Deodorantien

Bezeichnung für Mittel, die Gerüche verhindern, überdecken oder entfernen sollen.

 

In der Technik werden in geruchsträchtigen Produktionsbereichen (Fischfabriken, Röstereien, Fettschmelzen, Papierherstellung, Gießereien etc.) physikalische, chemische oder biotechnologische Verfahren eingesetzt. So kann beispielsweise mittels Adsorption (an
Aktivkohle, Kaolin o.ä.), durch oxidative Zersetzung mit Hypochlorit, Chlorkalk, (
Chlorbleiche), Peroxiden (Sauerstoffbleiche) und Ozon oder mikrobiellen Abbau in Biowäschern,
Biofiltern oder Bioreaktoren die Geruchsbelästigung verringert werden.
Bei der Desodorierung von Räumen, insbesondere Toiletten, (s.a. WC-Beckensteine), werden meist geruchsüberdeckende Duftstoffe eingesetzt.
Die bekannteste Anwendung von D. ist im Bereich der Kosmetik gegen unangenehme Körpergerüche gerichtet. Da diese durch
bakterielle Zersetzung des an sich geruchlosen Schweißes entstehen, ist der Einsatz keimhemmender Substanzen ein häufig realisiertes Wirkprinzip von D. in der Körperpflege. Hierzu werden z.B. Konservierungsstoffe eingesetzt, soweit diese laut Kosmetik-Verordnung zugelassen sind. Auch Alkohole, in vielen D.-Formulierungen als Lösemittel enthalten, wirken im gleichen Sinne. Oft finden etherische Öle Einsatz in D., zu deren geruchsüberdeckenden Effekt häufig noch eine antimikrobielle Wirkung kommt.
Infolge häufiger Unverträglichkeitsreaktionen auf D. versucht man heute mit möglichst milden Deowirkstoffen zu arbeiten, deren Eingriff in die natürliche Hautflora nur gering ausfällt. So ist das früher weit verbreitete, hochwirksame Triclosan (ein mit
Dioxinen und Furanen verunreinigtes Chlorphenol-Derivat) durch Substanzen wie das auch natürlich vorkommende Farnesol verdrängt worden. Letzterer Wirkstoff hemmt ganz spezifisch nur die schweißzersetzenden grampositiven
Bakterien (Staphylokokken und Corynebakterien).
Ein ganz anderer Weg der Desodorierung wird mit den Antitranspirantien eingeschlagen. Diese unterdrücken die Schweißabsonderung selbst, und zwar um bis zu 50%. Wirkstoffe sind Aluminiumsalze, die in ihrer einfachsten Form in jüngster Zeit zunehmend als sogenannte Deo-Kristalle aus massivem Alaun angeboten werden. In modernen D. kombiniert man häufig keimhemmende Deo-Wirkstoffe und Antitranspirantien.
D. werden in den verschiedensten Darreichungsformen produziert. Beherrschten noch 1988 die Aerosole (Spraydosen) den Markt, so sind heute nicht zuletzt infolge der
Treibgas-Diskussion Pumpzerstäuber, aber auch die Roller auf dem Vormarsch (Marktanteile ca. 20 bzw. 24% gegenüber nur noch 45% Sprays Ende 1990).

Autor: KATALYSE Institut

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