Sauerstoff

Chemisches Element der VI. Hauptgruppe, Symbol O, Ordnungszahl 8, Siedepunkt –182,97 °C, Schmelzpunkt –218,79 °C, bei Normalbedingungen farb- und geruchloses Gas, tritt normalerweise als O2-Molekül auf, kann aber auch kurzzeitig atomar oder als O3-Molekül ( Ozon) auftreten. Es ist das häufigste Element auf der Erde (Erdrinde 46,5 Gew-%, Gewässer 89 Gew-%, Luft 23 Gew-%).

S. löst sich in Wasser (je nach Druck und Temperatur bis zu 8,5 mg/l). Bei vielen biomechanischen Reaktionen spielt S. eine Rolle.
Durch Photosynthese wird S. von grünen Pflanzen gebildet und von Mensch und Tier durch Atmung und Stoffwechsel verbraucht.

Die natürliche S.-erzeugung wird zwischen ca. 9*1010 t/a und 50*1010 t/a angegeben. Die S.-bilanz von Wäldern ist ausgeglichen.
S.-überschuss aus pflanzlicher Produktion besteht nur ín dem Maße, in dem Biomasse z.B. als Baumaterial, Möbel oder Kohle- bzw. Erdöllagerstätte konserviert wird. S. wird also nicht durch Erhalt von Wäldern "produziert", sondern bestenfalls durch Aufforstung vorübergehend in höherem Maße gebunden.

Dies geschieht aktuell auf der nördlichen Halbkugel verursacht durch einen leichten Anstieg des CO2 Gehaltes der Luft. Dieser fördert den Pflanzenwuchs. Es handelt sich also um ein Fliessgleichgewicht - je mehr CO2 durch die Verbrennung freigesetzt wird - (wodurch der
S.-gehalt der Luft beeinflusst wird) desto besser wachsen Pflanzen, was wiederum zur Minderung des CO2 Anteils und Erhöhung des S.-Anteils führt, solange die Pflanze nicht "verbrennt" (verrotted).

Bei einem S.-gehalt der Atemluft unter 3% tritt beim Menschen Tod durch Ersticken ein, weniger als 7% bewirken Bewusstlosigkeit. Zu hohe S.-konzentrationen in der Atemluft können ebenfalls zu Schädigungen führen. Fast alle Elemente (ausser die meisten Edelgase) reagieren mit S. zum Teil sehr heftig. Wegen seiner grossen Reaktionsfreudigkeit kann er Schadstoffe abbauen oder als Bleichmittel eingesetzt werden (S.-bleiche). Hauptanwendungen sind: Atemgas in der Medizin, Luft- und Raumfahrt sowie für Taucher, Schweissgas, grosstechnische Prozesse Aufbereitung von Trink- und Abwasser.

(Stand 08.2022)

 

Autor: KATALYSE Institut

Hydrolyse

Allgemeine Bezeichnung für die Umsetzung einer chemischen Verbindung mit Wasser.

Verfahren zum Kunststoffrecycling. Mit Hilfe der H. lassen sich Kunststoffe wie z.B. Polyurethane aufspalten; nach Zerkleinerung und Erhitzen auf 300 Grad C werden die Kunststoffe unter Zugabe von Wasserdampf zerlegt. Das Verfahren ist allerdings für die meisten Kunststoffsorten (Polyolefine, PVC) ungeeignet. Gewonnene Substanzen sind derzeit nur für minderwertige Produkte einsetzbar.

Siehe auch: Wasser, Recycling

Autor: KATALYSE Institut

Nahwärme

siehe: Fernwärme, Blockheizkraftwerk, Sonnenkollektoren

Autor: KATALYSE Institut

Naturland

Naturland, Verein für naturgemäßen Landbau e.V., wurde 1982 mit Sitz in Gräfelfing bei München gegründet.

Die 1357 Mitgliedsbetreibe bewirtschaften in der BRD insgesamt 55.000 ha Anbaufläche. Die wichtigsten Zielsetzungen des Verbandes sind gezielte Bodenpflege, Aufbau einer fruchtbaren Humusschicht, artgerechte Tierhaltung mit Verfütterung betriebseigener Futtermittel und insbesondere die Förderung der Vermarktung der naturgemäß erzeugten Produkte. Daher arbeitet der Verband eng mit der Marktgenossenschaft der Naturland- Bauern zusammen.

Die Grundsätze/ Philosophie des Verbandes lässt sich folgendermaßen zusammenfassen:
Zehntausende von Hektar fruchtbaren Landes gehen durch die Folgen der landwirtschaftlichen Intensiv-bewirtschaftung verloren. Ökologischer Landbau nach den Naturland Richtlinien steuert dagegen. Angepasste Bodenbearbeitung, durchdachte vielseitige Fruchtfolgen und die Einheit aus Viehwirtschaft und Ackerbau reduzieren den Bodenabtrag. Durchwurzelung und intensives Bodenleben bewirken, dass Böden Wasser besser speichern. Der vollständige Verzicht auf Agrarchemie stoppt das Sterben der Böden, die Krume bleibt fruchtbar und lebendig.

Ökologischer Landbau bedeutet aktiven Klimaschutz durch Energieeinsparung, Aufforstung und vielen anderen Aktivitäten. Ökologische Begleitmaßnahmen fördern die
Artenvielfalt und sind in den Bewirtschaftungsrichtlinien verankert
Ökologischer Landbau erhält die Lebensgrundlagen der Natur - eine Investition in die Zukunft. Internationale Klimakonferenzen haben schon viele wichtige Beschlüsse gefasst.

Die Naturland Erzeuger setzen sie praktisch um. Es sind Bauern und Verarbeiter, die den Klimagipfel von Rio ernst nehmen und die Beschlüsse zum Schutz von Menschen und Klima auf ihre Art umsetzen. Sie arbeiten selbst ökologisch. Und sie helfen mit, den ökologischen Landbau weltweit zu verbreiten - die einzige Art der Landwirtschaft, die dauerhaft das Klima entlastet, Boden und Wasser schont und die Fruchtbarkeit fördert. Jetzt und für die Zukunft.

  • Naturland im Ausland - die Ziele
  • Verbreitung des anerkannt ökologischen Landbaus weltweit
  • Entwicklung konsequenter Richtlinien für Erzeugung und Verarbeitung ökologischer Produkte in allen Klimaregionen
  • Volles Mitspracherecht für Mitglieder im Ausland bei Naturland und damit bei der Entwicklung ihrer Richtlinien
  • Entwicklung von Qualitätssicherungssystemen mit Dokumentation
  • Aus- und Fortbildung der Mitglieder, Organisation von Trainingsprogrammen
  • Förderung der Forschung und der Entwicklung im ökologischen Landbau
  • Unterstützung von Aufbau und Entwicklung nationaler Kontrollstellen und Zertifizierungsorganisationen
  • Zertifizierung ökologischer Anbausysteme international
  • Förderung sozialer und fairer Bedingungen in Anbau und Handel

Die Mitliederzeitschrift „Naturland-Magazin“ erscheint vier mal Jährlich und ist für €10 pro Jahr zu abbonieren, ein Einzelexemplar ist für € 2,50 zu erhalten

Kontakt:
Naturland - Verband für naturgemäßen Landbau e.V.
Kleinhaderner Weg 1
82166 Gräfelfing
Tel.: 089 - 898 08 20
Fax: 089 - 89 80 82 90
Naturland@naturland.de
www.naturland.de

Autor: KATALYSE Institut

Nahrungskette

Beziehung zwischen Lebewesen nach dem Prinzip Fressen und Gefressenwerden (Räuber-Beute oder Parasit-Wirt).

Am Anfang der Nahrungskette stehen die Produzenten (insbesondere Pflanzen), die die zum Wachstum benötigte Energie aus dem Sonnenlicht mittels der Photosynthese gewinnen.

Die Konsumenten 1. Ordnung (Phytophagen= Pflanzenfresser) ernähren sich von den Produzenten und dienen wiederum zur Ernährung der Konsumenten höherer Ordnung (Zoophagen= Räuber (Fleischfresser) oder Parasiten). Beispiel: Pflanze, Schmetterlingsraupe, Raubinsekt, Insektenfresser, Greifvogel.

Geschlossen wird die Nahrungskette durch zersetzende Organismen (Destruenten oder Saprophagen= Bestandsabfallfresser), die die abgestorbenen Lebewesen erneut für die Pflanzen verwertbar machen (Detritus, Mikroorganismen).

Wird ein Glied der Nahrungskette beseitigt (z.B. durch Pestizideinsatz, Pestizide), so kann sich das vorhergehende Glied ungehemmt entwickeln, während die nachfolgenden Glieder durch Nahrungsmangel vermindert werden.

Bei der Verwertung der Nahrung geht ein großer Teil der im Nährorganismus gespeicherten Energie verloren. In jeder Stufe der Nahrungskette kann der Verlust bis zu 90% betragen. Deshalb kommt auf einen Konsumenten höherer Ordnung eine sehr große Anzahl von Produzenten. Ein solcher Energieverlust entsteht z.B. bei der Rinder- oder Schweinefütterung mit hochwertigem Importgetreide (Veredelungsprodukte). Das Aufwand-Nutzen-Verhältnis von Energieeinheiten beträgt z.B. bei Rindern 10:1, Milch 5:1, Schweinen 3:1. Stellt man die Mengenverhältnisse graphisch dar, erhält man eine Nahrungspyramide.

Von Bedeutung ist die Nahrungskette auch bei Schadstoffen in Lebensmitteln. Werden schwer abbaubare Schadstoffe von einem am Anfang der Nahrungskette stehenden Organismus aufgenommen (z.B. Pflanzen, Samen), so kann sich dieser Schadstoff im Verlauf der Nahrungskette immer stärker anreichern, so dass das Endglied, der sogenannte Top-Konsument, bereits für ihn toxische Mengen des Schadstoffs aufnimmt und chronisch oder tödlich dadurch geschädigt wird (z.B. die Abnahme der Eischalendicke durch DDT oder PCB im Fettgewebe von Graureihern).

Autor: KATALYSE Institut

Fracking

Unter Fracking (Hydraulic Fracturing) versteht man eine Tiefenbohrtechnik, bei der bei einer Bohrung durch Einpressen einer Flüssigkeit („Frack-Fluid“) Risse erzeugt und stabilisiert werden. Durch dieses Verfahren wird die Gas- und Flüssigkeitsdurchlässigkeit in der Gesteinsschicht erhöht, so dass z.B. ein wirtschaftlicher Abbau von Bodenschätzen (z. B. Erdgas und Erdöl) möglich ist.

Diese sogenannten unkonventionelle Erdgas-Lagerstätten werden in Kohleflözgas- (Coalbed Methane, CBM), Schiefergas- (Shale Gas) und Tight Gas-Lagerstätten eingeteilt. Schiefergas bietet von den unkonventionell förderbaren Erdgasvorkommen die größten Ressourcen und findet sich in Deutschland vor allem in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

Technik:
Gas, welches nicht durch die konventionellen Erdgasförderungen gefördert werden kann, befindet sich meist im sogenannten Muttergestein am Entstehungsort des Gases. Dort ist der Lagerstättendruck so gering, dass das Gas bei einer konventionellen Bohrung nicht frei herausströmen kann. Beim Fracking wird dieses Gas an die Erdoberfläche befördert.
Dabei wird Wasser mit beigemischten Chemikalien (Stützmittelflüssigkeit) in die mehrere hundert Meter tiefe Bohrung gedrückt. Die Verrohrung wird durch Zement abgedichtet.
Beim Fracking wird nach der Hauptbohrung, die erst vertikal und danach im Speichergestein horizontal verläuft, eine verdünnte Säure zur Säuberung des Bohrlochs eingeleitet. Danach folgt das Einpressen des Frack-Fluids mit hohem Druck. Dadurch wird das Gestein aufgebrochen (gefrackt). Nun wird die Stütz-Phase hinzugefügt. Das Stützmittel (meist Sand) verbleibt in den Rissen und stabilisiert diese. Ein Teil des Stützmittels bleibt häufig in der Bohrung zurück, so dass es mit Wasser in die Risse gespült werden muss. Danach wird dann das Frack-Fluid (sogenanntes Flowback) wieder zurückgepumpt, während der beigemischte Sand in den Rissen verbleibt, diese stützt und offen hält. Nun werden weitere Bohrungen durchgeführt, durch die dann das Gas nach oben fließt. Das Flowback (bestehend aus Frack-Fluid und Lagerstättenwasser) wird aufbereitet (Abtrennung von Kohlenwasserstoffen und Feststoffe, teilweise auch von Quecksilber und Schwefelwasserstoffen) und dann zumeist in Bohrlöchern verpresst oder wieder aufbereitet und wiederverwendet.

Der Unterschied zur konventionellen Erdgasförderung liegt somit in der Anzahl der Bohrungen und der sogenannten Stimulation (Einpressen von Fluiden in Bohrlochabschnitte).

Gefahren/Risiken
Fracking ist mit großen Umweltauswirkungen wie Lärm, Flächenverbrauch und –Versiegelung, Eingriffen in die Natur und Landschaften, Auswirkungen auf die Biodiversität stofflichen Emissionen, eine mögliche Kontamination der Böden und hohem Wasserverbrauch verbunden. Das beim Fracking benutzte Wasser ist zudem nach der Bohrung mit Chemikalien und Schadstoffen.

Ein großes Risiko ist die Gefährdung des Grundwassers. Das Grundwasserfließsystem ist komplex und lokal verschieden. Durch das Fracking könnte dieses Grundwasserfließsystem verändert werden (laut Meiners & Denneborg (2012) durch Horizontalbohrungen und/oder durch die beim Fracking entstehenden Risse).
Ein (Schad-)Stoffeintrag unmittelbar an der Erdoberfläche ist beim Transport/Lagerung der Frackfluiden (Auslaufen und Versickern von Schadstoffen) oder der Entsorgung des Flowbacks möglich (bei Unfällen, Störfällen oder durch unsachgemäßen Umgang). Dabei kann das Oberflächengrundwasser verschmutzt werden.
In den USA wurden Forschungen zur Verschmutzung des Oberflächenwassers durchgeführt. Dort wurde einerseits Oberflächenwasser in der Nähe von Bohrplätzen und Abwasser von Fracking-Bohrungen nach der Reinigung durch Kläranlagen untersucht. Die Chloridkonzentration war im Abwasser in vielen Fällen erhöht. Chlorid gilt als wassergefährdender Stoff. Gleichzeitig zeigte das Gutachten, dass die Konzentration von Schwebstoffen mit zunehmender Anzahl von Bohrplätzen im Wassergebiet ansteigt. Dies liegt daran, dass das Niederschlagswasser vom Bohrplatz ins Oberflächenwasser fließt. Eine zu hohe Konzentration an Schwebstoffen kann zusätzlich das Wasser belasten. (vgl. SCIENCE).

Auch die Luftbelastung spielt eine Rolle. Das im Flowback enthaltene Methan kann zwar separiert werden und z.B. dem Gasnetz zugeführt werden, doch es besteht auch die Möglichkeit, dass Methan durch undichte Zementierung oder Pipelines an die Oberfläche oder ins Grundwasser gelangt (entzündbares Wasser). Methan ist 25-mal so wirksam wie CO2 und trägt mit rund 20 % zum anthropogenen Treibhauseffekt bei.

Auch bei den Bohrungen können (Schad-)Stoffe (Frack-Fluide, Reaktionsprodukte, Gase) direkt beim Fracking oder auch einige Zeit nach der Bohrung in die Umgebung gelangen, durch z.B. ungenügende Abdichtung des Bohrlochs oder durch eine (korrosionsbedingte) defekte Zementierung/Casing. Zusätzlich ist es möglich, dass Frackfluide oder Gas durch Gesteinsschichten, Risse und/oder über einen Grundwasserleiter an die Erdoberfläche, ins Wasser oder die umliegenden Gesteinsschichten gelangen. Sowohl das Trinkwasser als auch das Oberflächenwasser und das Grundwasser könnten davon betroffen sein. Außerdem sind einige Bestandteile der Frackfluide als wassergefährdend, kanzerogen, mutagen und/oder reproduktionstoxisch eingestuft (vgl. Meiners & Denneborg: S. C10- C11). Laut Gutachten weisen die in Deutschland untersuchten bereits eingesetzten Frackfluide „hohe bzw. mittlere bis hohe human- und ökotoxikologische Gefährdungspotenziale“ (Meiners & Denneborg: C48) auf.

Bei der Methode des Frackings gibt es viele Wissensdefizite, z.B. bei der Langzeitsicherheit der Zementation. Außerdem gibt es keine ausreichenden Informationsquellen/-angaben zu den eingesetzten Chemikalien und ihren Wirkungen auf die Umwelt und den Menschen. Der Umgang mit dem Flowback, bestehend aus den Frack-Fluiden, Formationswasser (in Gesteinsporen gehaltenes Wasser) und Chemikalien, bietet weitere Unsicherheiten. Nur ein geringer Teil des injizierten Frack-Fluids gelangt mit dem Flowback wieder nach oben (Rosenwinkel et al. 2012, zit. nach Meiners & Denneborg: C51). Die Bestandteile des Flowbacks könnten sich im Boden chemisch transformieren bzw. abbauen und neue eventuell toxische Produkte herstellen. Doch auch hier gibt es große Wissenslücken.
Zusätzlich bereitet die Entsorgung des Flowbacks Schwierigkeiten. Das Verpressen des Flowbacks in den Untergrund ist bis jetzt mit nicht absehbaren Risiken verbunden (z.B. durch Undichtigkeiten könnte das belastete Wasser den Boden und Oberflächengewässer kontaminieren). Das Einleiten in Oberflächengewässer und in die Kanalisation wird kritisch gesehen und kann wegen der hohen Schadstoffkonzentration nur nach aufwendiger Aufbereitung erfolgen. Aus dem gleichen Grund kann das Flowback nicht für landwirtschaftliche Bewässerung verwendet werden. Auch eine Wiederverwertung für weitere Fracks, da die Frack-Fluide nur standortspezifisch eingesetzt werden können, oder eine Entsorgung über Verdunstung ist nicht möglich.

Durch die große Flächeninanspruchnahme bei der Erdgasgewinnung steht diese in Nutzungskonkurrenz zu Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Siedlungen, Natur und Erholungsgebieten (vgl. SRU 2013: S.33). Zudem kommt es durch den Flächenverbrauch, mögliche Schadstoffeinträge, Emissionen, Wasserentnahme, etc. zu Lebensraumverlusten und zu Biodiversitätsverlust.

Die genauen Gefahren/Risiken des Frackings sind durch das komplexe und regional stark variierende Gesteins- und Grundwassersystem bis heute nicht genau identifizierbar und müssten erst für jeden Bohrungsbereich und die umliegende Region analysiert werden. Doch auch Systemanalysen können nicht alle Gefahrenpotentiale ausschließen.

Clean-/Green-Fracking?
Eine Alternative zum Fracking mit umweltschädlichen Chemikalien soll das sogenannte Clean Fracking darstellen. Es gibt verschiedene Ansätze.
So z.B. die Entwicklung eines Frack-Fluids, das keine Umwelt- oder Wasserschäden verursacht. Dazu gibt es Versuche, in denen das 'Frack-Fluid' aus Wasser, Bauxit und Maisstärke besteht, so dass keine umweltschädlichen Chemikalien eingesetzt werden müssen. Das genutzte Wasser wird recycelt und für weitere Bohrungen benutzt (Nutzwasseraufbereitung). Die technische Machbarkeit und die Wirtschaftlichkeit dieser Methode werden allerdings in Frage gestellt.
Weitere Ansätze sind das Wasserstimulations-Konzept (es werden mithilfe hohen Wasserdrucks Risse erzeugt. Die Risse bleiben ohne Stützmitteleinsatz offen. Dies ist allerdings nur in bestimmten Gebieten möglich) oder die Nutzung von geliertem Flüssiggas (
LPG), welches hauptsächlich aus Propan (C3H8) besteht. Durch einen hohen Gasdruck werden Risse gebildet und Propan löst sich mit dem dort vorhandenen Erdgas. Diese Methode ist allerdings umstritten, da Propan zu den leicht entzündlichen Gasen zählt.

Auch beim Clean Fracking bleiben viele Risikopotenziale bestehen. Zwar werden die mit den Chemikalien verbundenen Gefährdungspotenziale verhindert, doch mögliche tiefgreifende Veränderungen des Grundwasserfließsystems sind trotzdem möglich (z.B. durch aufsteigendes oder entnommenes Formationswasser und durch entstehende Austragspfade für Formationswasser und Gase). Ob Clean Fracking eine Alternative zu dem konventionellen Fracking darstellen kann, wird aus Wirtschaftlichkeits-, Umwelt- und Machbarkeitsgründen angezweifelt.

Andere Einsatzgebiete des Frackings
Fracking wird nicht nur zur Erdgasförderung eingesetzt, sondern auch bei der Wassergewinnung, bei der In-situ-Messung von Gebirgsspannungen und bei der Geothermie.
Bei diesen Einsatzgebieten wird als Frack-Fluid nur Wasser verwendet, so dass keine direkte Gefährdung des Grund-/Oberflächenwassers besteht.
Die Gebiete/Regionen, in denen Fracking zur Gewinnung von Erdgas genutzt werden soll, liegen größtenteils in den gleichen Regionen wie die Geothermie-Nutzung und stehen somit in Konkurrenz zu dieser. In diesem Konfliktfeld wird gefordert, dass man die Geothermie, die zu den Erneuerbaren Energien gezählt wird, der Erdgasförderung vorgezogen wird.

USA:
In über 34 Staaten wird inzwischen Fracking zur Erdgasförderung angewendet. Seit Anfang der 2000er Jahre wird in den USA verstärkt Erdgas mittels Fracking gefördert, so dass die USA heute der größte Anwender von Frackingzur Erdgasförderung sind. Weltweit werden die größten Schiefergasvorkommen in den USA (25%) und China (20%) vermutet (Vgl. SRU:S.12). Der Fracking-Boom in den USA hat die Vereinigten Staaten importunabhängiger gemacht und den Erdgaspreis durch das Überangebot von Erdgas gesenkt. Das niedrige Preisniveau wird aber wohl laut Prognosen nicht dauerhaft sein (vgl. SRU S.13). Derweil werden Auswirkungen auf die Umwelt durch das Fracking immer deutlicher (vgl. Fox 2010 / SCIENCE 2013)

Deutschland:
In Deutschland wird das Vorkommen von förderbarem Schiefererdgas auf 0,7 bis 2,3 Bill m3 geschätzt (vgl. BGR 2012). Dies würde etwa für eine Erdgasversorgung von 8 bis 27 Jahre reichen (vgl. SRU 2013: S.12). Zudem wird die Menge des tatsächlich förderbaren Erdgases noch durch die Bohrungsverbote in und in der Nähe von Wasserschutzgebieten, Nationalparke und Naturschutzgebieten vermindert. Eine tatsächliche Potentialabschätzung der Schiefergasförderung ist bis heute nicht möglich.

Trotzdem fordern Energieunternehmen und einige Politiker, dass man auch in Deutschland Fracking zur Erdgasförderung anwenden sollte. Erdgas ist für die Energieversorgung in Deutschland in dem Maße interessant, da sie Deutschland unabhängiger von Erdgasimporten machen könnte. Zudem sind Erdgaskraftwerke flexibel einsetzbar (gut für die dezentrale Energieversorgung) und bei der Energieversorgung durch Erdgas wird weniger CO2 ausgestoßen als bei einer Energieversorgung durch Kohle (Erdgas hat von den Fossilien Energieträgern die beste CO2-Bilanz). Dies ist für Schiefergas allerdings noch nicht bestätigt bzw. umstritten und technologieabhängig (vgl. SRU 2013: S.36). Man bezeichnet Erdgas als Brückentechnologie zur Energieversorgung mit erneuerbaren Energien.
Zur Erprobung der Anwendung von Fracking in Deutschland wurden bisher über 300 bekannte Fracks durchgeführt (Vgl. Meiners & Denneborg: S. A72). Eindeutige Zahlen sind nicht bekannt. Potenzielle Gebiete, wo teilweise schon Frackings durchgeführt werden/wurden bzw. Erdgas in Zukunft gefördert werden könnte, sind Norddeutschland, Teile Bayerns und Baden-Württembergs. Trotz der großen Gefährdungspotentiale ist Fracking in Deutschland nicht verboten, obwohl viele deutsche Bundesländer sich für ein Verbot aussprechen, verpasste die deutsche Bundesregierung 2013 die Chance durch eine Gesetzesänderung zu ein Moratorium zu veranlassen, bis die Risiken der Bohrungen genauer bekannt sind. Auch die geforderten strengeren Auflagen für Bohrungen - verbunden mit einer Umweltverträglichkeitsprüfung – wurden nicht verabschiedet. Momentan ist es noch möglich, dass Erkundungsbohrungen und Frackingbohrungen auch ohne Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden (geregelt nach dem überholungsbedürftigen Bergrecht). In Frankreich ist Fracking seit 2011 verboten.

Im Mai 2013 kündigte EU-Energiekommissar Günther Oettinger an, dass er auf EU-Ebene eine Regelung für das Fracking anstrebe. Dabei fordert Oettinger eine Risiko-Chancen-Abwägung und somit auch, dass man Probebohrungen in Deutschland durchführe, um Erfahrungen und Informationen über die Umweltauswirkungen und Kosten zu erhalten. Oettinger meint, dass Deutschland das Potenzial der Erdgasförderung nicht ignorieren solle. Umweltorganisationen dagegen kritisieren nicht nur die unabsehbaren und nur schwer einschätzbaren Risiken, sondern das die Konzentration auf Fracking auch eine Konkurrenz zu den Erneuerbaren Energien und einen Rückschritt für den Ausbau der Energiewende bedeuten würde. Auch Klimaschutz und Effizienzmaßnahmen könnten durch sinkende Preise für fossile Energieträger (u.a. Kohle) gebremst werden (hervorgerufen durch die Schiefergasförderung). Da in Deutschland nur geringe förderbare Erdgasvorkommen vorhanden und die Förderkosten höher als in Amerika sind, wird zudem der Einfluss der Schiefergasproduktion auf die Erdgaspreise oder eine Versorgungssicherheit angezweifelt. Der SRU (2013) ist der Auffassung, dass die Gewinnung von Schiefergas aus energiepolitischen Grünen nicht förderungswürdig ist (leistet keinen Beitrag zur Energiewende). Außerdem ist es zu kurz gedacht, wenn man auf geringere Energiepreise und eine Stärkung der Wirtschaft durch Fracking hofft. Wenn man die Zerstörung der Natur und die Umweltschäden in die Bilanz des Frackings mit einrechnen würde, lägen die Kosten für Fracking (auch für nachfolgende Generationen) um ein Vielfaches höher. Auch wenn Fracking nach ausreichender Forschung (z.B. analysieren der Standorte, Schließung der gravierenden Wissenslücken) eingesetzt werden kann, sollte und wird wahrscheinlich auch die Energiewende soweit fortgeschritten sein, dass Deutschland für seine Energieversorgung die Brückentechnologie und das gewonnene Erdgas kaum noch benötigen wird (Prognosen besagen, dass der Erdgasbedarf Deutschlands sich stark verringern wird; vgl. SRU 2013). Die Erdgasförderung durch Fracking ist somit nicht nachhaltig, da der potentielle Nutzen nicht die Risiken aufwiegt.

Siehe auch: Erdgas.

 

 

Autor: KATALYSE Institut

Demeter

Demeter ist das Markenzeichen für Produkte aus biologisch-dynamischer Wirtschaftsweise.

Angeregt durch Rudolf Steiners "Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft" und anknüpfend an Goethes Methode der Naturerkenntnis betrachten Demeter-Bauern ihren Hof als lebendigen, einzigartigen Organismus. Sie haben nicht allein die konkreten materiellen Substanzen, die physischen Kräfte der Natur, im Blick, sondern auch die gestaltenden Kräfte des Kosmos.

Sensible Naturbeobachtungen schulen und beeinflussen die tägliche Arbeit. Im Bemühen um einen ganzheitlichen Ansatz und ein spirituelles Verständnis entwickeln die Demeter-Bauern auch eigene Strategien, mit Ressourcen umzugehen. Deshalb gibt es hier viele Vorreiter in Sachen alternative Energien und nachwachsende Rohstoffe.

Verantwortung für die Gesundheit von Mensch und Erde erfordert mehr als das Weglassen von Chemie, mehr als Kompostwirtschaft und Gründüngung - sie braucht die aktive Unterstützung und Gestaltung der Lebensprozesse 1924 hielt Steiner einige Vorträge. Der "Versuchsring anthroposophischer Landwirte" erprobt umgehend die Angaben Steiners in der landwirtschaftlichen Praxis.

Die "Verwertungsgenossenschaft für Produkte der Biologisch-Dynamischen Wirtschaftsmethode" wird drei Jahre später gegründet. 1928 wurde das Demeter- Warenzeichen eingeführt. 1950 erschien die erste "Lebendige Erde", die Zeitschrift des Forschungsrings. Das "Institut für biologisch-dynamische Forschung" wird in Darmstadt gegründet woraus sich 1954 der; Demeter-Bund, konstituierte. Demeter International e.V. wurde 1997 als Zusammenschluss aller 19 Demeter- Organisationen gegründet, wodurch Demeter auf jedem Kontinent vertreten ist.

1999 richtet sich Demeter (der Verband wurde nach der griechischen Göttin der Fruchtbarkeit benannt) auf den globalisierten Handel ein und die Verarbeitungsrichtlinien gelten weltweit, das Erscheinungsbild und das Markenzeichen werden überarbeitet. Mehr als 3500 Demeter- Produkte sind mittlerweile im Sortiment, 1350 Mitgliedsbetriebe sind in Deutschland tätig, die insgesamt 50,000 ha Anbaufläche bewirtschaften.

Kontakt:
Demeter-Bund e. V.
Brandschneise 1
64295 Darmstadt
Tel: 06155 - 84 69-0
Fax: 06155 - 84 69-11
E-Mail: info@demeter.de
www.demeter.de

Autor: KATALYSE Institut

Bodenversalzung

Der Prozeß der Bodenversalzung läßt sich gliedern in eine unter natürlichen Bedingungen ablaufende Versalzung und in eine künstliche Versalzung, die durch Bewässerung (Melioration) hervorgerufen wird.

Nach den Quellen der Versalzung ist nach Salzzufuhr aus Grundwasser, Niederschlag, Düngung oder winterlichen Streumaßnahmen zu unterscheiden.

1.) Natürliche Versalzung kommt in unserem Klimabereich (humid) nur im Einflußbereich des Meeres vor (Marschböden). Im trocken-heißen Klima (arid) versalzen dagegen auch Böden im Binnenland, da mit dem Verdunstungssog gelöste Salze nach oben steigen und sich an der Bodenoberfläche als Salzkruste ansammeln. Zu starker Bodenversalzung kann es bei Böden mit Grundwasseranschluß kommen.

2.) Eine künstliche Versalzung findet in den Böden humider Klimate einmal bei der Abwasserverrieselung (Natriumreich) und zum anderen am Straßenrand bei starkem Streusalzeinsatz (Streumittel) statt. Im ariden Klima erfolgt die künstliche Versalzung von Böden bei unsachgemäßer Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen.

Durch Bodenversalzung infolge Bewässerung sind weite Gebiete z.B. in Indien, im Irak, in Ägypten, in der Sowjetunion, in den USA usw. völlig unproduktiv geworden (Indus-Wasser mit nur 0,03% an löslichen Salzen hinterläßt z.B. bei einer Bewässerung von 300 mm jährlich 900 kg Salze je ha).
Der Salzgehalt von Böden kann über die Bestimmung der elektrischen Leitfähigkeit ermittelt werden.

Siehe auch: Bewässerung, Melioration.

Autor: KATALYSE Institut

Erneuerbare Energien Gesetz (EEG)

Dieses Gesetz trat an die Stelle des früheren Stromeinspeisegesetzes und gilt unter Experten als das weltweit mit Abstand fortschrittlichste staatliche Programm zur Markteinführung erneuerbarer Energien.

Seit April 2000 fördert die Bundesregierung den Ausbau und die Entwicklung der erneuerbaren Energien durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EGG). Durch das
EEG sollte eine CO2-neutrale Energieerzeugung gewährleistet und die Abhängigkeit von Rohstoff-Importen verringert werden.

Die Ziele des EEGs sind u.a. einen marktwirtschaftlichen Ausgleich zu schaffen und durch eine Planungs- und Investitionssicherheit Anreize für den Ausbau der erneuerbaren Energien zu liefern, da die erneuerbaren Energien ohne Förderung gegenüber konventioneller Energieerzeugung noch nicht wirtschaftlich sind.

Dies liegt an mehreren Gründen:

  • Fossile Energien werden bis heute subventioniert. Die geschätzten Energiesubventionen laut IEA von fossilen Energieträgern beliefen sich weltweit 2010 auf 409 Mrd. Us-D für fossile und 66 Mrd-UsD für erneuerbare Energien. (vgl. Belschner &  Westphal 2012; IEA 2011)
  • Die Kosten durch Umweltverschmutzung, hervorgerufen durch konventionelle Energien, werden nicht berücksichtigt.
  • Entwicklungsbedarf bei Wirkungsgrad und Speicherung der erneuerbaren Energien

Die wichtigsten Bausteine des EEGs:

  • Feste Vergütung (über einen Zeitraum von 20 Jahren) für eingespeisten Strom aus erneuerbaren Energien an private und gewerbliche Stromerzeuger. Dieser Vergütungssatz ist abhängig von Technologie, Standort und Jahr. Jährlich sinkt die Vergütung um einen bestimmten Prozentsatz, so dass sich eine frühe Inbetriebnahme von erneuerbaren Energien auszahlt (Vergütungsregelung).
    Die einzelnen Vergütungssätze (
    EEG-Novelle 2012) kann man hier nachlesen.
  • Die Erneuerbaren-Energien-Anlagen werden sofort ans Stromnetz angeschlossen und die Abnahme des Stroms ist garantiert (Abnahmeregelung).

Dies wird vor allem durch die
EEG-Umlage finanziert. Die Berechnung der
EEG-Umlage ist (seit 2010) wie folgt geregelt: „Die erwartete Differenz zwischen den Verkaufserlösen an der Strombörse und den Kosten für die Vergütungszahlungen an die
EEG-Anlagenbetreiber sowie der Vermarktung des EEG-Stroms werden über die EEG-Umlage anteilig auf den gesamten EEG-pflichtigen Stromnetzverbrauch umgelegt. Mögliche Über- beziehungsweise Unterdeckungen des EEG-Kontos aufgrund einer von der Prognose abweichenden Marktentwicklung sind dann im jeweiligen Folgejahr auszugleichen.“ (BMU 2012, S. 42).

Gesetzesnovellen in den letzten Jahren sollten die Förderung den wirtschaftlichen Gegebenheiten anpassen. So hat der Gesetzgeber zum 1.1.2004 ein Photovoltaik - Vorschaltgesetz zum
EEG verabschiedet. Es regelt die Vergütung für Solarstrom aus Erneuerbaren-Energien-Anlagen. Seit 2009 wird die Vergütung an den Solaranlagenausbaus abhängig gemacht. Dabei gilt, dass die Vergütung sinkt, je mehr Anlagen ans Stromnetz gehen.
Durch die Energiewende angeregt ist seit Anfang 2012 die „Novelle des erneuerbaren-Energien-Gesetzes“ in Kraft getreten, die u.a. eine „Flexibilitätsprämie und eine optionale Marktprämie beinhaltet, die einen bedarfs- und marktorientierten Betrieb der Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien anreizen soll“ (BMU 2012, S. 9). Doch die Novelle wird als „Ergebnis heftiger Lobby-Kämpfe“ (Werner Eckert 2012) kritisiert. Zum Beispiel wird die höhere Vergütung der Offshore-Anlagen (Windenergie im Meer) negativ bewertet, da diese größtenteils nur von großen Energiekonzernen finanziert und gebaut werden können und die hohe Vergütung die
EEG-Umlage vermutlich weiter steigen lassen wird. Dagegen sind z.B. die Vergütungen der Onshore-Anlagen (Windenergie an Land) geringer.
Auch in Zukunft wird das
EEG Erneuerungen und Veränderungen erfahren.

Kritik:

Häufig werden das EEG und der Ausbau der Erneuerbaren Energien für die Strompreissteigerungen verantwortlich gemacht. Doch gerade die erneuerbaren Energien sind in den letzten Jahren für eher sinkende Großhandelspreise an der Leipziger Strom-Börse verantwortlich (aber auch das Überangebot an kohlebasierter Grundlast und der niedrige CO2-Preis sind dafür mitverantwortlich). Diese sinkenden Preise führen aber dazu, dass die EEG-Umlage steigt (Differenz zwischen dem an der Börse erzieltem Erlös und der garantierten Einspeisevergütung wird größer). Von den niedrigen Börsenstrompreisen profitieren in erster Linie die Stromeinkäufer und Großabnehmer, die den Strom direkt an der Börse kaufen. Da aber gerade energieintensive Unternehmen von den Netzentgelten und der EEG-Umlage befreit sind, muss der private Stromverbraucher überproportional die Last der wegen der geringeren Börsenpreise steigenden EEG-Umlage tragen (die EEG-Umlage beträgt für das Jahr 2013 5,277 ct/kWh. 2004 betrug die Umlage nur 0,35 ct/kWh, 2010 2,047 ct/kWh und 2012 3,592 ct/kWh).

Energieintensive Unternehmen profitieren somit doppelt, da sie preiswerten Strom einkaufen können und gleichzeitig von der
EEG-Umlage und Netzentgelten befreit werden, während die BürgerInnen einerseits eine höhere
EEG-Umlage bezahlen und die eigentlich niedrigeren Stromeinkaufspreise nicht ausreichend an sie weitergereicht werden, oder anders formuliert: der Kleinverbraucher subventioniert die Strom-Großverbraucher.

Die Strompreissteigerung der letzten Jahre muss aber auch den gestiegenen Brennstoffpreisen der fossilen Energieträger (z.B. bei Öl und Gas) und politischen Beschlüssen angelastet werden. So hat die schwarz-gelbe Bundesregierung die Umlage indirekt durch folgende Beschlüsse erhöht: Zu einem werden nun Unternehmen schon ab einem Verbrauch von 1 Gigawattstunde/Jahr (anstatt 10 Gigawattstunden) als energieintensive Unternehmen von der Umlage befreit und zum anderen hätten schon in den letzten Jahren die Umlagen erhöht werden müssen. Die
EEG-Umlage war für die Jahre 2010 - 2012 zu niedrig kalkuliert. Doch die Kanzlerin hatte im Wahlkampf 2009 eine stabile Umlage versprochen. Diese Unterdeckung muss nun durch eine besonders starke Erhöhung der Umlage ausgeglichen werden. Da die Preisgarantien jährlich sinken (siehe Vergütungsregelung) sagen Prognosen allerdings voraus, dass die Umlage nur bis etwa 2020 weiter ansteigt.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass (unflexible) Grundlastwerke (z.B. Atomkraftwerke) das schwankende Stromangebot der Erneuerbaren Energien nicht ausgleichen können, so dass die Erneuerbaren-Energien-Anlagen (z.B. Windkraft) gerade dann teilweise vom Netz genommen werden müssen, wenn besonders viel erneuerbare Energie erzeugt werden könnte (ein Überangebot an eingespeister Energie würde zu einem instabilen Stromnetz führen). Im
EEG ist allerdings eine Entschädigungszahlungen an die Betreiber dieser Anlagen für die so entstehenden Verluste geregelt und diese Kosten fließen auch in die
EEG-Umlage mit ein. Dies bedeutet, dass der Verbraucher teilweise durch die
EEG-Umlage Atomstrom finanziert. Auch über die Steuern bezahlen die BürgerInnen die Atomsubventionen der Bundesregierung (in Höhe von 127 Mrd. Euro oder 2,6 ct/kWh) (vgl. Wurzbacher 2013).

Ein weiterer Kritikpunkt am
EEG ist, dass trotz der Förderung der Solarenergie deutsche Solaranlagen-Hersteller nicht profitieren konnten. Das
EEG unterstützt nur die Betreiber der erneuerbaren-Energien-Anlagen, die wiederum die Hardware vor allem von billigeren chinesischen Solar-Herstellern beziehen.

Bei der
EEG Förderung steht unter anderem die Förderung von Bioenergie und Biogasanlagen in der Kritik. Durch diese Förderung ist es für Landwirte profitabler geworden z.B.
Mais für die energetische Biomassennutzung auf ihren Anbauflächen anzubauen, anstatt Nahrungsmittel oder Tierfutter zu produzieren.  Daher muss
Mais für Tierfutter inzwischen importiert werden, z.B. aus den Tropen, wo der Regenwald für diesen Anbau abgeholzt wird, oder aus Ländern mit geringeren Umweltstandards als in Deutschland. So sorgte Anfang 2013 der Import von mit Schimmelpilzen belasteten
Mais aus Serbien, der hier zu Tierfutter weiterverarbeitet wurde, für Aufsehen, während die Bauern vor Ort
Mais zur Energiegewinnung anbauten. Die hohen Pachtpreise, die durch den wachsenden Wettbewerb um Ackerflächen entstehen, sorgen für einen teuren, sich für die Bauern nicht mehr lohnenden Getreide-Anbau. Des Weiteren gefährden die vielen
Mais-Monokulturen die Biodiversität und sind auch für steigende Lebensmittelpreise mitverantwortlich. Umweltschutzorganisationen fordern daher eine Änderung in der Biogasförderung, so soll z.B. die Biogaserzeugung vor allem aus Reststoffen (Gülle, Schnittgut) gewonnen werden und ein Biomassen-Anbau für die energetische Nutzung soll auf Mischkulturen beruhen. In der
EEG Novelle 2012 wurde teilweise schon auf diese Forderungen eingegangen. Es gibt nun zwei Rohstoffvergütungsklassen (nachwachsenden Rohstoffe sowie ökologisch vorteilhafte Einsatzstoffe (z.B. Gülle oder Landschaftspflegematerial)). Weiterhin wurden bei der Grundvergütung eine Wärmenutzungverpflichtung eingeschlossen und die Begrenzung des Einsatzes von
Mais und Getreidekorn geregelt. Inwieweit diese Regelungen die Probleme der Bioenergie lösen, bleibt abzuwarten.

Das
EEG ist in vielen Punkten inkonsequent und ineffektiv. So müssen z.B. Sonderregelungen für die Wirtschaft, durch die nicht der Wirtschaftsstandort Deutschland erhalten wird, sondern die Unternehmen auf Kosten der privaten Stromkunden profitieren, abgeschafft werden. Trotzdem ist das
EEG ist für die benötigte Energiewende unerlässlich. Deshalb muss das
EEG verbessert und gestärkt werden.

Trotz der Kritikpunkt weist das
EEG auch einige wichtige Erfolge auf:

  • Steigender Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch (setzt sich aus den Energieprodukten, die in Industrie, Verkehr, Haushalten, im Dienstleistungssektor, in der Landwirtschaft sowie in der Energiewirtschaft benötigt werden, zusammen). Im Jahr 2011 betrug der Anteil 11,3%.
  • Durch
    EEG geförderte Erneuerbare-Energien-Anlagen eingesparte CO2 Emissionen betrugen im Jahr 2008 53 Millionen Tonnen (Vgl. BMU 2009)
  • Technologieentwicklung in Deutschland (z.B. höherer Wirkungsgrad der Erneuerbaren-Energein-Anlagen und deutsche Windenergiehersteller mit weltweit leistungsstärksten Windenergieanlagen)
  • Förderung eines wichtigen Wirtschaftsfaktors in Deutschland (über 382.000 Arbeitsplätze in der Branche der erneuerbaren Energien) (vgl. BMU 2012)
  • Vermeidung von Umweltschäden
  • Vermeidung von Energieimporten

siehe auch: Bioenergie, Regenerative Energiequellen, dezentrale Energieversorgung, Photovoltaik, Windenergie, Strom, Kraft-Wärme-Kopplung, Geothermische Energie

Lit.

  • Aachener Stiftung Kathy Beys (2012): Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). [Stand: 23.10.2012].
  • Belschner, Tobias und Westphal, Kirsten (2012): Weltweite Energiesubventionen auf dem Prüfstand. - In: ENERGIEWIRTSCHAFTLICHE TAGESFRAGEN, 62. Jg. , Heft 3, S. 51-58. [Stand: 23.10.2012]
  • BMU (2009): BMU-Stellungnahme zur erneuten RWI-Kritik am EEG: Altbekannt und längst widerlegt. [Stand: 31.01.2012]
  • BMU (2012): Erneuerbare Energien in Zahlen – Nationale und Internationale Entwicklung. S.42-43. [Stand: 31.01.2013]
  • Bundesverband WindEnergie e.V. (2012): Vergütung der Windenergie an Land. [Stand: 31.01.2013]
  • IEA (2011): IEA analysis of fossil-fuel subsidies. [Stand: 23.10.2012]
  • IWR (2013): Strompreise für Verbraucher steigen - Börsen-Strompreise sinken auf Rekordtiefs. [Stand: 18.03.2013].
  • Eckert, Werner (2012): Argumente werden oft ausgeblendet. [Stand: 23.10.2012]
  • Übertragungsnetzbetreiber (2012): EEG-Umlage 2013. [Stand:30.10.2012]
  • Wurzbacher, Karin (2012): EEG-Umlage: Preistreiber oder Zukunftsinvestition?. [Stand: 18.03.2013]

Autor: KATALYSE Institut

Bakterien

Große Gruppe einzelliger, haploider (einfacher Chromosomensatz, Chromosomen) Organismen, oftmals mit Plasmiden, aber ohne echten Zellkern.

Nach ihrer äußeren Gestalt werden Bakterien in Kokken (Kugeln), Stäbchen und gekrümmte Stäbchen eingeteilt. Die Größe von Bakterien liegt in einem Bereich von 0,2-5 Mikrometer. Sie vermehren sich durch Zellteilung und haben unter optimalen Bedingungen eine Generationszeit von etwa 20 min (E.coli). Bakterien existieren fast überall, sowohl in arktischen Gebieten wie auch heißen Schwefelquellen und in hohen Luftschichten. Unter ungünstigen Lebensbedingungen können einige Arten Dauerformen ausbilden, die sogenannten Sporen.

Bakterien sind für die Stoffkreisläufe in der Natur und den Stoffwechsel vieler Organismen unentbehrlich wie z.B. Luftstickstoff-bindende Knöllchenbakterien der Hülsenfrüchte oder die Darmbakterien des Menschen (E.coli). Einige Bakterien-Arten verursachen schwere Infektionen wie z.B. Tuberkulose, Typhus, Syphilis oder Lebensmittelvergiftungen.

Die Mehrzahl lebt heterotroph (nicht selbständig) und ernähren sich:
Saprophyten spalten die organischen Stoffe von toten Tieren und abgestorbenen Pflanzen. Im Fäulnisprozess zersetzen sich die Eiweißstoffen unter Luftabschluss oder im Verwesungsprozess unter Sauerstoffverbrauch oder im Gärungsprozess unter Energiegewinnung durch Spaltung energiereicher Stoffe.
Parasiten sind Krankheitserreger und zerstören Gewebe und vergiften den Organismus des Wirtes mit ihren Stoffwechselprodukten.
Symbionten leben z.B. im Darm von Pflanzenfressern und zerlegen dort die Zellulose.

Die selbstständigen (autotroph) Bakterien ernähren sich:
Mit Hilfe der Photosynthese können sie Chlorophyll assimilieren. Diese Photosynthese funktioniert nur unter anaeroben Bedingungen.
Bei der Chemosynthese oxidieren bestimmte Bakterien anorganische Verbindungen und gewinnen so Energie.

Die Bekämpfung schwerer bakterieller Infektionskrankheiten wurde mit der Entdeckung der
Antibiotika möglich; eine zunehmende Resistenz von Bakterien gegenüber Antibiotika ist zu beobachten.

Der hohe Stoffumsatz und die große Vielfalt der Stoffwechselreaktionen machen die Bakterien in vielen Bereichen nutzbar, so z.B.

  • zur Lebensmittelherstellung und -verarbeitung (Käse, Sauerkraut, Joghurt etc.),
  • zur Klärung von Abwässern in der biologische Stufe von Kläranlagen (Abwasserreinigung) oder
  • zur biotechnischen Produktion von Arzneimitteln und Lebensmittelzusatzstoffen (z.B. der Geschmacksverstärker Glutamat oder Vitamine).

Die vergleichsweise einfachen genetischen Strukturen, die Möglichkeit zur Übertragung genetischen Materials mit Hilfe von Plasmiden und die kurze Generationszeit haben Bakterien zu bevorzugten Objekten der Gentechnologie werden lassen.

Allgemein bekämpft man Bakterien, indem man sie abtötet oder in ihrer Entwicklung hemmt. Abtöten, keimfrei machen oder sterilisieren kann durch Ausglühen, Auskochen, mit Desinfektions- und Konservierungsmittel erfolgen. Pasteurisiert wird durch mehrmaliges Erhitzen auf 60°C und Abkühlen auf 10°C. Ungünstige Lebensbedingungen für Bakterien schafft man durch niedere Temperaturen (Kühlschrank), Räuchern, Einsalzen und Einlegen in Essig oder einer Zuckerlösung.

(Stand 08.2022)

 

Autor: KATALYSE Institut

Bauplatz

Der Standort eines Hauses beeinflusst das individuelle Wohlbefinden, das von verschiedenen äußeren Faktoren abhängig ist.

Geländeform, Vegetation, Wasserflächen, Sonneneinstrahlung u.v.m. üben einen wesentlichen Einfluß auf das regionale und lokale Klima aus. Daneben gelten geologische Abnormalitäten wie Störfelder von Wasseradern (Wünschelrute) und geologische Bruchzonen, die zu erhöhten Radon-Emissionen führen können, aber auch Umweltbelastungen wie Lärm, Schadstoffe in Luft und Boden als bestimmend für eine Entscheidung. Auch das soziale Umfeld ist fester Bestandteil für die Wahl des geeigneten B..

Autor: KATALYSE Institut

Autonomes Haus

Die Idee des A. beruht darauf, mittels der Naturelemente Erde-Wasser-Luft-Feuer die Ver- und Entsorgung eines Hauses weitestgehend im Kreislauf zu organisieren.

I.d.R. muss lediglich Brennstoff zugeführt und anfallender separierter
Abfall zur Weiternutzung abgegeben werden. Auch um die Kosten, die mit denen eines konventionell erstellten Wohnhauses vergleichbar sind, zu reduzieren, sollte eine einfache Konstruktion gewählt, Selbstbau ermöglicht und örtlich verfügbare Naturstoffe hinzugezogen werden. Zur Realisierung eines A. werden folgende Systeme verwendet: Solaranlage, Solararchitektur, Wärmedämmung, Niedrigenergiehaus, Wintergärten, Wärmepumpe, Regenwassernutzung, Komposttoilette, Pflanzenkläranlagen, Gartenteich

Autor: KATALYSE Institut

WWF

Der "World Wide Fund For Nature" (WWF) ist eine der größten unabhängigen Naturschutzorganisationen der Welt. Der WWF Deutschland wurde 1963 gegründet.
Derzeit sind 116 hauptamtliche Mitarbeiter, die meisten in der Frankfurter Zentrale des WWF in Deutschland, beschäftigt. 1999 wurde das Jugendprogramm Young Panda ins Leben gerufen, wo die jugendlichen Mitglieder selbst entscheiden dürfen, in welche Projekte ihr Mitgliedsbeitrag investiert wird. Außerdem wird durch verschiedene Projekte und Camps die Bindung zur Natur gefördert.

Schwerpunkte der Arbeit des WWF sind:

  • Durchführung von nationalen und internationalen Aktionen und Projekten zum Schutz bedrohter Pflanzen- und Tierarten, sowie gefährdeter Naturlandschaften , insbesondere der Wälder, Flussauen und der Nord- undOstsee
  • Einflussnahme auf Entwicklungshilfepolitik

    Der WWF fordert u.a.: 

    • Klimaschutz (Reduktion des Kohlendioxids bis 2020 um 40 % gegenüber 1990, Steigerung der erneuerbaren Energien, Ausstieg aus der Atomindustrie, Fortführung der Öko-Steuer)
    • Hochwasserschutz (Überschwemmungsgebiete sichern, mehr Deiche zurückverlegen, Flächenversiegelungen und Flussbegradigungen reduzieren, Auen- Renaturierung)
    • Meeresfischerei ( Abbau der EU-Fangflotte um mind. 40 %, Stopp der Subventionen von Schiffsneubau und Abwrackung, Förderung der Fischerei, die den Meeresboden unangetastet lässt und ohne Beifang auskommt)
    • Agrarpolitik ( Agrarsubventionen umschichten, so dass Geld zur Förderung des ländlichen Raums frei wird, Subventionen an die Einhaltung EU-weiter Umweltstandards knüpfen, Beitrittsländer bereits jetzt bei der Umsetzung der umweltverträglichen Landwirtschaft unterstützten)
    • Arten- und Biotopschutz ( bessere Umsetzung des Washingtoner Artenschutzübereinkommens, Einrichtung eines Fonds zum Schutz bedrohter Arten, Stärkung der Nationalparks in Deutschland und bessere finanzielle Unterstützung, Ausweitung des EU-Schutzprojektes Natura 2000, Truppenübungsplätze sollen zu Biotopverbundsystemen umfunktioniert werden)
    • Chemikalienpolitik (Umkehrung der Beweislast: „erst wenn sichergestellt ist, dass eine Chemikalie gesundheitsverträglich ist, sollte sie erlaubt werden“, außerdem sollen das Substitutionsprinzip eingeführt werden und einheitliche Bewertungs- und Zulassungssysteme entstehen)
    • Schutz der Wälder (FSC- Gütesiegel verbreiten, Zusammenarbeit zwischen Geldgebern, Entwicklungshilfe- und Naturschutzorganisationen ausweiten)
    • Entwicklungspolitik und Naturschutzfinanzierung (kontinuierliche Erhöhung der Entwicklungshilfe auf 0,7% des BSP bis 2010, Änderung der Haushaltsrichtlinien, damit künftig auch deutsche Gelder in Umweltfonds eingezahlt werden können)

Der WWF setzt seit Juni 2012 verstärkt auf Kommunikation. Mit der online gegangenen Dialogplattform auf http://dialog.wwf.de/ möchte die Naturschutzorganisation die Transparenz erhöhen und Unterstützer sowie weitere Naturinteressierte dazu ermutigen, Fragen zu stellen. Fragen, die helfen können, mehr über die moderne Naturschutzarbeit zu erfahren - sowohl projektbezogen als auch allgemein. Die Antworten kommen hierbei aus erster Hand von den zuständigen Naturschutzexperten.
Ein weiterer Vorteil dieser Plattform liegt in der Vernetzung. Der WWF hofft durch die direkte Einbindung der sozialen Netzwerke, mehr Menschen für den Naturschutz zu sensibilisieren und die Reichweite der Projekte auf eine neue Ebene zu bringen.

Kontakt:
WWF Deutschland
Rebstöcker Straße 55
60326 Frankfurt
Tel.: 069/791440
Fax: 069/617221
www.wwf.de
dialog.wwf.de

Autor: KATALYSE Institut

Verklappung

siehe Abfallbeseitigung auf See

Autor: KATALYSE Institut

Sickerwasser

siehe Deponiesickerwasser, Grundwasser

Autor: KATALYSE Institut

Plastikmüll in den Ozeanen

Sogenannte Müllstrudel, Müllteppiche oder Müllinseln sind  Gebiete mit einem hohen Anteil  von treibenden Plastikteilchen.  Durch die Meeresströmungen sammelt sich dieser Zivilisationsmüll in bestimmten Gebieten der Meere an.

Die bekannteste Müllinsel befindet sich im Nordpazifikwirbel, die die Beinamen „Great Pacific Garbage Patch“ oder „der siebte Kontinent“ erhielt. Die genaue Ausdehnung ist unbekannt, da man die Müllinsel nicht auf Luft- oder Satellitenbilder sehen kann (kleine Plastikteilchen schwimmen unter der Wasseroberfläche) und die Vermessung eines sich bewegenden heterogenen Müllteppichs äußerst schwierig ist. Schätzungen wiedersprechen sich in Größe und Ausdehnung des „Great Pacific Garbage Patch“ und reichen von fast einer Millionen km² bis zur Größe von Mitteleuropa.
Im Pazifikwirbel sollen sich 300.000 – 1.000.000 Plastikteile pro km befinden. Durchschnittlich in den Ozeanen sind es 13.000. Der an der Oberfläche treibende Plastikmüll macht nur einen geringen Anteil aus. Etwa 70 Prozent sinken ab, so fand man z.B. noch in 30 Meter Tiefe große Plastikmengen. Die Dichte des Müllteppichs beträgt ca. 5 kg/km².

Schon in den 80er Jahren entdeckte man – vor allem vor der japanischen Küste – beachtliche Mengen an Plastikmüll im Nordpazifik. Inzwischen ist bekannt, dass es sich um zwei große Müllstrudel handelt. Aber auch in den anderen Ozeanen sammelt sich Müll in den Wirbeln der Ozeane an (z.B. im Indischen Ozean, Süd- und Nord-Atlantik und Süd-Pazifik). Ferner haben Nord- und Ostsee mit dem Müllproblem zu kämpfen.

Diese Müllstrudel entstehen durch den von der Meeresströmung erfassten Müll, der in die Meereswirbel (insgesamt gibt es 9 Meereswirbel) gelangt und diese meist nicht mehr verlässt. Bei jedem Umlauf des Wirbels wird der am Rand des Wirbels schwimmende Müll frei und gelangt so in großen Mengen an die Küsten.

80 Prozent des gesamten Plastikmülls stammen vom Land. Plastikmüll gelangt durch Hochwasser, Flüsse oder kommunale Abwässer ins Meer. Außerdem entsorgen Schiffe ihren Müll unabsichtlich oder auch absichtlich im Meer. „Jährlich landen 6 Millionen Tonnen Plastikabfälle in den Weltmeeren. Von all dem Plastik, das weltweit hergestellt wird, landet ein Drittel nach einmaliger Nutzung auf dem Müll“ (Kalkreuth 2013).

Nur ein Bruchteil wird als Schwemmgut an die Küstenstrände und in die Inselbuchten getragen, insbesondere an Küsten in dicht besiedelten Regionen. Doch die Plastikmenge, die in weniger dicht besiedelten Küsten und in den Polarmeeren gefunden wird, nimmt immer mehr zu.
Der Großteil des Plastiks bleibt allerdings im Meer und stellt auch hier eine Gefahr für Tiere, Menschen und das Meer dar. Besonders prekär ist, dass Plastikmüll zwischen 20 Jahren (Plastiktüte) und über 400 Jahre (Plastikflasche) braucht, um abgebaut zu werden. Währenddessen verfangen sich Meeressäuger in den größeren Müllbestandteilen, wie z.B. in Netzen (sogenannte „Geisternetze“), und verletzen sich schwer oder strangulieren sich zu Tode. Das Plastik wird im Laufe der Zeit zerkleinert, so dass Seevögel, Fische und andere Meeressäuger, die Plastikteile mit ihrer Nahrung verwechseln und diese fressen. So gelangen die Bestandteile des Plastiks in die marine Nahrungskette und dann auch in unsere Nahrung. Die Tiere, die Plastik fressen, können dadurch ersticken, verhungern oder an Darmverschluss, Verstopfung oder an inneren Verletzungen sterben. Plastik bedroht aber auch in einer weiteren Form das Ökosystem Meer. Bestimmte Algen-, Insekten- und Planktonarten benutzen zur Eiablage schwimmendes Material. Seitdem diese Arten schwimmende Plastikbestandteile anstatt Pflanzenmaterial nutzen, legen die Eier dieser Arten auf dem Plastik größere Distanzen zurück und können sich z.T. als invasive Arten/Neozoen in neue Lebensräume ansiedeln und dort heimische Arten verdrängen und das ökologische Gleichgewicht stören.

Das Plastik nimmt Chemikalien und Giftstoffe auf, welche sich dann in der Nahrungskette anreichern (Giftakkumulation). Ein Beispiel ist PCB, das in Verdacht steht, auf das Hormonsystem zu wirken und krebserregend zu sein. Weiterhin sind im Plastik Bisphenol A oder auch Weichmacher auf Basis von z.B. Phtalaten enthalten, die beim Abbau des Plastiks ins Meerwasser abgegeben werden und durch ihre hormonähnliche Wirksamkeit in Verdacht stehen Unfruchtbarkeit, Leberschäden oder Verhaltensstörungen beim Menschen zu fördern. Bei Meerestieren schädigen Phtalate und Bisphenol A das Erbgut und den Hormonhaushalt. Diese Stoffe schaden also durch die Anreicherung der Giftstoffe in der Nahrungskette nicht nur den Meerestieren, sondern auch dem Menschen, der sich größtenteils von diesen Meerestieren ernährt.

Auch für die Wirtschaft hat dieses Müllproblem Folgen. Bei vielen Inseln, an deren Stränden Müll angeschwemmt wird, hat dies Auswirkungen auf den Tourismus. Die Kosten für die Säuberung der Strände sind hoch. Auch der Schiffsverkehr und die Fischereiwirtschaft sind betroffen, da sich größere Müllteile in den Schiffschrauben und Fischernetzen verfangen.
Eine Entfernung der Müllstrudel ist - durch die horizontale und vertikale Ausdehnung und der damit verbundenen kosten- und energieintensiven technischen Verfahren zur Trennung von Meerwasser und Kunststoffpartikeln - schwierig. Auch die anschließende Entsorgung des Mülls ist aufwendig. Die Vorrichtungen zum Sammeln der Plastikteilchen könnten zudem schädlich für Pflanzen- und Tierwelt sein. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die meisten Staaten für das Müllproblem in den Ozeanen nicht verantwortlich fühlen.
Daher sind bis jetzt globale, und auch regionale, politische oder wirtschaftliche Maßnahmen nicht in Sicht, die einerseits eine Beseitigung des Mülls regeln und andererseits Anreize zur Plastikvermeidung und Recycling geben. Dies muss unbedingt nachgeholt und geregelt werden. Desweiteren muss die Entsorgung von Müll im Meer verboten, streng kontrolliert und entsprechend geahndet werden.

Jeder einzelne Verbraucher kann durch Maßnahmen wie Müllvermeidung, richtige Müllentsorgung und Recycling zum Schutz der Meere beitragen!

Li.: 

  • Kalkreuth, Ulf (2013): Der Mensch und das Meer. [Stand:17.01.2013].
  • Museum für Gestaltung Zürich (o.J.):  Plastikmüll Strudel. [Stand: 06.05.2013] 
  • NABU (2010): Müllkippe Meer. [Stand: 06.05.2013]
  • Roberts, Callum (2013): Der Mensch und das Meer. München: Deutsche Verlags-Anstalt.
  • Scinexx (2011): Größe des pazifischen Müllstrudels übertrieben?  [Stand: 17.01.2013]
  • TTT (2013): Eine alarmierende Ausstellung über Müll in den Ozeanen. [Stand: 17.01.2013].
  • Victor,  Jean-Christophe (2011): Mit offenen Karten - Inseln aus Müll?. Strasbourg, Arte.

Autor: KATALYSE Institut

Pfandflasche

Siehe Mehrwegflasche

Autor: KATALYSE Institut

Öko-Institut, Freiburg

Das Öko-Institut e.V.- Institut für angewandte Ökologie -

wurde 1977 mit dem Ziel eine, von Regierung und Industrie unabhängige Umweltforschung zum Nutzen der Gesellschaft zu betreiben, gegründet. Den Ausschlag zu dieser Entscheidung gab die Auseinandersetzung um den Bau des AKW Wyhl in Baden- Württemberg. Derzeit arbeiten ca. 95 Mitarbeiter- und innen im Institut, aus welchen für jedes Forschungsprojekt ein passendes interdisziplinäres Projektteam zusammengestellt wird. Das Anliegen des Institutes ist es, Umweltprobleme zu analysieren und zu beurteilen, auf Risiken aufmerksam zu machen und Strategien und Maßnahmen für Problemlösungen zu entwickeln und zu verwirklichen. Dabei folgt die Arbeit dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung und mit dem Grundsatz, dass Lösungsmodelle nur dann eine Chance haben, wenn sie ökologisch angemessen, gesellschaftlich gerechtfertigt und wirtschaftlich durchführbar sind. Darum verbindet die Forschung am Öko-Institut die Bereiche Grundlagenforschung, Konzeptionsentwicklung und Umsetzung in die Praxis.
Die Zahl der Mitglieder beträgt 4000. Das Öko-Institut arbeitet mit der Stiftung Zukunftserbe, der Forschungskooperation ökoforum, dem Verein Energie-Vision und dem Environmental Law Network International zusammen und verfügt außerdem über einen eigenen Verlag.
Die Forschungsschwerpunkte sind:
Risikoforschung: Arbeiten zu Analyse, Verständnis, Erfahrung und Kommunikation von Risiken in den Bereichen Klimaschutz, Gentechnik, Chemie und Kernenergie
Systemanalyse: Entwicklung und Evaluierung von Planungs- und Analyse-Instrumenten (z.B. Emissions- und Stoffstromanalysen), Szenarienentwicklung, Ermittlung volkswirtschaftlicher Effekte
Implementierung: Entwicklung, Verbesserung und Umsetzung von Instrumenten der Umweltpolitik und des Umweltmanagements (Gesetze, Abgaben, Finanzierungsmodelle, Managementleitfäden, Beteiligung an Planungsprozessen usw.)
Konzeptentwicklung: Entwicklung von sektoralen Konzepten zur Reduzierung von Umweltauswirkungen, insbesondere beim Klimaschutz, Verkehr und Müll; ökonomische und ökologische Auswirkungen
Umweltkommunikation: Wissenschaftliche Unterstützung von Mediationsverfahren, Leitung von "Runden Tischen" und Agendaprozessen, Ausrichtung von Kongressen und Workshops, Vortragstätigkeit, institutseigene Verlagstätigkeit
Ausschuss-, Gutachter- und Beratertätigkeit: UN-Arbeitsgruppen, Bundeskommissionen, Normungsausschüsse, Antragsbegutachtung, politische Beratung.

Der Verein finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen und Auftragsforschung, v.a. für Ministerien, EU, Industrie und öffentliche Einrichtungen.

Kontakt:
Geschäftsstelle Freiburg
Postfach 6226
D-79038 Freiburg
Tel.: 0761-4 52 95-0
Fax: 0761-47 54 37
info@oeko.de
www.oeko.de

Autor: KATALYSE Institut

Müllteppich

Siehe: Plastikmüll in den Ozeanen

Autor: KATALYSE Institut

Müllstrudel

Siehe: Plastikmüll in den Ozeanen

Autor: KATALYSE Institut

Müllinsel

Siehe Plastikmüll in den Ozeanen.

Autor: KATALYSE Institut

Klärschlammverordnung

(AbfKlärV). Am 25.6.1982 erlassene Rechtsverordnung der Bundesregierung zur Kontrolle der Klärschlammverwertung in der Landwirtschaft.

Sie legt die maximal tolerierbaren Gehalte an Schwermetallen im Klärschlamm und im beaufschlagten Boden fest und schreibt entsprechende Untersuchungen vor.
Nach der Novelle der K. im Juli 1992 wurden die Grenzwerte für Schwermetalle deutlich strenger und erstmals Grenzwerte für Dioxine und
Furane, AOX und PCB festgelegt.
Es dürfen pro Hektar innerhalb von 3 Jahren maximal 5 t Trockenmasse ausgebracht werden, was durch verschärfte Nachweispflichten besser überwacht werden soll.
Die bodenverbessernde und düngende Wirkung von Klärschlamm kann durch die Verunreinigung mit Schwermetallen und organische Schadstoffe wie chlorierte Kohlenwasserstoffe oder Dioxine nicht genutzt werden.
Nach der K. darf Klärschlamm auf einem landwirtschaftlichen Boden nicht ausgebracht werden, wenn der Klärschlamm oder der Boden die in der Tabelle angegebenen Grenzwerte überschreiten.

Autor: KATALYSE Institut

Grüne Liga

Die GRÜNE LIGA – Netzwerk ökologischer Bewegungen – hat die Wurzeln in der DDR. Die in der Grünen Liga engagierten Bürger der ehemaligen DDR forderten die Offenlegung von Umweltdaten.

Da aber aktives Umweltmanagement seitens der Regierung kritisch betrachtet wurde (die staatliche GNU – Gesellschaft für Natur und Umwelt war seit 1980 für umweltpolitische Fragen zuständig) organisierten sich die Mitglieder erst nach der Wende, endgültig wurde die GRÜNE LIGA Anfang 1990 gegründet. Das Ziel ist es, die Initiativen, Gruppen und Einzelpersonen unter besonderer Berücksichtigung der Situation in den neuen Bundesländern zu koordinieren und zu unterstützen.

Die Schwerpunktthemen bilden dabei:

  • Reinhaltung von Wasser, Boden und Luft
  • Vermindung von Verkehr
  • Umweltverträglicher Tourismus
  • Umwelterziehung- und beratung
  • Müllvermeidung
  • Nachhaltiges Wirtschaften
  • Ökolandbau und gesunde Ernährung
  • Flächenpflege und Artenschutz

Inhaltlich setzt sich die Grüne Liga in vielen Bereichen ein, z.B. legt sie nahe, die Veräußerbarkeit von Grund und Boden neu zu überdenken. Ebenso setzt sie sich dafür ein, die Stoffkreisläufe zu Regionalisieren (Nahrung wie auch Energie), die Ökonomie mehr mit der Ökologie zu verflechten, und nicht zuletzt die Konfliktlösungsmechanismen zu überdenken, da die physische und /oder psychische Gewalt nicht im Einklang mit der ökologischen Lebensweise steht. Kurz: Die Grüne Liga will den gewohnten und verschwenderischen Lebensstil der Industrienationen so kritisch hinterfragen (und verändern) und auf konkrete Aktivitäten der wirtschaftlichen und politischen Gruppen besonders außerhalb der BRD hinweisen, dass sich positive Auswirkungen auf die Situation der Entwicklungs- und Schwellenländer ergeben.

Kontakt:
GRÜNE LIGA e.V. Bundesverband
Greifwalder Straße 4
10405 Berlin
Telefon: 0 30/ 2 04 47 45
Telefax: 0 30/ 2 04 44 68
E-Mail: bundesverband@grueneliga.de
www.grueneliga.de

Autor: KATALYSE Institut