Partikelfilter

P. (auch Rußfilter genannt) vermindern die bei der dieselmotorischen Verbrennung entstehenden Rußpartikel (Dieselmotor, Schadstoffe aus Kfz) um bis zu 90%.

Das Prinzip der meisten bisher eingesetzten Systeme ist ähnlich: Die Partikel werden in einem Keramikfilter mit großer Filteroberfläche gesammelt. Da die Abgastemperatur zur Verbrennung der Partikel nicht ausreicht, müssen die Filter regelmäßig durch Abbrennen des Rußes regeneriert werden. Dies geschieht entweder im Stillstand nach der Fahrt (Standregeneration), etwa mit Hilfe einer Glühkerze und eines Gebläses unter Kraftstoffzufuhr oder - technisch aufwendiger - während des Fahrbetriebes.

Dies ist z.B. mit Hilfe eines Doppelfilterssystems möglich, bei dem der Abgasstrom durch einen Filter geleitet wird, während der andere regeneriert wird. Andere Systeme arbeiten mit dieselbetriebenen Brennern, die das Abgas kurzzeitig auf ca. 600 Grad C erhitzen, so daß die Partikel abbrennen. Zum Einsatz kommen auch katalytische Verfahren, wobei eine Kupferschicht die Selbstzündungstemperatur von 600 oC auf ca. 250 oC reduziert. Zur Regenerierung wird nach Abkühlung des Motors Acetylaceton eingespritzt, das beim Wiederanlassen des Motors den Abbrennprozess einleitet, sobald 250 oC erreicht werden.

Eine andere Ausführung des P. ist die als elektrostatischer Filter. Rußpartikel, die mit den Abgasen durch das Rohr strömen, werden im elektrostatischen Feld negativ aufgeladen, fliegen in Richtung des an Masse gelegten Gehäuses und brennen dort in der katalytisch beschichteten Stahlwolle ab.
Die meisten der bisher entwickelten Systeme sind aufgrund der großen Bauweise lediglich für Lastkraftwagen und Busse geeignet und v.a. für den Einsatz im Stadtverkehr konzipiert, da die Beanspruchungen im Langstreckeneinsatz höher sind.

In einem von 1990 bis Ende 1992 laufenden Großversuch des Bundesumweltministeriums werden Rußfiltersysteme in etwa 1.500 Nutzfahrzeugen (Lkw und Busse) getestet und zum Nachweis der Serienreife über zwei Jahre messtechnisch betreut.
Der sog. Cityfilter für Lkw-Dieselmotoren ist im Prinzip ein P., der zusätzlich die Emissionen von Kohlenwasserstoffen und Kohlenmonoxid um 50-60% reduziert, indem er diese zu Wasser und Kohlendioxid oxidiert.

Siehe auch: Rußfilter, Dieselmotor, Schadstoffe aus Kfz

 

Autor: KATALYSE Institut

Ozonschicht

Siehe Ozonabbau.

Autor: KATALYSE Institut

Ozonloch

Siehe Ozonabbau.

Autor: KATALYSE Institut

Ozonabbau

In der Stratosphäre (Atmosphäre) wird unter dem Einfluß von UV-Strahlung in einer Höhe von etwa 20-50 km die sog. Ozon-Schicht gebildet, die ein lebensnotwendiges Schutzschild gegen UV-Strahlung darstellt.

Durch den Eintrag von Schadstoffen, insb. von FCKWs, kommt es zum O. in der Stratosphäre; wird die Ozonschicht zu über 50% verringert, wie dies unter den speziellen Bedingungen am Südpol auftritt, spricht man vom Ozonloch.

Ausmaß des O.: Weltweit hat sich die stratosphärische Ozonkonzentration seit 1970 im Sommer um 3-4% und im Winter um 5-6% verringert. Berechnungen nach werden für das Jahr 2000 in mittleren Breiten Ozonverluste von 5-10% erwartet (Sommer). Den stärksten O. finden wir über der Antarktis; er stellt die gravierendste Störung in der chemischen Zusammensetzung der Erdatmosphäre dar. Die maximale Ausdehnung des antarktischen Ozonlochs trat bislang am Ende des antarktischen Winters in den Jahren 1987 und 1989 auf. Der O. betrug in einer Höhe von 15-20 km mehr als 90%. Am Nordpol wurde 1989 ein maximaler O. von 17% beobachtet.

Ursachen: Für den O. sind über 150 verschiedene, komplexe chemische Reaktionen verantwortlich. Hauptverursacher ist das über verschiedene Schadstoffe (insb.FCKW) in die Stratosphäre eingetragene Chlor, dessen Gehalt sich von 1,3 ppb (1970) auf 3 ppb (1990) erhöht hat. Chlor wirkt bei der Umwandlung von Ozon in normalen Sauerstoff als Katalysator, d.h., es geht unbeschadet aus der Reaktion hervor und kann, solange es sich in der Stratosphäre (Atmosphäre) befindet, immer neue Ozonmoleküle umwandeln. Hierdurch wird in der Gesamtbilanz mehr Ozon abgebaut, als durch UV-Strahlung nachgebildet wird. Der katalytische O. ist quadratisch von der Chlor-Konzentration abhängig.

An den Polen finden wir einen besonders starken O., da die wichtigsten ozonzerstörenden Reaktionen erst unter Temperaturen von -80 Grad C ablaufen, die an den Polen schon in geringerer Tiefe vorliegen (-Atmosphäre}). Der O. wird zusätzlich beschleunigt durch Reaktionen an Eis- und Eis-Salpetersäure-
Teilchen. Der extreme Abbau am Südpol wird v.a. auf spezielle meteorologische Bedingungen, wie z.B. geringer Luftaustausch durch stehenden Luftwirbel, zurückgeführt. Das antarktische Ozonloch beeinflußt durch "Auffülleffekte" die gesamte Südhemisphäre (O. von bis zu 10%), wovon insb. Australien und Neuseeland betroffen sind (Hautkrebs).

Weitere Einflüsse, die den O. begünstigen, z.B. dadurch, daß sie den atmosphärischen Bereich, in dem der O. stattfindet, ausdehnen: Kühlung der Stratosphäre infolge der verstärkten Wärmeabsorption in der Troposphäre (Treibhauseffekt), Zunahme des Stickoxidgehalts durch wachsende Distickstoffoxidkonzentrationen (N2) und Flugverkehr und Zunahme des Wasserdampfgehalts durch zunehmende Methan-Konzentrationen (Treibhauseffekt) und Flugverkehr.

Folgen: Ozonmoleküle absorbierem nahezu die gesamte Solarstrahlung (Globalstrahlung) im Wellenlängenbereich von 230 bis 320 nm, also v.a. die gefährliche UV-B-Strahlung (UV-Strahlung). Für jedes Prozent weniger Ozon in der Stratosphäre nimmt die UV-Strahlung um etwa 2% zu. Die Folgen zunehmender UV-Strahlung sind insb. Hautkrebs und Grauer Star, beides Krankheiten die bereits in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben und weiter stark zunehmen werden (Hautkrebs, Grauer Star).

Gegenmaßnahmen: Wichtigste Maßnahme ist die drastische Reduzierung von Schadstoffemissionen, die in der Stratosphäre Chlor freisetzen. Wichtigste Stoffgruppe sind die FCKWs, die insb. als Lösemittel, Treibgase, Kühlmittel und Aufschäum-/Isoliermittel (FCKW, Spraydosen, Kühlschrank) eingesetzt werden. Obwohl seit 1974 der Mechanismus des O. bekannt ist, wurden wirksame Gegenmaßnahmen immer wieder verzögert. Erst 1992 einigte sich bei den Vereinten Nationen eine Mehrheit auf ein FCKW-Verbot bis Ende 1995 (FCKW).

Die Erblasten dieser verspäteten Reaktion werden Menschen, Tiere und Pflanzen in den nächsten Jahrzehnten zu spüren bekommen, da noch Jahrzehnte später FCKWs aus z.B. Altgeräten freigesetzt werden, der FCKW-Eintrag verzögert stattfindet und FCKWs und Folgeprodukte (v.a. Chlor) sehr lange Verweilzeiten in der Stratosphäre haben (über 100 Jahre). Viele der geplanten FCKW-Ersatzstoffe gelten als klimarelevante Spurengase (FCKW, Treibhauseffekt).
Ozon am Boden: Während die lebensnotwendige Ozonschicht abgebaut wird, wachsen die Konzentrationen an bodennahem, schädlichem Ozon (Ozon, Sommersmog).

Autor: KATALYSE Institut

Ozon

O. (O{t3) ist ein Sauerstoffmolekül aus drei Sauerstoffatomen, es wirkt als sehr starkes Oxidationsmittel mit typischem, leicht stechendem Geruch (Geruchsschwelle bei 10 ppb, entspricht 20 µg O. pro m3 Luft).

O. zerfällt nach kurzer Zeit in normalen Sauerstoff (O2). Die aggressive Sauerstoff-Form O. wird überall dort gebildet, wo durch Energiezufuhr O2 in Sauerstoffatome (O) zerlegt wird, die mit weiterem O2 zu O. reagieren können. Dies kann geschehen durch UV-Strahlung, Blitzschlag, Schweißen und auch elektrische Entladungen von Hochspannungen, wie sie in Photokopierern (Kopieren), Laserdruckern und Luftionisiergeräten auftreten.

Die Umweltauswirkungen von O. sind sehr unterschiedlich, je nachdem in welchem Bereich der Atmosphäre es sich befindet. In der Stratosphäre (Atmosphäre) wird unter dem Einfluß von UV-Strahlung in einer Höhe von etwa 20-50 km die sog. O.-Schicht aufgebaut, die ein lebensnotwendiges Schutzschild gegen {-UV-Strahlung darstellt. Der durch Schadstoffeintrag bewirkte Abbau der O.-Schicht stellt eine große Gefahr für das irdische Leben dar (Ozonabbau, UV-Strahlung, Hautkrebs, Grauer Star).}

In den unteren Schichten der Atmosphäre wird O. bei gleichzeitigem Auftreten von Stickoxiden, Kohlenwasserstoffen, Kohlenmonoxid und Sonnenlicht gebildet. O. ist Hauptbestandteil des Sommersmogs, der v.a. aus Autoabgasen (Schadstoffe aus Kfz) unter Sonnenlichteinwirkung entsteht (Ausmaß, Schäden und gesundheitliche Folgen s.u.).

Troposhärisches (Atmosphäre) O. gehört mit Kohlendioxid, Methan und FCKWs zu den vier wichtigsten klimarelevanten Spurengasen, die den Treibhauseffekt verursachen und damit das Klima bedrohen.

Belastung durch bodennahes O.(Sommersmog): Der natürliche O.-Gehalt bodennaher Luft beträgt etwa 20 µg/m3 und kann sommerliche Spitzenwerte von 60-80 µg/m3 annehmen. In Deutschland liegen die Werte im Sommer häufig bei 80-100 µg/m3, mit Spitzenwerten bis zu 300 µg/m3.

Die höchsten O.-Werte finden sich in den Sommermonaten, am frühen Nachmittag. Fast jeden Sommer treten in Deutschland regelmäßig O.-Richtwertüberschreitungen nach Sommersmog-Gesetz von 1985 auf. Wenn der Schwellenwert von 240 µg/m3an mindestens drei auseinanderliegenden Messstellen überschritten wird und die Wetterprognose für den nächten Tag ein Weiterbestehen der O.-Belastung erwarten lsst, tritt ein 24-stündiges Fahrverbit für nicht schadstoffarme Kraftfahrzeuge (ohneDrei-Wege-Katalysator) in Kraft.

Zu einem tatsächlichen Fahrverbot ist es jedoch in der Praxis nicht gekommen und die Wirkungen sind auch als eher gering einzuschätzen, da der überweiegende Kraftfahrzeugbestand mit geregeltem Katalysator ausgerüstet ist und viele Ausnahmen existieren. Seit Juli 2000 ist die Sommersmogregelung außer Kraft.

In Metropolen in sonnigen Gegenden werden sogar Werte von 700-1.000 µg/m3erreicht. In Mexico City liegt der O.-Gehalt an 300 Tagen im Jahr über 220 µg/m3(internationaler Richtwert).

In ländlichen Gebieten liegen die O.-Konzentrationen im Durchschnitt oft mehr als doppelt so hoch wie in Ballungsgebieten. Das liegt v.a. daran, dass in Ballungsgebieten auch nachts infolge weiterer Stickoxidzufuhr O. durch Stickoxide abgebaut wird, während gleichzeitig mangels Sonnenlicht keine Neubildung erfolgt. So finden wir zwar tagsüber in den Städten O.-Spitzenbelastungen, während nachts der O.-Pegel weit unter Landniveau absinkt. In Waldgebieten kommt hinzu, dass der Wald selbst organische Kohlenwasserstoffe emittiert (Terpene), die wie Stickoxide unter Sonnenlichteinfluss O. produzieren.

Bodennahes O. stellt wie auch das stratosphärische O. einen UV-Filter dar, der bei hohen O.-Konzentrationen lokal die Intensität der UV-Strahlung bis auf Normalniveau abschwächen kann.
Richtwerte: International und national gelten eine Reihe verschiedener Richt- und Grenzwerte. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) legte einen Acht-Stunden-Mittelwert von 100 bis 120 µg/m3 als Luftqualitätsrichtlinie fest.

In Innenräumen sind meist nur geringe O.-Konzentrationen nachweisbar, da es mit den meisten Oberflächen feste Verbindungen eingeht. Am Arbeitsplatz gilt der MAK-Wert von 200 mg/m3 (Laserdrucker, Kopieren) und in der Außenluft der MIK-Wert von 120 µg/m3.

Schäden durch bodennahes O.: Bei 20-30 Prozent aller Menschen beeinträchtigen bereits O.-Konzentrationen zwischen 90 und 120 µg/m3 die Gesundheit, z.B. durch Beeinträchtigung der Lungenfunktion. Bei Bäumen und Pflanzen wirkt O. als Zellgift, führt zur Hemmung von Wasseraufnahme und Photosynthese, zum Absterben der Blätter und mindert das Wachstum. Als Dauerbelastung für Pflanzen empfiehlt die WHO 60 µg/m3. In Europa und den USA werden 5-15 Prozent der Ernteverluste auf O. zurückgeführt. Bei einer Konzentration von 180 µg/m3 geht der Ernteertrag z.B. bei Soja um 30 Prozent zurück. Das bodennahe O. gehört neben Schwefeldioxid und Stickoxiden zu den Hauptverursachern des Waldsterbens.

O. greift als starkes Oxidations- und Bleichmittel Autoreifen,

Gummi, Leder, Textilien und Anstriche an.

Schäden beim Menschen: O. beeinträchtigt v.a. die Lungenfunktion, und zwar abhängig von Konzentration und Expositionsdauer. Geringe Konzentrationen verursachen, wenn sie entsprechend lange eingeatmet werden, denselben Schaden wie hohe mit einer kurzen Einwirkzeit. Immer mehr Menschen leiden an der sog. Sommerbronchitis: Atembeschwerden, Reizung und Trockenheit im Rachen, Husten, verstärkte Schleimbildung der Bronchien. Befunde lassen auf die Entwicklung eines chronischen Lungenschadens durch O. schließen. Zusammen mit der Lungenfunktion mindert O. die körperliche Leistungsfähigkeit. Weitere Folgen: Augenreizungen, Kopfschmerzen, Übelkeit, abnorme Müdigkeit und Schwächung des Immunsystems.

Medizin: Der Einsatz von O. in der Medizin sowie die Geschichten von der gesunden, O.-reichen Waldluft beruhen weitgehend auf Fehlinterpretationen des 19.Jahrhunderts. Die Eigenschaft von O. in hohen Konzentrationen, Bakterien abzutöten, und der in der Tat hohe O.-Gehalt in Waldgebieten (durch Stickoxideintrag der Ballungsgebiete und Terpene (s.o.)) schaffte den Mythos vom gesunden O., der Geruch von O. wurde mit frischer Waldluft gleichgesetzt. Aus heutiger Sicht muß vor O.-Kuren und Luftionisiergeräten gewarnt werden, denn außer einer kurzfristigen Stimulation des Immunsystems treten obengenannte Schädigungen auf.

Aufgrund seiner starken Oxidationswirkung kann O. als Desinfektionsmittel gegen Bakterien und andere Erreger eingesetzt werden, so z.B. zur Entkeimung von Wasser (Ozonierung).

Die größte Quelle für bodennahes O. ist der Verkehr (Stickoxide); es folgen Feuerungsanlagen aller Art (Stickoxide und Kohlenmonoxid, Kraftwerke), Herstellung und Verwendung lösemittelhaltiger Produkte (Kohlenwasserstoffe) sowie Treibgase wie Butan und Propan. Aber auch Rinderhaltung (Massentierhaltung) und Mülldeponien (Deponiegas) tragen durch Emission des Kohlenwasserstoffs Methan bei.

Gegenmaßnahme zur Reduzierung der O.-Belastungen ist v.a. die Einschränkung des mit Verbrennungsmotoren (Straßenverkehr) ausgestatteten Individualverkehrs bis hin zu Fahrverboten. Sinnvoll ist v.a. die verstärkte Benutzung von öffentlichem Personennahverkehr und Fahrrad. In Kalifornien muss inzwischen ein bestimmter Anteil der Neuwagen elektrisch betrieben werden (Elektroauto).

Literatur: Bodennahes OZON - Verbraucherinformation zum Sommersmog; KATALYSE Nachrichten Sonderausgabe 1995

 

Autor: KATALYSE Institut

Orkane

Winde mit Geschwindigkeiten über 118 km/h (ab Windstärke 12).

O. gehören allgemein zu den Wirbelstürmen. Sie kommen als tropische O. und als die Tornados Nordamerikas in den Außertropen vor. Von geringerer Bedeutung sind die mit ihnen verwandten, in anderen Teilen der Erde auftretenden Wind- und Wasserhosen (Tromben).

Tropische O. entstehen nur über dem Meer, wo die Luftmassen besonders feucht sind und die Wassertemperatur mindestens 27 Grad Celsius beträgt. Die meisten tropischen O. beobachtet man deshalb im Spätsommer und Frühherbst der betreffenden Halbkugel. Die Häufigkeit der tropischen O. ist je nach Gebiet unterschiedlich. Der Wind erreicht oft Geschwindigkeiten von 200 km/h und mehr.

Verläuft die Zugbahn über Inseln und Küstengebiete, bilden neben der zerstörenden Wirkung des Windes meterhohe Flutwellen eine zusätzliche Gefahr. Beim relativ seltenen Übertritt auf das Festland verlieren die tropischen Wirbelstürme rasch an Energie. Am bekanntesten sind die westindischen Hurrikane und die Taifune der Gewässer Chinas und Japans.

Tornados des subtropisch gemäßigten Klimas entstehen über dem Festland. Sie hinterlassen auf einem schmalen Band aufgrund ihrer Windgeschwindigkeiten von bis zu 500 km/h und ihres starken Unterdrucks große Zerstörungen.
In den letzten Jahren sind O. vermehrt und heftiger aufgetreten; manche Wissenschaftler sehen hierin erste Anzeichen des Treibhauseffektes.

Gerade für die dichtbesiedelten Küsten- und Flussdeltagebiete der Entwicklungsländer bilden die O. im Zusammenhang mit einer Erhöhung des Meeresspiegels eine große Gefahr. Beispiele: September 1988, heftigster Wirbelsturm dieses Jahrhunderts über Jamaica; April 1991, Sturmflut mit Tausenden von Toten in Bangladesh. Vorhersagen für den indirekten Treibhauseffekt, dazu gehören auch die O., sind in der Wissenschaft noch äußerst unsicher.

Autor: KATALYSE Institut

Schallschutz

Technische Maßnahmen zur Verhinderung der Entstehung von Geräuschen sowie zur Verhinderung der Ausbreitung von Schall werden als S. bezeichnet.

Es wird unterschieden zwischen:
- Primärem S.: Vermeidung der Entstehung von Schall und Schwingungen (ggf. auch durch andere Technik)

Autor: KATALYSE Institut

Schalleistungspegel

Um eine Lärmquelle hinsichtlich ihrer Lärmemission beurteilen zu können, ist die Angabe eines Schalldruckpegels unzureichend, da er stets an einen bestimmten Standpunkt gebunden ist.

Um Lärmquellen miteinander vergleichen zu können, wurde der S. eingeführt. Er ist definiert als die gesamte Schalleistung, die pro m2 Oberfläche eines Schallstrahlers abgegeben wird. Angegeben wird der S. in Dezibel. Leider werden von den Herstellern jedoch nur in den seltensten Fällen S. angegeben. Meist wird ein Schalldruckpegel in dB(A) (Schallbewertung) in einer bestimmten Entfernung angegeben. Letztlich sind solche Angaben dann nicht mehr vergleichbar. Lediglich wenn die genauen Meßbedingungen bekannt sind, ist es unter bestimmten Voraussetzungen möglich, hieraus die S. zu bestimmen, um so an vergleichbare Daten zu gelangen. Dies scheint allerdings nicht im Interesse vieler Hersteller zu sein.

Autor: KATALYSE Institut

Schalldruckpegel

Durch die Schwingung von materiellen Teilchen entsteht Schall. Diese verursachen Druckunterschiede im angeregten Medium. Die absolute Abweichung der Druckunterschiede von der Ruhelage werden als S. bezeichnet. Da Druckeinheiten für den Gebrauch innerhalb des Hörbereichs des Menschen recht unhandlich wären, wurde das Dezibel eingeführt. Im Gegensatz zum Schalleistungspegel sind S. direkt meßbar. Sie bilden die Grundlage zur Bestimmung der Lärmimmission. Da S. jedoch für die Beurteilung der Lästigkeit oder Beeinträchtigung des Menschen durch Lärm unzureichend ist, gibt es eine Reihe von Verfahren zur Schallbewertung.

Autor: KATALYSE Institut

Schallbewertung

Da ein bestimmter Schallpegel bei verschiedenen Frequenzen unterschiedlich laut empfunden wird, müssen Schallpegel frequenzabhängig bewertet werden.

So wird z.B. ein Schallpegel von 70 dB bei einer Frequenz von 63 Hz ebenso laut empfunden wie ein Pegel von 45 dB bei 2.000 Hz. Aus diesem Grund wurden für einzelne Frequenzen unterschiedliche Korrekturwerte eingeführt. Um mit einem einzigen Zahlenwert auszukommen und "objektiv" vergleichbare Werte zu erhalten, werden die einzelnen Pegel innerhalb eines bestimmten Frequenzbereichs erfaßt, bewertet und logarithmisch addiert (Dezibel). Die entsprechenden Schallpegelmeßgeräte besitzen für die S. fest eingebaute Filter.
Mit der S. wird gewissermaßen eine durchschnittliche Empfindlichkeit des menschlichen Gehörs nachempfunden. Für bestimmte Schallarten gibt es unterschiedliche Bewertungen. Die am häufigsten angewandte Bewertung ist die A-Bewertung. Hiernach bewertete Pegel werden dann in dB(A) angegeben. Je nach Schallart gibt es jedoch auch andere Bewertungsverfahren, z.B. die CBewertung (dB(C), Fluglärm Deutschland) oder die DBewertung (dB(D),Fluglärm Ausland).

Autor: KATALYSE Institut

Schall

Als S. bezeichnet man mechanische Schwingungen materieller Teilchen eines elastischen Mediums. Je nach Medium, in dem sich der S. ausbreitet, unterscheidet man zwischen Luftschall, Körperschall und Flüssigkeitsschall.

Je nach Ausbreitungsweg können die verschiedenen Formen des Schalls ineinander überführt werden, zum Beispiel von Luftschall in Körperschall und umgekehrt. Vom menschlichen Ohr wird nur Luftschall wahrgenommen. Der Hörbereich, in dem S. wahrgenommen wird, beginnt bei etwa 16 Hz und endet etwa bei 20.000 Hz. S. mit niederen Frequenzen bezeichnet man als Infraschall, mit höheren Frequenzen als Ultraschall.

Ist eine Schwingung sinusförmig, nennt man den S. einen Ton. Stehen die Frequenzen mehrerer Einzeltöne in einem bestimmten (harmonischen) Verhältnis zueinander, so spricht man von einem Klang. Sind die Schwingungen der Töne beliebig, so entsteht ein Geräusch. Technische Schallquellen sind vorwiegend Geräuscherzeuger. Als lästig empfundener S. wird als Lärm bezeichnet.

Siehe auch: Trittschall, Schalldämmung, Schalldämpfung

Autor: KATALYSE Institut

Sonnenhut

Der Sonnenhut ist eine mehrjährige aufrechte Pflanze von ein bis zwei Meter Höhe mit kahlem, ästigem Stengeln mit basalen fiederteiligen/apikalen einfachen Lanzettblättern und violetten bis braunen Röhrenblüten.

  • Systematik: Ordnung: Asterales, Familie: Asteraceae (Korbblütler), Art: Echinacea angustifolia
  • Herkunft: Nordamerika
  • Klimaansprüche: gemäßigt
  • Anbausystem: zwei- bis dreijähriger Anbau mit Kraut- und Blütenernte, später Wurzelernte
  • Aussaat: Direktsaat oder Pflanzung, Schichtung des Saatgutes zur schnelleren Keimung; 8 Pflanzen/m2
  • Düngung: Nährstoffentzug bei 22 Tonnen Trockensubstanz/Hektar: Stickstoff: 112 kg, Phosphat: 27 kg, Kalium: 206 kg; Drei Stickstoffgaben nach Auflauf und vor Bestandesschluss nach ersten Schnitt
  • Pflanzenschutz: Virosen und Bakterien
  • Ernte: blühendes Kraut im ersten Jahr September/Oktober; im zweiten Jahr Wurzeln im Juli/Oktober
  • Ertrag: E. purpurea: Kraut: 27 bis 39 Tonnen/Hektar, Droge: 5,7 bis 9,7 Tonnen/Hektar; Wurzeln: 14 bis 17 Tonnen/Hektar, Droge: 4,7 bis 5,7 Tonnen/Hektar; E. angustifolia: Kraut: 27 bis 55 Tonnen/ Hektar, Droge: 7-14,5 Tonnen/Hektar; Wurzeln: 14,5 bis 16,0 Tonnen/Hektar, Droge: 5,5 bis 6 Tonnen/Hektar
  • Qualitätsmerkmale: Gehalt an ätherischem Öl, Gehalt an Echinacin und Echinacosid in den Wurzeln
  • Besonderheiten: Anbau in Trockenlagen möglich
  • Wirkspektrum: gegen Grippe, Erkältung und Wundbehandlung.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Sonnenblume

Die Sonnenblume ist ein einjähriges Kraut und Flachwurzler. Sie erreicht eine Wuchshöhe von bis zu vier Metern. Sie hat einen mächtigen, scheibenförmigen Blütenstand bis etwa 45 cm Durchmesser sowie randständige, sterile Zungen- und Röhrenblüten.

  • Systematik: Familie: Compositae (Korbblütler), Art: Helianthus annuus L.
  • Herkunft: Nordmexiko bis südliches Kanada, aride Gebiete Nordamerikas (Great
    Plains)
  • Klima: warm-gemäßigt, Tropen-Subtropen; Temperaturoptimum 20 bis 25°C; Mindestniederschlag 500 bis 750 mm; russische Zwergsorten 250 mm pro Jahr
  • Anbausystem: Reinkultur; ggf. Bewässerung
  • Aussaat: Ende April/Anfang Mai (in der EU); Bestandsdichte etwa 40.000, bei Bewässerung rund 70.000 Pflanzen/Hektar zur Futternutzung 150.000 bis 300.000
  • Düngung: Stickstoff bis 120 kg/Hektar; Phosphat bis 35 kg/Hektar; Kalium bis 160 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: Anbaupause nach Befall von Sonnenblumenwürger; wichtige Erreger sind Pilze; Schädlinge samenfressende Vögel.
  • Ernte: hochwüchsige Sorten 120 bis 160 Tage nach Aussaat, niedrigwachsende 90 bis 120 Tage nach Aussaat; Handernte bei hochwüchsigen, maschinelle Ernte bei Zwergformen
  • Ertrag: Weltdurchschnitt 1,4 Tonnen/Hektar; hohe Durchschnittserträge in Frankreich 2,6 Tonnen/Hektar und in Rumänien 2,3 Tonnen/Hektar.
  • Besonderheiten: Ölgehalt der Früchte bis 60 Prozent, konventionelles Fettsäuremuster: bis 70 Prozent Linolsäure, etwa 20 Prozent Ölsäure; „ High-Oleic "-Formen: etwa 90 Prozent Ölsäure, 3 Prozent Linolsäure.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Soja

Die Sojapflanze ist eine einjährige, krautige Pflanze, die 0,3 bis 2 Meter Höhe erreicht. Sie besitzt eine Pfahlwurzel mit einer Länge von bis zu zwei Metern. Alle Teile sind stark behaart und die Wurzeln mit Knöllchen-Bakterien besetzt. Ihre Früchte sind Hülsen mit zwei bis fünf Samen.

  • Systematik: Familie: Leguminosae (Schmetterlingsblütler), Art: Glycine max (L.) Merr.
  • Herkunft: Nordostchina
  • Klima: warm-gemäßigt und immerfeuchte Subtropen; optimale Temperatur etwa 25°C; Niederschlag mindestens 500 bis 700 mm
  • Anbausystem: Reinkultur; in wärmeren Regionen alternierende Reihenkultur (
    Mais, Hirse), Zwischenkultur von Dauerkulturen (z.B. Kaffee) Bewässerung in semiariden Gebieten
  • Aussaat: Ende April, Anfang Mai (in der EU); Bestandsdichte 30 Pflanzen pro m2; Impfung des Saatgutes mit spezifischen Knöllchenbakterien
  • Düngung: Phosphat: 20 bis 30 kg/Hektar; Kalium: 60 bis 80 kg/Hektar; Stickstoffversorgung durch symbiotische Knöllchen-Bakterien
  • Pflanzenschutz: Insektizideinsatz gegen Sojabohnenkäfer und Hülsenwickler in 0st und Südostasien; Pheromonfalleneinsatz; langsame Jugendentwicklung erfordert Unkrautfreiheit
  • Ernte: ab Ende August, Anfang September (in der EU); maschinell, traditionell mit Sicheln u. Messern; Vegetationszeit 4 bis 5 Monate
  • Ertrag: Weltdurchschnitt 2,1 Tonnen Sojabohnen/Hektar; bis 4 Tonnen/Hektar in USA um eine Tonne/Hektar in den Tropen
  • Besonderheiten: Öl- und Eiweißpflanze, Samen enthalten bis 25 Prozent Sojaöl, Fettsäurezusammensetzung: 48 bis 52 Prozent Linolsäure, 23 bis 32 Prozent Ölsäure,
    hoher Tocopherolgehalt; Anteil an hochwertigem Eiweiß 38 bis 40 Prozent, enthält 39 Prozent an essentiellen Aminosäuren.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Schafwolle

Schafwolle ist ein Eiweißfaserstoff und zählt zu den Naturfasern und den nachwachsenden Rohstoffen. Weltweit werden pro Jahr 1,5 Millionen Tonnen Schafwolle geschoren und weiterverarbeitet. Das entspricht mehr als 96 Prozent aller produzierten Tierhaare. Die restlichen vier Prozent verteilen sich auf Mohair, Angora, Cashmere, Lama oder Kamelhaar.

Aufbau
Die Wollfaser in ihrer Oberhaut (Cuticula) besteht aus feinen Schuppen, die ähnlich wie ein Schieferdach um die Faser herum angeordnet sind. Die Schuppen werden von einer dünnen Haut, der Epicuticula überdeckt. Unter den Schuppen liegt die Rindenschicht, Cortex, welche den Hauptbestandteil der Faser ausmacht. Chemisch besteht die Wolle im Wesentlichen aus Proteinen; die chemische Zusammensetzung kann mit etwa 50 Prozent  Kohlenstoff, 25 Prozent Sauerstoff und 15 Prozent Stickstoff sowie Wasserstoff und Schwefel angegeben werden.

Eigenschaften
Naturfasern sind luftdurchlässig, atmungsaktiv und unterstützen ein gesundes Körperklima. Die hautfreundlichen Eigenschaften bleiben bei einer natürlichen Verarbeitung und bei einem Verzicht auf chemische Ausrüstung erhalten.

Feinheit
Die Feinheit der Wolle ist die wichtigste Eigenschaft und bestimmt im Wesentlichen deren Wert und Verwendungsmöglichkeit. Unter dem Begriff Feinheit wird im Allgemeinen der mittlere Durchmesser von Fasern bezeichnet, die in einem Faserverbund vorkommen. Sowohl im Vlies als auch im späteren Produkt in dem Vliese enthalten sind kommen Fasern mit unterschiedlichen Durchmessern vor. Je feiner eine Wolle ist, desto weiter kann sie ausgesponnen werden.

Elastizität
Mit Elastizität wird die Fähigkeit der Wollfaser bezeichnet, nach einer Beanspruchung, in die ursprüngliche Form zurückzukehren. Feinere Wollen sind elastischer als gröbere. Aufgrund der Elastizität ist Wolle sehr formbeständig; sie besitzt unter allen Naturfasern die beste Knitterresistenz.

Farbe und Glanz
Die Brechung des Lichtes verursacht bei gesunder Wolle einen seidenartigen Glanz, der erst nach der Wäsche richtig zur Geltung kommt. Dieser Glanz ist wichtig für die spätere Brillanz der Farben.

Feuchtigkeitsverhalten
Wollfasern können Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, ohne sich
chemisch mit ihr zu verbinden - sie sind hygroskopisch. Wolle fühlt sich selbst bei 33 prozentiger Wassersaufnahme nicht feucht an.

Schwerentflammbarkeit
Aufgrund des hohen Stickstoff und Feuchtigkeitsgehaltes schmilzt Schurwolle nicht und entzündet sich erst bei einer Temperatur von 560°C.

Filzfähigkeit
Schafwolle filzt als einziges Tierhaar von Natur aus; andere Haare müssen zuvor gebeizt werden. Unter Einwirkung von Feuchtigkeit, Wärme, Druck und Bewegung verbinden sich die Fasern zu einem dichten Stoff. Die Zugabe von Seife kann das Filzen begünstigen. Mit dem Filzen ist eine Schrumpfung verbunden.
Um das Verfilzen der Wolle zu verhindern rüsten einige Hersteller die Wolle mit Kunstharzen aus. Dabei wird die Schuppenoberfläche „maskiert“, so dass sich die Schuppen nicht mehr verhaken können. Bei diesem Verfahren geht jedoch neben der Filzfähigkeit auch der natürliche Wollcharakter verloren.

Waschbarkeit
Zum Waschen der Wolle sollte ein Feinwaschmittel verwendet und die Temperatur von 30°C nicht überschritten werden. Beim ersten Waschen tritt eine Entspannungsschrumpfung ein, was eine Längenänderung um bis zu 7 Prozent ausmachen kann. Diese Schrumpfung ist, durch ziehen am nassen oder getrockneten Kleidungsstück umkehrbar. Wolltextilien können heute ohne Probleme in der Waschmaschine, mit einem Wollspezialprogramm, gewaschen werden. Schleudern schädigt die Fasern nicht: Durch die Zentrifugalkraft werden die Wollartikel an die Außenwand der Trommel gedrückt und bleiben dort während des Schleuderns ruhig liegen. Beim Trocknen verbleibt die Wolle in ihrer bequemsten Lage und sollte, um Verformungen zu verhindern, im Liegen getrocknet werden.

Elektrische Aufladung
Wolltextilien laden sich unter normalen atmosphärischen Bedingungen nicht elektrisch auf. Dadurch fehlt die Anziehungskraft für Staubpartikel - ein häufiges Waschen der Textilien ist nicht notwendig.

Kleine Wollkunde
Mit dem Begriff Wolle wird in erster Linie Schafwolle bezeichnet. Der Begriff "Wolle" weist lediglich darauf hin, dass der Artikel aus reiner Wolle ist; er sagt jedoch nichts über die Qualität der Wolle aus.
Als Reine Schurwolle darf nur die Wolle vom gesunden, lebenden Schaf bezeichnet werden. Sie ist besonders atmungsaktiv und temperaturausgleichend.

Rhönwolle wird vom Rhönschaf gewonnen, eines der ältesten Nutztierrassen Deutschlands. Es lebt in der Mittelgebirgslage der hessischen, bayrischen und Thüringer Rhön. Die gewonnene Schurwolle ist besonders robust, strapazierfähig, wirkt stark wasserabweisend und ist widerstandsfähig gegen Knötchenbildung und Verfilzungen.

Reißwolle ist aus Abfällen und Lumpen wiederaufarbeitete Wolle. Im Vergleich zur Schurwolle besitzt sie kürzere Faserlängen und ist qualitativ minderwertig.

Als Schutz gegen das raue nordische Klima entwickeln isländische Schafe ein besonders dichtes Wollhaar, das Islandwolle bezeichnet wird. Es ist sehr warm, robust, fest und wasserabweisend. Das Unterhaar zeichnet sich durch eine sehr weiche, flauschige Qualität aus.

Als Lambswool wird die Wolle von jungen Lämmern bezeichnet, die höchstens ein halbes Jahr alt sind und die bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht geschoren wurden. Lambswool ist sehr fein und außergewöhnlich weich.

Man unterteilt die Schafrassen nach dem Charakter der Wolle. Die feine Merinowolle, die mittelfeine bis kräftige Cheviotwolle und die Crossbredwolle, welche eine Kreuzung zwischen Merino- und Cheviotwolle ist. Merinowolle ist aufgrund ihrer Feinheit und Weichheit die feinste Schafwollqualität. Sie zeichnet sich durch besondere Gleichmäßigkeit, Elastizität und Leichtigkeit aus.

Als Shetlandwolle werden Wollsorten bezeichnet, die von auf den Shetlandinseln lebenden Schafen stammen. Oft ist die Oberfläche leicht gewalkt.

Quellen:
BUSSE, B.; HLOCH, H.; LICHTENBERG, W.; et al.: Haushaltsführung aktuell. Hamburg 1996.
NOWAK, M.; FORKEL, G.: Wolle vom Schaf. Stuttgart 1989.
Homepage des Unternehmen Hess-Natur (Stand: 17.07.2006)

Autor: KATALYSE Institut

Schädlingsbekämpfung

S. ist die Bekämpfung von sog. Schädlingen mit dem Ziel, direkte oder indirekte Schäden vom Menschen abzuwenden oder zu begrenzen.

Hierunter fallen Pflanzenschutz, Seuchenbekämpfung, aber auch Vorratsschutz, Materialschutz (z.B. Holzschutz) sowie Maßnahmen der Konservierung. Zu unterscheiden sind: physikalische und menschliche S. (Kälte-, Hitze- und Strahlenanwendung; optische und akustische Abschreckung), chemische, biologische und biotechnische S. sowie kulturtechnische Verfahren wie z. B. das Trockenlegen von Sümpfen als Schutz gegen Stechmückenübertragungskrenkheiten.

Autor: KATALYSE Institut

Sachalin-Staudenknöterich

Der Staudenknöterich ist eine aufrechte, bis vier Meter hohe Pflanze mit kräftigem Rhizomwachstum. Sie besitzt herzförmige Blätter (ca. 39 cm lang, 30 cm breit) und zweihäusige, dichte Blüten sowie Fruchtstände mit dreiflügeligen Samen.

  • Systematik: Familie: Polygonaceae (Knöterichgewächse), Art: Reynoutria sachalinensis
  • Herkunft: Ostasien
  • Klimaansprüche: kontinental; gute Wasserversorgung notwendig, empfindlich gegen Spätfröste im Frühjahr
  • Anbausystem: im Versuchsanbau als Dauerkultur, ansonsten wild an Bach- und Flussläufen und an Waldrändern
  • Aussaat: Pflanzung: vegetativ über Rhizome von älteren Pflanzen oder Aussaat von Samen im Gewächshaus Januar/Februar, Sämlingsaufzucht jedoch sehr arbeitsaufwändig; Pflanzenabstand im Feld ein Meter
  • Düngung: gute Stickstoffversorgung notwendig: >240 kg/Hektar; Spurennährstoffe (z.B. Zink, Kupfer, Mangan, Eisen); Erhaltungsdüngung für Phosphor, Kalium, Magnesium
  • Pflanzenschutz: nicht notwendig, da bisher keine wirtschaftlichen Schäden durch Mikroorganismen (z.B. Pilze) oder Insekten aufgetreten sind; Unkrautregulierung notwendig
  • Ernte: Juni bis Oktober; Ernte mit Motorsense im ersten Jahr; maschinelle Ernte ab zweitem Jahr möglich; Ernte sollte nur ein- bis zweimal im Jahr erfolgen, da sonst Gefahr der Auszehrung der Pflanzen
  • Ertrag: maximale Produktion 53 Tonnen/Hektar bei zwei Schnitten im siebten Jahr
  • Besonderheiten: Pflanzenextrakte vermögen die Widerstandskraft gegenüber echtem Mehltau und anderen Pflanzenkrankheiten von Kulturpflanzen (Tomate, Begonie, Gurke) zu erhöhen.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Saatgutproduktion

Produktion von zertifiziertem Saatgut oder von Basissaatgut durch spezialisierte Betriebe, die durch das Saatgutverkehrsgesetz geregelt wird.

Weltweit ist die S. in der Hand weniger großer Firmen (DuPont, Exxon, Shell). Diese Konzentration hat sich durch die Gentechnologie verstärkt.

siehe: Genbank

Autor: KATALYSE Institut

Saatbeizmittel

Zum vorbeugenden Schutz (Beizung) des Saatgutes vor allem von Getreide-, Rüben- und Gemüsesamen vor pilzlichen Erkrankungen (Fungizide) und tierischen Schädlingen eingesetzte chemische Mittel.

Wirksam, aber ökotoxikologisch bedenklich sind die quecksilberorganischen Verbindungen (Quecksilber), wie z.B. Phenylquecksilberacetat. Saatgut, das mit S. behandelt wurde, darf nicht als Futter- oder Lebensmittel verwendet werden.
In die aquatische Umwelt trägt seit Anfang der siebziger Jahre die Verwendung von Tributylzinn-(TBT) Verbindungen als molluskizide Komponente im Pflanzenschutz und als Saatbeizmittel bei.
Siehe auch Stichwort: Saatgutbehandlung.

Autor: KATALYSE Institut

Teratogene

Eine Vielzahl von chemischen Substanzen, Medikamenten oder physikalischen Einflüssen (Ionisierende Strahlung), die durch ihre Einwirkung auf den Embryo in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft (Phase der Organbildung) zu Fehl-, zu Mißbildungen oder zum Fruchttod führen können.

Besonders bekannt geworden ist das Schlafmittel Thalidomid (Contergan), das in den 50er Jahren zu einer Vielzahl schwerster Fehlbildungen bei Neugeborenen geführt hat.

Autor: KATALYSE Institut

Summationsgift

Als S. (oder Kumulationsgifte) werden Umweltgifte bezeichnet, die sich wegen besonders schlechter Abbaubarkeit bzw. ungenügender Ausscheidung in Organismen einlagern und anreichern können.

S. werden vorwiegend in stoffwechselaktiven Organen wie Leber und Nieren (Cadmium)m aber auch im Fettgewebe (DDT, PCB, HCH usw.) im Gehirn (organische Ouecksilberverbindungen) und in den Knochen (Blei) angereichert. Während kleine Mengen eine S. zu keinen erkennbaren Gesundheitsschäden führen, kann es nach Jahren stetiger Aufnahme nach Überschreiten einer Bestimmter Konzentration (Schwellenwert) zum Auftreten von Vergiftungserscheinungen kommen (Bioakkumulation).

Der Begriff S. wird auch für Umweltgifte verwendet, die zwar im Körper relativ schnell abgebaut werden, aber trotzdem eine Schadwirkung in den Körperzellen hinter lassen. Es handelt sich hierbei nicht um eine Speicherung des Schadstoffes, sondern um eine Aufsummierung seiner schädigenden Wirkung. Jede weitere Aufnahme, selbst kleinster Mengen, verstärkt die toxische Wirkung, so dass man von einer Wirkungsakkumulation spricht.

Zu solchen S. mit irreversibler Wirkung zählen krebserregende, mutagene (erbgutverändernde) und teratogene (Missbildungen bei Föten) Chemikalien, wie etwa Benz[a]pyren, für den keine untere toxische Grenze festgestellt werden kann.

Autor: KATALYSE Institut

Stress

Erhöhte physiologische oder psychische Beanspruchung eines Organismus.

Als S.-Faktor bezeichnet man einen S. verursachenden Reiz der Umwelt auf einen Organismus. Man unterscheidet physikalische, chemische, biologische und psychisch-soziale S.-Faktoren, wie z.B. Lärm, Schadstoffe, Verletzungen, Infektionen, aber auch das soziale Umfeld. Die meßbaren Auswirkungen von S. sind die sog. S.-Reaktionen.

Diese manifestieren sich bei Säugetier und Mensch z.B. als Adrenalinausschüttung (S.-Hormon) und dadurch bedingt im Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz; bei Pflanzen gilt Abscisinsäure als S.-Hormon.

Ein gewisses Maß an S. kann als normal und lebensförderlich angesehen werden, da damit Akklimatisations- und Abwehrmechanismen des Körpers, bzw. das Sich-Behaupten im sozialen Umfeld trainiert werden. Dauerhafter S. kann körperliche Schäden, wie z.B. Magengeschwüre oder Gefäßschäden (Arteriosklerose), zur Folge haben.

Siehe auch: Massentierhaltung, Tierarzneimittel, DFD-Fleisch, PSE-Fleisch

Autor: KATALYSE Institut

Strahlentherapie

Teilgebiet der Radiologie, das sich mit der Anwendung ionisierender Strahlung bei der Behandlung bösartiger oder gutartiger Tumoren sowie entzündlicher Prozesse befasst, einschließlich der Anwendung strahlensensibilisierender Substanzen. Es werden Röntgen-, Gamma- oder Elektronenstrahlung und in seltenen Fällen auch Neutronenstrahlung und Schwerionen verwendet, die je nach Lage des Herdes und Strahlungsart zu Oberflächen-, Halbtiefen- oder Tiefentherapie eingesetzt werden.

Die Wirkungsweise von S. beruht darauf, dass Tumorzellen durch ionisierendeStrahlung abgetötet werden. S. besitzt in der Krebsbekämpfung nach wie vor einen hohen Stellenwert; über 50% aller Krebspatienten werden einer S. unterzogen. Das Ziel ist maximale Tumorschädigung bei gleichzeitig geringstmöglicher Schädigung des umgebenden Gewebes. Häufig ist dies nicht zufriedenstellend zu erreichen, so dass auch Strahlenschäden in gesundem Gewebe des Patienten auftreten und zum Beispiel sekundäre Tumore induziert werden. Diese Strahlenschäden werden gegenüber dem Risiko des fortschreitenden Tumors zurückgestellt.

Die Strahlung wird entweder mit Röntgenröhren oder zunehmend mit Teilchenbeschleunigern erzeugt, oder es werden radioaktive Stoffe (Gammastrahler:Cobaltbombe, Cäsium, früher auch Radiumstäbe gegen Unterleibskrebs) eingesetzt. Die Tumoren erhalten typische Strahlendosen von etlichen 10 Sv (Radioaktivität undStrahlung, Masseinheiten).
Bei nicht sachgerechtem Umgang mit den Strahlenquellen können erhebliche Strahlenbelastungen beim medizinischen Personal auftreten (Strahlenschutz). Die Aufbewahrung und Beseitigung radioaktiver Quellen und kontaminierter (Kontamination) Arbeitsgeräte verlangt grösste Sorgfalt (Atommüll). Grössere Strahlenbelastungen für die Gesamtbevölkerung gehen im medizinischen Bereich von der Nuklearmedizin und vor allem von der Röntgendiagnostik aus.

Siehe auch: Strahlenbelastung, Strahlenschäden.

Autor: KATALYSE Institut

Strahlenschutz

Der Strahlenschutz regelt den Umgang und die Lagerung radioaktiver Stoffe und den Betrieb von Anlagen zur Erzeugung ionisierender Strahlung zum Schutz von Einzelpersonen (somatische Strahlenschäden), deren Nachkommen (genetische Strahlenschäden) und der Bevölkerung insgesamt (Kollektivdosis).

Grundlage des Strahlenschutzes ist die Strahlenschutz-Verordnung (StrlSchV), in der auch die Grenzwerte für Dosen (Strahlendosis), Aktivitäten und Kontaminationen festgelegt sind. Ein für den Strahlenschutz sehr wichtiger Grundsatz ist §28 der StrSchV. Er besagt, dass jeder, der mit ionisierender Strahlung umgeht, verpflichtet ist, jede unnötige Strahlenexposition von Personen, Sachgütern und Umwelt zu vermeiden bzw. nach dem Stand von Wissenschaft und Technik so gering wie möglich zu halten.

Personen, die beruflich mit ionisierender Strahlung umgehen, sind zum Tragen von Dosimetern verpflichtet. Oft ist es sinnvoll, zusätzlich Dosisleistungsmeßgeräte (Geigerzähler) einzusetzen. Sie geben direkte Auskunft über die Intensität eines Strahlenfeldes und können somit frühzeitig vor einer zu großen Strahlenexpositionwarnen.
Für den Strahlenschutz gelten die drei A’s: Großer Abstand von der Strahlenquelle, gute Abschirmung und geringe Aufenthaltsdauer.

Autor: KATALYSE Institut

Strahlenschäden

Trifft ionisierende Strahlung (Radioaktivität auf lebende Organismen, kann sie schwere Schäden verursachen. Ionisierende Strahlung zerstört chemische Bindungen (Moleküle) und löst in den Zellen des Organismus eine unüberschaubare Vielfalt biochemischer Reaktionen aus. So kann zum Beispiel ein einziges Betateilchen (Betastrahlung) im menschlichen Gewebe tausende chemische Verbindungen sprengen.

Erzielt die Strahlung direkte Treffer in derDNS eines Zellkerns, wird der in der DNS verankerte genetische Code verändert (Mutation), was neben Funktionsstörungen und Zelltod (akute Strahlenschäden) zum Verlust der Wachstumskontrolle der Zellen führen kann. Weitere DNS-Schäden können durch chemische Radikale, die durch dieStrahlung in DNS-Nähe erzeugt werden, entstehen. Mögliche Folge des DNS-Defekts: Krebs (somatische Strahlenschäden). Findet die DNS-Veränderung in einer Keimzelle (Keimdrüsendosis) statt, kann der veränderte genetische Code auf die Nachkommen übertragen werden und zu genetischen Strahlenschäden führen. Zellen besitzen Reparaturmechanismen, mit denen in teil der DNS-Schäden behoben werden kann. Vom Erscheinungsbild her unterscheidet man stochastische und nicht stochastische Strahlenschäden Nicht stochastische Schäden treten erst ab einer bestimmten Strahlendosis (Schwelle) auf, und das Ausmass der Schädigung nimmt mit der Strahlendosis zu (akute Strahlenschäden, Strahlenkrankheit). Für stochastische Strahlenschäden gibt es keinen Schwellenwert, jede noch so kleine Strahlendosis kann zu einem Strahlenschaden führen. Die Höhe der Strahlendosis bestimmt die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten des Schadens, nicht aber für die schwere der Krankheit. Spätschäden wie Krebs (somatische Strahlenschäden) und Missbildungen (genetische Strahlenschäden) sind stochastische Schäden.

Welcher Schaden infolge einer
Strahlenbelastung auftritt, hängt entscheidend von der zeitlichen Verteilung der Dosis ab: Die gleiche Dosis, die bei einmaliger VerteilungBestrahlung zu schweren akuten Strahlenschäden führt, verursacht bei gleichmässiger Verteilung über längere Zeit keinerlei akute Strahlenschäden, kann aber durchaus zu Spätschäden führen.

Die meisten Wissenschaftler gehen heute davon aus, das für Spätschäden kein Schwellenwert existiert und ein linearer Zusammenhang zwischen Dosis und Wirkung (Effekt) besteht, dass heisst, dass die Wahrscheinlichkeit einer Schädigung proportional mit der Dosis zunimmt. Am umstrittensten ist die Dosis-Wirkungs-Beziehung für kleine Strahlendosen unter 10 mSv/Jahr. Während manche Wissenschaftler eine lineare Extrapolation in diesem Bereich für eine Risikoüberschätzung halten und das quadratische Modell favorisieren, postulieren andere sogar eine überlineare Beziehung, bei der die Wirkung bei sehr kleinen Dosen wieder zunimmt. Im konkreten Einzelfall hängt das Strahlenrisiko von einer Vielzahl von Faktoren ab, z. B. Alter, Gesundheit und Lebensgewohnheiten des Bestrahlten (z. B. junge Menschen sind besonders strahlenempfindlich), dem Vorhandensein chemischer Umweltgifte (im Zusammenwirken können sich chemische Gifte und Strahlenbelastungen wechselseitig beeinflussen), dem Ort der
Strahlenbelastung (ganzer Körper oder einzelne Organe, Anreicherung) und der Art der Strahlung (die verschiedene biologische Gefahr von Strahlung wird grob durch das Konzept der Äquivalentdosis erfasst). Zur Abschätzung des Strahlenrisikos im Niedrigdosisbereich (unter ca. 10 mSv/Jahr): somatische und genetische Strahlenschäden.

Ionisierende Strahlung tritt vor allem beim radioaktiven Zerfall (Radioaktivität) auf. Strahlenschäden durch natürliche und künstliche Radionuklide unterscheiden sich nicht. Die
Strahlenbelastung einzelner Organe kann sich jedoch infolge von Anreicherungsprozessen für natürliche und künstliche Radionuklide unterscheiden (
Strahlenbelastung, natürliche
Strahlenbelastung).
Weitere Strahlenschäden: in der Lebensmittelbestrahlung wird ionisierte Strahlungzum Abtöten von Mikroorganismen in Nahrungsmitteln verwandt. Ionisierende Strahlung richtet auch in toter Materie Schäden an. Bei hohen Strahlenbelastungen durch Neutronen, wie sie im Kernkraftwerk und bei der Kernfusion auftreten, werden Materialien spröde und selbst radioaktiv (Radioaktivität).

Siehe auch: Radioaktivität und Strahlung, Maßeinheiten

Autor: KATALYSE Institut