Antilärm

A. ist eine neue Methode, Schallwellen zu eliminieren.

Hierbei wird eine Schallquelle über ein Mikrophon erfaßt, mittels Mikroprozessor in ein gegenphasisches Signal umgewandelt und über einen Lautsprecher der Schallquelle entgegengesetzt. Durch das Aufeinandertreffen von Lärm und A. heben sie sich theoretisch gegenseitig völlig auf. Durch die Elektronik entsteht jedoch eine geringe Zeitverzögerung, so daß diese Verfahren in erster Linie bei relativ gleichbleibenden Lärmquellen Verwendung findet. Auf dem Markt sind Geräte, bei denen A. in einem Kopfhörer zum Schutz vor Triebwerkslärm von Flugzeugen integriert ist.

 

Autor: KATALYSE Institut

Teich

siehe Gartenteich.

Autor: KATALYSE Institut

Sonnenhut

Der Sonnenhut ist eine mehrjährige aufrechte Pflanze von ein bis zwei Meter Höhe mit kahlem, ästigem Stengeln mit basalen fiederteiligen/apikalen einfachen Lanzettblättern und violetten bis braunen Röhrenblüten.

  • Systematik: Ordnung: Asterales, Familie: Asteraceae (Korbblütler), Art: Echinacea angustifolia
  • Herkunft: Nordamerika
  • Klimaansprüche: gemäßigt
  • Anbausystem: zwei- bis dreijähriger Anbau mit Kraut- und Blütenernte, später Wurzelernte
  • Aussaat: Direktsaat oder Pflanzung, Schichtung des Saatgutes zur schnelleren Keimung; 8 Pflanzen/m2
  • Düngung: Nährstoffentzug bei 22 Tonnen Trockensubstanz/Hektar: Stickstoff: 112 kg, Phosphat: 27 kg, Kalium: 206 kg; Drei Stickstoffgaben nach Auflauf und vor Bestandesschluss nach ersten Schnitt
  • Pflanzenschutz: Virosen und Bakterien
  • Ernte: blühendes Kraut im ersten Jahr September/Oktober; im zweiten Jahr Wurzeln im Juli/Oktober
  • Ertrag: E. purpurea: Kraut: 27 bis 39 Tonnen/Hektar, Droge: 5,7 bis 9,7 Tonnen/Hektar; Wurzeln: 14 bis 17 Tonnen/Hektar, Droge: 4,7 bis 5,7 Tonnen/Hektar; E. angustifolia: Kraut: 27 bis 55 Tonnen/ Hektar, Droge: 7-14,5 Tonnen/Hektar; Wurzeln: 14,5 bis 16,0 Tonnen/Hektar, Droge: 5,5 bis 6 Tonnen/Hektar
  • Qualitätsmerkmale: Gehalt an ätherischem Öl, Gehalt an Echinacin und Echinacosid in den Wurzeln
  • Besonderheiten: Anbau in Trockenlagen möglich
  • Wirkspektrum: gegen Grippe, Erkältung und Wundbehandlung.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Sonnenblume

Die Sonnenblume ist ein einjähriges Kraut und Flachwurzler. Sie erreicht eine Wuchshöhe von bis zu vier Metern. Sie hat einen mächtigen, scheibenförmigen Blütenstand bis etwa 45 cm Durchmesser sowie randständige, sterile Zungen- und Röhrenblüten.

  • Systematik: Familie: Compositae (Korbblütler), Art: Helianthus annuus L.
  • Herkunft: Nordmexiko bis südliches Kanada, aride Gebiete Nordamerikas (Great
    Plains)
  • Klima: warm-gemäßigt, Tropen-Subtropen; Temperaturoptimum 20 bis 25°C; Mindestniederschlag 500 bis 750 mm; russische Zwergsorten 250 mm pro Jahr
  • Anbausystem: Reinkultur; ggf. Bewässerung
  • Aussaat: Ende April/Anfang Mai (in der EU); Bestandsdichte etwa 40.000, bei Bewässerung rund 70.000 Pflanzen/Hektar zur Futternutzung 150.000 bis 300.000
  • Düngung: Stickstoff bis 120 kg/Hektar; Phosphat bis 35 kg/Hektar; Kalium bis 160 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: Anbaupause nach Befall von Sonnenblumenwürger; wichtige Erreger sind Pilze; Schädlinge samenfressende Vögel.
  • Ernte: hochwüchsige Sorten 120 bis 160 Tage nach Aussaat, niedrigwachsende 90 bis 120 Tage nach Aussaat; Handernte bei hochwüchsigen, maschinelle Ernte bei Zwergformen
  • Ertrag: Weltdurchschnitt 1,4 Tonnen/Hektar; hohe Durchschnittserträge in Frankreich 2,6 Tonnen/Hektar und in Rumänien 2,3 Tonnen/Hektar.
  • Besonderheiten: Ölgehalt der Früchte bis 60 Prozent, konventionelles Fettsäuremuster: bis 70 Prozent Linolsäure, etwa 20 Prozent Ölsäure; „ High-Oleic "-Formen: etwa 90 Prozent Ölsäure, 3 Prozent Linolsäure.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Soja

Die Sojapflanze ist eine einjährige, krautige Pflanze, die 0,3 bis 2 Meter Höhe erreicht. Sie besitzt eine Pfahlwurzel mit einer Länge von bis zu zwei Metern. Alle Teile sind stark behaart und die Wurzeln mit Knöllchen-Bakterien besetzt. Ihre Früchte sind Hülsen mit zwei bis fünf Samen.

  • Systematik: Familie: Leguminosae (Schmetterlingsblütler), Art: Glycine max (L.) Merr.
  • Herkunft: Nordostchina
  • Klima: warm-gemäßigt und immerfeuchte Subtropen; optimale Temperatur etwa 25°C; Niederschlag mindestens 500 bis 700 mm
  • Anbausystem: Reinkultur; in wärmeren Regionen alternierende Reihenkultur (
    Mais, Hirse), Zwischenkultur von Dauerkulturen (z.B. Kaffee) Bewässerung in semiariden Gebieten
  • Aussaat: Ende April, Anfang Mai (in der EU); Bestandsdichte 30 Pflanzen pro m2; Impfung des Saatgutes mit spezifischen Knöllchenbakterien
  • Düngung: Phosphat: 20 bis 30 kg/Hektar; Kalium: 60 bis 80 kg/Hektar; Stickstoffversorgung durch symbiotische Knöllchen-Bakterien
  • Pflanzenschutz: Insektizideinsatz gegen Sojabohnenkäfer und Hülsenwickler in 0st und Südostasien; Pheromonfalleneinsatz; langsame Jugendentwicklung erfordert Unkrautfreiheit
  • Ernte: ab Ende August, Anfang September (in der EU); maschinell, traditionell mit Sicheln u. Messern; Vegetationszeit 4 bis 5 Monate
  • Ertrag: Weltdurchschnitt 2,1 Tonnen Sojabohnen/Hektar; bis 4 Tonnen/Hektar in USA um eine Tonne/Hektar in den Tropen
  • Besonderheiten: Öl- und Eiweißpflanze, Samen enthalten bis 25 Prozent Sojaöl, Fettsäurezusammensetzung: 48 bis 52 Prozent Linolsäure, 23 bis 32 Prozent Ölsäure,
    hoher Tocopherolgehalt; Anteil an hochwertigem Eiweiß 38 bis 40 Prozent, enthält 39 Prozent an essentiellen Aminosäuren.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Schafwolle

Schafwolle ist ein Eiweißfaserstoff und zählt zu den Naturfasern und den nachwachsenden Rohstoffen. Weltweit werden pro Jahr 1,5 Millionen Tonnen Schafwolle geschoren und weiterverarbeitet. Das entspricht mehr als 96 Prozent aller produzierten Tierhaare. Die restlichen vier Prozent verteilen sich auf Mohair, Angora, Cashmere, Lama oder Kamelhaar.

Aufbau
Die Wollfaser in ihrer Oberhaut (Cuticula) besteht aus feinen Schuppen, die ähnlich wie ein Schieferdach um die Faser herum angeordnet sind. Die Schuppen werden von einer dünnen Haut, der Epicuticula überdeckt. Unter den Schuppen liegt die Rindenschicht, Cortex, welche den Hauptbestandteil der Faser ausmacht. Chemisch besteht die Wolle im Wesentlichen aus Proteinen; die chemische Zusammensetzung kann mit etwa 50 Prozent  Kohlenstoff, 25 Prozent Sauerstoff und 15 Prozent Stickstoff sowie Wasserstoff und Schwefel angegeben werden.

Eigenschaften
Naturfasern sind luftdurchlässig, atmungsaktiv und unterstützen ein gesundes Körperklima. Die hautfreundlichen Eigenschaften bleiben bei einer natürlichen Verarbeitung und bei einem Verzicht auf chemische Ausrüstung erhalten.

Feinheit
Die Feinheit der Wolle ist die wichtigste Eigenschaft und bestimmt im Wesentlichen deren Wert und Verwendungsmöglichkeit. Unter dem Begriff Feinheit wird im Allgemeinen der mittlere Durchmesser von Fasern bezeichnet, die in einem Faserverbund vorkommen. Sowohl im Vlies als auch im späteren Produkt in dem Vliese enthalten sind kommen Fasern mit unterschiedlichen Durchmessern vor. Je feiner eine Wolle ist, desto weiter kann sie ausgesponnen werden.

Elastizität
Mit Elastizität wird die Fähigkeit der Wollfaser bezeichnet, nach einer Beanspruchung, in die ursprüngliche Form zurückzukehren. Feinere Wollen sind elastischer als gröbere. Aufgrund der Elastizität ist Wolle sehr formbeständig; sie besitzt unter allen Naturfasern die beste Knitterresistenz.

Farbe und Glanz
Die Brechung des Lichtes verursacht bei gesunder Wolle einen seidenartigen Glanz, der erst nach der Wäsche richtig zur Geltung kommt. Dieser Glanz ist wichtig für die spätere Brillanz der Farben.

Feuchtigkeitsverhalten
Wollfasern können Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, ohne sich
chemisch mit ihr zu verbinden - sie sind hygroskopisch. Wolle fühlt sich selbst bei 33 prozentiger Wassersaufnahme nicht feucht an.

Schwerentflammbarkeit
Aufgrund des hohen Stickstoff und Feuchtigkeitsgehaltes schmilzt Schurwolle nicht und entzündet sich erst bei einer Temperatur von 560°C.

Filzfähigkeit
Schafwolle filzt als einziges Tierhaar von Natur aus; andere Haare müssen zuvor gebeizt werden. Unter Einwirkung von Feuchtigkeit, Wärme, Druck und Bewegung verbinden sich die Fasern zu einem dichten Stoff. Die Zugabe von Seife kann das Filzen begünstigen. Mit dem Filzen ist eine Schrumpfung verbunden.
Um das Verfilzen der Wolle zu verhindern rüsten einige Hersteller die Wolle mit Kunstharzen aus. Dabei wird die Schuppenoberfläche „maskiert“, so dass sich die Schuppen nicht mehr verhaken können. Bei diesem Verfahren geht jedoch neben der Filzfähigkeit auch der natürliche Wollcharakter verloren.

Waschbarkeit
Zum Waschen der Wolle sollte ein Feinwaschmittel verwendet und die Temperatur von 30°C nicht überschritten werden. Beim ersten Waschen tritt eine Entspannungsschrumpfung ein, was eine Längenänderung um bis zu 7 Prozent ausmachen kann. Diese Schrumpfung ist, durch ziehen am nassen oder getrockneten Kleidungsstück umkehrbar. Wolltextilien können heute ohne Probleme in der Waschmaschine, mit einem Wollspezialprogramm, gewaschen werden. Schleudern schädigt die Fasern nicht: Durch die Zentrifugalkraft werden die Wollartikel an die Außenwand der Trommel gedrückt und bleiben dort während des Schleuderns ruhig liegen. Beim Trocknen verbleibt die Wolle in ihrer bequemsten Lage und sollte, um Verformungen zu verhindern, im Liegen getrocknet werden.

Elektrische Aufladung
Wolltextilien laden sich unter normalen atmosphärischen Bedingungen nicht elektrisch auf. Dadurch fehlt die Anziehungskraft für Staubpartikel - ein häufiges Waschen der Textilien ist nicht notwendig.

Kleine Wollkunde
Mit dem Begriff Wolle wird in erster Linie Schafwolle bezeichnet. Der Begriff "Wolle" weist lediglich darauf hin, dass der Artikel aus reiner Wolle ist; er sagt jedoch nichts über die Qualität der Wolle aus.
Als Reine Schurwolle darf nur die Wolle vom gesunden, lebenden Schaf bezeichnet werden. Sie ist besonders atmungsaktiv und temperaturausgleichend.

Rhönwolle wird vom Rhönschaf gewonnen, eines der ältesten Nutztierrassen Deutschlands. Es lebt in der Mittelgebirgslage der hessischen, bayrischen und Thüringer Rhön. Die gewonnene Schurwolle ist besonders robust, strapazierfähig, wirkt stark wasserabweisend und ist widerstandsfähig gegen Knötchenbildung und Verfilzungen.

Reißwolle ist aus Abfällen und Lumpen wiederaufarbeitete Wolle. Im Vergleich zur Schurwolle besitzt sie kürzere Faserlängen und ist qualitativ minderwertig.

Als Schutz gegen das raue nordische Klima entwickeln isländische Schafe ein besonders dichtes Wollhaar, das Islandwolle bezeichnet wird. Es ist sehr warm, robust, fest und wasserabweisend. Das Unterhaar zeichnet sich durch eine sehr weiche, flauschige Qualität aus.

Als Lambswool wird die Wolle von jungen Lämmern bezeichnet, die höchstens ein halbes Jahr alt sind und die bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht geschoren wurden. Lambswool ist sehr fein und außergewöhnlich weich.

Man unterteilt die Schafrassen nach dem Charakter der Wolle. Die feine Merinowolle, die mittelfeine bis kräftige Cheviotwolle und die Crossbredwolle, welche eine Kreuzung zwischen Merino- und Cheviotwolle ist. Merinowolle ist aufgrund ihrer Feinheit und Weichheit die feinste Schafwollqualität. Sie zeichnet sich durch besondere Gleichmäßigkeit, Elastizität und Leichtigkeit aus.

Als Shetlandwolle werden Wollsorten bezeichnet, die von auf den Shetlandinseln lebenden Schafen stammen. Oft ist die Oberfläche leicht gewalkt.

Quellen:
BUSSE, B.; HLOCH, H.; LICHTENBERG, W.; et al.: Haushaltsführung aktuell. Hamburg 1996.
NOWAK, M.; FORKEL, G.: Wolle vom Schaf. Stuttgart 1989.
Homepage des Unternehmen Hess-Natur (Stand: 17.07.2006)

Autor: KATALYSE Institut

Schädlingsbekämpfung

S. ist die Bekämpfung von sog. Schädlingen mit dem Ziel, direkte oder indirekte Schäden vom Menschen abzuwenden oder zu begrenzen.

Hierunter fallen Pflanzenschutz, Seuchenbekämpfung, aber auch Vorratsschutz, Materialschutz (z.B. Holzschutz) sowie Maßnahmen der Konservierung. Zu unterscheiden sind: physikalische und menschliche S. (Kälte-, Hitze- und Strahlenanwendung; optische und akustische Abschreckung), chemische, biologische und biotechnische S. sowie kulturtechnische Verfahren wie z. B. das Trockenlegen von Sümpfen als Schutz gegen Stechmückenübertragungskrenkheiten.

Autor: KATALYSE Institut

Sachalin-Staudenknöterich

Der Staudenknöterich ist eine aufrechte, bis vier Meter hohe Pflanze mit kräftigem Rhizomwachstum. Sie besitzt herzförmige Blätter (ca. 39 cm lang, 30 cm breit) und zweihäusige, dichte Blüten sowie Fruchtstände mit dreiflügeligen Samen.

  • Systematik: Familie: Polygonaceae (Knöterichgewächse), Art: Reynoutria sachalinensis
  • Herkunft: Ostasien
  • Klimaansprüche: kontinental; gute Wasserversorgung notwendig, empfindlich gegen Spätfröste im Frühjahr
  • Anbausystem: im Versuchsanbau als Dauerkultur, ansonsten wild an Bach- und Flussläufen und an Waldrändern
  • Aussaat: Pflanzung: vegetativ über Rhizome von älteren Pflanzen oder Aussaat von Samen im Gewächshaus Januar/Februar, Sämlingsaufzucht jedoch sehr arbeitsaufwändig; Pflanzenabstand im Feld ein Meter
  • Düngung: gute Stickstoffversorgung notwendig: >240 kg/Hektar; Spurennährstoffe (z.B. Zink, Kupfer, Mangan, Eisen); Erhaltungsdüngung für Phosphor, Kalium, Magnesium
  • Pflanzenschutz: nicht notwendig, da bisher keine wirtschaftlichen Schäden durch Mikroorganismen (z.B. Pilze) oder Insekten aufgetreten sind; Unkrautregulierung notwendig
  • Ernte: Juni bis Oktober; Ernte mit Motorsense im ersten Jahr; maschinelle Ernte ab zweitem Jahr möglich; Ernte sollte nur ein- bis zweimal im Jahr erfolgen, da sonst Gefahr der Auszehrung der Pflanzen
  • Ertrag: maximale Produktion 53 Tonnen/Hektar bei zwei Schnitten im siebten Jahr
  • Besonderheiten: Pflanzenextrakte vermögen die Widerstandskraft gegenüber echtem Mehltau und anderen Pflanzenkrankheiten von Kulturpflanzen (Tomate, Begonie, Gurke) zu erhöhen.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Saatgutproduktion

Produktion von zertifiziertem Saatgut oder von Basissaatgut durch spezialisierte Betriebe, die durch das Saatgutverkehrsgesetz geregelt wird.

Weltweit ist die S. in der Hand weniger großer Firmen (DuPont, Exxon, Shell). Diese Konzentration hat sich durch die Gentechnologie verstärkt.

siehe: Genbank

Autor: KATALYSE Institut

Saatbeizmittel

Zum vorbeugenden Schutz (Beizung) des Saatgutes vor allem von Getreide-, Rüben- und Gemüsesamen vor pilzlichen Erkrankungen (Fungizide) und tierischen Schädlingen eingesetzte chemische Mittel.

Wirksam, aber ökotoxikologisch bedenklich sind die quecksilberorganischen Verbindungen (Quecksilber), wie z.B. Phenylquecksilberacetat. Saatgut, das mit S. behandelt wurde, darf nicht als Futter- oder Lebensmittel verwendet werden.
In die aquatische Umwelt trägt seit Anfang der siebziger Jahre die Verwendung von Tributylzinn-(TBT) Verbindungen als molluskizide Komponente im Pflanzenschutz und als Saatbeizmittel bei.
Siehe auch Stichwort: Saatgutbehandlung.

Autor: KATALYSE Institut

Zellskelett

Das so genannte Zellskelett (englisch cytoskeleton) ist ein dichtes kreuz und quer gespanntes Netzwerk aus vielen verschiedenen Protein-Polymeren und damit assoziierten Proteinen.

Letztere werden benötigt, um die Polymere zu steuern, denn z. B. müssen Vernetzung, Bündelung, Länge der Filamente, Transporte und die Spannung der Zelle gesteuert werden. Diese Strukturen sind ständigen Veränderungen unterworfen, d. h sie werden auf- und abgebaut, was sie anfällig für Eingriffe von außen macht. Das Zellskelett verleiht der Zelle Stabilität und Form und darüber hinaus hat es noch weitere Funktionen bei Bewegungen, intrazellulä
rem Transport von Nährstoffen und bei Zellteilung und -differenzierung. Man unterscheidet 3 zytoplasmatische und 2 membrangebundene Filamentsysteme. Die assoziiertenProteine arbeiten innerhalb der Systeme; sie stellen Bindungen zwischen den Filamenten her und regulieren Abläufe.

Filamente sind lange Proteinfasern (Polymere), die aufgrund verschiedener Durchmesser in drei Gruppen der eingeteilt werden: Mikro-, Intermediär- und Tubulin-Filamente (6–8, 10 und 25 nm). Zu den kleinsten gehört das Aktin, das eines der häufigsten Proteine in höheren Zellen darstellt. Aktine sind Bausteine der Mikrofilamente. Sie sind nötig für die mechanischen Eigenschaften der Zelle und ist beteiligt an der Zellteilung und -wanderung. In einigen Zellen haben Mikrofilamente statische (strukturgebende), in anderen dynamische Funktion (Muskelbewegung, Zellwanderung, Phagozytose, Verschmelzung von Ei- und Samenzelle). So genannte Motorproteine (Kinesin, Myosin, Tubulin) gleiten wie auf Schienen, die von anderen fädigen Strukturproteinen gebildet werden, durch die Zelle und transportieren Nähr- und Botenstoffe. Keratine sind Strukturproteine der Intermediär-Filamente und sind ein wichtiger Bestandteil des Zytoskeletts (Zytokeratin). Mikrotubuli als die größten Filamente sind kleine Röhrchen, die aus Polymeren von Tubulinmolekülen gebildet werden. Die Mikrotubuli sind bei Bewegung und Zellteilung von Bedeutung. Sie bilden den Spindelapparat, der bei der Zellteilung die Chromosomen auseinander zieht. Er wird bei jeder Zellteilung neu aufgebaut und am Ende wieder abgebaut. Wird die Bildung des Spindelapparates gestört, werden die Chromosomen nicht korrekt verteilt, was genetische Schäden bei den Nachkommenzellen bzw. den Individuen zur Folge hat.

Autor: KATALYSE Institut

Zellkulturen

Zellkulturen (primäre und sekundäre und Zelllinien) werden in der Wissenschaft eingesetzt, um grundlegende Prozesse in der Zelle zu erforschen, z. B. Stoffaustausch, Membranprozesse, Virusinfektionen oder Krebsentstehung.

Primäre Zellkulturen bestehen aus normalen Zellen eines Organs, die frisch für ein Experiment gewonnen werden. Dafür werden sie aufbereitet, z. B. von den Strukturen „befreit“, die den Zellverband eines Organs ausmachen. Es entsteht eine Zellkultur aus Einzelzellen, die begrenzt lebensfähig ist. Jede normale Zelle hat von Natur aus die Fähigkeit, sich etwa 50-mal zu teilen, dann stirbt sie ab. Wird eine Primärkultur weiterkultiviert, entsteht eine begrenzt lebensfähige Zelllinie. Dafür werden einige Zellen in frisches Nährmedium überführt (passagiert) und die Zellen vermehren sich bis zu einer bestimmten Zelldichte. Ist diese erreicht, teilen sich die erst wieder, wenn wieder einige Zellen in frisches Medium überführt werden. Die Lebensdauer ist dann erschöpft, wenn die Anzahl der natürlichen Teilungen erreicht ist.

Die unsterblichen Zelllinien können auf verschiedene Weise entstanden sein bzw. gezielt hergestellt werden. Grundsätzlich kann jede Zelle spontan „entarten“, d. h. sie verliert ihre natürliche Wachstumsbremse und wird zur Tumorzelle. Diesen Vorgang nennt man Transformation. Auslöser können Fehlregulationen in der Zellesein, Krebs erregende Chemikalien, Röntgen-, UV- oder Gamma-Strahlen sowie Infektionen mit Tumorviren. Diese Zellen können dann aus einem Tumor isoliert und im Labor in geeigneten Nährmedien weiterkultiviert werden (sekundäre Tumorzelllinie). Transformierte Zellen können aber auch im Labor künstlich erzeugt werden, durch die oben erwähnten Einwirkungen oder gentechnische Übertragung von Krebsgenen auf die Zellen. Eine weitere Möglichkeit, eine unsterbliche Zellkultur künstlich herzustellen, ist die Fusion aus einer Krebs- und einer normalen Zelle. Durch die Fusion von zwei Zellen bekommt die neue künstliche Zellart Eigenschaften von beiden Ausgangszellen: die Unsterblichkeit der Krebszelle und Funktionen der normalen Körperzelle.

Unsterbliche Zelllinien haben instabile Chromosomensätze. In einer Zellkultur können einfache und mehrfache Sätze vorkommen. Insofern sind diese Zellkulturen von ihren Eigenschaften her noch weiter von lebenden Organismen entfernt als Primärkulturen. Jede Zellart, ob unsterblich oder begrenzt lebensfähig, muss in einem spezifischen Nährmedium kultiviert werden, da die Ernährungsansprüche sehr verschieden sind. Ergebnisse aus Zellkulturexperimenten geben Aufschluss über grundlegende Zellprozesse.

Autor: KATALYSE Institut

Yusho-Krankheit

Vergiftung durch PCB und Furane (Dioxine und Furane). 1968 gelangte in Japan bei der Raffinade von Reisöl Kanechlor 400 (Handelsname für ein bestimmtes PCB-Gemisch) in das Öl und verursachte bei den Konsumenten Chlorakne, Abmagerung, Leber-, Milz- und Nierenschäden sowie Krebs.

Außerdem färbte sich die Haut dunkel, was besonders bei den Neugeborenen vergifteter Mütter auffiel, die als sog. Black Babies bekannt wurden. Analyse des Reisöls und Gewebeproben der Patienten lassen den Schluß zu, daß hauptsächlich die PCDF im PCB-Gemisch für die Effekte verantwortlich sind.

Siehe auch: Chloarakne

Autor: KATALYSE Institut

Weltgesundheitsorganisation

Weltgesundheitsorganisation: World Health Organisation (WHO).

Die 1948 gegründete Sondergorganisation der UN hat ihren Sitz in Genf, 191 Staaten gehören ihr als Mitglieder an. Die W. ist die leitende und koordinierende Behörde des internationalen Gesundheitswesens, zu deren Tätigkeitsbereichen u.a. die Verbesserung der Gesundheitsversorgung und die Bekämpfung von Epidemien und Seuchen gehören.

Artikel 1 der Statuten nennt die Schaffung eines Höchstmaßes an Gesundheit für alle Völker als Ziel, wobei Gesundheit nicht nur als Freisein von Krankheit und Gebrechlichkeit definiert wird, sondern als Zustand vollständigen körperlichen Wohlbefindens.

Während die W. z.B. bei der Seuchenbekämpfung und der Verringerung der Säuglingssterblichkeit in den Entwicklungsländern große Erfolge verbuchen kann, zeigen Bemühungen um denAbbau des Nord-Süd-Gefälles (bzw. innerhalb bestimmter Länder des Stadt-Land-Gefälles) bei der medizinischen Versorgung der Bevölkerung kaum Wirkung.
Wichtige Mitgliedstaaten üben zudem zur Durchsetzung eigener Wirtschaftlichkeitsinteressen Druck auf die Organisation aus, um eine effektive Informationspolitik zu verhindern.

Das betrifft z.B. Informationen über die Ausbreitung von Aids (Tourismus), über den Genuß von Zigaretten (Tabakrauch) und Alkohol (Ethanol, Konsumgüterindustrie) und von Medikamenten (Pharmaindustrie), den Einsatz von Pestiziden und Lebensmittelzusätzen (chemische und Nahrungsmittelindustrie).

Autor: KATALYSE Institut

Wassergefährdende Stoffe

Gemäß dem Wasserhaushaltsgesetz §19g werden wassergefährende Stoffe mittels Verwaltungsvorschrift näher bestimmt und entsprechend ihres Gefahrenpotentials für Mensch und Umwelt in Wassergefährdungsklassen eingestuft.

Ziel ist es, angemessene Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der Gewässer beim Umgang mit den Stoffen, z.B. Lagern, Umfüllen, Herstellen, Verwenden und Befördern, zu treffen.

In der Verwaltungsvorschrift erscheint im Katalog W., der vom Beirat beim Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit bzw. demUmweltbundesamt herausgegeben wird, eine umfassende Liste von Stoffen, die drei verschiedenen Wassergefährdungsklassen (WGK) zugeordnet sind:

  • WGK l: schwach wassergefährdend,
  • WGK 2: wassergefährdend und
  • WGK 3: stark wassergefährdend.

Die Einteilung wird durch eine Kommission, in der Bund, Länder und Industrievertreten sind, vorgenommen. Zur Bewertung der Stoffe werden Stoffeigenschaften wie akute Toxizität gegenüber Säugetier, Bakterien und Fischen, das Abbauverhalten, Daphnien- und -Algentoxizität herangezogen. Nicht für alle im Katalog enthaltenen Stoffe hat die Kommission eine Einstufung vorgenommen.

Ein großer Anteil der Einstufung in bestimmte WGK wurde von den Stoffproduzenten selbst vorgenommen. Eine Unsicherheit ergibt sich bei den WGKs, da sich die Einstufung nicht auf Stoffgemische bezieht, aus denen die meisten Erzeugnisse bestehen.

 

Autor: KATALYSE Institut

Vogelgrippe

Grippe können auch Vögel bekommen. Der Erreger ist das Influenza A-Virus. Alle Influenza-Viren vom Subtyp H5 und H7 können Vögel infizieren. Es erkranken allerdings nicht alle Vögel. Wildvögel sind weitestgehend immun gegen die Vogelgrippe.

Sie tragen das Virus allerdings im Körper und verbreiten es mit ihrem Kot. In einemTeich, in dem eine Wildente ihren Kot abgelassen hat, können die Influenzaviren noch eine Woche lang nachgewiesen werden. Kommt dann ein Huhn mit dem Erreger in Kontakt wird es schwer krank.

Tiermediziner sprechen von der Geflügelpest
Vogelgrippe ist ein umgangsprachlicher Begriff, der aber dieselbe Krankheit bezeichnet. Die Krankheit beruht auf einem Influenza A-Virus vom Subtyp H5N1. Menschen können normalerweise nur schwer durch Vogel-Influenza-Viren infiziert werden, dennoch gab es Todesfälle. Die große Gefahr besteht darin, dass sich genetisches Material von Vogel- und Menschenviren zu einem neuen für den Menschen hochinfektiösen und gefährlichen Virustyp verbinden könnte. Genau dies ist bei der "Spanischen Grippe" von 1918 mit weltweit Millionen von Todesopfern wahrscheinlich schon einmal geschehen. Inzwischen soll H5N1 in China auch bei Schweinen festgestellt worden sein. Schweine können sich gleichzeitig mit Menschen- und Vogelgrippeviren infizieren. Dass sich Menschen mit der Vogelgrippe infizieren können, ist seit 1997 bekannt.

Das Risiko einer weltweiten Influenzaepidemie (Pandemie) wird maßgeblich davon beeinflusst, wie weit ein Virus verbreitet ist. Insofern bedeutet jeder neue Ausbruch eine Erhöhung des Risikos. Mitte Oktober 2005 wurde offiziell bestätigt, dass bei Geflügel in der Türkei, in Rumänien sowie auch in Teilen Russlands der in Asien zirkulierende Virusstamm H5N1 nachgewiesen wurde. Auch für Griechenland und Kroatien wurde das Auftreten der Vogelgrippe bestätigt. Inzwischen ist das hochpathogene H5N1 auch nach Deutschland eingeschleppt.

Für die Bevölkerung in Deutschland ist derzeit ein großes Risiko kaum erkennbar, dies auch vor dem Hintergrund, dass andere Mikroorganismen, wie etwa Salmonellen allein in Deutschland jedes Jahr zu mehr Todesfällen führen als die Vogelgrippe in den letzten Jahren insgesamt weltweit.
Aufgrund der Diskussion um die Vogelgrippe lassen sich inzwischen viele Menschen gegen Grippe impfen als in den vergangenen Jahren. Dies obwohl die aktuelle Impfung nicht vor der Vogelgrippe schützt.

Erst 1996 entdeckte der US-Wissenschaftler Taubenberger den Erreger der Spanischen Grippe. Im Kriegsjahr 1918 war diese mit amerikanischen Soldaten nachEuropa gelangt, ein Jahr später hatte sie sich bereits weltweit verbreitet. Ein Fünftel der Weltbevölkerung war infiziert, über 40 Millionen Menschen starben. Das waren mehr als alle Opfer des zweiten Weltkriegs. Es handelte sich um das Virus H1N1, das auch Bestandteile eines Vogelvirus enthielt. Auch der Erreger der Asiatischen Grippe H2N2, die in den Jahren 1957/58 über 70.000 Menschen tötete, enthielt ein Vogelprotein.

1997 wurden allein in Hongkong 1,8 Millionen Hühner getötet. Dieses Mal machte das Virus auch vor Menschen nicht halt. Im Mai 1997 starb ein kleiner Junge an einer unbekannten Grippe. Experten aus den Niederlanden entdecken in seinem Blut das Vogelvirus H5N1 - dasselbe Virus, das in Hongkong die Vogelgrippe ausgelöst hatte. Bis November 1997 waren 18 Menschen infiziert, 6 von ihnen starben - die meisten von ihnen hatten engen Kontakt zu Vögeln.

1999 meldeten neun Provinzen in Norditalien den Ausbruch der Geflügelpest. Um die Seuche möglichst schnell in den Griff zu bekommen, wurden 13 Millionen Hühner not geschlachtet. Die Angst vor einer Übertragung des Virus auf Menschen beherrschte die Schlagzeilen. Diesmal ist der Erreger, das Virus H7N1, weniger aggressiv als zwei Jahre zuvor in Hongkong.

2003 wurde in den Niederlanden Vogelgrippe-Alarm ausgelöst. Die Behörden reagierten schnell: 20 Millionen Hühner wurden gekeult, das waren rund 90 Prozent des Bestandes. Auslöser war ein Virus, das bisher für Menschen ungefährlich war: H7N7. Vor dem Ausbruch der Seuche war er nur in einer Löffelente nachgewiesen worden. Dennoch erkrankten 89 Menschen daran – ein Tierarzt starb.

Thailand hat die viertgrößte Geflügelindustrie der Welt: 600.000 Menschen sind hier beschäftigt. Erst als Ende des Jahres die ersten Todesopfer zu beklagen sind, wird Alarm geschlagen und in ganz Südostasien werden über 33 Millionen Hühner und Enten notgeschlachtet. Jedes zweite Huhn dieser Erde lebt in Asien, insgesamt über 7 Milliarden. Es gehört damit für die Menschen unweigerlich zum Alltag und in jeden Haushalt. Die Krankheit, die sich in der Folgezeit in Südostasien weiter unter den Hühner ausbreitet, ist die Vogelgrippe. Ein Influenza A-Virus, der gleiche Typ wie bei der winterlichen Grippe in unseren Breitengraden.

Aufgrund des engen räumlichen Kontakts von Mensch und Tier, gelingt es einem Vogelvirus regelmäßig, in den Körper eines Menschen einzudringen. Für diesen stellt die Form der Vogel-Influenza normalerweise jedoch keine Gefahr dar. Die Oberfläche des Vogelvirus unterscheidet sich so stark von seiner menschlichen Variante, dass dieses keine Möglichkeit findet, sich in den humanen Zellen zu vermehren. Doch unter den zahllosen Hühnern in Asien verbreitet sich das Grippevirus rasant. Die von der Vogelgrippe befallenen Hühner bekommen Atembeschwerden, Durchfall und Fieber. Das aggressive Virus hat sich so verändert, dass ihm über 90 Prozent der infizierten Hühner zum Opfer fallen. Über ihren Kot gelangen wiederum riesige Mengen an Viren in die Umwelt.

Durch spontane Mutation können neue Varianten des Vogelvirus entstehen. Irgendwann ist vielleicht eine Virusvariante darunter, deren Oberflächenstruktur sich so verändert hat, dass sie sich auch im menschlichen Körper zurecht findet. Das Virus zwingt so seinen neuen Wirt, fortlaufend identische Kopien von sich zu produzieren. Das Immunsystem erkennt das für den menschlichen Körper völlig unbekannte Virus nicht und kann sich nicht wehren.

Die Wahrscheinlichkeit, dass solch eine Virusvariante entsteht, ist höher, je mehr Hühner von der Krankheit befallen sind. Nimmt man jedoch die absoluten Zahlen, sind die Erkrankungen im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung verschwindend gering. Zusätzlich stellt der einzelne Mensch eine Sackgasse für den Erreger dar. Es gibt für das Virus keine Möglichkeit, von Mensch zu Mensch überzuspringen. Für eine weitere Ansteckung gibt es in diesem Fall keine Chance.

H5N1 = Killervirus?
Forscher und Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnen jedoch vor einem möglichen Horrorszenario. Es besteht theoretisch die Möglichkeit, dass ein neues Super-Virus entstehen könnte. Trifft das Virus der Vogelgrippe (H5N1) auf ein menschliches Influenzavirus (H3N2), kann dies verheerende Folgen haben. Beide Viren können bei der Vermehrung in den menschlichen Zellen ihre Erbinformationen austauschen. Im schlimmsten Fall bildet sich dadurch ein völlig neuer Erreger, der die negativen Eigenschaften beider Krankheiten in sich vereint. Für den Menschen wäre das Virus so gefährlich wie die Vogelgrippe und so ansteckend wie seine menschliche Variante. Das menschliche Immunsystem wäre bis zur Bereitstellung eines geeigneten Impfstoffes gegen den Erreger machtlos. Eine weltweite Pandemie wäre die Folge. Bei allen theoretischen Möglichkeiten ist es glücklicherweise jedoch mehr als wahrscheinlich, dass dieses Horrorszenario nicht eintreten wird.

Die einzige Möglichkeit die Geflügelpest oder Vogelgrippe einzudämmen, besteht darin, die betroffenen Bestände zu schlachten. Da praktisch alle infizierten Tiere sowieso an der Krankheit sterben würden, ist das auch im Sinne des Tierschutzes, da durch das Keulen ein qualvoller Tod und weitere Ansteckungen verhindert werden können. Eine Impfung ist keine Alternative zum Keulen der Tiere. Der Impfstoff ist nämlich nicht effektiv genug. Er kann das Virus nicht abtöten. Geimpfte Tiere werden zwar nicht krank, tragen das Virus aber weiterhin in sich und können es auch an nicht geimpfte Tiere weitergeben.

Autor: KATALYSE Institut

Umweltmedizin

Die U. befasst sich mit den umweltbedingten Gesundheitsrisiken und Gesundheitsstörungen.

Wichtige Aspekte der U. sind die Krankheitsvorsorge im Rahmen des vorsorgenden Umweltschutzes, die Toxikologie, die Hygiene und die Epidemologie. Krankheit wird durch viele Faktoren ausgelöst – Umweltbedingungen als alleinige Ursache sind eher selten.

So kann die U. nicht als losgelöstes Fachgebiet verstanden werden, sondern arbeitet fächerübergreifend. Umweltambulanzen wurden in den letzten 10 Jahren in fast allen Regionen eingerichtet.

Als Standardwerk der U. empfehlen wir folgendes Werk, das unter der Mitwirkung zahlreicher KATALYSE-Autoren entstanden ist:

Böse-O`Reilly, Kammerer, Mersch-Sundermann, Wilhelm: Leitfaden Umweltmedizin; 2. Auflage, Verlag Urban & Fischer, München 2001, ISBN 3-437-41021-0

Autor: KATALYSE Institut

Umweltambulanzen

U. gibt es in Deutschland seit einigen Jahren. In U. werden Sprechstunden für Patienten angeboten, bei denen die behandelnden Ärzte eine Schadstoffbelastung als Ursache von Gesundheitsstörungen vermuten.

Die Konzeption der U. beinhaltet Aspekte der Vorsorge im Rahmen der medizinischen Umwelthygiene und das individuelle Patientenproblem im Sinne der klinischen Medizin.

In U. werden Informationen fachübergreifend aufgearbeitet, die für die medizinische Beratung Relevanz haben, d.h., es wird versucht, zwischen Schadstoffen und Erkrankungen einen kausalen Zusammenhang herzustellen. Im Einzelfall erfolgen notwendige Spezialuntersuchungen.

Siehe auch: Schadstoffbelastung, Ökotoxikologie

Autor: KATALYSE Institut

Tumor

Allgemeine Bedeutung: Schwellung. Kann verursacht sein durch Entzündung oder Gewebevermehrung in Folge überschießenden Wachstums von Gewebezellen.

Dieses Wachstum ist irreversibel und von körpereigenen Regulationsmechanismen unabhängig. Man unterscheidet gutartige (benigne) von bösartigen (malignen) T.. Gutartige T. wachsen langsam. Sie können eine beträchtliche Größe erreichen und durch Verdrängung Nachbarorgane schädigen. Mikroskopisch unterscheiden sich ihre Zellen kaum von normalem Gewebe.

Bösartige T. entwickeln sich meist sehr schnell, wachsen in Nachbarorgane ein, die sie dadurch zerstören, und sie bilden durch Absiedlung von einzelnen T.-Zellen Tochtergeschwülste (Metastasen) in entfernt liegenden Organen. Mikroskopisch sind ihre Zellen sehr unterschiedlich geformt und weisen kaum noch Ähnlichkeit mit ihren Ausgangsgeweben auf.

Bösartige und gutartige T. werden nach ihren Ausgangsgeweben eingeteilt. Die bekanntesten bösartigen T. sind die Karzinome, die sich aus Haut-, Schleimhaut- und Drüsengeweben bilden (Krebs, Hautkrebs), und die Sarkome, die sich aus Bindegewebs- und Knochenzellen bilden.

Autor: KATALYSE Institut

TRK-Wert

Technische Richtkonzentration; diejenige Konzentration eines Gefahrstoffs als Gas, Dampf oder Schwebstoff in der Luft, die als Anhaltspunkt für die zu treffenden Schutzmaßnahmen und die meßtechnische Überwachung am Arbeitsplatz heranzuziehen ist.

T. werden für krebserzeugende und erbgutverändernde Gefahrstoffe anstatt MAK-Werten aufgestellt. Die Einhaltung der T. am Arbeitsplatz soll das Gesundheitsrisiko vermindern. T. gibt es z.B. für so gefährliche Stoffe wie Asbest oder Benzol.

T. schließen Gesundheitsschäden der Beschäftigten wie Krebs oder Erbgutschäden nicht aus. Langfristig sind nicht nur Beschränkungen sondern Verwendungsverbote für krebserzeugende Stoffe anzustreben, um einen effektiven Gesundheitsschutz zu erreichen.

Lit.: Deutsche Forschungsgemeinschaft: MAK-Wert-Liste, Weinheim 1991

Siehe auch: Arbeitsplatz

Autor: KATALYSE Institut

Trinkwasser: Service – Verbraucherinformationen

Schadstoffe im Trinkwasser

  • Kupfer
  • Blei
  • Asbest
  • Nitrat
  • Pestizide
  • Schwer abbaubare synthetische Verbindungen
  • Trinkwasserfilter gegen Schadstoffe?
  • Was ist eigentlich Tafelwasser?
  • Sind Sodageräte bzw. Sprudler für Leitungswasser sinnvoll?

Kupfer im Trinkwasser

 
Blei im Trinkwasser
Durch den jahrzehntelangen Einsatz von Bleiverbindungen als Antiklopfmittel in Treibstoffen kam es durch die Verkehrsemissionen v.a. bei Kindern zu einer hohen Grundbelastung mit Blei. Eine weitere Erhöhung der Bleibelastung durch bleihaltiges Trinkwasser stellt eine zusätzliche Gefährdung der Gesundheit vor allem von Kindern dar.

Trinkwasser enthält im Durchschnitt wenig B.. B.-Wasserleitungen (Bleirohre)können zusammen mit weichem Wasser zu hohen B.-Konzentrationen führen. Bei hartemWasser kann sich eine Schicht aus basischem B.-Karbonat bilden, die B.-Ablösungen ins Trinkwasser behindert. Bleileitungen finden sich v.a. im Altbaubestand, der vor 1950 errichtet wurde. Im Stagnationswasser (längere Zeit in den Leitungen stehendes Wasser) aus diesen Bleileitungen kann in der Regel eine Überschreitung des Grenzwertes von 40 µg Blei/Liter Trinkwasser nachgewiesen werden.

Die Neufassung der EU-Trinkwasser-Richtlinie, die auch in deutsches Recht, also in die Trinkwasserverordnung umgesetzt werden muss, sieht eine Absenkung des Grenzwertes auf Trinkwasser ab 1. Dezember 2003 auf 25 µg/Liter und ab 1. Januar 2013 auf 10 µg/Liter vor. Da der Austausch von Bleileitungen und Armaturen in gesamten EU weit über 40 Milliarden DM kosten wird, wurde für die Einhaltung des neuen Blei-Grenzwertes eine Übergangszeit von 15 Jahren vorgesehen.

Rohrleitungen aus Asbest-Zement sind in den Netzen der deutschen Trinkwasserversorgungsunternehmen in einer Gesamtlänge von mehreren 10.000 Kilometern verbaut worden. Als problematisch anzusehen ist dieses, wenn in derartigen Asbestzementrohrleitungen (entgegen der Vorgaben derTrinkwasserverordnung) saures Wasser bzw. Wasser, dass nicht im pH-Gleichgewicht steht, transportiert wird. Dann besteht die Gefahr, dass sich Asbestfasern in großer Zahl aus dem Rohrleitungsmaterial herausgelöst werden.

Umfassende Untersuchungen zu gesundheitlichen Schäden durch die Aufnahme von Asbestfasern aus dem Trinkwasser liegen bislang nicht vor. Es besteht allerdings der Verdacht, dass die Asbestfasern die Darmwand durchdringen können. Wenn Kleidungsstücke und Bettwäsche usw. mit Wasser gewaschen wird, das Asbestfasern enthält, können die Wäschestücke Fasern aufnehmen und während der Trocknung an die Umgebungsluft abgeben, die dann eingeatmet werden können. Ob dies angesichts der Grundbelastung mit Asbestfasern in der Atemluft eine relevante Kontamination darstellt, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend bewertet.

Einige Wasserversorgungsunternehmen lassen ihre Asbestzementrohrleitungen mit lebensmittelrechtlich zugelassenen Epoxidharzen auskleiden, da der Austausch der aller Asbestleitungen aus wirtschaftlichen Gründen nicht realisierbar erscheint.

 
Nitrat im Trinkwasser
Im Zusammenhang mit der Nitratbelastung des Trinkwassers wird immer wieder die Gefahr der "Baby-Blausucht" (in der medizinischen Fachsprache als Methämoglobinämie bezeichnet) beschworen. Allerdings liegt aus den letzten 50 Jahren kein klinisch beschriebener Fall der "Baby-Blausucht" aus Deutschland vor, der auf nitratbelastetes Trinkwasser aus der öffentlichen Trinkwasserversorgung zurückgeführt werden konnte. Der Grenzwert für Nitrat in der Trinkwasser-Verordnung wurde vor zehn Jahren von 90 mg/l Nitrat auf 50 mg/l reduziert.

Die "Baby-Blausucht" war vor allem ein Problem von Einzel- und Selbstwasserversorgungen, wo es durch "hydraulische Kurzschlüsse" zwischen der Fäkaliengrube und dem Hausbrunnen zu Nitratbelastungen von mehreren 100 Milligramm Nitrat gekommen war. Wenn dieses hoch nitratbelastete Wasser auf dem Herd warmgehalten wurde, ergab sich durch die Verdunstung eine zusätzliche Aufkonzentration des Nitrats. Säuglingsbrei, der mit diesem Wasser zubereitet wurde, konnte dann zu einer Nitritvergiftung des Säuglings führen.

Neben dem Grenzwert von 50 mg/l gibt es in der EG-Trinkwasser-Richtlinie auch noch einen Richtwert von 25 mg/l. Dieser Richtwert basiert auf der Gefahr der Nitrosaminbildung. Die Nitrosamine mit ihrem kanzerogenen Potenzial entstehen via Nitrat aus Nitrit und sekundären Aminen und haben sich im Tierversuch als stark krebserregend erwiesen.
Im Hinblick auf die Gefahr der "Baby-Blausucht" und der Nitrosaminbildung ist zu berücksichtigen, dass viele Gemüse deutlich höhere Nitratkonzentrationen aufweisen als Trinkwasser. Im Winter findet man nicht selten Salate mit Nitratbelastungen von bis 2.000 mg/kg.

Pestizide im Trinkwasser
Auch im Hinblick auf die Diskussion um den Vorsorgegrenzwert für Pestizide von 0,1 µg/l ist zu beachten, dass die Pestizidaufnahme über Lebensmittel viel höher liegt.

Beispiel: Die Schimmelpilzbekämpfungsmittel Biphenyl (E 230), Orthophenylphenol(E 231) und Thiabendazol (E 233) gelangen beim Genuss von Südfrüchten (Zitronen, Orangen, Bananen) in Konzentrationen in den menschlichen Körper, die ein Vielfaches über den im Trinkwasser gelegentlich gemessenen Pestizidrückständen liegen. Mit den genannten Fungiziden werden die Schalen von Südfrüchten behandelt. Werden nach dem Schälen dieser Früchte nicht die Hände gewaschen, wird mit der kontaminierten Handfläche ein Teil derKonservierungsstoffe auf die verzehrte Frucht gebracht. Bei Bananen können so bis zu einem Viertel der aufgebrachten Fungizidmengen auf die geschälte Frucht gelangen.
Der Pestizidgrenzwert der EU-Trinkwasser-Richtlinie von 0,1 µg/Liter ist als Vorsorgegrenzwert zu betrachten. Geringfügige, punktuelle Grenzwertüberschreitungen können toleriert werden, sofern die Ausnahmegenehmigungen mit sinnvollen Sanierungsmaßnahmen im Einzugsgebiet der betroffenen Trinkwasserbrunnen verbunden werden.

Schwer abbaubare synthetische Verbindungen im Trinkwasser
Durch die Abwasserreinigung werden leicht abbaubare Schadstoffe mit gutemWirkungsgrad abgebaut - bezogen auf den "Biochemischen Sauerstoffbedarf in fünf Tagen" (BSB5) werden in der Regel mehr als 95 Prozent der leicht abbaubaren Substanzen im kommunalen Abwasser abgebaut. Schwer abbaubare Substanzen ("persistente" oder "refraktäre" Verbindungen synthetischer Herkunft) werden demgegenüber mit deutlich geringerem Wirkungsgrad "eliminiert". Problematisch sind diese Stoffe, wenn sie aufgrund ihrer lipophilen (fett-liebend) Eigenschaften ein hohes Bioakkumulationspotenzial (Anreicherung in Lebewesen und in der Umwelt) aufweisen. Beispiel für diese Stoffe sind z.B. die Moschus-Duftstoffe, die u.a. in Waschmitteln und Parfüms vorkommen können. In der Regel können diese apolaren Stoffe in der Trinkwasseraufbereitung allerdings gut an Aktivkohle adsorbiert werden. Besonders problematisch sind persistente Verbindungen dann, wenn sie aufgrund ihrer polaren Eigenschaften die Aufbereitungsstufen der Uferfiltratwerke zur Trinkwassergewinnung "durchbrechen", wie beispielsweise Sulfonverbindungen.

Trinkwasserfilter gegen Schadstoffe?
Trinkwasser hat zu Unrecht ein schlechtes Image. Das grassierende Misstrauen gegenüber dem Trinkwasser ist weitgehend unberechtigt. Denn gesundheitliche Gefahren durch Lebensmittel drohen zuletzt vomTrinkwasser. Die Schadstoffaufnahme über den Lebensmittel- und den Atemluftpfad liegt in der Regel um den Faktor 100 bis 1.000 höher als über das Trinkwasser.

Trotzdem versuchen viele Verbraucher, ihr Trinkwasser mit Haushaltswasserfiltern aller Art zu verbessern oder komplett durch Mineral- und Tafelwasser zu ersetzen. "Trinkwassernachbehandlungsgeräte" können allerdings bei unsachgemäßem Gebrauch zu einer Verkeimung (Belastung mit Mikroorganismen verursacht durchBakterien, Pilze, Protozoen, Viren o.ä.) des Trinkwassers führen. Angesichts der in der Regel guten Trinkwasserqualität ist der Einsatz von Wasserfiltern überflüssig; es sei denn, man ist Teetrinker und wünscht zur Entfaltung des vollen Aromas und Geschmacks weiches und weitgehend kalkfreies Wasser. Grundsätzlich ist Kalk nicht als Schadstoff zu betrachten, dies gilt auch für eine evtl. Braunfärbung des Trinkwassers, die in der regel auf eine Anreicherung mit Eisenoxiden zurück zu führen ist.
Bei einer ökologischen Betrachtung der Haushaltswasserfilter schlägt der Energie- und Ressourcenverbrauch bei Herstellung, Vertrieb, Gebrauch und Entsorgungbesonders negativ zu Buche.

Was ist eigentlich Tafelwasser?
Tafelwasser wird in der Werbung immer wieder als besonderes Wasser gepriesen. Es ist jedoch nichts anderes als Leitungswasser, das mit Kohlensäure versetzt und ziemlich teuer verkauft wird.

Sind Sodageräte bzw. Sprudler für Leitungswasser sinnvoll?
Fast überall hat das Trinkwasser eine gute Qualität und gehört zu den am besten überwachten Lebensmitteln überhaupt. Nur in einigen wenigen Fällen kann die Verwendung von

Mineralwasser gegenüber Leitungswasser Vorteile bringen, nämlich wenn

  • das Trinkwasser sehr nitratreich ist,
  • wenn das Trinkwasser z.B. durch alte Hausinstallationen (Bleirohre) belastet wird,
  • wenn das Wasser zur Zubereitung von Säuglingsnahrung verwendet wird (auf die Kennzeichnung für Säuglingsnahrung geeignet achten!)

Sodageräte und Sprudler weisen eine Reihe von Vorteilen auf:

  • Sie sparen sich das Schleppen von Flaschen und Kästen
  • Sodageräte und Sprudler rechnen sich schnell und sparen Ihnen v.a. im heißen Sommer so manchen Euro
  • Sie tun etwas für die Umwelt, da keine gefüllten und leere Mineralwasserflaschen mehr per LKW über die Autobahnen transportiert werden müssen und sie unterstützen die Nutzung des regionalen Produkts Trinkwasser
  • Die Trinkwasser -Grenzwerte sind in einigen Bereichen strenger als die von Mineralwasser

Autor: KATALYSE Institut

Toxizitäts-Äquivalent

Auch toxisches Äquivalent, das zur Vergiftung nötige Giftquantum pro kg Körpergewicht.

Siehe auch: Dioxine und Furane

Autor: KATALYSE Institut

Toxizität

Giftigkeit. Es wird zwischen akuter, subakuter und chronischer T. unterschieden.

Akute T. tritt nach kurz andauernder Einwirkung eines Stoffes auf (bei Menschen bis 3 Monate, bei Tieren 48 bzw. 96 h). Subakute T. nach mittlerer Einwirkungsdauer (Mensch: 3-6 Monate), chronische T. nach längerer Einwirkungsdauer (Mensch: ab 6 Monate). Z.B. bewirkt die akute T. des Zigarettenrauches einen Hustenanfall, die chronische T. ein Raucherbein (Tabakrauch).

Autor: KATALYSE Institut

Toxine

Meist wasserlösliche Giftstoffe, von Mikroorganismen, Pflanzen oder Tieren mit nach unterschiedlichen Inkubationszeiten auftretenden spezifischen Wirkungen.

Bei Bakterien unterscheidet man die eiweissartigen, von lebenden Bakterien abgesonderten Ektotoxine (zum Beispiel Diphterie-, Tetanus- Scharlach- und Typhytoxine) von den in der Zelle gebundenen Endotoxinen, die erst nach Auflösung der Bakterien frei werden (zum Beispiel Lipopolysyccharide der Salmonellen).

Bekannte pflanzliche T. sind zum Beispiel Atropin aus der Tollkirsche, Opium aus Schlafmohn oder Curare aus Strychnos-Arten.

Siehe auch: Mykotoxine

Autor: KATALYSE Institut