Barytstaublunge

(Barytose) Gutartige Staublunge mit knötchenförmigen Einlagerungen von Baryt (BaSO4) in das Lungenbindegewebe.

Führt zu keiner Beeinträchtigung der Lungenfunktion, da der Körper auf Baryt nicht allergisch reagiert und Baryt auch nicht giftig ist. Das Lungengewebe verändert sich nicht im Gegensatz zu der Silikose, Asbestose, Kaolinlunge und Aluminium-(Staub-)Lunge. B. tritt bei der Verarbeitung von Schwerspat auf.

Siehe auch: Eisenstaublunge

Autor: KATALYSE Institut

Bagassosis

Allergische Staublungenerkrankung mit evtl. tödlichem Ausgang durch berufliche Einatmung von Zuckerrohrrückständen (frz.: Bagasse), die mit Actinomyceten (Strahlenpilze) kontaminiert sind.

Siehe auch: Farmer-Lunge, Berufskrankheiten

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Bäckerallergie

Allergischer Hautausschlag an Händen und Unterarmen, aber auch Asthma, hervorgerufen durch hochmolekulare Bestandteile im Mehlstaub, in der Backhefe oder auch durch Mehlverbesserungsmittel (Ammoniumpersulfat).

Für die Sensibilisierung können Monate oder Jahre erforderlich sein. Anzeigepflichtige Berufskrankheit.

Siehe auch: Allergie

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Atopie

A. ist eine familiär auftretende, daher vererbbare Überempfindlichkeit von Haut und Schleimhäuten gegen Umweltstoffe.

Die A. ist assoziiert mit erhöhter IgE-Bildung (Allergie) und/oder veränderter pharmakologischer Reaktivität. Klinisch sind oft Heuschnupfen, Asthma, Ekzeme oder Nesselfieber zu finden.+

Siehe auch: Immunsystem

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Atmungsgifte

Als A. bezeichnet man Stoffe, die in die Atemkette eingreifen und die normale Sauerstoffaufnahme verhindern.

Der giftigste Vertreter ist Blausäuregas (HCN, Zyklon B). Beim Einatmen dieses Giftes wird im Körper das Enzym Cytochromoxidase blockiert, wodurch die Übertragung von Sauerstoff vom O2-Transportvehikel Hämoglobin in das Gewebe unterbunden wird, das Opfer erstickt. Mit dem A. Blausäuregas wurden unter dem Namen
Zyklon B in deutschen Konzentrationslagern Millionen Menschen ermordet.

Daß heute in US-amerikanischen Gaskammern mit Blausäuregas Todesurteile vollstreckt werden, mutet in diesem Zusammenhang geradezu zynisch an. Ähnlich wie Blausäure wirkt Kohlenmonoxid (CO). Als chemische Kampfstoffe sind die A. relativ ungeeignet, da es schwierig ist, die notwendigen hohen Konzentrationen im Gelände zu erreichen.

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Asthma bronchiale

Ungewöhnlich starke, atemwegsverengende Reaktion auf Reize, meistens auf inhalierte Stoffe.

Es kommt durch Kontraktion der Bonchialmuskulatur, durch Schwellung der Bronchialschleimhaut sowie durch Bildung eines zähen, schlecht abzuhustenden Sekrets zu einer anfallsweisen Behinderung der Atmung. Die Atmung kann leicht bis mäßig beeinträchtigt sein, es kann jedoch auch zum lebensbedrohlichen Atemversagen kommen.

Häufige A.-Anfälle führen durch Überdehnung der Lungenbläschen zu deren teilweiser Zerstörung (Lungenemphysem) und damit langfristig zur Verschlechterung der Lungenfunktion. Chronisches A. führt auch zu einer Überbeanspruchung und Schädigung der Herzfunktion. Ausgelöst wird die Krankheit in etwa der Hälfte aller Fälle durch allergische Reaktionen auf Allergene wie Pollen, Tierhaare, Hausstaub, Chemikalien u.a. (Allergie).

Sie entsteht oft schon in der Kindheit und geht häufig mit anderen allergisch bedingten Leiden wie Heuschnupfen oder endogenem Ekzem (Milchschorf) einher. Bei der Entstehung spielen auch eine angeborene Veranlagung sowie psychische Faktoren eine Rolle.

Allerdings kann auch eine starke Irritation der Luftwege durch Reizgase (Ozon, Stickoxide, Schwefeldioxid) oder eine langfristige Überbeanspruchung der Atemwege durch eine chronische Bronchitis einer A.-Erkrankung zugrunde liegen.

Durch die zunehmende Luftverschmutzung kommt es zu einer steigenden Zahl asthmatischer bzw. bronchialer Erkrankungen. Medikamente können den Krankheitsverlauf lindern, führen jedoch nicht zu einer Heilung. Erlernen von Atemtechniken, Atemtherapie, Psychotherapie, Naturheilverfahren sind ebenfalls Maßnahmen gegen A.

Autor: KATALYSE Institut

Asbestose

Auch Asbeststaublunge. Spezifische Erkrankung (Fibrose) durch Einatmen von Asbeststaub.

A. entsteht nach langjähriger Einatmung relativ hoher Asbestfaser-Konzentrationen, die i.d.R. an asbestverarbeitenden Arbeitsplätzen auftraten. Die Latenzzeit, also die Zeit zwischen Asbestexposition und dem Erkennen der Erkrankung, liegt im Mittel bei etwa 20 Jahren. Die fibrogene Wirkung (Narbenbildung) ist als körpereigene Abwehrreaktion zu verstehen, mit dem Versuch der Freßzellen, in die Lunge eingedrungene Asbestfasern zu verdauen.

Beim Versuch der Phagozyten und Makrophagen, die Eindringlinge durch Aufnahme in den Zelleib unschädlich zu machen, stirbt die Freßzelle ab. In der Folge versucht sich eine weitere Freßzelle an der Asbestfaser, stirbt ab usw. Durch diese Vorgänge bildet sich Narbengewebe.

Dadurch verringert sich die Elastizität und die Gasaustauschfläche der Lunge, was zu einer starken Funktionseinschränkung führt. Das Herz versucht den zunehmenden Funktionsverlust der Lunge so weit wie möglich zu kompensieren. Tödliche Verläufe bei A. beruhen i.a. auf Herzversagen.

Siehe auch: Asbeststaub

Autor: KATALYSE Institut

Arbeitsstoffverordnung

Verordnung über gefährliche Arbeitsstoffe.

Seit dem 1.10.86 durch die Gefahrstoffverordnung abgelöst. Die A. regelte die Handhabung von gefährlichen Arbeitsstoffen.

Autor: KATALYSE Institut

Arbeitsschutz

Unter A. versteht man alle Maßnahmen zum Schutz vor und Vermeidung von Gefahren für Leben und Gesundheit von Menschen, die bei der Arbeit (Arbeitsplatz) und durch Arbeit entstehen, einschließlich Planung, Konstruktion, Herstellung, Import, Ausstellung, Inverkehrbringen, Betrieb und Verwendung von Produkten, die bestimmten A.-Anforderungen genügen müssen.

Im deutschen sog. Dualen A.-System sind diese in staatlichen (Gesetze und Verordnungen) und branchenspezifischen berufsgenossenschaftlichen Vorschriften (Berufsgenossenschaften) festgelegt. Die Zuständigkeit für den staatlichen A. liegt beim Bundesminister für Arbeit, der hierfür durch die Bundesanstalt für A. fachlich unterstützt wird. Sachgebiete des A. sind: 1. Arbeitsstätten und Betriebshygiene, 2. Maschinen, Geräte und technische Anlagen, 3. Gefahrstoffe, 4. Arbeitszeitregelungen, 5. Schutz bestimmter Personengruppen (z.B. Jugendliche, Schwangere), 6. A.-Organisation im Betrieb (A.-Aufgaben von Arbeitgeber, Betriebsrat, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Betriebsarzt, Sicherheitsbeauftragtem, Arbeitnehmer und des A.-Ausschusses).
Insb. im Gefahrstoffbereich (Gefahrstoffverordnung) ergeben sich häufig ähnliche Anforderungen des A. und des Umweltschutzes, weshalb in einigen Betrieben gemeinsame Abteilungen oder Stabsstellen gebildet werden.

Autor: KATALYSE Institut

Arbeitsplatz

Quelle vieler Umweltbelastungen sind die Produktionsverfahren.

Neben der Belastung durch Chemikalien aus Produktionsverfahren sind die Berufstätigen heute - z.B. im Büro - auch Schadstoffen ausgesetzt, die aus den verwendeten Baustoffen (z.B. Formaldehyd aus Spanplatten) oder der zunehmenden Computerisierung (Computer, Bildschirm) erwachsen. Die Schädlichkeit eines Stoffes wird oft zuerst am Arbeitsplatz erkannt, weil dort die Menschen viel höheren Konzentrationen ausgesetzt sind (z.B. Vinylchlorid, Asbest, Blei, Mineralwolle).

Arbeiter sind die erste Risikogruppe gegenüber Stoffen, die später auch zu Umweltproblemen führen können. Zunehmend findet eine Chemisierung, d.h. die Verwendung von immer mehr Chemikalien im Produktionsprozeß, an fast allen gewerblichen Arbeitsplätzen statt. Jährlich kommen rd. 400 neue reine Arbeitsstoffe in den Handel. 10.000-50.000 chemische Verbindungen sind als krebserregend (Krebs) einzustufen. Regelmäßig Kontakt hat der Mensch mit ca. 500-1.000 dieser Stoffe, mit der Hälfte von diesen im Berufsleben.

Arbeitsschutz und Unfallverhütung sind in Deutschland durch eine Reihe von Gesetzen und Verordnungen geregelt. Ein zweigleisiges System soll gegen Gesundheitsschäden und vor Unfällen schützen. Grundlage ist einerseits die Gewerbeordnung, die durch zahlreiche Verordnungen und Gesetze ergänzt wurde, und andererseits die Reichsversicherungsordnung, auf deren Grundlage die Unfallverhütungsvorschriften (UVV) der Berufsgenossenschaften basieren.

1980 wurde dieses System durch den Erlaß der Störfallverordnung erweitert und durch die 2. Novellierung der Arbeitsstoffverordnung verbessert. Für den Arbeitsschutz und die Unfallverhütung wichtige Regelwerke und Verordnungen in diesem gesetzlichen System sind: die Arbeitsstättenverordnung, die Arbeitsstoffverordnung, die maximalen Arbeitsplatzkonzentrationen (MAK-Werte), die Technischen Richtkonzentrationen (TRK-Werte), die Biologischen Arbeitsstoff-Toleranzwerte (BAT-Werte), das Gesetz zum Schutz vor gefährlichen Stoffen (Chemikaliengesetz), die Unfallverhütungsvorschriften, das Arbeitssicherheitsgesetz (1976), die Störfallverordnung und die Berufskrankheiten-Verordnung (1976).
Berufskrankheiten, Berufskrebs

Lit.: KATALYSE u.a.: Chemie am Arbeitsplatz, Reinbek 1987

Autor: KATALYSE Institut

Apoptose

Das Wort kommt aus dem griechischen und setzt sich zusammen aus apo = ab, weg und ptosis, das so viel wie Niedergang, Abfallen, Senkung bedeutet.

In der deutschen Übersetzung heißt es allgemein „programmierter Zelltod“. Zunächst wurde der Begriff Apoptose für den Blattfall bei Pflanzen im Herbst verwendet. Im Unterschied zur Nekrose, die jederzeit von außen durch Infektionen oder Verletzungen auftreten kann, wird die Apoptose von der Zelle gezielt und aktiv eingeleitet, wenn die betreffende Zelle vernichtet werden soll. Es ist ein genetisch kontrollierter Prozess, der auch bei Einzellern wie Bakterien und Hefen zu finden ist.

Schon in den 1970-er Jahren wurde der apoptotische Vernichtungsvorgang beschrieben, aber kaum beachtet. Erst vor ca. 10 Jahren ging man der Sache nach und so kann man heute einige Merkmale der Apoptose beschreiben und ihren Sinn teilweise erklären. Ausgelöst durch interne oder externe Impulse, wird zuerst eine Schrumpfung der Zelle eingeleitet, dann werden die Zellbestandteile durch Enzyme abgebaut und die Reste von Fresszellen (Phagozyten) aufgenommen und verdaut.

Zweck des Vorgangs: Nicht mehr benötigte oder krankhaft veränderte Zellen werden entfernt, um einen reibungslosen Ablauf von Entwicklung und Stoffwechsel zu gewährleisten. Beispielsweise findet schon in der Embryonalphase des Menschen die Apoptose statt, wenn in einem bestimmten Stadium die Schwimmhäute zwischen den Zehen oder nicht verknüpfte Nervenzellen abgebaut werden. Beim Erwachsenen ist der programmierte Zelltod ein wichtiger Faktor für die Gesunderhaltung des Organismus, denn mit diesem Werkzeug können Zellen mit Fehlfunktionen ausgemerzt werden. Besonders deutlich wird der Sinn des programmierten Zelltods im Zusammenhang mit dem Immunsystem und bei der Entstehung von Krebszellen. Durch Vernichtung von falsch programmierten Immunzellen wird verhindert, dass diese auf den eigenen Organismus losgehen, oder dass sich eine Krebszelle ungehemmt vermehren kann. Ebenso werden virusinfizierte Zellen erkannt und apoptotisch vernichtet. Bei Keimzellen werden genetisch stark veränderte Zellen auch auf diesem Weg beseitigt.

Wird die Apoptose falsch reguliert, kann es zu schweren Veränderungen kommen. So könnte durch erhöhte Apoptoseaktivität Alzheimer und Parkinson entstehen, bei zu geringer Aktivität könnten Tumorentwicklung, Virusinfektionen und Autoimmunerkrankungen begünstigt werden. In Säugetierzellen wird die Apoptose durch Sauerstoffradikale ausgelöst. Hier besteht auch ein Zusammenhang mit nicht-ionisierender Strahlung.

Autor: KATALYSE Institut

AOX

Analyseverfahren und Meßgröße für die Menge an adsorbierbaren organisch gebundenen Halogenen (X steht in der organischen Chemie für die Halogene Fluor, Chlor, Brom und Iod) im Wasser.

Der A. wird u.a. zur Qualifizierung von Abwasser verwendet (Abwasserabgabengesetz). Dabei ist zu beachten, dass die verschiedenen Halogenverbindungen unterschiedliche Toxizitäten besitzen.

Siehe auch: Klärschlammverordnung, Halogene Fluor, Chlor, Brom, Iod, Wasser

 

Autor: KATALYSE Institut

Antikörper

Siehe Immunsystem.

Autor: KATALYSE Institut

Antigen

Begriff aus der Immunologie für Substanzen, die die Bildung spezifischer Antikörper auslösen.

I.d.R. handelt es sich dabei um hochmolekulare, körperfremde Eiweiße (Proteine). Substanzen geringer Molekülgröße können nur dann die Bildung spezifischer Antikörper in einem Organismus auslösen, wenn sie zuvor mit größeren Proteinen Komplexe gebildet haben, z.B. durch Bindung an körpereigene Eiweiße immunogen werden (Formaldehyd, Di-Isocyanate).

Siehe auch: Immunsystem, Antikörper

Autor: KATALYSE Institut

Anthrax

Der Begriff A. ist ein Synonym für den Erreger der Milzbrand-Krankheit, die natürlicherweise hauptsächlich bei Huftieren in wärmeren Regionen auftritt.

Siehe auch: Milzbrand, Hautkampfstoffe, Nervenkampfstoffe, Lungenkampfstoffe, Binärkampfstoffe

 

Autor: KATALYSE Institut

Ames-Test

Von Ames und Mitarbeitern entwickelter Kurzzeitmutagenitätstest

Dieser Test wird routinemäßig vor allem in der chemischen und pharmazeutischen Industrie angewandt, um neu synthetisierte Verbindungen auf ihre Mutagenität (erbgutschädigende Wirkung) zu untersuchen. Als Testobjekt dienen Stämme des Bakteriums Salmonella typhimurium mit bestimmten, durch Punkt-Mutationen hervorgerufenen Defekten, die auf einem Selektionsnährmedium nicht in der Lage sind zu wachsen.

Unter dem Einfluß einer mutagenen Substanz kann diese Punktmutation teilweise rückgängig gemacht werden, so daß eine entspechende Zahl von Kolonien auf dem Nährmedium heranwächst und ausgezählt werden kann. Für einen Hinweis auf Mutagenität muß die festgestellte Wachstumsrate oberhalb der ebenfalls ermittelten Spontanmutationsrate liegen.

Um den Säugetierstoffwechsel zu simulieren, wird ein Organextrakt (meist) aus Rattenleber zugegeben. Dieser Extrakt enthält einen großen Teil der für die Verarbeitung von Fremdstoffen verantwortlichen Enzyme eines Säugers. Diese sind u.U. in der Lage, mutagene Substanzen in nicht mutagene Verbindungen umzuwandeln, sie können aber auch eine nicht mutagene Substanz so umbauen, daß aus einem "Prämutagen" ein "ultimales Mutagen" wird.

Ein positiver A. wird auch als Hinweis auf die Kanzerogenität (krebserregende Wirkung) einer Substanz gewertet, da die meisten mutagenen Stoffe beim Säuger ebenfalls karzinogen wirken. Der A. weist eine im allgemeinen gute Aussagekraft auf, wenngleich insbesondere negative Ergebnisse in anderen Tests weiter untersucht werden müssen.

Siehe auch: Krebs

Autor: KATALYSE Institut

Amalgam-Zahnfüllungen

Amalgam besteht aus 50 Prozent flüssigem Quecksilber und einem Legierungspulver aus Silber, Zinn, Kupfer, Zink. Die Zusammensetzung des Legierungspulvers ist je nach Hersteller sehr unterschiedlich und enthält oft weiteres Quecksilber.

Amalgam sind Kombinationen aus anfangs formbarer Silberpulver- Quecksilber-Mischung und passen sich genau in das "Zahnloch" ein. Bei einer Amalgam muss neben der Karies sehr viel gesunde Zahnsubstanz ausgebohrt werden, da Amalgam nicht geklebt wird. Das Loch wird keilförmig nach unten in die gesunde Zahnsubstanz erweitert.
Die auf Amalgam zurückzuführende Quecksilber-Belastung tritt hauptsächlich als Quecksilber-Dampf auf. Beim Legen und Aufbohren von Amalgam werden in erhöhtem Maße Quecksilberdämpfe frei, verschmutzte Watterollen, die zum Zurückhalten des Speichels eingesetzt worden sind, enthalten erhebliche Mengen Quecksilber. Ausgebortes Amalgam muss als giftiger Sondermüll von Spezialfirmen entsorgt werden.

Beim Ausbohren von Amalgamfüllungen können in der Mundhöhle Quecksilberdampfkonzentrationen von bis zu 800 µg/m3 entstehen.A. geben ständig Quecksilber an den Organismus ab, besonders nach dem Kauen, sowie heißen und saueren Getränken. Eine schwedische Studie fand eine 6-fach erhöhte Abgabe von Quecksilber vor Computermonitoren.

Nach Aushärtung wird die Amalgamoberfläche poliert, was mit einer weiteren Belastung mit Quecksilber verbunden ist. Die Lebensdauer einer Amalgamfüllung beträgt 8 bis 10 Jahre.

Die Alternativen zu Amalgam.:

Kunststoff
Mit Kunststofffüllungen im Frontzahnbereich sind ästhetisch befriedigende Ergebnisse zu erzielen. Im Frontzahnbereich werden sie als Kassenleistung erbracht. In letzter Zeit werden Kunststofffüllungen oft auch im Seitenzahnbereich verwendet. Gegen diese Füllungen im Seitenzahnbereich spricht, dass bis heute noch kein ausreichend harter Kunststoff entwickelt worden ist, welcher den hohen Kaubelastungen in dieser Region gerecht wird. Mit der Zeit brechen die Füllungen ein und zwischen Zahn und Füllung setzt sich erneut Karies fest. Ein weiterer Nachteil der Kunststofffüllungen sind Verfärbungen bei Rauchern, Tee- und Kaffeetrinkern. Im Seitenzahnbereich lehne ich aus diesen Gründen Kunststofffüllungen ab.

Keramik- / Goldinlays
Durch Keramikfüllungen lassen sich sehr dauerhafte sowie ästhetisch hervorragende Ergebnisse erzielen. Diese Füllungen sind im Zahn nicht mehr zu erkennen, sind langlebiger als Artglas und verfärben sich nicht. Für exklusive Versorgung bedarf es einer sehr aufwendigen Herstellung und Verarbeitung. Die Materialeigenschaften der Keramik (hohe Härte, Sprödigkeit) lassen jedoch nicht allzu große Füllungen zu.

Goldinlays
Die dauerhafteste Form aller bisher besprochenen Möglichkeiten sind Goldinlays. Diese Füllungen können mit einer sehr hohen Präzision hergestellt werden. Bei entsprechender Mundhygiene ist eine weitere Füllungstherapie desselben Zahnes höchst unwahrscheinlich. Die günstigen Materialeigenschaften von Gold (Mundbeständigkeit, Elastizität, plastische Verformbarkeit) ermöglichen Füllungen in jeder Größe – in den nicht sichtbaren Bereichen die beste Lösung.

Literatur:
Maths Berlin, Mercury in dental-filling materials - an updated risk analysis in environmental medical terms, An overview of scientific literature published in 1997–2002 and current knowledge, The Dental Material Commission of Sweden 2002

Autor: KATALYSE Institut

Aluminium-(Staub-)Lunge

A., auch Aluminose genannt, tritt durch Einatmen von Aluminiumrauch und sehr feinem Aluminiumstaub auf.

Das Lungengewebe bildet sich durch die Reizung mit diesen Partikeln zu narbigem Bindegewebe um, so daß ein Gasaustausch verhindert wird. Dieser Prozeß dauert mehrere Jahre. Krankheitserscheinungen sind Husten, Auswurf und Kurzatmigkeit.

Die Krankheit tritt bei Arbeitern in der Aluminiumindustrie auf (Schleifmittelherstellung, Schweißarbeiten). Die Abgrenzung zum Krankheitsbild der Staublunge (Silikose) ist schwierig. 1982 waren 23 Personen aufgrund von A. berentet. MAK-Wert für Aluminium und Al2O3-Staub: 6 mg/m3.

Autor: KATALYSE Institut

Biodiesel

In einer Ökobilanz des ifeu-Institutes (2003) wurde nachgewiesen, dass beim Einsatz von einem Liter B. 2,2 Kilogramm Treibhausgase eingespart werden. Für die Handhabung des Produktes Biodiesel sprechen seine gute biologische Abbaubarkeit und die daraus resultierende niedrige Wassergefährdung.

Nach der Einführung einer Vornorm galt in Deutschland seit 1997 die E DIN 51606 für die Definition der Eigenschaften von Biodiesel. Sie hatte seinerzeit zwar den Status eines Normentwurfs, war jedoch voll gültig und stellte die technische Grundlage für nahezu alle Freigaben der Fahrzeughersteller dar.
Im November 2003 wurde die bisherige Norm durch die europäische Norm EN 14214 - in Deutschland entsprechend DIN EN 14214 - abgelöst. Diese Norm ist in einigen Parametern strenger als die bisherige und enthält außerdem zusätzliche Anforderungen. Die DIN EN 14214 ist in Bezug auf Biodiesel die technische Grundlage der novellierten Kraftstoff-Qualitäts- und Kennzeichnungsverordnung (10. BImSchV).
B. darf als Kraftstoff nur entsprechend der Kennwerte der DIN EN 14214 angeboten werden. B. wird daher an den Tanksäulen ausdrücklich durch einen Aufkleber nach der aktuellen Norm ausgezeichnet.
Die Biodiesel-Norm fordert eine Kältefestigkeit von -20 °C. Dieser Wert wird - ähnlich wie bei Mineralöldiesel - durch Zugabe von Additiven bei der Herstellung erreicht. Fachleute empfehlen daher nach der Umstellung auf Biodiesel nach zwei bis drei Tankfüllungen das Kraftstofffilter außerhalb der üblichen Revisionsfristen zu wechseln, um den Filterversatz durch Altablagerungen zu verhindern. Normgerechter Biodiesel selbst führt nicht zum vorzeitigen Filterverschluss.
Aufgrund des niedrigeren spezifischen Energiegehaltes von Biodiesel ist ein Mehrverbrauch zu erwarten. Dieser fällt jedoch im praktischen Betrieb wesentlich niedriger aus als die formale Rechnung ergibt, da andere günstige Kennwerte des Biodiesel einen effizienteren Motorbetrieb gestatten. In Flottenversuchen wurden Mehrverbräuche von 0 bis 5 Prozent gegenüber dem Einsatz von Dieselkraftstoff ermittelt.
Die Qualifikation zum Thema Biodiesel in den Werkstätten vor Ort sehr unterschiedlich. Manchmal drängt sich auch der Eindruck auf, dass technische oder Verschleißprobleme vorsorglich auf den Biodiesel-Einsatz "abgeladen" werden, ohne dass ein Zusammenhang wirklich nachgewiesen wird. Der Kunde ist immer gut beraten, wenn er den Nachweis führen kann, stets qualitätsgesicherte Ware bezogen und benutzt zu haben.
Biodiesel darf ausschließlich in den dafür vom Hersteller ausdrücklich freigegebenen Fahrzeugen eingesetzt werden. Es ist eine Verpflichtung des Fahrzeughalters, sich dementsprechend sachkundig zu machen. Wird ein Fahrzeug (z.B. PKW, LKW, Schlepper) mit Biodiesel betrieben, ohne dass diese Verwendung in der Betriebsanleitung als zugesicherte Eigenschaft beschrieben ist, haften der Fahrzeughersteller bzw. Händler nicht für eventuell auftretende Schäden.

Autor: KATALYSE Institut

Akute Strahlenschäden

Akute Strahlenschäden (auch: Frühschäden) gehören zu den nicht stochastischen Strahlenschäden und treten bei kurzzeitigen Ganzkörperdosen (Strahlendosis) ab 0,5 Sv (Sievert) auf.

Ab solchen Dosen werden so viele Zellen durch die ionisierende Strahlung abgetötet oder funktionsgestört, daß innerhalb von Stunden oder Tagen zahlreiche Schäden sichtbar werden, die bis zum Tod führen können. Der Krankheitsverlauf ist um so schwerer, je höher die Dosis war. Speziell betroffen sind Zellen, die sich häufig teilen, insbesondere die blutbildenden Zellen im Knochenmark, deren Ausfall das Immunsystem schwächt bis lahmlegt, die Zellen des Darmepithels, deren Ausfall zu Störungen im Wasser- und Mineralhaushalt sowie Darmkoliken führt, und die Haarwurzel, deren Schädigung Haarausfall nach sich zieht.

Weitere mögliche Akute Strahlenschäden: Trübung der Augenlinse (Grauer Star), Hautschädigung, Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit, Mißbildungen, Tod- und Fehlgeburten durch Bestrahlung des Embryos. Symptome bei kurzzeitiger Ganzkörperbestrahlung ohne medizinische Behandlung s. Tab.. Den typischen Krankheitsverlauf nennt man Strahlenkrankheit (weitere Symptome dort). Todesfälle bis etwa 5 Sv sind meist Folge der erhöhten Infektionsbereitschaft.

Bei höheren Dosen sind Darmstörungen Haupttodesursache. Bis etwa 10 Sv Ganzkörperdosis haben Bestrahlte bei stationärer medizinischer Versorgung gute Chancen zu überleben. Bei den Überlebenden können zahlreiche Spätschäden (Strahlenschäden) auftreten: Krebs, unspezifische Lebensverkürzung, Sterilität, dauerhafte Immunschwäche (Immunsystem) etc.. Akute Strahlenschäden wurden bei Atombombenopfern in Hiroshima und Nagasaki (Atomwaffen) und bei Betriebsunfällen im Kernkraftwerksbereich beobachtet.

Lit.: L.Rausch: Mensch und Strahlenwirkung, München 1986

Autor: KATALYSE Institut

Adipositas

Adipositas (lat. adeps=fett) bedeutet Fettsucht, Fettleibigkeit oder in der Umgangssprache starkes Übergewicht mit einem Body-Mass-Index von über 30.

Häufiger liegen die Gründe dafür in einem gestörten Ernährungsverhalten. So kann z.B. Fast Food (zu hoher Fett-, Salz- und Zuckergehalt), Geschmacksverstärker Glutamat (Appetit anregend) oder auch der Jojo-Effekt nach einer Diät zu Adipositas führen. Adipositas kann körperliche Folgekrankheiten haben, wie z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Bluthochdruck.

Quellen:
DER BROCKHAUS multimedial 2010 (CD-Rom)
WHO (Hrsg.): Obesity: preventing and managing the global epidemic. Report of a WHO Consultation. In: WHO Technical Report Series. 894, 2000.

Autor: KATALYSE Institut