Desinfektionsmittel

D. sollen eine gezielte Entkeimung gewährleisten und die Übertragung bestimmter, unerwünschter Mikroorganismen verhindern.

Der Wirkungsmechanismus der D. besteht im Eingriff in die Struktur oder den Stoffwechsel der Mikroorganismen, unabhängig von deren Funktionszustand. Eine D.-Anwendung findet bei der Händedesinfektion, der allgemeinen Hautdesinfektion, der Desinfektion von Stuhl, Urin und Auswurf, der Raum- und Flächendesinfektion sowie der Instrumentendesinfektion statt.

Als D. kommen in der Regel Chemikalien zum Einsatz, z.B. Phenol und seine Abkömmlinge, Glutardialdehyd, Glyoxal, Formaldehyd, Oxidationsmittel, Ozon, Natronlauge (Natriumhydroxid), Peressigsäure, Chlor, Fluor, Iod, Brom, Guanidine, Amphotenside, quarternäre Ammoniumverbindungen, Alkohole u.a. In D. sind meistens mehrere Wirkstoffe kombiniert, um Lücken im Wirkungsspektrum einzelner Substanzen auszugleichen.

Durch übermäßigen und unspezifischen D.-Einsatz, sind viele Krankheitserreger D.-resistent geworden. In einigen D. können sie sich sogar vermehren. Es wird geschätzt, daß mindestens 43% aller zentralen D.-Anlagen in Krankenhäusern wegen hoher Verkeimung abgeschaltet werden müßten. In Privathaushalten ist der Einsatz von D. prinzipiell zu unterlassen; Ausnahme: die amtsärztliche Anordnung.

Autor: KATALYSE Institut

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