Frostschutzmittel

(Gefrierschutzmittel) Substanzen, die zur Senkung des Gefrierpunktes von Flüssigkeiten dienen.

Der Begriff F. wird meist für Zusätze im Kühlwasser von Automotoren gebraucht. F. sollen möglichst billig und wirksam sein, dürfen aber bei der normalen Betriebstemperatur bei laufendem Motor (ca. 90 Grad C) nicht in großem Umfang verdunsten.

Häufig verwendete F. im Auto sind hochsiedende, wasserlöslichr und schwer entflammbare organische Flüssigkeiten wie Glykole (Ethylenglykol). Glykole sind giftig, als mittlere letale Dosis gelten 1,4 ml/kg Körpergewicht. Da es sich bei Glykol um eine süßlich schmeckende Flüssigkeit handelt, ist darauf zu achten, daß es nicht in Kinderhände gerät.

Andere F., die auf der Basis von Alkoholen arbeiten, stellen keine so große Gefährdung für Kinder dar, weil sie durch ihren stechenden Geschmack nicht zum Trinken verleiten.
F. in Autos enthalten korrosionshemmende Zusätze (Natriumphosphat, Kaliumphosphat oder Borax) und sollten deshalb nicht nur im Winter dem Kühlwasser beigemischt werden.

Auf anderen Gebieten werden F. im Winter z.B. auch Beton zugesetzt, um diesen bei Temperaturen unter 0 Grad C verarbeiten zu können. Kühlmittel in Sonnenkollektoren können F. enthalten, damit sie auch im Winter einsetzbar sind.

Lit.: Römpp Chemie Lexikon, Stuttgart 1990

Autor: KATALYSE Institut

Füllhalter

F. enthalten meistens blaue oder schwarze Tinte.

Blaue Tinte enthält Triarylmethan-Farbstoff (3%), Monoazofarbstoff (2%), Glycerin (2%), Zucker (2%), Phenol (0,3%), Formaldehyd (0,6%), anionische Tenside (0,7%), Schwefelsäure (0,2%) und Wasser. Schwarze Tinte enthält zusätzlich Oxalsäure (0,03%) und Eisen-II-Sulfat (0,6%) Durch verschluckte Tinte ist eine Vergiftung unwahrscheinlich.
Oft wird für nachfüllbare F. auch Tusche verwendet. Sie besteht aus ca. 6% Farbstoff, 1,5% Schellack, 5,5% Gelatine, 1% Phenol und 86% Wasser. Als Farbstoffe werden eingesetzt: Ruß, Mono- und Polyazofarbstoffe, Phtalocyaninfarbstoffe, Di- und Triarylmethanfarbstoffe. Vergiftungen durch Tusche sind nicht bekannt.

Lit.: J.Velvart: Toxikologie der Haushaltsprodukte, Stuttgart 1989

Autor: KATALYSE Institut

Furane

Dioxine und Furane.

Autor: KATALYSE Institut

Furmecyclox

Seit 1980 zunehmend eingesetzter Ersatzstoff für Pentachlorphenol als Holzschutzmittel und Konservierungsstoff.

Nach Hochstufung in die EG-Liste krebserzeugender Stoffe ist seine Zulassung zum Ende 1991 ausgelaufen.

Autor: KATALYSE Institut

Fußbodenbehandlungsmittel

F. umfasst eine Gruppe mit einer hohen Vielfalt von Produkten mit divergierendem Leistungsprofil und unterschiedlicher Umweltrelevanz.

F. besitzen neben ihrer Reinigungskraft auch mehr oder weniger große Pflegewirkung. Das Verhältnis zwischen diesen beiden Aspekten variiert je nach Produkttyp sehr stark, und es bestehen fließende Übergänge. Je nach Anforderung reicht die Spanne von F., die starke Reinigungs-, aber keine Pflegewirkung erzielen, bis hin zu B., die nur pflegen, aber kaum reinigen.

Während die Reinigung durch Seife und andere Tenside, Gerüststoffe und Lösemittel erbracht wird, stehen als Pflegekomponenten wiederum die Seife, Polymere sowieso synthetische und natürliche Wachse zur Auswahl.

Als Polymere stehen meist Polyacrylate (Polyacrylharze), aber auch CoPolymere des Styrol und die strapazierfähigen Polyurethane zur Verfügung.

Als Wachse sind natürliche auf Basis nachwachsender Rohstoffe Carnaubawachs geeignet. Üblicherweise werden jedoch synthetische und solche aus fossilen quellen eingesetzt, nämlich Paraffine, Polyethylene, Mikro- und Montauwachse. B. weisen zum Teil erhebliche Lösemittelgehalte auf, z.B. bei den Bohnerwachsen bis zu 90 Prozent (Benzin), wodurch es zu starker Innenraumluftbelastung und Explosionsgefahr kommen kann. Wässrige B.-Systeme sind jedoch keineswegs weniger problematisch. Insbesondere Die sogenannten Selbstglanzemulsionen, welche unverdünnt aufgebracht werden und strapazierfähige sowie festhaftende Pflegefilme erzeugen, können z.T. schwer abbaubare Substanzen enthalten. Diese Pflegefilme erfordern die gelegentliche Anwendung aggressiver Grundreiniger.

Während die Selbstglanzemulsionen praktisch ausschließlich pflegend wirken, verfügen sogenannte Wischglanzmittel auch noch über eine gewisse Reinigungskraft. Sie werden zum Filmaufbau unverdünnt und zur Unterhaltsreinigung verdünnt im Wischwasser angewandt (daher auch die Bezeichnung als Mehrzweckemulsionen). Ihre Zusammensetzung ähnelt bis auf den höheren Tensidgehalt der von Selbstglanzemulsionen, demnach ist auch hier mit dem Abbau stark haftender, verschmutzter Pflegefilme zu rechnen.

Noch stärkere Betonung erfährt der Reinigungsaspekt in den Wischpflegemitteln mit wässerlöslichen Polymeren oder den Wischwachsen. Auch manche dieser F. bewirken noch den unerwünschten Filmkrustenaufbau. Ganz vermieden wird dieser Nachteil und die damit verbundene Grundreiniger-Anwendung allerdings in den Seifenreinigern (Allzweckreiniger), welche in der Regel durchaus akzeptable F. darstellen.

Allerdings empfiehlt sich immer ein Blick auf die Produktdeklaration, denn es können z.B. problematische Gerüststoffe, wie die Komplexbildner Phosphat und EDTA zugegen sein.

Autor: KATALYSE Institut

Fossile Brennstoffe

Zu den fossilen Brennstoffen zählt man Erdöl, Erdgas, Braun- und Steinkohle.

Sie entstanden vor Jahrmillionen durch die Zersetzung abgestorbener Pflanzen und Tiere unter dem Druck darüberliegender Gesteinsschichten. Die in ihnen enthaltene Energie stammt aus in Pflanzen gespeicherter Solarenergie.

Heute wird der Weltprimärenergiebedarf (Energie) zu 90% durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe gedeckt, wodurch das Weltklima zunehmend gefährdet wird (Kohlendioxidproblem, Treibhauseffekt). Die Nutzung von F. ist durch ihre Energiereserven begrenzt.

Umweltbelastungen bei Abbau und Transport: Erdöl, Braunkohle, Bergbau
Umweltbelastungen bei Verbrennung: Fernwärme, Heizung, Ofenheizung, Kraftwerk, Verkehr

Autor: KATALYSE Institut

Fotochemikalien

F. bestehen zu großen Teilen aus Entwicklersubstanzen (CD3, CD4 als Farbentwickler und Hydrochinon-Verbindungen als S/W-Entwickler), Bleichbadsubstanzen (Ammoniumbromid, Ammonium-EisenIII-EDTA (Ammoniak)) und Fixierbadsubstanzen (Ammoniumthiosulfat).

Als Hilfsstoffe werden z.B. DTPA, Nitrilotriacetat und EDTA als Kalkschutzmittel sowie Formalin und Bakterizide zur Filmstabilisierung eingesetzt.
Die privaten wie auch die gewerblichen Anwender müßten gesetzlich verpflichtet werden, die unter Umweltgesichtspunkten fortschrittlichsten Verarbeitungsprozesse zu verwenden. Seit einiger Zeit existiert zwar ein neuer Prozeß für die Farbpapier-Entwicklung (RA-4-Prozeß), jedoch wird dieser noch nicht überall eingesetzt.

Während bei den privaten Anwendern von behördlicher Seite darauf geachtet werden müßte, eine ordentliche Entsorgung der F. sicherzustellen, d.h. die verbrauchten F. müssen an Sammelstellen für Sonderabfall abgeliefert werden, muß bei den gewerblichen zusätzlich auf eine weitestgehende Aufbereitung und Wiederverwendung (Recycling) der F. gedrängt werden. Das Maß dieser Forderungen muß über die schon heute übliche Silberrückgewinnung aus dem Fixierbad hinausgehen.

Die meisten F. sind mehr oder weniger stark giftig (manche krebserregend), so daß der Anwesende zum eigenen Schutz strenge Vorsichtsmaßnahmen einhalten muß (Hautkontakt vermeiden und für gute Durchlüftung sorgen). Kinder haben im Labor nichts zu suchen, da sie empfindlicher auf allergieauslösende Substanzen reagieren. Darüber hinaus stellen die F. als giftige und/oder schwer abbaubare

organische Verbindungen bzw. als Schwermetallverbindungen (Schwermetalle) ein Umweltproblem dar, wenn sie ins Abwasser gelangen.

Autor: KATALYSE Institut

Freiwillige Vereinbarung

Von der Industrie favorisiertes Mittel der Umweltpolitik. Eine F. ist eine freiwillig eingegangene Selbstverpflichtung der Industrie, Schadstoffemissionen zu reduzieren, ohne daß sie gesetzlich dazu verpflichtet wäre.

Tatsächlich reichen aber weder die ca. 2.000 Gesetze, die die Arbeit der chemischen Industrie reglementieren, noch die F. aus, die Umweltsituation zu verbessern. Darüber hinaus kann anhand der F. mit dem Verband der Lackindustrie gezeigt werden, daß diese nicht eingehalten werden. Ohne grundsätzliche Änderung der Rechtsauffassung, wie Umkehr der Beweislast, Einsichtsrecht in Umweltakten, verschuldensunabhängige Haftung sowie Durchsetzung des Verursacherprinzips bringen neue Gesetze nur neues Vollzugsdefizit und F. nur Problemverschiebung statt Lösungen.

Autor: KATALYSE Institut

Freizeit und Umwelt

F. stehen in Deutschland und anderen Industrienationen in einem Spannungsverhältnis. Von einer Anzahl von Freizeitbeschäftigungen gehen Gefahren für Mensch und Umwelt aus, z.B. durch Heimwerken, Gartenarbeiten und Heimlabore, die ein beträchtliches Maß an Sondermüll und Emissionen (z.B. hochgiftige Lösungsmittel) verursachen.

Eine Reihe von Freizeitaktivitäten, vor allem Tourismus, bringen den Menschen mit der Natur in Berührung, können aber bei einer Häufung zu großen ökologischen Belastungen führen. Seit den 60er Jahren erleben die Länder der EG einen ungebrochenen Freizeit- und Tourismus-Boom, der auch in Zukunft anhalten wird. Begründet ist dieser Trend in kürzeren Arbeitszeiten, höheren Einkommen und der Bereitschaft, mehr Geld für Freizeit und Erholung auszugeben, aber auch dem höheren Grad an Motorisierung und dem ständigen Ausbau der touristischen Infrastruktur.
Eines der Hauptprobleme ist der Flächenverbrauch (Flächennutzung) durch die Bebauung besonders attraktiver Kultur- und Naturräume, durch den Neu- oder Ausbau von Fremdenverkehrsgebieten, Ferienzentren, Campingplätzen und Freizeitwohnsitzen (häufig in direkter Nähe attraktiver Gewässer), durch den Straßen- und Wegebau, Bau von Parkplätzen und touristischer Infrastruktur wie Schwimmbädern, Sportplätzen, Skipisten und -liften, Langlaufloipen, Rennbahnen, Flugplätzen, Sportboothäfen usw.
Im besonderen Maße gefährdet sind empfindliche Ökosysteme wie Feuchtgebiete, Heiden, Dünen und Hochgebirge (Alpen). In den intensiv zur Erholung und Freizeit genutzten Tälern der Nordalpen halten sich z.B. bis zu 1.300 Erholungsuchende pro km2 auf. Im gesamten Alpenraum beträgt die Summe der Übernachtungen z.Z. etwa 300 Mio. In der Wintersaison von Dezember bis April verbringen gegenwärtig rd. 20 Mio Menschen ihren Urlaub in den Alpen, dazu stoßen ca. 30 Mio Tagesgäste und Wochenendausflügler. Zermatt und Davos mit ca. 6.000 Einwohnern werden in den Wintermonaten von über 50.000 Menschen bewohnt. Ca. 120.000 km Abfahrtspisten, 250.000 Langlaufloipen und etwa 15.000 km Schlepplifte vergegenwärtigen die hohe Belastung der labilen Hochgebirgs-Ökosysteme. Die Folgen sind: Schädigung des Wasserhaushalts und Bodenerosion durch Rodung, Bodenverdichtung und Wasserentzug; Störung und Vertreibung empfindlicher Tierarten bis hin zu Abwanderung und Aussterben; Schädigung der Fauna in besonders empfindlichen Ökosystemen durch Trittschäden, Ausgraben und Abreißen von Pflanzen; die weitgehende Schädigung des durch das Waldsterben ohnehin gefährdeten Bergwalds mit seiner Schutzfunktion vor Lawinen, Geröll und Erosion. Der Tourismus zerstört zunehmend seine eigenen Grundlagen, während der Erholungswert der Berge immer weiter sinkt.

Um die abweichenden Interessen von F. in Erholunggebieten wenigstens einigermaßen zu harmonisieren, sind - ähnlich wie beim Sport (Sport und Umwelt) - folgende Maßnahmen möglich und wünschenswert:

  • Beschränkung des Siedlungswachstums in Erholungsgebieten auf den Bedarf der einheimischen Bevölkerung.
  • Kanalisierung des Massentourismus auf bereits erschlossene Zonen, keine Neuanlagen von Seilbahnen, Liften oder anderen Projekten, die die Landschaft stark beanspruchen, Aufgabe des Skitourismus in besonders gefährdeten Regionen.
  • Beschränkung des Straßenbaus auf das Mindestmaß; statt dessen Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel; großflächige Verkehrsleitsysteme mit der Möglichkeit, die Zufahrt zu Skigebieten zu schließen, wenn die Aufnahmekapazität erreicht ist; Einschränkung des Wochenendtourismus; Drosselung des Zulaufs Erholungsuchender in gefährdete Ökosysteme.
  • Schaffung von Ruhe- und Pufferzonen in besonders schützenswerten Ökosystemen; Einrichtung von weiteren Landschaftsschutzgebieten, Naturschutzgebieten, Nationalparks.

Autor: KATALYSE Institut

Frigen

Bezeichnung für spezielle FCKW, die vor allem als Kältemittel und Treibgase eingesetzt werden.

Autor: KATALYSE Institut

Flüsterasphalt

Markenbezeichnung eines Drainasphalts

Autor: KATALYSE Institut

Flussäure

Fluorwasserstoff

Autor: KATALYSE Institut

Formalin

F. ist die 35-40%ige wäßrige Lösung von Formaldehyd, die z.B. für Desinfektionsmaßnahmen (Desinfektion) eingesetzt wird.

F. kann Hautallergien auslösen.

Autor: KATALYSE Institut

Forschung und Technologie

Unter F. versteht man die Wissenschaftsbereiche Grundlagenforschung (z.B. über den Aufbau der Atome und Atomkerne), Forschung über den Menschen (z.B. Geschichte, Psychologie) und seine natürliche Umgebung (vom Kleinstlebewesen bis hin zu entfernten Sternensystemen), anwendungsbezogene Forschung als Voraussetzung zur Schonung von Ressourcen und Umwelt, zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen und zur Steigerung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (z.B. Mikrochips) sowie Hochtechnologie (Mikroelektronik und -mechanik, Informations-, Kommunikations- und Biotechnologien, Raumfahrt).

F. tragen weltweit zur Steigerung der Arbeitsproduktivität bei und erhöhen damit insgesamt Lebenserwartungen und -standard der Bevölkerung. Zugleich sind mit F. eine Reihe negativer Auswirkungen verbunden, indem sie z.B. die Ausbeute wertvoller Ressourcen ermöglichen bzw. erfordern. Das technische Können ist erheblich schneller gewachsen als das Wissen um ihre Umweltwirkungen und deren Beherrschung: Dazu zählen etwa die Entsorgung des Atommülls, die Erforschung der Wirkungen von ca. 8 Mio definierten, größtenteils neuen synthetischen Chemikalien auf die Umwelt (jährlicher Zuwachs: 500.000) sowie der Bereich der Gentechnologie, der wie andere Risikotechnologien scheinbar hohen Nutzen (sowie hohe finanzielle Anreize) mit bisher nicht abschätzbaren Gefahren verbindet. Aus der Einsicht um diese Risiken ist als eigene Forschungsrichtung der Bereich Technologiefolgenabschätzung entstanden.
In Deutschland sowie in der Europäischen Gemeinschaft werden für F. im Bereich Umwelt Programme mit den Forschungsschwerpunkten emissionsarme industrielle Prozesse, Minderung und Reinigung von Industrieabgasen, umweltfreundliche Produkte,
Abfall-Behandlung und -Verwertung, Bekämpfung der Meeresverschmutzung und Lärm-Minderung geschaffen und gefördert (Förderprogramme Umwelt, Forschungsförderung). Das Förderbudget der EG zeigt dabei in den letzten Jahren eine deutliche Akzentverschiebung: Gegenüber dem Rahmenprogramm 1978-1991, das für Biotechnologien 5,2% des Etats einplante, werden im Rahmenprogramm 1990-1994 13,0% für Biowissenschaften und -technologien sowie 9,1% für den Bereich Umwelt ausgeschrieben. Führend in F. sind sowohl vom finanziellen Aufwand wie von den Ergebnissen her die USA, Japan und Deutschland (1990 2,8% des Bruttosozialprodukts).

Autor: KATALYSE Institut

Forschungsförderung

F. wird in Deutschland für Grundlagen- und für angewandte Forschung gewährt, u.a. in den Bereichen Energie, Biotechnologie, Meeresforschung, Materialforschung, Verkehr, Luftfahrt- und Weltraumforschung.

Das Bundesministerium für Forschung und Technologie (BMFT) als Hauptträger staatlicher F. vertritt einen marktwirtschaftlichen Standpunkt: Verantwortung und Kosten für Forschung und Technologie sollen primär von der Industrie getragen werden, die von der Anwendung profitiere und die Marktchancen von Produkten am besten abschätzen könne. Von gut 70 Mrd DM, die in Deutschland jährlich für Forschung und Entwicklung aufgebracht werden (2,8% des Bruttosozialprodukts), trägt die Wirtschaft selbst mehr als 60%. Die verbleibenden knapp 40% staatlicher F. werden vorrangig vom BMFT sowie vom Verteidigungsministerium und von den Ministerien für Wirtschaft und für Bildung und Wissenschaft getragen. Den Grundsätzen des BMFT zufolge setzt staatliche F. ein, "wo Forschung und Entwicklung aus übergeordneten gesellschaftlichen und gesamtwirtschaftlichen Gründen der Unterstützung bedürfen". Mittels F. soll die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft auf den internationalen Märkten gesichert werden.
Die Gelder kommen den Institutionen durch unterschiedliche Förderprogramme zu: "Direkte Projektförderung" kann von Wirtschaft, Hochschulen und Forschungsinstituten beantragt werden. Als besonders förderungswürdig gilt "Verbundforschung", d.h. gemeinsame Projekte von Wirtschaftunternehmen und Forschungsinstituten. "Indirekt-spezifische Förderung" unterstützt die Verbreitung bereits entwickelter Schlüsseltechnologien, indem sie kleineren und mittleren Unternehmen den Zugang zu den Ergebnissen angewandter Forschung verschafft.
Der Bundeshaushalt 1992 weist für das BMFT Fördergelder von insgesamt 9,2 Mrd DM aus. Diese Gelder verteilen sich auf die vier Förderbereiche programmübergreifende Grundlagenforschung (16%), staatliche Langzeitprogramme (24,5%), Vorsorgeforschung (17,4%) sowie Technologie- und Innovationsförderung (42,2%), die wiederum in einzelne Förderschwerpunkte untergliedert sind (s.u.). Die größten Einzelposten entfallen auf: Weltraumforschung und Weltraumtechnik (staatl. Langzeitprogramm, 18,8%), Großgeräte der Grundlagenforschung (10,9%) und Informations- und Fertigungstechnik (Technologie und Innovationsförderung, 10,2%).
Die Gewichtung der Förderaktivitäten durch das BMFT läßt sich an den unten angeführten Prozentsätzen des Etats ablesen. Ein erhebliches Ungleichgewicht zugunsten der Förderung von Hoch- und Risikotechnologien ist eindeutig.
In den vier Förderbereichen sind folgende Schwerpunkte hervorzuheben: Unter die Grundlagenforschung fallen Großprojekte wie die Europäische Synchroton-Strahlenquelle (Grenoble), Beschleunigeranlagen LEP beim CERN (Genf) und SIS/ESR (Darmstadt), der Speicherring HERA beim Deutschen Elektronen-Synchroton (Hamburg) und der Forschungsreaktor BER II (Berlin). Die staatlichen Langzeitprogramme betreffen neben dem deutlichen Schwerpunkt Weltraumforschung (Großprojekte HERMES und COLUMBUS) u.a.Kernfusionsforschung (2,2%), Meeresforschung (1,4%), Polarforschung (0,8%). Die Vorsorgeforschung hat in den letzten Jahren v.a. durch verstärkte Forschung in den Bereichen Ökologie (3%), Umwelttechnologien (2,9%), Klima- und Atmosphärenforschung (1,5%) und Gesundheit (5,1%) an Gewicht gewonnen. Unter die Technologie- und Innovationsförderung fallen u.a. Biotechnologie (3,3%), Materialforschung (3,2%) und Transport und Verkehr (1,8%). Auch die Förderschwerpunkte Kohle und andere fossile Energieträger (1,3%), Regenerative Energiequellen und rationale Energieverwendung (3,8%) und nukleare Energieforschung und Reaktorsicherheit (6,8%) sind hier zu finden.

Autor: KATALYSE Institut

Flußbegradigung

Durch extrem verstandene Flurbereinigung wurden mit Millionenaufwand Bäche und Flüsse verrohrt, betoniert und begradigt.

Mehr und mehr erkennt man die negativen Auswirkungen der F., wie durch schnelles Abfließen der Regenwassermengen bedingtes Hochwasser, verringerte Grundwasserneubildung, Erosion, Artensterben (im naturbelassenen Flußbett können sich in den Zonen unterschiedlicher Fließgeschwindigkeit mannigfache Arten entwickeln).

Mit ebensolchem Aufwand versucht man nun, die Gewässer zu renaturieren (Renaturierung), da man sich zuvor über die Folgen der F. keine Gedanken gemacht hatte.

Autor: KATALYSE Institut

Flockung

Vorgang, bei dem in einer Flüssigkeit schwebende Stoffe zum Absetzen gebracht werden

Typische Anwendungsbereiche sind die Schönung von Wein, die Behandlung industrieller und kommunaler Abwässer oder die Entfernung von Trübstoffen aus Oberflächengewässern bei der Trinkwasseraufbereitung. Häufig verwendete F.-Mittel sind Eisen- oder Aluminium-Salze. Diese bilden in Wasser voluminöse Flocken, die Trübstoffe einschließen bzw. deren elektrostatische Abstoßung aufheben.

Als Hilfsmittel wird auch Polyacrylamid verwendet.
Die Entfernung der Flocken geschieht durch Filtration, Absetzen (Sedimentation) oder durch Aufschwimmen an die Oberfläche (Flotation). Im Trinkwasser müssen F.-Mittel bis auf technisch unvermeidbare und gesundheitlich unbedenkliche Restkonzentrationen entfernt werden.

Autor: KATALYSE Institut

Fischtest

Der F. dient zur Bestimmung der Fischgiftigkeit von Substanzen in Abwässern

Ermittelt wird die akute Toxizität innerhalb von 48 Stunden; als Testfisch dient meist die Goldorfe.
Nach dem Abwasserabgabengesetz wird die Fischgiftigkeit neben anderen Parametern zur Bewertung von Abwässern herangezogen, die in Oberflächengewässer eingeleitet werden und für die eine Abgabe entsprechend ihrer Schädlichkeit erhoben wird.

Autor: KATALYSE Institut

Fluor

Chemisches Element der VII. Hauptguppe (Halogene), Symbol F, Ordnungszahl 9, Schmelzpunkt -219,6 Grad C, Siedepunkt -188,1 Grad C, schwach grünlich-gelbes, stechend riechendes, giftiges, stark ätzendes Gas (F2).

Unter allen Elementen zeigt F. die stärkste chemische Aktivität. MAK-Wert 0,2 mg/m3 bzw. 0,1 ppm.

Aufgrund der hohen Reaktionsfreudigkeit kommt F. in der Natur nicht elementar, sondern in Form seiner Verbindungen (Fluoride) in Flußspat-, Apatit-, Glimmer- und Granitgesteinen vor und hat einen Anteil in der oberen Erdkruste von durchschnittlich 0,065%. Fluoride sind die Anionen der Salze der Flußsäure (HF, Fluorwasserstoff).

Durch Verwitterung oder Gewinnung bestimmter mineralischer Komponenten (z.B. Aluminium- oder Rohphosphatgewinnung) werden fluoridhaltige Verbindungen an die Umwelt abgegeben.

F.-Verbindungen treten auch in industriellen Emissionen auf, z.B. bei Aluminium-, Email-, Keramik-, Zement- und Ziegelindustrie, von Kraftwerken (besonders Braunkohle) und Müllverbrennungsanlagen. In der Nähe solcher Anlagen können durch F.-haltige Stäube und Gase die Fluoridgehalte des Bodens um mehrere 100 ppm ansteigen. Als tolerierbare Gesamtkonzentration in Böden gelten 200 ppm.

In der Technik findet F. Anwendung in der Herstellung von z.B. Uranhexafluorid (Trennung von Isotopen für Kernbrennstoffe, Brennstoffkreislauf) und FCKW (Kältemittel und Treibgase).

F. ist für den Menschen ein essentielles Element und findet sich z.B. im Zahnschmelz (0,1-0,3 g/kg), Dentin (0,2-0,7 g/kg), Knochen (0,9-2,7 g/kg) und Blut (0,18 mg/l). Kinder benötigen für den Knochen- und Zahnschmelzaufbau mindestens 1 mg F./Tag, geringere Mengen können zu Kariesanfälligkeit und Schäden am Knochengerüst führen. In einigen Ländern werden aus diesem Grunde Trinkwasserfluoridierungen durchgeführt, die jedoch umstritten sind. Überdosierungen von F. können zu chronischen Schäden führen, wie gefleckter Zahnschmelz, brüchige Zähne, Skelett- und Schilddrüsenveränderungen sowie Nierenschäden.

Autor: KATALYSE Institut

Fluoride

Fluor

Autor: KATALYSE Institut

Fluorwasserstoff

Farbloses, stechend riechendes, giftiges Gas. Die wäßrige Lösung von F. wird als Flußsäure bezeichnet.

Diese greift Glas an und wird daher in Polyethylenflaschen aufbewahrt (Polyethylen). Flußsäure verursacht bei Hautkontakt schwere, schlecht heilende Verätzungen. Der MAK-Wert von F. beträgt 3 ppm. F. gelangt durch Emissionen der Aluminium-, Keramik- und Phosphorindustrie in die Umwelt (Aluminiumherstellung).

F. führt sogar bei Konzentrationen unter 0,000.15 ppm zu vermindertem Pflanzenwachstum. Infolge der Zersetzung von Chlorfluorkohlenwasserstoffen gelangt F. in die Stratosphäre (Atmosphäre). F. ist einer der Schadstoffe in Abgasen von Müllverbrennungsanlagen.

Autor: KATALYSE Institut