Zinn

Chemisches Element der IV. Hauptgruppe, Symbol Sn, Ordnungszahl 50, Schmelzpunkt 232 Grad C, Siedepunkt 2.270 Grad C, Dichte 7,29 g/cm3, in mehreren Modifikationen auftretendes Schwermetall.

 

Bei Raumtemperatur ist Z. silberglänzend und sehr leicht verformbar. Unterhalb von 13,2 Grad C wandelt es sich in eine andere Modifikation, das sog. graue Z., um. Das ist ein graues Pulver mit Halbleitereigenschaften und einer Dichte von 5,75 g/cm3. Bei tiefen Temperaturen (-48 Grad C) vollzieht sich die Umwandlung in wenigen h , so daß Z.-Geräte schließlich völlig zerfallen (Z.-Pest). Durch Legierung mit geringen Mengen Arsen, Germanium, Indium, Blei, Antimon oder Bismut wird die Z.-Pest verhindert. Geringe Zusätze von Aluminium, Cobalt, Magnesium, Mangan oder Zink beschleunigen die Umwandlung erheblich. Z. ist ein essentielles Element (als ADI-Wert gelten 2 mg/kg Körpergewicht, kann Haarausfall, Appetitlosigkeit und Akne bei Mangel hervorrufen) und gilt als Metall als ungiftig. Es überzieht sich an Luft mit einer sehr dünnen, schützenden Oxidschicht. Unter Luftabschluß wird Z. von schwachen Säuren nicht angegriffen (Verwendung von verzinntem Eisenblech in Konservendosen; Weißblech), kann aber unter Einwirkung von Luft in Lösung gehen (Vergrauen von Kondensmilch in geöffneten Dosen). Lebensmittel sollten daher nie in geöffneten Konservendosen aufbewahrt werden! Z.-Verbindungen zeigen toxische Wirkung: MAK 2 mg/m3 für anorganische bzw. MAK 0,1 mg/m3 für

organische Verbindungen. Die Produktion liegt bei ca. 200.000 t/Jahr und muß wegen rascher Erschöpfung der Lagerstätten immer mehr aus dem Recycling bestritten werden. Anwendung findet Z. überschlägig zu 40% für Weißblech, 20% für Weichlote, 18% für Z.-Geräte, 18% für Z.-Legierungen und 4% für Sonstiges.

Autor: KATALYSE Institut

Zink

Chemisches Element, Symbol Zn, Ordnungszahl 30, Schmelzpunkt 419,5 Grad C, Siedepunkt 907 Grad C, Dichte 7,13 g/cm3. Schwermetall, das für Mensch, Tier und Pflanze essentiell ist.

Z.-Gehalt im menschlichen Körper: 1,4-2,3 g. Normale Z.-Aufnahme: 10-15 mg/Tag. Natürlicher Begleiter von Z. ist das Cadmium. Im Vergleich zu Cadmium und Quecksilber, mit denen Z. chemisch verwandt ist, ist Z. relativ ungiftig. Gefährlicher ist das Einatmen von Z.-Verbindungen. Einatmen von Z.-Oxiddämpfen führt zu Fieber, Gelenk- und Muskelschmerzen, Frieren, Husten, Schweißausbrüchen u.a. (Z.-Fieber). Z.-Chromat ist krebserzeugend (MAK-Werte-Liste III A1). Die Wirkung beruht auf dem Chromatanteil. Der Einfluß von Z. auf das Krebsgeschehen (im Tierversuch wurden Hemmung und Krebsauslösung beobachtet) muß weiter untersucht werden.
Normale Böden enthalten zwischen 10-300 ppm Z., durchschnittlich 50 ppm. Böden in der Nähe von Straßen (Reifen enthalten Z.-Oxid) können erheblich belastet sein. Unverschmutzte Gewässer enthalten i.a. 10 mycrog/l. Klärschlamm darf in Deutschland max. 2.200 ppm Z. enthalten (Schottland, Niederlande: 2.000 ppm; Klärschlammverordnung). Trinkwasser-Grenzwerte: WHO: 5 mg/l, UdSSR: 1 mg/l, Japan: 0,1 mg/l. BRD: Trinkwasserverordnungs-Wert für Z. von 2 mg/l, 1986 gestrichen (Wasser).
Weltjahresproduktion: ca. 6 Mio t. Verwendung: Galvanisieren von Eisen und Stahlprodukten, für Legierungen, Z.-Bacitracin als wachstumsförderndes Mittel in der Schweine- und Geflügelzucht. Wichtigste Verbindung ist Z.-Oxid: Fotokopierer (kopieren), Laserdrucker, Glasuren u.a.
Emissionen in Westdeutschland: ca. 7.000 t/Jahr, v.a. aus Eisen- und Stahlproduktion und Autoverkehr 23% (Reifengummi enthält 1,5% Z.; Abrieb). Bei der Z.-Herstellung ca. 250 t Staub/Jahr, hauptsächlich Z.-Oxid und Bestandteile des Z.-Erzes, ferner Schwefeldioxid und Stickoxide sowie Schwefelsäure und Sulfat im Abwasser.

Autor: KATALYSE Institut

Zigaretten

siehe Tabakrauch.

Autor: KATALYSE Institut

Ziegeleien

siehe Keramische Industrie.

Autor: KATALYSE Institut

Zeolith A

Dieses wasserunlösliche, synthetische Natriumaluminiumsilikat (Handelsname: Sasil) ist der weltweit erfolgreichste Phosphatersatzstoff und wird als Gerüststoff in einer Vielzahl von Waschmitteln eingesetzt.

Die Einzelpartikel bestehen aus würfelförmigen Hohlräumen, in denen sich Natriumionen befinden, die sehr leicht gegen die Härtebildner des Wassers (Wasserhärte), nämlich v.a. Calcium-Ionen ausgetauscht werden können.
Z. gehört also zu den Ionenaustauschern im Unterschied zum löslichen Komplexbildner Phosphat. Die Substanz ist chemisch inert und nur wenig toxisch. Angesichts des Masseneinsatzes wurde Z. wie kaum ein anderer Waschmittelinhaltsstoff auf seine Umweltverträglichkeit untersucht. Es wird in mechanisch-biologischen Kläranlagen zu 95% eliminiert ( Abwasserreinigung ), remobilisiert keine Schwermetalle (Remobilisierung) und wirkt auch nicht eutrophierend ( Eutrophierung ). Die landwirtschaftliche Nutzung von Klärschlamm wird durch Gehalte an Z. nicht behindert.

Autor: KATALYSE Institut

Zellulose

siehe Cellulose.

Autor: KATALYSE Institut

Zytostatika

Zytostatika verhindern oder verzögern die Zellteilung, meist durch Einwirkung auf den Mechanismus der DNS-Verdopplung (Mitose).

Sie werden in erster Linie bei Krebserkrankungen eingesetzt. Da die Unterschiede im biochemischen Verhalten von normalen Zellen und Tumorzellen gering sind, werden nicht nur die Tumorzellen von Z. angegriffen, sondern auch gesunde Zellen. Daher haben Z. starke Nebenwirkungen, die sich v.a. in Form von Erbrechen, verminderter Immunabwehr, Organschäden und Blutungen äußern.
Sie auch Stichwörter: Immunsystem, Krebs

Autor: KATALYSE Institut

Zyklon B

siehe Stichworte Zyankali, Blausäure und Atmungsgifte.

Autor: KATALYSE Institut

Zyankali

Kaliumcyanid, KCN, Salz des Blausäure (HCN). Durch Einwirkung von Säuren (z.B. Magensäure) auf Z. wird Blausäure gebildet. LD50 (HCN) = 1 mg/kg beim Menschen.

Unter der Bezeichnung Zyklon B wurde Z. in deutschen Konzentrationslagern als Massenvernichtungsmittel eingesetzt. Heute dient Z. in US-amerikanischen Gaskammern zur Vollstreckung von Todesurteilen. Z. kann Metalle in Form von Komplexen wieder auflösen (Cyanidlaugerei).

siehe auch Stichwörter: galvanisieren und Metallindustrie

Autor: KATALYSE Institut

Zwischenlager

siehe Brennstoffkreislauf.

Autor: KATALYSE Institut

Zuckertenside

siehe Alkylpolyglucoside.

Autor: KATALYSE Institut

WGK

WGK = Abkürzung für Wassergefährdungsklassen

Autor: KATALYSE Institut

Weitergehende Abwasserreinigung

(3. Reinigungsstufe) Verfahren der Abwasserreinigung , die zusätzlich zu den heute üblichen mechanischen und biologischen Reinigungsstufen eingesetzt werden, um weitere Schadstoffe aus dem Abwasser zu entfernen.

Ziel der W. ist neben der Fällung düngender Phosphor- und Stickstoffverbindungen(Eutrophierung) die Abscheidung schwer abbaubarer Verbindungen, die als CSBanalytisch erfaßt werden.

Auch Ammoniumverbindungen sollten eliminiert werden, da sie im Vorfluter Sauerstoff verbrauchen und als Fischgift wirken können. Die genannten Stoffe bleiben bei der mechanisch-biologischen Reinigung im Abwasser und gelangen somit in den Vorfluter, also in Bäche oder Flüsse.

Besonders im Einzugsbereich von Seen (z.B. Bodensee) hat man daher dieKläranlagen mit einer chemischen Fällungsstufe ausgerüstet. In Ostdeutschland sind derzeit noch sehr wenig Kläranlagen mit einer W. ausgerüstet. In Westdeutschland verfügen derzeit 16,2% aller Kläranlagen über eine W..

Von diesen 1.434 Kläranlagen dienen 235 der Phosphat-Fällung, 428 derNitrifikation , 221 der Nitrifikation und Denitrifikation. Um eine W. überflüssig zu machen, wäre es jedoch das beste, diese Stoffe möglichst überhaupt nicht ins Abwasser zu leiten.

Autor: KATALYSE Institut

Wasserwerk

siehe Trinkwasseraufbereitung.

Autor: KATALYSE Institut

Wassersparen

Wasser ist unser kostbarstes Lebensmittel und es ist in jedem Fall sinnvoll und wirkt kostensenkend.

In Haushalten kann Wasser durch bewussten Umgang eingespart werden:

  • Benutzung des Gemüsewaschwassers zum Blumengießen
  • Anschaffung wassersparender Wasch- und Spülmaschinen
  • Wassersparsets für die Toilettenspülung
  • Regenwassernutzung

Getrennte Brauch- und Trinkwassersysteme in Neubauten haben sich bisher aufgrund der hohen Kosten und hygienischer Bedenken seitens des Gesetzgebers nicht durchgesetzt. Die Industrie hat ihren Wasserbedarf in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich durch die Installation interner Wasserkreisläufe und effektiver Einsparmaßnahmen verringert.

W. ist v.a. deshalb notwendig, weil jeder Liter Wasser, bevor er sich Trinkwassernennen darf mehr oder weniger aufwendig aufbereitet werden muss und diese Aufbereitung heute bereits einen großen Anteil am Wasserpreis hat. Der hoheWasserverbrauch in Ballungszentren hat auch eingreifende ökologische Folgen durch die Absenkung des Grundwassers werden ökologisch wertvolle Gebiete gefährdet oder zerstört.

Das Abwasser wird meist in einer aufwendigen Kläranlage gereinigt, auch diese Behandlung treibt den Wasserpreis erheblich in die Höhe.

Autor: KATALYSE Institut

Wasserleitung

Man unterscheidet zwischen Trink- und Abwasserleitungen (Trinkwasser, Abwasser).

In der Trinkwasserversorgung wird in der Zuleitung vom Wasserwerk bis zu den Häusern als Material Gußeisen, auch zementausgeschleudertes Gußeisen,PVC und Zementrohr (z.T.Asbestzement) verwandt. In den Hausanschlußleitungen und der Hausinstallation kommen Materialien wieKupfer, verzinkter Stahl, Gußeisen sowie verschiedene Kunststoffe (Polyethylen (PE), Polypropylen und PVC) zum Einsatz. Bis 1960 wurden vielfach Bleirohre eingebaut.

Die Wahl des Rohrleitungsmaterials sollte sich stark an der Wasserbeschaffenheit orientieren (z.B. pH-Wert, Kalkgehalt, Nitratgehalt), denn chemische Reaktionen zwischen Wasserinhaltsstoffen und Rohrmaterial können die Trinkwasserqualität negativ beeinflussen. Als Material für Abwasserrohre werden verschiedeneKunststoffe (PE und PVC), Gußeisen oder Steinzeug verwendet.

Autor: KATALYSE Institut

Wasserkreislauf

Die Wasservorräte (Gesamtmenge ca. 1,35 Mrd m3) der Erde stehen über den W., der letztlich durch die Wärmestrahlung der Sonne angetrieben wird (Globalstrahlung), miteinander im Fließgleichgewicht.

97,5% des Gesamtwasservorrats ist in den Meeren gespeichert, die restlichen 2,5% entfallen einerseits auf Süßwasser (hier größtenteils als Eis festgelegt) und andererseits zu 0,001% auf in derAtmosphäre zirkulierenden Wasserdampf.

Der größte Teil des Wassers verdunstet dabei über der Meeresoberfläche und geht als Regenwasser vornehmlich auf Landgebieten nieder. Die Bilanz zwischen Meer und Land wird durch den ober- und unterirdischen Rückfluß zum Meer wieder ausgeglichen. Dieser Rückfluß kann als regenerative Energiequelle (Wasserkraft) zur Energiegewinnung genutzt werden.

Aktives Leben ist unbedingt an einen bestimmten Wassergehalt gebunden (Landlebewesen bestehen zu 45-95% aus Wasser). Wasser ist also unverzichtbare Ressource. Nutzt der Mensch Wasser für sich, greift er in diesen Kreislauf mehr oder weniger stark ein.

Autor: KATALYSE Institut

Wasserkraft

Wasserkraft gehört zu den regenerativen Energiequellen. Genutzt wird die kinetische und potentielle Energie des Wassers an Flüssen, Schleusen, Gezeitenkraftwerken und Staudämmen (Talsperren).

In vielen Fällen stellt die Wasserkraftnutzung eine wertvolle erneuerbare und v.a. konkurrenzlos billige Energiequelle dar. Wasserkraftwerke erweisen sich aufgrund fehlender Emissionen gegenüber Kraftwerken mit fossilen Energieträgern (Kohle, Erdöl, Gas) und Kernkraftwerken als ökologisch sehr vorteilhaft. Wasserkraft hat v.a. in den skandinavischen Ländern und der Schweiz einen größen Anteil am staatlichen Energiemix.

Während sich kleine und mittlere Anlagen i.d.R. problemlos in bestehendeÖkosysteme integrieren lassen, treten bei Großprojekten von bis zu einigen tausend Megawatt Leistung oft schwerwiegende ökologische und soziale Folgen auf.

In den Entwicklungsländern stellt die Nutzung der Wasserkraft mit ca. 45 Prozent Anteil noch vor Erdöl die wichtigste Stromquelle dar und soll weiter stark ausgebaut werden. Ein Paradebeispiel für den ökologisch bedenklichen Ausbau der Wasserkraft ist Brasilien (größtes Wasserkraftwerk der Welt Itaipu mit 12.600 MW). Hier soll die Verdopplung der Kraftwerkskapazität v.a. durch den Bau gigantischer zusätzlicher Wasserkraftwerke erzielt werden.

Die Folgen sind Zwangsumsiedlungen, oft verbunden mit Verelendung (weltweit mußten bereits Millionen von Menschen Staudämmen weichen), Verlust fruchtbaren Ackerlands im Staugebiet und fehlender Eintrag fruchtbarer Schlämme auf Ackerland unterhalb des Staudamms, Gefahr des Umkippens der Stauseen, Behinderung von Fischwanderungen und Rückgang des Fischfangs, Schaffung optimaler Nährböden für eine Vielzahl von Erregern (Darminfektionen) und Brutgebiete für Moskitos (Malaria), Grundwasseranstieg (Versumpfung) und lokale Klimaveränderungen.

Besonders problematisch sind Staudämme im Regenwald, die aufgrund ihrer geringen Tiefe extrem große Waldflächen überfluten und damit zerstören (Flächenbedarf: Regenerative Energiequellen). Der unter Wasser verrottende Urwald setzt große Mengen Methan (Treibhauseffekt) und Schwefelwasserstoff frei.

Neben Brasilien stellen riesige Staudämme v.a. in Kanada, in China und im Mittleren Osten (hier kommen Wasserverluste durch Verdunstung hinzu) ökologisch bedenkliche Wasserkraftnutzungen dar.
In Europa finden wir Wasserkraftwerke v.a. in gebirgigen Lagen, wo sie hohe Leistung bei geringem Flächenbedarf erbringen. Problematisch ist aber auch hier u.U. die Zerstörung seltener Biotope (Artensterben).

In Westdeutschland ist Wasserkraft nur noch wenig ausbaufähig, wenn v.a. in kleinen und mittleren Anlagen. Die systematische Reaktivierung von kleinen und mittleren Anlagen (die z.T. wegen ungünstiger Einspeisebedingungen stillgelegt worden waren) sowie die Sanierung und Modernisierung bestehender Anlagen könnte den Anteil der Wasserkraft an der Stromversorgung ökologisch vorteilhaft auf etwa 6 Prozent steigern. Aufgrund der Einspeisevergütungen können nun auch kleine Anlagen in der Regel wirtschaftlich betrieben werden.
Potential: Regenerative Energiequellen

Autor: KATALYSE Institut

Wasserhaushalt des Waldes

Die Wasserbilanz eines Waldes hängt von unterschiedlichen Faktoren ab: Der Anteil des Kronendurchlasses (das Wasser, das direkt durch die Lücken im Kronendach auf den Waldboden fällt) ist abhängig vom Baumalter, der Baumart und der Waldstruktur: Laubbäume 57-78%, Nadelbäume 70-80% bei Starkregen, bei Schwachregen 15-20%.

Die Interception ist der Teil des Niederschlages, der von Blättern, Nadeln und Ästen zunächst zurückgehalten wird. Sie beträgt je nach Baumart und Jahreszeit 10-40%. Davon verdunstet ein Teil, bevor er zu Boden gelangt, ein Teil tropft ab, ein Teil fließt am Stamm zuBoden. Der Niederschlag, der zu Bodenkommt, fließt zu einem geringen Teil oberirdisch ab oder verdunstet wieder.

Der größte Teil sickert in den Boden, wird dort gefiltert, von den Bäumen aufgenommen oder fließt unterirdisch hangabwärts oder ins Grundwasser . Der W. unterscheidet sich wesentlich vom W. des Freilandes, nicht nur wegen des Einflusses des Kronendachs, sondern auch wegen der tiefen Durchwurzelung des Bodens und seiner großen Wasserspeicherkapazität.

Durch seine hohe Interception und Speicherfähigkeit verhindert der Wald Hochwasser, in Trockenzeiten liefert er eine gleichmäßige Wassermenge. Er hat also eine ausgleichende, regulierende und reinigende Wirkung, die durch dieImmissionsschäden und Rodungen im tropischen Regenwald akut gefährdet ist.

Autor: KATALYSE Institut

Wasserhärte

Die W. ist ein Maß für den Gehalt an gelösten natürlich vorkommenden Calcium- und Magnesiumverbindungen im Wasser.

Diese Mineralstoffe bewirken eine Stabilisierung des pH-Wertes und eine Geschmacksverbesserung des Wassers. Beim Erhitzen über 50-60 Grad C fällt die sog. Carbonathärte, der Anteil der W., der aus der Lösung von Kalkstein stammt, aus. Dies führt zur Verkalkung der Heizstäbe von Waschmaschinen und Kaffeemaschinen. Die Ablagerungen können durch Säuren, z.B. Essig- oder Zitronensäure, wieder aufgelöst werden. Seife verbindet sich mit Calcium und Magnesium zur unlöslichen Kalkseife ("Grauschleier") und wird dadurch unwirksam.

Häufiger als die offiziellen Angaben der W. in Millimol pro l (mmol/l) wird die Bezeichnung Deutsche Härtegrade (früher Grad dH, heute Grad d) verwendet. 1 Grad dH entspricht 18 mg/l Kalk. Nach Waschmittelgesetz werden je 7 Härtegrade zu einem Härtebereich zusammengefaßt (s. Tab).

Die Wasserversorgungsunternehmen müssen einmal jährlich den Härtebereich des verteilten Trinkwassers mitteilen. Entsprechende Dosiervorschriften müssen auf den Waschmittelpackungen angegeben werden.

Wegen der gesundheitlichen Bedeutung der W. darf Trinkwasser nicht unter 1,5 mmol/l entsprechend 8,4 Grad dH enthärtet werden. Im Haushalt wird meist mit Ionenaustauschern enthärtet. Diese müssen mit Kochsalz regeneriert werden und belasten damit das Abwasser.
Gleichzeitig erhöht sich die Natriumkonzentration im Trinkwasser.

Lit.: KATALYSE e.V.: Das Wasserbuch, Köln 1990

Autor: KATALYSE Institut

Wasserenthärtung

Wasseraufbereitungsverfahren zur Verminderung der Wasserhärte.

Die W. erfolgt durch Fällungsverfahren(Fällung) oder Ionenaustauscher. ImWasserwerk sind Ionenaustauscher, die mit Natriumionen (Natrium) regeneriert werden müssen, seit der Neufassung derTrinkwasserverordnung verboten. Das gängigste Verfahren zur zentralen W. ist die sog. Entcarbonisierung.

Dabei wird dem Wasser das stark basische Calciumhydroxid (gelöschter Kalk) zugesetzt. Dadurch erhöht sich der pH-Wert, und das im Wasser gelöste Calciumfällt zusammen mit dem zugegebenen als Calciumkarbonat (Kalk) im Verhältnis 1:1 aus. Der anfallende Feststoff (als Schlamm oder feste Kügelchen) stammt also je zur Hälfte aus dem zudosierten und dem natürlichen Calciumgehalt des Wassers.

In Haushalten werden zunehmend Ionentauscher und Dosieranlagen zur W. eingesetzt. Dosieranlagen verzögern durch Zusatz von Phosphat- und/oder Silikatverbindungen die Ausfällung von Calcium- und Magnesiumverbindungen bzw. sollen dafür sorgen, daß diese nicht als Stein, sondern als Schlamm ausfallen.

Wasser in den Härtebereichen I bis III bedarf grundsätzlich keiner W.. Eine W. ist allenfalls in höheren Härtebereichen zu technischen Zwecken (z.B. Waschmaschine) erforderlich. Gesundheitlich sind die härtebildenden Salze sogar förderlich.

Autor: KATALYSE Institut

Wasserdesinfektion

siehe Chlorung, Ozonierung , UV-Strahlung, Trinkwasseraufbereitung.

Autor: KATALYSE Institut