Phosgen

Farbloses, äußerst giftiges Gas, das in der chemischen Industrie große Bedeutung für die Herstellung von Kunststoffen (z.B. Polyurethanen) besitzt.

Im Ersten Weltkrieg wurde P. als Lungenkampfstoff eingesetzt: 80% aller Gastoten starben durch P.. Weltweit werden jährlich über 1,5 Mio t P. aus Kohlenmonoxid und Chlor hergestellt. Wegen seiner hohen Toxizität sucht man in der Industrie inzwischen intensiv nach weniger giftigen Ersatzstoffen für P.

 

Autor: KATALYSE Institut

Pheromone

Chemische Signalstoffe, die zwischen Individuen der gleichen Art ausgetauscht werden.

Sie dienen dem Auffinden von Keimzellen bei niederen Pflanzen und Fischen sowie als Sexuallock-, Versammlungs- und Alarmstoffe. P. werden in Lockfallen zur biologischen Schädlingsbekämpfung, z.B. des Borkenkäfers, eingesetzt.

Autor: KATALYSE Institut

PHB

siehe Polyhydroxybuttersäure

Autor: KATALYSE Institut

Phänotyp

Der Phänotyp ist das Erscheinungsbild (morphologisch und physiologisch) eines Organismus. Es wird durch die Gesamtheit der Erbanlagen (Genotyp) und die Umwelteinflüsse geprägt.

Umweltbedingungen sind im allgemeinen veränderlich und können zu verschiedenen Modifikationen des Phänotyps innerhalb der genetisch festgelegten Reaktionsnorm führen. Teilt man zum Beispiel den Wurzelstock eines Löwenzahns und pflanzt die eine Hälfte im Hochgebirge, die anderen Hälfte im Flachland aus, so erhält man Pflanzen von recht unterschiedlichem Aussehen, obwohl sie genetisch identisch sind.

Autor: KATALYSE Institut

pH-Wert

Maß für den Säuregrad einer Lösung. Der Säuregrad wird durch die Anzahl der Wasserstoffionen in einem bestimmten Volumen der Lösung festgelegt.

Man gibt jedoch nicht die Wasserstoffionen-Konzentration direkt an, sondern ihren negativen dekadischen Logarithmus = P.. Die P.-Skala reicht von 0 bis 14. Als neutral bezeichnet man eine Lösung mit einem P. von 7, für Säuren liegt der P. zwischen 0 und 7, für Laugen zwischen 7 und 14. Eine Verringerung des P. um eine Einheit, also z.B. von 7 nach 6, bedeutet, dass der Säuregrad um das Zehnfach zunimmt - die Flüssigkeit wird zehnmal saurer.

Autor: KATALYSE Institut

PET

siehe Polyethylenterephthalat

Autor: KATALYSE Institut

Persistenz

P. bedeutet, daß ein Stoff in der Umwelt schwer abbaubar ist.
Mögliche Umsetzungen einer Substanz in der Umwelt sind: Abbau durch Mikroorganismen, Umsetzung mit Luft- oder Bodenbestandteilen und Oxidation und photochemische Zersetzung.

Generell zählen alle Substanzen, deren Halbwertszeit in der Umwelt mehr als zwei Tage beträgt, zu den schwer abbaubaren Stoffen. Bei chlorierten Kohlenwasserstoffen fand man bei 20GradC Halbwertszeiten im Boden von 9 bis 116 Jahren. So können auch nach dem Verbot der Verwendung persistenter Biozide die Böden noch jahrelang belastet bleiben (Bodenbelastung). Problematisch werden Schadstoffe hoher P., wenn sie über Wasser, Lebensmittel und Luft verbreitet werden (Dispersion) und sich in Nahrungsketten anreichern.

Autor: KATALYSE Institut

Peroxyacetylnitrate (PAN)

Äußerst reaktiver Luftschadstoff, der bei Sonneneinstrahlung aus Stickoxiden und Kohlenwasserstoffen gebildet wird.

Erhöhte Konzentrationen von P., z.B. bei Smog, führen beim Menschen zu Schleimhautreizungen, bei Pflanzen werden Schädigungen ab Konzentrationen von 0,05 mg P./m3 Luft beobachtet.

Autor: KATALYSE Institut

Performance-Konzept

Unter P. ist ein neues Normungskonzept zu verstehen, das wesentlich quantifiziertere Leistungsanforderungen als bisher üblich (z.B. physikalische oder chemische Eigenschaften) festlegt.

Zusätzlich werden zugehörige Prüfverfahren und generelle Umweltanforderungen formuliert. Das P. überlässt es dem Anwender, wie und z.B. mit welchen Wirkstoffen er die Anforderungen erfüllen kann.

Autor: KATALYSE Institut

Percarbonat

siehe Sauerstoffbleiche

Autor: KATALYSE Institut

Perborat

siehe Sauerstoffbleiche

Autor: KATALYSE Institut

Pendler

Als P. wird der Personenkreis bezeichnet, dessen Wohn-, Einkaufs-, Bildungs- oder Arbeitsstätten räumlich so weit getrennt sind, dass diese nur mit einem Fahrzeug zu erreichen sind.

Diese erhöhte Mobilität ermöglicht einerseits die Verlagerung der Wohnstätte aus den Städten aufs Land, andererseits ermöglicht sie den Zugang zu den besseren Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten in der Stadt. Der steigende P.-Verkehr führt zu großen Umweltbelastungen, da als Verkehrsmittel überwiegend das eigene Auto benutzt wird (Straßenverkehr, Verkehr).

Eine Verringerung der Umweltbelastung läßt sich erreichen durch das Bilden von Fahrgemeinschaften, Benutzung von Park-and-Ride-Systemen und v.a. das Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel (Öffentlicher Personennahverkehr, Schienenverkehr, Schadstoffe aus Kfz). Eine weitere Maßnahme zur Reduzierung von P. ist die Steigerung der Attraktivität der Innenstädte als Wohn- und Arbeitsplätze.

Autor: KATALYSE Institut

Pech

siehe Teer

Autor: KATALYSE Institut

PE

siehe Polyethylen

Autor: KATALYSE Institut

PCP

siehe Pentachlorphenol

Autor: KATALYSE Institut

PCN

siehe Polychlorierte Naphthaline

Autor: KATALYSE Institut

PCDF

Abk. für die Stoffgruppe der 135 polychlorierten Dibenzofurane.

Dioxine und Furane

Autor: KATALYSE Institut

PCDD

Abk. für die Stoffgruppe der 75 polychlorierten Dibenzo-p-dioxine.

Dioxine und Furane

Autor: KATALYSE Institut

Park-and-Ride-System

Das P. versucht nach amerikanischem Vorbild die Vorteile des Individualverkehrs mit denen des öffentlichen Personennahverkehrs zu verbinden.

Bis zu den in größerer Entfernung vor der City gelegenen Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel wird das Auto oder Fahrrad (Bike-and-Ride) benutzt, danach das öffentliche Verkehrsmittel. Dies führt zu einer Verringerung des Flächenbedarfs (Verkehrsflächenbedarf) für den ruhenden Verkehr in den Innenstädten und geringerer Belastung durch Staus, Lärm- und Abgasemissionen.

Der Begriff des P. umfaßt aber auch den umgekehrten Fall: das Aufsuchen des Bahnhofes im Zentrum mit dem Individualverkehrsmittel und anschließendes umsteigen auf die Bahn.

Voraussetzung für die Annahme von P. ist v.a. das gute Funktionieren des öffentlichen Personennahverkehrs und die ausreichende Anzahl von Pkw-Parkplätzen sowie sicheren, witterungsgeschützten Abstellanlagen für Fahrräder.
Der Sinn von P. ist umstritten: P. entlasten in vielen Fällen die Großstädte nur geringfügig und bringen dafür dem Umland zusätzliche Umweltbelastungen: Häßliche Parkierungsanlagen, weiteren Straßenbau und v.a. neue Verkehrsströme.

Autor: KATALYSE Institut

Paradichlorbenzol

P. (PDCB) fällt als Nebenprodukt bei der Produktion von Monochlorbenzol (Lösemittel) an, für 1980 wurde die Produktionsmenge auf mindestens 80.000 t geschätzt.

Eingesetzt wird das Abfallprodukt der Monochlorbenzolproduktion auch als Wirkstoff gegen Motten und Mehltau in Pestiziden. Früher wurde P. in WC-Duftverbesserern eingesetzt.
Auch die Umweltgefährdung durch P. ist bekannt: Es ist schlecht abbaubar und findet sich heute weltweit in der Luft und im Wasser.
In der Umwelt konzentriert sich P. wegen seiner Flüchtigkeit vorzugsweise in der Luft, bei Großstadtbewohnern fand sich in Untersuchungen P. im Fettgewebe (durchschnittlich 2-3 ppm) und im Blut (9 mycrog/l). P. wirkt haut- und augenreizend und verursacht neurologische Störungen. Bei längerer Einwirkung zeigten sich beim Menschen Leberschäden und Anämien. Im Tier verursachte P. v.a. Leber- und Nierenschäden und Schädigungen des Immunsystems. Im Tierversuch hat sich P. als krebserregend erwiesen. P. müßte von der chemischen Industrie als Sonderabfall entsorgt werden, wenn es nicht zu anderen Produkten weiterverarbeitet werden würde. Als Desinfektionsmittel in WC-Duftverbesserern ist P. aber ungeeignet und belastet unnötig Abwasser und Umwelt, letztlich den Menschen. Der Verdacht liegt nahe, dass es der Industrie hier mehr um die Erschließung neuer Märkte für Abfallprodukte ging. Eine Entsorgung über WC-Beckensteine und Toilettenabwasser muss verboten werden. P. wird zusätzlich zur Sarghygiene eingesetzt.

Autor: KATALYSE Institut

Papierindustrie

Die Papier- und Zellstoffindustrie ist durch großen Abwasseranfall und hohe Schwefeldioxidemissionen gekennzeichnet (Abwasser, Schwefeldioxid).

Wie ein Projekt des Altanlagensanierungsprogramms der Bundesregierung zeigte, kann das Schwefeldioxid in geeigneten Wäschern zu 99% abgeschieden und in den Produktionsprozess zurückgeführt werden, so dass kein zusätzliches Abwasser anfällt. Dabei macht die Gutschrift für das zurückgewonnene Schwefeldioxid 90% der jährlichen Betriebs- und Kapitalkosten der Schwefeldioxid-Wäscher aus.
Die Abwassermengen liegen zwischen 20 und 150 m³ je t Erzeugnis und können durch Kreislaufführung erheblich reduziert werden.

Die Abwässer der Zellstoffherstellung enthalten wertvolle Rohstoffe wie schweflige Säure, Methanol, Cumol und Furfurol, die zurückgewonnen werden können. Pro t Zellstoff fallen insgesamt 1.000 m³ Abwasser an, die sich durch Kreislaufführung auf die Hälfte reduzieren lassen. Eine wesentliche Reduzierung des Schadstoffausstoßes der P. bringt der verstärkte Einsatz von Umweltschutzpapier.

Autor: KATALYSE Institut