Erdgasfahrzeug

E. verwenden als Kraftstoff Erdgas (auch bezeichnet mit CNG oder LNG) für die Ottomotoren. Zur Umrüstung müssen in ein Fahrzeug ein Drucktank, ein Verdampfer-Druckregler und ein anderer Vergaser eingebaut werden. Auch die Benzinanlage kann im Fahrzeug beibehalten werden und man kann zwischen Erdgas und Benzinbetrieb während der Fahrt umschalten.

Ähnlich wie bei den Autogas-Fahrzeugen werden inzwischen auch Fahrzeuge mit Erdgasanlage ab Werk angeboten, beispielsweise der Volvo S60, V70, S80; Ford Focus, Ka Transit; Mercedes Sprinter, Fiat Multipla, Ducato u.v.a.
Mitte des Jahres 2002 gab es bundesweit rund 280 Erdgas-Tankstellen und die Erdgaswirtschaft will in einer gemeinsamen Aktion mit der Mineralölwirtschaft weitere 1.000 Tankstellen mit Erdgassäulen ausstatten.
Erdgas ist günstig, da bei jeder Ökosteuerrunde der Preis nur minimal erhöht wurde (statt 7-8 Pf/l nur 0,8 Pf/l). Neben günstigeren Kraftstoffkosten ergeben sich vor allem Umweltvorteile des A.-Betriebes: Wegen der höheren Klopffestigkeit ist eine höhere Verdichtung mit höherem Wirkungsgrad möglich mit weniger Ölverbrauch sowie um 75 Prozent geringere Kohlenmonoxid-Emissionen; geringere (um bis zu 80 Prozent) Kohlenwasserstoff-Emissionen und geringere Stickoxide (um 20 Prozent).
E. ist ungiftig und belastet das Grundwasser nicht. Zudem sind Erdgasfahrzeuge leiser.

Autor: KATALYSE Institut

Erdgas

Erdgas ist ein brennbarer, fossiler Energieträger, der in unterirdischen Lagerstätten vorkommt. Das methanreiche Erdgas ist ein Gasgemisch, das man meist gemeinsam mit Erdöl vorfindet. Erdgas entsteht aus abgestorbener Biomasse unter Luftabschluss und hohem Druck.

E. besteht aus niedrigen Kohlenwasserstoffen, vor allem Methan (75-95 Prozent), Ethan und Propan, daneben enthält es u.a. Kohlendioxid und in Spuren Schwefelwasserstoff, die bei der Aufbereitung weitgehend entfernt werden.

E. ist i.d.R. in Verbindung mit der Kohle- bzw. Erdölbildung entstanden. Ausgangsstoffe waren Meeresalgen und andere Wasserpflanzen, v.a. Plankton sowie abgesunkene Urwälder. In komplexen chemisch-biologischen Prozessen sind sie unter hohem Druck und hohen Temperaturen zu E. umgewandelt worden. Es wird auch ein anorganischer Ursprung von E. diskutiert.

E. wird eingesetzt zur Erzeugung von Strom und Wärme (Kraftwerk, Blockheizkraftwerk, Heizwerk, Wärmepumpe, Heizung). E. gilt als der umweltfreundlichste fossile Brennstoff, vor allem wegen der geringen Schwefeldioxid- und Kohlendioxid-Emissionen (Kohlendioxid-Problem) bei seiner Verbrennung.

E. (CNG-Compressed Natural Gas) wird auch als Kraftstoff im gasförmigen Zustand eingesetzt. Sein Hauptbestandteil ist Methan, was im Motorenbetrieb eine höhere Verdichtung erlaubt. E. wird bei einem Druck von 200 bar in speziell entwickelten Druckbehältern gespeichert. Der Kraftstoff E. darf aufgrund unterschiedlicher Drücke auf keinen Fall mit dem Kraftstoff Flüssiggas (8 bar) verwechselt werden. Die Tankssysteme sind deshalb unterschiedlich und verwechslungssicher ausgelegt.

Für den Treibhauseffekt müssen aber neben den Kohlendioxid-Emissionen auch die Methanfreisetzungen bei Gewinnung, Transport und Verteilung berücksichtigt werden, wodurch die Treibhaus-Bilanz von E. nur noch wenig besser ist als die anderer fossiler Brennstoffe.

 

Autor: KATALYSE Institut

Energiewirtschaftsgesetz

Das E. (EnergWG) stammt vom 13.12.1935 und wurde letztmals am 19.12.1977 novelliert. Es wurde geschaffen, um die Energieversorgung mit leitungsgebundener Energie (ohne Fernwärme) so sicher und billig wie möglich zu gestalten.

Da Investitionen für leitungsgebundene Energien sehr hoch sind, werden sog. Energieversorgungsunternehmen (EVU) Gebietsmonopole eingeräumt. Um einen Mißbrauch dieser Monpole zu verhindern, unterliegen die EVUs der Energieaufsicht der Länder. Diese hat das Recht, auf Investitionen, Marktzugang, Preise und Geschäftsbedingungen Einfluß zu nehmen. Für das Recht, Leitungen in öffentlichem Gebiet zu verlegen, entrichten die EVUs Konzessionsabgaben an die Kommunen.

Des weiteren schreibt das E. eine Versorgungspflicht zu den allgemeinen Tarifen und Versorgungsbedingungen vor, insofern dies wirtschaftlich vertretbar ist. Die Tarife bewegen sich hierbei im Rahmen einer Bundestarifordnung (BTO) der jeweiligen Energieart.
Das E. beinhaltet einen Passus, daß die Energiearten im Interesse des Gemeinwohls wirtschaftlich (Wirtschaftlichkeitsbetrachtung) einzusetzen sind. Dies ist der einzige Hinweis, der auf eine Berücksichtigung des Umweltschutzes und eine rationelle Energienutzung innerhalb der Energiewirtschaft hindeuten könnte.

Dennoch behaupten die Befürworter des E., z.B. die EVU's, daß eine Novellierung, wie sie seit Jahren von Umweltschützern gefordert wird, nicht erforderlich sei. Dies belegt jedoch nur, welcher Stellenwert dem Umweltschutz einerseits und den wirtschaftlichen Interessen andererseits beigemessen wird. So ist bisher kein Fall bekannt, wo z.B. ein Kraftwerk mit der Begründung, daß seine volkswirtschaftlichen Kosten zu hoch und somit nicht im Sinne des E. seien, abgelehnt worden wäre.

Andererseits sind eine Reihe von Fällen bekannt, wo geplante dezentrale Kraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung ohne Durchführung einer vergleichenden Umweltbilanz abgelehnt wurden, weil ihre Stromgestehungskosten höher lagen als bei konventionellen Großkraftwerken. Hier werden mit Hilfe des E. umweltpolitsch und volkswirtschaftlich sinnvolle Maßnahmen nach wie vor behindert.

Siehe auch: Externe Kosten, dezentrale Energieversorgung

Autor: KATALYSE Institut

Energiewende

Die Energiewende steht für den Anspruch auf eine nachhaltige Energieversorgung umzustellen.

Eine nachhaltige Energiepolitik, die den mit der Energieerzeugung verbundenen Ausstoß von Schadstoffen und Treibhausgasen vermindert und fossile Ressourcen schont, erfordert einen grundlegenden Wandel von

  • zentralistischer zu dezentraler Energieversorgung,
  • fossilen und nuklearen zu regenerativen Energiequellen,
  • Energieverschwendung zu Energiesparmaßnahmen.

sowie eine soziale Erzeugung und Verteilung der Energie im Sinne der Zukunftsfähigkeit und (Generations-)Gerechtigkeit.
Das Leitbild Energiewende steht für eine umweltfreundliche und soziale Energieerzeugung.

Die Bundesregierung hat sich diesem Leitbild nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima im Jahr 2011 zugewendet und beschlossen bis zum Jahr 2022 schrittweise aus der Nutzung der Kernenergie auszusteigen, die Energieeffizienz zu verbessern und den Umstieg auf die erneuerbaren Energien zu beschleunigen. Bis zum Jahre 2050 soll ein Bruttoendenergieverbrauch zu 60 Prozent auf Basis regenerativer Energiequellen gewährleistet werden. Im Zuge des grundlegenden Umbaus der Energieversorgungssysteme gilt es, ein leistungsfähiges Stromnetz aufzubauen (Netzausbau) und wirksame Konzepte zur Energieeinsparung zu entwickeln, bspw. durch Gebäudesanierung und energieeffizientes Bauen.
Das Umsetzungskonzept der Bundesregierung ist umstritten, an erster Stelle weil es vorsieht Kernenergie als ‚Brückentechnologie‘ der E. zu nutzen. Dazu kommt, dass die Stromnetze noch nicht die erforderliche Kapazität besitzen, um den "offshore" mit Windernergieanlagen erzeugten Strom von Nord nach Süd zu transportieren. Der Netzausbau geht nur langsam vonstatten, da in der Bevölkerung aus Naturschutz -, Kosten- und Gesundheitsgründen nur geringe Akzeptanz gegenüber neuer Hochspannungsleitungen besteht. Entwicklungsbedarf besteht auch in der Speicherung, um witterungs- und tageszeitbedingte Ausfälle bei der Bereitstellung des Stroms aus erneuerbaren Energien kompensieren zu können.

Der erste Impuls zu einer Energiewende wurde in den 80er Jahren aus dem Kreis der unabhängigen Umwelt-Forschungsinstitute an die Energieversorgungswirtschaft und die konservative Energieforschung heran getragen.

Lit.

Autor: KATALYSE Institut

Energiespeicher

Siehe: Speicherung, Warmwasserspeicher, regenerative Energiequellen, Latentwärmespeicher, Eisspeicher, physikalische Speicher, chemische Speicher

Autor: KATALYSE Institut

Energiesparmaßnahmen

Als E. bezeichnet man v.a. technische Maßnahmen, durch die sich dieselbe Energiedienstleistung (z.B. eine Temperatur von 20 Grad C im Wohnbereich) bei geringerem Energieverbrauch erzielen läßt.

Das Einsparen von Energie ist aus zwei Gründen von hoher Priorität: Schonung der knappen Energiereserven und Reduzierung von Schadstoffemissionen (Kohlendioxid (Treibhauseffekt), Schwefeldioxid und Stickoxide (Waldsterben), Staub). Verschiedenen Studien nach kann der Primärenergieverbrauch (Energie) Deutschland ohne wesentliche Komforteinbußen um etwa 50% reduziert werden.

Im privaten Bereich sind die wichtigsten Bereiche für E.: Raumwärmebedarf (Wärmedämmung, k-Wert, Niedrigenergiehaus, Heizung, Brennwertkessel), Warmwasserbereitung (Sonnenkollektoren, Wärmepumpe) und Stromverbrauch (Haushaltsgeräte, Energiesparlampen). Veränderte Lebens- und Verbrauchsgewohnheiten sind eine weitere E.: Viele Menschen in Deutschland haben sich daran gewöhnt, im Winter leicht bekleidet herumzulaufen, täglich zu duschen und mehrfach die Woche Wäsche zu waschen.

Diese neuen Lebensgewohnheiten haben den Spareffekt sparsamer Haushaltsgeräte bereits überkompensiert. Die Verringerung der Raumtemperatur im Winter um 1 Grad C spart 6% Heizenergie. Immer größere Anteile am Energieverbrauch hat der Verkehr; E. sind hier sparsamere Autos, v.a. aber die Umschichtung des Straßenverkehrs auf den Schienenverkehr, kombinierten Verkehr, öffentlichen Personennahverkehr und Fahrrad.

In der Elektrizitätswirtschaft stellt die Erzeugung von Strom und Fernwärme in Kraft-Wärme-Kopplung die wichtigste E. dar, gefolgt von der Nutzung industrieller Abwärme. Zum Energiesparen können auch moderne Technologien mit hohem Wirkungsgrad (z.B. Kombikraftwerk) beitragen.

Siehe auch: Energiedienstleistung, Temperatur

Autor: KATALYSE Institut

Energiesparlampen

E., auch Kompaktleuchtstofflampen genannt, stellen eine Weiterentwicklung der herkömmlichen Leuchtstoffröhre dar (Funktionsprinzip Leuchtstoffröhre) und können dank ihrer kompakten Bauweise anstelle herkömmlicher Glühbirnen verwendet werden.

Im Vergleich zu Glühbirnen sind E. extrem sparsam und langlebig. E. verbrauchen bei gleicher Helligkeit nur etwa ein Fünftel an Energie, gleichzeitig liegt ihre Lebensdauer mit 6.000 bis 8.000 Brennstunden um das bis zu Achtfache über der Lebensdauer von Glühbirnen. Trotz ihres hohen Anschaffungspreises sparen E. so über ihre Lebensdauer eine beachtliche Menge Geld (vgl. Graphik).

Infolge ihres geringen Stromverbrauchs entlasten E. die Umwelt. Insb. die Emissionen von Kohlendioxid, dem Hauptverursacher des Treibhauseffekts, können durch Verwendung von E. anstelle von Glühbirnen reduziert werden. Über eine Brenndauer von 8.000 Stunden werden pro E. 288 kg CO2 eingespart. Auf die 24 Mio Haushalte der alten Bundesländer hochgerechnet, ergibt dies einen CO2-Einspareffekt von 5,6 Mio t innerhalb von 8.000 Brennstunden.
Die Lichtfarbe von E. ähnelt i.a. dem Glühlampenlicht und wird als angenehm empfunden, obwohl es die Qualität von Glühlampen und besten Leuchtstoffröhren nicht erreicht.

E. benötigen zum Betrieb ein Vorschaltgerät, das i.d.R. in das Gehäuse der E. integriert ist. Bevorzugen sollte man unbedingt elektronische Vorschaltgeräte, wie sie in modernen E. üblich sind. Diese arbeiten völlig flimmerfrei (integrierter Hochfrequenzwandler) und sind schaltfest, d.h. auch häufiges An- und Ausschalten verkürzt ihre Lebensdauer nur unwesentlich. Darüber hinaus benötigen sie keine radioaktiven Gase zum Zünden der Gasentladung. Ältere Modelle verwenden geringe Mengen Tritium oder Krypton zum Zünden (Radioaktivität). Die mögliche radioaktive Belastung liegt aber auch hier weit unter der Belastung durch Baustoffe (radioaktive Baustoffe) und Radon.

E. enthalten etwa 8 mg Quecksilber. Sie dürfen nicht zerstört werden, da dann giftige Quecksilberdämpfe freigesetzt werden. Die sachgerechte Entsorgung erfolgt über Schadstoffsammelstellen, die E. einem Quecksilber-Recycling zuführen.

Siehe auch: Licht, Leuchtstoffröhre, Glühbirnen 

Autor: KATALYSE Institut

Energiereserven

Die in der Erde lagernden Vorräte an fossilen Brennstoffen und Uran, aus denen heute ca. 90% des Weltprimärenergiebedarfs (Energie) gedeckt wird, bezeichnet man als E..

Bei gleichbleibendem Energiebedarf reichen die Welt-E. für Erdöl und Erdgas nur noch einige Jahrzehnte. Auch die Kernenergie (Kernkraftwerk) stellt ohne Schnellen Brüter nur eine kurze Übergangstechnologie dar. Lediglich Kohle ist noch für Jahrhunderte verfügbar, doch ist ihre Nutzung mit hohen Risiken belastet (Schwefeldioxid, Stickoxide, Staub und vor allem Kohlendioxid (Treibhauseffekt)).

Deutschland verfügt über nur sehr geringe Vorräte an Erdöl und Erdgas, wohingegen die Kohlevorräte mit 7.200 EJ, wovon 1.000 als sicher gewinnbar gelten, relativ groß sind.

Um den Energiehunger der Menschheit langfristig zu decken, bleiben neben der Kernfusion, bei der nicht abzusehen ist, ob sie jemals technisch und wirtschaftlich realisierbar sein wird, nur rationelle Energienutzung, Energiesparmaßnahmen und v.a. regenerative Energiequellen. Da schon heute eine Reihe regenerativer Systeme zur Verfügung stehen, stellt sich die Frage, warum man nicht diese forciert einsetzt, anstatt zunächst die letzten E. unter hohen Umweltbelastungen zu verbrauchen. Potentiale: Regenerative Energiequellen

Autor: KATALYSE Institut

Energiepass

Der E. gibt in Form standardisierter Kennzahlen an, wie hoch der Energieverbrauch eines Hauses bzw. einer Wohnung ist.

Sinn des E. ist es, bei Hauskauf bzw. Vermietung die zukünftigen Energiekosten (Nebenkosten/Warmmiete) transparent zu machen: Häuser bzw. Wohnungen mit schlechtem Heizungs-System und spärlicher Wärmedämmung lassen sich für weniger Geld verkaufen bzw. vermieten als energiesparende Häuser. Dadurch soll der E. energiesparende Investitionen fördern.

Der E. wurde vor etlichen Jahren erstmals in der Schweiz eingeführt. In Deutschland gibt es den E. in Berlin und Hamburg; in NRW wird er im Rahmen der Förderung ökologischer Aspekte im sozialen Wohnungsbau eingeführt.

Seine eigentliche Wirkung kann der E. aber erst dann erzielen, wenn es obligatorisch wird, bei Kauf oder Vermietung eines Hauses bzw. einer Wohnung einen E. vorzulegen.

Autor: KATALYSE Institut

Energiemanagement

E. hat die effiziente Energieversorgung einer Organisation, eines Unternehmens oder einer technischen Einrichtung zum Ziel.

Erreicht wird dies durch den Prozeß der Planung, Organisation, Leitung und Überwachung von Maßnahmen. Häufig werden auch Regelstrategien o.ä. als E. bezeichnet. Meist wird für das E. eine Stelle innerhalb einer Organisation oder eines Unternehmens geschaffen, die folgende Aufgabe hat:

  • kostengünstige Beschaffung von Energie,
  • Erstellen und Analysieren von Energiestatistiken,
  • Erfassen, Beurteilen und Vermeiden von Energieverlusten,
  • Erarbeiten von strategischen Energiekonzepten,
  • Förderung des Energiebewußtseins im Betrieb.

Einige deutsche Städte konnten durch die Arbeit von Energiebeauftragten den Energieverbrauch der städtischen Gebäude und Einrichtungen ohne größere Investitionen innerhalb weniger Jahre um bis zu 30% senken. Viele größere Betriebe verfügen ebenfalls über einen qualifizierten Stab von Ingenieuren, der sich ausschließlich mit Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs beschäftigt. Ein großes unausgeschöpftes Einsparpotenial besteht noch v.a. bei kleineren Städten und Gemeinden, in kleineren Betrieben sowie in den neuen Bundesländern.

Autor: KATALYSE Institut

Energiekonzept

E. werden in der Regel von Städten und Gemeinden aufgestellt, da sie im Rahmen der Daseinsfürsorge für ihre Bewohner auch die Versorgung mit Energie zu gewährleisten haben.

Während in den 70er Jahren bei E. noch v.a. der Versorgungsaspekt im Vordergrund stand und die E. deshalb auch "Energieversorgungskonzepte" genannt wurden, steht nun der Aspekt der Energieeinsparung, der rationellen Energienutzung sowie der Nutzung regenerativer Energiequellen im Vordergrund.

Unmittelbarer Anlaß für die Erarbeitung eines E. ist oft die Untersuchung von Energieeinsparpotentialen in den Gebäuden und Einrichtungen, die der Stadt oder der Gemeinde selbst gehören. Daran sollte sich eine Untersuchung der Einsparpotentiale in Haushalt, Gewerbe und Industrie anschließen. Besonders wichtig ist die Untersuchung der Potentiale der Kraft-Wärme-Kopplung sowie der regenerativen Energiequellen. In einem E. werden dann Maßnahmen vorgeschlagen, wie die ermittelten Potentiale zu nutzen sind und welche Investitionen über einen bestimmten Zeithorizont (z.B. 20 Jahre) vorzunehmen sind.

Die Aufstellung von E. durch Städte und Gemeinden wird von den meisten Bundesländern finanziell gefördert. Auskunft erteilen die für Energie zuständigen Abteilungen der jeweiligen Ministerien.

Siehe auch: Energiedienstleistung, Energieagentur, Blockheizkraftwerke

Autor: KATALYSE Institut

Energiefluss

Unter E. im ökologischen Sinne ist der eng mit dem Stoffumsatz gekoppelte Fluß der durch pflanzliche Organismen gebundenen Sonnenenergie durch ein Ökosystem zu verstehen.

Im Prozeß der Photosynthese gewinnen die grünen Pflanzen aus dem Sonnenlicht alle Energie, die auf der Erde zur Verfügung steht. Von den jährlich 705 Mio TWh, die durch die Sonne auf die Erdoberfläche eingestrahlt werden (Globalstrahlung, Strahlungsbilanz), werden 1-2% in organischer Materie gebunden. Die Pflanzen als erstes Glied der Nahrungskette geben mit den organischen Stoffen auch die gewonnene Energie an die Konsumenten erster Ordnung in der Nahrungskette weiter (= E.).

Die Konsumenten zweiter Ordnung nehmen einen Teil dieser Energie auf, um dann ihrerseits als Nahrung für weitere Glieder der Nahrungskette zur Verfügung zu stehen. In jedem Glied wird jedoch ein erheblicher Teil der {Energie} für die Aufrechterhaltung der Lebensprozesse "veratmet". Dabei werden organische Substanzen unter Sauerstoff-Verbrauch abgebaut und Kohlendioxid sowie die freigesetzte Energie (leztlich als "Abwärme") an die Umgebung abgegeben.

In jedem Glied der Nahrungskette verringern sich organische Substanz und Energievorrat auf etwa ein Zehntel. Dementsprechend nimmt auch in jedem Glied der Nahrungskette entweder die Zahl der Individuen oder ihre Körpergröße ab.

Siehe auch: Biomasse, Assimilation, Energie, Sonnenenergie

Autor: KATALYSE Institut

Energieeinsparungsgesetz

Mit dem E. (ENEG) vom 22.7.1976 bzw. der Änderung durch das Gesetz vom 20.6.1980 wird der energiesparende Wärmeschutz bei neu zu errichtenden Gebäuden festgeschrieben.

Das E. ermächtigt die Bundesregierung, durch Rechtsverordnungen mit Zustimmung des Bundesrates Anforderungen an den Wärmeschutz von Gebäuden und ihren Bauteilen festzusetzen. So ist bei der Errichtung eines Gebäudes der zuständigen Bauaufsichtsbehörde nachzuweisen, daß der Entwurf der durch das E. bewirkten Wärmeschutzverordnung entspricht.

Autor: KATALYSE Institut

Energiedosis

Die E. gibt die Energiemenge einer ionisierenden Strahlung an, die ein durchstrahlter Körper bezogen auf seine Masse aufnimmt.

Siehe auch: Radioaktivität und Strahlung, Maßeinheiten, ionisierenden Strahlung

 

Autor: KATALYSE Institut

Energiedienstleistung

Unter E. wird die Lieferung einer Dienstleistung wie z.B. Wärme oder Licht anstelle der heute überwiegend üblichen Lieferung der Energieträger wie Erdgas oder Strom durch das Energieversorgungsunternehmen verstanden.

Die Idee der E. wurde Anfang der 80er Jahre in den USA entwickelt und wird dort seit Jahren mit Erfolg praktiziert. Die E. kann z.B. folgende Leistungen eines Energieversorgungsunternehmens umfassen:

  • Übernahme der Heizanlage eines Kunden. Das Energieversorgungsunternehmen liefert dem Kunden nicht mehr Heizöl, Gas oder Strom, sondern Wärme, und sorgt durch eine Optimierung der Heizungsanlage (z.B. Umstellung auf Brennwertkessel oder Kraft-Wärme-Kopplung) für eine möglichst energiesparende Bereitstellung der Wärme.

    Das Energieversorgungsunternehmen trägt zunächst die Investitionen, die es sich dann vom Kunden über den Wärmepreis zurückholt. Aufgrund der erzielten Energieeinsparung bezahlt der Kunde jedoch nicht mehr Geld als vorher mit seiner eigenen, veralteten Heizanlage. Dieses Vorgehen wird auch "Nutzwärmekonzept" genannt. Beispiel: Stadtwerke Rottweil, 7210 Rottweil

  • Finanzierung von Energiesparmaßnahmen beim Kunden durch das Energieversorgungsunternehmen: Maßnahmen wie Wärmedämmung oder der Kauf von stromsparenden Geräten werden vom Energieversorgungsunternehmen vorfinanziert. Der Kunde zahlt die Investitionen über die eingesparten Energiekosten zurück. Die monatliche finanzielle Belastung für den Kunden ändert sich durch die Energiesparmaßnahme nicht. Die oft recht hohe Anfangsinvestition wird vom Energieversorgungsunternehmen oder von der Energieagentur getragen.
  • Beratung zu Energiesparmaßnahmen, Untersuchung von Einsparmöglichkeiten in Wohngebäuden usw. kostenlos durch das Energieversorgungsunternehmen.

Siehe auch: Licht, Erdgas, Strom

Autor: KATALYSE Institut

Energieberater

Meist Ingenieure oder Naturwissenschaftler mit Zusatzausbildung, die Industrie, Kommunen und insb. Privatpersonen bzgl.

Energiesparmaßnahmen beraten. Neben dem Aufzeigen des technisch Machbaren ist es v.a. wichtig, wirtschaftliche Amortisationsrechnungen (Umweltschutzinvestitionen) durchzuführen, da sich viele energiesparende Maßnahmen viel schneller amortisieren, als allgemein bekannt ist.

Neben den 6.000 E. der Energieversorgungsunternehmen gibt es eine Vielzahl von Beratern interessierter Anbieter (Elektro-, Heizungshandel). Bürgernahe, interessenunabhängige und weitgehend kostenlose Beratungen bieten nur die Verbraucherzentralen, die Energieagenturen (z.B. NRW und Niedersachsen) und einzelne Kommunen (Detmold, Düren).

Nur eine flächendeckende, neutrale Energieberatung wäre in der Lage, die großen Einsparpotentiale gerade im privaten Sektor rasch zu mobilisieren.

Siehe auch: Industrie

Autor: KATALYSE Institut

Energiebeauftragter

Bezeichnung für die haupt- oder nebenamtlich mit Energiefragen beschäftigte Personen in Unternehmen und Organisationen.

Meist Ingenieure oder Naturwissenschaftler mit Zusatzausbildung, die Industrie, Kommunen und Privatpersonen bzgl. Energiesparmaßnahmen beraten.

Autor: KATALYSE Institut

Energiebeauftragte

E. gibt es in öffentlichen Einrichtungen und bei Industriebetrieben. Seit Ende der 70er Jahre haben praktisch alle Großstädte in Westdeutschland E., ebenso die großen Industriebetriebe.

In den Großstädten konnte der Energieverbrauch durch den Einsatz der E. ohne große Investitionen innerhalb weniger Jahre um bis zu 30% gesenkt werden. Die E. sind meist Ingenieure oder verwandte Berufe und sorgen für den optimalen Einsatz der vorhandenen Technik in den Gebäuden der Stadt oder des Industriebetriebs. Daneben wirken sie im Sinne der Energieeinsparung bei der Neuplanung von Anlagen mit.

Autor: KATALYSE Institut

Energieagentur

Eine Energieagentur ist eine Agentur, die Dienstleistungen im Bereich der Energiewirtschaft anbietet. Die meisten Energieagenturen sind öffentliche oder halb-öffentliche Unternehmen, die im Auftrag eines Energieministeriums oder einer anderen Energie-Behörde handeln und an die bestimmte Aufgaben delegiert wurden.

Enegieagenturen wurden Ende der 80er Jahre von einigen Bundesländern (Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen) eingerichtet mit dem Ziel, Maßnahmen zur Energieeinsparung und rationellen Energienutzung zu fördern.

Ein Schwerpunkt der Aktivitäten der Energieagenturen sind Maßnahmen in Betrieben, da dort Energiesparmaßnahmen oftmals selbst dann nicht vorgenommen werden, wenn sich damit erhebliche Kosteneinsparungen erzielen lassen. Die Gründe hierfür sind u.a.:

  • Geringer Anteil der Energiekosten am Umsatz, in der Regel nur 1,5 bis 6%
  • Forderung nach sehr kurzen Amortisationszeiten für Investitionen in den Betrieben, in der Regel werden Amortisationszeiten von 1 bis 2 Jahren erwartet. Die Amortisationszeiten von Energiesparmaßnahmen liegen dagegen oft im Bereich von 5 bis 10 Jahren.
  • Geringe Kenntnisse über energieparende Technologien und Prozesse.

Die Energieagentur greift hier ein durch Übernahme von Investitionsrisiken, Information über neue Technologien sowie Durchführung von Studien. Träger der Energieagenturen sind die Länder sowie Energieversorgungsunternehmen und Industriebetriebe. Die Energieagenturen sollen sich nach einer Anlaufphase jedoch selbst tragen.

Siehe auch: rationellen Energienutzung, Energiekonzepte, Energiedienstleistung, Energiemanagement

 

Autor: KATALYSE Institut

Energie

Als Energie wird die Fähigkeit eines Systems bezeichnet, Arbeit zu leisten. Verschiedene Formen von Energie sind: Wärme, chemische, mechanische und elektrische Energie, die sich ineinander umwandeln lassen.

Einsatz und Umwandlung von Energie - ungenau als Energie-Verbrauch bezeichnet - sind Voraussetzung für den Ablauf sämtlicher Lebensfunktionen. Die Energie der Nahrung wird in Wachstum, Körperwärme und Bewegung umgesetzt. Energie wird gebraucht für die Befriedigung wichtiger Bedürfnisse: Raumwärmebedarf (Heizung), Warmwasserbereitung, Transport (Verkehr). Schließlich ist die gesamte industrielle Produktion nur durch den Einsatz von Energie möglich.

Energie ist heute zu einem der wichtigsten Produktionsfaktoren und zu einer der wichtigsten Quellen von Umweltbelastungen geworden (s.u.)
Weltenergieverbrauch: Bis ins 18. Jahrhundert war

Holz weltweit der wichtigste Energie-Träger. Durch die Nutzung von Kohle wurde die Industrialisierung ermöglicht, gleichzeitig stieg in den Industrieländern der Energie-Verbrauch an. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs und der Bevölkerungszunahme der Energie-Verbrauch sowohl stark erhöht als auch in seiner Struktur gewandelt.

Erdöl und später Erdgas gewannen gegenüber der Kohle stark an Bedeutung. Von den regenerativen Energiequellen spielen bislang nur Biomasse (

Holz) und Wasserkraft eine Rolle. Der Weltenergieverbrauch betrug 1989 356 ExaJoule (EJ), die sich wie folgt aufteilten: Kohle 28%, Erdöl 38%, Erdgas 20%, Kernenergie (Kernkraftwerk) 6%, Wasserkraft 2% und Biomasse 7%. Erfaßt man neben den sog. kommerziellen Energie-Trägern auch (noch) kostenfreie Energie-Träger wie Brennholz, so liefern Biomasse und Wasserkraft 28% der verbrauchten Energie.

In der Dritten Welt deckt die Biomasse sogar 35% des gesamten Energie-Verbrauchs. Die Menschen in den verschiedenen Teilen der Welt sind sehr unterschiedlich mit Energie versorgt. Den vielen Menschen, die unter Energie-Mangel leiden, steht eine kleine Zahl von Menschen gegenüber, die einen hohen Energie-Verbrauch aufweisen: 25% der Weltbevölkerung verbraucht 75% der Weltprimär-Energie. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch eines Nordamerikaners liegt um das 5fache über dem Weltdurchschnitt und sogar um das 22fache über dem Verbrauch eines Afrikaners. Prognosen nach wird der Weltenergiebedarf zukünftig infolge weiteren Wirtschafts- und Bevölkerungswachstums gerade in der Dritten Welt stark anwachsen, was, solange der Großteil der Energie aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe und

Holz gewonnen wird, zu immensen Umweltrisiken führen wird (Treibhauseffekt).

Deshalb, und wegen der zur Neige gehenden Energiereserven, ist ein Umschwenken auf regenerative Energiequellen Gebot der Stunde.
BRD: Nach dem Zweiten Weltkrieg ist der Primärenergieverbrauch der BRD stark angewachsen, von 4.100 PJ im Jahr 1950 auf 11.092 PJ im Jahr 1973. Während die Kohle 1950 noch ca. 90% der Primär-Energie lieferte, waren es 1973 nur noch 31%. Gleichzeitig konnte das in großen Mengen billig zur Verfügung stehende Erdöl seinen Anteil von ca. 5% (1950) auf 55% (1973) ausdehnen.

Seit der Ölpreiskrise 1973 stagniert der Primärenergieverbrauch trotz weiteren Wirtschaftswachstums. Ursachen sind der sparsamere und rationellere Einsatz von Energie (rationelle Energienutzung) und eine Umstrukturierung der Industrie von einer Energie- und rohstoffintensiven (z.B. Stahlerzeugung) hin zu einer mehr technologie- und dienstleistungsorientierten Industrie.
Bei der Beschreibung des Energie-Verbrauchs treten folgende Größen auf: Das Energie-Aufkommen ist die Gesamt-Energie aller im Land geförderten und importierten Energie-Träger.

Daraus erhält man nach Abzug von Export und Bunkerung den

  • Primärenergieverbrauch, d.h. die tatsächlich im Land verbrauchte Energie. Hiervon wird ein großer Teil in
  • Sekundär-Energie, z.B. Benzin, Heizöl, Strom oder Brikett umgewandelt.
    Bei der Umwandlung treten hohe Verluste, vor allem in Kraftwerken als Abwärme, auf. Die gesamte dem Endverbraucher zur Verfügung stehende Energie heißt
  • End-Energie; sie enthält neben der Sekundär-Energie noch die ohne weitere Umwandlung nutzbare Primär-Energie (z.B. Steinkohle oder Importstrom). 60% der End-Energie werden zur Wärmegewinnung eingesetzt (Heizung, Warmwasserbereitung).
  • Nutz-Energie entspricht dem Energie-Bedarf des Endverbrauchers z.B. an Wärme, Licht oder Kraft. Auch bei der Umwandlung von End- in Nutz-Energie beim Verbraucher treten weitere Verluste auf, z.B. bei der Heizung oder beim Auto, so daß von der eingesetzten Primär-Energie insgesamt vom Verbraucher nur ca. 30% genutzt werden (Wirkungsgrad).

Der Bereich Energie-Gewinnung und -Nutzung ist für einen Großteil der Umweltbelastungen verantwortlich (Externe Kosten).
Förderung: Braunkohle, Steinkohle, Uran;
Nutzung und Umwandlung: Kraftwerk (Kohlekraftwerk, Kernkraftwerk), Verkehr, Heizung, Treibhauseffekt, Saurer Regen, Waldsterben.

Eine Verringerung von Energie-Verbrauch und Umweltbelastung läßt sich z.B. durch folgende Maßnahmen erzielen: Reduzierung des Raumwärmbedarfs (Wärmedämmung, Niedrigenergiehaus, Fenster), umweltfreundliche Heizungssysteme (Fernwärme, Brennwertkessel), Zurückdrängen des Individualverkehrs zugunsten öffentlicher Verkehrsmittel (Verkehr, öffentlicher Personennahverkehr, Schienenverkehr), Reduzierung von Stromanwendungen im Bereich Heizung und Warmwasserbereitung (Strom, Elektrospeicherheizung), Verringerung der Verluste bei der Stromerzeugung (Strom, Kraft-Wärme-Kopplung, Blockheizkraftwerk, Kombikraftwerk), Nutzung industrieller Abwärme und verstärkter Einsatz regenerativer Energiequellen.

Autor: KATALYSE Institut

Endenergie

Siehe Energie.

Autor: KATALYSE Institut

Elektrospeicherheizung

E. gehört zu den ökologisch und wirtschaftlich schlechtesten Heizungssystemen (Heizung).

Das Düsseldorfer Landgericht entschied Anfang 1990, daß das RWE nicht länger mit der Behauptung werben dürfe, E. seien umweltfreundlich und sparsam im Energieverbrauch. Grund sind vor allem die hohen Umwandlungsverluste und Schadstoffemissionen bei der Stromerzeugung (Kraftwerk). Etwa 65% der eingesetzten Primärenergie (Energie) gehen bereits im Kraftwerk als Abwärme verloren.

Derzeit heizen etwa 8% in den alten Bundesländern und 3% in den neuen Bundesländern mit E.. Der Ausbau von E. stagniert, vor allem wegen der vergleichsweise hohen Strompreise - trotz Sondertarifen für Nachtstrom (BTO). In den 70er Jahren war verstärkt für Nachtstrom-E. geworben worden, um die sog. nächtlichen Stromtäler aufzufüllen. Dies geschah jedoch ausschließlich aus ökonomischen Erwägungen der Energieversorgungsunternehmen, die auf diesem Wege ihre preisgünstige Grundlast ausbauen konnten.

Ältere E. sind häufig mit Asbest-Platten ausgestattet, die sowohl im Betrieb als beim Ausbau zu Asbestbelastungen führen können. Insb. der Ausbau von E. sollten nur von Fachkräften vorgenommen werden. Energie- und Verbraucherberater verfügen i.d.R. über Listen, die asbesthaltigen E.-Modelle benennen.

Siehe auch: Brennwertkessel, Heizung

 

Autor: KATALYSE Institut

Elektrosmog

Der Begriff E. beschreibt das Phänomen, daß wir infolge fortschreitender Elektrifizierung in immer größerem Umfang niederenergetischer elektromagnetischer Strahlung ausgesetzt sind, die wir mit unseren Sinnesorganen nicht wahrnehmen können.

Quellen von E. sind v.a. das 230-V-Stromnetz (Netzfreischalter) und elektrische Geräte (s.u.).
Welche Folgen E. auf die Gesundheit des Menschen hat, ist noch ungenügend erforscht. Einige Wirkmechanismen sind bekannt, so führt elektromagnetische Strahlung im Radio- und Mikrowellenbereich zur Erwärmung des Gewebes (Mobiltelefon, Mikrowellen). Im niederfrequenten Bereich erzeugen elektrische und magnetische Felder Ströme im Körper, deren Auswirkungen nur ungenügend geklärt sind.

Seit etwa 15 Jahren werden vermehrt subtile biologische Effekte, wie z.B. Einflüsse auf die Proteinsynthese, streßähnliche Wirkungen auf Hormonsystem und auf Zellmembran diskutiert.
Wie sich E. aber konkret auf die Gesundheit auswirkt, kann mit heutigem Wissensstand nicht klar beantwortet werden. Erste Anhaltspunkte bieten die sog. elektrosensiblen Menschen. Untersuchungen nach reagieren etwa 4% der Bevölkerung besonders empfindlich auf E..

Bei solchen Menschen genügt oftmals eine Stromleitung oder ein Radiowecker im Schlafbereich, um Störungen wie Schlafprobleme, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit oder chronische Erkrankungen, für die Ärzte keine Erklärung finden, auszulösen.

Epidemiologische Studien weisen u.a. auf ein erhöhtes Leukämierisiko für nahe bei Hochspannungsleitungen lebende Kinder, ein erhöhtes Krebsrisiko (Leukämie, Hirntumore, Lymphome) für Arbeiter aus Elektroberufen und erhöhte Fehlgeburtenrate bei Bildschirm-Arbeiterinnen hin.

Die meisten Studien zeigen zwar erhöhte Gesundheitsrisiken durch E., doch sind die gefundenen Effekte in der Regel klein und die Studien methodisch nicht immer unumstritten. Problematisch sind auch die fehlenden Langzeituntersuchungen. Schließlich wurden die Folgen von E. auch im Tierversuch untersucht. Bei Hühnereiern, die niederfrequenten Magnetfeldern ausgesetzt wurden, zeigte sich eine signifikante Erhöhung von Todesraten und Mißbildungen.

Auch bevor die vielschichtigen Wirkmechanismen des E. vollständig verstanden sind, sollte aus Vorsorgegesichtspunkten die Belastung durch E. Ernst genommen und, wo möglich, reduziert werden. Besonders wichtig ist dabei der Schlafbereich, der z.B. durch netzgetriebene Radiowecker, Stromleitungen (Netzfreischalter, abgeschirmte Kabel), elektrische Heizdecken oder magnetisierte Federkernmatratzen belastet sein kann. Klarheit schafft im Zweifelsfall nur eine Messung durch Fachleute.

Die 1991 und 1992 neu aufgelegten deutschen VDE-Grenzwerte für E.-Belastungen liegen im internationalen Vergleich hoch und nehmen das E.-Problem im privaten Sektor in keiner Weise ernst. Basis scheint eher der rechtlich problemlose Betrieb von z.B. Hochspannungsleitungen in Wohnbereichen zu sein.

Weitere potentielle Belastungen sind Fernseher, Computer-Bildschirme, Mobiltelefone, Halogenlampen, Sendeeinrichtungen und Funknetzwerke (W-LAN, Bluetooth etc.).

Siehe auch:

  • Lit.: KATALYSE: Elektrosmog - Schädigt uns Elektrizität?, Köln 1992
  • Elektromagnetische Strahlung

Autor: KATALYSE Institut