderung bzw. die Minimierung von Emissionen ist Hauptziel im nachsorgrnden Umweltschutz (End of pipe), da hier, im Gegensatz zum Immissionsschutz, nicht die Wirkung von Umweltbelastungen, sondern deren Ursache direkt bekämpft wird.

Autor: KATALYSE Institut

Emissionsfaktor

E. gibt das Verhältnis eines bestimmten Schadstoffs zu einer bestimmten Ausgangsgröße an.

 

In der Verbrennungstechnik wird der E. üblicherweise als Masse Schadstoff pro Masse eingesetzten Brennstoffs angegeben.
(Emission)

Autor: KATALYSE Institut

Endosulfan

Stark giftiges Insektizid aus der Stoffgruppe der chlorierten Kohlenwasserstoffe (z.B. Compo Tannenschutz, Parasiten-Staub, Thiodan).

Kontakt- und Fraßgift gegen beißende und saugende Insekten, äußerst fischgiftig, akute Toxizität gegenüber Säugetieren und Menschen mäßig hoch, doch chronische Toxizität über das Anreicherungspotential gegeben.

Autor: KATALYSE Institut

Elemente

Sammelbezeichnung für Grundstoffe, aus denen sich alle chemischen Stoffe (Chemikalien) zusammensetzen, oder Grundkörper, von denen eine Wirkung ausgeht.

Beispiele für E.: chemische E., galvanische E. (Galvanik), Brenn-E. (Kernkraftwerk), Photo-E. (Solarzellen).

Autor: KATALYSE Institut

EDTA

Abkürzung für Ethylendiamintetraessigsäure.
Als organischer Komplexbildner reagiert E. mit Metallionen zu stabilen Verbindungen, wodurch das Lösungsverhalten der Metallverbindungen deutlich beeinflußt wird.

Die Anwendung ist entsprechend vielseitig und reicht von der Metall- und Galvanotechnik über Foto-, Textil- und Kosmetikindustrie bis hin zum Einsatz in Wasch- und Reinigungsmitteln und in der Medizin.
E. ist chemisch eng verwandt mit NTA (Nitrilotriacetat), dem als Phosphatersatzstoff umfangreiche Studien gewidmet wurden.

Im Zuge dieser Untersuchungen wurde man erst darauf aufmerksam, daß E. bisher nahezu unbemerkt in Oberflächengewässern vorhanden war. Weitergehende Arbeiten ermittelten, daß etwa 10mal mehr E. in Gewässern gefunden wird als NTA. Seine Komplexierungseigenschaften, die eine erhöhte Löslichkeit und Remobilisierung sedimentgebundener Metalle bewirken, sind stärker als beim NTA.

Gleichzeitig ist die biologische Abbaubarkeit im Gegensatz zum NTA schlecht. Bei der Diskussion um Phosphatersatzstoffe ist daher E. unbedingt mit einzubeziehen, zumal E. schon lange vor NTA in Waschmitteln verwendet wurde. Sein Einsatz diente dabei der Stabilisierung von Bleichmitteln.

Autor: KATALYSE Institut

Edaphon

Bodenorganismen

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Druckerschwärze

D. besteht hauptsächlich aus gereinigtem Ruß. Weitere Bestandteile sind Harze und Mineralöle als Lösemittel.
Nach dem Druckvorgang verdampfen die Lösemittel und zurück bleibt der in Harz gebundene, praktisch nur aus Kohlenstoff bestehende Ruß. Von D., die mit den Händen z.B. beim Zeitunglesen abgerieben wird, geht praktisch keine Gefährdung aus.
Obwohl D. keine PCB mehr enthalten dürfen, sind D. und andere Druckfarben nicht generell unbedenklich. Druckerfarben können Schwermetalle (Metalle), z.B. Blei, enthalten. Bei einer Verbrennung von bedrucktem Papier werden z.T. giftige Stoffe freigesetzt (Papierbriketts).

Autor: KATALYSE Institut