Antimon

A. ist chemisches Element der V. Hauptgruppe. Symbol Sb, Ordnungszahl 51, Schmelzpunkt 630 Grad C, Siedepunkt ca. 1.637 Grad C, Dichte 6,68 g/cm3, silberweißes glänzendes, sehr sprödes, leicht pulverisierbares Metall, MAK-Wert 0,05 mg/m3.

Antimon ist ein toxisches Spurenelement, das meist mit Schwefel und Arsen vorkommt. Wenn es in das Blut gelangt wirkt es sehr giftig. Über Magen und Darmwände wird Antimon und seine Verbindungen allerdings nicht gut aufgenommen. Bei oraler Aufnahme rufen sie starken Brechreiz hervor, so dass A.-Vergiftungen selten auftreten.

Die Toxizität von A. kann nur schwer beurteilt werden, da es fast immer mit anderen giftigen Metallen wir Blei und Arsen auftritt, deren Wirkung im Vordergrund steht. Antimontrioxid wirkte im Tierversuch eindeutig kanzerogen. Die kanzerogene Wirkung des Metalloxids ist dagegen umstritten. Antimon wirkt allerdings teratogen und mutagen.

Die tägliche A.-Gesamtaufnahme mit der Nahrung wird für Deutschland auf 23 µg/Tag geschätzt. A. ist nicht essentiell, kann aber in kleinen Dosen wachstumsfördernd wirken.

Die Trinkwaserverordnung sah bisher einen Grenzwert von 10 µg/Liter vor, der durch die Novellierung der Verordnung auf 3 µg/Liter abgesenkt wurde. Laut Weltgesundheitsorganisation wird die tägliche Gesamtaufnahme von A. mit 0,86 µg angegeben. Eine chronische Vergiftung zeigt sich u.a. durch orange bis gelbbraune Verfärbungen der Zähne, Brustschmerzen und Übelkeit. Spätfolgen sind Schäden an Leber und Milz.

A. kommt in der oberen Erdkruste selten vor. Die wichtigsten Mineralien sind Antimonit und Valentinit. Die Weltproduktion lag 1985 bei 70.000 t/a. Reinstes A. wird in der Halbleitertechnik benötigt und wird als Legierungszusatz zur Erhöhung der Härte von Blei, Zink und Kupfer eingesetzt.

Umweltbelastungen mit A. sind stark an menschliche Aktivitäten wie etwa den Betrieb einer Müllverbrennungsanlage geknüpft. A.-Emissionen werden hauptsächlich durch Verbrennung von Kohle (10.000 t/a weltweit) und natürlicher Erosion (5.000 t/a weltweit) verursacht. Tabak enthält rund 0,1 mg/kg im Trockengewicht, davon werden rund 20 Prozent durch den Zigarettenrauch inhaliert.

Autor: KATALYSE Institut

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