Fischerei

Der Gesamtertrag der Meeres-F. lag im Jahr 2000 laut FAO bei 100.192.612 Tonnen. In Deutschland wurden im Jahr 2002 205. 689 Tonnen Seefisch angelandet.

Allgemein werden die Auswirkungen der Meeresverschmutzung auf Fischbestand und Qualität aufgrund der großen Wassermenge der Meere (97,5 Prozent des Wasserkreislaufs) als gering eingeschätzt. Dies gilt allerdings nicht für Meere mit geringem Wasseraustausch und hohen Schadstoffeinträgen (vor allem Ostsee) und Mittelmeer, aber auch Nordsee

Die deutschen Fangquoten wurden in den letzten Jahren bei weitem nicht ausgeschöpft, 2002 wurden gut 205.000 t angelandet. Der Umsatz der deutschen Seefischerei lag 2002 noch bei 190 Mio. Euro. Die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Fischwirtschaft ist im Jahr 2002 auf rund 45.300 gesunken.

Noch 1957 nahm die Deutschland mit 791.000 Tonnen unter den europäischen F.-Nationen Platz zwei ein. Heute unterhält die BRD praktisch keine Fangflotte mehr (nur noch 12 hochseetaugliche Fischereifahrzeuge, aber 2.200 Kutterfischereifahrzeuge)und der Seefisch wird zu 85 Prozent importiert.

Der Fischverbrauch lag 2002 bei 14 Kilogramm/Jahr je Bundesbürger. Die beliebtesten Fische in der Ernährung der Deutschen sind der Alaska-Seelachs mit 30,1 Prozent, der Hering 15,5 Prozent und der Thunfisch und Boniten mit 12,2 Prozent Marktanteil. Hierbei fallen 32 Prozent auf Tiefkühlfisch, 29 Prozent auf Fischkonserven und Marinaden und 12 Prozent auf Frischfisch.

Die Fangergebnisse für frostfischverarbeitende Fangschiffe sind noch relativ gut, starke Einbußen im Fangertrag zeigen sich hingegen im Frischfischbereich. Die über kurze Fahrtzeiten erreichbaren Fanggründe weisen fast alle eine schlechte Bestandssituation auf. Dies gilt insbesondere für die nördliche Nordsee und die angrenzenden Fanggebiete. Inzwischen wird weiträumig vor der afrikanischen Westküste gefangen; was zu Lasten der Bevölkerung der Küstetnstaaten geht, die ein Großteil irher Ernährung und Einkommens über die Fischerei sichern.

Hauptgründe hierfür sind einerseits die seit einigen Jahren stark verbesserten Fangtechniken und -geräte, die eine weitaus höhere Abfischung zur Folge haben (modernste Ortungstechnik und Fabrikschiffe zur Verarbeitung des Fangs auf See), und andererseits, die von der EU zu hoch angesetzten Fangquoten, die keine ausreichende Erholung der Restbestände zulassen.

Aus Erhaltungsgründen müssen die Fangmengen bei wichtigen tradionellen Beständen weiter gesenkt bzw. ganz eingestellt werden, wie z.B. bei Kabeljau und Schellfisch in der Nordsee und Dorsch in der Ostsee. Die Rotbarschbestände vor Grönland und den Färöerinseln sind bereits seit 1989 sehr stark erschöpft. Die Auswirkungen der Dezimierung einzelner Fischarten auf das Ökosystem sind bislang kaum erforscht.

Die Fangquoten, die von den EU-Fischereiministern für 2000 festgelegt wurden, sind viel zu hoch:
So liegt die Quote für Schellfisch 41% und die für Seelachs 13% über den Quoten, die von Wissenschaftlern empfohlen wurden - obwohl diese
Bestände völlig überfischt sind. Auch der Fang auf Makrele wurde im Vergleich zum letzten Jahr um 15% aufgestockt, obwohl der Bestand seit 10 Jahren überfischt und eine Erholung nicht abzusehen ist. Die
Quote für Wittling wurde auf 30 000 Tonnen festgelegt, trotz der Forderung der Wissenschaftler, den Fang im nächsten Jahr völlig einzustellen, damit sich der Bestand wieder erholen kann.

Die EU-Fangquoten nehmen keine Rücksicht auf die dramatische Situation der meisten Fischbestände im Atlantik und in der Nordsee: Schellfisch, Seelachs, Makrele und andere Bestände sind völlig überfischt und durch die hohen Fangquoten akut bedroht.

Die Welt-Fischereiflotte ist in Größe und Kapazität im Zeitraum 1991-1997 weiter angestiegen, obwohl auf der internationalen Ebene schon seit vielen Jahren der Abbau von Kapazitäten gefordert wird. In den Jahren 1995 und 1996 verlangsamte sich diese Entwicklung aber 1997 erhöhte sich die Zahl der Konstruktionen von neuen Schiffen mit großer Tonnage.

Diese "industriellen Schiffe", die über 24 Meter lang sind und mehr als 100 Bruttoregistertonnen (BRT) haben, stellen etwa 70 Prozent des Gesamtwertes der internationalen Fischereiflotte dar. Von den weltweit etwa 3,5 Millionen Fischereischiffen sind nur 38.000 industrielle Schiffe (etwa ein Prozent der Gesamtflotte).

Diese relativ geringe Zahl an Schiffen macht jedoch zwischen 50 und 60 Prozent der weltweiten Kapazität der Fischereiflotte aus. Der Umfang der industriellen Welt-Fischereiflotte ist zur Erhaltung und Schutz der Fischbestände um mindestens 50 Prozent zu reduzieren.

Die Welternährungsorganistion FAO schätzt, dass nahezu 70 Prozent der wirtschaftlich wichtigen Fischbestände weltweit ausgebeutet, überfischt oder stark gefährdet sind.

Bis zu 39 Millionen Tonnen Beifang gehen jährlich in die Netze und werden tot ins Meer zurückgeworfen (Discard). Grund dafür sind unzureichende Fangtechniken und -Ausrüstungen, die einen selektiven Fang nicht erlauben, wofür der industrielle Sektor die Hauptverantwortung trägt
Schätzungen der FAO zufolge arbeiten im marinen Sektor 15 Millionen Fischer auf Fangschiffen. 90 Prozent davon sind auf nicht-industriellen Schiffen tätig

Island war das erste Land, das seine nationalen F.-Zonen auf 200 Seemeilen ausdehnte. Dies hatte zur Folge, das seit 1977 in der ganzen EU die 200-Seemeilen-F.-Zone gilt. Dadurch wurden die Nordsee und angrenzende Fanggebiete zum EU-Meer und konnten seither von der gesamten EU-F.-Flotte befischt werden.

In den letzten Jahrzehnten ist verstärkt die Problematik der kilometerlangen Schlepp- und Treibnetze in die Kritik geraten. Seit Ende der neunziger Jahre ist die Treibnetz-F. verboten, aber nach wie vor wird beispielsweise im Mittelmeer mit Hilfe von Treibnetzen der gesamte Fischbestand "abgeräumt". Verantwortlich für diese Entwicklung ist insbesondere der Thunfischfang, der zur Ausrottung ähnlich großer Fische wie etwa Delfine beiträgt.

Die größten Verbraucher sind Japan, gefolgt von den USA und Westeuropa. Der größte Teil des Thunfisches wird auf hoher See auf Fangschiffen mit Ringnetzen gefangen. Anders fangen hingegen vor allem japanische, taiwanische und koreanische sowie in geringem Umfang auch spanische, italienische und französische Fischer. Sie schleppen die Treibnetze nicht, sondern legen sie einfach aus. Ein einzelnes Treibnetz kann hierbei bis zu 60 km lang sein. Es bildet eine hermetische Barriere für alle Fische, die sich in einer Tiefe bis zu 15 Meter aufhalten.

Die Netze sind nahezu unsichtbar und können von Delphinen, Haien, Schwertfischen und anderen Meerestieren nicht wahrgenommen werden. Inzwischen sind in einigen Regionen Delphine und Thunfische beinahe ausgerottet. Hinzu kommt, daß Seevögel sich in den Treibnetzen verfangen und qualvoll ertrinken.

Die Binnen-F. erzielte 1989 Fangerträge von 29.000 t, wovon nur ca. 20 Prozent aus natürlichen Gewässern kommt. Der Hauptanteil stammt aus der industriellen Fischproduktion. Wegen starker Schadstoffbelastung und Überdüngung dürfen Fische aus einigen Gewässern nicht mehr vermarktet werden. Allgemein wird die Situation der Binnengewässer gegenüber den 60er und 70er Jahren als stark verbessert bezeichnet, was für die Schadstoffeinträge als auch den sauerstoffgehalt gilt. So wird im Rhein inzwischen wieder eine relativ große
Artenvielfalt von Fischen verzeichnet.

Autor: KATALYSE Institut

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