Sperrmüll

Als S. werden Abfälle bezeichnet, die wegen ihrer Sperrigkeit nicht zusammen mit dem Hausmüll eingesammelt werden.

In Westdeutschland fallen jährlich 41,6 kg S. pro Kopf an, die Bevölkerung der DDR produzierte 1988 34 kg pro Kopf. Die Zusammensetzung von S. steht in engem Zusammenhang mit der Größe der Mülltonnen. Stehen dem Verbraucher große Behälter zur Verfügung, so werden sperrige Bestandteile zum Hausmüll gegeben.

Die S.-Abfuhr ist regelmäßig oder auf Abruf. Bei regelmäßigen, zentralen Abfuhrterminen kann man noch benutzbare Gegenstände einsammeln, bevor sie abgefahren werden. Die Anonymität der regelmäßigen Abfuhr führt jedoch auch dazu, daß viele Bürger ihren Problemmüll (z.B. Lacke, Autobatterien (Blei-Akkumulatoren) etc.; Hausmüll) zusammen mit dem S. entsorgen, weswegen viele Kommunen mittlerweile zur Abfuhr auf Abruf übergegangen sind, da hierbei der Verursacher der Problemstoffe ausfindig gemacht werden kann.

Vergleiche auch Stichwörter: Lacke, Autobatterien und Blei-Akkumulatoren.

Autor: KATALYSE Institut

Sondermüllverbrennungsanlage

In der BRD existierten 1988 27 S., davon 14 in Nordrhein-Westfalen, 5 in Hessen und 4 in Bayern.

Von den 27 S. werden 6 öffentlich betrieben, die übrigen 21 befinden sich auf betriebsinternem Firmen- oder Krankenhausgelände. Der Vorteil der nicht öffentlich betriebenen S. besteht in den kurzen Transportwegen der Sonderabfälle, der Nachteil in der schlechteren Kontrollmöglichkeit der S. durch Aufsichtsämter. Im Oktober 1989 stellte die BRD die Abfallbeseitigung auf See ein. Ein Zubau entsprechender Verbrennungskapazitäten bzw. eine Abnahme der zu entsorgenden Sonderabfallmenge lag jedoch nicht vor.

Daher ist es nicht auszuschließen, daß ursprünglich für die Seeverbrennung vorgesehene hochchlorierte Kohlenwasserstoffe illegal beseitigt werden, etwa durch Zumischen zu Altölen oder durch Deklarierung und Weitergabe als Wirtschaftsgut. Die S. unterscheidet sich von der Hausmüll-Verbrennungsanlage zunächst durch eine breitere Variation der zur Verbrennung kommenden Einsatzstoffe. Während dem Transport und der Lagerung dieser Stoffe können Emissionen giftiger oder brennbarer Substanzen in die Luft eine zusätzliche Gefährdung darstellen. Die Verbrennung selbst erfolgt in Drehrohröfen bei Temperaturen, die meist höher liegen als bei Hausmüllverbrennungsanlagen.

Emissionen von S.: Die Art der emittierten Schadstoffe unterscheidet sich kaum von der aus Hausmüllverbrennungsanlagen emittierten Schadstoffe, jedoch ist bei S. mit höheren Emissionsspitzen zu rechnen. Ein höheres Gefährdungspotential ist daher durch kurzfristige Emissionsspitzen denkbar. Die Belastung durch Dioxine und

Furane ist bei S. gewöhnlich kleiner als bei Hausmüllverbrennungsanlagen, da meist eine homogenere Stoffzusammensetzung als beim Hausmüll vorliegt, auf die die Verbrennungsbedingungen eingestellt werden können. Selbst bei der Verbrennung von PCB liegen die Dioxin/Furan-Emissionskonzentrationen unterhalb der durchschnittlichen Emissionskonzentration von Hausmüllverbrennungsanlagen.

Die Menge an emittierten Schadstoffen von S. hängt von der Verbrennungstemperatur und der Verweilzeit der Schadstoffe in der Hochtemperaturzone ab. Je höher beide Größen sind, desto geringer ist der Schadstoffausstoß über die Abgase.

Rückstände aus S.: Aufgrund der höheren Verbrennungstemperaturen liegt dieSchlacke aus S. meist schmelzflüssig vor. Die Schadstoffe sind damit stärker in die glasartige Masse eingebunden und können aus dieser weniger gut herausgelöst werden, als dies bei den Schlacken aus Hausmüllverbrennungsanlagen der Fall ist. Damit ist das Gefährdungspotential der Schlacke aus S. eher geringer einzuschätzen als bei der Schlacke aus der Hausmüllverbrennung.

Die Tatsache, daß die Gefahrenpotentiale durch Emissionen und Schlacken aus S. häufig ähnlich oder sogar geringer als bei der Hausmüllverbrennung einzustufen sind, belegt nicht das geringe Gefahrenpotential von S., sondern vielmehr das hohe und häufig unterschätzte Gefahrenpotential bei der Hausmüllverbrennung.

Autor: KATALYSE Institut

Sondermülldeponie

Die Deponierung stellt das letzte Stadium beim Umgang mit Sonderabfällen dar.

 

Sie ist auf Dauer angelegt und i.d.R. einEndlager für die abgelagerten Sonderabfälle. Sonderabfälle sollten möglichst getrennt nach Abfallsorten deponiert werden, um chemische Reaktionen der Abfälle untereinander zu vermeiden.
Ein Problem bei der Deponierung von Sonderabfällen ist die Annahmekontrolle. I.a. ist es nicht möglich, aus einer mehrere t umfassenden Sonderabfallieferung eine repräsentative Stichprobe zur Analyse zu ziehen. Daher ist eine Falschdeklaration und Falscheinlagerung nicht völlig auszuschließen.
Bei S. unterscheidet man zwischen oberirdischen und unterirdischen S.:

1. Oberirdische S.:
Bis Ende der 60er Jahre war man der Ansicht, Sonderabfälle und Siedlungsabfälle (
Abfall) gemeinsam ablagern zu können. Diese Art der Ablagerung führte zu einer Erhöhung der Schadstoffe im Deponiesickerwasser und den gasförmigen Emissionen (Deponiegas), so daß seit Mitte der 70er Jahre solche Mischdeponien nicht mehr betrieben werden.

1983 gab es in der BRD 79 oberirdische S. Die überwiegende Zahl sind betriebseigene Deponien. 1990 existierten in Westdeutschland 9 öffentlich zugängliche S. (s. Tab. zu Deponie). Die TA Abfall setzt eindeutige Zuordnungskriterien, welche Sonderabfälle oberirdisch deponiert werden dürfen. Jedoch sind die in der TA Abfall festgelegten Grenzwerte für Schadstoffe imSickerwasser i.d.R. höher als die entsprechenden Grenzwerte in der Schweiz oder in Österreich.

Die Kosten der Sonderabfalldeponierung betragen in Deutschland derzeit (1990) 300 DM/t.
Emissionen bei oberirdischen S.: Die Emissionen von S. beschränken sich im wesentlichen auf Sickerwasser, dessen Beschaffenheit bestimmt wird durch die Kontaktzeit zwischen Niederschlagswasser und Sonderabfall sowie durch den pH-Wert des Sonderabfalls. Die Schwermetallbelastung im Sickerwasser ist um so größer, desto saurer es ist. Aufgefangene Sickerwässer lassen sich reinigen, die dabei entstehenden Rückstände sind wiederum auf S. abzulagern. Eine Umfrage aus dem Jahre 1988 belegt, daß von 73 S.-Betreibern 31 (meist kleinere Spezialdeponien) kein Sickerwasser auffangen!

Z.T. werden Sonderabfälle vor ihrer Deponierung mit Schlämmen vermischt, um die Schadstoffkonzentration zu senken. Dies erhöht jedoch die Sonderabfallmenge und muß, unter Berücksichtigung des kleiner werdenden Deponieraumes, kritisch überprüft werden.
Weiterhin stellen adsorptiv gebundene Öle im Hinblick auf die unübersehbaren Reaktionsmöglichkeiten in der S. langfristige Quellen unerwünschter Umweltbelastungen dar.

Sicherheit von oberirdischen S.: Hinsichtlich der Langzeitsicherheit einer S. ist die natürliche Eignung des Standortes in Form eines sehr gering durchlässigen, natürlichen Untergrundes (z.B. Ton- oder Mergelschicht) eine wichtige Voraussetzung. Bei allen Bemühungen um eine gute Abdichtung der S. darf nicht davon ausgegangen werden, daß Dichtungssysteme einen Schadstoffaustrag aus S. langfristig verhindern können. Die Vermeidung von Sonderabfällen muß daher im Vordergrund aller Bemühungen stehen.

2. Unterirdische S.:
Sonderabfälle, die extrem langlebig oder gut wasserlöslich sind, müssen aus der Biosphäre ferngehalten werden. Derzeit wird hierfür die Ablagerung inUntertagedeponien von den politischen Entscheidungsträgern für den geeignetsten Weg gehalten. Gegenwärtig gibt es jedoch noch kein praktikables und aussagefähiges Bewertungsverfahren zur Beurteilung der Langzeitsicherheit von Untertagedeponien für Sonderabfälle.

Der Rat der Sachverständigen für Umweltfragen empfiehlt daher, sich an den Sicherheitskriterien für die Deponierung von radioaktiven Abfällen zu orientieren. Es ist damit zu rechnen, daß die Kapazitäten für die Untertagedeponierung in den nächsten Jahren ausgebaut werden.

Autor: KATALYSE Institut

Sondermüll

siehe Sonderabfälle

Autor: KATALYSE Institut

Sonderabfälle

S. sind Abfälle, die nach Art, Beschaffenheit und Menge in besonderem Maße gesundheits-, luft- oder wassergefährdend, explosiv oder brennbar sind oder Erreger übertragbarer Krankheiten enthalten können.

Der Begriff S. ist in jedem Bundes- und EG-Land unterschiedlich definiert. Dies führt dazu, daß ein bestimmter
Abfall in einem oder mehreren Ländern nachweispflichtig und damit S. ist, während Abfall derselben Art in anderen Ländern nicht nachweispflichtig und somit auch kein S. ist! Schwankungen in der S.-Menge beruhen oft auf unterschiedlichen bzw. sich ändernden Definitionen und weniger auf einer tatsächlichen Erhöhung bzw. Verringerung des S.-Aufkommens (s. Tab).

Das Bundeskabinett hat am 28.6.1989 die Neuordnung der S.-Entsorgung in Deutschland verabschiedet. Nach den Beschlüssen des Bundesrats werden insb. Filterstäube, Schlacken und Aschen aus Dampferzeugern, Kiesabbrände und Elektroofenschlacken aus dem S.-Katalog herausgenommen. Die Nichteinbeziehung dieser Abfallsorten in die Kategorie S. kann bewirken, daß besondere Anreize zur Vermeidung und Verwertung dieser Abfälle entfallen, die ansonsten bei den hohen S.-Beseitigungskosten gegeben gewesen wären.

In Westdeutschland werden derzeit 76,4% der S. in außerbetrieblichen Anlagen entsorgt. Hierfür stehen 12 oberirdische und 3 unterirdische öffentlich zugänglicheSondermülldeponien (2,6% der S. enden auf Hausmüll- oder Bauschuttdeponien) sowie 6 Sondermüllverbrennungsanlagen zur Verfügung. 10,6% der S. werden an weiterverarbeitende Betriebe oder den Altstoffhandel abgegeben, und 13% werden in betriebseigenen Anlagen entsorgt (9,2% Verbrennung, 3,8% Deponie).

S., für die keine Entsorgungskapazitäten vorhanden sind, werden exportiert (Abfalltourismus, Giftmüllexport).

Autor: KATALYSE Institut

Siedlungsabfälle

Sammelbegriff für Abfälle, die im Rahmen der kommunalen Abfallbeseitigung eingesammelt werden.

S. setzen sich aus Hausmüll, hausmüllähnlichem Gewerbemüll, Sperrmüll sowie Garten- und Grünabfällen aus öffentlichen Grünanlagen zusammen.

Autor: KATALYSE Institut

Sickerwasser

siehe Deponiesickerwasser, Grundwasser

Autor: KATALYSE Institut

Sekundärrohstoffsystem

(Sero-System) Durch Rohstoff- und Devisenknappheit war man in der DDR gezwungen, ein funktionsfähiges S. zu unterhalten, das den in Haushalten und Gewerbe anfallenden Müll (Hausmüll) kanalisierte und einer Wiederverwertung (Recycling) zuführte.

In einem flächendeckenden Netz von über 1.100 Annahmestellen konnten die Verbraucher Papier, Glas, Alttextilien, Kunststoffe etc. abgeben (Altpapier, Altglas, Kunststoffrecycling). Die S.-Betriebe stellten die stoffliche Verwertung sicher. Noch 1989 wurden durch dieses System 1,5 Mio t Wertstoffe erfaßt. Zwar kostete den Staat der Unterhalt des S. erhebliche Subventionen, doch konnten auf diese Weise Energie, Rohstoffe und Deponieraum gespart werden.

Nach der Wiedervereinigung und dem Wegfall der Subventionierung brach das S. zusammen, dafür erhöhte sich die jährliche Hausmüllmenge von 180 kg auf ca. 300 kg pro Bürger der neuen Bundesländer.

Autor: KATALYSE Institut

Rotte

siehe Kompostierung

Autor: KATALYSE Institut

Rotschlamm

siehe Aluminiumherstellung

Autor: KATALYSE Institut

Pyrolyse

Als P. bezeichnet man die Zersetzung von festen oder flüssigen Stoffen bei hohen Temperaturen (400-700 Grad C) unter Sauerstoffausschluss.

 

Die P. wird in verschiedenen Bereichen angewendet, u.a. beim Cracking von Benzin, zur Behandlung von Klärschlamm und zur energetischen Nutzung von Biomasse. Häufigster Anwendungsbereich ist die P. von Kunststoffgemischen und Altreifen. Hierbei entstehen P.-Gase (ca. 40 Gew.-%), leichte und schwere P.-Öle (ca. 25 Gew.-%) sowie etwa 30% Abfallstoffe, die wegen ihres Schadstoffgehalts speziell entsorgt werden müssen. Die Gase können zur Strom- und Wärmeerzeugung eingesetzt werden, die Öle lassen sich wieder in der chemischen Industrie einsetzen.

Die Entstehung von Dioxinen und Furanen lässt sich nicht mit letzter Sicherheit ausschließen. Als Verfahren zum Kunststoffrecycling ist die P. ungeeignet, da die Menge der entstehenden, nicht zur Kunststoffproduktion verwendbaren Substanzen im Vergleich zu anderen Recyclingverfahren sehr hoch ist. Aktuelle Weiterentwicklungen auf dem Gebiet der P. werden unternommen, um verstärkt den nach entsprechender Trennung und Aufbereitung anfallenden Restmüll einer Verwertung zuzuführen. Dennoch bleibt immer ein zu deponierendes Restvolumen, das mit Schadstoffen hoch belastet ist. Eine abschließende Bewertung der P. ist derzeit nicht möglich.

Lit.: U.Förstner: Umweltschutztechnik, 2.Auflage, Berlin 1991

Autor: KATALYSE Institut

Plastiktüte

siehe Einkaufstasche

Autor: KATALYSE Institut

Plastikmüll in den Ozeanen

Sogenannte Müllstrudel, Müllteppiche oder Müllinseln sind  Gebiete mit einem hohen Anteil  von treibenden Plastikteilchen.  Durch die Meeresströmungen sammelt sich dieser Zivilisationsmüll in bestimmten Gebieten der Meere an.

Die bekannteste Müllinsel befindet sich im Nordpazifikwirbel, die die Beinamen „Great Pacific Garbage Patch“ oder „der siebte Kontinent“ erhielt. Die genaue Ausdehnung ist unbekannt, da man die Müllinsel nicht auf Luft- oder Satellitenbilder sehen kann (kleine Plastikteilchen schwimmen unter der Wasseroberfläche) und die Vermessung eines sich bewegenden heterogenen Müllteppichs äußerst schwierig ist. Schätzungen wiedersprechen sich in Größe und Ausdehnung des „Great Pacific Garbage Patch“ und reichen von fast einer Millionen km² bis zur Größe von Mitteleuropa.
Im Pazifikwirbel sollen sich 300.000 – 1.000.000 Plastikteile pro km befinden. Durchschnittlich in den Ozeanen sind es 13.000. Der an der Oberfläche treibende Plastikmüll macht nur einen geringen Anteil aus. Etwa 70 Prozent sinken ab, so fand man z.B. noch in 30 Meter Tiefe große Plastikmengen. Die Dichte des Müllteppichs beträgt ca. 5 kg/km².

Schon in den 80er Jahren entdeckte man – vor allem vor der japanischen Küste – beachtliche Mengen an Plastikmüll im Nordpazifik. Inzwischen ist bekannt, dass es sich um zwei große Müllstrudel handelt. Aber auch in den anderen Ozeanen sammelt sich Müll in den Wirbeln der Ozeane an (z.B. im Indischen Ozean, Süd- und Nord-Atlantik und Süd-Pazifik). Ferner haben Nord- und Ostsee mit dem Müllproblem zu kämpfen.

Diese Müllstrudel entstehen durch den von der Meeresströmung erfassten Müll, der in die Meereswirbel (insgesamt gibt es 9 Meereswirbel) gelangt und diese meist nicht mehr verlässt. Bei jedem Umlauf des Wirbels wird der am Rand des Wirbels schwimmende Müll frei und gelangt so in großen Mengen an die Küsten.

80 Prozent des gesamten Plastikmülls stammen vom Land. Plastikmüll gelangt durch Hochwasser, Flüsse oder kommunale Abwässer ins Meer. Außerdem entsorgen Schiffe ihren Müll unabsichtlich oder auch absichtlich im Meer. „Jährlich landen 6 Millionen Tonnen Plastikabfälle in den Weltmeeren. Von all dem Plastik, das weltweit hergestellt wird, landet ein Drittel nach einmaliger Nutzung auf dem Müll“ (Kalkreuth 2013).

Nur ein Bruchteil wird als Schwemmgut an die Küstenstrände und in die Inselbuchten getragen, insbesondere an Küsten in dicht besiedelten Regionen. Doch die Plastikmenge, die in weniger dicht besiedelten Küsten und in den Polarmeeren gefunden wird, nimmt immer mehr zu.
Der Großteil des Plastiks bleibt allerdings im Meer und stellt auch hier eine Gefahr für Tiere, Menschen und das Meer dar. Besonders prekär ist, dass Plastikmüll zwischen 20 Jahren (Plastiktüte) und über 400 Jahre (Plastikflasche) braucht, um abgebaut zu werden. Währenddessen verfangen sich Meeressäuger in den größeren Müllbestandteilen, wie z.B. in Netzen (sogenannte „Geisternetze“), und verletzen sich schwer oder strangulieren sich zu Tode. Das Plastik wird im Laufe der Zeit zerkleinert, so dass Seevögel, Fische und andere Meeressäuger, die Plastikteile mit ihrer Nahrung verwechseln und diese fressen. So gelangen die Bestandteile des Plastiks in die marine Nahrungskette und dann auch in unsere Nahrung. Die Tiere, die Plastik fressen, können dadurch ersticken, verhungern oder an Darmverschluss, Verstopfung oder an inneren Verletzungen sterben. Plastik bedroht aber auch in einer weiteren Form das Ökosystem Meer. Bestimmte Algen-, Insekten- und Planktonarten benutzen zur Eiablage schwimmendes Material. Seitdem diese Arten schwimmende Plastikbestandteile anstatt Pflanzenmaterial nutzen, legen die Eier dieser Arten auf dem Plastik größere Distanzen zurück und können sich z.T. als invasive Arten/Neozoen in neue Lebensräume ansiedeln und dort heimische Arten verdrängen und das ökologische Gleichgewicht stören.

Das Plastik nimmt Chemikalien und Giftstoffe auf, welche sich dann in der Nahrungskette anreichern (Giftakkumulation). Ein Beispiel ist PCB, das in Verdacht steht, auf das Hormonsystem zu wirken und krebserregend zu sein. Weiterhin sind im Plastik Bisphenol A oder auch Weichmacher auf Basis von z.B. Phtalaten enthalten, die beim Abbau des Plastiks ins Meerwasser abgegeben werden und durch ihre hormonähnliche Wirksamkeit in Verdacht stehen Unfruchtbarkeit, Leberschäden oder Verhaltensstörungen beim Menschen zu fördern. Bei Meerestieren schädigen Phtalate und Bisphenol A das Erbgut und den Hormonhaushalt. Diese Stoffe schaden also durch die Anreicherung der Giftstoffe in der Nahrungskette nicht nur den Meerestieren, sondern auch dem Menschen, der sich größtenteils von diesen Meerestieren ernährt.

Auch für die Wirtschaft hat dieses Müllproblem Folgen. Bei vielen Inseln, an deren Stränden Müll angeschwemmt wird, hat dies Auswirkungen auf den Tourismus. Die Kosten für die Säuberung der Strände sind hoch. Auch der Schiffsverkehr und die Fischereiwirtschaft sind betroffen, da sich größere Müllteile in den Schiffschrauben und Fischernetzen verfangen.
Eine Entfernung der Müllstrudel ist - durch die horizontale und vertikale Ausdehnung und der damit verbundenen kosten- und energieintensiven technischen Verfahren zur Trennung von Meerwasser und Kunststoffpartikeln - schwierig. Auch die anschließende Entsorgung des Mülls ist aufwendig. Die Vorrichtungen zum Sammeln der Plastikteilchen könnten zudem schädlich für Pflanzen- und Tierwelt sein. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die meisten Staaten für das Müllproblem in den Ozeanen nicht verantwortlich fühlen.
Daher sind bis jetzt globale, und auch regionale, politische oder wirtschaftliche Maßnahmen nicht in Sicht, die einerseits eine Beseitigung des Mülls regeln und andererseits Anreize zur Plastikvermeidung und Recycling geben. Dies muss unbedingt nachgeholt und geregelt werden. Desweiteren muss die Entsorgung von Müll im Meer verboten, streng kontrolliert und entsprechend geahndet werden.

Jeder einzelne Verbraucher kann durch Maßnahmen wie Müllvermeidung, richtige Müllentsorgung und Recycling zum Schutz der Meere beitragen!

Li.: 

  • Kalkreuth, Ulf (2013): Der Mensch und das Meer. [Stand:17.01.2013].
  • Museum für Gestaltung Zürich (o.J.):  Plastikmüll Strudel. [Stand: 06.05.2013] 
  • NABU (2010): Müllkippe Meer. [Stand: 06.05.2013]
  • Roberts, Callum (2013): Der Mensch und das Meer. München: Deutsche Verlags-Anstalt.
  • Scinexx (2011): Größe des pazifischen Müllstrudels übertrieben?  [Stand: 17.01.2013]
  • TTT (2013): Eine alarmierende Ausstellung über Müll in den Ozeanen. [Stand: 17.01.2013].
  • Victor,  Jean-Christophe (2011): Mit offenen Karten - Inseln aus Müll?. Strasbourg, Arte.

Autor: KATALYSE Institut

Plastikfolie

siehe Kunststoff, Polyethylen, PVC, Gartenteich.

Autor: KATALYSE Institut

Pfandverpackung

Verpackungen, für die beim Kauf ein Pfand erhoben wird, das bei Rückgabe der Verpackung erstattet wird.

In der Vergangenheit handelte es sich bei P. ausschließlich um Mehrwegverpackungen. Mit der Einführung der Pfandpflicht für Getränkeflaschen aus PET (Polyethylenterephtalat, 1990) wurden auch Einwegverpackungen zu P..

Autor: KATALYSE Institut

Pfandflasche

Siehe Mehrwegflasche

Autor: KATALYSE Institut

Öko-Institut, Freiburg

Das Öko-Institut e.V.- Institut für angewandte Ökologie -

wurde 1977 mit dem Ziel eine, von Regierung und Industrie unabhängige Umweltforschung zum Nutzen der Gesellschaft zu betreiben, gegründet. Den Ausschlag zu dieser Entscheidung gab die Auseinandersetzung um den Bau des AKW Wyhl in Baden- Württemberg. Derzeit arbeiten ca. 95 Mitarbeiter- und innen im Institut, aus welchen für jedes Forschungsprojekt ein passendes interdisziplinäres Projektteam zusammengestellt wird. Das Anliegen des Institutes ist es, Umweltprobleme zu analysieren und zu beurteilen, auf Risiken aufmerksam zu machen und Strategien und Maßnahmen für Problemlösungen zu entwickeln und zu verwirklichen. Dabei folgt die Arbeit dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung und mit dem Grundsatz, dass Lösungsmodelle nur dann eine Chance haben, wenn sie ökologisch angemessen, gesellschaftlich gerechtfertigt und wirtschaftlich durchführbar sind. Darum verbindet die Forschung am Öko-Institut die Bereiche Grundlagenforschung, Konzeptionsentwicklung und Umsetzung in die Praxis.
Die Zahl der Mitglieder beträgt 4000. Das Öko-Institut arbeitet mit der Stiftung Zukunftserbe, der Forschungskooperation ökoforum, dem Verein Energie-Vision und dem Environmental Law Network International zusammen und verfügt außerdem über einen eigenen Verlag.
Die Forschungsschwerpunkte sind:
Risikoforschung: Arbeiten zu Analyse, Verständnis, Erfahrung und Kommunikation von Risiken in den Bereichen Klimaschutz, Gentechnik, Chemie und Kernenergie
Systemanalyse: Entwicklung und Evaluierung von Planungs- und Analyse-Instrumenten (z.B. Emissions- und Stoffstromanalysen), Szenarienentwicklung, Ermittlung volkswirtschaftlicher Effekte
Implementierung: Entwicklung, Verbesserung und Umsetzung von Instrumenten der Umweltpolitik und des Umweltmanagements (Gesetze, Abgaben, Finanzierungsmodelle, Managementleitfäden, Beteiligung an Planungsprozessen usw.)
Konzeptentwicklung: Entwicklung von sektoralen Konzepten zur Reduzierung von Umweltauswirkungen, insbesondere beim Klimaschutz, Verkehr und Müll; ökonomische und ökologische Auswirkungen
Umweltkommunikation: Wissenschaftliche Unterstützung von Mediationsverfahren, Leitung von "Runden Tischen" und Agendaprozessen, Ausrichtung von Kongressen und Workshops, Vortragstätigkeit, institutseigene Verlagstätigkeit
Ausschuss-, Gutachter- und Beratertätigkeit: UN-Arbeitsgruppen, Bundeskommissionen, Normungsausschüsse, Antragsbegutachtung, politische Beratung.

Der Verein finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen und Auftragsforschung, v.a. für Ministerien, EU, Industrie und öffentliche Einrichtungen.

Kontakt:
Geschäftsstelle Freiburg
Postfach 6226
D-79038 Freiburg
Tel.: 0761-4 52 95-0
Fax: 0761-47 54 37
info@oeko.de
www.oeko.de

Autor: KATALYSE Institut

MVA

Abkürzung für Müllverbrennungsanlage

Siehe Müllverbrennung.

Autor: KATALYSE Institut

Müllverbrennung

Bei der M. unterscheidet man die Hausmüllv. und die Sondermüllv. Bei der Verbrennung erfolgt eine möglichst vollständige Oxidation vor allen der organischen Stoffe aber auch sonst oxidierbarer Stoffe.

Die M. ist in weiten Teilen der Bevölkerung seit Jahrzehnten umstritten; angesichts der vor der Schließung stehender Mülldeponien setzt sich in vielen Regionen die M. jedoch als langfristige "Lösung" der Abfallprobleme zunehmend durch.

siehe auch Stichwörter Sondermüllverbrennungsanlage und
Abfall

Autor: KATALYSE Institut

Mülltourismus

Siehe Abfalltourismus, Giftmüllexport

Autor: KATALYSE Institut

Müllteppich

Siehe: Plastikmüll in den Ozeanen

Autor: KATALYSE Institut