Solarauto

Siehe Solarmobil.

Autor: KATALYSE Institut

Schneller Brüter

Der schnelle Brüter ist ein Kernreaktortyp (Kernkraftwerk) zur Stromerzeugung und Plutoniumgewinnung, der als Spaltstoff (Kernspaltung) Plutonium verwendet, das mit schnellen Neutronen gespalten wird.

Uran-238 dient als Brutstoff. Im Brutmantel, der den Reaktorkern (Kernreaktor) umgibt, entsteht aus Uran 238 durch Neutroneneinfang Plutonium 239 (Brutvorgang) Der schnelle Brüter. kann so mehr Plutonium erzeugen, als er verbraucht, wodurch die begrenzten Uranreserven um den Faktor 60 gestreckt werden sollen (Energiereserven).

Da Plutonium in der Natur nicht vorkommt, muss die Erstfüllung durch Wiederaufbereitung abgebrannter Brennelemente von Leichtwasserreaktoren (Kernkraftwerk) gewonnen werden. Als Kühlmittel wird wegen guter Wärmeabfuhr und Nichtabbremsen der Neutronen Natrium verwand. Der schnelle Brüter besitzt keinen Moderator (Kernreaktor).

Die Wiederaufarbeitung von schnellern Brüter-Brennelementen verlangt spezielle Anlagen. Wegen der größeren Störfallgefahr ist der Kernreaktor von einem doppelten Sicherheitsbehälter umgeben, und ein Core-Catcher soll beim größten Störfall den geschmolzenen Reaktorkern aufnehmen, kühlen und eine Plutoniumkettenreaktion (Kernspaltung) verhindern.

Umweltbelastung: Im Normalbetrieb werden, verglichen mit Leichtwasserreaktoren (LWR), höhere Emissionen radioaktiver Edelgase (Krypton, Xenon, Argon) und geringere an radioaktivem Iod erwartet. Die größte Gefahr geht von Stör- und Unfällen aus. Prinzipiell gilt der schnelle Brüter als gefährlichster Kernreaktortyp, was Wahrscheinlichkeit und Ausmaß von Unfällen angeht. Ob dieses Gefahrenpotential durch zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen kompensiert werden kann, ist umstritten.

Sicherheitstechnische Besonderheiten des schnellen Brüters.:

  • Das Kühlmittel Natrium stellt eine besondere Gefahr als Störfallauslöser dar, da es mit Wasser und Luft heftig reagiert.
  • Bei einem Störfall mit Kühlmittelverlust zeigt der schnelle Brüter im Gegensatz zum LWR keine Selbststabilisierung, vielmehr steigt seine Leistung sogar an. Es bleibt erheblich weniger Zeit, um den Reaktor mittels Schnellabschaltung abzuschalten.
  • Wegen der hohen Plutoniumkonzentration kann es beim schnellen Brüter im Gegensatz zum LWR zu einer begrenzten nuklearen Explosion (atombombenähnlich) kommen. Ob der Reaktordruckbehälter dem standhält, ist umstritten.
  • Der größtmögliche Störfall (Bethe-Tait-Störfall, vgl. Super-Gau) tritt ein, wenn die Kühlung ausfällt und die Reaktorschnellabschaltungen versagen. Folge: Leistungs- und Temperaturanstieg, Schmelzen der Brennelemente (30 % aus Plutonium). Dabei kann es mehrfach zur Bildung einer kritischen Masse (Kernspaltung), nuklearen Explosionen mit evtl. Bersten des Reaktordruckbehälters und Freisetzung extrem großer Mengen Radioaktivität kommen.

Folgen eines solchen schweren Unfalls, der sich alle ca. 100000 Reaktorjahre ereignen kann, berechnet für den schnellen Brüter in Kalkar: 1.400 Soforttote, 52000 bis 2,7 Million Folgetote; etwa eine Million Menschen müssen umgesiedelt werden, auf einer Fläche von 260 km mal 260 km ist Jahrhunderte lang keine Landwirtschaft mehr möglich, eine Fläche von 90 km mal 90 km muss oberflächlich abgetragen werden.

Die Auswirkungen liegen um das 2 bis 5 Fache höher als beim Super-Gau eines LWR. Weitere Gefahr: Mit dem Betrieb von S: gelangen große Mengen des hochgiftigen Plutoniums in Umlauf. Das erbrütete Plutonium ist wegen seiner Reinheit waffentauglich.

In Frankreich und anderen Staaten wurde es zum Atomwaffenbau verwandt.
1973 wurde mit dem Bau der schnelle Brüter in Kalkar begonnen, Kenndaten: Elektrische Leistung 295 MW, Reaktorkern konzipiert für 850 kg Plutonium. 1986 erklärte der Hersteller Interatom den schnellen Brüter für betriebsbereit. Das Land NRW erteilte jedoch keine Genehmigung zur Einlagerung der Brennelemente. 1991, noch bevor der schnelle Brüter jemals am Netz war, verkündete das BMFT das endgültige Aus für den schnellen Brüter. Die Baukosten beliefen sich, ohne Forschungsgelder, auf 7,5 Mrd DM.

In Frankreich ist der Vorzeige-schnelle Brüter Superphenix seit 1990 wegen diverser Pannen stillgelegt. Frankreich hat nach den Erfahrungen mit dem Superphenix von der ursprünglich geplanten Serienfertigung großer schneller Brüter Abstand genommen. Die USA haben bereits unter Carter die schnellen Brüter-Entwicklung eingestellt. Weltweit konnte der S. nicht zu einer kommerziellen Reife gebracht werden. Ohne schnellen Brüter stellen aber auch konventionelle Kernkraftwerke aufgrund der begrenzten Uranvorräte keine langfristige Option dar (Energiereserven).

Alternativen: regenerative Energiequellen.

Autor: KATALYSE Institut

Schallschirm

Ein S. ist eine frei stehende Wand, die als Hindernis die Schallausbreitung beeinflußt.

S. werden sowohl in Innenräumen z.B. als Schall- und Sichtschutz in Großraumbüros oder im Freien eingesetzt. S. bilden auf der Seite, die von der Schallquelle abgewendet ist, einen Schatten. Die Abschattung der Schallwellen bewirkt eine Verminderung der Schallenergie, da der Schall nicht mehr direkt, sondern nur noch über Reflexion, Transmission und Beugung in den Bereich des Schattens gelangt.

Als S. wirken natürliche und künstliche Hindernisse, z.B. Geländeerhebungen wie Böschungen, Gebäude, Bewuchs, Erdwälle usw. Hauptsächlich werden S. zum Schutz der Wohnbebauung gegen Verkehrs- und Industrielärm eingesetzt. S. bewirken eine Schallpegelminderung von etwa 12-13 dB (Dezibel, Schallbewertung). Die Errichtung von S. führt nicht selten zu einem gravierenden Eingriff in die Landschaft.

Autor: KATALYSE Institut

Rationelle Energienutzung

Unter R. bzw. rationeller Energieversorgung versteht man alle Technologien, die Energie mit hohem Wirkungsgrad nutzen bzw. die Energie in möglichst großem Maße dem eigentlichen Nutzziel (z.B. Stromerzeugung oder Wohnraumbeheizung) zuführen.

Durch R. können Energieverbrauch und Schadstoffemissionen z.T. drastisch vermindert werden.

Wärmedämmung, Fenster, Niedrigenergiehaus, Brennwertkessel, sparsame Haushaltsgeräte, Energiesparlampen, Kraft-Wärme-Kopplung, Kombikraftwerk

Autor: KATALYSE Institut

Nickel-Cadmium-Akkumulatoren

N. sind eine besondere Form von Akkumulatoren.

Sie sind hauptsächlich in Bauformen normaler Primärzellen (Batterien) erhältlich. Die Kapazität von N. ist vergleichbar mit der von Zink-Kohle-Batterien und viermal geringer als die von Alkali-Mangan-Batterien. Ein N. hat eine etwa 20 Prozent geringere Spannung als vergleichbare Primärzellen, hält diese aber praktisch über die gesamte Entladezeit kostant, während bei anderen primärzellen die Spannung allmählich abfällt.

N. enthalten das gifte Cadmium und sind daher mit Iso-Symbol 70000/1135 gekennzeichnet. Sie müssen daher am Lebensende separat entsorgt werden. In einem optimalen Lade-/Entlade-Zyklus können sie bis zu 1.000mal wieder aufgeladen werden und verringern damit erheblich das Abfallvolumen und machen ein Recycling wegen der hohen Metallgehalte lohnenswert.

Da N. bei langer Lagerung Energie verlieren, ist ein Ersatz in elektrischen Geräten erst dann sinnvoll, wenn im Schnitt häufiger als alle drei Wochen ein Batteriewechsel (von Zink-Kohle-Batterien) nötig ist.

Autor: KATALYSE Institut

Netzverlust

In den Übertragungsleitungen (Stromnetzen) "verlorener" Strom.

Durch den Ohmschen Widerstand in den Übertragungsleitern werden diese erwärmt. Dies führt zu Netzverlusten/ Übertragungsverlusten.
Um die N. so gering wie möglich zu halten, wird eine hohe Spannung gewählt.
Die N. nehmen mit der Distanz der Übertragungsleiter zu. Dies ist ein großes Problem für Projekte, wie z.B. das Desertec-Projekt, da so der Energietransport aus der Wüste zu den Verbrauchern ineffizient ist (Problematik langer Wegstrecken).

Autor: KATALYSE Institut

Netzausbau

Im Zuge der Energiewende beschlossener Ausbau der Stromnetzinfrastruktur

Bis 2050 soll die Energieversorgung überwiegend durch erneuerbare Energien gewährleistet werden. Das Stromnetz in Deutschland ist allerdings für eine zentrale Energieversorgung durch einzelne Großkonzerne, die größtenteils auf fossile und nukleare Energiegewinnung setzten, ausgerichtet.

Durch den gewünschten Umbau, weg von fossiler und nuklearer Stromerzeugung hin zu regenerativer Energie, muss auch das Stromnetz erneuert, umgebaut und ausgebaut werden. Hierbei müssen verschiedene Probleme beachtet werden:

  • die stetigen und leistungsfähigen Stromerzeuger (Atom- und Kohlekraftwerke) fallen weg, daher muss der durch die erneuerbaren Energien gewonnene Strom diesen Wegfall ausgleichen und zu den Verbrauchern transportiert werden.
  • Die Versorgungssicherheit muss in ganz Deutschland gewährleistet sein, so dass z.B. aus Offshore-Anlagen produzierter Strom auch in den Süden Deutschlands gelangt. Kapazität und Leistungsfähigkeit des Stromnetzes sollen daher ausgebaut werden.
  • Das Übertragungsnetz muss an die Stromversorgung durch erneuerbare Energien (wetter- und naturabhängige Stromerzeugung, unsichere Versorgungskontinuität) angepasst werden. Da es vorkommen kann, dass lokal mehr Energie erzeugt als verbraucht wird, sollte diese überschüssige Energie gespeichert oder abtransportiert und an anderen Stellen eingespeist werden.

Autor: KATALYSE Institut

Mineralöl

Sammelbezeichnung für aus mineralischen Rohstoffen wie Erdöl, Braunkohle und Steinkohle, Holz und Torf gewonnene flüssige Destillationsprodukte, die v.a. aus Gemischen von gesättigten Kohlenwasserstoffen bestehen.

Bei der Verschmutzung von Haut und Kleidern mit unreinem M. können Paraffinkrätze, Akne und Hautkrebs auftreten. Durch Einatmen von M. tritt eine Reizung der oberen und tieferen Luftwege und evtl. M.-Pneumonien auf. M. gelten als wassergefährdende Stoffe.
M.-Lager: Lagertank

Siehe auch: Braunkohle, Kohlenwasserstoff

Autor: KATALYSE Institut

Methan

M. (CH4) ist ein farbloses, geruchloses, ungiftiges Gas, das zu Kohlendioxid und Wasser verbrennt. Methan gehört zu den klimarelavanten Treibhausgasen.

Methan kann als Brenn- und Heizgas z.B. in Brennstoffzellen verwendet werden. Seine Umweltrelevanz ergibt sich aus dem Ozonabbau von Methan und als klimarelevantes Spurengas beim Treibhauseffekt. Nach Kohlendioxid ist Methan mit einem Anteil von knapp 20 Prozent wichtigster Verursacher des Treibhauseffekts. Die weltweiten Methanemissionen werden auf 500 Mio. Tonnen/Jahr geschätzt, davon gehen rund 70 Prozent auf menschliche Aktivitäten zurück. 1994 wurden in Deutschland rund 833.000 Tonnen Methan emittiert.

Methan ist Hauptbestandteil von Erdgas, Biogas, Deponiegas und Klärgas. Methan entsteht bei allen organischen Gär- und Zersetzungsprozessen, wie z.B. in Sümpfen, Nassreisfeldern und Massenviehhaltung (der Verdauungstrakt von Wiederkäuern produziert Methan). Die Tierhaltung verursacht rund 39 Prozent aller landwirtschaftlichen Methanemissionen, größtenteils durch Rinder. Der Nassreisanbau ist mit ca. 17 Prozent an den weltweiten Methan-Emissionen beteiligt.
In reiner trockner Luft findet man ca. 2 ppm Methan.

Des weiteren gelangt Methan durch Lecks in Erdgasleitungen und durch Bodenversauerung in die Umwelt. Methan entsteht bei der Abwasser- und Klärschlammbehandlung sowie bei der Klärschlammausbringung in der Landwirtschaft. Methan entsteht auch in geringen Mengen (0,6 bis 1,6 Prozent des enthaltenen Kohlenstoff werden in Methan umgewandelt) bei der Verbrennung von Biomasse bzw. fossilen Brennstoffen.

Autor: KATALYSE Institut

Kurzumtriebsplantagen

Die Kurzumtriebsplantage (KUP) zeichnet sich durch eine extensive Landwirtschaftsbenutzung aus, in der schnell wachsende Baumarten für die Holzproduktion angebaut werden.

In Form von Hackschnitzeln oder Holzpellets wird der nachwachsende Rohstoff Holz vor allem für die Wärmeerzeugung genutzt. Die steigende Nachfrage nach Energie, gekoppelt mit den steigenden Preisen für fossile Energieträger und dem Ausbau erneuerbarer Energien, macht Holz als nachwachsenden Energieträger (erneut) immer populärer. Überlegungen, diesen steigenden Bedarf durch Kurzumtriebsplantagen zu decken, werden zurzeit nachgegangen.
KUPs zeichnen sich dadurch aus, dass sie durch schnell wachsende, hochproduktive Baumarten, die in hoher Dichte angepflanzt und regelmäßig geerntet werden (1-20 Jahre), in verhältnismäßig kurzer Zeit viel Holz (für z.B. die Energieerzeugung) liefern. (vgl. Rösch/Jörissen 2012: 194) Eine stoffliche Verwertung (Zellstoff-, Papier- und Holzwerkstoffindustrie) ist nach längeren Umtriebszeiten (etwa 10 Jahre) auch möglich. (vgl. NABU o.J.). Laut BUND (2010: 6) verringert sich das Stockausschlagvermögen nach mehren Ernten. "Meist wird mit einer mindestens 20jährigen Nutzungsdauer gerechnet, allerdings gibt es hierzu in Deutschland noch keine Erfahrungswerte" (BUND 2010:6).

Die Merkmale dieser Baumarten sind:
- schnelles Jugendwachstum,
- schnelle Vermehrbarkeit,
- gutes Stockausschlagevermögen,
- vegetative Vermehrbarkeit,
- Dichtstandsverträglichkeit,
- Resistenz
(vgl. Rösch/Jörissen 2012:195)

KUPs besitzen geringere Beeinträchtigungen für Klima und Umwelt gegenüber anderen - hauptsächlich für die Biogaserzeugung angebauten - 'Energiepflanzen':

  • Geringere Dünge- und Planzenschutzmitteleinsatz (u.a. geringerer Bedarf an Stickstoffdünger, dessen Herstellung viel Energie benötigt)
  • CO2-neutraler Energiequelle
  • Geringere Treibhausgasemissionen
  • Für unterschiedliche Standorte geeignet (auch auf Flächen, die für den Ackerbau nicht ge-eignet sind). Dadurch besteht auf diesen Flächen keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion.
  • Keine Umwandlung in Biogas nötig, sondern direkt als Energieträger nutzbar

Positive Effekte durch KUPs sind u.a.:

  • eine Rekultivierung durch KUPs ist möglich, da die Bäume die oberen Bodenschichten lo-ckern und viel Kohlenstoff speichern (vgl. Rösch/Jörissen 2012:195-196).
  • Erhöhung der Strukturvielfalt in ackerbaudominierten Gebieten (wichtig für den Lebensraum von Pflanzen und Tieren)
  • Erosionsgefährdete Standorte werden geschützt
  • geringerer Produktionsdruck für einheimischen Wäldern (KUPs als Alternative zur starken Abholzung der einheimischen Wälder)
  • Beschränkung des Holzimports für Energiezwecke
  • Qualität des Grundwassers wird verbessert (durch hohe Nährstoffbindung der KUPs)

Negative Auswirkungen:

  • Rückgang der Sickerwassermenge (Beeinträchtigung des Wasserhaushaltes, z.B. Grundwas-serabsenkung und verringerte Grundwasserneubildung ist möglich)
  • Meist Monokulturen
  • Konkurrenz zu Naturschutzflächen, z.B. wenn Brachflächen und Grünflächen als KUP genutzt werden und somit ein Verlust der biologischen Vielfalt droht (vgl. BUND 2010:7)
  • Gefahr des Anbaus von gentechnisch veränderten Bäumen oder von invasiven Baumarten
  • hohe Holzerträge nur auf leistungsfähigen Böden. Dies kann zu Flächenkonkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion führen.

Obwohl Kurzumtriebsplantagen in letzter Zeit an Bedeutung und Aufmerksamkeit gewinnen, werden erst 4.000 Hektar als KUPs (vgl. Rösch/Jörissen 2012:195) in Deutschland genutzt. Allerdings sind die Flächenpotenziale sehr hoch. Weiterhin werden KUPs im Rahmen der GAP und des
EEG gefördert.

Lit.

  • Rösch, Christine/ Jörissen, Juliane (2012): Hoffnungsträger Kurzumtriebsplantagen? – Perspektiven und Herausforderungen im Überblick. – In: GAiA, 2012, Nr. 3, S.194-201.
  • BUND (2010): Kurzumtriebsplantagen für die Energieholzgewinnung – Chancen und Risiken. [Stand:28.02.2013]
  • NABU: Kurzumtriebsplantagen. [Stand: 28.02.2013]
  • Dr. habil. Röhricht (2008): Anbauergebnisse mit schnellwachsenden Baumarten. [Stand: 28.02.2013]

Autor: KATALYSE Institut

Kühlturm

In Kraftwerken fallen ca. 65% der erzeugten Wärme als Abwärme an, die an die Umwelt abgeführt werden muß.

Da die direkte Kühlung mit Flußwasser zu einer starken Aufheizung der Flüsse führt, wird heute bei Großkraftwerken dieAbwärme zusätzlich über K. an die Umgebungsluft abgegeben. Man unterscheidet zwischen Naß- und Trocken-K.. Im Naß-K. gibt das zu kühlende Wasser einen Teil seiner Wärme durch Verdunstung an die Luft ab, bevor es in den Fluß geleitet wird. Dabei gelangen in ihm enthalteneDesinfektionsmittel und Salze in den Fluß. Naß-K. haben den größtenWirkungsgrad, beeinflussen aber das Kleinklima durch Schwadenbildung negativ.

Diese werden bei den Trocken-K. vermieden. In Trocken-K. wird der geschlossene Kühlwasserkreislauf wie beim Autokühler mittels durchströmender Luft gekühlt und eine Belastung von Flüssen vermieden. Trocken-K. haben besonders bei warmem
Wetter einen schlechteren Wirkungsgrad, beeinflussen dafür aber mit Ausnahme ihres wuchtigen Erscheinungsbildes die Umgebung kaum. Trocken-K. sind nur bis zu einer Kraftwerksleistung von 300 MW elektrisch einsetzbar und werden bislang fast ausschließlich bei kleineren industriellen Kraftwerken eingesetzt, wo mit ihnen beträchtliche Wasserkosten gespart werden können. Bei großen Kraftwerken sind Trocken-K. größer und teurer in der Anschaffung als Naß-K..

Hier bietet sich eine Kombination aus Trocken- und Naß-K. an (Hybrid-K.). Sinnvoller wäre die Vermeidung von Großkraftwerken und eine Dezentralisierung der Energiegewinnung (Kraft-Wärme-Kopplung). Naß-K. werden in manchenKohlekraftwerken auch als Schornstein für Rauchgase mitgenutzt. Die Wasserdampfschwaden tragen die Rauchgase in große Höhen.

Siehe auch: Kraftwerk, Abwärme

Autor: KATALYSE Institut

Kraftwerk

Kraftwerke sind Anlagen, die aus verschiedenen Energieträgern Strom gewinnen.

Die meisten Kraftwerke arbeiten als Dampfkraftwerken. In Dampfkraftwerken wird durch Verbrennung fossiler Brennstoffe, Spaltung von Uran(Kernkraftwerk) oder Sonnenenergie(Solarkraftwerk) Wasser zu Wasserdampf erhitzt. Der Wasserdampf treibt zur Stromerzeugung Turbinen an und kondensiert schließlich wieder zu Wasser. Wird die in Kraftwerken zwangsläufig anfallende Abwärme als Fernwärme genutzt, spricht man von Kraft-Wärme-Kopplung und nennt eine solche AnlageHeizkraftwerk.

Dampfkraftwerke wandeln ca. 40 Prozent der eingesetzten Energie in Strom um, die restliche Energie geht als Abwärme verloren und belastet die Umwelt (Abwärme, Kühlturm). Bei der Stromverteilung treten zusätzliche Energieverluste auf (Hochspannungsleitung). In Heizkraftwerken werden 80-90 Prozent der Energieausgenutzt (Kraft-Wärme-Kopplung). Neben Dampfkraftwerken gibt es Kraftwerke, die ohne Erhitzung von Wasser Strom erzeugen. Bei Blockheizkraftwerken und Notstromdieselaggregaten wird ein Generator von einem Verbrennungsmotor betrieben. Wasserkraft- und Windkraftanlagen (Windenergie) nutzen die mechanische Energie von Wasser bzw. Wind zum Antrieb eines Generators.

Bei Gasturbinen treiben die Verbrennungsgase Turbine/Generator an. Besonders hohe Wirkungsgrade haben Kombikraftwerke, die Gas- und Dampfturbinen koppeln. Schließlich gibt es noch Photovoltaik-Kraftwerke, die Sonnenlicht direkt in Stromumwandeln (Solarzellen).

Durch den Einbau von Rauchgasentschwefelungsanlagen,Rauchgasentstickungsanlagen und Rauchgasentstaubungsanlagen konnten die Kraftwerksemissionen in den letzten Jahren deutlich reduziert werden (Großfeuerungsanlagenverordnung).

Autor: KATALYSE Institut

Kombikraftwerk

K. sind Kraftwerke Kraft-Wärme-Kopplung, bei denen Gas- und Dampf-Prozesse gekoppelt sind.

Dabei treiben die unter Druck stehenden Verbrennungsgase direkt eine Gasturbinean. Die in den Verbrennungsgasen verbleibende Wärme wird nach Austritt aus der Gasturbine zur weiteren Stromerzeugung in einer Dampfturbine genutzt, entweder durch direkte Dampferzeugung oder bei der Nutzung des Abgases als Verbrennungsluft. K. erreichen bei Erdgas- oder Heizöl-Feuerung elektrische Wirkungsgrade von über 50%, was deutlich über denen konventioneller Kraftwerke (30-40%) liegt.

Mit integrierter Vergasung können auch feste Brennstoffe, wie z.B. Kohle, Torf,

Holzoder Klärschlamm , im K. genutzt werden (Kohlevergasung). Kohle-K. sollen gegenüber konventionellen Kohlekraftwerken eine Reihe von Vorteilen aufweisen: höherer Wirkungsgrad der Stromerzeugung (45% statt ca. 35%), Schwefel kann im Brenngas als Schwefelwasserstoff abgeschieden und in elementaren Schwefelumgewandelt werden (kein Gipsanfall, Rauchgasentschwefelungsanlage),Stickoxidemissionen sollen bei nur 100 mg/m3 liegen. Erste Pilotanlagen sind in Deutschland in Planung.

Autor: KATALYSE Institut

Kollektor

Siehe Sonnenkollektor.

Autor: KATALYSE Institut

Kohleumwandlung

Unter K. - auch Kohleveredlung genannt - versteht man neben der Verkokung (Kokerei) alle Verfahren, durch die Kohle in flüssige oder gasförmige Energieträger umgewandelt wird.

Hierzu gehören Kohleverflüssigung undKohlevergasung. In
Deutschland lassen sich Brennstoffe wieGas oder Benzin durch K. auf absehbare Zeit nicht wirtschaftlich erzeugen bzw. ersetzen. Aus diesem Grunde wurden trotz erheblicher öffentlicher Mittel in den 70er- und 80er Jahren bislang keine großtechnischen, kommerziellen Anlagen zur K. realisiert. Die Kohleverflüssigung wurde komplett eingestellt, während dieKohlevergasung als integraler Bestandteil von Kombikraftwerken durchaus Zukunftschancen besitzt.

Wichtigste Umweltprobleme bei der K.:

- Schlechter Wirkungsgrad: Nur 50-60% der Energie der eingesetzten Kohle sind in den K.-Produkten enthalten.
- Emission von Schadstoffen: Bei der K. entsteht eine Vielzahl von festen, flüssigen und gasförmigen Nebenprodukten. Eine besondere Gefahr geht bei einigen Verfahren von den polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, z.B.Benzopyren, aus. Sie sind z.T. stark krebserregend und werden vonMikroorganismen schlecht abgebaut. Wegen fehlender Erfahrung mit großtechnischen K.-Anlagen ist bisher nur ungenügend bekannt, welche umweltbelastenden Stoffe bei K. auftreten und in welchem Umfang sie in die Umweltgelangen. Tendenziell entstehen bei der K. weniger Schwefeldioxid und Stickoxideals bei der Verbrennung von Kohle in Kraftwerken, dagegen erheblich mehrKohlenwasserstoffe.

Autor: KATALYSE Institut

Kohlepfennig

Ausgleichsabgabe für die Stromerzeugung aus heimischer Steinkohle, die seit 1974 jeder Stromverbraucher in den alten Bundesländern in Form eines prozentualen Aufschlags auf die Stromrechnung zu entrichten hat.

Mit dem K. werden die Energieversorgungsunternehmen dafür entschädigt, daß sie sich im sog. Jahrhundertvertrag dazu verpflichteten, deutsche Steinkohle zu verstromen. 1990 zahlten die Stromverbraucher durchschnittlich 8,25% ihrer Stromrechnung für den K., die Stromerzeuger erhielten umgekehrt etwa 5,3 Mrd DM. Der K. soll Ende 1995 abgeschafft werden.
Wiederholt wurde vorgeschlagen, analog zum K. einen "regenerativen Pfennig" zur verstärkten Markteinführung regenerativer Energiequellen zu verabschieden.

Autor: KATALYSE Institut

Kohlekraftwerk

In Kohlekraftwerken wird zur Stromerzeugung Braun- oder Steinkohle verbrannt (Kraftwerk, Kohle).

Kohlekraftwerke gehören immer noch zu den größten Luftverschmutzern in Deutschland (Schwefeldioxid, Stickoxide,Kohlendioxid). In Kohlekraftwerken ohne Abgasreinigung erzeugt Steinkohle bei gleicher Leistung mehr Schadstoffe als rheinische Braunkohle:

- SO2: Wegen des höheren Schwefelgehalts der Steinkohle und der schlechteren Schwefeleinbindung in die Asche bis zum Zweifachen.
- NOx: wegen der höheren Verbrennungstemperatur, v.a. bei der Schmelzfeuerung, bis zur zweifachen Menge.

Im Gegensatz zur rheinischen Braunkohleist die Braunkohle aus den neuen Bundesländern besonders schwefelhaltig.
Kohlekraftwerke können heute nicht mehr ohne aufwendige Abgasreinigung betrieben werden, da die Auflagen der Großfeuerungsanlagen-Verordnung und Folgebeschlüsse (Großfeuerungsanlagenverordnung) einzuhalten sind.

Braun- und Steinkohle-Kohlekraftwerke benötigen Rauchgasentstaubungs- undRauchgasentschwefelungsanlagen; während Braun-Kohlekraftwerke mit Hilfe von sogenannten Primärmaßnahmen die geforderten Stickoxidgrenzwerte z.T. unterschreiten (Stickoxidminderung), müssen Stein-Kohlekraftwerke stets auch über eine Abwärme an und belasten die Umwelt (Kühlturm). Um die Umsetztung der eingesetzten Primärenergie zu verbessern, kann die Kraft-Wärme-Kopplung eingesetzt werden. Hierbei wird die anfallende Abwärme zum Beispiel als Nah- oder Fernwärme verwendet und dadurch die Wirkungsbilanz deutlich verbessert.

Emissionen von Kohlekraftwerken im Vergleich: Kraftwerk, Fernwärme
Wiederholt wurde behauptet, daß von Kohlekraftwerken eine radioaktive Belastung ausgehe. Tatsächlich enthält Kohle in geringen Mengen radioaktive Substanzen (Uran, Thorium und Kalium; natürliche
Strahlenbelastung), die nach derVerbrennung mit der Flugasche in die Umwelt gelangen und sich am Bodenablagern. Da sich die Konzentrationen der radioaktiven Substanzen in Boden undFlugasche kaum unterscheiden, geht von der Flugasche jedoch keine zusätzliche radioaktive Belastung aus.

Etwa die Hälfte des deutschen Stromes wird aus Kohle gewonnen, Steinkohle undBraunkohle sind dabei in etwa gleich stark vertreten. Die heute bekannten Lagerstätten und Technologien haben eien Reichweite von etwa 300 Jahren.

Der Wirkungsgrad von modernen Kohlekraftwerken liegt bei etwa 40-45 Prozent, die hohe Zahl gilt für Kraftwerke, die mit modernen Dampfturbinen ausgestattet sind, deren Dampfeinlaßtemperatur 600 Grad erreicht. Das heißt: Mehr als 55 % der eingesetzten Energie in Form von Wärme können nicht genutzt werden und gehen über den Kühlturm verloren.

Ein höherer Wirkungsgrad kann durch die Erzeugung von heißem Gas aus einer Gasturbine erreicht werden.
Solche aus Gas- und Dampfturbine bestehenden Kraftwerke nennt man daher auch GuD-Kraftwerke (Gas- und Dampf-Kraftwerke).

Autor: KATALYSE Institut

Klärgas

Biogas, das bei der Ausfaulung von Klärschlamm entsteht.

Siehe auch: Abwasserreinigung, Verbrennung und Schadstoffe, Klärschlamm, Deponiegas, Methan

Autor: KATALYSE Institut

Kernspaltung

Bei der Spaltung schwerer Atomkerne in zwei leichte Kerne werden große Mengen Energie in Form von Wärme frei.

Von besonderem Interesse sind Spaltstoffe wie Uran und Plutonium. Sie lassen sich durch Neutronen unter Energieabgabe spalten und geben gleichzeitig mehrere Neutronen ab, die neue K. auslösen können (Kettenreaktion). Die kleinste Spaltstoffmasse, die eine sich selbst erhaltende Kettenreaktion in Gang setzt, ist die kritische Masse, bei Uran-235: ca. 50kg, bei Plutonium-239: ca. 5kg. Durch technische Maßnahmen kann die kritische Masse verringert werden.
Spaltstoffe werden in Atomwaffen (Kettenreaktion) und Kernreaktoren inKernkraftwerken (kontrollierte K.) eingesetzt.

Die bei der K. entstehenden Spaltprodukte sind radioaktiv und zerfallen unter Aussendung von Alpha-, Beta- und Gammastrahlung (Radioaktivität). Insgesamt entstehen etwa 200 künstliche Radionuklide. Bei der K. von 1g Uran-235 wird dieselbe Energie frei wie bei der Verbrennung von 3t Steinkohle. Technische Nutzung und Umweltauswirkungen: Kernkraftwerk, Hochtemperaturreaktor, Schneller Brüter, Brennstoffkreislauf . Das Gegenteil der K. ist die Kernfusion.

Autor: KATALYSE Institut

Kernreaktor

Anlage, mit deren Hilfe sich Kernspaltungen einleiten, aufrechterhalten und steuern lassen. Hauptbestandteil ist der Reaktorkern mit in Brennelementen angeordnetem Spaltstoff, meist Uran-235, in dem die Kernspaltungen ablaufen.

Durch einen Moderator werden die bei der Spaltung erzeugten schnellen Neutronen abgebremst, da langsame Neutronen Uran-235 besser spalten können. Regelstäbe steuern den Neutronenfluß.

Die bei der Spaltung erzeugte Wärme wird von einem unter Druck stehenden Kühlmittel abgeführt (Kernschmelzen). Der Reaktorkern ist umgeben von dem Reaktordruckbehälter, der allen Belastungen durch Druck, Temperatur und Strahlung standhalten soll (Berstschutz, GAU). Außen schließt sich eine Beton-Abschirmung an, die die Umgebung vor Gamma- und Neutronenstrahlung schützt. Kommerziell betrieben werden K. in Kernkraftwerken.

Umweltbelastungen: Kernkraftwerk, GAU
Spezielle K.: Schneller Brüter, Hochtemperaturreaktor

Siehe auch: Kernspaltungen, Brennelementen, Spaltstoff

Autor: KATALYSE Institut