Rückhaltebecken

Nach der Brandkatastrophe bei der Firma Sandoz wurde der Ruf nach R. für Löschwasser bzw. verschmutztes Kühlwasser laut, um Gewässerverschmutzungen durch Brandbekämpfungen bzw. bei Störfällen zu verhindern.

Da viele Chemiebetriebe veraltete Kanalnetze haben, sind direkte oder indirekte Flußverschmutzungen trotz zwischengeschalteter Kläranlagen möglich. Um das zu verhindern, werden laut einem Bericht des Düsseldorfer Umweltministeriums bei den überprüften Chemieanlagen an den Kanaleinläufen lediglich Kanalabdeckmittel, wie z.B. mit Salzlösung gefüllte Plastiksäcke, bereitgehalten.

Es ist allerdings zu prüfen, ob das Kanalnetz überhaupt noch den Anforderungen genügt oder grundsätzlich in einen Schmutz- und einen Regenwasserkanal aufzutrennen ist, die dann jeweils mit R. ausgestattet werden. Allerdings sind dann immer noch nicht die Störfälle erfaßt, bei denen durch Leckagen Chemikalien in den Kühlwasserkreislauf gelangen, der bei nicht geschlossenen Kreisläufen direkt mit dem Flußwasser verbunden ist.

Selbst Löschwasserauffangbecken an allen Abflußrohren bieten keine vollständige Sicherheit. Ein Becken mit einer Speicherkapazität von 10.000 m3 ist bei einer Löschwassermenge von 25 m3/min in 7 Stunden vollgelaufen, wäre also bei Sandoz nicht ausreichend gewesen. Wirklichen Schutz vor Gewässerverschmutzungen bieten nur Produktionsstopps störfallträchtiger und wassergefährdender Chemikalien.

Autor: KATALYSE Institut

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