Bringsystem

Dem Bürger wird die Möglichkeit gegeben, getrennt gesammelte Wertstoffe (getrennte Sammlung, Recycling) zu Recyclingcontainern, die an zentralen Punkten aufgestellt sind, oder zu Recyclinghöfen zu bringen.

Durch ein B. können 15-30 Gew.-% des Hausmülls als Wertstoff (Altpapier, Altglas, Metall etc.) getrennt erfaßt und recycelt werden. Die Wertstoffe beinhalten wenig Fremdstoffe und sind daher gut verwertbar. Höhere Recyclingquoten können durch das Holsystem erzielt werden, da die Bereitschaft der Bevölkerung, Wertstoffe einer getrennten Sammlung zuzuführen, mit zunehmender Entfernung zwischen Wohnung und Wertstoffcontainer abnimmt.

Der Vorteil des B. gegenüber dem Holsystem liegt in den niedrigen Kosten und der Möglichkeit, weit mehr Materialien getrennt erfassen zu können. So gibt es z.B. Mehrkammercontainer, mit denen man bis zu 5 Fraktionen aus dem Hausmüll getrennt voneinander sammeln kann.

Autor: KATALYSE Institut

Bodenbelastung

Der Boden bedarf aufgrund seiner hohen B. durch Schadstoffe und andere menschliche Eingriffe eines besonderen Schutzes.

Bis in die erste Hälfte der 80er Jahre ging man davon aus, daß Gewässerschutz, Luftreinhaltung und Naturschutz ausreichende Instrumente seien, auch den Schutz des Bodens zu gewährleisten. Obwohl ein Bodenschutzgesetz mehrfach angekündigt wurde, fehlt bis heute ein solches eigenes rechtliches Instrumentarium zum Schutz des Bodens, wie Umweltverbände es seit Jahren fordern. Auch im Bundesnaturschutzgesetz fehlen bisher entsprechende Ausführungsbestimmungen.

Der Boden (Pedosphäre) ist die außenliegende belebte Deckschicht der Erdkruste, die die Bodenorganismen beherbergt. Als Lebensgrundlage und integrierender Bestandteil der natürlichen Umwelt des Menschen bedarf er besonderen Schutzes und besonderer Vorsorge. In Substanz und Gesundheit ist der Boden durch eine Vielzahl menschlicher Eingriffe (Bodennutzung, direkter und indirekter Schadstoffeintrag) stark gefährdet. An sich ist der Boden als komplexes System ineinandergreifender und sich bedingender Regelkreise mit hoher Regenerationsfähigkeit ausgestattet. Im Gegensatz zu den relativ stabilen Medien Luft und Wasser verfügt er über eine außerordentlich hohe Speicherkapazität und nimmt daher im System globaler Stoffkreisläufe die Funktion eines Zwischenlagers ein.

Der Boden filtert Schadstoffe aus Luft und Gewässern und speichert sie im Rahmen bestimmter, je nach Bodenart verschiedener Belastungsgrenzen auf bzw. baut sie ab. Die Eigenschaft als Puffer bringt es mit sich, daß störende Einflüsse oder Schädigungen über lange Zeiträume kaum oder gar nicht zu erkennen sind. Erst bei Überschreiten der B.-Grenze werden die vorher gebundenen Schadstoffmengen mobilisiert und können dann nicht nur Bodenfauna und -flora nachhaltig schädigen, sondern den gesamten Naturhaushalt beeinträchtigen (Remobilisierung).

Erschwerend für B. und Bodenschutz wirkt sich aus, daß die Bodenentwicklung, ein jahrhundertelanger Prozeß von Verwitterung, chemischer und biologischer Zersetzung.

Autor: KATALYSE Institut

Biotonne

Gefäß zur getrennten Sammlung von kompostierbaren Bestandteilen aus dem Hausmüll.

siehe Holsystem, Kompostierung

Autor: KATALYSE Institut

Biopol

B. ist ein eingetragenes Warenzeichen des Unternehmen ICI für einen abbaubaren Kunststoff (Copolymere), aus Hydorxybuttersäure (HB) und der ihr verwandten Hydroxyvaleriansäure (HV).

 

HB-reiche Coplymere sind hart und spröde wie hart-PVC; HV-reiche Copolymere ähneln dem weichen, zähen Polyethylen.

B. wir biotechnologisch als Bakterien-Stoffwechselprodukt aus Kohlenhydraten gewonnen. V.a. der relativ hohe Zuckerpreis sorgt dafür, dass B. mindestens doppelt so teuer ist wie der Massenkunststoff Polypropylen.

Aufgrund seiner biologischen Abbaubarkeit ist B. als Bestandteil von Injektionsverpackungen in der Human- und Veterinärmedizin geeignet. Darüber hinaus eignet sich B. als Rücklage für Windeln, Damenbinden sowie medizinisches Material.

Anfang der 90er Jahre wurde B. als Material für Shampooflschen getestet, hier haben sich v.a. Probleme in der Entsorgung der kompostierbaren B.-Verpackung durch Anhaftung von Shampooresten ergeben, die eine Kompostierung erschweren. Weiterhin ist eine Vermischung der üblichen Massenkunststoffe mit B. in der Wertstoffsammlung unerwünscht.

Autor: KATALYSE Institut

Biomüll

Organischer Anteil (Kompost) im Hausmüll.

siehe Kompostierung, Biogas

Autor: KATALYSE Institut

Bioabfall

Unter Bioabfall (auch Biomüll genannt) werden v.a. organische (pflanzliche und tierische) Abfälle aus privaten Haushalten und Garten verstanden, die durch Mikroorganismen, Bodenlebewesen und Enzyme abgebaut werden können.

Seit 1990 hat sich die Erfassung von Bioabfällen in den Kommunen fast flächendeckend durchgesetzt. Bioabfälle werden biologisch durch Kompostierung oder Vergärung behandelt. Die Folgeprodukte Kompost und Gärgut, werden im Garten- und Landschaftsbau sowie der Landwirtschaft eingesetzt. Das Gärgut und der Kompost müssen dabei die strengen hygienischen Anforderungen der Bioabfallverordnung erfüllen.

Organische Abfälle machen rund ein Drittel unseres Hausmülls aus. Sie können in modernen Kompostieranlagen oder im eigenen Garten zu wertvollem Kompost verarbeitet werden.

Neben Gartenabfällen, wie Rasenschnitt, Laub und verblühte Blumen gehören nur biologisch abbaubare Abfälle, wie Obst- und Gemüsereste, einschließlich Kaffeesatz samt Filter, Teebeutel, Essensreste, Knochen, Eierschalen, verdorbene Lebensmittel in den Biomüll. Tierische Lebensmittel, wie Wurst, Fleisch und Fisch dürfen in einigen Kommunen nicht in den Biomüll gegeben werden. Plastik und Verpackungen gehören dagegen nicht in den Biomüll.

Autor: KATALYSE Institut

Bauschutt

Unter B. fasst man Bodenaushub, Straßenaufbruch und Baustellenabfälle zusammmen.

B. besteht aus mineralischen Stoffen und beinhaltet alle Abfälle, die während und durch eine Baumaßnahme anfallen, wie Beton, Fliesen und Keramik, Mörtel, Putz und Rigips, Steine und Ziegel. Zu B. zählen nur Aushub, Steine oder Ziegelschutt; Kunststoffe,

Holz, Papier usw. müssen als
Abfall gesondert entsorgt werden. Der mineralische Bauschutt wird meist in geeigneten Anlagen zerkleinert und der Wiederverwendung beispielsweise im Straßenbau zugeführt.

B. ist hauptsächlicher Beansprucher von knappem Deponieraum. In den nächsten Jahren wird sich dieser Trend durch den immensen Sanierungsbedarf in den neuen Bundesländern noch verstärken.

Um die Mengen zu verringern, müssen Bemühungen zu B.-Vermeidung und -recycling dringend verstärkt werden. Möglichkeiten hierzu sind:

  • Wahl möglichst langlebiger Baustoffe und Konstruktionen,
  • Einsatz wiederverwendbarer Baustoffe und Bauteile,
  • Entwicklung geeigneter Recyclingverfahren (Recycling).

Bisher wird B. als Untergrundmaterial im Straßenbau und sofern es sich um reinen Bodenaushub handelt, zu Schüttung von Lärmschutzwänden und zur Rekultivierung von Auskiesungsflächen verwendet.

B. kann Schadstoffe enthalten, die eine Gefahrenquelle bei der Entsorgung bzw. Verwertung darstellen. Fensterrahmen aus PVC vergrößern den Eintrag von Chlor in die Müllverbrennung und sind Ursachen für die Entstehung von Dioxinen und Furanen. Reste von Farben und Lacken können aus Deponien ausgewaschen werden und das Grundwasser gefährden.

Damit B.überhaupt recycelt und Schadstoffe aus dem B. ferngehalten werden können, muss direkt auf der Baustelle eine möglichst sortenreine Trennung stattfinden. Dies ist nur möglich, wenn bereits bei der Planung eines Gebäudes darauf geachtet wird, dass möglichst einfache Konstruktionen mit geringer Materialvielfalt und einfach trennbaren Schichten sowie weniger umweltgefährdene Stoffe eingesetzt werden.

Autor: KATALYSE Institut

Batterieentsorgung

Der geschätzte Verbrauch allein an Primärbatterien liegt für 1992 bei 500 Mio Stück. Batterien machen somit einen erheblichen Anteil der metallischen Schadstoffe in Haushalten aus. Im Jahr 1988 enthielten die in der BRD verbrauchten Primärbatterien rund 63 t Quecksilber, 3.000 t Zink, 10 t Silber und 47 t Cadmium. Es existieren je nach Anforderung verschiedene Batterietypen, die auf unterschiedlichen elektro-chemischen Verfahren basieren und sich somit in ihrer Zusammensetzung erheblich unterscheiden.

Enthalten Batterien besonders viel Quecksilber, Cadmium oder Blei, sind diese neuerdings mit dem ISO-Symbol 7000/1135 gekennzeichnet (Verbrauchsmengen solcher Batterien: quecksilberhaltige Knopfzellen - 41 t/a, Nickel-Cadmium-Akkumulatoren - 1.200 t/a, Blei-Akkumulatoren - 120.000 t/a). Solche Batterien müssen seit dem 1.4.1989 nach Gebrauch dem Händler oder einer Sammelstelle zugeführt werden. Werden diese Batterien nach chemischen Systemen getrennt eingesammelt, ist oftmals ein Recycling der enthaltenen Stoffe lohnenswert.

Blei aus Blei-Akkumulatoren wird heute schon zu rund 95% wiederverwertet. Andere Batteriearten (z.B. Zink-Kohle-Batterien oder Alkali-Mangan-Batterien) enthalten so wenig wertvolle Metalle, daß ein Recycling noch zu teuer ist und zur Zeit nur wenige Pilotanlagen in Betrieb sind. Obwohl die Hersteller von Batterien eine "Entsorgung" von nicht mit dem ISO-Symbol gekennzeichneten Batterien mit dem normalen Hausmüll empfehlen, ist es sinnvoll diese zu einer Sammelstelle für Altbatterien zu bringen, da sie auch Spuren gefährlicher Metalle enthalten können. Es ist jedoch wichtig, daß sie nicht mit den für ein Recycling nach chemischen Systemen getrennt gesammelten Batterien vermischt werden.

Es hat sich gezeigt, daß der Rücklauf verbrauchter Batterien zur verkauften Menge nur rund 25% beträgt, wovon 83% ungegliedert vorliegen. Ein verünftiges Recycling ist so noch nicht möglich.
Beim Recycling von Batterien und Akkumulatoren werden erhebliche Mengen an Stäuben freigesetzt, die Blei, Antimon, Arsen und Cadmium enthalten können. In den bisherigen Anlagen wird der Staubauswurf mit der Abluft auf 20 mg/m3 begrenzt (TA Luft 1986), in den letzten Jahren sanierte Anlagen erreichen weniger als 5 mg/m3 durch den Einsatz von Gewebefiltern. Dabei wird der abgeschiedene Staub zurückgewonnen.
Bleihütte

Lit.: Wirtschaft und Umwelt, 12/1991

Autor: KATALYSE Institut

Basisabdichtung

Die B. soll das Austreten von schadstoffbelastetem Sickerwasser, das in jeder Deponie entsteht, in den Untergrund und das Grundwasser verhindern (Deponiesickerwasser).

Die B. ist ein kombiniertes System aus der eigentlichen Abdichtung und der Fassung und Ableitung des Sickerwassers über Dränagen. Der Abstand der B. zum höchsten Grundwasserspiegel muß mindestens 1 m betragen. Die Kombinationsabdichtung einer Deponie soll heute aus einer dreilagigen mineralischen Abdichtung (jeweils 20 cm verdichteter Ton) und einer 2 mm starken PEHD-Dichtungsbahn (Polyethylen) bestehen. Untersuchungen der Bundesanstalt für Materialprüfung zeigen, daß Kunststoffabdichtungen u.a. bei bestimmten Lösemitteln und chlorierten Kohlenwasserstoffen nicht dicht sind.
Von den 295 Hausmülldeponien in der alten BRD hatten nach einer Umfrage des statistischen Bundesamtes 66% eine mineralische B., 4% eine B. aus Kunststoff und 30% eine Kombination von beiden. Erschreckende Ergebnisse kamen zur Qualität der B. zutage: Lediglich 39% aller Hausmülldeponien besitzen eine vollständige B. (48% teilweise, 13% ohne Angaben!).

Autor: KATALYSE Institut

Brennstoff aus Müll

Aus Hausmüll durch grobe Sortierung und Brikettierung der energiereichen Bestandteile gewonnener Brennstoff.

Ziel der Herstellung von B. (auch BRAM genannt) ist eine bessere Lagerfähigkeit und effektivere Energieausnutzung des Mülls als bei der Müllverbrennung. B. wird v.a. in Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden und Deutschland in Rohstoffrückgewinnungsanlagen produziert. Er besteht zu 70-85 Gew.-% aus Papier und Pappe, zu 10-13 Gew.-% aus Kunststoff und anderen Bestandteilen. Die Verbrennung von B. wird vielfach als "thermisches Recycling" bezeichnet.

Es handelt sich hier weder um Recycling noch um Wiederverwertung, sondern um die Verbrennung wertvoller Rohstoffe. Die BRAM-Verbrennung wird kritisch gesehen, da bedingt durch den hohen Schadstoffgehalt (hoher Anteil an Schwermetallen) des Mülls erhebliche Mengen schädlicher Emissionen entstehen, die höher als bei Steinkohle-Verbrennung liegen. Aus diesem Grunde ist eine Rauchgaswäsche bei der B.-Verbrennung unbedingt nötig. B. ist daher keine Alternative zu anderen Verfahren der Abfallverwertung wie Recycling von Altpapier und Kunststoffen sowie Abfallvermeidung. 

Autor: KATALYSE Institut